Magersucht kann genetische Ursachen haben

Meist werden psychische Ursachen für Magersucht verantwortlich gemacht. Eine internationale Forschergruppe unter Leitung von Medizinern der Universität Duisburg-Essen hat jetzt erstmals nachgewiesen, dass Patienten auch eine Veranlagung dazu haben können.

Ausgemacht wurde das Gen, das Magersucht (Anorexia nervosa) begünstigt. Das Gen wurde auf dem Chromosom zwölf entdeckt, einer Region, die bereits mit Diabetes mellitus Typ 1 und Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht wird. Magersucht könnte so mit weiteren Erkrankungen verknüpft sein, etwa mit Schizophrenie. Die Gene, die dafür empfänglich machen, überlappen sich. Die neuen Erkenntnisse können das bisherige Verständnis von Magersucht nachhaltig verändern: Eine psychiatrische Störung mit einem physiologischen Hintergrund eröffnet neue Therapieoptionen.

(ü. Pm.)

Masernerkrankungen in Essen – Impfstatus überprüfen – Todesfall einer 37-Jährigen Essenerin

Nicht nur in Nordrhein-Westfalen, auch in Essen werden derzeit vermehrt Masernerkrankungen gemeldet. Dem Gesundheitsamt der Stadt Essen sind derzeit 31 Krankheitsfälle bekannt, die Dunkelziffer ist allerdings unbekannt. Nachdem es am vergangenen Wochenende einen Todesfall einer 37-Jährigen Essenerin in Folge des Masern-Virus gegeben hat, rät das Gesundheitsamt der Stadt Essen dringend, den eigenen Impfstatus zu überprüfen. „Masern sind keine harmlose Kindererkrankung, sondern können bei Kindern zu Hirnhautentzündungen und bei Erwachsenen zu beispielsweise Lungenentzündun führen“, so Gesundheitsdezernent Peter Renzel. „Vor allem im Erwachsenenalter kann es zu Komplikationen kommen. Deshalb ist ein Impfschutz besonders wichtig.“

Der Virus ist leicht übertragbar und kann nicht mit beispielsweise Antibiotika bekämpft werden. Kinder, so das Gesundheitsamt, sollten immer zwei Impfungen erhalten, Erwachsene eine. Vor allem nach 1970 Geborene sollten ihren Impfschutz überprüfen und ggf auffrischen. Einen guten Überblick über den aktuellen Impfstatus gibt der eigene Impfpass. Sollte dieser nicht zur Hand sein, ist der Besuch eines Hausarztes sinnvoll.

Kinder, die nicht geimpft sind, sollten schon bei den ersten Anzeichen nicht mehr in Kita, Kindergarten oder Schule geschickt werden. Bei durchschnittlich 5.000 Kindern pro Jahrgang sind etwa fünf Prozent nicht geimpft.

Für besondere Fälle bietet das Gesundheitsamt der Stadt Essen noch bis 1. Juni immer dienstags, mittwochs und donnerstags in der Zeit von 12:30 bis 14:30 Uhr eine Impfaktion an.

Zum Hintergrund:

Masern werden durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen (Sprechen, Husten, Niesen) sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen übertragen.

Sie beginnen mit Fieber, Entzündung der Bindehaut, Schnupfen, Husten und einem Ausschlag an der Mundschleimhaut. Diese sogenannten Koplik-Flecken (kalkspritzerartige weiße bis blau-weiße Flecken) sind häufig eindeutige Anzeichen für die Masern.

Erkrankte Personen sollten in der akuten Krankheitsphase Bettruhe einhalten. Eine spezifische antivirale Therapie gibt es nicht. Neben fiebersenkenden Medikamenten und Hustenmitteln ist bei zusätzlichen bakteriellen Infekten eine antibiotische Therapie indiziert.

Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollte die Erstimpfung im Alter von 11 – 14 Monaten erfolgen.

Die empfohlene Zweitimpfung (die keineAuffrischimpfung ist!) soll den Kindern, die – aus unterschiedlichen Gründen – nach der Erstimpfung keine Immunität entwickelt haben, eine zweite Gelegenheit zur Entwicklung eines ausreichenden Schutzes geben.

Eine einmalige MMR-Standardimpfung für Erwachsene sollte weiterhin bei allen nach 1970 geborenen ungeimpften bzw. in der Kindheit nur einmal geimpften Personen
≥ 18 Jahre oder nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstaus nachgeholt werden.

Forschung will Rückenschmerzen mit „Einbildung“ heilen

Ob Placebos gegen chronische Rückenschmerzen helfen, wollen Wissenschaftler am Universitätsklinikum Essen erforschen. Sie suchen Probanden für eine Studie am Rückenschmerz-Zentrum, um zu testen, wie sich die Behandlung mit wirkstofflosen Arzneien auf die Beweglichkeit von Wirbelsäule und Muskulatur auswirkt.

Die Forscher gehen von der These aus, dass Placebos den Körper dazu animieren, eigene schmerzlindernde Opioide auszuschütten und dadurch eine Selbstheilung in Gang zu setzen. Die Untersuchung umfasst eine dreiwöchige Placebo-Therapie oder Beobachtungsphase.

Weitere Infos gibt es unter 0201/723-2439.

(ǘ. Pm., idr)

DAK-Gesundheit kritisiert Mondpreise bei Arzneimitteln

Die DAK-Gesundheit kritisiert die Preisgestaltung bei der Einführung neuer Medikamente. Nach Einschätzung der Krankenkasse bietet das aktuelle Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz (AM-VSG) kaum Möglichkeiten, die steigenden Ausgaben für Arzneimittel einzudämmen. Das AM-VSG greift sechs Jahre nach dem Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts (AMNOG) erneut regulierend in den Markt ein. Der AMNOG-Report 2017 der DAK-Gesundheit zeigt, dass dringende Versorgungsfragen auch nach Abschluss des parlamentarischen Verfahrens unbeantwortet bleiben. Dazu gehört die konkrete Umsetzung eines Arztinformationssystems, das die Ergebnisse der Nutzenbewertung neuer Arzneimittel in die Praxis transferiert.

Die Arzneimittelausgaben im Gesundheitssystem steigen trotz  gesetzlicher Regularien seit Jahren. 2016 stiegen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 36 Milliarden Euro an. Das liegt vor allem an neuen Medikamenten, deren Preisgestaltung im ersten Jahr nach der Zulassung nach wie vor ganz in den Händen der Hersteller liegt. Die im AM-VSG ursprünglich vorgesehene Umsatzschwelle wurde ersatzlos gestrichen. Auch eine rückwirkende Rabattierung, etwa auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Nutzenbewertungsergebnisses, ist nicht vorgesehen. „Unsere Forderung, Mondpreise bei neuen Arzneimitteln zu verhindern, erfüllt das neue Gesetz nicht“, erklärt Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. Die Umsatzschwelle hätte in der Vergangenheit zwar nur drei Wirkstoffe erfasst. Diese machen bei der DAK-Gesundheit aber immerhin 40 Prozent des Umsatzes der seit 2011 neu zugelassenen Arzneimittel im ersten Jahr nach Markteintritt aus (rund 160 Millionen Euro). Storm: „Die Krankenkassen brauchen dringend wirksame Steuerungsmöglichkeiten, um die Arzneimittelpreise zu senken. Innovationen müssen auch in Zukunft bezahlbar bleiben.“

Neben der offenen Preisgestaltung in den ersten zwölf Monaten nach der Zulassung benennt die DAK-Gesundheit in ihrem AMNOG-Report zwei weitere wirtschaftliche Herausforderungen: Zum einen gibt es zum Beispiel bei der Behandlung krebskranker Patienten neue Kombinations-Therapien, die die Kosten weiter steigen lassen. „Immer mehr Patienten werden zusätzlich zu ihrem Medikament ein neues Arzneimittel verordnet bekommen. Daher wird es immer wichtiger, den Blick darauf zu richten, ob die damit verbundenen zusätzlichen Kosten durch einen höheren Patientennutzen wirklich abgedeckt sind“, erklärt Professor Wolfgang Greiner, Gesundheitsökonom an der Universität Bielefeld und Autor des AMNOG-Reports 2017. Neue Onkologika verzeichnen laut der Analyse die höchsten Preisaufschläge: Sie sind durchschnittlich 300 Prozent teurer als bereits bestehende sogenannte zweckmäßige Vergleichstherapien.

Dazu komme, dass in bestimmten Konstellationen ein Großteil der Patienten schon im Jahr nach der Zulassung mit einem neuen Medikament behandelt werde. Bei schnellen Innovationszyklen trage der anschließend vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und den gesetzlichen Krankenkassen ausgehandelte reduzierte Erstattungsbetrag entsprechend wenig zu einer Kostensenkung bei. Das bekannteste Beispiel der vergangenen Jahre ist der Wirkstoff Sofosbuvir zur Behandlung von Hepatitis C.

Eine zentrale Neuregelung der jüngsten Gesetzesreform ist die Einführung eines Arztinformationssystems. „Wir begrüßen diesen Beschluss der Bundesregierung“, sagt DAK-Chef Andreas Storm. „Aber nur wenn die Ergebnisse der Nutzenbewertung bei den Ärztinnen und Ärzten ankommen, können sie die Versorgung im Sinne der Patienten verbessern.“ Der mangelnde Transfer der Nutzenbewertungsergebnisse ist ein zentraler Kritikpunkt im AMNOG-Report der DAK-Gesundheit: Sowohl Arzneimittel mit als auch ohne Zusatznutzen zeigen zunächst vergleichbare Verordnungsentwicklungen. So erreichen einige Wirkstoffe ohne Zusatznutzen innerhalb des ersten Jahres nach Veröffentlichung des Prüfergebnisses beachtliche Verordnungszahlen und -zuwächse. Andere Wirkstoffe mit zum Teil deutlichem Vorteil für die Patienten kommen hingegen vergleichsweise langsam in der Praxis an. Storm: „Schnelle, transparente und praxisorientierte Informationen können die Versorgungsqualität erhöhen und gleichzeitig die Kosten senken.“

Damit das neue Arztinformationssystem funktioniert, ist aus Sicht von Professor Wolfgang Greiner eine wissenschaftliche Begleitung unerlässlich: „Damit die Ergebnisse der Nutzenbewertung den Arzt bei der Therapieentscheidung unterstützen, sollte das neue Arztinformationssystem wissenschaftlich erprobt und kontinuierlich evaluiert werden. Anderenfalls werden die wichtigen Hinweise auch künftig kaum Eingang in die Versorgungspraxis finden.“

Im AMNOG-Report der DAK-Gesundheit werden 191 Nutzenbewertungsverfahren analysiert. Das Ergebnis: In 43 Prozent der Verfahren bescheinigt der G-BA keinen Zusatznutzen. In 34 Prozent aller Fälle konnte ein Zusatznutzen bescheinigt werden, in 23 Prozent lediglich für einen Teil der Patienten. Letzteres ist aufgrund eines zu vereinbarenden Mischpreises derzeit politisch besonders umstritten. Der DAK-AMNOG-Report widmet sich den damit verbundenen Versorgungsfragen in einem Schwerpunktthema.

Besonders erfolgreich schneiden neue Krebsmedikamente und Präparate zur Behandlung von Herz-Kreislauf- oder Infektionskrankheiten ab. Bis Ende 2015 haben G-BA und GKV-Spitzenverband für 70 Prozent aller neuen Wirkstoffe einen Erstattungsbetrag vereinbart. Im Schnitt betrug der verhandelte Rabatt auf den vom Hersteller festgelegten Listenpreis 20 Prozent. Das entspricht der Richtgröße, die der Gesetzgeber mit Einführung des AMNOG im Jahr 2011 avisiert hatte. Problematisch bleibt aus Sicht der DAK-Gesundheit die freie Preisgestaltung im Jahr nach der Zulassung, von der der anschließend verhandelte Rabattpreis abhängt.

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten gesetzlichen Kassen in Deutschland und versichert mehr als 5,8 Millionen Menschen. 2015 gab sie 3,6 Milliarden Euro für Arzneimittel aus – das entspricht 590 Euro pro Versichertem. Nach den Ausgaben für Krankenhausbehandlungen waren Arzneimittel damit der zweitgrößte Ausgabenblock.

(ü. Pm.)
DAK-Gesundheit kritisiert Mondpreise bei Arzneimitteln

Essener Mediziner forschen an Impfstoff gegen Tumore

Mediziner der Universität Duisburg-Essen und des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung haben richtungsweisende Erkenntnisse bei der Suche nach einem Impfstoff gegen Tumore gewonnen.

Mithilfe eines in Argentinien verwendeten Mittels konnten sie in Krebsmodellen zeigen, dass stimulierte Immunzellen Krebszellen abtöten können. Der Impfstoff wurde ursprünglich für die Bekämpfung einer Infektionserkrankung entwickelt. Er vermehrt sich in den Tumorzellen und lockt die Immunzellen zum Tumor. So wurde dessen Wachstum behindert; teilweise bildet er sich sogar ganz zurück. In einer klinischen Studie soll nun die Wirksamkeit des Medikaments überprüft werden.

Frauen häufiger von Herzklappenerkrankungen betroffen

Herzerkrankungen zählen zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Während von einem Herzinfarkt eher Männer betroffen sind, liegen Frauen bei typischen Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz und Herzklappenerkrankungen (z.B. Mitralinsuffizienz) weit vorne. Die gute Nachricht: Der gerade veröffentlichte Herzbericht 2016 der Deutschen Herzstiftung bestätigt eine sinkende Sterblichkeitsrate in Deutschland aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Grund dafür ist eine bundesweit sehr gute herzmedizinische Versorgung, die ständig weiter ausgebaut wird. Momentan erleben insbesondere schonendere minimalinvasive Behandlungsoptionen für Herzklappenerkrankungen eine dynamische Entwicklung. Eine stetige Verfeinerung und Möglichkeit zur Kombination der neuen Techniken sowie die wachsende Routine in ihrer Anwendung ermöglichen eine immer erfolgreichere Patientenversorgung.

Laut Deutschem Herzbericht 2016 zeigen die Auswertungen aus dem Jahr 2014 eine Zahl von knapp 210.000 Deutschen, die aufgrund von koronaren Herzkrankheiten, Herzklappenkrankheiten, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und angeborenen Fehlbildungen verstorben sind. Besonders auffallend dabei: 111.000 Frauen waren betroffen, im Vergleich zu 97.000 Männern. Diese Zahl ergibt sich insbesondere aus dem durchschnittlich höheren Lebensalter von Frauen. Erfreulicherweise ist jedoch die Sterblichkeitsrate insgesamt gesunken.

Insbesondere ältere Patienten profitieren von minimalinvasiven Behandlungsoptionen
Trotz einer geringeren Anzahl von Todesfällen hat allerdings die Zahl der herzchirurgischen Eingriffe nicht abgenommen. So ist die Häufigkeit eines operativen Ersatzes von Herzklappen beispielsweise nahezu unverändert. Gleichzeitig haben jedoch schonendere, minimalinvasive Behandlungsoptionen an Bedeutung gewonnen. Der Grund: Viele Patienten die unter einer Herzklappenerkrankung leiden, haben ein fortgeschrittenes Lebensalter oder eine zusätzliche Krankheit und sind deshalb für einen offenen Eingriff am Herzen nicht geeignet. Umso wichtiger ist der ständige Ausbau der Versorgungsmöglichkeiten, um auch diesen Patienten zukünftig eine noch höhere Lebenserwartung und bessere Lebensqualität zu garantieren.

Entwicklung für eine optimiert Patientenversorgung geht weiter
Eine dynamische Entwicklung erleben deshalb zurzeit minimalinvasive Operationsmethoden wie z.B. das Einsetzen einer künstlichen Herzklappe (TAVI) oder eines Clips (MitraClip) zur Behandlung von Herzklappenerkrankungen wie der Aortenklappenstenose oder der Mitralinsuffizienz. Bei diesen Verfahren werden katheterbasierte Systeme durch die Vene zum Herzen vorgeschoben, um eine Reparatur oder einen Ersatz der erkrankten Herzklappe durchzuführen. Diese neuen, perkutanen Verfahren können die Herzfunktion des Patienten deutlich und nachhaltig verbessern (weitere Informationen siehe auch
www.herzklappenhilfe.de).

Auch der Deutsche Herzbericht 2016 bestätigt eine dynamische Entwicklung bei dem interventionellen Therapieansatz inklusive der Implantation von Klappenprothesen in Mitralposition für die Mitralklappenfehler. Ergebnisse aus früheren Untersuchungen mit dem MitraClip (wie zum Beispiel der EVEREST-Studie) seien in großen Registern gerade auch aus Deutschland mittlerweile stark verbessert worden, wohl als Ausdruck der Lernkurve mit der neuen Technik. Mit der zunehmenden Etablierung der Methoden, die in Verbindung mit dem Verfahren genutzt werden, sei deshalb laut Herzbericht von einer weiteren Verbesserung der Behandlungsergebnisse auszugehen.

Der Deutsche Herzbericht 2016
Der 28. Deutsche Herzbericht 2016 vermittelt eine umfassende und aktuelle Übersicht der kardiologischen und herzchirurgischen Versorgung in Deutschland. Der Auswertung und Interpretation geht eine Bestandaufnahme der Morbidität und der Mortalität der häufigsten Herzkrankheiten voraus. Der Bericht wird seit 2011 jährlich von der Deutschen Herzstiftung für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK), der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologen (DGPK) erstellt und publiziert. Weitere Informationen finden Sie unter
www.herzstiftung.de/herzbericht.

(ü. Pm.)

 

Essener Neurologe forscht an innovativer Schlaganfall-Therapie

Wirksamere und weniger riskante Schlaganfalltherapien sind das Ziel von Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz. Der Neurologe in der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen verfolgt innovative therapeutische Ansatzpunkte für den durchblutungsbedingten (ischämischen) Schlaganfall. Die Corona- Stiftung im Stifterverband unterstützt das Vorhaben in den nächsten fünf Jahren mit insgesamt 700.000 Euro.
Der Bedarf ist groß: In Europa sterben jedes Jahr eine halbe Million Menschen an den Folgen eines Schlaganfalls. Wer überlebt, leidet meist an körperlichen Behinderungen. Eine gestörte Hirn-Durchblutung löst den ischämischen Schlaganfall aus. Mit schnell verabreichten blutverdünnenden Medikamenten besteht die Chance, das Blutgerinnsel aufzulösen. Weil dabei jedoch die Blutungsgefahr steigt, eignet sich diese Therapie nur für etwa 15 Prozent aller Betroffenen. Bitter ist zudem, dass erlittene Hirnschäden meist nicht geheilt werden können, auch nicht in der anschließenden Reha.

Professor Kleinschnitz: „Unsere Idee stellt vieles auf den Kopf, denn wir setzen bei den kleinsten Blutgefäßen im Gehirn an.“ Weil sie sich nämlich bei einem Schlaganfall verändern, werden die Blutplättchen (Thrombozyten) aktiv. Zusammen mit der plasmatischen Blutgerinnung und den T-Zellen aus der Immunabwehr lösen sie weitere Durchblutungsstörungen, Gehirnödeme und Entzündungen im vorgeschädigten Gehirn aus.

Wenn man diesen Mechanismus in einem bestimmten Bereich der plasmatischen Blutgerinnung blockiert, sinkt das Schlaganfall- und das Blutungsrisiko aus der bisherigen Medikamententherapie. Eine ebenso vielversprechende Wirkung haben im Übrigen die T-Zell-Blocker, so Kleinschnitz. Bis allerdings Schlaganfallpatienten von den neuen Erkenntnissen profitieren können, wird es noch dauern. Zunächst muss noch geklärt werden, welche der beiden Varianten erfolgreicher ist und wie der Mechanismus funktioniert.

Unterstützt wird die AG dabei von Prof. Dr. Matthias Gunzer vom Institut für Experimentelle Immunologie und Bildgebung und dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie unter Leitung von Prof. Dr. Michael Forsting. Dort wird der Verlauf eines Schlaganfalls über wiederholte MRT-Messungen beobachtet und mit Verhaltenstests verglichen.

Da Faktoren wie das Alter, Geschlecht, Bluthochdruck oder Übergewicht das Schlaganfallrisiko und die Therapie beeinflussen, muss die Wirkung und Sicherheit der vielversprechenden Therapie im Zusammenspiel mit den Risikofaktoren getestet werden. Deshalb arbeiten die Wissenschaftler auch mit der Westdeutschen Biobank Essen zusammen, die sie mit Proben versorgt und ihre Proben einlagert.

Außerdem nehmen die Forscher auch die Herzfunktion in den Blick. Denn seit langem ist bekannt, dass sich Hirn und Herz gegenseitig stark beeinflussen. Nach einem Schlaganfall kann sich z.B. die Herzfunktion ändern. Die Forscher kooperieren deshalb eng mit Prof. Dr. Tienush Rassaf, Leiter der Klinik für Kardiologie und Angiologie.

(ü. Pm.)

Gelsenkirchen will medizinischen Versorgung von Zuwanderern aus Südosteuropa verbessern

Mittlerweile leben in Gelsenkirchen rund 6.000 Zuwanderer aus Südosteuropa, bei denen sich immer wieder Probleme bei der medizinischen Versorgung im Regelsystem ergeben, weil sie oft nicht krankenversichert sind. Niedrigschwellige Angebote wie beispielsweise die Sprechstunden im Gesundheitsamt reichen nicht aus, um die Versorgung der Menschen sicherzustellen.

Ziel ist es daher, die nichtversicherten Menschen aus Südosteuropa frühzeitig in das reguläre Krankenversicherungssystem zu integrieren. Hierzu soll die vom Land NRW geförderte Clearingstelle beitragen. Aufgabe der Clearingstelle ist es, zügig den Versicherungsstatus der Menschen zu klären und somit den Zugang zum regulären Gesundheitsversorgungssystem zu regeln. Die Clearingstelle steht grundsätzlich auch Nicht-EU-BürgerInnen offen.

Heute gab Ministerin Barbara Steffen den Startschuss zur Einrichtung der vom Land finanzierten Clearingstelle in Gelsenkirchen, die bei der Diakonie und der AWO angesiedelt ist.

Ministerin Barbara Steffens, Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, erläuterte gemeinsam mit dem Gesundheitsdezernenten der Stadt Gelsenkirchen Herrn Luidger Wolterhoff sowie Gudrun Wischnewski, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt  – Unterbezirk Gelsenkirchen/ Bottrop und Heike Lorenz Einrichtungsleitung des Diakoniewerks Gelsenkirchen und Wattenscheid e.V., das Konzept des Modellprojektes.

Das Land fördert die Einrichtung der Gelsenkirchener Clearingstelle mit rund 480.000 € in den nächsten drei Jahren. Die Stadt Gelsenkirchen beteiligt sich mit einem Eigenanteil von 120.000 €.

Die AWO und das Diakoniewerk führen das Projekt auch in Kooperation mit dem Gesundheitsamt der Stadt Gelsenkirchen durch, es besteht aus drei Mitarbeiterstellen.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt im Stadtsüden, wo besonders viele Menschen aus Südosteuropa leben.

Hier stellt sich die Situation für die Zugewanderten, die sich nicht im SGB II-Leistungs-bezug befinden, besonders schwierig dar. Das sind in Gelsenkirchen derzeit ca. 3.400 Personen. Deren gesundheitliche Grundversorgung ist in der Regel nicht gesichert. Erforderliche Behandlungen können nicht durchgeführt werden, bei Schuleingangsuntersuchungen, den Impfsprechstunden und den Sprechstunden der Familienhebammen festgestellte notwendige Gesundheitsmaßnahmen können nicht erfolgen. Gleiches gilt für Personen, die sich ohne definierten Aufenthaltsstatus in Gelsenkirchen aufhalten.

Ministerin Steffens: „Der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist nicht nur ein Menschenrecht, sondern auch eine wesentliche Voraussetzung für eine gelingende Integration“, betont Gesundheitsministerin Barbara Steffens. „Ich freue mich, dass die Stadt Gelsenkirchen zusammen mit dem Diakoniewerk und der Arbeiterwohlfahrt dem Aufruf zur Einrichtung einer Clearingstelle gefolgt ist. Sie ergänzt das vorhandene Beratungs- und Hilfesystem der Stadt und leistet einen Beitrag zur Vermeidung von sozialer Ausgrenzung“, so Steffens weiter.

Die Clearingstelle wird u.a. die Aufgabe übernehmen, die Kontakte zu den Gesundheitsdiensten der Heimatländer zu koordinieren. Luidger Wolterhoff, Vorstand für Arbeit und Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz der Stadt Gelsenkirchen, dankte der Ministerin für die Förderung der Clearingstelle. „Die Gesundheitsversorgung der Menschen lässt sich langfristig nur sicherstellen, wenn sie durch die Integration in die sozialen Sicherungssysteme ausreichend geschützt sind.“

Er wies noch einmal auf die erheblichen humanitären Probleme hin, da eine medizinische Versorgung dieses Personenkreises praktisch nicht möglich ist. Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen der Kinder und einfache medizinische Untersuchungen könnten bislang nur in geringem Umfang angeboten werden.

Patienten können nur in akuten Notfällen in Krankenhäusern behandelt werden, wobei die Kostenübernahme dabei oft nicht geklärt ist.

Umso wichtiger sei es, diese Menschen aktiv in das reguläre soziale Krankenversicherungssystem zu integrieren oder zumindest eine Notfallbehandlung über die heimatliche Gesundheitssysteme herzustellen.

Die Fragen, die sich in diesem Zusammenhang stellen, sowie der Zugang zur hiesigen Krankenversicherung bzw. zu Sozialleistungssystemen sind meist sehr komplex.

Sie verursachen nicht nur vielen Migrantinnen und Migranten, sondern auch den Leistungserbringern und Fachkräften in den Hilfestrukturen häufig Probleme. „Für einen Teil der Zuwanderer besteht die Möglichkeit, einen Versicherungsschutz aus heimatlichen Regelungen abzuleiten oder doch noch in das deutsche Versicherungssystem integriert zu werden. Wir als Clearingstelle wollen helfen, diese Fragen individuell im Sinne der betroffenen Ratsuchenden zu beantworten“, erläutert Heike Lorenz, Einrichtungsleitung des Diakoniewerks Gelsenkirchen und Wattenscheid e.V..

LVR-Klinken aus dem Rheinland protestieren – Auch Essen betroffen

In Kürze werden wir von einem Pressebesuch in einer Essener Beratungsstelle berichten, die mit Mitteln der EU gefördert wird. Hierbei wurde uns von den Mitarbeitern berichtet, dass die durchschnittliche Wartezeit für einen dringend benötigten Therapieplatz für Jugendliche bei mindestens 9 Monaten liegt. Wenig schmeichelhaft für eine Stadt, die sich gerne das Image eines Medizinischen Zentrums in der Region anheften möchte. Heute geht nun der LVR mit einer Pressemeldung in die Öffentlichkeit, der die Hintergründe der bekannten Versorgungsengpässe aufzeigt. Hier im Wortlaut: 

„Mit dem Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) wurde die Finanzierung der laufenden Kosten der Krankenhäuser auf eine deutlich verbesserte Grundlage gestellt und ein wichtiger Beitrag zur weiteren Steigerung der Versorgungsqualität geleistet. Doch die unzureichende Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser durch die Länder bleibt weiterhin ungelöst.

„Die neun psychiatrischen LVR-Kliniken in Bedburg-Hau, Bonn, Düren, Düsseldorf, Essen, Köln, Langenfeld, Mönchengladbach, Viersen sowie die LVR-Klinik für Orthopädie Viersen brauchen vom Land die notwendigen Fördermittel zur Schließung der Förderlücke“, forderte Martina Wenzel-Jankowski an der Spitze des LVR-Klinikverbundes als zuständige LVR- Fachdezernentin. „Ohne Frage haben Staat und unsere Krankenhäuser im Rheinland in der Vergangenheit gemeinsam viel erreicht. Die Investitionen der Vergangenheit in Infrastrukturen haben die psychiatrische und an zwei unserer FachkIiniken auch die neurologische Versorgung modernisiert, menschlicher gemacht und fachlich verbessert. Auch unsere Klinik für Orthopädie profitierte von den Investitionen. Wer Krankenhäuser schon vor 30 Jahren kannte, weiß: personenzentrierte Spezialangebote auf Augenhöhe – etwa zur Behandlung von ADHS, Früher Demenz oder Abhängigkeitserkrankungen – all das gab es damals noch nicht. Unsere Krankenhäuser zählen heute damit zu den leistungsstärksten in Deutschland und Europa – doch das wird ohne die notwendigen Investitionen nicht so bleiben, erklärte die Dezernentin Klinikverbund und Verbund Heilpädgogischer Hilfen des Landschaftsverbandes Rheinland.

Martina Wenzel-Jankowski hob hervor, dass sich vor diesem Hintergrund die nordrhein-westfälischen Krankenhäuser unter Beteiligung der zehn LVR-Fachkliniken zu einem „Bündnis für gesunde Krankenhäuser – Investieren aus Verantwortung“ zusammengeschlossen haben. Das Ziel des Bündnisses sei, das gesetzlich zur Investitionsförderung der Krankenhäuser verpflichtete Land und die Öffentlichkeit über die Situation in den Krankenhäusern in NRW im Hinblick auf die Investitionsfinanzierung aufmerksam zu machen, um die nachweislich notwendigen Fördermittel zu erhalten.

Im Rahmen dieses Bündnisses hat die Krankenhausgesellschaft NRW (KGNW) das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) damit beauftragt, erstmals flächendeckend — bis auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte — das „Investitionsbarometer NRW“ zur konkreten Investitionssituation der nordrhein-westfälischen Krankenhäuser zu erstellen. Die Ergebnisse geben erstmals Auskunft über die Förderlücken, den Bedarf und die volkswirtschaftliche Bedeutung der Krankenhäuser – auch im Rheinland – und ihre Zukunft mit Blick auf die medizinische Versorgung.

Die Studie belegt eindrücklich, dass die nordrheinwestfälischen Krankenhäuser strukturell unterfinanziert sind. 500 Millionen Euro investierte das Land 2014 in die Infrastruktur und Technik seiner Kliniken. Der tatsächliche Investitionsbedarf aber liegt jährlich bei 1,5 Milliarden Euro. Im Ergebnis beträgt die Förderlücke damit 1 Milliarde Euro. Auch aus dem Rheinland haben viele Krankenhäusern an der Studie bei einer Gesamtbeteiligung von 93 Prozent der Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen teilgenommen. Ihr jährlicher Investitionsbedarf beläuft sich auf 710 Millionen Euro. Doch nur 253 Millionen Euro Fördermittel des Landes standen 2014 bereit.

Die LVR-Dezernentin betont, dass die LVR-Kliniken schon dringende Investitionen in Gebäude und die Modernisierung der bestehenden Einrichtungen aufschieben oder aus anderen Töpfen bezahlen müssen. Ein Bau- und Modernisierungsprogramm in Höhe von 492 Millionen Euro hatte die politische Vertretung des Landschaftverbandes Rheinland, die Landschaftversammlung Rheinland, im Jahr 2010 beschlossen, um den Investitionsstau überwiegend aus eigener Kraft zu stemmen. „Die Ressourcen fehlen dann an anderer Stelle, wo sie einen unmittelbaren Nutzen für Mitarbeitende und Patientinnen sowie Patienten hätten“, so Martina Wenzel-Jankowski, verantwortlich für die LVR-Verbundzentrale, zuständig für rund 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zehn LVR-Kliniken.
Krankenhäuser sind ein Standortfaktor

Das Investitionsbarometer NRW zeigt zudem, dass Krankenhäuser nicht nur die flächendeckende medizinische Versorgung sicherstellen. Sie leisten auch einen erheblichen Beitrag zum kommunalen Steueraufkommen. 191 Millionen Euro flossen durch die laufenden Klinikbetriebe im Rheinland 2014 in kommunale Haushalte. 2,1 Prozent der kommunalen Bruttowertschöpfung fanden in den Krankenhäusern statt. Als Arbeitgeber übernehmen sie zugleich Verantwortung für rund 11.000 Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger, Ergotherapeutinnen und -therapeuten, Sozialarbeiterinnen und -arbeiter – in den zehn LVR-Kliniken. Insgesamt werden 616 Auszubildende in den psychiatrischen Krankenhäusern und der Klinik für Orthopädie ausgebildet.
Bündnis nimmt NRW in die Pflicht

Die LVR-Klinken als Mitglieder des „Bündnisses für gesunde Krankenhäuser“ richten ihren dringenden Appell an das Land NRW, die Finanzierungsmittel zur Deckung der notwendigen Investitionskosten zur Verfügung zu stellen. Dabei verweisen sie auf das 1972 eingeführte Krankenhausfinanzierungsgesetz, das den Ländern gesetzlich die Verantwortung für die Investitionsförderung zuschreibt: „Wir wollen, dass die Menschen auch in 20 Jahren noch vom medizinischen Fortschritt profitieren – unabhängig von ihrem Einkommen, Alter oder Wohnort“, erklärt Martina Wenzel-Jankowski. „Deshalb muss Gesundheit auch in Zukunft eine Gemeinschaftsaufgabe bleiben. Das Land sollte seinem gesetzlichen Auftrag gerecht werden.“

zum LVR:

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeitet als Kommunalverband mit rund 18.000 Beschäftigten für die 9,4 Millionen Menschen im Rheinland. Mit seinen 41 Schulen, zehn Kliniken, 19 Museen und Kultureinrichtungen, drei Heilpädagogischen Netzen, vier Jugendhilfeeinrichtungen und dem Landesjugendamt erfüllt er Aufgaben, die rheinlandweit wahrgenommen werden. Der LVR ist Deutschlands größter Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen und engagiert sich für Inklusion in allen Lebensbereichen. „Qualität für Menschen“ ist sein Leitgedanke.

Die 13 kreisfreien Städte und die zwölf Kreise im Rheinland sowie die StädteRegion Aachen sind die Mitgliedskörperschaften des LVR. In der Landschaftsversammlung Rheinland gestalten Politikerinnen und Politiker aus den rheinischen Kommunen die Arbeit des Verbandes.

Titelfoto: LVR Klinik in Essen (Foto: LVR)

(ü. Pm.)

300 Millionen Euro Landesförderung für Bau- und Sanierungsprojekte der Uniklinik Essen

Rund 300 Millionen Euro investiert das Land bis 2020 in den Uniklinik-Standort Essen. Die sechs geförderten Bau- und Sanierungsprojekte gehören zum neuen Medizinischen Modernisierungsprogramm des Landes.

Heute wurden die Pläne in Essen vorgestellt. Der Neubau der Kinderklinik markiert den Start. Künftig soll das Universitätsklinikum Essen eine der modernsten Kinderkliniken in Europa betreiben. Die Kosten für Bau und Ersteinrichtung belaufen sich auf 94 Millionen Euro. Zu den weiteren Maßnahmen zählt die Neustrukturierung und Erweiterung der HNO- und Augenklinik. Dafür werden 63,8 Millionen Euro veranschlagt. Außerdem geplant sind u.a. ein Neubau der Nuklearmedizin und Radiopharmazie sowie die Errichtung von speziellen Laboren zur Stammzellenherstellung in der Strahlenklinik.

(ü. Pm.)

Westdeutsches Protonentherapiezentrum Essen erweitert

Die Uniklinik Essen verfügt jetzt über das größte universitäre Protonentherapiezentrum zur Bestrahlung von Krebs-Tumoren in Deutschland.

Gerade wurde der vierte und letzte Behandlungsraum in Betrieb genommen. Seit dem Start der Protonentherapie im Jahr 2013 wurden am Westdeutschen Protonentherapiezentrum Essen (WPE) bereits mehr als 400 Krebspatienten aus Deutschland und Europa bestrahlt. Insbesondere Patienten mit Tumoren in empfindlichen Geweberegionen wie Kopf, Wirbelsäule oder Beckengegend wurden dabei behandelt. Im letzten Jahr wurde das Behandlungsspektrum auch auf Menschen mit Prostatakrebs ausgedehnt. Weitere Schwerpunkte sollen hinzukommen.

(ü. Pm. idr)

Bluttest zur Diagnose von Alzheimer entwickelt

Die Alzheimerkrankheit wird derzeit noch zu spät diagnostiziert. Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben jetzt zusammen mit Kollegen der Universität Göttingen und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen einen Alzheimer-Bluttest entwickelt, der potenziell auch eine Früherkennung ermöglicht.

Der Test basiert auf einem immuno-chemischen Verfahren in Form eines Infrarotsensors. Die Oberfläche des Sensors ist mit hochspezifischen Antikörpern belegt. Sie fischen Biomarker für die Alzheimerkrankheit aus dem Blut oder dem Nervenwasser heraus. So können krankhaft veränderte Biomarker schon mehr als 15 Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome erkannt werden. Je früher Alzheimer erkannt wird, desto größer ist die Chance auf eine mögliche Therapie. Beim Auftreten erster klinischer Symptome liegen bereits massive irreversible Schäden des Gehirns vor.

(ü. Pm. Uni Bochum)