Musikschule in der Philharmonie

Folkwang Musikschule und Philharmonie Essen präsentieren am Samstag, den 31. Oktober, von 15 bis 19 Uhr einen Nachmittag voller Musik in den Sälen, Fluren und Foyers der Philharmonie. Über 400 Schülerinnen und Schüler der Folkwang Musikschule gestalten mit Hilfe ihrer Lehrkräfte ein Programm für die ganze Familie und bieten unterhaltsame Einblicke in die Musikschulbereiche. Auf dem Foto: Deborah Berliku (9 Jahre, Geige) und Michael Koshevatskiy (10 Jahre, Klavier), die ihre Fähigkeiten am Samstag einem größeren Publikum vorstellen werden.
Unterlagen zur Veranstaltung:
Philharmonietag_Programmheft_2015_10_31
Philharmonietag_2015_Folder

(stk. u. ü. Pm., Foto Musikschule)

Klimawandel und geringere Luftverschmutzung erklären weltweiten Nebelschwund

Durch fein verteilte Wassertröpfchen in der Luft entsteht Nebel – ein alltägliches meteorologisches Phänomen. Doch es wird immer seltener: Experten beobachten weltweit an Hunderten von Wetterstationen die Abnahme der Nebelhäufigkeit oder der Nebelintensität.
„Über die Gründe dafür wurde bislang bestenfalls spekuliert“, meint Prof. Dr. Otto Klemm von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU). Der Klimatologe hat nun gemeinsam mit seinem Fachkollegen Prof. Neng-Huei Lin von der Taiwan National Central University erstmals untersucht, ob der Klimawandel die Ursache für den Rückgang sein könnte oder eine geringere Luftverschmutzung. Tatsächlich könne beides den Nebelschwund erklären, so das Fazit.
Für spezielle Bedingungen der Nebelphysik, nämlich für eine relative Luftfeuchte knapp unter 100 Prozent, wiesen die Forscher nach: Eine Temperaturerhöhung um 0,1 Grad Celsius kann die Sichtweite um denselben Betrag verbessern wie eine Reduktion der Luftschadstoff-Konzentrationen um zehn Prozent. Folglich kann sowohl der Klimawandel dazu führen, dass Nebel abnimmt, als auch eine verbesserte Emissionskontrolle von Luftschadstoffen. Denn durch den geringeren Schadstoffausstoß nimmt die Konzentration an „Schmutzteilchen“ (Aerosolpartikeln) in der Luft ab, an denen das Wasser kondensiert.
„Bei allen Veränderungen in der Atmosphäre ist es wichtig, sie zu quantifizieren und zu verstehen. Nur dann können wir aus dem Beobachteten lernen und möglicherweise die gewünschten Entwicklungen begünstigen“, unterstreicht Otto Klemm. Nebel sorgt für charakteristische Bedingungen in verschiedenen Ökosystemen, sodass sein vermehrtes oder selteneres Auftreten gravierende Folgen haben kann. Beispielsweise vermindert Nebel die Sonneneinstrahlung und sorgt für die Benetzung von Blattoberflächen. Es gibt Pflanzenarten und ganze Ökosysteme, die von einer nebeligen Umwelt abhängig sind.
Außerdem hat Nebel auch direkte Auswirkungen auf das menschliche Leben. „Dunst oder Nebel als Folge von Luftverschmutzung ist zwar in Deutschland kein großes Thema mehr. Weltweit betrachtet sieht das aber ganz anders aus“, unterstreicht Otto Klemm. „Im brasilianischen São Paulo beispielsweise wird der Straßen- und Flugverkehr regelmäßig durch Nebel beeinflusst, und es kommt auch immer wieder zu teils schweren Unfällen deswegen. Für Verkehrsplaner ist es daher wichtig zu verstehen, wann und in welcher Dichte der Nebel auftritt.“
Messungen weltweit dokumentieren den Nebelrückgang. So hat sich beispielsweise in São Paulo die Zahl der Nebeltage von über 144 pro Jahr in den frühen 1950er Jahren auf gut 70 halbiert. In Los Angeles hat die Zahl im selben Zeitraum sogar von 200 auf 30 abgenommen. An vielen Orten in China nimmt der Nebel seit den 1990er-Jahren oder seit den frühen 2000er-Jahren ab.
Originalpublikation:
Klemm, O. Lin, N.-H. (2015) What Causes Observed Fog Trends: Air Quality or Climate Change? Aerosol and Air Quality Research, doi: 10.4209/aaqr.2015.05.0353
Link zur Originalpublikation
http://aaqr.org/Doi_J.php?id=AAQR-15-05-OA-0353_accepted
(ü. Pm., Foto: Armin Thiemer)

KLIMAWOCHEN RUHR im April 2016

Klima ist so einer der Oberbegriffe, unter den sich viele Bedeutungen und Unterbegriffe einordnen lassen. Global ist es heute anerkannt, dass der Mensch durch sein Verhalten in eine Entwicklung steuernd eingegriffen hat, die unumkehrbar scheint und nur durch radikales Gegensteuern in ihren Auswirkungen gemildert werden kann. So sind städtische Aktionen zu begrüßen, die zur Verringerung von Schadstoffemissionen führen. Gleichwohl klingt es lächerlich, wenn in diesem Kontext Begriffe kreiert werden, die inhaltlich wie sprachlich etwas suggerieren sollen, was schlichtweg als Blödsinn bezeichnet werden darf. „Klima-Held“ ist so eine Begrifflichkeit, die die kollektive Verfangenheit unserer Gesellschaften in Klimamissetaten auf das Individuum herunterbrechen soll. Das Globalklima wird vom „Klima-Helden“ gerettet… Nach schön, es gib ja noch das Microklima, und der Verzicht auf den dreckproduzierenden Gelände-, oder Sportwagenverschnitt kann ja im Einzelfall eine Reduktion von gesundheitsschädlichen Abgasen im Stadtgebiet ergeben, aber deshalb ein „Klima-Held“? Und das passend in eine Fiktion des RVR, der nimmermüde seine Sprachkreation von einer „Metropole Ruhr“ in eine „klimametropole Ruhr“ steigert? Dass dieser Begriff dann auch direkt klein geschrieben wird, könnte ja den Hinweis darauf geben, dass es sich globalklimatisch gesehen nur um ein äußert kleines Areal eines lokalen Microklimas handelt, also sozusagen umgekehrt proportional zu der hier begrifflich vorgetäuschten Fiktion und dem damit verbundenen Geltungsanspruch. Immerhin, man will was tun und der Aufforderungsruf ergeht in einer Presseerklärung, die wir natürlich auch transportieren und zur Kenntnis bringen. Also, Helden, meldet euch mal, immerhin meldet die Industrie- und Handelskammer ja bereits Bedenken für klimafreundliche Fahrbeschränkungen von Dreckschleudern an, die das Wachstum und das Wohlergehen von Firmen beeinträchtigen könnten. Statt dort in einen Gesamtdiskurs zum Wohle der Stadt einzusteigen, kann man mal erst nach „Klimahelden“ suchen, vielleicht führen die ja dann den politischen Streit gegen Schonungskonventionen und retten damit das Weltklima. Sozusagen an der B 224 beginnen und die jetzt auch von der IHK geforderten Eingriffe in die Frischluftschneisen im Süden und Westen einbeziehend zurückweisen und wehrhaft allen Begehrlichkeiten widerstehend. Das wären dann wirkliche Helden in unseren Stadtmauern.
hier nun die Presseerklärung vom heutigen Tage:
Im Rahmen der klimametropole RUHR 2022 – dem regionalen Schaufenster der KlimaExpo.NRW – präsentiert sich die klima|werk|stadt|essen gemeinsam mit den Städten Mülheim und Oberhausen in einer exklusiven Veranstaltungs-Woche vom 18. bis 24. April 2016. In dieser Woche werden die vielfältigen Aktivitäten und Angebote zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung in den drei Ruhrgebietsstädten einem breiten Publikum präsentiert.
„Bereits zur Auftaktveranstaltung im vergangenen Jahr haben die engagierten Bürgerinnen und Bürger gezeigt, über welch vielfältiges Potential an Wissen und Ideen unsere Stadt verfügt. Wir haben in Essen sehr gute Voraussetzungen, unserer gemeinsamen Klimaverantwortung gerecht zu werden und ich bin mir sicher, dass sich auch zur KLIMAWOCHE RUHR 2016 viele Initiativen und Projekte einer großen Öffentlichkeit zeigen werden“, so Umweltdezernentin Simone Raskob.
Gesucht werden Unternehmen, Forschungseinrichtungen, öffentliche Einrichtungen, Initiativen, Vereine und all diejenigen, die etwas für die Lebensqualität in unserer Stadt tun und ihr Engagement mit einer eigenen Veranstaltung zum Thema sichtbar machen wollen.
Dabei können die Veranstaltungen ebenso vielfältig sein wie die Ansätze einer neuen Klimakultur in Essen – von Fahrradtouren zu energetischen Modernisierungen im Quartier über Führungen zu technologischen Entwicklungen bei Unternehmen bis hin zur gemeinsamen Bewirtschaftung von öffentlichen Gärten oder Theaterstücken für Kinder über den Klimawandel.
Die städtische Klimaagentur berät und unterstützt alle Aktiven bei der Planung und Durchführung ihrer Veranstaltung. Sprechen Sie uns an und zeigen Sie Gesicht für den Klimaschutz in Ihrer Stadt!
Anmeldung und Hintergrund
Die Essener Klimaschutzwoche ist Teil der Zwischenpräsentation der klimametropole RUHR 2022, die sich über mehrere Wochen von Anfang April bis Ende Juni 2016 erstreckt. Die Anmeldungen der Veranstaltungen werden zentral beim Regionalverband Ruhr gesammelt. Anmeldungen zur KLIMAWOCHE RUHR 2016 sind bis zum 31. Dezember 2015 unter www.ruhr2022.de (interner Bereich) möglich.

(stk u. ü. Pm., Foto: Armin Thiemer)

Ehemalige LVR-Klinik wird als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet

Oberbürgermeister Thomas Kufen hat gestern (28.10.) im Rat bekannt gegeben, dass die Turnhallen, die die Stadt der Bezirksregierung für die notfallmäßige Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellt, mittelfristig wieder den Schulen und dem Sport zur Verfügung stehen sollen.
Möglich wird das durch die Anmietung der ehemaligen LVR-Klinik an der Barkhovenallee in Heidhausen. Hier sollen nach Umbauarbeiten 250 Flüchtlinge Platz finden. Das Gebäude wird die Stadt Essendem Land NRW dann als Ersatz für die Turnhallen zur Verfügung stellen.
Die Turnhalle an der Klapperstraße in Überruhr soll als erste der drei belegten Turnhallen wieder frei sein. Spätestens am 1. Dezember sollen die Notplätze abgebaut sein, die Sportler können die Halle dann wenige Tage später wieder nutzen.
Bis die Umbauarbeiten an dem ehemaligen Klinikgebäude abgeschlossen sind, ziehen die Flüchtlinge aus der Klapperstraße in die Turnhallen in Kupferdreh und Bredeney um.
Die Kapazitäten der beiden Hallen werden dafür um jeweils 50 Plätze erweitert. Sobald die Plätze in der ehemaligen LVR-Klinik zur Verfügung stehen, werden auch diese Hallen wieder für den Sport freigegeben.

(ü. Pm.)

Stadt informiert zum Bau weiterer Flüchtlingsdörfer und zur Unterbringung in Turnhallen

Die hohe Zahl der Flüchtlinge, die der Stadt Essen vom Land NRW zugewiesen werden, hält weiter an. Der Krisenstab hat deshalb den Bau von zwei weiteren Flüchtlingsdörfern in Burgaltendorf und Frohnhausen beschlossen.

Die beiden neuen Standorte an der Vaeste Straße/ Burgstraße in Burgaltendorf und der Hamburger Straße in Frohnhausen sollen Anfang 2016 bezugsfertig sein. In beiden Flüchtlingsdörfern können jeweils rund 400 Personen untergebracht werden.
Oberbürgermeister Thomas Kufen hat die Ratsmitglieder und die Öffentlichkeit in der heutigen Ratssitzung (28.10.) über die Entscheidung informiert. Die Vertreterinnen und Vertreter der örtlichen Politik wurden über die Entscheidung des Krisenstabs bereits in Kenntnis gesetzt.
Darüber hinaus hat Oberbürgermeister Thomas Kufen bekannt gegeben, dass die Turnhalle an der Klapperstraße kurzfristig wieder ihrer Bestimmung übergeben wird. Durch die Anmietung des ehemaligen LVR-Klinik-Standortes an der Barkhovenallee als Notunterkunft, die von der Bezirksregierung direkt belegt werden kann, sollen auch die übrigen belegten Turnhallen mittelfristig wieder von den Schulen und Sportvereinen genutzt werden können.
Die Stadtverwaltung wird die Bürgerinnen und Bürger, die in der Nachbarschaft der neuen Flüchtlingsdörfer wohnen, in Informationsveranstaltungen über die Standortauswahl, die Gründe für den Aufbau von Flüchtlingsdörfern, die Art der Unterbringung und das Betreuungskonzept für die Einrichtung informieren. Die Termine werden noch bekannt gegeben.
In Essen wurden bereits vier Flüchtlingsdörfer eröffnet:
Am Altenbergshof (Nordviertel), an der Planckstraße (Holsterhauen), am Pläßweidenweg (Steele-Horst) und am Volkswald in Heidhausen. Drei weitere Flüchtlingsdörfer sind derzeit in Bau. Die Belegung des Standortes „Erbslöhstraße“ mit rund 400 Plätzen ist ab dem 5. November geplant. 688 Plätze können ab dem 12. November am Standort „Matthias-Stinnes-Stadion“ belegt werden und am Standort „Bonifaciusstraße“ sind ab dem 16. November 356 Plätze bezugsfertig.
Zum Hintergrund:
In den vergangenen Wochen sind nochmal deutlich mehr Asylantragsteller nach Deutschland gekommen als bisher erwartet. Im Jahr 2014 kamen über 202.000 Asylantragsteller nach Deutschland, viele aus Krisenregionen wie Syrien, Afghanistan oder Ägypten. In diesem Jahr rechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit 800.000 Asylbewerbern in Deutschland. Im ersten Halbjahr 2015 sind bereits 179.000 Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, erfahrungsgemäß steigt die Anzahl im zweiten Halbjahr deutlich an; alleine im Juli 2015 sind 79.000 Asylanträge gestellt worden.
Die bereits vom Rat der Stadt beschlossenen Unterkünfte, deren Bau bald beginnt, werden erst im nächsten Jahr fertig gestellt, so dass die 2015 nach Essen kommenden Asylbewerber anderweitig untergebracht werden müssen.
Um alle in diesem Jahr nach Essen kommenden Asylbewerber unterbringen zu können, wird die Stadtverwaltung voraussichtlich weitere Immobilien anmieten.
Asylbewerber werden nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer und entsprechend auf die Kreise und kreisfreien Städte verteilt. Die Zuweisungszahlen sind in den letzten Wochen so stark gestiegen, dass die Verwaltung weitere Unterbringungsmöglichkeiten schaffen muss. Die Stadt ist gesetzlich verpflichtet, alle ihr durch das Land zugewiesenen Asylbewerber unterzubringen.

(ü. Pm. Stadt E.)

Paris kommt nach Essen: Paavo Järvi dirigiert das Orchestre de Paris

Nicht nur das berühmte Orchestre de Paris, das am Montag, 9. November 2015, um 20 Uhr in der Philharmonie Essen zu Gast ist, hat seine Heimat in der französischen Hauptstadt. Auch das Programm des Abends ist eine Hommage an die für viele schönste Stadt der Welt. Sowohl Hector Berlioz, dessen „Symphonie fantastique“ erklingen wird, als auch Camille Saint-Saëns, dessen Cellokonzert Nr. 1 a-Moll der Weltklasse-Cellist Gautier Capuçon interpretiert, haben in Paris gewirkt. Außerdem kommt mit Arvo Pärts „Silhouette – Hommage à Gustave Eiffel“ ein Werk mit deutlichem Paris-Bezug zur Aufführung. Die musikalische Leitung hat der Chefdirigent des Orchesters Paavo Järvi.
Der Lette ist, wie viele Dirigenten, ein Dauerreisender. Paavo Järvi, Sohn des Dirigenten Neeme Järvi, hat sich nie geschont und meist mehrere Chefpositionen gleichzeitig bekleidet. So war er zehn Jahre lang Leiter des Orchesters von Cincinnati und gleichzeitig der Deutschen Kammerphilharmonie in Bremen. Seit 2010 ist alles ein bisschen näher gerückt. Cincinnati hat Järvi gegen das Orchestre de Paris eingetauscht. Mit den Franzosen hat er konsequent französisches Repertoire erschlossen: Bizet, Fauré, Poulenc, Dutilleux. In Essen folgt Paavo Järvi diesem Weg nun weiter.
Karten (Preise: € 16,50 bis € 82,50 inkl. Systemgebühr) und Infos unter T 02 01 81 22-200 und www.philharmonie-essen.de.

(ü. Pm., Foto: TUP)

Oberbürgermeister Thomas Kufen vereidigt

Der Rat der Stadt Essen hat in seiner heutigen Sitzung (28.10.) Oberbürgermeister Thomas Kufen in seinem Amt vereidigt. Die Vereidigung nahm Bürgermeister Rudolf Jelinek vor.
In seiner Amtsantritts-Rede bezog Essens neuer Oberbürgermeister Thomas Kufen Stellung zu den verschiedenen Themen, die die Essener Stadtgesellschaft momentan beschäftigen. Unter anderem betonte er die Wichtigkeit des toleranten Miteinanders in der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen. Er ging in diesem Zusammenhang auch auf aktuelle Entwicklungen in der Flüchtlingsunterbringung ein. Die finanzielle Situation der Stadt und insbesondere die notwendigen Bemühungen zum Abbau der Schulden war ebenfalls Thema in seiner Rede.

(ü. Pm. Stadt Essen, Foto: ebd.)

Kompetenz-Initiative an Essener Schulen

Matthias Hauer_Medienkompetenztraining Kettwig
Dass Schüler regelmäßig im Netz aktiv sind und dabei oft ihre Grenzen und Gefahren nicht sachgemäß einschätzen können ist durch kriminelle Einzelvorkommnisse hinreichend bekannt. In den Schulen ist dies aber leider noch nicht ausreichend in den Lehrplänen berücksichtigt und den einzelnen Pädagogen überlassen, die Jugendlichen fit für ihre Netzspaziergänge zu rüsten. Der Essener Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer hat das zum Anlass genommen, mit einer überregional gestützten Aktion in Essener Schulen auf diese Problematik hinzuweisen.
Matthias Hauer_Medienkompetenztraining Holsterhausen
Wie gehe ich richtig mit meinen Daten im Internet um? Wo lauern mögliche Gefahren in Sozialen Netzwerken und wie kann ich mich davor schützen? Am 19. und 20. Oktober hat der Branchenverband Bitkom auf Initiative des Essener Bundestagsabgeordneten Matthias Hauer (CDU) zu diesen Themen an zwei Schulen in Holsterhausen und Kettwig Medienkompetenz-Workshops angeboten.
„Wer von euch hat WhatsApp?“, fragt Michael Zeisberger. Fast alle Hände fliegen hoch. Zeisberger leitet die Initiative „erlebe IT“ des Bitkom und steht im Moment vor der Klasse 7 a der Realschule Kettwig. In dem Workshop geht es um Soziale Netzwerke, Privatsphäre-Einstellungen, das Geschäftskonzept von Facebook, App-Berechtigungen und Cybermobbing – Themen, die die Schülerinnen und Schüler täglich betreffen.
„Laut der JIM Studie zum Umgang von 12- bis 19-Jährigen mit Medien sind heute schon 64 Prozent der 12- bis 13-Jährigen täglich im Internet“, berichtet der Experte. „Die Hälfte der Zeit kommunizieren sie mit Freunden in Sozialen Netzwerken.“ Medienkompetenz sei daher früh gefragt, denn passieren kann viel im Netz. „Das Internet vergisst nichts, und es ist wichtig zu wissen, wie man sich so in den Sozialen Netzwerken verhält, dass man weder sich selbst noch anderen schadet“, betont Zeisberger.
Dieses Anliegen hat den Essener Bundestagsabgeordneter Matthias Hauer dazu bewogen, die Initiative „erlebe IT“ in seinen Wahlkreis einzuladen:
„Etwa 86 Prozent der Jugendlichen sind heute ständig mit einem Smartphone online. Mit dem Medienkompetenz-Training wollen wir gegen Mobbing im Internet und den sorglosen Umgang mit persönlichen Daten vorgehen“, sagt Matthias Hauer.
25 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen acht und neun der Gesamtschule Holsterhausen haben am 19. Oktober den Workshop „Social Communties“ absolviert, die Schülerinnen und Schüler der Klassen
7 a und b der Realschule Kettwig dann am 20. Oktober. Zusätzlich konnten sich am 19. Oktober auch interessierte Eltern, Lehrerinnen und Lehrer an der Gesamtschule Holsterhausen über den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet informieren und austauschen.
Den Erwachsenen lag vor allem am Herzen, ihre Kinder zu schützen – und das trotz Freiraum. „Das Internet ist nichts, was man verteufeln sollte, sondern eine gute Sache“, betont Silke Wende, die als Sozialpädagogin an der Gesamtschule Holsterhausen arbeitet. Dennoch sei sie fast täglich damit
konfrontiert, dass Schülerinnen und Schüler sich an sie wenden, weil jemand ungewollt ein Foto von ihnen veröffentlich hat oder sie gar Opfer von Cybermobbing geworden sind. „Es ist deshalb für mich sehr wichtig, am Ball zu bleiben und mich zu informieren“, sagt Silke Wende. Mutter Susanne Berger-Hoffrogge wiederum will ihren „Kindern das Richtige weitergeben“ und ist von der Fülle der Informationen des Workshops zunächst überwältigt.
Bei den Kindern und Jugendlichen sieht das etwas anders aus: Mit Screenshots erklärt Michael Zeisberger, wie man die komplizierten Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook ändert, und lässt ausrechnen, wie
viele Menschen die Daten eines Facebook-Profils sehen können. „Ich wusste schon vieles, aber ich war ziemlich erschrocken darüber, wie viele Leute sehen, was ich poste“, berichtet die 12-jährige Christina Kakagianni von der Realschule Kettwig. Ihre Klassenkameradin Elena Wilsing (12) erzählt: „Ich
habe bis zu diesem Workshop nicht verstanden, warum mein Vater mir sagt, ich müsse erst älter werden, bevor ich mein Foto auf Facebook öffentlich mache.“ Beide wollen nun ihre Einstellungen auf WhatsApp und Facebook überprüfen und anpassen.
Auch bei den älteren Schülern kam die Schulung gut an: „Es waren viele interessante Fakten über Facebook, WhatsApp und Instagram dabei“, resümiert der 16-jährige Jan Schriever von der Gesamtschule Holsterhausen.
„Es ist gut, dass es so eine Veranstaltung gibt, da wir das Thema nur wenig im Unterricht behandeln.“
Hintergrund:
Die Medienkompetenz-Initiative „erlebe IT“ wird getragen vom Digitalverband Bitkom. Bundesweit kooperieren etwa 800 Schulen mit „erlebe IT“. Neben den Workshops zur Steigerung der Medienkompetenz
bietet die Initiative auch Schnupperkurse zum Programmieren sowie Informationsveranstaltungen zur Berufsorientierung an. Alle Angebote für Schulen sind kostenfrei. www.erlebe-it.de

(ü. Pm., Fotos: M. Hauer)

Internationales Symposium zum 100. Geburtstag von Otto Steinert

Am 27. und 28. November 2015 findet in Essen ein international besetztes Symposium statt: „Arbeit am Bild: Otto Steinert und die Felder des Fotografischen“ ist eine Kooperation der Folkwang Universität der Künste und des Museum Folkwang, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Photographie.
Mit dem Namen Otto Steinert (1915–1978) verbinden sich seit seinem ersten öffentlichen Auftritt Ende der 1940er Jahre nahezu drei Jahrzehnte intensive Arbeit am fotografischen Bild. Internationale Beachtung erlangte Steinert insbesondere durch die von ihm initiierte „Subjektive Fotografie“. Doch ist hiermit nur ein Schwerpunkt seiner weit gespannten Auseinandersetzungmit dem Medi um benannt. Als Hochschullehrer und Historiker seines Mediums, als Sammler und Kurator, schließlich aber auch als Kulturpolitiker nahm Otto Steinert großen Einfluss auf die Entwicklung der Fotografie in seiner Zeit. Steinerts 100. Geburtstag nehmen die FolkwangUniversität der Künste und das Museum Folkwang zum Anlass, dessen vielfältige Tätigkeit aus heutiger Perspektive zu betrachten. Gemeinsam laden sie zu einem Internationalen Symposium
und zu einer Ausstellung Otto Steinert. Absolute Gestaltung (16. Oktober 2015 – 28. Februar 2016) aus dem Nachlass ein. Beide sollen Gelegenheit bieten, kritisch danach zu fragen, welche Bedeutung die von Otto Steinert abgesteckten Felder des Fotografischen heute haben.
weitere Informationen:
Steinert_Symposium_2015_11_27

(ü. Pm.)