„Werkstatt für Photographie 1976 – 1986“ in Berlin, Hannover, Essen – Dreiteilige Ausstellung zum Aufbruch der Fotografie

In einer städteübergreifenden Kooperation realisieren im Dezember 2016 C/O Berlin, das Sprengel Museum Hannover und das Museum Folkwang ein gemeinsames Ausstellungsprojekt. Ausgehend von der Berliner Werkstatt für Photographie und der jungen Essener Szene entdeckt die Ausstellung ein wichtiges Kapitel der deutschen Geschichte für Fotografie neu – jenseits der Erfolgsgeschichte der Düsseldorfer Schule.

Arbeiterbezirk Kreuzberg, Ende der 1970er Jahre, äußerster Rand von West-Berlin – und doch lebendiges Zentrum eines einzigartigen transatlantischen Kulturaustausches. Mitten im Kalten Krieg startete die am Checkpoint Charlie gelegene, neu gegründete Werkstatt für Photographie eine künstlerische „Luftbrücke“ in Richtung USA, ein demokratisches Experimentierfeld jenseits traditioneller Ausbildung und politisch-institutioneller Vorgaben. Aus diesem freien Dialog zwischen anerkannten Fotografen und Amateuren, zwischen konzeptuellen Ansätzen und dokumentarischen Narrationen, zwischen technischer Vermittlung und inhaltlicher Kritik entstand eine spezielle künstlerische Haltung, die mit ihrem direkten Zugang zur Wirklichkeit für viele Fotografen über lange Zeit stilprägend wurde. Die Werkstatt für Photographie erlangte mit intensiver Vermittlungsarbeit durch Ausstellungen, Workshops, Vorträge, Bildbesprechungen, Diskussionen und spezialisierten Kursen allerhöchstes internationales Niveau.

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ohne Titel, aus Porträt, 1983, C/O Berlin, © Michael Schmidt,

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1976 gründete der Berliner Fotograf Michael Schmidt die Werkstatt für Photographie an der Volkshochschule Berlin-Kreuzberg. Ihre programmatische Ausrichtung – mit dem Fokus auf inhaltliche Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Fotografie – war einzigartig und führte bereits früh zu einem tiefgehenden Verständnis des Mediums als eigenständige Kunstform. Als die Einrichtung 1986 geschlossen wurde, geriet sie mit der Zeit in Vergessenheit.

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Camera Nr. 8, August 1970, C. J. Bucher Verlag Luzern, Schweiz, Titel: John Gossage, Kodak TRI-X, Sprengel Museum Hannover

Anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Werkstatt für Photographie präsentieren C/O Berlin, das Sprengel Museum Hannover und das Museum Folkwang, Essen, sowie ein gemeinsames Ausstellung-sprojekt, das in drei Stationen erstmals die Geschichte, Einflüsse und Auswirkungen dieser Institution und ihrer Akteure beschreibt. Darüber hinaus skizzieren die drei Stationen die Situation eines Mediums im Aufbruch, welches – ermutigt durch das Selbstbewusstsein der amerikanischen Fotografie – auf die eigenständige künstlerische Autorenschaft setzt. Die Ausstellungen entwerfen somit ein lebendiges, multiperspektivisches Bild der Fotografie der 1970er und 1980er Jahre, das die Geschichte der westdeutschen Fotografie jener Zeit um ein weiteres Kapitel neben der Düsseldorfer Schule ergänzt.

Das Museum Folkwang, Essen, entdeckt unter dem Titel Das rebellische Bild (9. Dezember 2016 – 19. Februar 2017) in der eigenen Folkwang-Geschichte die Widerspiegelung des allgemeinen Aufbruchs jener Jahre. Nach dem Tod des einflussreichen Fotolehrers Otto Steinert (1978) herrschte eine offene und produktive Situation der Verunsicherung. Nach und nach wurde Essen zu einem Brückenkopf für den Austausch mit Berlin und zum Kristallisationspunkt für die junge zeitgenössische Fotografie in der Bundesrepublik. Neben Michael Schmidt, der in seiner Zeit als Lehrbeauftragter an der GHS Essen provokante Akzente in der Lehre setzte, gehörte Ute Eskildsen als Foto-Kuratorin am Museum Folkwang seit 1979 zu den wichtigen Akteuren. Die junge Essener Fotografie setzte sich mit Urbanität und Jugendkultur auseinander, sie entdeckte die Farbe als künstlerische Ausdrucksweise, stellte Fragen nach neuen Formen des Dokumentarischen, nach authentischen Bildern und Haltungen und stellte der objektivierenden Distanz der Düsseldorfer Schule einen forschenden, subjektiven Blick entgegen.

Das Sprengel Museum Hannover ergänzt beide Ausstellungen um eine Perspektive, in deren Mittelpunkt Publikationen, Institutionen und Ausstellungen stehen, die den transatlantischen Austausch seit Mitte der 1960er Jahre beförderten. Anhand exemplarischer Beispiele erzählt Und plötzlich diese Weite (10. Dezember 2016 – 19. März 2017) von der Entwicklung jener Infrastrukturen, die die Emanzipation der Fotografie im Kontext des Dokumentarischen vorbereiteten und begleiteten. Das Fotomagazin Camera nimmt dabei eine ebenso zentrale Rolle ein wie die ersten deutschen Fotogalerie-gründungen Galerie Wilde in Köln, Lichttropfen in Aachen, Galerie Nagel in Berlin und die Initiative Spectrum Photogalerie in Hannover. Auch der documenta 6, 1977, und den in den ausgehenden 1970er Jahren entstehenden Fotozeitschriften, insbesondere der Camera Austria, sind gesonderte Kapitel gewidmet.

C/O Berlin arbeitet in seinem Beitrag Kreuzberg – Amerika (10. Dezember 2016 – 12. Februar 2017) die Geschichte der Werkstatt für Photographie auf. Hier entstand im Rahmen der Erwachsenenbildung ein einzigartiges Forum für zeitgenössische Fotografie. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten die Ausstellungen amerikanischer Fotografen, die in der Werkstatt oft erstmals gezeigt wurden und eine enorme Auswirkung auf die Entwicklung einer künstlerischen Fotografie in Deutschland hatten. Die Ausstellung vereint Arbeiten von Dozenten, Hörern und Gästen zu einem transatlantischen Dialog.

Titelfoto: Uschi Blume, a. d. Serie: Worauf wartest Du?“, 1980, Museum Folkwang, Essen, © Uschi Blume

Informationen:

Werkstatt für Photographie 1976 – 1986

Eine Kooperation von C/O Berlin, Museum Folkwang, Essen, und Sprengel Museum Hannover. Zur Ausstellung erscheint in der Verlagsbuchhandlung Walther König die gemeinsame Publikation „Werkstatt für Photographie 1976–1986“.

Museum Folkwang

Das rebellische Bild

Situation 1980: Die Kreuzberger „Werkstatt für Photographie“ und die junge Folkwang-Szene

  1. Dezember 2016 – 19. Februar 2017

Eröffnung: 8. Dezember 2016, 19 Uhr

Sprengel Museum Hannover

Und plötzlich diese Weite

  1. Dezember 2016 – 19. März 2017

Eröffnung: 10. Dezember 2016, 19 Uhr

C/O Berlin

Kreuzberg – Amerika

Die Berliner Werkstatt für Photographie 1976–86

  1. Dezember 2016 – 12. Februar 2017

Eröffnung: 9. Dezember 2016, 19 Uhr

 

Fotoarchiv des Ruhr Museums erhält bedeutenden Zuwachs

 Mit Fotos von Diether Münzberg, Klaus Sannemann und Joachim Schumacher erweitert das Ruhr Museum in Essen seine Sammlung. Insgesamt 111.118 Negative und zahlreiche Vintage- und Modern-Prints der Fotografen schließen wichtige Sammlungslücken des Museums.

Finanziell wird das Museum dabei von der Alfred Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung mit 27.000 Euro unterstützt. Münzbergs Fotos zeigen beispielsweise Panoramen mit 360-Grad-Sichten. Mit dem Schwerpunkt östliches Ruhrgebiet befasste sich Klaus Sannemann, und Joachim Schumacher präsentiert auf sachliche Art und Weise die Landschaften und Städte des Ruhrgebietes. Die Fotografische Sammlung des Ruhr Museums versteht sich als Bildgedächtnis des Ruhrgebiets und ist mittlerweile mit vier Millionen Negativen und zehntausenden Abzügen das größte und bedeutendste Archiv historischer Fotografien der Region. Infos: www.ruhrmuseum.de

(ü. Pm., idr)

Vollsperrungen auf den Autobahnen 40 und 43 während der Sommerferien

Straßen.NRW wird in den Sommerferien zwei Autobahnen in der Metropole Ruhr für mehrere Tage vollsperren, um umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchzuführen.

Auf der A40 wird die Fahrbahndecke zwischen dem Autobahndreieck Bochum-West und dem Autobahnkreuz Bochum auf einer Strecke von 4,6 Kilometern erneuert. Dafür wird die Autobahn in Fahrtrichtung Dortmund vom 3. bis 8. August gesperrt. In Gegenrichtung dauert die Vollsperrung vom 11. bis 15. August. Rund 4,5 Millionen Euro kostet die Maßnahme, die aus Bundesmitteln finanziert wird. Auch auf der A43 wird zwischen dem Autobahnkreuz Bochum und der Anschlussstelle Herne-Eickel die Fahrbahn für vier Millionen Euro saniert. Das 5,5 Kilometer lange Teilstück ist in Fahrtrichtung Münster vom 21. bis 25. Juli gesperrt, dann folgt die Vollsperrung in Richtung Wuppertal vom 28. Juli bis 1. August. Die Sperrungen beginnen jeweils um 22 Uhr und enden um 5 Uhr.

Infos: www.strassen.nrw.de

Grüne halten Einlassungen vom SPD Vorsitzenden Marschan für unglaubwürdig

Angesichts der Medienberichte über die langfristige Anmietung einer Immobilie von SPD-Ratsherr Arndt Gabriel in Holsterhausen durch die Stadtverwaltung zur Flüchtlingsunterbringung erklärt Hiltrud Schmutzler-Jäger, Fraktionsvorsitzende der grünen Ratsfraktion:

„Auch wenn man Ratsherr Gabriel angesichts seiner Kritik an der großen Flüchtlingsunterkunft am Handwerkerpark in Katernberg Doppelmoral und Scheinheiligkeit vorwerfen kann, spricht aus Compliance-Gesichtspunkten nach derzeitigem Kenntnisstand nichts fürein rechtlich angreifbares Handeln. Dass Herr Arndt Profiteur einer Anmietung der dringend benötigten Flüchtlingsunterkunft in der Münchener Straße ist, war auch der SPD bereits seit der Hauptausschusssitzung vom 20. April bekannt. Umso erstaunlicher ist die plötzliche, scharfe Distanzierung von dem SPD-Fraktionskollegen Gabriel und aufklärerisch anmutende Forderung von dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Rainer Marschan, die 2 Monate zu spät kommt. Ein derartiges Aufklärungsbemühen der SPD-Fraktion hätten wir uns viel stärker beim ehemaligen SPD-Ratsherrn Harald Hoppensack gewünscht, der den Rat, anders als Herr Gabriel, unzureichend über seine Geschäfte mit der Stadt informiert hat. Selbstverständlich fordern und unterstützen wir die Einschaltung des Rechnungsprüfungsamtes bei der Überprüfung der Vorgänge.
Für uns stellt sich eher grundsätzlich die Frage, warum die Stadt nicht selbst die Immobilie bei der Zwangsversteigerung erworben hat. Künftig sollte die Stadt offensiver Immobilien erwerben, um teure Dauermietkosten zur Asylunterbringung zu vermeiden.“

(ü. Pm.)

Verwaltungsvorstand der Stadt Essen will „Kontinuität“ im ÖPNV

In der gestrigen Sitzung (28.6.) des Verwaltungsvorstandes hat sich das Gremium einstimmig für eine Variante der Fortschreibung des Nahverkehrsplans der Stadt Essen ausgesprochen. Die Stadt Essen beabsichtigt, den Nahverkehrsplan auf Grundlage des „Kontinuitätsszenarios“ zu erarbeiten. Damit soll das bestehende Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) erhalten und für die zukünftigen Anforderungen weiter entwickelt werden. Für die Betriebskosten ist eine leichte Erhöhung von 1,3 Millionen Euro pro Jahr

„Eine wachsende Stadt erfordert einen leistungsfähigen ÖPNV“, so Bau- und Umweltdezernentin Simone Raskob. „Die Stadt Essen stellt sich den Herausforderungen eines zukunftsfähigen Nahverkehrskonzeptes unter den begrenzten finanziellen Spielräumen und nähert sich dennoch dem angestrebten Modal-Split in einem ersten Schritt.“

Als Grundlage für das entwickelte Szenario sind auch die veränderten Rahmenbedingungen einer wachsenden Stadt bis 2025 eingearbeitet worden. Ein deutlicher Einwohnerzuwachs bedingt auch Mobilitätszuwächse. Da das aktuelle ÖPNV-System auf verschiedenen Strecken heute bereits hoch ausgelastet ist, muss der Nahverkehr an die steigenden Anforderungen angepasst werden. Der Maßnahmenkatalog sieht neben einer höheren Taktung auf Hauptachsen und der Stärkung von Stadteilverbindungen in die Essener Innenstadt (zum Beispiel aus Richtung Katernberg oder Kray) allerdings auch Anpassungen des Angebots mit geringer Nachfrage vor. Eine wesentliche Maßnahme ist die geplante „Bahnhofstangente“. Diese ist für die Erhöhung der Leistungsfähigkeit im Schienennetz eine wichtige Voraussetzung zur Entlastung der Tunnelstrecken im Bereich des Hauptbahnhofs und zur Abwicklung der höheren Fahrgastzahlen. Die Planung für die Bahnhofstangente sieht eine oberirdische Neubaustrecke von der Steeler Straße über die Holle- und Hachestraße bis zum Berthold-Beitz-Boulevard vor.

Der Beschluss des Verwaltungsvorstands steht am Donnerstag, 7. Juli, auf der Tagesordnung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Stadtplanung. Im September 2016 wird sich der Rat der Stadt Essen mit dem Thema befassen.

Zum Hintergrund:

Der Nahverkehrsplan der Stadt Essen ist die Grundlage für das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und dessen Planung. Aktuell wird der Nahverkehrsplan der Stadt Essen zum zweiten Mal fortgeschrieben. Als Grundlage für die zukünftige Ausrichtung des Essener ÖPNV wurden vom Gutachterbüro Mathias Schmechtig NahverkehrsConsult im Auftrag des Rates der Stadt Essen verschiedene „Strategische Zielvarianten 2020+“ erarbeitet. Die Entscheidung für eine Variante legt fest, mit welcher grundsätzlichen Ausrichtung das städtische ÖPNV-System in Essen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter entwickelt werden soll.

Für jede der drei erarbeiteten Varianten sind infrastrukturelle Grundlagen analysiert und anschließend Maßnahmen daraus abgeleitet worden. Neben den ökonomischen Auswirkungen ist auch die Veränderung der Verkehrsleistung genau betrachtet worden. Die daraus entstandenen Szenarien sehen eine „Konzentration“, „Kontinuität“ oder einen „Kapazitätsausbau“ vor.

(ü. Pm.)

Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber verliehen

Acht Mitarbeiter des Einstellungsjahrganges 1991 der Essener Feuerwehr haben heute (29.6.) das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre treue Pflichterfüllung bekommen.

Feuerwehr-Dezernent Christian Kromberg überreichte den Mitarbeitern entsprechende Urkunden der Landesregierung, das Anstecken der Ehrenzeichen übernahm traditionsgemäß Amtsleiter Ulrich Bogdahn. „Es ist wichtig, dass Ihre Professionalität vor Ort bei den Bürgerinnen und Bürgern zum Tragen kommt“, so Kromberg in seiner Ansprache. „Sie sind seit vielen Jahren sehr erfolgreich dabei und geben Ihre Erfahrung auch an die jüngere Generation weiter. Ich erlebe es immer wieder, wenn neue Kameradinnen und Kameraden kommen, dass dann Ihr Gedankengut und Ihre Werte auf diese neuen Kolleginnen und Kollegen übertragen werden. Ihnen dafür heute zu danken, ist mir ein persönliches Bedürfnis und eine große Freude.“ Auch den Dank von Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen sprach Kromberg ausdrücklich aus.

Titelfoto: Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber. v.l. Ulrich Bogdahn (Amtsleiter), Holger Schüssler, Sven Heinrichs, Achim Pillekamp, Harry Haggert, Dietmar Reimer, Matthias Dietrich, Cyril Schoukroun, Jörg Schemann, Christian Kromberg (Geschäftsbereichsvorstand 3). Foto: Mike Filzen

(ü. Pm.)

Der Abschluss der Spielzeit 2015/16 in Oberhausen: „Lulu. Eine Mörderballade“ von The Tiger Lillies nach Frank Wedekind (Regie: Stef Lernous)

Das Theater Oberhausen verabschiedet sich in die Sommerpause mit einer Aufführung von Lulu. Eine Mörderballade von The Tiger Lillies nach Frank Wedekind (Regie: Stef Lernous) am Samstag, den 02. Juli 2016, um 19.30 Uhr im Großen Haus:

Der Zeitungsredakteur Schöning hat die minderjährige Lulu von der Straße geholt, zu seiner Geliebten gemacht und, um sich selbst gut bürgerlich vermählen zu können, mit dem greisen Medizinalrat Goll verkuppelt, der sie Ellie nennt und vom Kunstmaler Schwarz porträtieren lässt. Als der bislang asexuelle Schwarz über Lulu herfällt, trifft den hinzukommenden Goll buchstäblich der Schlag. – Schwarz heiratet Lulu, nennt sie Eva und wird durch seine Bilder von ihr reich und berühmt. Als er von Schöning erfährt, dass Lulu nach wie vor dessen Geliebte ist, bringt er sich um. – Schöning heiratet nun selbst die zweifache Witwe und nennt sie Mignon. Auch ihn plagt bald die Eifersucht: Auf den Athleten Rodrigo Quast, auf die lesbische Gräfin Geschwitz, auf seinen eigenen Sohn Alwa. Schöning fordert Lulu zum Selbstmord auf. Tatsächlich löst sich aus seinem Revolver ein Schuss.

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Eine „Monstre-Tragödie“ nannte Wedekind seine 1894 vollendete Urfassung der Lulu. An eine Aufführung des Werkes ist im wilhelminischen Deutschland nicht zu denken angesichts der unverklemmten, unverschämten Darstellung von sexueller Lust und Abhängigkeit, von lesbischer Liebe und Prostitution. Wie in einer lüsternen und blutigen Moritat lässt Wedekind die Herren der Gesellschaft dem „schönen wilden Tier“ Lulu verfallen, scheitert deren bürgerliche (Doppel-) Moral an Lulus unbedingter Lebensgier und ihrer Sehnsucht nach geistiger wie sexueller Freiheit.
Regie führt der 1973 geborene Belgier Stef Lernous, mit dessen Theater „Abattoir fermé“ („geschlossener Schlachthof“) wir Lulu – Eine Mörderballade als Koproduktion realisierten. In seiner zwischen Brüssel und Antwerpen gelegenen Heimatstadt Mechelen entstehen seit gut fünfzehn Jahren äußerst ungewöhnliche und faszinierende Theaterabende, die in Belgien und den Niederlanden Kult sind: Stef Lernous kreiert in seinen Arbeiten auf verblüffende Weise und mit zugleich raffinierten wie einfachen Theatermitteln an Horrorfilme erinnernde Atmosphären und betörende, verstörende Bilderwelten. Wedekinds Lulu auf seine Weise zu adaptieren ist ein seit langer Zeit gehegtes Lieblingsprojekt von Lernous – genauso wie ein Abend mit Musik der Tiger Lillies.
Lulu – die Tiger Lillies – Otto Beatus – Stef Lernous: Beste Zutaten für einen weiteren außergewöhnlichen, einzigartigen Musiktheaterabend am Theater Oberhausen.

„Zweifellos entfaltet der Abend einen stark atmosphärischen Sog. Die insgesamt sechs Musiker […] beeindrucken ferner mit ihrer energiegeladenen Virtuosität. Und auch das involvierte Oberhausener Schauspielensemble weiß stimmlich (Susanne Burkhard, Moritz Peschke) wie darstellerisch (Laura Angelina Palacios) zu glänzen.“ (Helge Kreisköther, literaturundfeuilleton.wordpress.com, 17.01.2016)
Fotos: Birgit Hupfeld

(ü. Pm.)

 

LWL eröffnet Römerbaustelle Aliso mit originalgetreuer Wehranlage Haltern

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eröffnet heute (29. Juni) in Haltern die Römerbaustelle Aliso. Der erste jetzt fertiggestellte Bauabschnitt umfasst den Nachbau des Westtores, der vorgelagerten Spitzgräben, der angrenzenden Holz-Erde-Mauer und der Zugangsrampe. Es ist die längste und größte maßstabsgetreue Rekonstruktion der Umwehrungsanlage eines Römerlagers. 156 Meter lang ist der Abschnitt der westlichen Umwehrung des früheren römischen Hauptlagers, in dem rund 5.000 Legionäre die Eroberung der rechtsrheinischen germanischen Gebiete vorbereiteten. Rund 1,5 Millionen Euro kostete das Projekt bislang. Unter den Aufgängen zu den Türmen sind Ferngläser aufgestellt. Besucher, die dort hineinblicken, sehen ein Panorama, das sich vor 2.000 Jahren bot – mit marschierenden Soldaten, einer Menschenmenge und Grabbauten. In einem zweiten Bauabschnitt ab 2018 sollen noch ein Kasernengebäude und eine Offiziersunterkunft entstehen. Geplant ist, dass Interessierte selbst Hand anlegen können. Infos: www.lwl-roemermuseum-haltern.de

(ü. Pm. idr)

Städtische Kita Mühlenbruch feiert 40-Jähriges Jubiläum

Mit einem großen Sommerfest am Freitag, 8. Juli, feiert die städtische Kita Im Mühlenbruch 32 zwischen 15 und 17.30 Uhr ihr 40-jähriges Bestehen auf dem Kitagelände.

Freuen dürfen sich kleine und große Besucherinnen und Besucher auf einen „Jahrmarkt“ mit zahlreichen Sport-, Spiel- und Spaßangeboten, wie Schminkstand, Hüpfburg und vielen Bewegungsspielen. Ein Kunstschmied wird in seinem Handwerkerzelt mit den Kindern kleine Accessoires herstellen, die sie anschließend mitnehmen dürfen. Ihr Glück wagen dürfen alle bei einer Tombola, bei der attraktive Preise winken. Auf die kleinen und großen Besucher wartet ein Imbiss mit Kaffee, Saft und Kuchen sowie Leckeres vom Grill. Alle Kinder, Eltern, Verwandte, Freunde und Förderer der Kita sowie alle Ehemaligen sind zum großen Jubiläumsfest herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

(ǘ. Pm.)

Bürgerinitiative Bärendelle lädt Mitglieder und Interessierte zur nächsten Versammlung

Die Bürgerinitiative Bärendelle lädt ihre Mitglieder und alle Interessierten zur nächsten Versammlung am Montag, 04. Juli 2016, 19.00 Uhr in den Räumen der Essener Kontakte, Frohnhauser Platz 1 ein.

Wir informieren über die aktuellen Entwicklungen und werten gemeinsam das Bärenbunte Mitmachfest aus. Dort wurden viele neue Mitglieder geworben, damit hat die BIB mehr als 250 Mitglieder. So gestärkt gehen wir in die abschließende Vorbereitung der Frohnhauser Sommerkult[o]ur am 17. September.

Ebenso berichten wir über ein Gespräch mit Geschäftsführern des ASB (Arbeiter-Samariterbund) über die zukünftige Zusammenarbeit.
Und: wir stellen die geplante Gründung eines gemeinnützigen Vereins „Sozio & Kultur Essen-West“ vor. Der Verein hat das Ziel, die Soziokultur im Essener Westen voran zu bringen. Es geht dabei vor allem darum, mit und für die Menschen und damit unter möglichst breiter Einbeziehung aller, im Stadtteil und auch in einem zukünftigen Zentrum Bärendelle Kulturangebote zu initiieren, zu schaffen, zu vernetzen und umzusetzen.“

(ü. Pm.)