A40: Vollsperrung ab Mittwoch Richtung Dortmund bei Bochum

Nach der abgeschlossenen Sanierung der A43-Fahrtrichtung Münster und der noch laufenden Sanierung der A43-Fahrtrichtung Wuppertal wird von Mittwoch (3.8.) 22 Uhr bis Montag (8.8.) um 5 Uhr die Autobahn 40 in Richtung Dortmund zwischen dem Autobahndreieck Bochum-West und dem Autobahnkreuz Bochum gesperrt und instandgesetzt. Die Fahrbahndecke wird 12cm tief abgefräst und wieder neu aufgebaut.

Ab Donnerstag (11.8.) 22 Uhr bis Montag (15.8.) 5 Uhr wird die A40 ein zweites Mal gesperrt. Dann in Gegenrichtung.

Der Verkehr wird über die A448 umgeleitet, die Umleitungsstrecke wird durch einen roten Punkt ausgeschildert.

Die Baumaßnahme kostet ca. 4,5 Millionen Euro.

(ü. Pm. )

Maria Kataeva gewinnt den 1. Preis des internationalen Gesangswettbewerbs „Die Meistersinger von Nürnberg“

Die russische Mezzosopranistin Maria Kataeva, die seit der Spielzeit 2011/12 zum Ensemble der Deutschen Oper am Rhein gehört, geht höchst erfolgreich aus dem internationalen Gesangswettbewerb „Die Meister­singer von Nürnberg“ 2016 hervor. Am Staatstheater Nürnberg wurde sie am Mittwochabend mit dem 1. Preis im Allgemeinen Fach ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt sie den 3. Preis im Deutschen Fach. 

 Mehr als 500 Sängerinnen und Sänger hatten sich international beworben, zwölf von ihnen gelangten Finale, das am Mittwoch als großes Galakonzert am Nürnberger Staatstheater ausgetragen und von der Staatsphilharmonie Nürnberg unter der Leitung ihres Generalmusik­direktors Marcus Bosch begleitet wurde.

Die elfköpfige Jury, zu der unter dem Vorsitz von Prof. Siegfried Jerusalem u. a. Alain Lanceron (Präsident Warner Classics), Birgitta Svendén (Generaldirektorin der Königlichen Oper Stockholm) und Eva Wagner-Pasquier (Opernmanagerin und Urenkelin von Richard Wagner) zählen, vergab insgesamt acht Preise, davon jeweils drei im Allgemeinen und im Deutschen Fach. Mit dem 1. Preis (10.000 €) im Allgemeinen Fach wurde die russische Mezzosopranistin Maria Kataeva ausgezeichnet, die mit den Arien „Nacqui all´affanno / Non pìu mesta“ aus „La Cenerentola“ von Gioachino Rossini und „Sein wir wieder gut“ aus „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss brillierte. Den mit 6.000 € dotierten 2. Preis erhielt der Tenor Sunghyun Kim aus Südkorea, mit dem 3. Preis (4.000 €) wurde die spanische Sopranistin Rocío Pérez ausgezeichnet.

Der 1. Preis (10.000€) im Deutschen Fach ging an den Bariton Jordan Shanahan, USA, für seine herausragenden Darbietungen der Alberich-Szene „Bin ich nun frei? Wirklich frei“ aus Richard Wagners „Das Rheingold“ und der Arie „Ha! Welch ein Augenblick!“ aus Ludwig van Beethovens „Fidelio“. Mit dem 2. Preis (6.000€) wurde der südkoreanische Bariton Junmo Yang ausgezeichnet. Maria Kataeva konnte mit der Arie des Komponisten auch im Deutschen Fach überzeugen und erhielt den 3. Preis (4.000€). Weitere Wettbewerbspreise gingen an Rocío Pérez, Junmo Yang und Jordan Shanahan.

Die Auszeichnungen sind eine weitere Bestätigung für Maria Kataeva, die 2011 über das Opernstudio den Weg ins Ensemble der Deutschen Oper am Rhein fand. Nach Aufsehen erregenden Debüts als Komponist in „Ariadne auf Naxos“ (2014), in der Titelpartie der Uraufführung „Ronja Räubertochter“ von Jörn Arnecke, als Muse/Niklas in „Les Contes d’Hoffmann“ (2015) und als Carmen (2016) ist sie in der kommenden Spielzeit unter anderem als Cherubino („Le Nozze di Figaro“), Suzuki („Madama Butterfly“), Komponist, Carmen und Wellgunde („Das Rheingold“) an ihrem Stammhaus zu erleben.

Ausführliche Informationen zum Gesangswettbewerb „Die Meistersinger von Nürnberg“ sind unter www.nuernberg-competition.com abrufbar. Weitere Informationen über Maria Kataeva finden Sie auf der Website der Deutschen Oper am Rhein (http://operamrhein.de/de_DE/person/maria-kataeva.59764).

 Titelfoto: Maria Kataeva beim 1. Int. Gesangswettbewerb „Die Meistersinger von Nürnberg“ Staatstheater Nürnberg (mit der Staatsphilharmonie Nürnberg unter der Leitung von Marcus Bosch – FOTO: Jutta Missbach)

 

 

 

www.operamrhein.de

www.ballettamrhein.de

 

Saisonstart an der Deutschen Oper am Rhein:

 So. 28.08. – 19.00 Uhr: Großes Finale des NRW-Tags 2016 in Düsseldorf: Klassik Open Air mit Solisten der Deutschen Oper am Rhein und den Düsseldorfer Symphonikern auf dem Burgplatz (Eintritt frei)

Sa. 03.09. – 12.00 Uhr (Zählkarten ab 10.00 Uhr): Kostümverkauf im Produktionszentrum der Deutschen Oper am Rhein (Neuenhofstr. 55, Duisburg-Wanheimerort)

So. 11.09. – ab 13.00 Uhr: Tag des offenen Denkmals im Theater Duisburg – Abschlusskonzert mit Solisten der Deutschen Oper am Rhein und den Duisburger Philharmonikern um 18.00 Uhr (Eintritt frei)

Fr. 16.09. – 19.30 Uhr: Ballett am Rhein: Premiere für b.26 mit „Bournonville Divertissement“ von August Bournonville, „Dark Elegies“ von Antony Tudor und „One“ von Terence Kohler

So. 18.09. – 18.30 Uhr: „Carmen“ von Georges Bizet – Wiederaufnahme im Opernhaus Düsseldorf

Do. 22.09. – 19.30 Uhr: „Globus Vocalis in concert” – das Vokalensemble im Foyer des Düsseldorfer Opernhauses

So. 02.10. – 18.30 Uhr: „L’elisir d’amore“ – Wiederaufnahme für den „Liebestrank“ im Theater Duisburg

Mo. 03.10. – 19.30 Uhr: Mozarts „Zauberflöte“ in der Kult-Inszenierung von Barrie Kosky – Wiederaufnahme im Opernhaus

Mi. 05.10. – 19.30 Uhr: Mozars „Le nozze di Figaro“ in der Inszenierung von Michael Hampe im Opernhaus Düsseldorf

Sa. 08.10. – 19.30 Uhr: Erste Opernpremiere der neuen Spielzeit: Verdis „Otello“ in der Inszenierung von Michael Thalheimer

 Das komplette Programm der Saison 2016/17 finden Sie im aktuellen Spielzeitheft:

ISSUU: http://issuu.com/deutscheoperamrhein/docs/spielzeit_2016-17

DOWNLOAD: http://www.operamrhein.de/de_DE/downloads

(ü. Pm.)

CDU-Fraktion zum Wohnungsbau in Essen

Uwe Kutzner, planungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: „Nicht der Oberbürgermeister, sondern die Politik ist am Zug sich zu positionieren. Die Vorlage zum ‚Essener Konzept zur Förderung des Wohnungsbaus‘ haben wir bereits im Juni von der Verwaltung erhalten. Selbstverständlich teilen wir die Freude über die Fördermittelerhöhung für den öffentlich geförderten Wohnungsbau, die endlich auch mal wieder eine gute Nachricht aus Düsseldorf ist. Davon muss Essen als wachsende Stadt profitieren. Immer mehr Menschen werden von dieser positiven Entwicklung nach Essen gezogen. Uns ist wichtig, dass diese Entwicklung auch über die nächsten Jahrzehnte anhält. Abschließend ist anzumerken, dass sich die Politik und insbesondere die GroKo austauschen und diskutieren muss, um sich dann über das Wie und Wo zu einigen. Besonders deutlich muss in der Diskussion werden, dass diese Förderung nicht nur für den Mehrgeschosswohnungsbau, sondern gerade auch für den Einfamilienhaus-Bereich zur Verfügung gestellt wird.“

(ü. Pm.)

Gesetzmäßigkeit und Schönheit: Retrospektive Peter Keetman endet mit Kuratorengespräch

Am 31. Juli 2016 endet die Ausstellung Peter Keetman. Gestaltete Welt – Ein fotografisches Lebenswerk mit einem Kuratorengespräch. Um 16 Uhr sprechen die vier Ausstellungskuratoren, F.C. Gundlach, Sebastian Lux, Florian Ebner und Petra Steinhardt, über das Werk des bedeutenden Nachkriegsfotografen Keetman und dessen Rolle in der visuellen Kultur der 1950er und 1960er Jahre.

Anlässlich des 100. Geburtstags von Peter Keetman richten das Museum Folkwang und die Stiftung F.C. Gundlach dem Fotografen die erste umfassende Retrospektive in Deutschland aus. Ausgehend von den ausgestellten Arbeiten sprechen die Kuratoren über den Künstler Keetman, einen der innovativsten und poetischsten Fotografen der Nachkriegszeit, der in seinem umfassenden Oeuvre Natur- und Bewegungsstudien, fotografische Experimente, Industrie­fotografie und angewandte Arbeit miteinander verband. Vorgestellt wird Keetman zudem als junger Wilder der stilbildenden Gruppe fotoform. In dem Kuratorengespräch werden Verbindungen, Ähnlichkeiten, Unterschiede zu anderen Fotografen aufgezeigt. Der Fotograf, Kurator, Sammler und Stifter F.C. Gundlach gewährt dabei einmalige Einblicke in das Leben des Fotokünstlers, denn F.C. Gundlach kannte Keetman noch zu Lebzeiten.

Die Retrospektive ist bis zum 31. Juli im Museum Folkwang zu sehen. Sie basiert auf der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Peter Keetman-Nachlasses, der sich im Besitz der Stiftung F.C. Gundlach und des Museum Folkwang befindet. Die nächste Station der Ausstellung ist das Haus der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg (18. November 2016 – 12. Februar 2017).

Gesetzmäßigkeit und Schönheit: Über Peter Keetman

Gespräch zur Ausstellung, So, 31. Juli 2016, 16 Uhr

In Kooperation mit dem Kunstring Folkwang e.V., Verein der Freunde des Museum Folkwang

Teilnahmebeitrag: 5 € / 2,50 € / Mitglieder des Kunstring Folkwang frei. Begrenzte Teilnehmerzahl.

(ü. Pm.)

 

Bund fördert 25 Kitas aus dem Essener Norden und Osten

Zu Beginn des Jahres ist das neue Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ gestartet. Die CDU Bundestagsabgeordnete Jutta Eckenbach begrüßt, dass nun 25 Kindertagesstätten aus dem Essener Norden und Osten (Wahlkreis 119) an diesem Bundesprogramm teilnehmen.

 Mit diesem vom Bund finanzierten Förderungsprogramm unterstützt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die alltagsintegrierte sprachliche Bildung in Kindertagesstätten. Dabei gab das Ministerium nun bekannt, dass 25 Kitas von unterschiedlichen Trägen aus Jutta Eckenbachs Wahlkreis ausgewählt und deren Anträge auch bewilligt wurden.

Die Essener Bundestagsabgeordnete dazu: „Dank einer zusätzlichen halben Fachkraftstelle wird in diesen Einrichtungen alltagsintegrierte sprachliche Bildung fester Bestandteil in der Kindertagesbetreuung. Wir alle wissen, wie wichtig die frühe sprachliche Entwicklung für die Bildungschancen von Kindern ist. Durch Sprache erschließt sich uns die Welt,  treten wir mit Menschen in Kontakt und eignen uns Wissen an. Studien haben gezeigt, dass sprachliche Kompetenzen einen erheblichen Einfluss auf den weiteren Bildungsweg und den Einstieg ins Erwerbsleben haben.“

Die teilnehmenden Einrichtungen werden durch zusätzliche Fachkräfte, Sprachexpertinnen und Sprachexperten, bei der alltagsintegrierten sprachlichen Bildungsarbeit unterstützt. Mit einer kontinuierlichen Begleitung durch eine externe Fachberatung werden die Einrichtungen darüber hinaus in ihrer Qualitätsentwicklung gestärkt. Für die Umsetzung des Programms werden von 2016 bis 2019 jährlich bis zu 100 Millionen Euro bereitgestellt.

(ü. Pm.)

 

 

FH-Impuls fördert RuhrValley-Verbund

Die Forschungskooperation der Fachhochschulen in Bochum, Dortmund und Gelsenkirchen erhält finanzielle Unterstützung: Ihr Konzept „RuhrValley – Mobility and Energy for Metropolitan Change“ wird für zunächst vier Jahre mit 4,5 Millionen Euro aus dem so genannten FH-Impuls der Bundesregierung gefördert.

Für das Konzept kooperieren die Hochschule Bochum, die Fachhochschule Dortmund und die Westfälische Hochschule Gelsenkirchen. Mit RuhrValley sollen transdisziplinäre Lösungen für die Automobilzulieferindustrie, den Energieanlagenbau und die mittelständische IT-Branche des Ruhrgebiets geschaffen werden. Bislang sind 14 Unternehmen beteiligt, die sich in 20 Projekten miteinander vernetzen. Für das bundesweite FH-Förderprogramm waren mehr als 80 Bewerbungen eingegangen, zehn Projekte hat das Bundesforschungsministerium jetzt zur Förderung empfohlen. Insgesamt stellt das Ministerium für das Programm „Starke Fachhochschulen – Impuls für die Region“ (FH-lmpuls) rund 100 Millionen Euro bereit. Infos unter www.ruhrvalley.de

(ü. Pm., idr.

Uralte Meeresablagerungen – mitten in Essen gefunden

Bei einer aktuellen Baumaßnahme zwischen Hache-, Henrietten- und Selmastraße wurden mächtige Auffüllschichten aus Mergelgestein gefunden.

Der Mergel wurde verwendet, um die Bebauung in der Henriettenstraße trotz des alten Baches realisieren zu können: „Mergel gilt als wasserundurchlässig – dadurch konnten im 19. Jahrhundert auch Häuser in der Henriettenstraße errichtet werden“, erläutert Stadtarchäologe Dr. Detlef Hopp. Die Schichten dienten dazu, den alten Bach „Limbecke“ abzudecken.

Mit Hilfe des gefundenen Mergels kann der Stadtarchäologe nachweisen, dass mitten in Essen das Meer seine Spuren hinterlassen hat, denn das Material enthält besondere Boten aus der Vergangenheit: Uralte Muscheln. Die als Fasermuscheln (der lateinische Namen lautet „Mytiloides labiatus“) bestimmten, etwa 90 bis 93 Millionen Jahre alten „Inoceramus-Muscheln“ sind Namensgeber für den als „Labiatus-Mergel“ bezeichneten Schichtabschnitt der Kreidezeit. „Wahrscheinlich wurden diese uralten Meeresablagerungen beim Kohleabbau abgetragen und gelangten – gewissermaßen in einer Wiederverwertung – an ihren neuen Standort“, so Dr. Detlef Hopp.

(ü. Pm.)

Mehr Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt

Die Zahl der Sozialhilfeempfänger im Ruhrgebiet ist gestiegen. 2015 erhielten 16.965 Menschen in der Region Hilfe zum Lebensunterhalt. Das waren sieben Prozent mehr als im Vorjahr.

Das zeigen Zahlen des Landesamtes IT.NRW. Anspruch auf laufende Hilfe zum Lebensunterhalt haben beispielsweise Erwerbsunfähige auf Zeit, Vorruheständler mit niedriger Rente oder längerfristig Erkrankte. Sie soll vor allem den Grundbedarf an Nahrung, Kleidung, Unterkunft und Heizung decken. Auch Menschen, die in stationären Einrichtungen untergebracht sind, können diese Hilfe erhalten. NRW-weit bezogen Ende des vergangenen Jahres 107.013 Personen Sozialhilfe in Form von laufender Hilfe zum Lebensunterhalt (2,6 Prozent mehr als im Vorjahr). 91,5 Prozent der Empfänger waren Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit.

Infos: www.it.nrw.de

(ü. Pm. idr)

Anschlag auf Glaubensstätte der Sikh Gemeinde in Essen – Anklageerhebung vor der V. großen Strafkammer – Jugendkammer – des Landgerichts

Die Staatsanwaltschaft Essen hat wegen des Anschlags auf eine Glaubensstätte der Sikh Gemeinde in Essen im April 2016 gegen drei Jugendliche Anklage vor der V. großen Strafkammer – Jugendkammer – des Landgerichts Essen erhoben.

Hintergrund:
Den Angeschuldigten wird unter anderem das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion in zwei Fällen und versuchter Mord zur Last gelegt.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeschuldigten vor, nach Durchführung zweier „Probesprengungen“ im Januar 2016, am 16.04.2016 eine Explosion in einem Gebetsraum der Sikh Gemeinde in Essen durch Sprengung eines entsprechend präparierten Feuerlöschers herbeigeführt zu haben. Zur Tatzeit fand in dem Gebetsraum eine Hochzeitszeremonie statt, wobei zu den Gästen überwiegend Sikhs unterschiedlicher Nationalitäten zählten. Der Priester soll infolge der Detonation Verbrennungen und – ebenso wie zwei weitere Gemeindemitglieder – andere Verletzungen erlitten haben. Zudem soll der durch die Explosion verursachte Gebäudeschaden erheblich sein.
Die Angeschuldigten sollen das Anschlagsziel „Sikh Gemeinde“ deshalb ausgewählt haben, weil sie mit der Behandlung von Muslimen durch Sikhs im nördlichen Indien nicht einverstanden seien und die Sikhs von ihnen als ungläubige angesehen würden.
Weiteres Verfahren:
Die Jugendstrafkammer hat die Zustellung der Anklageschriften gegenüber den Angeschuldigten veranlasst und Ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme hierzu eingeräumt. Die Kammer hat nun im Zwischenverfahren über die Zulassung der Anklageschrift zur Hauptverhandlung und die Eröffnung des Hauptverfahrens zu entscheiden.
Eine eventuelle Hauptverhandlung würde unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, weil es sich bei den Angeschuldigten um Jugendliche handelt (§ 48 Abs. 1 JGG).

(ü. Pm. (Landgericht Essen (Az. 25 KLs 39/16)

Lüge, Hochstapelei oder krankhafter Hintergrund? – War die Essener SPD-Bundestagabgeordnete Petra Hinz erpressbar?

Wenn es in Essen um Recherche geht, entwickelt sich die junge Redaktion des Informer zur Nummer Eins am Platz. In der skandalträchtigen ehemaligen SPD-Hochburg an der Ruhr ist immer noch nicht alle Kohle abgebaut und vor Ort steigt das Grubenwasser. Was heute aber die Informer zu berichten wussten, führte auf deren Internetseite zu einem Massenansturm. Eine Bundestagsabgeordnete, die jahrzehntelang mit einer gefälschten Biografie Öffentlichkeit, Wähler und „angeblich“ die eigene Partei betrogen hat, einen so dreisten Fisch im Recherchenetz machte die Redaktion baff. Petra Hinz tat auffallend viel zur persönlichen „Imagepflege“, dass wussten viele Genossen wohl sehr genau und mancher klagte schon mal über zuviel empfundene Arroganz. Dabei war Hinz Bundestagszeit nicht gerade begleitet von bemerkenswerten Einsätzen oder nachhaltigen Spuren im Bund. Dafür war der Versuch einer Schönfärbung als Kümmerin in alter sozialdemokratischer Tradition kaum zu übersehen. Skandale, ja da war doch schon mal was, so mit Steuern, zur Bagatelle heruntergespielt. Nach mehr als einer Wahlperiode hat Hinz wohl ihr dauerhaftes Auskommen verdient und hätte wohl „ihr“ Leben versteckt weiterführen können, gäbe es nicht in Essen den Informer, denn deren Anfragen haben Hinz wohl aus den Träumen geholt. Dabei brauchten die Journalisten des Informer die Zusammenfassung der Fakten zuletzt garnicht mehr selbst besorgen, sie wurde ihnen von der vertretenden Rechtsanwaltskanzelei der Bundestagsabgeordneten als Pressemitteilung zugeleitet.

„Pressemitteilung
Im Auftrag unserer Mandantin Frau Petra Hinz, MdB, teilen wir Folgendes mit:
Frau Hinz hat im Jahr 1983 am heutigen Erich-Brost-Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung der Stadt Essen die Fachhochschulreife erworben. Sie hat jedoch keine allgemeine Hochschulreife erworben. Sie hat darüber hinaus kein Studium der Rechtswissenschaften absolviert und auch keine Juristischen Staatsexamina abgelegt.
In der Rückschau vermag Frau Hinz nicht zu erkennen, welche Gründe sie seinerzeit veranlasst haben, mit der falschen Angabe über ihren Schulabschluss den Grundstein zu legen für weitere unzutreffende Behauptungen über ihre juristische Ausbildung und Tätigkeit. Mitte der 1990er Jahre unternahm sie den Versuch, auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachzuholen und so zumindest einen Teil ihrer biografischen Falschangaben zu heilen. Aufgrund ihrer zeitlichen Beanspruchung als Mitglied im Rat der Stadt Essen und ihre ehrenamtlichen politischen Engagements musste sie diesen Versuch jedoch bereits nach etwa einem Jahr wieder aufgeben. …“
19.07.2016
Heinemann & Partner Rechtsanwälte Essen

Dass der hier wiedergegebenen Erklärung der Rechtsanwaltskanzelei noch entschuldigende und erklärende Worte folgen, ist sicherlich dem Anwaltshandwerk geschuldet, sich schützend vor den Täter zu stellen, wir wollen das hier nicht transportieren, denn die in den letzten Tagen der Redaktion Informer zugegangenen Stellungnahmen von Petra Hinz lassen keine Kongruenz zu der heutigen anwaltlichen Stellungnahme annehmen.

Falschangaben und Erfindungen zur eigenen Vita sind nicht ungewöhnlich, insbesondere, wenn eigene Vorteile auf der Hand liegen. Wir kennen auch bei Bundestagabgeordneten die sich nachträglich als gefälscht herausstellenden Doktorarbeiten etc. Dass aber ein Mitglied eine vollkommen falsche Biografie vorlegt und über Wahlperioden beibehält, dürfte wohl einmalig sein. Eine geschönte Identität kennt man eigentlich mehr im Bereich der Persönlichkeitsforschung und Medizin, wenn Menschen mit psychiatrischen Auffälligkeiten eine vollkommen neue Biografie erfinden. Was war hier das Motiv von Petra Hinz, deren Darstellung angeblich selbst „Genossen“ verborgen blieb? Welcher Zusammenhang besteht mit den ebenfalls bekannten Vorwürfen, Hinz habe in ihrem Berliner Dienstbüro Mitarbeiter bis zur psychosomatischen Beeinträchtigung schickaniert? War die Bundestagsabgeordnete wirklich nur ein nicht erkannter Fall, oder wussten Menschen in ihrem Umfeld, ihrer Partei von ihrem Geheimnis? War sie gar erpressbar, hatte es Auswirkungen auf ihre Berliner Tätigkeit? Viel Fragen werden noch zu stellen und klären sein, auch ob sie nun etwa noch ihre Tätigkeit bis zum Ende der Legislatur aufrecht erhalten will. Inwieweit staatsanwaltliche Ermittlungsergebnisse eine Anklage folgen lassen, wird abzuwarten sein. Die Auswirkungen auf die betrogenen Essener Bürger und deren Reaktionen können jedenfalls erahnt werden, denn erst kürzlich ließ sich Hinz als stellvertretende Unterbezirksvorsitzende bestätigen, fest an der Seite von Justizminister Thomas Kutschaty, der als Unterbezirksvorsitzender zuvor den Anspruch auf Vorstandsteilhabe eines SPD-Genossen mit geringerer Bildung, er war nur Steiger im Bergbau, als „nicht-vermittelbar“, abgelehnt hatte. Jenem Genossen blieb nach jahrzehntelanger Mitgliedschaft nur der Wechsel zur AfD. Akademisch geht es bei der Essener SPD nicht gerade zu, oder wie es ein Essener Professor kürzlich auf den Punkt brachte..“er habe das Gefühl, der SPD, auch in Essen, sei der Intellekt abhanden gekommen..“. Mit einer geschönten akademischen Vita lässt sich jedenfalls kein nachhaltiger Staat machen. Petra Hinz hinterlässt nicht nur Kopfschütteln, die Frage nach der persönlichen Gespaltenheit, über Jahrzehnte ausgehalten und immer wieder fortgesponnen, kann allenfalls medizinisch beurteilt werden. PS.: In der Bundesrepublik dürfen gem. § 1 des Heilpraktikergesetzes, das auch für Ärzte grundlegend ist, nur diese beiden Berufsgruppen „Diagnosen“ stellen. Daher wollen wir nicht in dieser Hinsicht in Spekulationen fallen, sondern journalistisch die weiteren Enthüllungen begleiten. Reportern wird das Essener Possenspiel jedenfalls in den kommenden Tagen genug Text zur Raumfüllung bieten. Die Frage, ob Hinz den Anstand besitzt, den Bundestag sofort zu verlassen, steht jedenfalls im Raum. Eigentlich müsste Essens Unterbezirksvorsitzender Kutschaty wohl hier Führungsqualitäten zeigen, denn hier geht es um mehr als eine vermittelbare Personalie.

Hans-Joachim Steinsiek, z. Zt. Arjeplog, Schweden