Wird die Messe Essen sich dauerhaft sanieren können?

Eine schöne Messepforte, eine Feier mit ermutigenden Reden vor eigens geladenen Gästen, eine Stimmung, die Mut machen soll. Vor Jahresabschluß bot uns Messechef Oliver Kuhrt diese Bilder. Und Bilder sollen eine Botschaft tragen, auch das gehört zum „Marketing“, in dem man nichts dem Zufall überlassen möchte. Doch jenseits dieser in den Medien wenig kritisch hinterfragten Botschaft keimen nach wie vor bei vielen Bürgern Zweifel, ob das aus Steuermitteln subventionierte Projekt Messe Essen eine wirtschaftlich gesunde Zukunft hat.

Wie wir zuvor berichteten, zahlt und zahlte die Stadt Essen folgende Zuschüsse zur Messe: 

2015 18.394.365 Euro

2016 4.126.053 Euro

2017 12.210.000 Euro

2018 12.324.000 Euro

2019 21.766.000 Euro

2020 13.500.000 Euro

2017 fortfolgend sind natürlich Planungsansätze und im Haushaltssanierungsplan beschrieben.

So stehen für die Jahre 2014-2016 mit 41 Mio Euro die erwarteten Zuschüsse von 2018-2021 mit rund 61 Millionen Euro gegenüber.

Jedem politisch denkenden Bürger stellen sich bei diesen Dimensionen natürlich Fragen, die man gerne mit den Planern und „Machern“ im Messegeschäft vertieft hätte. So zum Beispiel:

– wie haben sich die Umsätze entwickelt?
– was lässt sich zur Kostenstruktur sagen?
– hat die Messe Essen einen zu hohen Personalaufwand?
– wie hoch ist die Auslastung heute und in den kommenden Jahren?
– wie steht die Messe Essen im Vergleich zu Wettbewerbsmessen in Düsseldorf und Köln da?
– und viele andere…

wenn sich die Messe denn diesen Fragen stellen würde. Messegeschäftsführer Oliver Kuhrt scheint aber die Nachfrage zu scheuen, will man nicht Arroganz, oder gar verspätetes Gekränktheit vermuten, denn sein Anfangsprojekt auf der Essener Bühne wurde ja bekanntlich durch einen Bürgerentscheid erheblich „gedeckelt“, denn nicht nur Eingriffe in den benachbarten Grugapark waren Thematik, sondern auch gerade der Kostenrahmen. Unsere wiederholte Presseanfrage zu einem Gespräch mit ihm fand jedenfalls keine Gnade. Wir sind aber der Grundüberzeugung, dass Transparenz und öffentliche Beteiligung nicht nur bei den Zuschüssen zur Messe unabdingbar sind, sondern auch, dass ein Diskurs ohne einen sich verweigernden Messegeschäftsführer stattfinden kann und wird. Die Erle wird im ersten Halbjahr 2018 in drei Hintergrundbeiträgen sich dem Thema Messe Essen widmen. Auch Ihre geschätze Meinung lieber Leser soll Gehör finden, wir werden eine breite Auswahl an Zuschriften und Interviews veröffentlichen.

Quizfrage:

a) Woraus ist das Zitat: „Aus Sicht der Geschäftsführung sind dauerhafte Zuwendungen der Gesellschafterin notwendig, um mittelfristig den finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können.“ entnommen?

b) Wer ist die im Zitat erwähnte „Gesellschafterin“?

Ob das Thema wohl den Bürger interessiert? Wir sind gespannt auf die uns erreichenden Einlassungen.

Eine redaktionelle Bitte dürfen wir im Vorfeld jedenfalls schon einmal äußern: Bitte verschonen Sie uns mit Anwürfen derart, „die Presse will den Messestandort kaputtreden… “ u. ähnliche. Niemand hat die Absicht die Messe kaputtzureden, noch den Stolz der Lokalpatrioten zu kränken. Doch die fragende Neugier der zahlenden Bürger muß auch ein Messegeschäftsführer ertragen können. Wir bleiben am Ball, versprochen. Und damit wünschen wir allen Lesern auch schöne Feiertage und einen guten Wechsel ins kommende Jahr.