DIE LINKE hält ein langfristiges Konzept für die Zukunft des ÖPNV für nötig

Die Ratsfraktion DIE LINKE teilt die Meinung des Fahrgastverbandes Pro Bahn, dass der Kauf von 51 U-Bahnen und 26 Niederflur-Straßenbahnen nicht auf die lange Bank geschoben werden soll. Denn die Ruhrbahn braucht neue Fahrzeuge, um die Attraktivität des ÖPNV zu steigern. Allerdings sollte vor der Bestellung der 51 Stadtbahnwagen noch einmal geprüft und transparent dargestellt werden, ob ein Umbau auf eine Spurbreite nicht längerfristig oder zumindest auf der Südstrecke Sinn macht und wie man dahin komme.

„Es mag ja richtig sein, dass die politische Debatte über eine mögliche Vereinheitlichung der beiden Spurbreiten zehn Jahre zu spät kommt,“ so Ratsmitglied Wolfgang Freye, für DIE LINKE im Planungsausschuss. „Die Ruhrbahn sollte die Ergebnisse ihrer internen Prüfung und ihre Argumente dann aber auch in den politischen Gremien darstellen. Vor der Bestellung der Stadtbahnwagen sollte jedenfalls bewusst entschieden werden, dass man das Ziel einer Vereinheitlichung der beiden Spuren für die nächsten 30 Jahre nicht weiterverfolgt, denn darauf läuft eine so große Investitionsentscheidung hinaus. Für uns stellt sich nach wie vor die Frage, ob nicht zumindest eine Planung Sinn macht, die die Umstellung der Südstrecke auf Straßenbahn-Meterspur ins Auge fasst.“

Einen entsprechenden Prüfantrag stellt die Ratsfraktion DIE LINKE für die nächste Ratssitzung. Eine Umstellung der Messestrecke U 11 auf Ein-Meter-Spur würde einen durchgängigen Straßenbahnverkehr vom Essener Norden in den Süden gewährleisten. Das wäre auch nach Auskunft von Pro Bahn noch möglich, ohne die aktuelle Modernisierung der Flotte zu gefährden.

„Essen braucht generell ein langfristiges Konzept, wie die Unzulänglichkeiten des ÖPNV behoben werden können“, so Wolfgang Freye abschließend. „Zu den Problemen zählen neben den unterschiedlichen Spurbreiten die fehlende Möglichkeit zur Doppeltraktion und die fehlenden gesonderten Fahrspuren für Straßenbahnen.“