Stadt und Ruhrverband investieren in Mähkonzept für den Baldeneysee – mit Dieselmotoren gegen Wasserpest

Es gibt Interessenkonflikte und ein biologisches Problem. Die Wasserpest und das Bedürfnis von Freizeitsportlern den Baldeneysee für ihr zum Teil exklusives Hobby zu nutzen. Daneben gibt es am Baldeneysee wirtschaftliche Interessen von Segel- und Wassersportschulen. Da wäre es für die Politik schon ein Kraftakt, sich gegenüber der Wasserpest geschlagen zu geben. OB Kufen, der seit seinem Amtsantritt als Kümmerer um Ausgleich bemüht ist hat ebenfalls aus der Rathausspitze eine Lösung gefordert und die sei nun gefunden. Zumindest was die Kosten betrifft hat Kufen die Stadt nur anteilig belastet. Allerdings ist noch keinesfalls sicher, ob die jetzt angestrebten Maßnahmen langfristig der natürlichen Kraft des Sees überlegen sind. Deshalb will man natürlich weiterforschen. Bis dahin investiert die Stadt drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ca. eine halbe Million Euro, damit in der warmen Jahreszeit der Baldeneysee wenigstens teilweise benutzbar wird. Umweltprobleme, wir berichteten, immerhin gibt es ja eine Kraftstoffberechnung, ca. 50000 Liter Diesel, spielten bei dem jetzt gefundenen Lösungsansatz offensichtlich keine Rolle. Ein künstliches Seeparadies, mit fraglicher Umweltbilanz. Sicherlich kein Aushängeschild für das Thema „Grüne Hauptstadt“. Energieeinsparung wird vielleicht durch das solare Rathausdach kompensiert? Allerdings wagte sich wohl kein Ratsherr in den Diskurs um die Wasserpest nur den Hauch des Zweifels öffentlich zu äußern.

Hier die Pressemeldung der Stadt Essen: „Der Ruhrverband und die Stadt Essen haben gestern Abend (25.10.) im Sinne der Förderung des Wassersports auf dem Essener Baldeneysee ihr Konzept für die Mahd der Wasserpflanzen in der Saison 2017 vorgestellt und verabschiedet. Verabredet wurde, dass in der nächsten Saison zwei Mähboote zum Einsatz kommen werden. Die Kosten für das Mähboot des Ruhrverbandes übernimmt der Verband selbst. Die Mietkosten für ein zweites Boot werden von der Stadt Essen getragen, darüber hinaus stellt die Stadt drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab. Die Kosten für die Entsorgung der Mahd übernimmt der Ruhrverband. Der Ruhrverband wird sein eigenes Mähboot rechtzeitig zur neuen Saison modernisieren, so dass die Wasserpflanzen noch effizienter gemäht werden können.

„Der Aktionsplan Baldeneysee war von Anfang an nicht als kurzfristige Maßnahme gedacht, sondern sollte immer auch über das Jahr 2016 hinaus wirken. Mit der jetzt getroffenen Vereinbarung zwischen Stadt und Ruhrverband wird das Sport- und Freizeitrevier Baldeneysee für die Bürgerinnen und Bürger auch in 2017 wieder zur wichtigen Anlaufstelle in unserer Stadt“, betonte Oberbürgermeister Thomas Kufen. Bei der gemeinsamen Vorstellung des Konzepts von Ruhrverband und Stadt vor Vertretern der I.G. Baldeney, Grün und Gruga, des Essener Sportbundes e.V. (ESPO), der Sport- und Bäderbetriebe der Stadt Essen, der Weissen Flotte Baldeney sowie der Essener Arbeit-Beschäftigungsgesellschaft mbH (EABG) und der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) zeigten sich alle Vertreter mit dem Lösungsansatz zufrieden.

Zusätzlich zur intensivierten Mahd wird, wie bereits berichtet wurde, der Ruhrverband beim Land NRW ein Untersuchungsvorhaben beantragen, das sich mit nachhaltigen Methoden zur Unterdrückung des Wasserpflanzenwachstums befassen soll. „Die Stadt Essen und der Ruhrverband lassen die Essener Wassersportler nicht im Regen stehen. Wir sind zuversichtlich, dass mit dem Einsatz von zwei Mähbooten die Verhältnisse gegenüber der nun endenden Wassersportsaison deutlich verbessert werden können“, sagte Professor Norbert Jardin, Vorstand Technik des Ruhrverbands

Die Vertretung der Wassersportvereine zeigte sich mit dem erzielten Ergebnis ebenfalls sehr zufrieden und schaut hoffnungsvoll auf die nächste Saison. Die zu mähenden Flächen werden auch in der neuen Saison in enger Abstimmung mit der I.G. Baldeney festgelegt.“

(stk. u. ü. Pm.)