Archäologische Funde der „Kreuzenbeck“ an der Velberter Straße

Beim Ausheben der Baugrube für den neuen „EDEKA“-Markt an der Velberter Straße in Werden konnten zwischen Juli und Dezember 2016 aus archäologischer Sicht beeindruckende Beobachtungen gemacht werden. Südlich der Straße floss einst ein Bach, der noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts drei Stauteiche speiste und bereits seit dem Mittelalter für den Betrieb einer Mühle genutzt wurde.

In der bis zu sieben Meter tiefen Baugrube wurden alte Verläufe des Baches „Kreuzenbeck“ oder „Kruselbeke“, wie das Gewässer bis etwa 1600 genannt wurde, nachgewiesen – ein Beleg dafür, dass es in der Vergangenheit oft sein Bett veränderte. Zudem fanden sich Überreste alter Zäune. Auch wurde festgestellt, dass das Areal, wenn auch sumpfig, schon in älterer Zeit begangen und der Bach genutzt wurde, wie Musketenkugeln, spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Keramik und – als ältester Fund der Untersuchung – die Randscherbe eines Tongefäßes des 10. beziehungsweise 11. Jahrhunderts zeigen.

An der Oberfläche sind keine erkennbaren alten Spuren des Baches, der hier durch ein sumpfiges Gelände floss, erhalten geblieben, wodurch er praktisch in Vergessenheit geriet. So wurde der sumpfige Boden noch vor 1926 durch Aufschüttung erhöht und der größte Teil der Fläche zwischen Velberter Straße und Einmündung der Kellerstraße als Wiese genutzt.

Titelfoto: An der Kreuzbeck Foto: Dr. Detlef Hopp

(ü. Pm.)