Leserbrief: zu Verkehrskonzept Werden

Der Werdener Architekt Rainer Ringhoff zu veröffentlichten Pressemeldungen zum Thema Verkehrsführung Essen-Werden:

„Das Land muß den Kommunen helfen. Frau Laupenmühlen der SPD setzt sich für die Umsetzung des Verkehrs- verlagerungskonzeptes Werden ein. Sie kommt aus Kupferdreh. Da wurde der Durchfahrtverkehr vor ca. 25 Jahren ausgelagert. Um sich eine umfassende Meinung über Werden zu bilden, sollte man m.E. beide Seiten hören. Dies wäre auch angemessen. Fakt ist, der Ortskern wird gezielt nicht entlastet! Insofern wage ich zu bezweifeln, dass Frau Laupenmühlen umfassende Detailkenntnisse vermittelt wurden. Die Behauptung, dass das Verkehrskonzept für Werden die einzige Möglichkeit sei, ist sehr unzutreffend. Es gibt Alternativen. Man muß sie nur wollen. Das „Werdener Nadelöhr“ mit 3 Spuren bleibt bekanntlich, der Verkehr im Kern wird gerade nicht reduziert. Fast alle Ortskernstraßen von Werden müssen den prognostizierten Minderverkehr der Brückstraße aufnehmen. Es ist nur eine Verlagerung, keine Reduzierung. So beschreibt es das Konzept. Auch vor ihrer Musikschule mehrt sich der Verkehr. Anreize, den Ortsbus zu nutzen, werden durch Beibehaltung der Bus-Intervalle ad absurdum geführt. Ich glaube nicht, dass Frau Laupenmühlen bekannt ist, das auf der unteren Abteistr./Bungertstr. 6 Fahrspuren (sechs Fahrspuren!) auf engstem Raum verlaufen mit ca. 31.000 LKW/PKW, davon 5 für gewollt beschleunigter Geschwindigkeit. Andere Gemeinden reduzieren die Geschwindigkeit auf Bundesstraßen. Ich glaube nicht, dass Frau Laupenmühlen bekannt ist, dass die Simulation nicht im Entferntesten den Verkehrsbewegungen der bereits heute vorhandenen Situation entspricht. Ich glaube nicht, dass Frau Laupenmühlen die Lärmkarte oder die Gutachten mit den erhöhten Schadstoffwerten auf dem neuen Markt oder den Gefahrenpunkt des sogen. Buskap kennt (Fahrbahnkante = Wartekante). Ich glaube nicht, dass Frau Laupenmühlen einen vergleichbar gefährdeten Kinderspielplatzneubau in Essen oder NRW benennen kann, umringt von 32.000 LKW/PKW. Das Statement, „man muss auch die Menschen miteinbeziehen, die tägliche Erfahrung in diesem Bereich haben“, hat in Werden bestenfalls Alibicharakter und wurde beim Verkehrskonzept beiseite geschoben. In Werden bleibt der Durchfahrtverkehr der beschworene Schwerpunkt! Entweder dafür oder Querulant. Basta. Die Konzeptgegner und Kritiker (Bürgerinitiativen, VCD, Bund der Steuerzahler, kritische Politiker, mind. 1.500 Werdener Bürger, viele Immobilien- besitzer, Ladenlokalbetreiber) sollen eine demokratische Entscheidung akzeptieren. Hallo? Die demokratische Entscheidung lautet auf 25 % Reduzierung des Durchfahrtverkehres in Werden. So lautet die Aufgabe zur Umsetzung! Dies zu verleugnen zeugt nicht gerade vom demokratischen Verständnis. Oder steht das amtliche Endergebnis und Beschluß im Febr. 2017 bereits fest? „Der Essener Süden besitzt eine hohe Lebensqualität. Wir sollten dafür Sorge tragen, dass dies so bleibt.“ Und da sind wir uns einig. “

Rainer Ringhoff