Dies und das aus dem Ruhrgebiet

Ruhrlagebericht: Wirtschaft in der Metropole Ruhr ist zufrieden (idr).

Die Geschäfts- und Stimmungslage der Wirtschaft im Ruhrgebiet hat ein neues Hoch erreicht. Das zeigt der aktuelle Ruhrlagebericht, den die Industrie- und Handelskammern der Region heute in Bochum vorgestellt haben. An der Herbstbefragung beteiligten sich mehr als 900 Unternehmen. 93 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage mit gut oder befriedigend. Das sind nochmals drei Prozent mehr als im Frühjahr. Dafür ist auch der wieder anziehende Export verantwortlich. Neun von zehn Betrieben erwarten eine gleichbleibend gute, tendenziell sogar noch bessere Geschäftsentwicklung. Das sorgt dafür, dass der Konjunkturklima-Index auf 124 Punkte geklettert ist, zwei mehr als zum Anfang des Jahres. Die Industrie hat in den letzten Monaten die Stimmungswende geschafft: Mittlerweile melden 52 Prozent der Unternehmen eine gute Lage, nur acht Prozent sprechen von einer schlechten Situation. Damit gibt die Industrie aktuell die beste Lagebeurteilung aller Wirtschaftsbereiche ab. Die ungebrochene Konsumbereitschaft der Verbraucher sorgte in den vergangenen Monaten für eine Steigerung der Umsätze im Handel. 23 Prozent der Unternehmen gehen sogar von einer noch günstigeren Geschäftsentwicklung in nächster Zeit aus. Das Dienstleistungsgewerbe gehört weiter zu den Gewinnern der Konjunktur: Nur sechs Prozent der befragten Unternehmen nennen ihre aktuelle wirtschaftliche Lage schlecht. 43 Prozent erzielten höhere Erlöse, 22 Prozent der Dienstleister glauben, dass es für sie aufwärts geht. Das freundliche Konjunkturklima dürfte sich nach Einschätzung der Kammern auch auf den Arbeitsmarkt auswirken. Der Anteil der Unternehmen, die zusätzliche Arbeitskräfte einstellen wollen, ist gegenüber dem Jahresbeginn leicht gestiegen. Überdurchschnittlich gut sind die Beschäftigungsaussichten im Handel. Gleichzeitig äußert fast jeder Zweite die Sorge, dass sich der Fachkräftemangel zum Engpassfaktor entwickelt. Infos: www.ihks-im-ruhrgebiet.de und www.bochum.ihk.de

Jeder achte Retter Opfer körperlicher Gewalt Bochum (idr).

Körperliche und verbale Gewalt sind für Mitarbeiter im Rettungsdienst an der Tagesordnung: 13 Prozent sind in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Opfer von körperlicher Gewalt im Einsatz geworden. 60 Prozent berichten von verbalen Attacken. Das ist das Ergebnis der Studie „Gewalt gegen Einsatzkräfte“, für die Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum mehr als 800 Mitarbeiter von Feuerwehren und Rettungsdiensten in Nordrhein-Westfalen befragten. Am stärksten von Gewalt betroffen sind mit rund 85 Prozent die Mitarbeiter im Rettungseinsatz. 39 Prozent derjenigen, die körperliche Gewalt erlebt hatten, gaben an, dass sie körperliche Schäden davongetragen haben. Bei 21 Prozent waren es psychische Beeinträchtigungen. Mehr als die Hälfte der Vorfälle ereigneten sich in den Abend- und Nachtstunden, wenn Alkohol und Drogen eine Rolle spielen. Gewaltsame Übergriffe finden der Studie zufolge besonders häufig in Großstädten mit über 500.000 Einwohnern statt. Die Täter sind in rund 90 Prozent der Fälle männlich und zwischen 20 und 39 Jahre alt.

NRW Wissenschaft & Forschung Forschungseinrichtungen gründen „Akademie im Exil“ für emigrierte türkische Wissenschaftler Essen/Berlin (idr).

Das Institut für Turkistik der Universität Duisburg-Essen, das Kulturwissenschaftliche Institut in Essen (KWI) und das Forum Transregionale Studien in Berlin gründen gemeinsam die „Akademie im Exil“ mit Standorten in Essen und Berlin. Die Einrichtung soll eine Plattform für türkische Wissenschaftler schaffen, die in der Türkei als Regimegegner gelten und Repressionen ausgesetzt sind. Bis zu zehn Fellowships pro Jahr vergibt die Akademie an gefährdete und im Exil lebende Wissenschaftler. Sie will zugleich ein Forum zur Reflexion über Wissenschaftsfreiheit und Exilwissenschaft bieten und die Türkeiforschung in Deutschland beleben. Die Initiative wird von der Volkswagenstiftung gefördert. Infos: www.uni-due.de/turkistik/aktuelles.php

„Woanders is auch scheiße!“: Neuer Bildband erinnert an das Ruhrgebiet in den 80ern Köln/Metropole Ruhr (idr).

„Woanders is auch scheiße!“ Das Zitat von Schriftsteller Frank Goosen ist Titel eines Bildbandes über „Das Ruhrgebiet in den 1980er Jahren“, der im Kölner Emons Verlag erschienen ist. Goosen schrieb auch das Vorwort zu dem Buch mit rund 200 Bildern von Reinhard Krause, der u.a. als Fotograf für die Nachrichtenagentur Reuters arbeitete. Das Buch lädt die Leser zu einer Zeitreise zwischen Rhein und Lippe ein. Krause fing Strukturwandel und Laubenleben, Herrenkarneval und Freizeitkultur, Demos und Strukturwandel ein. Entstanden sind mal witzige, mal melancholische und mal abgründige Aufnahmen, die ein Panorama des Ruhrgebiets und seiner Menschen ergeben. Infos: www.emons-verlag.de

Ganztagsbetreuung im Ruhrgebiet steigt (idr).

Rund 218.900 Schüler in der Metropole Ruhr nahmen im Schuljahr 2016/17 ein Ganztagsangebot wahr. Das entspricht einer Betreuungsquote von 47,5 Prozent (NRW: 48,2 Prozent). Damit hat sich der Anteil in den vergangenen fünf Jahren um rund acht Prozentpunkte erhöht. Das haben Statistiker des Regionalverbandes Ruhr (RVR) auf der Grundlage von Daten des Landesamtes IT.NRW errechnet. Rund 44 Prozent der Schüler in der Primarstufe und rund 50 Prozent in der Sekundarstufe I nahmen an einem Ganztagsbetreuungsmodell teil. Am niedrigsten war die Betreuungsquote im Kreis Unna mit 40,7 Prozent, am höchsten in Oberhausen mit 59,8 Prozent. Infos: www.it.nrw.de

Bildungsgrad der Eltern entscheidet über soziokulturelle Teilhabe der Kinder Essen (idr).

Eltern sehen kulturelle Bildung als wichtige Grundlage für den Lebenserfolg ihrer Kinder an. Doch wie stark sie ihren Nachwuchs in diesem Bereich fördern, hängt wesentlich vom Bildungshintergrund und von den finanziellen Verhältnissen ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die der Rat für Kulturelle Bildung mit Sitz in Essen in Auftrag gegeben hat. Mehr als 90 Prozent der Befragten sagen, dass kulturelle Bildung die Entwicklung ihrer Kinder fördere. Gleichzeitig werden Kinder aus bildungsferneren Familien zu Hause weniger unterstützt und nehmen seltener außerschulische Kulturangebote wahr. Nur ein Viertel der Eltern mit mittlerem oder einfachem Bildungsabschluss ist davon überzeugt, seine Kinder musikalisch oder künstlerisch unterstützen zu können. Trotzdem haben diese Eltern kein großes Interesse daran, dass ihre Kinder außerhalb von Kita und Schule an angeleiteten Kulturangeboten teilnehmen. In Familien mit niedrigerem Bildungsabschluss der Eltern haben nur 37 Prozent der Kinder in den vergangenen zwölf Monate an solchen Angeboten teilgenommen. Bei Akademikerfamilien waren es 59 Prozent. Infos: www.rat-kulturelle-bildung.de/publikationen/studien

Vonovia und französiches Wohnungsunternehmen unterzeichnen Partnerschaftsvereinbarung (idr).

Die Bochumer Vonovia SE und die französische Groupe SNI haben heute in Paris eine Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet. Die beiden Wohnungsunternehmen wollen ihr jeweiliges Know-how und Marktwissen zusammenzuführen und gemeinsame Wachstums- und Investitionsmöglichkeiten identifizieren. Die Unternehmen sehen in der Vereinbarung zudem ein Signal dafür, dass Wohnraum nicht länger aus einem rein nationalen Ansatz heraus betrachtet werden kann. Gemeinsam sollen Möglichkeiten der effizientesten Ressourcenverwendung, Energiesparlösungen und Dienstleistungen gefunden werden. Zudem geht es um grenzüberschreitende Investitionen auf dem Wohnimmobilienmarkt und das Ausloten von potenziellen Investitionspartnerschaften. Die Vonovia ist Deutschlands größtes Wohnungsunternehmen mit rund 355.000 Wohnungen und einem Portfoliowert von rund 30,8 Milliarden Euro. Die Groupe SNI ist die Immobilientochtergesellschaft des staatlichen Finanzinstituts Caisse des Dépôts und der größte Sozialwohnungsbauträger in Frankreich. Das Portfolio umfasst 348.000 Wohnungen. Infos: www.vonovia.de