Leserbrief: Umgestaltung des Werdener Rathausvorplatzes

Der Bezirksbürgermeister wundert sich, dass von Seiten der
Bevölkerung zur Umgestaltung des Rathausvorplatzes -als Teil
des Verkehrsverlagerungskonzeptes- wenig zu hören sei.
Nein, das ist nicht verwunderlich. Aufschluß hierüber gibt
z.B. die Befürworter-Meinungs-Pin-Wand mit den Bürgeräußerungen.

Nun zum Aktuellen:
Das VG Gelsenkirchen hat zum Verkehrskonzept gesprochen.
Der Rat der Stadt Essen hat demzufolge am 28.11.17 die Planung
zum Beschluß vom 12.7.17 gem. Gerichtsbeschluß revidieren müssen,
weil diese in der veröffentlichten Fassung rechtswidrig war.
So sahen wir es, so sah es auch das Verwaltungsgericht.
Und die Juristen der Stadt, im Rat und der Bezirksvertretung wollen
nicht gewußt haben, dass die Inanspruchnahme von Privateigentum
nach Gutsherrenart rechtswidrig ist? Das ist mehr als peinlich.
Da werden Konzeptgegner gehalten, gültiges, allgemein bekanntes
Recht einzufordern.

Die Stadt ist sich ausweislich der Begründung des Baubeschlusses
des VG Gelsenkirchen bewußt, dass sie mit dem Verzicht auf ein
Planverfahren rechtswidrig handelt.

Sehen wir es sportlich: Die Ortspolitik hat den Werdener das
Verkehrsverlagerungskonzept als ein „Hole in one“ beschrieben,
und nun steht fest, es hatte nicht einmal „Platzreife“.

Rainer Ringhoff, Essen

Leserbrief: ELA-Aussichtsplattform im Wald ist vom Tisch – Vernunft siegt vor Leidenschaft

„Unser Dank an die SPD, CDU und das EBB, die umstrittene Plattform abzulehnen. Die 50 Tausend Euro könnten nun, nach den Vorstellungen des VCD-KV-Essen, für die Ertüchtigung der von Vandalismus beschädigten Aussichtpunkte, (Beispiel Korte Klippe und Am Hallo) verwendet werden. Oder und für die Baumbepflanzung der vielen vergessenen, gut erhaltenen Baumbeete
in den Siedlungen und Schulhöfen unserer Stadt. Das käme dem Klimaschutz und der Grünen Hauptstadt 2017 nachhaltig zu Gute und die Bürgerinnen und Bürger erinnern sich tagtäglich an die Vorzüge des Titels „Grüne Hauptstadt vor ihrer Haustür. Außerdem würden diese Nachpflanzungen, auf pragmatische Art und Weise, einen Beitrag dazu leisten, die problematischen Co²-Werte in unserer Stadt wieder in Sauerstoff um zu wandeln (Gestriger NRW-Umweltbericht, in dem, Anm. d. Red., NRW eine verheerende Umweltbilanz attestiert wurde).
Eine weitere Anregung für die Grüne Hauptstadt könnte auch die Unterbindung und Beseitigung der wilden Sperrmüllablagerungen in unserer Stadt sein, nicht das die Stadt Essen im Jahr 20… den Titel Stadt der wilden Müllkippen gewinnt. Wermutstropfen  ist jedoch, dass die Außenwirkung schwer zu vermitteln ist.“

Peter Kayser
An der Hütung 8
45327 Essen

Leserbrief zum Verkehrskonzept/Neuer Markt in Essen-Werden

Zu Berichterstattungen in Essener Printmedien schreibt uns der Werdener Architekt Rainer Ringhoff:
In der Werdener Aula wurde am 1.12.16 die Gestaltung des Neuen Marktes vorgestellt. Das Verkehrskonzept bleibt überschriftlich unter Geschäftsleuten umstritten. Viele Einzelhandelsbetriebe haben bereits dicht gemacht. Rainer Lorenz, jahrzehntelang gut sortierter erfahrener Fotobetrieb, will auch schließen, wenn der Verkehrsunsinn kommt. Der Werbering reklamiert für sich, dass ihm nur 1 Betrieb bekannt sei, der gegen das Konzept gestimmt habe. Uns ist mitgeteilt worden, dass zum Zeitpunkt der Abstimmung nur ca. 25 % der Mitglieder anwesend waren. Man freue sich über Strom- und Wasseranschluss auf dem Neuen Markt. Und das für 3- 4 Veranstaltungen im Jahr. Geschützt in einer Seitengasse bekommt man von den 2- 3 Jahren Umbauphase so gut wie nichts mit. Die Bürgerinitiative Fließend Werden/Interessengemeinschaft B 224 Werden hat nichts gegen die Neugestaltung des Neuen Marktes (der keiner ist), aber damit wird in sklavischer Abhängigkeit das abzulehnende Verkehrsverlagerungskonzept auch mit eingeläutet. Die strategischen perfiden Gründe liegen offen.
Frau Leipprand der Grünen sieht in den aufzustellenden Spielgeräten keine Gefahr. Ich auch nicht. Aber das ist nicht der Punkt. Der in nur 4 m Abstand gewollt beschleunigte, mit starker Kurve bergabführende LKW/PKW-Durchfahrtverkehr, der gutachterlich bestätigte steigende z.T. gesundheitsgefährdende Lärmpegel, die klar und deutlich gutachterlich beschriebene Erhöhung der Luftschadstoffe bilden das Gefahrenpotential, nicht die Spielgeräte. Kurz und bündig: Die Gesamtsituation wird schlechter! Und dafür stehen die Grünen. Auch zur sogen. Mauer steht was im Gutachten. Schade, dass Frau Leipprand keine Zeit gefunden hat, am 21.11.16 in der Grünen-Parteizentrale am Gespräch teilzunehmen. Die Umgehung von Werden ist seit ca. 50 Jahren Dauerthema. Es gibt Umgehungs-varianten, die den Ortskern massiv entlasten würden. Wenn nun in euphorischer Eintracht immer wieder der sich seit 50 Jahren als falsch erwiesene Ortskern-durchfahrt gehuldigt wird, werden sich Folgepolitiker um diese Fehlentscheidung wieder bemühen. Es gibt Alternativen! Natürlich nicht sofort oder zum O-Tarif. Der gesunde Menschenverstand und vor allem Ortskenntnis insbes. zum Zeitpunkt der Rush Hour reichen aus, um das Thema realistisch einzuschätzen. Die Abteistraße ist heute schon tageszeitig und grenzwertig überlastet! Was ist wichtiger: Die Bewohner oder der beschleunigte Durchfahrtverkehr? Herr Göbel hat in unbeabsichtigter Weise für den Lattenknaller schlechthin gesorgt. Nicht wegen seines Statements, nein, das ist völlig in Ordnung, wenn er klarstellt, dass auf der Brückstraße parkende Autos zur Fahrbahn eine Art Schutzwall bilden. Schauen wir aber 30 m weiter! Herr Göbel setzt sich gleichermaßen dafür ein, dass der beschriebene Schutzwall auf der Abteistraße entfällt und die Bürgersteige schmaler werden. Vergegenwärtigen wir uns in Erweiterung dieses Sachverhaltes eines städt. Schreibens vom 7.9.15 an Frau Soller, Abteistr. 12, des Traditions-Blumengeschäftes.

Zitat auszugsweise:
Da Sie Ihr Sortiment auch vor Ihrem Geschäft präsentieren, wird durch den näheren Autoverkehr dieses einer größeren Anzahl von potentiellen Kunden gezeigt. In anderen Stadtteilen zeigt dieses einen umsatzfördernden Effekt. Kein Kommentar. Den kompletten Brief und Schriftwechsel kann man auf unserer Web-Site nachlesen.
Werden befindet sich am Scheideweg. Wollen wir, dass das Werdener Nadelöhr für die nächsten 50 Jahre ein noch stärkerer Verkehrsschwerpunkt der Nord-Süd-Achse wird, oder erhalten wir uns den fast dörflichen Charakter? Es gibt Alternativen! Verbesserungsvorschläge liegen der Stadt seit mehreren Jahren vor. Gegenteiliges zu behaupten ist schlichtweg wahrheitsfeindlich. Hat die Stadt Essen z.B. Förder-gelder vom 270 Milliarden-Topf für den Straßenneubau Essen angemeldet? Nun müssen wir nur noch den Kommunalpolitikern aus dem Umland, Kettwig, Bredeney, Rüttenscheid, Kray oder sonst woher nahebringen, was Werden tatsächlich entlastet! Man muss die Bewohner mitnehmen, war, ist und wird immer der richtige politische Ansatz sein. Da lob ich mir den CDU-Haudegen Kranz.

Rainer Ringhoff

Titelfoto: Darstellung Abteistr. ohne Schutzwall (Ringhoff)

 

Leserbrief zu: Stadt hält an Ela-Plattform fest

Trotz zahlreicher Kritiken von Leserinnen und Leser, hält die Verwaltung unbeirrt am Projekt der Ela-Plattform fest. Bei den Problemen von Vermüllung und Vandalismus setzt die Stadt nun auf die soziale Kontrolle der Besucher. Es steht zu befürchten, dass illegale Müllbeseitiger sich ihres Mülls, im Schutze der Dunkelheit entledigen werden. Sie werden geradezu dazu eingeladen, ihren Müll über die Plattform hinabstürzen zu lassen, da der Weg vom Auto zum Abhang sehr bequem ist. Es wird ein sehr großer Aufwand sein, den Müll aus 6 Metern Tiefe zu bergen. Die Kosten dafür trägt natürlich der Bürger über seine Müllgebühren.
Die Ela-Plattform ist ein teures, kurzlebiges, unnötiges Projekt. In 5 Jahren wird einen auswärtigen Besucher nicht mehr viel an Ela erinnern, da vieles überwachsen sein wird. Lediglich der darunter liegende Müll wird gut sichtbar sein. Unnötig deshalb, weil es in der näheren Umgebung schon zwei Aussichtspunkte gibt. Einer davon, an der Korte-Klippe.
Das Foto in einer Tageszeitung dazu scheint aus dem Archiv zu sein, denn die dort abgebildeten Bänke, stehen schon lange nicht mehr dort. Dieser Punkt lädt gerade dazu ein, unsere Stadt aus einer der schönsten Perspektiven kennen zu lernen. Es wäre wünschenswert, dass die Stadt die Korte Klippe wieder in diesen romantischen Ort verwandeln würde. Mit 50.000  sollte das möglich sein. Der zweite Aussichtspunkt befindet sich am Jagdhaus Schellenberg. Er präsentiert sich in gepflegtem Zustand, vermutlich weil er in Privatbesitz ist und bewirtschaftet wird. An einigen anderen Aussichtspunkten, wie z.B. Am Hangetal ist die Info-Tafel schon seit Monaten bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet. Bänke sind unbenutzbar. Es steht zu befürchten, dass spätestens wenn die große Schau der „Grünen Hauptstadt Europas vorbei ist, das Geld wieder fehlen wird, um die schönen, schon vorhandenen Aussichtspunkte in Essen zu pflegen. Schon 2010 hatte Grün und Gruga bekannt gegeben, dass sie die Erholungsinfrastruktur, aufgrund fehlender finanzieller Mittel, nicht mehr weiter erhalten könne.

Peter Kayser
An der Hütung 8
45327 Essen

Vorsitzender der „Jury Kunst im öffentlichen Raum“ fühlt sich von WAZ Berichterstattung falsch zitiert

Dr. Gerd Mahler ist Vorsitzender der „Jury Kunst im öffentlichen Raum“.  In dieser Eigenschaft hatte er eine Pressemeldung zu der Beschmierung der Skulptur „Steile Lage“ herausgegeben. Stadtweit wurde wie bekannt und auch hier kommentiert, das Angebot eines Malerbetriebes, die Säuberung durchführen zu wollen, in der Essener WAZ skandalisiert. Hierbei kam es auch zu einer Zitierung von Dr. Mahler, der sich heute von der WAZ Wiedergabe distanziert. Wir veröffentlichen daher das gesamte Schreiben im Originaltext. 

Zwischenzeitlich wurde das Kunstwerk vom Beigeordneten Andreas Bomheuer mit Frau Friederike Breder, einer Expertin des Folkwangmuseums, begutachtet (s. Titelbild). Eine Reinigungsregelung erfolgt.

hier der Text von Dr. Gerd Mahler:

„Zu der gerade in Rede stehenden Beschmierung der Skulptur „Steile Lage“ gestatte ich mir aus der Sicht der Jury „Kunst im öffentlichen Raum“ der Stadt Essen – eingerichtet sich um die vielerorts aufgestellten und mit einem nicht unerheblichen Wert behafteten Skulpturen im öffentlichen Raum der Stadt zu kümmern – einigen Anmerkungen zu dieser Causa zu machen.
Graffiti begleitet uns und nicht nur in Essen an ganz vielen Ecken der Stadt an Häuserwänden, Mauern und auch an Kunstwerken. Sie deshalb nicht im öffentlichen Raum aufzustellen und einer großen Anzahl von Menschen damit zu entziehen käme einer Verarmung des öffentlichen Raumes der Stadt gleich. Ganz im Gegenteil, wir haben in Essen viel zu wenige dieser Kunstwerke zur Belebung und zur Attraktivierung des Freiraumes und als wichtigen Beitrag für seine Bedeutung.
Denke man nur an das Thema der Haldenkunst im Revier. Über das Aufstellen auch von Kunstwerken ist auch eine Anziehung für ganz viele Besucher geschaffen worden, die sonst keinen Anlass hatten diese Region zu besuchen.

„Landart“ vom Feinsten im Revier und außergewöhnlich in ganz Europa.

Dass die Skulptur „Steile Lage“ von einem Sprayer beschmiert wurde ist nicht nur eine Sauerei, sie zeigt auch den Verfall der Achtung vor solchen Kunstwerken.

Diese Werke nun nicht mehr in der Stadt aufzustellen wäre genau das Falsche Signal.

Das Aufstellen der Kunstwerke im öffentlichen Raum ist nun leider auch mit einem nicht unerheblichen bürokratischen Aufwand zu regeln. Versicherungen müssen abgeschlossen werden und Verträge mit dem Künstler über z.B. Urheberechte sind nicht so einfach zu regeln. Dabei geht es auch manchmal um eine nicht kleine Regressforderung.
Man denke an die Entfernung der Plastiken „Geister“ am Saalbau durch den Besitzer wegen mangelhaftem Versicherungsschutz gegen Sprayer.
Die Spitzerplastik am Rande des Kennedyplatzes an einen anderen Ort zu stellen – wie ich meine auch dringend notwendig um dieser Plastik auch die genügende Anerkennung zu geben und sie nicht als großen Müllbehälter zu benutzen – wäre sehr angebracht. Nur leider verhindern die damals mit dem Künstler und der Stadt ausgehandelten Verträge dies.

Also bitte etwas Gemach an den Tag legen bei den Kommentaren über die derzeitige Bitte der Kulturverwaltung um Aufschub für das Angebot des Malermeisters die Plastik von den Schmierereien zu befreien.

Es sollte doch deutlich werden, dass all diese (also viele) Rahmenbedingungen sachkundig vor einer Reinigung geprüft werden sollten um Schaden von der Stadt zu nehmen.

Dafür steht in der Verwaltung gerade mal ein Viertel einer Sachbearbeitungsstelle zur Verfügung (nochmals in deutlichen Worten etwa 10 Stunden Arbeitszeit pro Woche) um neben dem Überprüfen solcher Verträge, die Katalogisierung aller Kunstwerke, Entwicklung dringend erforderlicher Hinweisschilder, suchen von Sponsoren für weitere Kunst im öffentlichen Raum und vieles andere mehr, zu erledigen.
Wenn diese Frau nun mal ihren wohlverdienten Urlaub macht kann ja dann auch ohne große Aufregung die Säuberung kurz warten.“

Anmerkung: Hervorhebung in Fettdruck durch Redaktion nachträglich zur Verdeutlichung der Falschinterpretation hinzugefügt. Redaktion Die Erle.

Wir kommentierten hier unter essenruhr.de diesen Vorgang bereits…(anklicken!)

Titelfoto: Beigeordneter Andreas Bomheuer mit Frau Friederike Breder, einer Expertin des Folkwangmuseums, bei der Begutachtung der Schäden an der Skulptur „Steile Lage“ (Foto: Stadt Essen)

(stk., unter Verwendung des Originals der Presseveröffentlichung von G. Mahler)

Leserbrief zum Thema: GVE klagt gegen Roland Berger

Der an uns gerichtete Leserbrief von Dietrich Keil nimmt Stellung zu einem WAZ-Artikel am 7. 3., „GVE klagt gegen Roland Berger“

„Höchste Zeit, die Fa. Roland Berger zur Verantwortung zu ziehen. Berater wie sie haben sich darauf spezialisiert, mit meist vorgefertigten, weitgehend nutzlosen pseudowissenschaftlichen „Expertisen“ zu horrenden Preisen gerade Kommunen abzuzocken. „Essen 2030“ war und ist nur modischer Berger-Schrott ohne Wert für Essens Zukunft. Schlimmer noch beim Komplex RWE. Die Verantwortung trägt in Essen aber die Stadtspitze und die GVE-Spitze samt Aufsichtsrat, die ohne Leistungsbelege jahrelang dafür zahlten, dass erkennbar nichts Positives „beraten“ wurde. Es sei denn die Kostenexplosion des Stadions und damit auch der Beratungskosten. Dieser Skandal gehört ebenso angeklagt!“

Dietrich Keil

Anmerkung der Redaktion: Die Redaktion Die Erle hat seit 2012 kontinuierlich um Aufklärung über den Abmachungsinhalt zwischen Firmen und dem damaligen Oberbürgermeister Reinhard Paß gefordert, und dabei sich auf Äußerungen und Einlassungen in der Eröffnungspressekonferenz zur OB-Sache „Essen 2030“ bezogen. Bis zum heutigen Tage und über seine Abwahl hinaus, hat Herr Paß sich, ebenso wie die diese tatsachenbeauptende Firma, einer Stellungnahme entzogen. Wir werden in Kürze erneut das Audio der damaligen Pressekonferenz einstellen.