Studenten der Universität Duisburg-Essen auf den Spuren der Hexenprozesse

Ein Seminar von Studierenden der Geschichte an der Universität Duisburg-Essen unter der Leitung von Dr. Erika Münster-Schröer und Prof. Dr. Ralf-Peter Fuchs hat heute die Erinnerungsorte zu den Hexenprozessen in Euskirchen-Flamersheim besucht.

Geführt von Dr. Claudia Kauertz, Leiterin des Sachgebiets Archivberatung im LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (LVR-AFZ), und Dr. Gabriele Rünger, Leiterin des Stadtarchivs Euskirchen, erlebte die Gruppe die Originalschauplätze der Flamersheimer Hexenverfolgungen.

In Flamersheim, dem Hauptort der ehemaligen Herrschaft Tomburg, fanden auf dem Höhepunkt der europäischen Hexenverfolgungen in den Jahren 1629/30 Hexenprozesse gegen mindestens fünf Frauen statt. Vier von ihnen wurden nachweislich auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Die einzige noch vorhandene Quelle zu diesen Prozessen ist das als Fragment erhaltene sogenannte Flamersheimer Hexenprotokoll, das während der Hexenprozesse im Flamersheimer Gerichtsgebäude (Dinghaus) entstanden ist. Erstmals im 19. Jahrhundert entdeckt, galt es etwa hundert Jahre lang als verschollen. Im Jahr 2014 hat Dr. Claudia Kauertz das Manuskript in der Universitätsbibliothek der Cornell University (USA) wieder entdeckt – ein Fund der regional wie überregional beachtet wurde.

Mit dem frühneuzeitlichen Dinghaus, dem Urteilstein am Markt und der Burg Flamersheim sind heute in Flamersheim noch drei Denkmale erhalten, die als Erinnerungsorte an die Zeit der Hexenverfolgungen dienen können. Die bislang kaum bekannte Geschichte dieser Denkmale, deren Gestalt und Standort sich seit dem 17. Jahrhundert zum Teil erheblich verändert hat, wurde inzwischen von Dr. Claudia Kauertz und Dr. Gabriele Rünger erforscht und aufgearbeitet. Die beiden Archivarinnen und Historikerinnen haben die Gruppe auf ihrem Rundgang durch Flamersheim begleitet.

Die Studierenden hatten sich zuvor in einem Seminar mit Hexenprotokollen als den wohl wichtigsten Quellen zur Geschichte der Hexenprozesse befasst und dabei auch das Flamersheimer Hexenprotokoll kennen gelernt. Anlässlich der heutigen Exkursion wurde die Geschichte der Originalschauplätze der Flamersheimer Verfolgungen erstmals einem größeren Interessentenkreis vorgestellt.

(ü. Pm., LVR)

Landschaftsversammlung verabschiedet Doppelhaushalt

 Die Landschaftsversammlung Rheinland hat heute einstimmig einen Doppelhaushalt für die Jahre 2017 und 2018 verabschiedet. Die politische Vertretung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) beschloss einen Etat in Höhe von rund 4 Milliarden Euro für 2017 und von rund 4,1 Milliarden Euro für 2018. Die Umlage soll im Jahr 2017 um 0,6 von zurzeit 16,75 auf 16,15 Prozentpunkte sinken. 2018 wird die Landschaftsverbandsumlage auf 16,20 Prozent festgesetzt.

Trotz des bevorstehenden Inkrafttretens des Bundesteilhabegesetzes, das für den LVR erheblichen finanziellen Mehraufwand bedeuten wird, zeigt sich der LVR in der Umlagegestaltung weiter als verantwortungsvoller Partner der rheinischen Städte und Kreise. Dass der Umlagesatz nun sogar gesenkt werden kann, bestätigt den erfolgreichen Konsolidierungs- und Steuerungskurs des LVR, so Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland.

Der LVR finanziert sich zu rund zwei Dritteln über die von seinen Mitgliedskörperschaften zu entrichtende Landschaftsumlage. Die zwölf rheinischen Kreise, 13 kreisfreie Städte im Rheinland und die StädteRegion Aachen werden 2017 rund 2,59 Milliarden Euro und 2018 rund 2,68 Milliarden Euro Umlage entrichten. In fast alle Mitgliedskörperschaften fließen Leistungen des LVR in höherem Umfang zurück, als Umlage entrichtet wird.

Die Leistungsübersichten der 26 Mitgliedskörperschaften des Jahres 2015 finden Sie hier: Leistungsübersichten 2015.

Knapp 90 Prozent der Aufwendungen werden für gesetzlich festgelegte soziale Leistungen eingesetzt  insbesondere für die Hilfen zum Wohnen und zur Beschäftigung für Menschen mit Behinderungen, die sogenannte Eingliederungshilfe. Die Zahl und der Hilfebedarf der Menschen, die Leistungen des LVR in Anspruch nehmen, steigen kontinuierlich und führen zu Kostensteigerungen von rund 100 Mio. Euro jährlich. Aufgrund der mit dem Bundesteilhabegesetz ab 2020 vorgesehenen erhöhten Einkommens- und Vermögensfreigrenzen rechnet der LVR mit einer weiteren Erhöhung des Zuschussbedarfes in der Eingliederungshilfe um rund 100 Mio. Euro.

Gerade vor dem Hintergrund der sich verändernden Sozialgesetzgebung, die auch die Kommunen betrifft, möchte der LVR mit seinem zweiten Doppelhaushalt den Mitgliedskörperschaften ein Höchstmaß an planerischer Sicherheit für die eigenen Haushalte geben, so Renate Hötte, Kämmerin des LVR. Der LVR hat für die kommenden Jahre ein weiteres Konsolidierungsprogramm mit einem Volumen von 70 Millionen Euro aufgelegt und wird die geplanten Defizite der Jahre 2017 und 2018 über die Ausgleichsrücklage, also über Eigenkapital decken. Im Jahresabschluss 2016 aufzulösende Rückstellungen aus dem Rechtsstreit über die Kostenübernahme der Integrationshilfen werden die Mitgliedskörperschaften zudem im Jahr 2017 weiter entlasten, stellt Renate Hötte für das kommende Jahr in Aussicht.

Essen erhält 276.000 Euro vom LVR Landschaftsausschuss beschließt für 2017 die Förderung von insgesamt 114 Projekten mit 4,8 Millionen Euro im Rheinland

Der Landschaftsausschuss der Landschaftsversammlung Rheinland hat in seiner heutigen Sitzung unter Leitung von Prof. Dr. Jürgen Wilhelm für das kommende Jahr die Förderung von 114 kulturellen Projekten mit 4,8 Millionen Euro für die kommunale Familie beschlossen.

Damit unterstützt der Landschaftsverband Rheinland (LVR) im Rahmen seiner Regionalen Kulturförderung die Vielfalt und Nachhaltigkeit des kulturellen Angebotes und Erbes im Rheinland.

Auch Essen erhält Zuwendungen in Höhe von 276.000 Euro für insgesamt sechs Projekte, unter anderem für das Kulturdenkmal Deilbachtal, den Aufbau eines historischen Archivs der Arbeiterwohlfahrt am Niederrhein, für die Ausstellung Bauhaus im Rheinland- Bauhaus in Tel Aviv in der Alten Synagoge Essen und die Erhaltung traditioneller Arbeiter- und alter/neuer Ruhgebietslieder.

Das rheinische Kulturangebot mit seinen zahlreichen Projekten ist ein wichtiges Aushängeschild für die Region und dessen Erhalt eine gesellschaftliche Pflicht, die der LVR beispielhaft erfüllt. Es ist unsere Aufgabe, die kulturelle Landschaft des Rheinlands zu bewahren. Deswegen freue ich mich, dass wir mit der finanziellen Unterstützung dazu einen wirksamen Beitrag leisten können, betonte Wilhelm.

Mit der Regionalen Kulturförderung werden sowohl eigene als auch Projekte der Mitgliedskörperschaften des LVR finanziell unterstützt, die die kulturelle Identität des Rheinlandes stärken. Dazu zählen zum Beispiel Maßnahmen des Denkmalschutzes, der Archäologie, der Heimatpflege, der Rheinischen Geschichte und Volkskunde, kulturelle Kooperationen, Veranstaltungen, Bildung und Vermittlung.

Weitere Infos entnehmen Sie der Vorlage 14/1587 unter https://dom.lvr.de/lvis/lvr_publik.nsf/WEB51AnsichtAlleDaten?ReadForm&grem=1110&date=16.12.2016&grname=Landschaftsausschuss

(ü. Pm., LVR)

LVR-Industriemuseum und Stiftung Ruhr Museum vereinbaren Zusammenarbeit

Das LVR-Industriemuseum in Oberhausen und die Stiftung Ruhr Museum in Essen werden künftig noch enger zusammenarbeiten. Diese Absicht haben sie jetzt in einem Kooperationsvertrag besiegelt. Im Rahmen dieser Vereinbarung wollen beide Häuser dauerhaft Synergien, Ressourcen und Erfahrungen in den Bereichen Sammlung, Ausstellungswesen und Öffentlichkeitsarbeit gemeinsam nutzen.

Unter dem Titel „Zechen im Westen“ präsentieren sie zum Beispiel im Jahr 2018, dem Jahr des Kohleausstiegs, eine gemeinsame Fotoausstellung mit Werken aus den Fotoarchiven beider Museen. Ausstellungsort wird die St. Antony-Hütte des LVR-Industriemuseums in Oberhausen sein. Die historischen Motive werden von den Anfängen des Bergbaus über die Blütezeit bis hin zum Zechensterben reichen und die Zeit vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zu den 1970/80er Jahren abdecken.

Dass die Zusammenarbeit der beiden großen Museen im Ruhrgebiet funktioniert und erfolgreich ist, haben sie bereits in der Vergangenheit bewiesen. Im Jahr 2014 zeigten sie in der spektakulären Mischanlage der Kokerei Zollverein die große Publikumsausstellung „1914 – Mitten in Europa“. Die Ausstellung zählte 75.000 Besucher und war die deutschlandweit größte Ausstellung zum Gedenkjahr des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges und eine der erfolgreichsten Ausstellungen, die bisher auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein zu sehen waren.

Der Landschaftsverband Rheinland, Träger des LVR-Industriemuseums, unterstützt die Stiftung Ruhr Museum seit ihrer Gründung im Jahr 2008 mit jährlich 1,85 Millionen Euro.

(ü. Pm.)

Literaturpreis Ruhr für den Lyriker Jürgen Brôcan

Der Lyriker, Essayist und Übersetzer Jürgen Brôcan erhält den mit 10.000 Euro dotierten Literaturpreis Ruhr. Die Auszeichnung wird jährlich vom Regionalverband Ruhr (RVR) vergeben und vom Literaturbüro Ruhr organisatorisch und konzeptionell betreut.

Brôcans in kleinen Verlagen veröffentlichten Gedichte handeln von Schönheiten, die man leicht übersieht, von Erinnerungen und subtilen Wahrnehmungen. Nicht weniger preiswürdig sind seine Essays zum Ruhrgebiet und seiner Geschichte sowie sein übersetzerisches und editorisches Werk, u. a. mit Übertragungen ins Deutsche von Werken von Walt Whitman und Nathaniel Hawthorne. Mit dem Förderpreis des Literaturpreises Ruhr werden Sabine Vieweg (Duisburg) für ihre Erzählung „Malena“ und Martin Kasch (Köln) für seinen Text „Ein Rest Refrain“ ausgezeichnet. Die Jury wählte die beiden Beiträge aus 181 Einsendungen zum Wett-bewerbsthema „Musikgeschichten“ aus. Der Förderpreis ist mit je 2.555 Euro dotiert. Der Preis für den schriftstellerischen Nachwuchs, gestiftet vom Rotary Club Essen, geht an Verena von Plüskow (Duisburg) für ihren Wettbewerbsbeitrag „Der Ausflug“. Der Literaturpreis Ruhr wird 2016 zum 31. Mal verliehen. Zu den Preisträgern gehörten bisher u. a. Liselotte Rauner und Jürgen Lodemann, Ralf Rothmann und Marion Poschmann, Frank Goosen und Fritz Eckenga. Die öffentliche Preisverleihung findet statt am Freitag, 11. November 2016, um 19.30 Uhr im Martin Luther Forum Ruhr in Gladbeck.

(ü. Pm., idr)

Broschüren der RVR-Umweltpädagogischen Station Heidhof informieren über Angebote für Schüler und Lehrer

Zahlreiche spannende Exkursionen und Fortbildungen bietet die Umweltpädagogische Station Heidhof in Bottrop-Kirchhellen für das Schuljahr 2016/17 an. In zwei neu aufgelegten Broschüren informiert der Regionalverband Ruhr (RVR) über das Programm an seiner Station.

In der Broschüre „Umweltpädagogische Station Heidhof“ werden in einer Gesamtdarstellung die RVR-Einrichtung als außerschulischer Lernort und ihre erlebnisorientierten Angebote für die Sekundarstufen I und II vorgestellt. Die Klassen und Gruppen können unter rund 20 verschiedenen Themen wählen. Neu im Programm sind die Bausteine „Superfood am Wegesrand und süße Beeren aus aller Welt“ für Schüler ab Klasse fünf sowie „Gesundheitserziehung in der frühkindlichen Bildung verknüpft mit Freilandarbeit“. Letzterer wendet sich an junge Menschen in der Sekundarstufe II und in Berufskollegs und ist dank speziell entwickelter Arbeitsmaterialien auch für Inklusionsschüler und Sprachfördergruppen geeignet. Im neuen Flyer „Fortbildungen und Praxisseminare“ sind die Angebote für Pädagogen zusammengefasst. Die Spanne reicht von Unterrichtsbausteinen zu den Themenkreisen Gewässer, Wald, Landschaftswandel bis zu Gesundheit und Naturerlebnis. Möglich sind darüber hinaus Themen nach Absprache mit dem Lehrer-Team der Station. Sämtliche in den Flyern beschriebene Angebote sind kostenlos. Die Broschüren können an der Umweltpädagogischen Station Heidhof unter 02045/4056-14 angefordert und unter www.umweltstationheidhof.metropoleruhr.de heruntergeladen werden.

(ü. Pm., idr)

 

LVR setzt finanzielle Unterstützung des Ruhr Museums auf Zollverein in Essen fort

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) verstetigt seine finanzielle Unterstützung des Ruhr Museums und des Besucherzentrums im Welterbe Zollverein in Essen bis zum Jahr 2021.

Das hat der Landschaftsausschuss des LVR unter Vorsitz von Prof. Dr. Jürgen Wilhelm (SPD) beschlossen. Das Museum ist ein bedeutender Partner im LVR-Netzwerk Kulturelles Erbe im Rheinland.

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„Ich freue mich, dass der Landschaftsverband Rheinland aufgrund der heutigen Zustimmung des Landschaftsausschusses weiterhin die UNESCO-Welterbestätte Zollverein Essen unterstützen wird. Die heutige Entscheidung sieht außerdem vor, dass die Zusammenarbeit zwischen de(m Ruhr Museum und dem LVR-Industriemuseum noch weiter verstärkt wird“, betonte Prof. Dr. Jürgen Wilhelm.

Für den Betrieb des Ruhr Museums und des Besucherzentrums wird der Landschaftsverband in den Jahren 2017 bis 2021 jährlich bis zu zwei Millionen Euro beisteuern.

(ü. Pm.)

 

LVR-Klinken aus dem Rheinland protestieren – Auch Essen betroffen

In Kürze werden wir von einem Pressebesuch in einer Essener Beratungsstelle berichten, die mit Mitteln der EU gefördert wird. Hierbei wurde uns von den Mitarbeitern berichtet, dass die durchschnittliche Wartezeit für einen dringend benötigten Therapieplatz für Jugendliche bei mindestens 9 Monaten liegt. Wenig schmeichelhaft für eine Stadt, die sich gerne das Image eines Medizinischen Zentrums in der Region anheften möchte. Heute geht nun der LVR mit einer Pressemeldung in die Öffentlichkeit, der die Hintergründe der bekannten Versorgungsengpässe aufzeigt. Hier im Wortlaut: 

„Mit dem Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) wurde die Finanzierung der laufenden Kosten der Krankenhäuser auf eine deutlich verbesserte Grundlage gestellt und ein wichtiger Beitrag zur weiteren Steigerung der Versorgungsqualität geleistet. Doch die unzureichende Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser durch die Länder bleibt weiterhin ungelöst.

„Die neun psychiatrischen LVR-Kliniken in Bedburg-Hau, Bonn, Düren, Düsseldorf, Essen, Köln, Langenfeld, Mönchengladbach, Viersen sowie die LVR-Klinik für Orthopädie Viersen brauchen vom Land die notwendigen Fördermittel zur Schließung der Förderlücke“, forderte Martina Wenzel-Jankowski an der Spitze des LVR-Klinikverbundes als zuständige LVR- Fachdezernentin. „Ohne Frage haben Staat und unsere Krankenhäuser im Rheinland in der Vergangenheit gemeinsam viel erreicht. Die Investitionen der Vergangenheit in Infrastrukturen haben die psychiatrische und an zwei unserer FachkIiniken auch die neurologische Versorgung modernisiert, menschlicher gemacht und fachlich verbessert. Auch unsere Klinik für Orthopädie profitierte von den Investitionen. Wer Krankenhäuser schon vor 30 Jahren kannte, weiß: personenzentrierte Spezialangebote auf Augenhöhe – etwa zur Behandlung von ADHS, Früher Demenz oder Abhängigkeitserkrankungen – all das gab es damals noch nicht. Unsere Krankenhäuser zählen heute damit zu den leistungsstärksten in Deutschland und Europa – doch das wird ohne die notwendigen Investitionen nicht so bleiben, erklärte die Dezernentin Klinikverbund und Verbund Heilpädgogischer Hilfen des Landschaftsverbandes Rheinland.

Martina Wenzel-Jankowski hob hervor, dass sich vor diesem Hintergrund die nordrhein-westfälischen Krankenhäuser unter Beteiligung der zehn LVR-Fachkliniken zu einem „Bündnis für gesunde Krankenhäuser – Investieren aus Verantwortung“ zusammengeschlossen haben. Das Ziel des Bündnisses sei, das gesetzlich zur Investitionsförderung der Krankenhäuser verpflichtete Land und die Öffentlichkeit über die Situation in den Krankenhäusern in NRW im Hinblick auf die Investitionsfinanzierung aufmerksam zu machen, um die nachweislich notwendigen Fördermittel zu erhalten.

Im Rahmen dieses Bündnisses hat die Krankenhausgesellschaft NRW (KGNW) das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) damit beauftragt, erstmals flächendeckend — bis auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte — das „Investitionsbarometer NRW“ zur konkreten Investitionssituation der nordrhein-westfälischen Krankenhäuser zu erstellen. Die Ergebnisse geben erstmals Auskunft über die Förderlücken, den Bedarf und die volkswirtschaftliche Bedeutung der Krankenhäuser – auch im Rheinland – und ihre Zukunft mit Blick auf die medizinische Versorgung.

Die Studie belegt eindrücklich, dass die nordrheinwestfälischen Krankenhäuser strukturell unterfinanziert sind. 500 Millionen Euro investierte das Land 2014 in die Infrastruktur und Technik seiner Kliniken. Der tatsächliche Investitionsbedarf aber liegt jährlich bei 1,5 Milliarden Euro. Im Ergebnis beträgt die Förderlücke damit 1 Milliarde Euro. Auch aus dem Rheinland haben viele Krankenhäusern an der Studie bei einer Gesamtbeteiligung von 93 Prozent der Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen teilgenommen. Ihr jährlicher Investitionsbedarf beläuft sich auf 710 Millionen Euro. Doch nur 253 Millionen Euro Fördermittel des Landes standen 2014 bereit.

Die LVR-Dezernentin betont, dass die LVR-Kliniken schon dringende Investitionen in Gebäude und die Modernisierung der bestehenden Einrichtungen aufschieben oder aus anderen Töpfen bezahlen müssen. Ein Bau- und Modernisierungsprogramm in Höhe von 492 Millionen Euro hatte die politische Vertretung des Landschaftverbandes Rheinland, die Landschaftversammlung Rheinland, im Jahr 2010 beschlossen, um den Investitionsstau überwiegend aus eigener Kraft zu stemmen. „Die Ressourcen fehlen dann an anderer Stelle, wo sie einen unmittelbaren Nutzen für Mitarbeitende und Patientinnen sowie Patienten hätten“, so Martina Wenzel-Jankowski, verantwortlich für die LVR-Verbundzentrale, zuständig für rund 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zehn LVR-Kliniken.
Krankenhäuser sind ein Standortfaktor

Das Investitionsbarometer NRW zeigt zudem, dass Krankenhäuser nicht nur die flächendeckende medizinische Versorgung sicherstellen. Sie leisten auch einen erheblichen Beitrag zum kommunalen Steueraufkommen. 191 Millionen Euro flossen durch die laufenden Klinikbetriebe im Rheinland 2014 in kommunale Haushalte. 2,1 Prozent der kommunalen Bruttowertschöpfung fanden in den Krankenhäusern statt. Als Arbeitgeber übernehmen sie zugleich Verantwortung für rund 11.000 Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger, Ergotherapeutinnen und -therapeuten, Sozialarbeiterinnen und -arbeiter – in den zehn LVR-Kliniken. Insgesamt werden 616 Auszubildende in den psychiatrischen Krankenhäusern und der Klinik für Orthopädie ausgebildet.
Bündnis nimmt NRW in die Pflicht

Die LVR-Klinken als Mitglieder des „Bündnisses für gesunde Krankenhäuser“ richten ihren dringenden Appell an das Land NRW, die Finanzierungsmittel zur Deckung der notwendigen Investitionskosten zur Verfügung zu stellen. Dabei verweisen sie auf das 1972 eingeführte Krankenhausfinanzierungsgesetz, das den Ländern gesetzlich die Verantwortung für die Investitionsförderung zuschreibt: „Wir wollen, dass die Menschen auch in 20 Jahren noch vom medizinischen Fortschritt profitieren – unabhängig von ihrem Einkommen, Alter oder Wohnort“, erklärt Martina Wenzel-Jankowski. „Deshalb muss Gesundheit auch in Zukunft eine Gemeinschaftsaufgabe bleiben. Das Land sollte seinem gesetzlichen Auftrag gerecht werden.“

zum LVR:

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeitet als Kommunalverband mit rund 18.000 Beschäftigten für die 9,4 Millionen Menschen im Rheinland. Mit seinen 41 Schulen, zehn Kliniken, 19 Museen und Kultureinrichtungen, drei Heilpädagogischen Netzen, vier Jugendhilfeeinrichtungen und dem Landesjugendamt erfüllt er Aufgaben, die rheinlandweit wahrgenommen werden. Der LVR ist Deutschlands größter Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen und engagiert sich für Inklusion in allen Lebensbereichen. „Qualität für Menschen“ ist sein Leitgedanke.

Die 13 kreisfreien Städte und die zwölf Kreise im Rheinland sowie die StädteRegion Aachen sind die Mitgliedskörperschaften des LVR. In der Landschaftsversammlung Rheinland gestalten Politikerinnen und Politiker aus den rheinischen Kommunen die Arbeit des Verbandes.

Titelfoto: LVR Klinik in Essen (Foto: LVR)

(ü. Pm.)

Klimawochen Ruhr 2016 wandern in das Herz des Ruhrgebiets

Der Staffelstab der Klimawochen Ruhr 2016 wird weitergereicht: Von den linksrheinischen Kommunen des Kreises Wesel geht es jetzt nach Essen und Oberhausen.

Ab Montag, 18. April, übernehmen die beiden Städte im Herzen des Ruhrgebiets für eine Woche die Federführung bei den Klimawochen Ruhr 2016, die der Regionalverband Ruhr (RVR) organisiert. Vom 18. bis 24. April präsentieren sich die Kommunen und Akteure aus den Städten mit einem abwechslungsreichen Programm. So lockt beispielsweise der Landschaftspark Mechtenberg und die Halde Rheinelbe ab dem 19. April mit den Aktionstagen „Frischluft im Emscher Landschaftspark“. Schulkinder werden dort zwischen dem Dickmannsweg in Gelsenkirchen und dem Bauernhof am Mechtenberg in Essen Themen-Fahnen installieren, die eine Frischluftschneise im Ballungsraum symbolisiert. Diese Aktion wird am 28. April (Ausrichter Gelsenkirchen) und am 31. Mai (Ausrichter Bochum) fortgesetzt. Im Lumbricus, dem Umweltbus der Natur- und Umweltschutzakademie NRW, dem Satellitenempfangswagen und dem Rollenden Labor der IUZ Sternwarte Bochum können Kinder außerdem das Gelände rund um den Bauernhof erforschen. Im Rahmen der Klimawoche Ruhr 2016 können sich Interessierte zudem im Gemeinschaftsgarten Siepental umschauen oder an einer Radtour teilnehmen, die über den neuen Radschnellweg Ruhr zur Abschlussveranstaltung der Schiffsparade KulturKanal 2016 führt. Auch an die Jüngsten ist gedacht: Schüler der 5. und 6. Klasse erhalten von der Verbraucherzentrale Tipps, wie sie beim Heizen und Duschen nachhaltig handeln können. Mehr als 30 Veranstaltungen machen die Aktionswoche zu einem Erlebnis für Jung und Alt. „Durch die Klimawochen Ruhr 2016 präsentiert sich die Region mit ihrer ganzen technologischen, wirtschaftlichen und sozialen Innovationskraft. Wir freuen uns, dass so viele Kommunen, Kreise, Unternehmen, Wissenschaftliche Institute und Vereine dies nutzen und an den Klimawochen Ruhr 2016 des Regionalverbandes Ruhr teilnehmen werden“, so Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des RVR. Der Verbund aus Essen und Oberhausen ist die dritte Station der Klimawochen Ruhr 2016. Jede Woche wird der Staffelstab an eine andere Teilregion weitergereicht. Das zehnwöchige Programm umfasst insgesamt mehr als 250 Veranstaltungen. Die Klimawochen Ruhr 2016 sind ein Format des Regionalverbandes Ruhr (RVR). Es befasst sich als regionaler Kooperationspartner der Landesinitiative KlimaExpo.NRW mit Klimaschutz und Klimaanpassung. Die Klimaregion Ruhr 2022 soll die Mitmachkultur fördern, neue Impulse für Projekte setzen und als „regionales Schaufenster“ fungieren. Die Klimawochen Ruhr 2016 demonstrieren die Vielfalt und Breite des Engagements im Ruhrgebiet. Sie lenken den Blick auf lokale und regionale Strategien, Projekte und Lösungsvorschläge. Es geht um neue Technologien, ressourcenschonende Produktionsweisen, aber auch um Lebensstile, gesellschaftliche Werte und kulturelle Impulse. Infos und das Programm unter www.ruhr2022.de

(ü. Pm.)

Gründung von Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ gerät ins Stocken / Benachteiligung von Opfern aus Psychiatrien und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen beenden

 

Ehemaligen Heimkindern, die in Jugendhilfeeinrichtungen Opfer von Unrecht und Misshandlungen geworden sind, stand von 2012 bis Ende 2014 der Fonds „Heimerziehung West“ oder der Fonds „Heimerziehung in der DDR“ offen. Diese Unterstützung sollen nun auch Betroffene erhalten, denen Leid in Psychiatrien oder Behindertenheimen widerfahren ist. Die Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder im Rheinland ist beim LVR angesiedelt.

Mit Blick auf ihren gemeinsamen Appell erklären LVR-Direktorin Ulrike Lubek und Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland: „Der LVR ist als bundesweit größter Leistungsträger für Menschen mit Behinderung, als Träger von neun psychiatrischen Kliniken und vier Jugendhilfeeinrichtungen sowie als Landesjugendamt Rheinland vielfach vom Thema betroffen. Es muss schnellstmöglich eine Lösung erreicht werden im Sinne aller Menschen, die in Psychiatrien und Einrichtungen der Behindertenhilfe Schlimmes erlebt haben.“

Die Vorbereitungen für den Beginn der Stiftungsarbeit sind weitgehend abgeschlossen und es war zuletzt von einem Start im Jahr 2016 ausgegangen worden. Im Januar warf die Finanzministerkonferenz der Länder jedoch Grundsatzfragen zur Ausgestaltung der Stiftung auf, die längst geklärt schienen. Die Finanzminister kritisieren unter anderem die Absicht, pauschale Geldleistungen zu gewähren, den maximalen Gesamtbetrag pro Einzelfall und die Laufzeit der Stiftung von sechs Jahren. „Diese nunmehr erhobenen Bedenken stoßen nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch bei Politik und Verwaltung des Landschaftsverbandes auf völliges Unverständnis“, betonten Lubek und Wilhelm in ihrem Schreiben.

Der LVR geht nun von erheblichen Verzögerungen beim Start der Stiftung aus. „Die mehrjährige Dauer der Vorbereitungen bis zum Beginn der konkreten Arbeit der Stiftung führt schon jetzt nicht selten zu dem Vorwurf, dass auf dem Rücken der Geburtsjahrgänge 1940 bis 1950 versucht würde, Kosten zu sparen – ein sozialpolitisch und ethisch nicht erträglicher Vorwurf“, so Lubek und Wilhelm weiter.

In dem Schreiben verlangt der LVR von den Errichtern des Fonds, dass sie ihren Einfluss dahin geltend machen, dass es inhaltlich zu keiner Benachteiligung der Opfer aus Psychiatrien und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen im Vergleich zu den ehemaligen Heimkindern der Jugendhilfe kommt.

(ü. Pm, LVR)

GRÜNE fordern Senkung der Umlage des Landschaftsverbandes Rheinland

Für die kommende Ratssitzung am 24. Februar beantragt die Ratsfraktion der Grünen, dass sich der Rat der Stadt Essen für eine Senkung der Umlage des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) stark macht. Die sogenannte Landschaftsumlage, die die Kreise und Städte im Rheinland an den LVR zu zahlen haben, soll von 16,75 auf 16,50 Prozentpunkte gesenkt werden. Damit würde Essen rund 2,8 Millionen Euro weniger an den LVR überweisen müssen.

Dazu erklärt Rolf Fliß, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der grünen Ratsfraktion und Mitglied der LVR-Verbandsversammlung:

„Im Gegensatz zu vielen Mitgliedskommunen ist die Finanzsituation des LVR überaus positiv zu bewerten. Die nicht geplanten Mehreinnahmen in Höhe von etwa 93,7 Millionen Euro in 2016 geben dem LVR den Spielraum, einen Teil dieser Gelder an die Kommunen im Rheinland weiterzugeben. Gerade die Stadt Essen kann die rund 2,8 Mio. Euro aus einer moderaten Absenkung der LVR-Umlage gut gebrauchen.

Natürlich hat der LVR auch höhere Ausgaben zu verzeichnen. Aber es kann nicht sein, dass der Landschaftsverband sein Rücklagenbett weiter polstert, während seine Mitgliedskörperschaften neue Kredite aufnehmen müssen. Wenn wir tatsächlich eine ´kommunale Familie´ sind, wie der LVR immer beschwört, muss das starke Familienmitglied die Schwächeren besser unterstützen.“

weitere Informationen:

Umlage Mitgliedskörperschaften 2016

160224 Antrag Gruene Rat Absenkung LVR Umlage

(ü. Pm. Grüne)

Zweiter Ruhrgebietskongress zur Kinder- und Jugendgesundheit in Essen

Rund 200 Akteure aus Gesundheitsversorgung, Bildungswesen, Jugendhilfe und Wohlfahrt erwartet das Netzwerk MedEcon Ruhr zur zweiten Auflage des Ruhrgebietskongress „Gesund aufwachsen im Revier“ am 20. Februar in Essen.

Ein Schwerpunkt des Kongresses liegt in diesem Jahr auf der kommunalen Prävention. Dazu hat das NRW-Familienministerium ein Positionspapier erstellt, das im Rahmen des Treffens vorgestellt wird. Dabei geht es um Anforderungen und Konzepte für kommunale Präventionsprogramme für benachteiligte Kinder. Beteiligt sind das NRW-Modellvorhaben „Kein Kind zurücklassen!“, die Landeskoordinierungsstelle Frühe Hilfen NRW, die beiden NRW-Landesjugendämter Rheinland und Westfalen-Lippe sowie das Landeszentrum Gesundheit NRW, das Nationale Zentrum Frühe Hilfen und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Daneben sprechen die Kongressteilnehmer auch über Themen wie Kindeswohl und Kindesschutz, Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen und Gesundheits- und Sozialberichterstattung. Infos unter www.gesund-aufwachsen.ruhr

(ü. Pm. idr)