„Kluges Prinzip der Zusammenarbeit“ im Folkwangmuseum

Am Donnerstag, 7. Dezember 2017, 10 bis 17 Uhr, diskutieren Alexander Kluge und namhafte internationale Gäste über Kluges Prinzip der Zusammenarbeit in einer Reihe von Vorträgen, Lesungen und abschließendem Podium. Der ganztägige Workshop-Marathon „Ginge da ein Wind…“ widmet sich dem Wirken, Denken, Arbeitsweisen und künstlerischen Prozessen des Filmemachers und bildet das Finale der erfolgreichen Veranstaltungsreihe „Im Rausch der Arbeit.“

Zum Abschluss des hochkarätigen Begleitprogramms der aktuellen Kluge-Ausstellung sprechen Richard Langston, University of North Carolina und Leslie Adelson, Cornell University, Christian Schulte, Universität Wien, Rainer Stollmann, Universität Bremen, Bert-Christoph Streckhardt, Stiftung Schloss Friedenstein Gotha sowie die New Yorker Künstlerin Sarah Morris gemeinsam mit Alexander Kluge über das dynamische Werk des Filmemachers und erarbeiten neue Denkansätze.

„Dem All“, sagt Ferdinand von Schirach in seiner Publikation „Die Herzlichkeit der Vernunft. Gespräche mit Alexander Kluge“ (2017), „bedeuten die Begriffe nichts“. Kluges Pluriversum hingegen ist voll von wiederkehrenden und rätselhaften Begriffen, Ideen und Bildern. Die Ausstellung „Alexander Kluge. Pluriversum“ (bis 7.1.2018) und die Veranstaltungsreihe „Im Rausch der Arbeit“ bieten nicht nur einen Einblick in seinen Kosmos, sie sind zugleich seine Gedankenwerkstatt. Alexander Kluge kollaboriert mit Gleichgesinnten, kombiniert Filme, Texte und Objekte zu neuen Konstellationen und verleiht ihnen aus dem daraus resultierenden Dialog einen neuen Sinn. Dieses Prinzip der Kooperation steht im Vorder-grund des Workshop-Marathons: Frei nach dem Motto „Keiner ist alleine schlau genug“ dienen Vorträge, Lesungen und Podium dazu neue Projekte zu entwickeln, bei deren Entstehung das Publikum eingeladen ist, sich jederzeit einzubringen.

Information

Do, 7.12., 10-17 Uhr und 19-20:30 Uhr

„Ginge da ein Wind…“

Ganztägiger Workshop-Marathon

Karl Ernst Osthaus-Saal und Gartensaal, Teilnahmebeitrag: 10 Euro, ermäßigt: 5 Euro

Tickets online unter www.museum-folkwang.de sowie an der Museumskasse erhältlich.

Die Veranstaltungsreihe „Im Rausch der Arbeit“ wird gefördert durch die Stiftung Mercator und die Innogy-Stiftung.

Programm:

10 Uhr              Begrüßung
Vortrag von Leslie Adelson

Cosmic Miniatures and the Future Sense: On ‘Saturday in Utopia’ with Alexander Kluge (Vortrag auf Englisch, Diskussion auf Deutsch)

11 Uhr              Kaffeepause

11:15 Uhr          Veranstaltungen laufen parallel

Vortrag: Richard Langston

Kluges gravitatives Denken, das Schicksal der Arbeit und die Technik des Glück bringenden Lichts

Impulsreferat in der Ausstellung: Bert-Christoph Streckhardt

Der gestirnte Begriffshimmel über mir und das moralische Gesetz in mir. – Vom Wort zur Werkstatt.

Dreharbeiten: Alexander Kluge und Sarah Morris
Die erste Unterwasseroper der Welt

12:30 Uhr          Mittagspause

14 Uhr              Rainer Stollmann: Über Kooperation. Keiner ist alleine schlau genug

14:30 Uhr          Lesung und Kommentar: Alexander Kluge und Leslie Adelson

Mit Alexander Kluge zu den Sternen

Impulsreferate und Diskussionen:

15 Uhr              Christian Schulte

15:30 Uhr          Richard Langston und Bert-Christoph Streckhardt

16 Uhr              Richard Langston und Alexander Kluge

16:30 Uhr          Sarah Morris und Alexander Kluge

19 Uhr              Abschlusspodium mit Alexander Kluge und Gästen

FREIER EINTRITT | ADMISSION FREE

Der Eintritt in die ständige Sammlung ist frei. ……………………………………………………………………………

AKTUELL | WHAT’S ON

Balthasar Burkhard | bis 14. Januar 2018

Unterstützt durch | Supported by E.ON SE
Gefördert von | Funded by Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia

 Alexander Kluge. Pluriversum | bis 7. Januar 2018

Gefördert von | Funded by Kulturstiftung des Bundes und Kunststiftung NRW

 

Niklaus Troxler. Jazz’n’more – Plakate | bis 14. Januar 2018

Gefördert von | Funded by Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia

 

Catharina van Eetvelde. Ilk  | bis 14. Januar 2018

Gefördert von | Funded by Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Titelfoto: Fotonachweis: © Kairosfilm

 

Nofretete, Ramses und Osiris

Vom 30. September 2017 bis 2. April 2018 zeigt das Museum Folkwang erstmalig seine ägyptische Sammlung. Mit 150 Objekten bietet die Präsentation  „Nofretete, Ramses und Osiris“ einen großen Überblick über die künstlerische und kunsthandwerkliche Produktion des Alten Ägypten.  

Am Sonntag, 26. November 2017, 13 Uhr, findet die erste von drei öffentlichen Themenführungen in der Präsentation „Nofretete, Ramses und Osiris. Die Ägyptische Sammlung“ im Museum Folkwang statt. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten – wie „Die ägyptische Götterwelt“ (26.11.2017), „Gefäße aus Stein, Ton und Alabaster“ (7.1.2018) oder „Wider den bösen Blick: Das Udjat-Auge und andere magische Amulette“ (25.2.2018) – führt die Ägyptologin Dr. Carola Nafroth aus Münster durch die ägyptische Sammlung. Die Führungen beginnen jeweils mit einem Überblick zu den ausgestellten Exponaten und vertiefen die Betrachtung anhand eines speziellen Themas aus Kunst und Alltag im Alten Ägypten.

Das Museum Folkwang zeigt erstmalig mit „Nofretete, Ramses und Osiris“ vom 30. September 2017 bis 2. April 2018 seine ägyptische Sammlung vollständig. Die Sammlung umfasst 150 Objekte von den Anfängen der ägyptischen Zeit (3100 – 3000 v. Chr.) bis in die römische Zeit (300 v. Chr. bis 300 n. Chr.) und bietet einen großen Überblick über die künstlerische und kunsthandwerkliche Produktion des Alten Ägypten – darunter Spitzenwerke wie der Kopf der ägyptischen Königin Nofretete aus dem 13. Jh. v. Chr. Präsentiert wird die Sammlung aktuell im „Helm/Helmet/Yelmo“ des kubanischen Künstlerduos Los Carpinteros.

Information:
Öffentliche Themenführungen Im Land der Pharaonen
Mit Dr. Carola Nafroth, Ägyptologin und Koptologin (Münster)

So, 26.11.2017, 13 Uhr
„O Isis und Osiris!“: Die ägyptische Götterwelt

So, 7.1.2018, 13 Uhr
Leben und Tod am Nil: Gefäße aus Stein, Ton und Alabaster

So, 25.2.2018, 13 Uhr
Wider den bösen Blick: Das Udjat-Auge und andere magische Amulette

Teilnahmebeitrag: 3 € / 1,50 € / Mitglieder des Kunstring Folkwang frei. Teilnahmesticker ab einer Stunde vor Führungsbeginn an der Kasse erhältlich. Begrenzte Teilnehmerzahl.
FREIER EINTRITT

AKTUELL

Balthasar Burkhard | bis 14. Januar 2018

 Alexander Kluge. Pluriversum | bis 7. Januar 2018

Niklaus Troxler. Jazz’n’more – Plakate | bis 14. Januar 2018

 Catharina van Eetvelde. Ilk  | bis 14. Januar 2018

6 1/2 Wochen. Jianping He  – Raster | bis 10. Dezember 2017

 

 

Jianping He mit „Raster“ im Museum Folkwang

Vom 26. Oktober – 10. Dezember 2017 zeigt das Museum Folkwang Plakatarbeiten des chinesisch-deutschen Designers Jianping He im Rahmen des Ausstellungsprojekts „6 ½ Wochen“. In der Präsentation „Raster“ bedient sich der Designer des künstlerischen Gestaltungsmittels der Raster und hinterfragt so das Verhältnis von angewandter und bildender Kunst. Für die fünfte Präsentation des Ausstellungsformats „6 ½ Wochen“ entwickelt Jianping He Plakate, die sich darüber hinaus im Spannungsfeld zwischen asiatischer und europäischer Plakattradition bewegen.

Titelfoto: Jianping He, Blatt 2/5 aus der Serie Fusion, 2017, © Jianping He 2017

Folkwang Kustos Mario-Andreas von Lüttichau geht in den Ruhestand

Nach 26 Jahren als Kustos für die Sammlung 18. bis 21. JahrTitelfoto: hundert am Museum Folkwang geht Mario-Andreas von Lüttichau in den Ruhestand.

Oberbürgermeister Thomas Kufen verabschiedete den langjährigen Mitarbeiter des Museum Folkwang am Freitag (29.9.) im Rathaus und dankte ihm für sein langjähriges Engagement: „Sie haben sich hervorragend um all die Meisterwerke, für die der Name Folkwang in aller Welt berühmt ist, gekümmert. Ihre Ausstellungen zogen die Kunstliebhaber von nah und fern in Scharen an und werden nachhaltig in Erinnerung bleiben.“

Mario-Andreas von Lüttichau, Jahrgang 1952, studierte Kunstgeschichte an der Universität München, wo er 1983 promovierte. Es folgten Stationen als wissenschaftlicher Assistent und Fellow in München, Berlin, Santa Monica, Kalifornien und Bonn. 1987 rekonstruierte Mario von Lüttichau die Münchner Ausstellung Entartete Kunst von 1937. Seitdem publizierte er unter anderem zu den Themen Entartete Kunst, Provenienzforschung und Sammlungsgeschichte im In- und Ausland. 1998 wurde er Berater für die Kunst- Sammlung der Sparkasse Essen und hat seit 2007 einen Lehrauftrag am kunsthistorischen Institut der Universität Bonn für Museologische FührungskonTitelfoto: zepte und Nach 26 Jahren als Kustos für die Sammlung 18. bis 21. Jahrhundert am Museum Folkwang geht Mario-Andreas von Lüttichau in den Ruhestand.kuratorische Modelle. Seit 2010 ist er Mitglied, seit 2014 Vorsitzender des Kuratoriums für die Kunstsammlung der Franz Haniel & Cie., Duisburg.

Nach 26 Jahren als Kustos für die Sammlung 18. bis 21. Jahrhundert am Museum Folkwang geht Mario-Andreas von Lüttichau in den Ruhestand.Seit 1991 war Herr von Lüttichau am Museum Folkwang als Kustos für die Sammlung 18. bis 21. Jahrhundert zuständig. Er initiierte, entwickelte und organisierte Ausstellungen und Publikationen zur Kunst des 19. Jahrhunderts, zur klassischen Moderne, insbesondere zu den Künstlern der Künstlergemeinschaft Die Brücke, dem Blauen Reiter, zur Gruppe ZERO und Künstlern des Informel sowie zu Ferdinand Hodler, Max Pfeiffer Watenphul, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer und Max Beckmann.

Titelfoto: Oberbürgermeister Thomas Kufen und Kustos Dr. Mario-Andreas von Lüttichau. Foto: Peter Prengel

Sommer Spezial schließt mit „Flower Power“

Am 25. August, 18 Uhr findet die letzte Kuratorenführung der Reihe Sommer Spezial im Museum Folkwang statt. René Grohnert, Leiter des Deutschen Plakat Museums, besucht mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern die aktuelle  Sonderausstellung „San Francisco 1967. Plakate im Summer of Love“.

Zum 50. Jubiläum des Summer of Love widmet das Deutsche Plakat Museum der Hippie-Kultur in diesem Sommer eine umfangreiche Ausstellung. René Grohnert weist in seiner Führung „Flower Power“ anhand der floralen Ornamente auf die Parallelen zwischen Jugendstil und Hippie-Kultur hin. Zum Ausklang der Führung wird im Museumsgarten zum persönlichen Gespräch mit dem Kurator geladen und ein kostenloses Getränk gereicht.

Bild:
Alton Kelley & Standley Mouse Jim Kweskin and his Jug Band, Big Brother and the Holding Company, San Francisco (Avalon Ballroom), 1966 © 2017 Rhino Entertainment

Termin
Freitag, 25. August, 18 Uhr
Flower Power – Florale Ornamente in Jugendstil und Hippie-Kultur
Mit René Grohnert, Leiter Deutsches Plakat Museum

Essen, – 22. August 2017. Information

Kuratoren führen – Sommer Spezial
Teilnahmebeitrag: 3 € / 1,50 € / Kunstring Folkwang frei. Begrenzte Teilnehmerzahl.

FREIER EINTRITT

AKTUELL | WHAT’S ON

San Francisco 1967. Plakate im Summer of Love | bis 3. September 2017

Arwed Messmer. RAF – No Evidence / Kein Beweis | bis 3. September 2017

Gefördert von | Funded by Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

 Peggy Buth. Vom Nutzen der Angst | bis 3. September 2017

Gefördert von | Funded by Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

 

Gerhard Richter im Folkwangmuseum

Am Donnerstag, 22. Juni 2017, 19 Uhr, berichtet der Drucker Mike Karstens über seine Zusammenarbeit mit Gerhard Richter. Das Museum Folkwang zeigt aktuell Gerhard Richters Editionen, darunter vielzahlige druckgrafische Auflagenwerke an deren Entstehung Karstens maßgeblich beteiligt war. In Karstens Vortrag „Konzeption – Produktion – Edition“ gibt er konkrete Einblicke in Richters Arbeitsweise der letzten Jahre.

Der Münsteraner Drucker, Editeur und Galerist Mike Karstens arbeitet seit fast 30 Jahren mit internationalen Künstlern zusammen. In dieser Zeit entstand eine Vielzahl an Editionen und Portfolios in allen möglichen druckgrafischen Techniken. Der Schwerpunkt des Vortrags liegt auf Projekten, die mit Gerhard Richter entstanden sind, darunter die monumentale Wandarbeit Strontium, welche 2004 für das De Young-Museum in San Francisco angefertigt wurde und die Entwurfsarbeiten zum Kölner Domfenster.

„Gerhard Richter. Die Editionen.“ präsentiert erstmals alle 173 Editionen des weltbekannten Künstlers komplett. Die umfangreiche Einzelausstellung ermöglicht somit einen einmaligen Überblick über Richters mehr als fünf Jahrzehnte umfassendes künstlerisches Werk. Die Ausstellung ist bis zum 30. Juli 2017 im Museum Folkwang zu sehen.

Titelfoto: Gerhard Richter, „Blau-Gelb-Rot“ a. d. Serie: „Farbfelder.“ 6 Anordnungen von 1260 Farben, 1974, Offsetdruck auf Karton, 64,4 x 79,2 cm, Courtesy Olbricht Collection, © Gerhard Richter, 2017

Foto: Mike Karstens druckt HAUT 1 und 2  für Gerhard Richter.

Information

Do, 22.6.2017, 19 Uhr

„Mike Karstens: Konzeption – Produktion – Edition. Beispiele aus der Zusammenarbeit mit Gerhard Richter“

Teilnahmebeitrag: 5 € / 2,50 € / Mitglieder des Kunstring Folkwang frei. Begrenzte Teilnehmerzahl.

AKTUELL | WHAT’S ON

 San Francisco 1967. Plakate im Summer of Love | bis 3. September 2017

Arwed Messmer. RAF – No Evidence / Kein Beweis | bis 3. September 2017

 Peggy Buth. Vom Nutzen der Angst | bis 3. September 2017

Gerhard Richter. Die Editionen. | bis 30. Juli 2017

UG im Folkwang
The Great Infinity Pool. Klasse Prof. Ricarda Roggan, ABK Stuttgart | bis 2. Juli 2017

(ü. Pm.)

 

„San Francisco 1967. Plakate im Summer of Love“

Zum 50. Jubiläum widmet das Museum Folkwang der Hippie-Kultur im Sommer 2017 eine umfangreiche Ausstellung. Rund 250 psychedelische Plakate – ergänzt durch Fotografien, Schallplattencover und Konzertkarten – ermöglichen einen umfassenden Einblick in diese wichtige Umbruchphase.

„San Francisco 1967“ (9. Juni – 3. September 2017) ist die bisher größte Plakatausstellung zum Summer of Love in Europa überhaupt.

Titelfoto: Victor Moscoso, The Chamber Brothers „Glasses“
San Francisco, 1967
Sammlungen Lutz Hieber und Gisela Theising
© Victor Moscoso 2017

 

Folkwang: Artist talk mit Peggy Buth und Arwed Messmer

Am Freitag 8. Juni eröffnet das Museum die Ausstellungen „Arwed Messmer. RAF – No Evidence / Kein Beweis“ sowie „Peggy Buth. Vom Nutzen der Angst“. Mit Buth und Messmer präsentiert das Museum Folkwang eine Künstlerin und einen Künstler, deren Arbeit auf umfangreichen Recherchen beruht und Material aus Archiven einbezieht. Im Künstlergespräch am Samstag, 10. Juni, 15 Uhr, mit Stefanie Diekmann (Professorin für Medienkulturwissenschaft an der Universität Hildesheim) und Susanne Holschbach (Kunstwissenschaftlerin, Berlin) wird es um ihre jeweiligen Herangehensweisen und Arbeitsprozesse gehen und um die Frage, welchen Beitrag künstlerische Forschung zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen leisten kann.

In Kooperation mit der Sektion „Geschichte und Archive“ der DGPh (Deutsche Gesellschaft für Photographie)

Information

Praktiken künstlerischer Forschung: Gespräch mit Peggy Buth und Arwed Messmer
Sa,10. 6. 2017, 15 Uhr

FREIER EINTRITT | ADMISSION FREE

Der Eintritt in die ständige Sammlung ist frei.


AKTUELL | WHAT’S ON

 Gerhard Richter. Die Editionen. | bis 30. Juli 2017

6 1/2 Wochen. Ecker Riemer Ruff – Retouched | bis 5. Juni 2017

UG im Folkwang
The Great Infinity Pool. Klasse Prof. Ricarda Roggan, ABK Stuttgart | bis 2. Juli 2017

 

Titelfoto: MFolkwang_Peggy Buth_Leute wie wir_Tor Rheinhausen

„Fertig zum Druck. Zur Vorgeschichte von Pressefotos“

am Freitag, den 26. Mai, 18 Uhr, spricht HBK-Professor Günter Karl Bose im Museum Folkwang über die Geschichte von und den Umgang mit Pressefotos. Die Pressebildlandschaft hat sich mit der fortschreitenden Digitalisierung nachhaltig verändert. Analoge Retusche findet in der heutigen Praxis kaum noch statt. Die retuschierten Bilder von früher haben heute ihre Verwendung in der zeitgenössischen Fotografie gefunden. Bose vollzieht diese Entwicklung in seinem Vortrag „Fertig zum Druck. Zur Vorgeschichte von Pressefotos“ nach.

Der Gestalter, Dozent und Sammler Günter Karl Bose spricht am Freitag, 26. Mai 2017, 18 Uhr, aus medienhistorischer Perspektive über die Geschichte und Bildkultur der Pressefotografie. Im Mittelpunkt von Boses Vortrag „Fertig zum Druck“ steht das Retuschieren von Pressefotos. Diese analoge Technik ist mit der fortschreitenden Digitalisierung aus der Praxis der Zeitungsverlage verschwunden. Aktuell erfährt die Retusche in der Arbeit zeitgenössischer Künstler eine neue Relevanz. Der Vortrag findet im Rahmen der Präsentation Ecker, Riemer, Ruff – Retouched statt.

„Our junk has become history“, bemerkt Susan Sontag in einem ihrer 1977 erschienenen Essays On Photography. „Our junk has become art.“ Seit Zeitungen weltweit ihre Archive auflösen und Millionen von Fotos auf dem Markt oder im Abfall landen, hat sich der Umgang mit Pressebildern stark verändert. Mit der Digitalisierung verschwand das Retuschieren in der Praxis der Zeitungsverlage. Zuvor bereiteten Foto-Spezialisten die Bilder aufwendig für den Druck vor. Noch heute erkennt man Spuren ihrer Arbeit neben den Retuschen auf vielen der Pressefotos: Passkreuze, Stempel, Bearbeitungsvermerke, Signaturen, Aufkleber, Stichworte oder ganze Geschichten. Günter Karl Bose geht dieser Geschichte nach und stellt sie in den Kontext der Gegenwartskunst.

 

Günter Karl Bose, geb. 1951, studierte Germanistik und Politikwissenschaft an der Universität Freiburg. Von 1980 bis 1995 war er Verleger in Berlin (Brinkmann & Bose). Seit 1993 ist er Professor für Typografie und Leiter des Instituts für Buchkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Als Gestalter arbeitet er für kulturelle Institutionen und Verlage. Er hat zahlreiche Publikationen zur Kultur- und Mediengeschichte veröffentlicht.

„6 ½ Wochen. Ecker Riemer Ruff – Retouched“ (20. April bis zum 5. Juni 2017)

Mit den retuschierten Motiven von Kriegen und Katastrophen, längst vergessenen Stars und Kuriositäten machen Ecker, Riemer und Ruff deutlich, dass das Pressefoto nicht nur der Berichterstattung diente, sondern auch ein Medium der Sensationslust, der Propaganda und des Spektakels war.

Information

Günter Karl Bose: „Fertig zum Druck. Zur Vorgeschichte von Pressefotos.“
Fr, 26.5.2017, 18 Uhr

Teilnahmebeitrag: 5 € / 2,50 € / Mitglieder des Kunstring frei. Begrenzte Teilnehmerzahl

Titelfoto: Thomas Ruff, press++ 22.82, 2016 © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Gottfried Boehm über das Werk und Wirken der österreichischen Malerin Maria Lassnig

Der Kunsthistoriker und Bildwissenschaftler Gottfried Boehm spricht am Donnerstag, 11. Mai 2017, um 18 Uhr im Museum Folkwang über das Werk von Maria Lassnig. Lassnig, deren Arbeiten aktuell im Museum Folkwang gezeigt werden, zählt zu den maßgebenden Künstlerinnen ihrer Generation. Gottfried Boehm setzt sich in seinem Vortrag mit Lassnigs Konzept des „Körpergefühls“ auseinander.

Maria Lassnig (1919-2014) ist längst als eine der wichtigsten Künstlerinnen ihrer Generation anerkannt. Was sie auszeichnet ist ein eigenes und unverwechselbares Konzept, das sie während mehr als sechzig Arbeitsjahren reich entfaltet hat. Sie setzt ihre Körperempfindungen ins Bild um und sie entdeckte somit die physisch-psychische Befindlichkeit als den Motor künstlerischen Ausdrucks. Gottfried Boehm setzt sich mit seinem Vortrag „Der unbekannte Körper“ das Ziel, das eigentliche Konzept von Lassnig zu ermitteln, das Lassnig selbst Körperbewußtseinsmalerei genannt hat. Dahinter verbirgt sich die Einsicht, nicht von einem abstrakten Künstlersubjekt auszugehen, sondern von den intensiven Empfindungen, die im eigenen Leib aufgespürt werden.

Gottfried Boehm (*1942 Braunau/Böhmen) studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Germanistik in Köln, Wien und Heidelberg. Boehms Forschungs- und Lehrtätigkeit zählt unter anderem Stationen an der Ruhr-Universität Bochum (1975-1979), an der Justus-Liebig-Universität Giessen (1979-1986) sowie sein Amt als Ordinarius für Neuere Kunstgeschichte an der Universität Basel (seit 1986), wo er 2012 emeritiert wurde.
Seit Juli 2006 gehört er als korrespondierendes Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften an, seit 2011 ebenso der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 2011 lehrt er im Rahmen der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur an der Universität Mainz.

Information
Do, 11. Mai, 18 Uhr
Gottfried Boehm: „Der unbekannte Körper. Über Maria Lassnig“
In Kooperation mit dem Kunstring Folkwang e.V., Verein der Freunde des Museum Folkwang

Teilnahmebeitrag 5 € / 2,50 € / Mitglieder des Kunstring Folkwang frei.

(ü. Pm.)

„Gerhard Richter. Die Editionen.“vom 7. April bis zum 30. Juli 2017 im Museum Folkwang

Gerhard Richter zählt zu den wichtigsten Künstlern weltweit. Das Museum Folkwang präsentiert vom 7. April bis zum 30. Juli 2017 erstmals sämtliche Editionen des Künstlers in einer seiner umfangreichsten Einzelausstellungen überhaupt. Die neue Edition „Schädel“, die Gerhard Richter anlässlich der Ausstellung „Gerhard Richter. Die Editionen.“  im Museum Folkwang geschaffen hat, wird in Essen zum ersten Mal öffentlich gezeigt.

Seit 1965 befasst sich Gerhard Richter kontinuierlich mit Editionen. Die Auflagenwerke – Drucke, Fotografien, Objekte, Gemälde, Künstlerbücher und anderes mehr – sind damit zu einer wichtigen Gruppe im vielschichtigen Schaffen des Künstlers geworden. Die Ausstellung versammelt Richters 173 Editionen nun erstmals vollständig und bietet damit einen einmaligen Überblick über sein mehr als fünf Jahrzehnte umfassendes künstlerisches Werk und seine stilistischen Vielfalt.

Richter nutzt das Konzept der Edition, um seine Bilderfindungen neu zu interpretieren und gleichzeitig zu verbreiten. Bereits die ersten Editionen zeigen, dass Richter Fragestellungen, die ihn in der Malerei beschäftigen, auch in der Druckgrafik formuliert, oftmals auf neue und überraschende Weise: Fragen nach dem Verhältnis von Original und Reproduktion, nach den Eigenschaften von Malerei und Fotografie und nach der Lesbarkeit der Motive. Der Künstler lotet mit den Editionen die Möglichkeiten unterschiedlicher Medien und Gattungen aus. Immer wieder hinterfragt er dabei auch sein Selbstverständnis als Künstler: „Manchmal denke ich, ich sollte mich nicht Maler nennen, sondern Bildermacher. Ich bin mehr an Bildern interessiert als an Malerei.“ In dem Maße, wie Richters malerisches Werk sich wandelt, reflektieren auch die Editionen seine stilistische Vielfalt.

Im Oktober 1970 fand im Museum Folkwang Gerhard Richters erste Ausstellung seiner Editionen statt; es war zugleich die erste museale Einzelausstellung des Künstlers. Die heutige Ausstellung „Gerhard Richter. Die Editionen.“ stellt nunmehr in insgesamt 12 Sektionen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten Richters Sujets, Konzepte und künstlerische Strategien vor. Aufgefächert wird der gesamte Werkkomplex von den frühen Druckgrafiken über die Landschaften und Porträts bis zu den zahlreichen Spielarten von Abstraktion (Farbfelder, Vermalungen, Rakelbilder, übermalte Fotografien) und den digital produzierten „Strips“ der 2010er Jahre. Eigene Kabinette bzw. Raumsituationen sind den großformatigen Teppichen „Abdu“, „Iblan“, Musa“ und „Yusuf“ (2009) sowie den grafischen Folgen „Elbe“ und „November“ (beide 2012) gewidmet.

Das Prinzip, Bildmaterial zu sammeln und für eine mögliche spätere Verwendung aufzubewahren, ist eine Methode, die für Richters Werk kennzeichnend ist. Neben Familienbildern­ und Fotografien aus Zeitungen und Magazinen (z.B. „Flugzeug II“, 1966), verwendet der Künstler immer wieder auch eigene Aufnahmen als Vorlagen. So griff er z.B. für die Edition „Ella“ von 2014 auf ein 2006 aufgenommenes Foto seiner Tochter zurück.

Gerhard Richter hat sich immer wieder mit dem Thema der Einzigartigkeit innerhalb einer Serie beschäftigt; zum ersten Mal bereits in seiner ersten Edition „Hund“ (1965), für die er die noch feuchte Farbe nach dem Druck auf jedem der acht Exemplare individuell verwischte. Auch die Auflage der Edition „Sils“ (2015) hat Richter nach dem Druck einzeln – mit einem Bleistift – überarbeitet. In seinen Gemälde-Editionen erschafft der Künstler ebenfalls sogenannte Unikate. So ist z.B. jedes der 115 Exemplare von „Grün-Blau-Rot“ (1992) ein einzigartiges Kunstwerk, entstanden aus wechselnden Kombinationen der immer gleichen drei Farben.

Gerhard Richter. Die Editionen.“ präsentiert vom 7. April bis zum 30. Juli 2017 erstmals alle 173 Editionen des Künstlers komplett. Die umfangreiche Einzelausstellung ermöglicht somit einen einmaligen Überblick über Richters mehr als fünf Jahrzehnte umfassendes künstlerisches Werk.

Zur Ausstellung Gerhard Richter. Die Editionen. entsteht ein 64-seitiges Booklet.

Herausgegeben vom Museum Folkwang mit Texten von Tobias Burg, Peter Daners, Hans-Jürgen Lechtreck, Sonja Pizonka und Annika Schank. ISBN 978-3-95829-356-4 (Preis 12,80 €)

(ü. Pm.)

Internationaler Folkwang-Preis 2017 geht an Okwui Enwezor

Der Kurator, Kritiker und Wissenschaftler Okwui Enwezor (*1963) erhält den Internationalen Folkwang-Preis 2017. Enwezor, Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des Haus der Kunst in München, gehört zu den produktivsten Kuratoren und Theoretikern moderner und zeitgenössischer Kunst. Enwezor war Leiter zahlreicher wichtiger internationaler Großausstellungen wie der documenta 11 in Kassel (2002) oder der Biennale in Venedig (2015).

Dr. Ulrich Blank, Vorsitzender des Folkwang-Museumsvereins: „Sein größter Erfolg ist es, zeitgenössische Kunst jenseits des euro-amerikanischen Kanons ins internationale Bewusstsein zu bringen. Das macht ihn zu einem der weltweit einflussreichsten Kunstvermittler der letzten Jahrzehnte. Ganz im Sinne Karl Ernst Osthaus‘ “

Die Verleihung findet am 9. Oktober 2017 in festlichem Rahmen statt.

Mit dem mit 25.000 Euro dotierten Internationalen Folkwang-Preis zeichnet der Folkwang-Museumsverein e.V. seit 2010 Personen und Institutionen aus, die sich im Sinne des Museumsgründers Karl Ernst Osthaus (1874 – 1921) in besonderer Weise für die Förderung und Vermittlung von Kunst an eine breite Öffentlichkeit verdient gemacht haben.

Erstmals wurde er im Herbst 2010 an Neil MacGregor, damaliger Direktor des British Museum in London vergeben. Im Oktober 2013 erhielt ihn der Mäzen und Unternehmer Reinhold Würth und in 2015 der Kurator Hans Ulrich Obrist.

(ü. Pm.)