Noch keine Hinweise auf die vermutete Hofstätte Liudgers in Werden entdeckt

 Missionar, Gründer des Klosters Werden, erster Bischof von Münster – über den heiligen Liudger (742 bis 809) ist einiges bekannt. Die Erkenntnis, wie er auf seinem Gut in Essen-Werden gelebt haben mag, bleibt jedoch vorerst verwehrt.

Bei Verlegung von Versorgungsleitungen konnten vor Kurzem an der Ecke Leinwebergasse/ Klemensborn in Essen-Werden bei der etwa einen bis anderthalb Meter in den Boden reichenden Baumaßnahme alte Siedlungsschichten entdeckt werden, die womöglich einige Jahrhunderte alt sein können. Im selben Areal vermuteten einige Forscherinnen und Forscher in der Vergangenheit das Gut des Abteigründers Liudger – und damit einen der bedeutendsten Orte der Werdener Geschichte. Von diesem Gut aus, das sich unterhalb des Pastoratsberges befunden haben soll, hat angeblich Liudger kurz vor 800 das Kloster Werden auf der anderen Seite des Baches Klemensborn gegründet.

Entgegen aller Hoffnungen können die Funde allerdings bisher keine weiteren Erkenntnisse zur spannenden Geschichte der frühen Werdener Abtei liefern. „Bisher wurden keine archäologische Zeugnisse, die sich sicher mit diesem alten Hof in Verbindung bringen lassen, gefunden“, so Stadtarchäologe Dr. Detlef Hopp. „Es lässt sich auch nicht beweisen, dass die 1993 bei Ausgrabungen ganz in der Nähe gefundene Bruchsteinmauern mit dem Hof in Zusammenhang stehen.“

Das „Burgenland Essen“ aus Sicht der Archäologie

Essen ist reich an Burgen und Herrenhäusern, die sich über das gesamte Stadtgebiet verteilt aufspüren lassen. Auch wenn im Norden viele Anlagen der Industrialisierung weichen mussten, erinnern heute noch viele Straßennamen an sie.

Die unterschiedlichen Erscheinungsformen dieser historischen Monumente aufzeigen und den Leserinnen und Lesern bewusst machen – das haben sich die Autoren Bianca Khil, Elke Schneider und der Essener Stadtarchäologe Dr. Detlef Hopp für die Publikation „Burgenland Essen“, erschienen im Klartext Verlag (14,95 Euro), zur Aufgabe gemacht.
Herausgekommen ist weit mehr als eine Sammlung der bekannten Schlösser und Burgen. Gerade auch die kleineren, unscheinbaren oder kaum erhaltenen Monumente werden vorgestellt und öffnen den Leserinnen und Lesern einen anderen Blick auf Essen. Denn manche Anlagen geben sich nur dann zu erkennen, wenn man weiß, wonach man suchen muss. Dann lassen sich beispielsweise die Sommerburg in Rüttenscheid oder die Motte Vittinghoff in Bredeney entdecken oder auf dem Pastoratsberg südlich von Werden die Relikte der Herren- und der Alteburg erkunden.

Viele davon sind frei zugänglich und können besichtigt werden. Ein so geschärfter Blick kommt letztendlich auch den Denkmälern zu Gute, denn nur was man kennt und wertschätzt, kann auf Dauer geschützt und erhalten werden.

Titelfoto: Blick auf den Wohnturm der Burg Altendorf Foto: Peter Hadasch

Kraniche auf dem Speisezettel?

Ein tierischer Fund der Essener Stadtarchäologie hat jüngst Einblick in den mittelalterlichen Speiseplan der Essenerinnen und Essener gegeben. In den Jahren 2002 und 2003 wurden in der Baugrube der Volkshochschule von Archäologinnen und Archäologen über 2.000 Tierknochenreste gefunden.

„Überraschend war, dass sich unter den Tierknochen auch Überreste von Rothirsch, Wildschwein, Ur und Wisent, sowie von Auerhuhn und Kranich nachweisen ließen“, erklärt Stadtarchäologe Dr. Detlef Hopp. Diese Wild- und Vogelarten gehörten im Mittelalter der „Hohen Jagd“ der Feudalherren an: das gemeine Volk durfte diese Tiere nicht jagen.

„Es handelte sich also um eine wohlhabende Gesellschaft mit Jagd auf allerhöchstem Niveau“, so Dr. Hopp. „Heute kann man sich aber einen servierten Kranich nicht so recht vorstellen.“

Die meisten der Knochen können in die Zeit zwischen dem neunten und zwölften Jahrhundert datiert werden und gehören damit in die Frühzeit des Essener Damenstifts, das bekanntlich Mitte des neunten Jahrhunderts entstand.

Zurzeit werden die Funde durch Studierende der Ruhr-Universität Bochum genauer unter die Lupe genommen. Weitere Ergebnisse sollen im Januar 2018 in der Ausstellung „Stadtarchäologie“ vorgestellt werden.

Neue Erkenntnisse zur Vorburg der Alteburg in Heidhausen

Hoch über der Ruhr hat sich die Alteburg einst auf einer steilen Bergkuppe südlich von Werden empor gereckt. Was früher war, lässt sich heute nur erahnen: Während der Werdener Architekt Georg Wolff 1865 noch Mauern beschreibt, die eine Höhe von zehn bis zwanzig Fuß erreichten, sind diese heute, besonders nach dem Sturm Ela, oft nur schwer im Gelände auszumachen. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse zum Essener Urgestein:

Eine Werdener Urkunde vom 1.5.801 erwähnt einen Burgbach – damals noch „borbecki“ genannt. Das beweist aber nicht nur, dass es zu diesem Zeitpunkt schon eine Burg gab, sondern auch, dass die Alteburg schon vor der Gründung des Klosters Werden durch den Heiligen und Missionar Liudger im Jahre 799 entstanden sein muss. Der Bau einer Burg nämlich hätte keinesfalls innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen werden können.

Die im Westen der Alteburg gelegene Hauptburg misst etwa 80.000 Quadratmeter. Hinzu kommt – etwa im Bereich der Straße An der Alteburg – eine Art Vorburg, die etwa vier Hektar einnimmt. Von deren Wällen ist aber heute kaum noch etwas zu sehen, Ausgrabungen fanden hier nie statt.

„Wahrscheinlich ist, dass die Alteburg etwa im achten Jahrhundert zu einer Wehranlage ausgebaut wurde. Die Verwendung von Mörtel in der Hauptburg ist mit den Franken in Verbindung zu bringen. Ob die Burg allerdings ursprünglich fränkisch war, oder erst später von Franken eingenommen wurde, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen“, so Dr. Detlef Hopp, Stadtarchäologe.

Vor kurzem wurde ein weiterer Fund gemacht, der neue Erkenntnisse zur Datierung liefert: Zwei Scherben von Tongefäßen des achten oder neunten Jahrhunderts, die im Bereich der Vorburg entdeckt wurden, beweisen, dass auch die Vorburg genutzt oder zumindest aufgesucht wurde.

Auszeichnung des Projekts „Historische Fähre Isenberg“ mit der Plakette des Essener Konsens

Wer früher vom Haus Scheppen am Baldeneysee auf die gegenüberliegende Seite nach Heisingen gelangen wollte, konnte beispielsweise das Fährschiff „Isenberg“ der Weißen Flotte Baldeney nutzen. Das 1956 gebaute Schiff ist der letzte Zeitzeuge des Fährbetriebs auf dem Baldeneysee. Mit Hilfe eines Projekts des Essener Konsens, einem Zusammenschluss der Stadt Essen mit der Agentur für Arbeit, der Essener Arbeit-Beschäftigungsgesellschaft (EABG), der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Kreishandwerkerschaft, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft, konnte die Isenberg nun aufwändig restauriert werden. Heute (31.8.) wurde das Projekt mit der Plakette des Essener Konsens ausgezeichnet.

„Die Projekte des Essener Konsens zeichnen sich durch ihren hohen Nutzen für die gesamte Stadtgesellschaft aus: Von Menschen für Menschen – so nun auch das alte und neue Fährschiff Isenberg“, lobte Oberbürgermeister Thomas Kufen die gelungene Verwandlung der Fähre. „Dank der Tatkraft des Essener Konsens, vor allem aber der Leistung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedener Arbeitsmarktmaßnahmen, ist aus der Isenberg ein fahrtüchtiges Schmuckstück mit Geschichte geworden“.

Bereits seit über 20 Jahren werden durch den Essener Konsens unterschiedliche Projekte angestoßen und realisiert, die Werte schaffen und der Allgemeinheit nutzen. Dies geschieht immer in Verbindung mit Qualifizierungsmaßnahmen für arbeitslose Menschen, denen damit eine berufliche Perspektive eröffnet werden kann. „Dabei versteht sich der Essener Konsens nicht als formelle Institution, sondern als Netzwerk, das aus Überzeugung handelt. Projektideen werden gemeinsam entwickelt und Lösungsmöglichkeiten für die Umsetzung partnerschaftlich erarbeitet“, zeigte sich das Satdtoberhaupt von der Konzeption des Zusammenschlusses überzeugt. Der Umbau des Alten Bahnhof Kettwig, „Essen.Neue Wege zum Wasser“, die Innenrenovierung der Kreuzeskirche, der Ausbau des Rad- und Wanderwegenetzes oder die ökologische Umgestaltung von Spielplätzen und Spielwiesen sind Beispiele für die gelungene Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure, die zugleich aus dem Essener Stadtbild nicht mehr wegzudenken sind.

Die Isenberg soll Essens Bürgerinnen und Bürgern als sichtbares und erlebbares Stück Kulturgut am Baldeneysee dienen – ob zur Erkundung historischer Orte am See und der Natur des Baldeneysees durch Schulklassen oder zur Anmietung für private Zwecke.

Linke zur Polizeischule: Denkmalschutz nicht erst seit gestern

Die Ratsfraktion DIE LINKE hält den Umgang mit der denkmalgeschützten Polizeischule an der Norbertstraße seitens des Eigentümers, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, für unangebracht und spricht sich gegen eine voreilige Entscheidung zum Abriss aus.

„Der Gebäudekomplex samt einiger Außenanlagen stehen nicht erst seit gestern unter Denkmalschutz“, so der Linken Ratsherr und Mitglied im Planungsausschuss, Wolfgang Freye. „Ein Vierteljahrhundert ohne Investitionen haben der Bausubstanz logischerweise zugesetzt und so die Kosten explodieren lassen. Wir halten so einen Umgang mit denkmalgeschützten Gebäuden für äußerst unverantwortlich, da gerade diese per Definition erhalten werden sollen.“

Der Gebäudekomplex steht bereits seit 1986 unter Denkmalschutz, welcher im Nachhinein auch auf Teile der Außenanlagen erweitert wurde. Begründet wurde dies im Gutachten damit, dass der Komplex bedeutend für die Geschichte des Menschen, der Städte und Siedlungen sowie der Geschichte der Polizei und der Architektur sei.

„Es ist schade mit ansehen zu müssen, wie hier ein Stück Essener Geschichte zugrunde geht. Wir sind gegen Schnellschüsse und plädieren dafür, erstmal mit Denkmalschutzbehörde zu klären, wie man weiter vorgehen sollte“, so Wolfgang Freye abschließend.

(ü. Pm.)

 

Alte Bergbauspuren in Heisingen

Während Bauarbeiten für neue Wohnhäuser in Heisingen wurden in der etwa drei Meter tiefen Baugrube Überreste von Gebäuden und alten Abfallgruben entdeckt. Neben Funden des 19. bis 20. Jahrhunderts hat Stadtarchäologe Dr. Detlef Hopp auch Spuren aus älterer Zeit gefunden: Er hat, neben weiteren Gegenständen aus dem Mittelalter, zum Beispiel eine kleine Wandungsscherbe eines Topfes aus dem 10./ 11. Jahrhundert entdeckt. Die älteren Funde sind besonders interessant, da Teile des betroffenen Areals zum mittelalterlichen Hof Freitag gehörten. Der Hof wird bereits zusammen mit dem Hof Butenberg 1297 in einer Urkunde erwähnt.

Auch ein bei den Erdarbeiten entdeckter, oberflächennah ausstreichender Flöz ist von archäologischer Bedeutung. Das angegrabene Flöz ist vermutlich das Flöz Angelika. Ein regulärer Abbau im Flöz Angelika ist zwar nicht dokumentiert, doch ist es wahrscheinlich, dass widerrechtlicher Bergbau durch Dritte oder Bergbau vor der Anlegung von zeichnerischen Unterlagen – als so genannter Uraltbergbau – im tagesnahen Bereich stattgefunden hat. Dies belegt unter anderem ein durch die Stadtarchäologie freigelegter, in etwa 1,50 Metern Tiefe angetroffener, von Menschen angelegter Graben, mit dem man den Flöz gesucht und gefunden hat. Deutliche Spatenabdrücke erlauben den Rückschluss, dass wohl ein Holzspaten, dessen Blattseiten mit Metall verstärkt waren, für die Grabarbeiten verwendet wurde. Es ist zu vermuten, dass die bergbaulichen Spuren wenigsten bis in das 17./ 18. Jahrhundert zurückreichen.

(ü. Pm.)

Das Haus der Essener Geschichte/ Stadtarchiv stellt seine Findmittel online

„Quod non est in actis, non est in mundo“ – Was nicht in den Akten ist, ist nicht in der Welt, wussten schon die alten Römer. Heute gilt: Was nicht im Internet präsent ist, ist nicht in der Welt.

Auf die neuen vielfältigen Möglichkeiten der Internetrecherche und die damit verbundenen Interessen und Ansprüche der Benutzerinnen und Benutzer hat das Haus der Essener Geschichte/ Stadtarchiv nun reagiert. In einem aufwändigen Prozess, an dem auch das Essener Systemhaus (ESH), das Rechtsamt und das Amt für Geoinformation der Stadt Essen beteiligt waren, konnten nun mehr als 120.000 Verzeichnungseinheiten der Archivalien (Akten, Urkunden, Plakate, Flugblätter, Fotografien et cetera) ins Netz gestellt werden.

Allen an der Essener Stadtgeschichte Interessierten wird so die bequeme Recherche am eigenen PC ermöglicht. Zu finden ist die Datenbank auf der Homepage des Hauses der Essener Geschichte/ Stadtarchiv unter dem Punkt „Archiv und Bestände„. Dort gibt es eine Stichwortsuche, die Findbücher von einzelnen Beständen können aufgerufen oder die Archivalien für einen bestimmten Zeitraum ausgewählt werden.

Darüber hinaus werden 5.000 Plakate, 10.000 Fotografien, 1.500 Postkarten und mittelalterliche Urkunden präsentiert, die sicherlich bei den Lokalhistorikerinnen und -historikern großen Anklang finden werden. Sie können aber ebenso von der Forschung ausgewertet oder beispielsweise im Geschichtsunterricht für Schülerinnen und Schüler verwandt werden.

Oberbürgermeister Thomas Kufen, der die Datenbank am 8. Juni feierlich „freischaltete“, lobte das umfangreiche Angebot als einen Meilenstein in der Arbeit des Hauses der Essener Geschichte/ Stadtarchiv. Mit der inhaltlichen Breite, der Qualität und dem Umfang der präsentierten Bestände ist der Internetauftritt führend im Vergleich zu ähnlich strukturierten Archiven. Er wird ständig ausgebaut und durch neu gescannte Archivalien erweitert werden.

Es ist davon auszugehen, dass durch dieses Angebot die Benutzung der städtischen Archivalien steigen und das Haus der Essener Geschichte/ Stadtarchiv noch stärker im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert sein wird.

(ü. Pm., Foto: Stadtarchiv)

Einweihung des Grabdenkmals für die in Essen verstorbenen deutschen und französischen Soldaten des Krieges 1870-71

Hier die Einladung des Centre Culturel et de la Bibliothèque Française:

Die Einladung an OB Kufen mal in sauberem Französisch:

Nous sommes heureux de vous inviter à la double manifestation du samedi 18 mars qui aura lieu en présence de Thomas Kufen, Maire d’Essen, de Frank Mußhoff, Bezirksbürgermeister der Bezirksvertretung I, et de Pierre-Yves Le Borgn´, Député des Français à l’étranger :

Einweihung des Grabdenkmals für die in Essen verstorbenen deutschen und französischen Soldaten des Krieges 1870-71

Samstag, 18. März, 13:00 – 14:00 Uhr, Segerothpark Essen, Eingang  Paulstr.

 Eröffnung der Ausstellung: Ernste und heitere Bilder aus dem deutsch-französischen Krieg 1870/71

Bilderbogen und Karikaturen (20.03. – 30.06.2017)

Samstag,  18. März, 14:30-15:30 Uhr, Deutsch-Französisches Kulturzentrum, Brigittastr. 34, 45130 Essen

Einweihung

Samstag, 18. März, 13:00 – 14:00 Uhr ,Segerothpark Essen, Eingang  Paulstr.

Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 starben 41.000 deutsche und 139.000 französische Soldaten. Darunter 17 deutsche Soldaten, die in den Essener Lazaretten den Folgen ihrer Verwundungen erlagen. Diese wurden auf dem damaligen Friedhof im Segeroth in einer gemeinsamen Gruft bestattet. Zu ihrem Andenken wurde ein besonderes Ehrenmal über der Grabstelle errichtet, das während des zweiten Weltkriegs zerstört wurde. Nicht gedacht wurde damals der in Essen verstorbenen französischen Kriegsgefangenen, deren Zahl und Identitäten unbekannt sind. Von zweien kennen wir die Namen: Jacques Moreau uns Jean Périer. Ihnen und allen anderen soll auf der neuen Gedenktafel nachträglich die Ehre erwiesen werden. Kriegerdenkmäler sind Zeugen ihrer Zeit, einer Zeit, als gegenseitiger Hass auf den „Erzfeind“ das Leben der Deutschen und Franzosen bestimmte. Heute mahnen sie, für Frieden und Völkerverständigung einzutreten.

Ausstellungseröffnung

Samstag,  18. März, 14:30-15:30 Uhr, Deutsch-Französisches Kulturzentrum, Brigittastr. 34, 45130 Essen

Gezeigt werden Originalkarikaturen, welche die wichtigsten Ereignisse des Krieges 1870-71 aus der Sichtweise Frankreichs und Deutschlands schildern. Alle gezeigten Exponate sind im Besitz des Instituts für Zeitungsforschung Dortmund. Präsentation im Rahmen der Einweihung der Gedenktafel für die in Essen verstorbenen französischen und deutschen Soldaten des Krieges 1870-71

Einführung: Dr. Astrid Blome, Leiterin des Instituts für Zeitungsforschung, Dortmund

Amateurs de caricatures et de cabaret ne manquez pas la soirée

avec Floh le 23 mars, à 19h30 au Centre Culturel !

http://www.flohdebray.de

Nous espérons que ces évènements nous donneront l’occasion de vous saluer bientôt !

https://essen.institutfrancais.de/

(ü. Pm.)

 

„Hochtiefhaus“ wird Baudenkmal

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung ist in seiner heutigen Sitzung (2.3.) dem Vorschlag des Essener Institutes für Denkmalschutz und Denkmalpflege gefolgt und hat das „Hochtiefhaus“, Opernplatz 2 / Gutenbergstraße / Rellinghauser Straße, in die Liste der Essener Baudenkmäler aufgenommen.

Das Essener Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege bestätigte im Vorfeld der Ausschusssitzung das Gutachten des Landschaftsverbandes Rheinland (LRV), Amt für Denkmalpflege im Rheinland (ADR), wonach der Verwaltungssitz der HOCHTIEF AG, das so genannte Hochtiefhaus, ein Baudenkmal im Sinne des §2 Denkmalschutzgesetz NRW ist. In dem Gutachten heißt es: „Es ist bedeutend für die Geschichte des Menschen und der Stadt Essen. An seiner Erhaltung und Nutzung besteht aus wissenschaftlichen, hier architekturhistorischen und wirtschaftsgeschichtlichen sowie städtebauliche

n Gründen ein öffentliches Interesse.“

 

Digitales Stahlbuch informiert im Rathaus über Gäste der Stadt

Während der Einband der meisten „Goldenen Bücher“ nur vermeintlich aus purem Gold ist, besteht auch das „Stahlbuch“ der Stadt Essen in Erinnerung an die Geschichte der Stadt tatsächlich aus nichtrostendem Chrom-Nickel-Stahl. Das Buch beinhaltet nichts desto weniger zahlreiche Gäste der Stadt, die sich im Lauf der Zeit darin verewigt haben. Die vergangenen Jahre haben das städtische Gästebuch mittlerweile auf eine umfangreiche Sammlung anwachsen lassen.

Um den Bürgerinnen und Bürgern sowie allen Gästen einen Eindruck von den bedeutenden Besuchen in Essen zu geben und zugleich die empfindlichen Seiten des Stahlbuchs schützen zu können, steht das Stahlbuch nun in digitaler Form im Rathaus-Foyer zur Verfügung: Während der regulären Öffnungszeiten des Rathauses lassen sich dort Einblicke in das „Who is who“ der historischen Gästeliste Essens erhalten.
(ü. Pm.)

Eine kleine Waage lässt die Stadtarchäologie rätseln

Bei Bauarbeiten an der Velberter Straße in Werden wurde von der Stadtarchäologie jüngst eine Entdeckung gemacht, die Fragen aufwirft: Etwa 5,5 Meter unter der modernen Oberfläche wurde der Rest einer bronzenen, ursprünglich aber vergoldeten, etwa 13 Zentimeter langen Balkenwaage gefunden, die aus dem 15. bis 18. Jahrhundert stammt. Doch für die alltägliche Verwendung war sie nicht nur zu klein, sondern auch zu wenig exakt gearbeitet. Dennoch muss sie von Wert gewesen sein, wie man an der Vergoldung sehen kann. Das ungewöhnliche Stück stammt vermutlich, so schätzt Stadtarchäologe Dr. Detlef Hopp, von einer sakralen Plastik, unter Umständen von einem Schnitzaltar des späten Mittelalters oder der frühen Neuzeit. Solche Altäre gab und gibt es beispielsweise in St. Ludgerus in Werden. Möglicherweise handelt es sich um ein Fragment aus dem Bildmotiv einer Seelenwaage: In der christlichen Ikonografie gilt die Waage als eines der ikonographischen Attribute des Erzengels Michael, der damit gute und böse Taten eines jeden Menschen gegeneinander aufwiegt.

(ü. Pm.)