Externes Institut soll Lottoauswahl von 500 Bürgern zur Mitsprache befähigen – Soll stellvertretend für die Essener Bevölkerung Bebauungsoptionen empfehlen

In Essen fehlen bis 2030 rund 16.500 Wohnungen – das ergibt die Berechnung des „Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung“ (InWIS). Werden alle Baulücken geschlossen, bestehende Wohnbauflächen vollständig genutzt und Bestandsgebäude nach Abbruch durch Neubauten ersetzt, bleibt noch immer ein Nachfrageüberhang von etwa 4.500 bis 8.000 Wohnungen bestehen. Mit der Frage, wo in Essen neuer Wohnraum entstehen kann, soll sich zukünftig unter anderem ein Bürgerforum befassen. Das hat der Rat der Stadt Essen heute (22.11.) beschlossen.

Das Bürgerforum zur Wohnbauflächenentwicklung in Essen bildet einen von insgesamt vier Bausteinen des nun ausgearbeiteten Konzepts der Stadt Essen zur Förderung des Wohnungsbaus, mit dem der Stadtrat die Verwaltung am 23.11.2016 beauftragt hat.

Die „Wohnungsnachfrageanalyse Essen 2025+“, die vom „Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung“ (InWIS) im Auftrag der Stadt Essen erstellt wurde, lieferte die Basis und damit den ersten Baustein, um den zukünftigen rechnerischen Wohnungsbedarf bis 2030 ermitteln zu können. Ein zweites Gutachten, für das sich das Architektur- und Planungsbüro „Post Welters“ verantwortlich zeichnete, fungiert als Potenzialanalyse und Umsetzungsstrategie zur Innenentwicklung. Untersucht wurden Essener Siedlungen auf ausgeschöpfte Flächen beziehungsweise Flächenpotentiale, die ebenfalls in die Bedarfsberechnung an zusätzlichen Flächen für den Wohnungsbau einfließen. Die Analyse verdeutlicht, dass die Innenentwicklung notwendig ist, um den Bedarf an Wohnraum zu decken, aber bei weitem nicht ausreicht.

Das Bürgerforum soll Essens Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeiten geben, sich in die Entscheidung, wo zusätzliche Wohnbauflächen entstehen können, maßgeblich einzubringen und neue, zukunftsfähige Ideen zu entwickeln. Das Forum versteht sich als Trialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Verwaltung und Politik. Aus diesem Grund wird gezielt ein externes Unternehmen in Kooperation mit der Amt für Stadtplanung und Bauordnung sowie der Politik das Forum vorbereiten und durchführen.

Das zweitägige Forum wird im dritten Quartal 2018 stattfinden. Die etwa 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Bürgerschaft werden per Zufallsauswahl aus dem Einwohnerregister ausgewählt. Damit sie stellvertretend für die Essener Bevölkerung qualifiziert zur Diskussion beitragen können, werden sie im Rahmen des Forums durch beauftragte Expertinnen und Experten fachlich vorbereitet.

Die Ergebnisse des Forums sollen nachfolgenden Entscheidungs- und Bauleit-Planverfahren als Empfehlung dienen.

Vervollständigt wird das Konzept der Stadt Essen zur Förderung des Wohnungsbaus durch den vierten Baustein, den landesweiten „öffentlich geförderter Wohnungsbau“.

Essen: Rat beschließt neues Konzept zur Unterbringung von Flüchtlingen – Renaturierung aufgegeben, vermehrt Gewerbe- und Wohnflächennutzung

In der Ratssitzung am 27. September hat die Verwaltung Vorschläge zur Anpassung der Unterbringungskapazitäten für Flüchtlinge in den Rat eingebracht. Nach Beratung in den zuständigen Gremien hat der Rat der Stadt heute (22.11.) den Vorschlag der Verwaltung mit Änderungen beschlossen.

Folgende Änderungen wurden mit heutigem Beschluss am Unterbringungskonzept vorgenommen:

Zurückgestellte Neubaustandorte

Das Unterbringungskonzept sieht vor, die zurückgestellten Neubaustandorte städtebaulich zu entwickeln. Die Verwaltung wird für die Grundstücke eine strukturierte Analyse für eine mögliche Folgenutzung durchführen. Erste Ergebnisse sollen bis zum Frühjahr 2018 vorgelegt werden.

Der Standort Vaestestraße im Stadtbezirk VIII konnte mittlerweile auf die Möglichkeit einer Renaturierung hin überprüft werden. Die Renaturierung soll in absehbarer Zeit erfolgen.

Der Standort Nöggerathstraße im Stadtbezirk III soll nun doch nicht als Vorratsfläche erhalten werden. Stattdessen wird geprüft, ob die Fläche zukünftig durch den ansässigen Hundesportverein genutzt werden kann.

Die Wallneyer Straße wird ebenfalls nicht weiter als Vorratsfläche erhalten. Eine Bebauung dieser Fläche wird nicht weiter verfolgt.

Ehemalige Zeltstandorte

Im Zuge des Berne-Umbaus sollen etwa zwei Drittel der bisherigen Zeltstandortes Altenbergshof/ Grillostraße als Baustelleneinrichtungsfläche durch die Emschergenossenschaft genutzt werden. Nach Abschluss der Arbeiten soll die Fläche jedoch nicht wie geplant renaturiert werden, sondern im Hinblick auf eine mögliche Wohnbebauung geprüft werden. So könnte insbesondere ein attraktives Wohnangebot für junge Familien geschaffen und gegebenenfalls öffentlich geforderter Wohnraum vorangetrieben werden.

Für den ehemaligen Standort Planckstraße wird geprüft, ob und wie eine Nutzung als Gewerbegebiet möglich ist.

Übergangswohnheime

Die Aufgabe und der Abriss der ehemaligen Standorte Worringstraße und Langenberger Straße wurde vom Rat der Stadt Essen am 22. März beschlossen.

Die Fläche des Standortes Langenberger Straße soll zukünftig gemeinsam mit dem eigentlich als Vorratsfläche vorgesehenen Grundstück Antropstraße als Wohngebiet dienen.

Nach dem Abriss des Wohnheimes auf der Worringstraße werden hier alle Voraussetzungen für eine Neunutzung als Gewerbegebiet geschaffen.

Für die ehemalige Behelfseinrichtung in der Dilldorfschule in Essen-Kupferdreh soll zeitnah ein Folgenutzungskonzept vorgelegt werden.

Der ehemalige Standort Sartoriusstraße wird zu Wohnbauzwecken vermarktet. Der dort gelegene Spiel- und Bolzplatz soll dabei erhalten bleiben.

Abgesehen von den oben aufgeführten Änderungen wurde das Unterbringungskonzept in der am 27. September eingebrachten Form angenommen. Alle Informationen zum neuen Unterbringungskonzept in seiner ursprünglichen Form sind hierzusammengefasst.

Zum Hintergrund

Seit Januar 2017 ist die Flüchtlingssituation in Essen stabil. Durch das fast einjährige Moratorium über die Zuweisung von Flüchtlingen gemäß Königsteiner Schlüssel und die Überfüllung der Quote für Flüchtlinge mit einer Wohnsitzauflage, kommen bis zum Ende des Jahres keine neuen Flüchtlinge nach Essen. Die darüber hinaus anhaltend guten Ergebnisse bei einer Wohnungsvermittlung an Flüchtlinge besteht für die Stadt eine Möglichkeit, einen Großteil der für die Flüchtlingsunterbringung vorgesehenen Flächen und Gebäude aufzugeben und diese städtebaulich zu entwickeln. Mit Stand vom 8. November 2017 sind derzeit 1.294 Menschen in den städtischen Unterkünften untergebracht.

Schmutzler-Jäger (Grüne, Essen): SPD-Fraktion muss Widerstand gegen verbindliche 30 Prozent-Quote für Sozialwohnungsbau bei neuen Baugebieten aufgeben

In der kommenden Sitzung des Rates der Stadt Essen am 22.11.2017 beantragt die Ratsfraktion der Grünen eine Rücknahme des Ratsbeschlusses zum Sozialwohnungsbau bei Bebauungsplänen vom 23.11.2016. Denn mit dem Antrag von SPD und CDU hatte sich der Rat vor einem Jahr gegen die von der Verwaltung vorgeschlagene verbindliche 30 Prozent-Quote für Sozialwohnung bei neuen Baugebieten ausgesprochen und trotz des hohen Bedarfs an Sozialwohnungen nur eine unverbindliche Vorgabe beschlossen, wonach Investoren `einzelfallbezogen in angemessenem Umfang´ Sozialwohnungen einplanen sollen. Dazu erklärt Hiltrud Schmutzler-Jäger, Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion der Grünen:

„Wir brauchen dringend mehr bezahlbare Miet- und Sozialwohnungen in Essen. Das zeigt uns die aktuelle Wohnungsnachfrageanalyse. Dabei spielt sowohl die starke Zuwanderung von Flüchtlingen als auch der rasante Wegfall der Sozialbindung bei den derzeit vorhandenen Sozialwohnungen eine große Rolle.

Wir beobachten mit großer Aufmerksamkeit, dass sich neben dem Essener Parteivorsitzenden Thomas Kutschaty auch immer mehr SPD-Bezirksvertreter für eine verbindliche Quote stark machen. Wir hoffen, dass die SPD-Fraktion in der kommenden Ratssitzung ihren Widerstand gegen die Sozialwohnungsquote aufgibt und trotz anderer Positionierung der CDU-Fraktion dem Verwaltungsvorschlag folgen wird.“

(ü. Pm.)

Baubeginn für Studentenwohnheim mit 135 Appartements in Essen Essen

Mit dem ersten Spatenstich starteten heute in Essen die Bauarbeiten für ein neues Studentenwohnheim. In direkter Nähe zum Campus entsteht ein fünfgeschossiger Bau mit Appartements für 135 Studierende. Bereits zum Wintersemester 2018/2019 sollen die neuen Mieter einziehen.

Das Land NRW unterstützt das Projekt durch günstige Darlehen und ermöglicht so günstige Monatsmieten von weniger als 300 Euro warm. Die Gesamtinvestition beträgt mehr als zehn Millionen Euro. Angeboten werden ausschließlich Einzelapartments, mindestens 20 Quadratmeter groß, voll möbliert und mit Internetanschluss. Für die gemeinsame Nutzung gibt es einen Aufenthalts- sowie einen Waschmaschinen- und Trockenraum, Terrassen und Freiflächen. Betreiber der Apartments ist die FDS gemeinnützige Stiftung, 1971 als „Fördererkreis deutscher Studenten“ gegründet. Die FDS betreibt bundesweit insgesamt 13 Objekte mit rund 2.000 Wohnplätzen für Studierende. Auch in anderen Städten wird das Angebot für studentischen Wohnraum derzeit erhöht. In der Dortmunder Innenstadt sind derzeit 400 Wohnungen für Studenten im Bau, in Bochum entsteht ein Wohncampus für 260 studentische Mieter.

 

(ü. Pm.)

Grundstücksmarktbericht 2017

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte hat den Grundstücks-marktbericht 2017 veröffentlicht. Der Umsatz auf dem Essener Immobilienmarkt ist weiter auf historisch hohem Niveau. Insgesamt wurden im Jahr 2016 knapp 4.500 Kauffälle bei einem Rekordumsatz von 1,7 Milliarden Euro verzeichnet.

Im Jahr 2016 wurden 4.493 Kauffälle durch den Essener Gutachterausschuss registriert. Gegenüber dem Vorjahr wurden damit circa sieben Prozent mehr Kaufverträge abgeschlossen. Damit sind die Vertragszahlen weiterhin auf dem historisch hohen Niveau der letzten beiden Jahre.

Mit einem Geldumsatz von über 1,7 Milliarden Euro wurde ein neuer Rekordumsatz verzeichnet. Der Anstieg des Geldumsatzes um circa 34 Prozent gegenüber 2015 resultiert in erster Linie aus den Teilmärkten „Geschosswohnungsbau“ und „Gewerbe“.

Der Grundstücksmarktbericht 2017 analysiert den Essener Immobilienmarkt des Jahres 2016. Datengrundlage ist die Kaufpreissammlung des unabhängigen Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Essen. Um seinen gesetzlichen Auftrag zu erfüllen erhält der Gutachterausschuss sämtliche Kaufverträge über in Essen verkaufte Immobilien und wertet diese aus. „Der Grundstücksmarktbericht leistet einen wesentlichen Beitrag zum Verbraucherschutz, denn er verschafft entsprechend dem Willen des Gesetzgebers Laien und Fachleuten einen tiefen Einblick in den Grundstücksmarkt“, sagt Peter Rath, Vorsitzender dieses Sachverständigengremiums. Werter-mittlungssachverständige schätzen den Bericht wegen seiner zahlreichen Daten, die für eine sachgerechte Verkehrswertermittlung unerlässlich sind.

Unbebaute Baugrundstücke

Für die 163 veräußerten unbebauten Wohnbaugrundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 144.000 Quadratmeter wurden insgesamt 62 Millionen Euro erlöst. Die Preise für Grundstücke des individuellen Wohnungsbaus sind auf dem erhöhten Niveau des Vorjahres geblieben.

Typische baureife Grundstücke für Doppelhaushälften und Reihenendhäuser kosten in guter Lage rund 360 Euro/Quadratmeter, in mittlerer Lage 260 Euro/Quadratmeter und in mäßiger Lage 185 Euro/Quadratmeter. Für Baugrundstücke, auf denen Eigentumswohnungen errichtet werden sollen lagen die Preise entsprechend bei 390 Euro/Quadratmeter, 310 Euro/Quadratmeter bzw. 205 Euro/Quadratmeter.

16 Gewerbegrundstücke wurden mit einer Fläche von rd. 62.000 Quadratmeter für insgesamt rund neun Millionen Euro verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Umsatz unbebauter Gewerbegrundstücke halbiert.

Bebaute Grundstücke

Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke

2016 wurden 947 Ein- und Zweifamilienhäuser verkauft. Das Kaufpreisvolumen betrug rund 295 Millionen Euro gegenüber rund 251 Millionen Euro im Vorjahr. Gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl der Verkäufe um circa neun Prozent und der Umsatz um circa 18 Prozent gestiegen. Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser (Weiterverkäufe) sind gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig um knapp ein Prozent gestiegen.

Mietwohngebäude

Die Zahl der veräußerten Mietwohngebäude ist um circa 14 Prozent gestiegen. 495 Objekte mit einem Geldumsatz von 375 Millionen Euro wechselten 2016 den Eigentümer.

Wohnungseigentum

Wohnungseigentum bildet in Essen wie in den meisten deutschen Großstädten zahlenmäßig den größten Teilmarkt. 2.347 Wohnungen wechselten den Eigentümer (Vorjahr 2.296). Der Geldumsatz ist von rund 287 auf rund 309 Millionen Euro gestiegen. Die Zahl der Verkäufe neu errichteter Eigentumswohnungen lag mit 253 Einheiten (88 Millionen Euro) in etwa auf dem Vorjahresniveau (260 Einheiten, 87 Millionen Euro). Zugenommen hat die Zahl der aus Mietwohnungen umgewandelten Eigentumswohnungen (346 gegenüber 316 Einheiten). Bei den Eigentumswohnungen in der Kategorie „Weiterverkäufe“ ist im Jahr 2016 eine Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr von rund 4,5 Prozent zu verzeichnen. Für neu errichtete Eigentumswohnungen zahlten die Käufer durchschnittlich circa 2.900 Euro/Quadratmeter-Wohnfläche

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Gewerbeobjekte

Insgesamt wurden 2016 125 bebaute Gewerbegrundstücke verkauft (2015: 112). Der Geldumsatz lag mit rund 525 Millionen Euro um mehr als 30 Prozent über dem Vorjahresniveau (rund 397 Millionen Euro).

Typische Immobilienpreise

Im neuen Grundstücksmarktbericht findet der Nutzer detaillierte Informationen über durchschnittlich gezahlte Immobilienpreise:

Durchschnittliche Kaufpreise der letzten drei Jahre je Quadratmeter Wohnfläche für Einfamilienhäuser aus den Baujahren 1975 bis 2013 in ausgewählten Stadtteilen sind nachfolgend aufgeführt. In Klammern ist der Gesamtkaufpreis bei einer Wohnfläche von 130 Quadratmetern dargestellt.

  • Altenessen-Nord: 1.650 Euro (214.500 Euro)
  • Burgaltendorf: 2.300 Euro (299.000 Euro)
  • Horst: 1.700 Euro (221.000 Euro)
  • Kettwig: 2.400 Euro (312.000 Euro)
  • Rüttenscheid 3.150 Euro (441.000 Euro)
  • Schönebeck: 2.100 Euro (273.000 Euro)
  • Stoppenberg: 1.750 Euro (227.500 Euro)

Für Eigentumswohnungen aus dem gleichen Baujahreszeitraum wurden je Quadratmeter Wohnfläche im Durchschnitt der letzten drei Jahre die nachfolgenden Kaufpreise bezahlt. In Klammern ist der Gesamtkaufpreis bei einer Wohnfläche von 85 Quadratmetern dargestellt.

  • Altenessen-Nord: 1.100 Euro ( 93.500 Euro)
  • Bredeney: 2.300 Euro (195.500 Euro)
  • Burgaltendorf: 1.600 Euro (136.000 Euro)
  • Horst: 850 Euro ( 72.250 Euro)
  • Kettwig: 1.850 Euro (157.250 Euro)
  • Schönebeck: 1.800 Euro (153.000 Euro)
  • Stoppenberg: 1.200 Euro (102.000 Euro)

Die Abbildungen in der Anlage zu dieser Pressemitteilung zeigen das Preisniveau in den Stadtteilen für gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser und für Wohnungseigentum.

Daten für Sachverständige

Für Wertermittlungssachverständige enthält der Marktbericht in einem speziellen Kapitel zahlreiche Informationen zur Erstellung von Gutachten, so zum Beispiel aktuelle Liegenschaftszinssätze sowie Tabellen zur Marktanpassung im Sachwertverfahren. Diese Daten sind nach den neuen Wertermittlungsmodellen ermittelt worden.

Bezugsquellen

Der aktuelle Grundstücksmarktbericht kann im Internet unter der Adresse www.boris.nrw.de kostenfrei abgerufen werden. Außerdem ist er bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, Rathenaustraße 2 (Theaterpassage), 45127 Essen, FAX: 0201-88-68503, erhältlich (Geschäftszeiten Montag bis Freitag 8:30 bis 12 Uhr sowie nach Vereinbarung). Die Gebühr für die Druckversion liegt bei 30 Euro.

(ü. Pm.)

Eröffnung der 15. Essener Wohnungsbörse

Von der Studentenwohnung bis zum Penthouse, von der Eigentumswohnung bis zum hochwertigen Einfamilienhaus: Wer auf der Suche nach einem neuen Domizil ist, ist bei der 15. Essener Wohnungsbörse richtig. Oberbürgermeister Thomas Kufen gibt mit der Eröffnung der Veranstaltung auf dem Willy-Brandt-Platz den Startschuss: Bis 16 Uhr beraten und informieren am kommenden Samstag neun Essener Wohnungsunternehmen und ein Geldinstitut alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu fast allen Themen rund ums Wohnen.

Samstag, 6. Mai, 10 Uhr, Willy-Brandt-Platz

Kommunen im Ruhrgebiet erhalten 137 Millionen Euro aus der Städtebauförderung

Land, Bund und Europäische Union fördern städtebauliche Projekte in der Metropole Ruhr in diesem Jahr mit rund 137 Millionen Euro. Insgesamt stehen 67 Einzelprojekte in den Städten und Kreisen des Ruhrgebiets auf der Förderliste, die das NRW-Städtebauministerium heute (13. April) veröffentlicht hat.

Die höchste Einzelförderung der Region geht nach Duisburg: Aus dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ fließen fast 11,4 Millionen Euro nach Duisburg-Hochfeld. Insgesamt bewegt sich die Städtebauförderung auf Rekordniveau: 325 Millionen Euro investieren Land, Bund und EU. Fast jede zweite Kommune in NRW erhält in diesem Jahr Mittel für städtebauliche Erneuerung und Entwicklung. 243 Projekte in 185 Städten und Gemeinden werden gefördert. Informationen zur Städtebauförderung unter www.mbwsv.nrw.de

 

Gutachterausschuss: Bodenrichtwerte 2017 beschlossen

Die Preise für Baugrundstücke im Essener Stadtgebiet sind im vergangenen Jahr im Durchschnitt auf dem erhöhten Niveau des Vorjahres geblieben. Dies zeigt die Indexreihe für Wohnbauland, die der Gutachterausschuss neu erarbeitet hat.

Von 2014 auf 2015 weist die Indexreihe noch eine Preissteigerung von fast 7 Prozent aus. Die vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte zum 01.01.2017 beschlossenen Bodenrichtwerte zeigen in Einzelfällen hiervon abweichende Tendenzen auf, da in diesen auch Entwicklungen in Mikrolagen berücksichtigt werden können. Die Bodenrichtwerte werden im Informationssystem „BORISplus.NRW“ bereitgestellt. Die Nutzung sämtlicher dort bereitgestellter Informationen über den Essener Immobilienmarkt ist kostenfrei.

Was sind Bodenrichtwerte?
Bodenrichtwerte sind Durchschnittswerte für den Wert des Bodens von unbebauten und bebauten Grundstücken. Die Bodenrichtwerte werden in Richtwertzonen abgebildet. Fast 5.800 zonale Bodenrichtwerte spiegeln das Preisniveau von Grundstücken in Essen wider. Der unabhängige Gutachterausschuss ermittelt sie durch Auswertung seiner Kaufpreissammlung. Hierin werden Preisdaten aus allen Kaufverträgen über in Essen verkaufte Immobilien gesammelt. Das Baugesetzbuch verpflichtet alle Notare, dem Gutachterausschuss diese Urkunden zu übersenden. Aktuell sind etwa 5.400 Bodenrichtwerte für Wohnbaugrundstücke und rund 280 Bodenrichtwerte für Gewerbe- und gemischt genutzte Grundstücke definiert. Hinzu kommen etwa 110 Bodenrichtwerte für land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke. Diese Werte geben einen raschen Überblick über das Preisniveau. Das aktuelle Preisgefüge für Wohnbauland im Essener Stadtgebiet ist in Anlage 1 veranschaulicht. Sachverständige, Unternehmen und Banken benötigen sie auch, um den Wert von Immobilien zu ermitteln.

Was hat sich geändert?
Von den 5.376 Bodenrichtwerten für Wohnbauland wurden im Vergleich zum Vorjahr lediglich 21 gesenkt und 300 angehoben. Die Mehrzahl der Steigerungen lag zwischen 10 und 20 Euro je Quadratmeter. Für gewerblich genutzte Grundstücke wurden nahezu alle Bodenrichtwerte in ihrer Höhe beibehalten. Die Bodenrichtwerte für land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke blieben insgesamt unverändert. Der Gutachterausschuss hat in Ergänzung zu den Bodenrichtwerten eine Indexreihe für Wohnbauland erarbeitet (Anlage 3). Hieraus kann die durchschnittliche Preisentwicklung für das Essener Stadtgebiet seit 2005 entnommen werden. Diese Indexreihe soll jährlich fortgeführt werden.

Wo gab es Steigerungen?
Schwerpunkte finden sich in den Stadtteilen Bredeney, Heisingen, Heidhausen und Kettwig. Der höchste Bodenrichtwert für Wohnbauland von 590 Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche liegt im Stadtteil Bredeney.

Wo wurden Bodenrichtwerte gesenkt?
Lediglich 21 Bodenrichtwerte wurden um 5 Euro gesenkt. Betroffen hiervon waren Bodenrichtwertzonen in Dellwig, Karnap und Kray.

Wie ist das allgemeine Preisniveau?
In guten Wohnlagen liegen die Bodenrichtwerte für 1- oder 2-geschossige Bauweise (z.B. Baugrundstücke für Doppelhaushälften oder Reihenendhäuser) im Durchschnitt bei 360 Euro je Quadratmeter, in mittlerer Wohnlage bei 260 Euro und in mäßiger Wohnlage bei 185 Euro jeweils je Quadratmeter Grundstücksfläche. Für Grundstücke des Geschosswohnungsbaus (Mietwohnhäuser und Eigentumswohnungen) lauten die entsprechenden Werte 390, 310 und 205 Euro je Quadratmeter. Die gebietstypischen Werte als Übersicht über die Bodenrichtwerte können der Tabelle in Anlage 2 entnommen werden.

Für klassische Gewerbegrundstücke beträgt der Bodenrichtwert in mittlerer Lage 85 Euro je Quadratmeter. Bodenrichtwerte für Büro- oder Handelsnutzung liegen zum Teil deutlich höher und erreichen in der Innenstadt 6000 Euro je Quadratmeter. Das Bodenrichtwertniveau für Ackerflächen liegt zwischen 3,4 und 4,7 Euro je Quadratmeter, für Wald bei etwa 2 Euro je Quadratmeter.

Wo kann ich Bodenrichtwerte einsehen und was kostet die Nutzung?
Die beschlossenen Bodenrichtwerte sind in BORISplus.NRW (www.boris.nrw.de) verfügbar. BORISplus.NRW ist das zentrale Informationssystem der Gutachterausschüsse und des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte über den Immobilienmarkt in Nordrhein-Westfalen. In dieses Informationssystem überträgt auch der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Essen die von ihm abgeleiteten Daten. Sämtliche Informationen in BORISplus.NRW stehen komplett kostenfrei zur Verfügung. So können beispielsweise für einzelne Bodenrichtwerte amtliche Auszüge in Form einer PDF-Datei erzeugt und anschließend ausgedruckt werden. In diesen Auszügen sind neben dem ausgewählten Bodenrichtwert auch Erläuterungen zum Bodenrichtwert, Kartendarstellungen der Bodenrichtwertzonen und die für die Essener Bodenrichtwertzonen geltenden Fachinformationen zur Ableitung und Verwendung der Bodenrichtwerte enthalten.

Auch die jährlich erscheinenden Grundstücksmarktberichte können kostenfrei heruntergeladen werden. Dies gilt für den Jahrgang ab 2012. Der Grundstücksmarktbericht 2017 wird voraussichtlich im April dieses Jahres vom Gutachterausschuss veröffentlicht und dann ebenfalls in BORISplus.NRW eingestellt.

weitere Informationen:

2017_03_16_Bodenrichtwerte_Anlage_2017
(ü. Pm.)

DIE LINKE beantragt Konzept zur Stärkung des Sozialen Wohnungsbaus

Angesichts des stark wachsenden Bedarfs an preiswerten Wohnungen braucht die städtische Wohnungsgesellschaft Allbau AG mehr Unterstützung von der Stadt, ist die Ratsfraktion DIE LINKE überzeugt. Deshalb beantragt sie für die Ratssitzung nächste Woche und den morgigen Planungsausschuss ein Konzept zur Stärkung des Sozialen Wohnungsbaus in Essen.

„Die jetzt schon großen Anstrengungen der Allbau werden dadurch erschwert, dass er als Melkkuh für den städtischen Haushaltes benutzt wird“, so die Fraktionsvorsitzende Gabriele Giesecke. „78 Mio. Euro Gewinnabführung soll der Allbau bis einschließlich 2020 an die Stadt zahlen. Gelder, die für die Renovierung und Schaffung von Wohnraum fehlen. Dabei ist es der öffentliche Zweck der Allbau AG für preiswerten Wohnraum zu sorgen und nicht zur Sanierung des Essener Haushaltes beizutragen. “

Immer mehr Sozialwohnungen fallen aus der Bindefrist. Die Anzahl der öffentlich geförderten Mietwohnungen verringerte sich von rund 89.000 Wohnungen im Jahr 1990 auf rund 20.000 im Jahr 2015. Gleichzeitig sind Flächen Mangelware, auf denen neue Wohnung gebaut werden können.

„Damit es für die weitere Planung transparent wird, sind wir für die Erstellung einer Übersicht über die städtischen Grundstücke, die kurz- bis mittelfristig für den Sozialen Wohnungsbau mobilisiert, bzw. neu gekauft werden können“, so Wolfgang Freye , für DIE LINKE im Planungsausschuss. „Außerdem sollte die Stadt insbesondere mit den genossenschaftlichen Wohnungsbaugesellschaften, aber auch anderen Bauträgern, Vereinbarungen für mehr Sozialen Wohnungsbau anstreben.“

Das ist schon deshalb dringend notwendig, weil die Große Koalition aus SDP und CDU eine verbindliche Quote für den Bau von Sozialwohnungen abgelehnt hat, wie sie DIE LINKE schon lange fordert und die Verwaltung auch im letzten Jahr einführen wollte. „Die Ablehnung dieser verbindlichen Quote von 30 Prozent durch SDP und CDU war ein dicker Fehler und Essen hat deswegen die ,rote Laterne’“, so Gabriele Giesecke abschließend. „Denn kaum eine andere Großstadt verzichtet mehr auf dieses wichtige Instrument.“

(ü. Pm)

Schmutzler-Jäger (Grüne): Bebauung ist wegen des erheblichen Eingriffes in den Natur- und Landschaftsschutz abzulehnen

Angesichts der Planungen der Stadtverwaltung zur Aufnahme der Grünfläche „Mecklenbeckswiese“ in Essen-Horst in das Arbeitsprogramm Bauleitplanung 2016/17 erklärt Hiltrud Schmutzler-Jäger, Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion der Grünen:

„Wir Grüne lehnen eine Bebauung der Mecklenbeckswiese wegen des erheblichen Eingriffes in den Natur- und Landschaftsschutz und wegen der Zerstörung wertvoller landwirtschaftlicher Flächen entschieden ab. Die Fläche ist Bestandteil eines nord-südlich verlaufenden innerstädtischen Grünzuges bis zum Bergmannsbusch. Außerdem ist sie wichtig für die Kaltluftproduktion in dem dicht besiedelten Gebiet.

Die große Koalition aus SPD und CDU im Rat und die zuständige Planungsverwaltung haben offensichtlich nichts aus der Vergangenheit gelernt. Denn nun wird zum wiederholten Male ein Wohnbauflächenvorschlag aus der Schublade gezogen, der bereits zwei Mal am politischen Widerstand gescheitert ist.

Die 7,5 Hektar große Fläche wurde erst 2008 bei der Aufstellung des regionalen Flächennutzungsplans und dann 2015 bei der städtebaulichen Strategie zur Schaffung von Asylstandorten parteiübergreifend wegen der erheblichen Eingriffe in den Naturhaushalt abgelehnt. Wir appellieren an die große Koalition diese Linie nicht zu verlassen und zusammen mit uns eine Bebauung abzulehnen.“

(ü. Pm.)

Stadt stellt Planungen zum RS1 am Eltingviertel vor

Oberbürgermeister Thomas Kufen und Planungsdezernent Hans-Jürgen Best haben heute (2.2.) die vorläufigen Planungen der Stadt für den Streckenabschnitt des RS1 in Höhe des Eltingviertels vorgestellt. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden unterschiedliche Wegführungen und städtebauliche Ideen erarbeitet. Diese betreffen hauptsächlich den Abschnitt zwischen der Gladbecker Straße und der Schützenbahn. Der ehemalige Bahndamm soll hier in einer Höhe von sechs Metern und mindestens einer Breite von acht Metern störungs- und kreuzungsfrei weitergeführt werden. Dabei könnte am Tor zum Eltingviertel eine Platzlösung gebaut werden, die nicht nur autofrei gestaltet wird, sondern auch eine Zu- und Abfahrt auf den RS1 aus der Innenstadt kommend ermöglicht. Eine weitere Überlegung ist eine „Highline“-Lösung auf entsprechenden Stützen, ähnlich dem bekannten Vorbild aus der amerikanischen Stadt New York. In die Planungen der insgesamt etwa 25.000 Quadratmeter großen Fläche wird außerdem die städtebauliche Entwicklung des Eltingviertels mit einbezogen. Die Fläche ermöglicht nördlich des Bahndamms auch Platz für Wohnbebauung. Möglich wären laut Planungen die Errichtung von etwa 400 Wohnungen.

Fest steht jetzt schon, dass die Brücke über die Altenessener Straße durch eine neue ersetzt wird. Darüber hinaus plant der Bauträger Straßen.NRW den Abriss und die Neugestaltung der Brücke über die Gladbecker Straße. In welchem Zeitraum die Arbeiten am RS1 in diesem Bereich abgeschlossen werden können, kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden.

Die bestehende alternative „Intercity-Route“ wird spätestens im Frühsommer von Grün und Gruga der Stadt Essen ausgeschildert und kann als Verbindung zum RS1 vom Univiertel bis nach Essen-Kray genutzt werden.

Die Planungen sind heute in einem Zwischenbericht dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung (ASP) vorgestellt worden. Zur Entscheidung werden diese voraussichtlich im April in die politischen Gremien gegeben. Im nächsten Schritt werden auch die Fahrradverbände über die Planungen informiert.

Zum Hintergrund:

Das Landesumweltministerium hat angekündigt, dass es keine Notwendigkeit für eine Umweltverträglichkeitsprüfung für den Bauabschnitt in Höhe des Eltingviertels in Richtung Osten sieht.

Damit wäre die von der Landesregierung angekündigte schnelle Lösung für den Bauvorhabenträger, den Landesbetrieb Straßen.NRW, geebnet. Jetzt müssen noch vorbereitende Maßnahmen getroffen werden: Rechtlich ist die Frage zu klären, ob jetzt eine Plangenehmigung erforderlich ist. Die Bezirksregierung muss außerdem in diesem Zusammenhang klären, welche Naturschutzbehörde für die vorbereitenden Arbeiten zuständig ist. Darüber hinaus müssen die Ansprüche der Anlieger in den Planungen berücksichtigt werden. Und nicht zuletzt muss Straßen.NRW die Grundstücksangelegenheiten mit der Deutschen Bahn vertraglich abschließen.

Titelfoto: Oberbürgermeister Thomas Kufen (re.) mit Stadtplanungsdezernent Werner Best.

(ü. Pm., Fotos: Armin Thiemer)

Linke: Aufkauf der Gebäude an der Gladbeckerstraße darf kein Einzelfall bleiben

 Die Ratsfraktion DIE LINKE unterstützt die Absicht der Verwaltung, die sogenannten „Schrottimmobilien“ an der Gladbeckerstraße zu kaufen und dort neuzubauen.

„Wir hoffen sehr, dass es gelingt, die Häuser in einer Zwangsversteigerung zu kaufen und dem dubiosen Besitzer damit endgültig das Handwerk zu legen und die Möglichkeit abzuschneiden, Flüchtlinge und Zuwanderer aus der EU mit horrenden Mieten ,abzuzocken’,“ so Wolfgang Freye, für DIE LINKE im Planungsausschuss. „Die Probleme können jedoch nicht nur mit ordnungspolitischen Maßnahmen und dem Aufkauf der Häuser gelöst werden. Denn die betroffenen Bewohner dieser Immobilien sind in erster Linie selbst Opfer, deren Hilfs- und Ahnungslosigkeit von skrupellosen Hintermännern schamlos ausgenutzt wird. Ihnen muss die Stadt helfen, nicht nur durch Beschaffung ordentlicher Wohnungen sondern auch durch sozialpolitische Hilfen zur Integration.“

Sofern die Stadt mit dem Aufkauf der Häuser Erfolg hat, sollte geprüft werden, ob auch anderen dubiosen Geschäftsleuten mit ähnlichen Abzockmodellen das Handwerk gelegt werden kann.

„Das wäre auch ein Ziel der Stadtentwicklung,“ so Wolfgang Freye abschließend.

(ü. Pm.)