Mozarts „Entführung aus dem Serail“ zurück auf der Aalto-Bühne

Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Die Entführung aus dem Serail“ versammelt ein ernstes und ein heiteres Liebespaar, einen tölpelhaften Tunichtgut, einen humanistischen Edelmann und einen Spielort, der Platz für exotische Klänge bietet. Eine wunderbare Mischung, auf die sich das Publikum im Aalto-Theater nun wieder freuen darf: Am Sonntag, 4. März 2018, um 18 Uhr wird das beliebte Singspiel wiederaufgenommen, weitere Vorstellungen folgen am 17. März und 6. April 2018. Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Tomáš Netopil übernehmen die Gesangspartien Maik Solbach (Bassa Selim), Simona Šaturová und Anna Rajah (Konstanze), Christina Clark (Blonde), Dmitry Ivanchey (Belmonte), Albrecht Kludszuweit (Pedrillo) und Tijl Faveyts (Osmin). Die Inszenierung stammt von Jetske Mijnssen. Mit Instrumenten wie Becken, Trommel oder Triangel bediente Mozart in der „Entführung aus dem Serail“ die damaligen Erwartungen an das orientalische Lokalkolorit. Doch nicht nur wegen dieser Klänge hatte das Werk eine epochemachende Bedeutung für die Entwicklung der deutschen Oper.

Karten (€ 11,00 – 55,00) unter T 02 01 81 22-200 oder www.theater-essen.de.

Titelfoto: Scenenfoto von Ben van Duin).

Stadt Essen: Fahrverbote für Essen stehen aktuell nicht an

Das Bundesverwaltungsgericht hat heute (27.2.) ein entscheidendes Urteil im Streit um ein mögliches Diesel-Fahrverbot in deutschen Städten gefällt. Fahrverbote, so das Gericht, sind ein grundsätzlich rechtmäßiges und damit mögliches Mittel zur Senkung des gesundheitsschädlichen Stickoxids.

Ob und wann Fahrverbote in Essen kommen könnten, ist damit allerdings nicht entschieden. Kurzfristige Fahrverbote folgen aus dem Urteil nicht. Gefordert ist jetzt die Bezirksregierung Düsseldorf. Hier liegt die Verantwortung für die Luftreinhaltepläne. Auf dieser Basis hat die Stadt Essen bereits Maßnahmen zu weiteren Senkung der Stickoxidbelastung veranlasst. Ob und wann diese Aktivitäten durch ein Diesel-Fahrverbot ergänzt werden ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt offen.

Die Stadt Essen hält weiterhin an ihrer Position fest und lehnt Fahrverbote ab. „Unser oberstes Ziel ist die Gesundheit der Menschen. Dazu müssen wir die Luftqualität in den Städten verbessern“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Diesel-Fahrverbote sind unsozial und das falsche Signal. In erster Linie ist die Automobilindustrie mit Soft- und Hardware Lösungen gefragt. Die Bundesregierung muss hier mehr Druck machen.

Gleichzeitig unternehmen wir in den Städten bereits heute große Anstrengungen im Bereich des ÖPNV, des Fuß- und Radverkehrs und beim Ausbau der Elektromobilität, um mit einem verträglichen Mobilitätsmix mehr Alternativen zur klassischen PKW-Nutzung zu bieten. Im Jahr der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017 haben wir in Essen mit vielen Aktivitäten im Bereich der Mobilität diese Bestrebungen gefördert. Durch verkehrslenkende und verkehrssteuernde Maßnahmen kann die Luftqualität nicht mehr weiter verbessert werden. Hinzu kommt, dass gerade im Ruhrgebiet ein Fahrverbot an der Realität der Menschen vorbeigeht. Einfahrverbote von Dieselfahrzeugen in bestimmte Städte oder Stadtteile führen nur zu einer Umverteilung der belasteten Zonen. Dies kann nur zusammen mit den Nachbarstädten gelöst werden, eine Insellösung ist im Ruhrgebiet nicht zielführend.“

Ein Blick auf die Zulassungen zeigt, dass weiterhin auch neue Dieselfahrzeuge angemeldet werden. Der Anteil der EURO 6 Diesel liegt in Essen bei einer Gesamtzahl an Diesel PKW von rund 160.000 Fahrzeugen inzwischen bei circa 15 Prozent.

Vorläufige Ergebnisse der Messstellen des LANUV an beispielsweise der Gladbecker Straße in Altenessen machen zwar eine leichte Verbesserung absehbar, abschließende Messergebnisse für das Jahr 2017 liegen allerdings noch nicht vor.

Essener Tafel gründet gemeinsam mit der Stadt Essen einen „Runden Tisch“

Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Essener Tafel e.V., dem Landesverband der Tafeln in NRW, der Tafel Deutschland und der Stadt Essen, wurden die aktuellen Probleme analysiert und erste Lösungsansätze beraten.

Das Ergebnis der Beratungen ist, dass unter der Moderation des Sozialdezernenten der Stadt Essen dieser kurzfristig zu einem „Runden Tisch“ mit der Essener Tafel, den Essener Wohlfahrtsverbänden und Vertretern des Verbundes der Essener Migrantenselbstorganisationen einlädt. Der „Runde Tisch“ soll dazu beitragen, dass Lösungsansätze erarbeitet werden, damit die Essener Tafel ihre Zielgruppen bestmöglich erreicht. Die Beteiligten der heutigen Gespräche waren sich einig, dass im Fokus der Essener Tafel ganz besonders Alleinerziehende, Familien mit minderjährigen Kindern und Seniorinnen und Senioren stehen.Die Beteiligten sind sich sicher, dass durch die Kooperation mit den Teilnehmenden am „Runden Tisch“ gemeinsam tragfähige Lösungen für di e Zukunft der wichtigen Arbeit der Ehrenamtlichen bei der Essener Tafel erarbeitet werden. Der „Runde Tisch“ wird sich innerhalb der nächsten zwei Wochen konstituieren.

„Tag der Archive“ 2018

Am Sonntag, 4. März, wird bundesweit der „Tag der Archive“ gefeiert, um die Bedeutung der Archive als Stätten der Wissenschaft, der Kultur und der Bildung aufzuzeigen.

Auch das Haus der Essener Geschichte/ Stadtarchiv beteiligt sich am „Tag der Archive“ und bietet von 10 bis 17 Uhr ein abwechslungsreiches Programm:

Als Höhepunkt wird um 10:30 Uhr die Ausstellung über die Fliegerin Thea Rasche eröffnet.

Außerdem gibt kostenlose Führungen durch die Dauerausstellung „Essen – Geschichte einer Großstadt im 20. Jahrhundert“ und Einblicke in die Restaurierungswerkstatt und in das Magazin des Stadtarchivs.

Weiterhin präsentieren sich zahlreiche Essener Geschichtsvereine und –initiativen im Foyer im 1. Stock und berichten von ihren Aktivitäten.

Das komplette Programm zum „Tag der Archive“:

  • Eröffnung der Ausstellung über die Essener Fliegerin Thea Rasche im Vortragsraum Erdgeschoss um 10:30 Uhr.
  • Führungen durch die historische Dauerausstellung „Essen – Geschichte einer Großstadt im 20. Jahrhundert“, Treffpunkt im Foyer im Erdgeschoss, jeweils um 10:30 Uhr, 11:30 Uhr, 14 Uhr, 15 Uhr.
  • Kurzführungen durch das Archivmagazin. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen pro Führung begrenzt, eine Anmeldung in der Infologe im Foyer des Erdgeschosses ist erforderlich. Treffpunkt ist der Flurbereich vor dem Lesesaal (Raum 0.13, Erdgeschoss), jeweils um 10:15 Uhr, 11:30 Uhr, 13:30 Uhr, 14:30 Uhr, 15:30 Uhr.
  • Beratung für Familien- und Personenforschung im Lesesaal (Raum 0.13, Erdgeschoss), jeweils von 10 bis 12:30 Uhr und von 13:30 bis 17 Uhr.
  • Präsentation der Restaurierungswerkstatt. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen pro Veranstaltung begrenzt, eine Anmeldung in der Infologe im Foyer des Erdgeschosses ist erforderlich. Termine fnden jeweils von 11 bis 11:45 Uhr, 13 bis 13:45 Uhr und 15 bis 15:45 Uhr statt.
  • Bücherflohmarkt im Lesesaal in Raum 0.13 im Erdgeschoss, von 10 bis 12:30 Uhr und von 13:30 Uhr bis 17 Uhr.
  • Vorführung eines Films über die Essener Fliegerin Thea Rasche im Vortragsraum im Erdgeschoss, um 14 Uhr.
  • Präsentation der Essener Geschichtsvereine im Foyer 1. Obergeschoss, durchgehend von 10 bis 17 Uhr.

Abschied nach 22 Jahren: Landgerichtspräsidentin Dr. Monika Anders geht in den Ruhestand

Im Juni 1996 trat sie ihr Amt an: Jetzt geht Dr. Monika Anders nach fast
22 Jahren als Präsidentin des Landgerichts Essen in den Ruhestand.
Ihre Laufbahn als Richterin begann Dr. Monika Anders 1979 am Landgericht Köln in einer Kammer für Bausachen. Noch während ihrer Probezeit  Verwaltungserfahrung u. a. als Mitarbeiterin des Justizprüfungsamtes. Anschließend war sie am Amtsgericht und am Landgericht Köln in der Rechtsprechung und in der Verwaltung eingesetzt. Am Landgericht, wo sie verschiedenen Zivil- und Strafkammern angehörte, darunter dem Schwurgericht und einer Kammer für Betäubungsmittelstrafsachen, wurde sie 1982 zur Richterin auf Lebenszeit ernannt. Ihr weiterer Weg führte sie ins Justizministerium in Düsseldorf. Hier war sie drei Jahre lang in der Personal- und Haushaltsabteilung tätig. Anschließend wechselte sie als Richterin an das Oberlandesgericht Köln. Sie war dort ebenfalls in der Rechtsprechung und in der Verwaltung tätig.
Anfang 1992 wurde Dr. Monika Anders zur Leitenden Ministerialrätin im Justizministerium und zur stellvertretenden Leiterin des Landesjustizprüfungsamtes ernannt. Dies war ihre letzte Station vor dem Wechsel nach Essen. Als Präsidentin des Landgerichts Essen trug Dr. Monika Anders nicht nur Verantwortung für die rund 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landgerichts, sondern auch für die Amtsgerichte in Essen-Borbeck, Essen-Steele, Gelsenkirchen, Gelsenkirchen-Buer (bis zur Zusammenlegung mit Gelsenkirchen), Bottrop, Dorsten, Gladbeck, Hattingen und Marl, außerdem für die Ambulanten Sozialen Dienste der Justiz mit ihren
Fachbereichen der Bewährungshilfe, der Gerichtshilfe und der Führungsaufsicht.
In ihrer Amtszeit hat Dr. Monika Anders viele Veränderungen in der Justiz begleitet und mitgeprägt: Der Umstieg von Schreibmaschine und Durchschlagspapier auf die heutige EDV-Vollausstattung gehört ebenso dazu
wie die Reorganisation der gerichtlichen Geschäftsstellen und wichtige  Baumaßnahmen: Zuletzt wurde im Frühjahr 2016 der neue Saaltrakt an der Kortumstraße eingeweiht, dessen Planung und Bau sie vorangetrieben hat. Die zukünftige elektronische Aktenführung vorzubereiten und damit den Anschluss der Justiz an das digitale Zeitalter zu gewährleisten, gehörte ebenfalls zu ihren Aufgaben.
Ein wichtiges Anliegen war Dr. Monika Anders vor allem die Personalführung und -entwicklung sowie das Fördern des juristischen Nachwuchses: Schon als Proberichterin leitete sie Arbeitsgemeinschaften für Rechtsreferendare und wurde 1984 zur damals jüngsten Prüferin im Zweiten Juristischen Staatexamen ernannt. Gemeinsam mit Burkhard Gehle hat sie ein Standardwerk der Ausbildungsliteratur verfasst: Den „Anders/Gehle“,
der aktuell in der 13. Auflage erscheint und bundesweit von Referendaren geschätzt wird. Die Prüfungstätigkeit wird sie über ihre Pensionierung hinaus fortsetzen. Ein besonderes Kennzeichen der Amtszeit von Dr. Monika Anders ist auch das Einbinden des Landgerichts in das Gesellschaftsleben der Stadt Essen und ihrer Umgebung. In Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung kultureller Zwecke im Landgerichtsbezirk Essen e. V., zu dessen Mitgründern sie 1999 zählte, hat sie das Justizgebäude für regelmäßige Kunstausstellungen, Vorträge und Konzerte geöffnet. Zu nennen ist dabei auch die kritische Auseinandersetzung mit der Justiz im Nationalsozialismus: Eine Dauerausstellung zu diesem Thema im Foyer des Justizgebäudes zeugt ebenso davon wie die Errichtung von zwölf Stelen am gleichen Ort, die an die Lebensläufe verfolgter Juristen aus dem Essener Bezirk erinnern.
Der Zusammenarbeit mit dem Förderverein ist es auch zu verdanken, dass inzwischen zahlreiche Kunstwerke – ermöglicht durch engagierte Mäzene und Leihgeber – dauerhaft ihren Platz im Justizgebäude gefunden haben: Beispielsweise das Triptychon „Justitia. Wandel der Zeit. Cosmas und Damian“ von Johanna R. Wiens, das die Eingangshalle prägt oder die Skulptur „Kopf, Kopf, Geist“ von Guido und Johannes Häfner in einem der Innenhöfe, die im Dezember 2017 enthüllt wurde.
Als Vorsitzende der Juristischen Gesellschaft Ruhr e. V. hat Dr. Monika Anders zahlreiche Fachtagungen mitveranstaltet. Wichtig war ihr dabei stets der Austausch über die Grenzen juristischer Fächer und Berufsgruppen hinweg, wie vor allem ihr Engagement für den Deutschen Juristentagzeigt , den alle zwei Jahre stattfindenden größten europäischen Rechtskongress. Als der 71. Deutsche Juristentag auch auf ihre Initiative hin im September 2016 mit über 2.500 Teilnehmern in der Messe Essen stattfand, zeichnete sie als Vorsitzende des Essener Ortsauschusses mitverantwortlich für Fundraising und Organisation des umfangreichen Rahmenprogramms.
An diesem Dienstag (27.02.2018) verabschiedet sich Dr. Monika Anders
im Landgericht von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die offizielle Verabschiedung durch Minister der Justiz Peter Biesenbach findet am 23.03.2018 ebenfalls im Landgericht statt. Er wird an diesem Tag auch ihre Nachfolgerin in ihr Amt einführen.

(ü. Pm. – Landgericht)

Rheinisch-Westfälisches Berufskolleg Essen führt Berufliches Gymnasium Gesundheit ein

Das Rheinisch-Westfälische Berufskolleg Essen (RWB Essen) mit dem Förderschwerpunkt „Hören und Kommunikation“ plant zum 1. August 2018 neue Bildungsgänge einzuführen, darunter das Berufliche Gymnasium Gesundheit. Der Schulausschuss des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), der Träger des Berufskollegs ist, hat heute einen Antrag dazu einstimmig befürwortet. Der finale Beschluss erfolgt im März 2018 durch den Landschaftsausschuss der Landschaftsversammlung Rheinland. Danach muss noch die Genehmigung durch die Obere Schulaufsicht erfolgen.

Anna Peters, Vorsitzende des Schulausschusses, begrüßt den Antrag und das Engagement des Berufskollegs: „Die neuen Bildungsgänge gewährleisten eine vollständige Durchlässigkeit und ein umfassendes Bildungsangebot im Gesundheitswesen für hörbehinderte Jugendliche.“ Auch Prof. Dr. Angela Faber, LVR-Dezernentin Schulen und Integration, begrüßt diese Entwicklung: „Die neuen Bildungsgänge tragen den aktuellen Anforderungen des Gesundheitswesens Rechnung. Der medizinische Fortschritt sowie der demografische Wandel eröffnen für Jugendliche seit einigen Jahren neue berufliche Chancen im Gesundheitsbereich.“

Mit Einführung des Beruflichen Gymnasiums Gesundheit soll den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben werden, sich frühzeitig im Berufsfeld Gesundheit zu orientieren und zu qualifizieren. Die Nachfrage, die Allgemeine Hochschulreife im fachlichen Schwerpunkt Gesundheit zu erwerben, ist am RWB Essen in den letzten Jahren stetig gestiegen. Gleichzeitig ermöglicht die Einführung von Bildungsgängen der Berufsfachschule im Fachbereich Gesundheit auch Schülerinnen und Schülern mit der Qualifizierung zum Hauptschulabschluss bzw. zur Fachoberschulreife den Zugang zu entsprechenden Ausbildungsberufen im Gesundheitswesen.

Das RWB Essen ist eine berufsbildende Schule für hörgeschädigte Jugendliche im Bereich der weiterführenden und beruflichen Qualifikation. Das gesamte Bundesgebiet sowie das angrenzende deutschsprachige Ausland gehören zum Einzugsgebiet. Zurzeit wird der berufsschulische Unterricht für über 100 Ausbildungsberufe angeboten. Zudem besteht die Möglichkeit, alle Schulabschlüsse – vom Hauptschulabschluss bis hin zur Fachhochschulreife und Allgemeiner Hochschulreife – zu erwerben. Im Schuljahr 2016/17 wurden rund 750 Schülerinnen und Schüler beschult*.

* Quelle: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (Stand: 15.10.2016)

Grundsatzurteil: Revisionsverhandlung gegen Tierschutz-Filmteam

 

 

Am 22. Februar 2018 findet um 14 Uhr am Oberlandesgericht Naumburg die Revisionsverhandlung gegen drei Tierschützer der Organisation Animal Rights Watch (ARIWA) statt. Sie hatten sich Zutritt zu einer Schweinemastanlage in Sandbeiendorf (Sachsen-Anhalt) verschafft. In dem Musterprozess urteilt das Oberlandesgericht, ob Hausfriedensbruch gerechtfertigt ist, um Tierquälerei nach dem Versagen der zuständigen Veterinärbehörde öffentlich zu machen. Die ersten beiden gerichtlichen Instanzen sprachen die Angeklagten frei und sahen das Handeln der Tierschützer als gerechtfertigt an. Unterstützt werden die Angeklagten von der Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz sowie der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt.

Im Rahmen einer Solidaritätskundgebung machen Tierschützer ab 13 Uhr vor dem Gerichtsgebäude auf die Ausbeutung von Tieren in der sogenannten Nutztierhaltung aufmerksam. Dazu zeigen sie Videomaterial und Fotos aus der Schweinezucht in Sandbeiendorf sowie einen original Kastenstand für Schweine. Für Medienvertreter gibt es Möglichkeiten für Fotos und Filmaufnahmen sowie für Interviews mit den Angeklagten.

Hintergrund
Im Sommer 2013 hatten die Tierschützer mit Videoaufnahmen tierschutzwidrige Zustände in einem der größten Schweinezuchtbetriebe Deutschlands dokumentiert. ARIWA erstattete daraufhin Anzeige gegen den Halter der Tiere, die van Gennip Tierzuchtanlagen GmbH. In den Aufnahmen waren erhebliche Tierquälerei und schwere tierschutzrechtliche Verstöße zu sehen.

Einen Großteil der Verstöße bestätigte das Veterinäramt im anschließenden Ermittlungsverfahren. Bei vorangegangenen Routinekontrollen hatte es hingegen keine entsprechenden Vergehen bemängelt. Gegen den Halter der Schweine ergingen Zwangsgelder im fünf- und sechsstelligen Bereich. Das Strafverfahren gegen Verantwortliche der van Gennip GmbH wegen hundertfachen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz wurde jedoch Ende 2015 eingestellt.

Die drei Tierschützer mussten sich indessen wegen Hausfriedensbruchs vor Gericht verantworten. Der Prozess endete im September 2016 in erster Instanz mit einem Freispruch nach § 34 StGB »Rechtfertigender Notstand«: Die Richterin des Amtsgerichts Haldensleben hielt das Rechtsgut Tierschutz in der Anlage mit über 60.000 Tieren in einer Weise verletzt, die den Hausfriedensbruch rechtfertigte. Gegen das Urteil legte die Staatsanwaltschaft Magdeburg Berufung ein. Im Oktober 2017 bestätigte das Landgericht Magdeburg jedoch die Entscheidung des Amtsgerichts. In seiner Begründung ging der Richter sogar noch weiter: Er hielt den Angeklagten den noch gewichtigeren Rechtfertigungsgrund der Nothilfe (§ 32 StGB) zugute. Auch gegen dieses Urteil wehrte sich die Staatsanwaltschaft und legte Revision ein.

Mit Spannung wird nun das Urteil des Oberlandesgerichts Naumburg erwartet, weil es von weitreichender Bedeutung ist: Die Zustände in der Anlage in Sandbeiendorf und das Versagen des Veterinäramts stehen stellvertretend für etliche Fälle, in denen Tierschützer heimlich Aufnahmen in Ställen anfertigen.

Die Veranstaltung im Überblick
Was: Revisionsverhandlung gegen Tierschützer wegen Hausfriedensbruchs
Wann: Donnerstag, 22. Februar 2018, 14 Uhr
Wo: Oberlandesgericht Naumburg, Domplatz 10, 06618 Naumburg (Saale)

Albert Schweitzers Ethik der »Ehrfurcht vor dem Leben« schloss Tiere mit ein. Er engagierte sich daher stets für den Tierschutz und lebte in seinen späteren Jahren vegetarisch. In seinem Gedenken setzt sich die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt seit dem Jahr 2000 gegen die Massentierhaltung und für die Verbreitung der veganen Lebensweise ein. Mehr erfahren Sie auf albert-schweitzer-stiftung.de sowie über @SchweitzerTiere auf Twitter.

Linke unterstützt kostenlosen Nahverkehr, „Essen kann als „Modellstadt“ Vorreiter für andere Städte sein“

Die Ratsfraktion DIE LINKE hat kein Verständnis dafür, dass die mögliche Einführung eines kostenlosen ÖPNV in Essen teilweise zerredet wird, bevor überhaupt über Umsetzungsmöglichkeiten diskutiert werden kann.

„Da lobe ich mir den Duisburger Oberbürgermeister Sören Link, der einen kostenlosen Nahverkehr als ,Riesending‘ für das Ruhrgebiet begrüßt hat, obwohl Duisburg keine der fünf von der Bundesregierung angedachten ,Modellstädte‘ ist“, so Ratsmitglied Wolfgang Freye, für DIE LINKE im Planungsausschuss. „Wir begrüßen die Ankündigung der Bundesregierung jedenfalls und sehen sie als große Chance für Essen. Essen könnte Rückstände im Nahverkehr aufholen und zumindest im Ruhrgebiet Vorreiter für eine Verkehrswende werden. Natürlich geht das nur, wenn die Kapazitäten des Nahverkehrs ausgeweitet werden durch Verbesserungen im Liniennetz wie der Bahnhofstangente und dichtere Taktzeiten. Hier sehen wir Bundes- und  Landesregierung in der Pflicht, wieder deutlich mehr Landesfördermittel zur Verfügung zu stellen.“

Nach Ansicht der Ratsfraktion DIE LINKE kann die Verkehrswende nur gelingen, wenn Alternativen zum Auto gestärkt und gefördert werden. Der kostenlose Nahverkehr könnte ein zentraler Baustein sein. DIE LINKE hat sich schon im Kommunalwahlprogramm 2014 für einen über ein Umlageverfahren finanzierten ticketlosen Nahverkehr eingesetzt.

„Aus unserer Sicht kann ein kostenloser Nahverkehr auch in einer Stadt in unserem Ballungsgebiet Sinn machen,“ so Wolfgang Freye weiter. „Deshalb sollten wir nicht über das ,Ob‘ diskutieren, sondern über das ,Wie‘ und Anforderungen auch an Bund und Land formulieren. Sonst wird Essen bei weiterer Überschreitung der Stickoxidwerte vielleicht nur ,Modellstadt für Fahrverbote‘. Dass dabei natürlich das Umland gerade im Ruhrgebiet mitgedacht werden muss, ist klar.“

A52: Nächtliche Verkehrsbehinderungen zwischen Autobahndreieck Essen-Ost und Essen-Süd

Heute Nacht (15./16.2.) sowie Mittwochnacht (21./22.2.) stehen dem Verkehr auf der A52 zwischen dem Autobahndreieck Essen-Ost und der Anschlussstelle Essen-Süd in Fahrtrichtung Düsseldorf jeweils zwischen 20 Uhr und morgens um 5 Uhr nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.

Montag (19.2.) ab 9 Uhr bis Dienstag (20.2.) um 15 Uhr sowie Donnerstag (22.2.) ab 9 Uhr bis Samstag (24.2.) um 15 Uhr stehen dem Verkehr nur zwei Fahrstreifen zur Verfügung. Hier müssen für die Verkehrstechnik des Tunnels Huttrop Datenleitungen montiert werden.

„Pulse of Europe“ Essen feiert Geburtstag!

Am Sonntag, 18. Februar 2018 wollen Europaaktivisten auf dem Essener Hirschlandplatz von 14 bis 15 Uhr Geburtstag feiern und teilen mit: 

„Wir laden alle Europäerinnen und Europäer ein, wieder mit uns zu demonstrieren – wie immer für Europa, aber auch ein bisschen für uns selbst, denn am 18.02.2018 feiern wir quasi unseren ersten Geburtstag und erinnern uns mit Grausen des Wetters im Februar 2017. Hoffentlich scheint dieses Mal die Sonne! Wer mag und will kann gerne Kuchen mitbringen – ganz wie sich das für einen Geburtstag gehört.

Doch vor einem Jahr war  nicht nur der Himmel über Essen dunkelgrau, es sah es auch nicht gut aus für die EU: in den Niederlanden und in Frankreich drohten radikale Europagegner die Macht zu übernehmen.

Diese Gefahr ist gebannt, aber ein Grund zum Zurücklehnen sollte das nicht sein – denn es ziehen bereits die nächsten dunklen Wolken auf, auf die wir am Sonntag aufmerksam machen wollen:

Am 4. März stehen die Wahlen in Italien an. Teile der bei den Wahlen sehr chancenreichen Partei ‚cinquestelle‘ fordern nach wie vor den Austritt Italiens aus dem Euro, auch separatistische Themen spielen eine Rolle.
Als Pulse of Europe wollen wir im Februar gemeinsam mit anderen pro-europäischen Kräften dafür sorgen, dass Europa im Wahlkampf zwischen Alpen und Sizilien nicht untergeht.

Unsere nächsten Termine:
– 25.02.2018, Köln, Roncalliplatz:  gemeinsame Teilnahme an der überregionalen Kundgebung zur Wahl in Italien

– 11.03.2018 Essen, Hirschlandplatz: März-Kundgebung von Pulse of Europe Essen

Weitere Informationen unter:

https://www.facebook.com/events/959916157495446/

www.pulseofeurope.eu
facebook.com/pulseofeurope
twitter.com/pulseofeurope

Bei der 20. Kunstspur öffnen Essener Künstler ihre Ateliers

An zwei Wochenenden im September bieten Essener Künstlerinnen und Künstler einen „Tag der offenen Tür“. Denn dann öffnen sie ihre Ateliers oder Atelierhäuser, um ihre Arbeiten den Besucherinnen und Besuchern zu präsentieren.

Alle Künstlerinnen oder Künstler mit einem Atelier in Essen können sich zur diesjährigen „Kunstspur Essen. Offene Ateliers“ am 22. und 23. September sowie am 29. und 30. September anmelden.

Anmeldungen werden bis Samstag, 31. März, vom Kulturbüro Essen unter Email: ilselore.muether@kulturbuero.essen.de entgegengenommen. Unter www.kunstspur.essen.de steht außerdem das Anmeldeformular zum Download zur Verfügung.