Noch keine Hinweise auf die vermutete Hofstätte Liudgers in Werden entdeckt

 Missionar, Gründer des Klosters Werden, erster Bischof von Münster – über den heiligen Liudger (742 bis 809) ist einiges bekannt. Die Erkenntnis, wie er auf seinem Gut in Essen-Werden gelebt haben mag, bleibt jedoch vorerst verwehrt.

Bei Verlegung von Versorgungsleitungen konnten vor Kurzem an der Ecke Leinwebergasse/ Klemensborn in Essen-Werden bei der etwa einen bis anderthalb Meter in den Boden reichenden Baumaßnahme alte Siedlungsschichten entdeckt werden, die womöglich einige Jahrhunderte alt sein können. Im selben Areal vermuteten einige Forscherinnen und Forscher in der Vergangenheit das Gut des Abteigründers Liudger – und damit einen der bedeutendsten Orte der Werdener Geschichte. Von diesem Gut aus, das sich unterhalb des Pastoratsberges befunden haben soll, hat angeblich Liudger kurz vor 800 das Kloster Werden auf der anderen Seite des Baches Klemensborn gegründet.

Entgegen aller Hoffnungen können die Funde allerdings bisher keine weiteren Erkenntnisse zur spannenden Geschichte der frühen Werdener Abtei liefern. „Bisher wurden keine archäologische Zeugnisse, die sich sicher mit diesem alten Hof in Verbindung bringen lassen, gefunden“, so Stadtarchäologe Dr. Detlef Hopp. „Es lässt sich auch nicht beweisen, dass die 1993 bei Ausgrabungen ganz in der Nähe gefundene Bruchsteinmauern mit dem Hof in Zusammenhang stehen.“

Verkehrskonzept Werden steht vor der Realisierung

Der Bau- und Verkehrsausschuss hat in seiner letzten Sitzung (22.6.) die Umsetzung des „Verkehrskonzepts Werden“ empfohlen.

Das Konzept sieht vor, nicht nur den Verkehrsfluss in das Ortszentrum von Werden zu optimieren, sondern auch hohe Luftbelastungen durch den Straßenverkehr, vor allem im Bereich der Brückstraße, zu verringern. Deshalb soll die Brückstraße zukünftig verkehrlich entlastet werden, indem der Durchgangsverkehr auf die Abteistraße verlagert wird. Entgegen der aktuellen Einbahnstraßenregelung wäre die Brückstraße dann als Teil des neuen Altstadtrings nur in Fahrtrichtung Werdener Markt befahrbar, ausgehend vom Kastellplatz und der Grafenstraße. Dazu werden die bestehenden Einbahnstraßenregelungen in der Bungertstraße und Klemensborn ebenfalls umgekehrt.

Die Abteistraße soll zukünftig dreispurig befahrbar sein und im Kreuzungsbereich vier bis fünf Fahrspuren, je nach Fahrtrichtung, umfassen, um das dortige vermehrte Verkehrsaufkommen zu regeln. Für den Umbau der Abteistraße ist ausschließlich lärmoptimierter Asphalt vorgesehen.

Weiterer wesentlicher Bestandteil der Realisierung des Verkehrskonzeptes ist die Umgestaltung und Miteinbeziehung des Werdener Marktes als städtebauliches Element. Ideen dazu wurden in einer Arbeitsgruppe entwickelt, die aus Vertreterinnen und Vertretern der Politik, des Werdener Werberings, des Bürgervereins Werden, der Bürgerinitiative „Fließend Werden“ sowie der Verwaltung und des beauftragten Ingenieurbüros bestand. Im Zuge der Umgestaltung wird beispielsweise auch die Bushaltestelle „Werdener Markt“ barrierefrei ausgebaut.
Die der ursprünglichen Konzeptentwicklung vorausgegangene Annahme, durch ein neues Verkehrskonzept eine Verkehrsentlastung im Ortskern um etwa 25 Prozent erreichen zu können, ist durch mehrere Verkehrsuntersuchungen widerlegt worden. Tatsächlich besteht der Straßenverkehr im Werdener Ortskern zum größten Teil aus Quell- und Zielverkehren, der weder durch eine neue Konzeption, noch durch eine Ortsumgehung verringert werden kann. Trotzdem wird die Umsetzung als sinnvoll erachtet, um die verkehrlicher Belastung einzelner Knotenpunkte zu beheben und die Situation für Anwohnerinnen und Anwohner zu verbessern.

Darüber hinaus wird derzeit der Nahverkehrsplan der Stadt Essen erarbeitet und wird auch den Stadtteil Werden konzeptionell berücksichtigen.

Kosten des Projektes:

Für die Realisierung des Verkehrskonzepts Werden sind Kosten in Höhe von 6.950.000 Euro veranschlagt. Der städtische Eigenanteil beträgt dabei 4.916.400 Euro. Über 1,8 Millionen Euro fließen als Fördermittel aus dem Kommunalinvestitionsprogramm in die Umbaumaßnahme.

Für Anwohnerinnen und Anwohner der Abteistraße besteht an insgesamt 94 Gebäudefronten ein Anspruch auf passiven Lärmschutz in Form von Schallschutzfenstern. Den jeweiligen Hauseigentümern steht abhängig von der tatsächlichen Nutzung der Räume damit die vollständige Kostenübernahme für einen Austausch der Fenster zu.

Mit der Empfehlung des Bau- und Verkehrsausschusses kann der Rat der Stadt Essen in seiner Sitzung am 12. Juli über das Vorhaben entscheiden – vorbehaltlich der Zustimmung der Kommunalaufsicht.

Zum Hintergrund:

Das Verkehrskonzept Werden wurde bereits im April 2013 von der Bezirksvertretung IX, im Juni 2013 vom Ausschuss für Stadtentwicklung und -planung, beschlossen, um die verkehrliche Situation im Ortskern Werdens zu verbessern – bereits damals im Bewusstsein, dass sich eine Verkehrsentlastung für den Ort dadurch nicht erzielen lassen wird. In allen Phasen der Planung zeichnete sich das Projekt durch eine rege Bürgerbeteiligung aus.

(ü. Pm.)