Kommentar: Ex-Bundestagsmitglied Petra Hinz geht in die Medien

Wir erinnern uns, eine gefälschte Biografie, Abitur und Anwaltseigenschaft vorgetäuscht, führten zu dem spektakulären Fall, der europaweit Bekanntheit zur Folge hatte. Nun sind Lebenslügen dieser Art und in dieser Tragweite selten und werfen immer die Frage nach der geistigen Verfassung und Gesundheit des Lügenden auf. So auch in diesem Fall, der für Hinz Abschied aus dem Bundestag und die Distanzierung ihrer Partei, der Essener SPD, brachte, war schnell der Verdacht einer psychischen Störung im Gerede. Wie bei allen krankheitsbedingten Verfehlungen von Menschen, bleibt der Schutz des Kranken eine ethische Forderung, wenngleich es in dem Fall Hinz wohl auch viele Menschen gab, die sich nicht als Freunde der Gefallenen betrachten konnten und den Betrug für nicht verzeihlich empfanden. „Lügenbaronin“ und andere Bezeichnungen gingen natürlich auch durch die Sozialen Medien, die ansonsten ja auch von Politikern gern zur positiven Imagepflege genutzt werden. Üblicherweise zieht sich jemand nach einer derartigen Verfehlung temporär aus der Öffentlichkeit zurück, um zu sich selbst zu finden. Dies hat nach eigenem Bekunden Petra Hinz auch getan, sie sei in psychiatrischer Behandlung gewesen und habe einen Bußgang, den sogenannten Jakobsweg, zur Selbstfindung genutzt. So weit, so gut und als Posse des Schicksals vergessen. Doch nun, nach recht kurzer Zeit, tritt Hinz wieder auf die Bühne der Medien und tischt den sicher auf einen solchen Fall hungrigen Journalisten eine subjektive Opferdarstellung auf, die zwischen Mitleidssuche und Drohung alles beinhaltet, was den Interpretationsspielraum der Leser zu einer Stellungnahme nötigen könnte. Als medienreifes Zückerchen u. a. die Behauptung, das die sicher nicht geliebten Journalisten nun wohl ihren Abfall nach verwertbarem Informationsmaterial über ihre Person durchsuchen. Derartige Behauptungen sind ja zumeist unüberprüfbar und im Konjunktiv gehalten, sodass der Wahrheitsgehalt nicht auszumachen ist. Ebensowenig wie die Möglichkeit, dass nach dem sicherlich traumatischen Absturz Verfolgungsgedanken eintreten können. Im positiven Fall Mitleid als rehabilitativen Schritt gleich wieder über die Medien erzeugen? Ein Psychotherapeut wird wohl kaum diese Empfehlung gegeben haben, es wäre eher ein Indiz für eine noch nicht zu positivem Ende gekommene therapeutische Beziehung. Denn faktisch kann im Fall Hinz wenig entschuldbares Verhalten angerechnet werden. Die Öffentlichkeit wurde betrogen und ebenso die engeren politischen Freunde, die sich heute mit Entsetzen von ihr abgesetzt haben. Jede Freundschaft endet bei wissentlichem Betrug. Sich bei diesen Menschen zu entschuldigen und innerlich die Folgen ihres Betruges zu tragen, davon scheint Petra Hinz noch weit entfernt. Menschlich kann man ihr eine gute Rehabilitation wünschen, mit Rechtfertigungen und Angriffe auf Ex-Freunde und Journalisten, die pflichtgemäß ihren Betrug publiziert haben, dürfte sie noch weit von einem gelungenen Therapieziel entfernt sein.

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Strafrechtler kandidiert für SPD Essen im Süd-Westen nach der Lügenpleite der Vorgängerin

Essens SPD leidet nach vielen Fehlschlägen und strukturellen Pannen und gleicht, einem Ausspruch eines alten Esseners nach, einem Schützen, der seine Munition verschossen hat. Petra Hinz, letzte traurige Berühmtheit des Wahlkreises Essen-Süd, erheiterte die Medien europaweit mit einer nicht vorstellbaren Lügengeschichte eines komplett erfundenen Lebenslaufs. Thomas Kutschaty, Justizminister des Landes NRW und Vorsitzender des SPD-Unterbezirks will wohl auf „Nummer Sicher“ gehen, wenn er einen ihm wohl auch nicht unbekannten Strafrechtsprofessor in den Essener Süd-Westen einführt. So recht bekannt ist dieser den Genossen vor Ort wohl noch nicht, aber auch dessen Konkurrentin, die offenherzig im heutigen Fernsehprogramm von ihrer Überlegung einer sinnvollen Altersplanung plauderte und mit der Herkunft aus einer einfachen und geldgeplagten Familie Sympathien wecken wollte, kann man keinen „Stallgeruch“, der in der SPD eigentlich sonst üblich ist, zuordnen. Das Rennen hat jedenfalls der Strafrechtler gemacht und unterstreicht damit das Bemühen der Parteiführung, rechtlich saubere Kandidaten mit ausgewiesener Biografie ins Rennen zu schicken. Die Auswahl dürfte auch nicht besonders groß gewesen sein und einen Kandidaten mit Wohnsitz im Wahlkreis zu finden war wohl auch nicht mit Erfolg gekrönt. Nun heißt es den neuen Kandidaten an den Wähler zu bringen, ein im Hinblick auf die Sozialstruktur des Wahlkreises nicht leicht einzuschätzendes Wagnis. „Wenn man im Laufe der Zeit verschiedene Ämter inne hat, kommt man für andere Aufgaben in Frage.“, der Ausspruch von Gereon Wolters war eine Reaktion auf seine Wahl als Vorsitzender des Senats der Bochumer Uni, die nun gewählte Aufgabe könnte aber auch als „downgrade“ enden, die soziale Distanz in den Ortsvereinen könnte größer nicht sein. Es dürfte mit Spannung beobachtet werden, ob dieses Experiment, das hinter vorgehaltener Hand als Kutschatys Handschrift bewertet wird, beim Wähler gefallen findet. Gereon Wolters sind da viele Spaziergänge im Wahlbezirk zu empfehlen, denn Ruhrgebiet oder grauselige Metropolenbezeichnung hin und her, zwischen Bochum und Essen liegen immer noch Welten.

 Wahlkreis 120 Essen III:

Gereon Wolters gewählt. Wolters hatte sich zuvor auf dem Nominierungsparteitag gegen seine Mitbewerberin, Margret Schulte, durchgesetzt. Gereon Wolters ist 50 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Söhnen. Mitglied der SPD ist er seit 1988. Wolters ist Universitätsprofessor für Strafrecht und Strafprozessrecht.

Das Ergebnis der Nominierung:
Margret Schulte 52 Stimmen (35,62%), Gereon Wolters 83 Stimmen (56,85%), 11 Enthaltungen, 2 ungültig.vDamit wurde Gereon Wolters der VertreterInnenversammlung vorgeschlagen.
Maria Trepperis wurde mit 70 % als stellvertretende Vorsitzende gewählt. Hans-Ulrich Krause hat als Beisitzer 82 % erhalten.

Titelfoto: Prof. Gereon Wolters

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Der Lebenslüge zweiter Akt? Petra Hinz klagt an. Ein Kommentar

Der Fall der Petra Hinz ist in seiner ganzen Dimension schon sehr extrem. Dies liegt sicherlich nicht an der heute schnellen und weiten Verbreitung von Nachrichten über die neue Medien, die diesen Fall erst aufgedeckt haben. Eine komplette Biografie fälschen ist für einen demokratischen Repräsentanten eben keine Bagatelle, die mit sonstigem Fleiß relativiert werden könnte. Es bleibt Betrug am Wähler und Bürger und rechtfertigt die öffentliche Ächtung, wie sie Hinz bundes-, ja europaweit aus den Berichten entgegenschlug. Dass Hinz nun in einem Interview zu einem verzweifelten Gegenschlag gegen ihre Partei und deren örtliches Establishment ausholt, macht ihre Lage nicht besser. Noch in stationärer Behandlung, sieht sie sich veranlasst, NRW-Justizminister und lokaler Parteivorsitzender Thomas Kutschaty öffentlich der Lüge und Kampagnenführung gegen sie gerichtet, anzuklagen. Die Argumente sind dünn und auf die bloße Behauptung gegründet, Kutschaty habe Wort gebrochen und selbst NRW-Ministerpräsidentin Kraft sei es nicht an Hilfe, sondern an schnelle Beseitigung der Störfunktion gelegen.

Sicherlich ist es bedauerlich, wenn ein Mensch derartig tief fällt, wie es Petra Hinz augenblicklich wohl erleidet. Doch es gibt da auch eine andere Perspektive, denn was offenbar ist, deutet eben nicht auf einen einmal gemachten Fehler im Leben hin, sondern um eine systematisch beibehaltene und auch erweiterte Lebenslüge. Lebenslügen dieser Art sind Teil psychiatrischer Krankenakten. Und auch Petra Hinz befindet sich nun in stationärer Behandlung, sollte man vielleicht besser sagen, endlich? Denn eine frühere „Aufarbeitung“, was nur eine moderne Bezeichnung für einen therapeutischen Prozess darstellt, hätte vielleicht dieser Patientin helfen und noch korrigieren können. Dass Hinz nun aus diesem geschützten Raum der Behandlung noch in die Öffentlichkeit hinein wirken will, und sich dabei nicht auf die entschuldigende Geste beschränkt, ist wiederum eine äußert fragliche Aktion. Der Wechsel von der Opfer- in die Klägerrolle ist nicht sehr überzeugend und man darf den Verdacht hegen, dass dieses Verhalten eher einer Erkrankung entspringt. Soll das Lebensdrama nun wenigstens schuldhaft mittels eines Mythos mit den Aktionen der Umwelt verknüpft werden? Dabei geht es nicht darum, die derzeitigen Akteure der Essener Partei, oder gar die Person der Ministerpräsidentin zu schonen. Das Versagen gerade in der Essener SPD sollte schon mehr Selbstkritik hervorrufen, es bedarf aber nicht eines über die Medien ausgetragen neurotischen Schaukampfes. Petra Hinz sollte die Chance nutzen, Erklärungsmodelle mit ihren Behandlern zu erörtern, Journalisten können das Gebotene fachlich nicht ersetzen.

Auch sollte der Wähler es nicht zulassen, das Essener Problem auf die singuläre Ebene einer Patientin herunter zu brechen. Die Essener SPD hatte Kenntnis, was viele Aussagen belegen, aber keine Fragen. Überhaupt war und ist Fragen in dieser Partei nicht hoch im Kurs, weder bei öffentlichen Fragen im Kontext des abgewählten Ex-OB Paß und anderen Problemfällen, noch im Kontakt mit den Essener Medien. Bis heute hat man hier noch nicht hinzu gelernt. Presseeinladungen und Informationen steckt man lieber selektiv. Als könnte man im Zeitalter schnell reagierender Medien diese auch nur ansatzweise manipulieren, aber Lebenslügen sind keine Phänomene, die auf Einzelpersonen beschränkt sind. Auch Gruppen und Institutionen können dem Versuch einer eigenen Wirklichkeitsbeschreibung erlegen sein. Hier wird die Presse weiter achtsam sein müssen, im Fall Petra Hinz führte der Weg in die Behandlung über das Agieren von Presseleuten, ob der Essener SPD eine Behandlung noch helfen könnte, es wird selbst von vielen, z. T. bereits ausgetretenen Genossen bezweifelt.  Petra Hinz wird die jetzige stationäre Behandlung wohl auch eine Unannehmlichkeit ersparen. Sollte sich noch ein juristisches Nachspiel strafrechtlicher Art ergeben, würde eine sonst in vergleichbaren Fällen übliche psychiatrische Begutachtung wohl entfallen. Wir wollen hierüber aber ebensowenig spekulieren, wie über die Frage, ob mit der verzögerten Mandatsniederlegung nur ein finanzieller Vorteil gewahrt wird. Das diese Verzögerung aber nur durch das Verhalten von Justizminister Kutschaty bedingt sein soll, darf wohl als private Metaphysik von Petra Hinz gewertet werden.

(Hans-Joachim Steinsiek, Essen)

SPD Bundestagsabgeordnete Petra Hinz mit schweren Beschuldigungen konfrontiert

Noch sind die Hinweise nicht namentlich bekräftigt, aber die beschriebenen Fakten dürften leicht überprüfbar werden. „Mehr als 50 Mitarbeiter“ soll Petra Hinz, SPD MdB, in ihrer Amtszeit durch ihr Büro „verschlissen“, und durch ihr Verhalten beschädigt, „traumatisiert“ an den Rand der Verzweifelung gebracht haben. So geht aus einer Recherche und Mitteilung des Netzmagazins „Informer“ heute hervor.

Gerüchte und Hinweise gab es schon seit längerer Zeit. Diese erreichten auch unsere Redaktion und im Zusammenhang mit der kürzlichen Wahl eines Unterbezirksvorstandes, wo Hinz in die Position der stellvertretenden Vorsitzende gewählt wurde, gab es Warnungen von Genossen, die offenbar mehr wussten, als Petra Hinz einzuräumen bereit ist. Jedenfalls dürfte die sich nun losgetretene Debatte um Hinz für die Partei katastrophal auswirken. Hinz war langjährige Vertraute des wenig erfolgreichen letzten OBs der Partei, der bereits nach einer Amtszeit vom Wähler abgestraft wurde. Ihr wurde stets das Verlangen nach mehr innerparteilichem Einfluß nachgesagt und es muss sie schwer getroffen haben, dass sie bei der letzten Bundestagswahl dem CDU Kandidaten Thomas Hauer unterlag. Nur über einen Listenplatz konnte sie erneut nach Berlin ziehen. Aber der Unmut, den sie sich dort verschaffte, sprach sich bis nach Essen herum. So war eine häufig am Mittwoch zu hörende Reaktion unter Genossen die Feststellung, „nicht verwunderlich und hab ich auch schon gehört.“ Unwahrscheinlich, dass es sich also nur um eine spontane Reaktion von ihr missgönnenden Genossen handelt und etwa eine Rufmordaktion darstellt. Die Verfasser des offenen Briefes wollen sich im Falle, dass die Partei nicht aus eigenem Antrieb von Hinz trennt, ggf. doch noch persönlich in Erscheinung treten. Es wäre für die Essener SPD nach allen Skandalen und Niederlagen der letzten Zeit wohl der Gipfel einer nicht vorhersehbaren Krisenentwicklung. Zumal der Partei damit nicht zum ersten Mal überregionale Aufmerksamkeit gesichert wäre. Unter den Verfassern des offenen Briefes, zumindest bei mehr als einer Person, besteht jedenfalls die Bereitschaft, sich ggf. zum eigenen Schutz auch anonymisiert im Detail zu äußern. Noch hofft man jedoch auf die Kraft der eigenen Partei, Hinz zum Rückzug aufzufordern. Derweil versucht Hinz gegenüber der Funkepresse die Mitarbeiterzahl zu korregieren, da werden schon einmal 20 Mitarbeiter negiert. Direkte Recherche in Berlin lässt aber derartige Versuche anzweifeln. Der Essener SPD steht somit ein weiterer Krisenmodus bevor und macht die Arbeit des neuen Unterbezirksvorsitzenden Thomas Kutschaty nicht einfacher.

Wir werden in diesem Fall weiter berichten.

zum Artikel im Informer… (anklicken!)

Titelbild: Bildschirmfoto des Netzmagazins „Informer“

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