Brandgefährlich: RVR bittet Ausflügler in den Wäldern um umsichtiges Verhalten – auch am Vatertag

Der strahlende Sonnenschein und die trockene Witterung haben auch ihre Schattenseiten: Die Förster des Regionalverbandes Ruhr (RVR) warnen derzeit vor erhöhter Waldbrandgefahr. Die Feuerwachttürme im nördlichen Ruhrgebiet sind bereits besetzt.
Spaziergänger werden gebeten, die grundsätzlichen Verhaltensregeln im Wald einzuhalten: Generell ist das Rauchen vom 1. März  bis zum 31. Oktober verboten. Dasselbe gilt für offenes Feuer sowie Grillen im Wald außerhalb ausgewiesener Feuerstellen. Die Regeln gelten natürlich auch für feierlustige Ausflügler amVatertag.

Besonders Waldbrand gefährdet sind die Haard und die Hohe Mark im Kreis Recklinghausen sowie die Üfter Mark im Kreis Wesel mit ihren großen Kiefernbeständen und den oft sandigen Böden. In der grundwassernahen Kirchheller Heide in Bottrop hingegen ist der Boden feuchter.
Infos: www.forst.rvr.ruhr

(ü. Pm., idr)

Essen gehört mit Heisinger Ruhraue zum europaweiten Netz von „Natura 2000“

Der 21. Mai ist ab sofort der offizielle „Europäische Tag für Natura 2000“. EU-Umweltkommissar Karmenu Vella hat dazu am 15. Mai gemeinsam mit Vertretern des Europäischen Parlaments, des Ausschusses der Regionen und der maltesischen EU-Ratspräsidentschaft eine Erklärung unterzeichnet.

Ab diesem Sonntag wird der Tag alljährlich überall in Europa begangen. Bereits in diesem Jahr finden Hunderte von lokalen Veranstaltungen und Netzwerkaktivitäten statt.

Was ist „Natura 2000“?
Natura 2000 ist ein umfassendes Netz aus Gebieten in der EU, mit dem alle wichtigen Lebensräume und gefährdete Arten geschützt werden sollen. Den Rahmen dafür bilden die beiden Naturschutzrichtlinien der EU: die Vogelschutzrichtlinie und Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie. Das Netz umfasst derzeit europaweit 27.000 Schutzgebiete mit einer Fläche von mehr als 1 Million Quadratkilometern zu Land und See. Es zählt als eine der herausragenden Errungenschaften der EU.

Natura 2000 in Essen
Mit der Heisinger Ruhraue liegt im Süden Essens ein als „Natura 2000“ ausgezeichnetes Schutzgebiet, welches 150,26 Hektar umfasst. Dieses Natura 2000-Gebiet ist die Heimat von Libellen, Fröschen, Kormoranen und Graureihern. Seit 2004 steht die Auenlandschaft mit ihren Feucht- und Nasswiesen unter Naturschutz.
Wenn die Ruhr im Frühjahr und Herbst über die Ufer tritt und Teile der Aue überschwemmt, ist das Gebiet Rastplatz und Nahrungsstätte für zahlreiche Zugvögel. Im Sommer erleuchtet ein Meer von bunten Blüten die Grünlandflächen. Zahlreiche Insekten und Amphibien finden in der Ruhraue einen idealen Lebensraum.
Im Vogelschutzgebiet Heisinger Bogen sind eine Graureiher- und eine Haubentaucherkolonie zuhause. Durch das gesamte Gebiet und zu verschiedenen Beobachtungspunkten führen mehrere Wanderrouten.

Wieso Natura 2000?
Neben dem Schutz von Flora und Fauna, der Zusammenarbeit mit einzelnen Staaten der EU in Form von Kooperationsprojekten und Beratungsprogrammen profitieren die Gebiete von nationaler und europäischer Förderung für durchgeführte Naturschutzmaßnahmen.

ThyssenKrupp investiert 46 Millionen Euro in weltweit größte Tuchfilteranlage

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp hat in Duisburg die weltweit größte Tuchfilteranlage für die Sintererzeugung in Betrieb genommen.

Sie entstaubt stündlich bis zu 1,3 Millionen Kubikmeter Abluft, die beim Sintern – also beim Vermengen und Zusammenbacken von feinkörnigen Eisenerzen mit Koks und anderen Stoffen wie Kalk – entsteht. Mehr als 44.000 extrem feine Filterschläuche und ein 45.000 Quadratmeter großer Tuchfilter sorgen dafür, dass kaum Staub in die Außenluft gerät. ThyssenKrupp hat rund 46 Millionen Euro in die neue Filteranlage investiert. Weitere 19 Millionen Euro flossen in die Modernisierung des Sinterprozesses. Dies ist bereits der zweite Gewebefilter innerhalb der Anlage, bis 2020 soll ein dritter gebaut werden.

(ü. Pm., idr)

Linde am alten Rathaus Rellinghausen muss gefällt werden

Eine erneute Überprüfung der Linde am alten Rathaus in Rellinghausen durch einen Zugversuch hat ergeben, dass die Stand- und Verkehrssicherheit des Baumes stark beeinträchtigt ist. Daher wurde eine Fällung der Linde nun doch empfohlen.

Wie gestern (2.5.) im Ausschuss für Umwelt, Verbraucherschutz, Grün und Gruga berichtet, folgt die Stadt Essen der Empfehlung des Gutachters.

Die Fällung der Linde wird bereits in den nächsten Wochen durchgeführt, um das Unfallrisiko durch die fortschreitende jahreszeitlich bedingte Belaubung der Krone möglichst gering zu halten. Für eine ausreichende Ersatzbepflanzung wird gesorgt.

Der Krone des zweiten dort stehende Baumes wird im Zuge von baumpflegerischen Arbeiten zurückgeschnitten.

Zum Hintergrund:

Durch den Sturm Ela sowie eine zurückliegende Baumaßnahme war eine der beiden am alten Rathaus Rellinghausen stehenden Linden stark geschädigt worden. Ein von Grün und Gruga erstelltes Gutachten hatte bereits die Verkehrssicherheit des Baumes in Zweifel gestellt. Die Stadt Essen hatte daraufhin weitere Maßnahmen zum Erhalt des Naturdenkmales geprüft. So hatten neue Erkenntnisse über die Windfeldsituation am alten Rathaus gezeigt, dass die Linde möglicherweise eine Schutzfunktion für den zweiten Baum bei Starkwindereignissen hat.

Ein weiteres vorliegendes Gutachten sollte daher nochmals durch einen sogenannten Zugversuch überprüfen, ob die Stand- und damit Verkehrssicherheit noch gegeben ist.

(ü. Pm.)

Kommentar: Kalkuliertes Risiko für 13 Euro? – Essens Wunsch nach naturnahem Baden verlangt Mut

40 Jahre konnte Essens Fluss und Stausee, die Ruhr, nicht für den Badebetrieb freigeben werden. Die Grüne Hauptstadt liegt am Ende einer Kette von Gemeinwesen, die alle ihre Abwässer mehr oder weniger gut geklärt in die Ruhr einleiten. „Im Pippi anderer Städte schwimmen…“, dieser Spruch galt auch schon vor 40 Jahren, nur sind heute die Bedingungen verändert. Klärwasser ist aufbereitetes Wasser. Gleichwohl kämpft Essen im Fokus des Anspruches Grüne Hauptstadt nicht nur mit katastrophalen Luftwerten, eine generelle Unbedenklichkeit und Freigabe für das stadteigene Gewässer ist rechtlich nicht möglich.

Denn auch bei einer kontrollierten Freigabe, wie sie nun in der zweiten Maihälfte für einige Ufermeter am Baldeneysee erfolgen soll, besteht eine 3%ige Krankheitsgefährdung durch Keime, Parasiten und Viren. Die Stadtverwaltung ist bemüht darauf hinzuweisen, dass zwar ein „rechtslegitimiertes, EU-konformes“ Verhalten gewährt sei, sieht aber durchaus die rechtliche Notwendigkeit auf einen Gefahrenhinweis. Immerhin habe man mit einer Studie eine Verfahrensweise entwickelt, ein „Frühwarnsystem“, das aber bei näherem Hinschauen nichts anderes ist, als ein protokolliertes Überwachen der Gewässerqualität und Verkündung der Resultate. Je nach Wettergegebenheiten wird dann die Badesaison unterbrochen. Wetterbedingte Parameter, wie die Temperatureinflüsse, die ja das Wachstum der Schadzellen beeinflussen, sind nicht einmal berücksichtigt worden, sodass man mit der Bezeichnung Risikosteuerung das behördliche Tun gut umschrieben hat.

Das Badegebiet ist nur über ein privat geführtes Freizeitterrain erreichbar und eine Familie mit zwei Kindern darf für die Abkühlung im Baldeneysee dann locker 13 Euro bereitlegen. An allen übrigen Stellen des Sees bleibt Baden verboten, was sicherlich mit Blick auf die genehmigte Stelle von einzelnen Bürgern zu Missverständnissen führen dürfte. Ein Anstieg der Rate von Durchfallserkrankungen wäre sozialmedizinisch immerhin ein verlässlicher Indikator für die weitere Planung. Denn Vereine und Privatbetreiber an anderen Uferstellen dürften recht bald auf den Gleichbehandlungsgrundsatz bei der Gewässerbewirtschaftung pochen. Dies wissend, verweist die Stadtverwaltung auf den Erprobungscharakter der diesjährigen Genehmigung am Baldeneysee. Ca. 150000 Euro standen in diesem Zusammenhang aus den Mitteln der Grünen Hauptstadt bereit. „Die Bürger wollen das…“ betont ein Stadtmitarbeiter und es sei ja auch eine Steigerung des hygienischen Profils erkennbar. Das gegebene Profil ist aber immer noch eine potentielle Gefahr insbesondere für Kinder und Jugendliche, bei denen das Toben in Wasser mehr als die kopftrockene Abkühlung im Ruhrwasser bedeutet. Gefahren durch Schlingpflanzen und Wasserpest seien im genehmigten Uferteil nicht gegeben. Ob die Luftqualität beim möglichen Einsatz der Mähboote mit einer Dieselverbrennungsmenge von ca. 50000 Litern dann aber den Genuss und gesundheitliche Unbedenklichkeit bestätigt, wird abzuwarten sein.

Der „Bürger wills ja…“.

(stk.)

 

 

Essener GRÜNE fordern vor RWE-Hauptversammlung zügigen Kohleausstieg

Vor der am Donnerstag in der Grugahalle stattfinden RWE-Hauptversammlung fordern die Essener GRÜNEN einen zügigen Ausstieg aus der Kohleverstromung. Vorstandssprecher Kai Gehring erklärt: „RWE ist einer der größten CO2-Emitenten in Europa. Besonders die Verstromung von Braunkohle schädigt das Klima massiv und zeigt sich zudem als zunehmend unrentabel. Selbst die vermeintliche Ökostromtochter ‚Innogy‘ vertreibt zur Hälfte Kohle- und Atomstrom.
Wenn die Klimakrise abgewendet werden soll, dann muss das fossile Zeitalter enden. Daran sollten auch Banken, Fonds, Versicherungen und Privatanleger*innen mitwirken und statt in die Vergangenheit, in die Zukunft investieren. Gerade in Essen als Energiemetropole muss das Thema Divestment in den Mittelpunkt gerückt werden, auch vor dem Hintergrund von 19 Millionen RWE-Aktien in Stadtbesitz.“
Aus diesem Grund unterstützen die Essener GRÜNEN die Aktion „Zeig RWE die Rote Karte“, bei der kritische Aktionäre, Fossil Free Essen und andere Umweltverbände am Donnerstag ab 8.00 Uhr ein rotes Band an der Grugahalle bilden wollen.

(ü. Pm.)

Remmel: Grundlage für eine Genehmigung der Kapazitätsausweitung des Flughafens Düsseldorf sind nicht gegeben – Gesundheit und Lärmschutz gehen vor

Am Mittwoch (25.4.2017) diskutierte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) in Kettwig mit Vertretern der örtlichen Bürgerinitiative gegen Fluglärm über die geplante Ausweitung der Kapazität des Flughafens Düsseldorf. Anlass des Besuches war der morgige Tag gegen Lärm. Dabei machte der Minister klar, dass es keine Ausweitung der Flugbewegungen auf Kosten der Gesundheit der Anwohnerinnen und Anwohner geben dürfe. Erst recht nicht auf Grund von unzureichenden und lückenhaften Daten.

„Lärm macht krank. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass der Bedarf nach Ausweitung der Kapazitäten des Düsseldorfer Flughafens sorgfältig mit dem Recht der Anwohnerinnen und Anwohner auf körperliche Unversehrtheit abgewogen wird. Wenn die Betreiberin des Flughafens ihren Antrag mit einer unzureichenden und lückenhaften Umweltverträglichkeitsstudie begründet, gibt es für eine solche Abwägung keine Basis. Ich sehe daher für die Genehmigung der Kapazitätsausweitung keine Grundlage,“ sagte Minister Remmel.

Das Umweltministerium kritisiert die vom Flughafen Düsseldorf vorgelegte Umweltverträglichkeitsstudie zum Antrag auf Kapazitätserweiterung: Der zu erwartende Zuwachs an Fluglärm wird kleingerechnet, indem zum Beispiel zwei falsche Werte miteinander verglichen werden. Als Ausgangsbasis legt der Flughafen das Maximum der aktuell möglichen Flüge zu Grunde. Als Prognosewert für 2030 wird hingegen nicht die beantragte Maximalkapazität angenommen, sondern nur ein angeblich realistisches Lärmniveau, das von weniger Flügen ausgeht. Zudem wird nur ein Teil des künftig vom Fluglärm betroffenen Gebietes betrachtet.

(ü. Pm.)

Anerkennung und Preisverleihung für Essens Saubermacher

In diesem Jahr meldeten sich 17.164 Menschen mit 433 Aktionen an. Oberbürgermeister Thomas Kufen und Umwelt- und Baudezernentin Simone Raskob übergaben gemeinsam die Preise an die Engagierten.

Zum zweiten Mal fand die fröhliche Preisverleihung in den Räumlichkeiten der Essener Entsorgungsbetriebe statt. Die „SauberZauberer“ blickten hinter die Kulissen ihrer Müllabfuhr. Die Kinder durften mit dem Müllwagen mitfahren und sausten mit Ebelins-Kehrmobilen umher, die von Auszubildenden der Entsorgungsbetriebe gebaut wurden. Viele testeten ihr Mülltrennungs-Wissen am Glücksrad.

Dank für die Engagierten

Oberbürgermeister Thomas Kufen bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz. Erst durch die über 17.000 Essenerinnen und Essener werde der „SauberZauber“ lebendig. Ihr vorbildhaftes Handeln mache Essen lebenswerter und zeige, dass jeder einzelne seinen Beitrag dazu leisten könne, unsere Stadt etwas sauberer und schöner zu machen.

(ü. Pm.)

Oberbürgermeister Thomas Kufen (Essen) gegen Dieselfahrverbote

Der Deutsche Städtetag berät am Dienstag, 25. April 2017, in seiner Präsidiumssitzung in Leipzig auch über Möglichkeiten zur Verbesserung der Luftqualität in den großen Städten. Dazu fordert der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen:

„Wir müssen die Luftqualität in den Städten verbessern. Ich halte aber nichts von pauschalen Diesel-Verbotsforderungen. Einfahrverbote von Dieselfahrzeugen in bestimmte Städte oder Stadtteile führt nur zu einer Umverteilung der belasteten Zonen. Ein solches Verbot geht auch an der Realität im Ruhrgebiet vorbei. Berufspendler werden sich andere Wege suchen. Auf der anderen Seite wird zu Recht von der EU die Belastung der Bürgerinnen und Bürger durch Feinstäube angemahnt. Hierzu bedarf es vor allem von Seiten der Industrie bessere Filtertechniken und Umrüstmöglichkeiten.“

In dicht besiedelten Regionen, wie beispielsweise dem Ruhrgebiet, ist ein abgestimmtes Vorgehen mit den umliegenden Kommunen wichtig. Hier sind Bund und Land am Zug, die Städte und Gemeinden zu unterstützen.

Bis vor kurzem galt der Diesel als sinnvolle Alternative zum Benzinmotor, weil ein Benzinmotor deutlich mehr CO2 ausstößt und mehr Sprit verbraucht. Auch deshalb hat die Bundesregierung in der Vergangenheit die Kfz-Steuer auf den CO2-Ausstoß umgestellt, um CO2-ärmere Antriebsformen zu begünstigen.

(ü. Pm.)

Ruhrgebiet hat gut ausgebautes Netz von Elektro-Ladestationen

Im Ruhrgebiet finden Fahrer von Elektroautos mittlerweile ein recht gut ausgebautes Netz von Ladestationen. NRW liegt bei der regionalen Verteilung der Stationen nach Bayern auf Platz zwei der Bundesländer, 354 Ladepunkte gibt es hier. Recht dicht ist das Netz vor allem in den Ruhrgebiets-Metropolen Dortmund (54) und Essen (30 öffentliche Ladepunkte). Das geht aus einer interaktiven Übersichtskarte von öffentlichen Ladepunkten für Elektromobile in Deutschland hervor, die die Bundesnetzagentur veröffentlicht hat. Die Karte zeigt für das Ruhrgebiet aktuell rund 140 öffentliche Ladepunkte. Bundesweit verzeichnet die Karte derzeit 1.600 Ladeeinrichtungen mit insgesamt 3.335 Ladepunkten von über 300 Betreibern. Infos unter www.bundesnetzagentur.de

(ü. Pm., idr)