Schluck aus der Pulle bei Chefgehältern der EVAG/MVG stößt weiter auf – Grüne in Mülheim sehen soziale Gerechtigkeit verletzt

Nicht nur in Essen schlagen die Protestwellen gegen die als übermäßig empfundenen Chefgehälter bei EVAG/MVG immer höher. Während Spitzenpolitiker, die die Gehaltszahlungen „durchgewunken“ haben, wohl auf ein Aussitzen des Protestes hoffen, „in zwei Monaten ist das vergessen…(politische Äußerung in einem „Vier-Augen-Gespräch“), sind insbesondere die Grünen bemüht, Korrekturen anzumahnen. Der Essener Grünen Politiker Rolf Fliß betont gegenüber unserer Redaktion, dieser Entscheidung für seine Person nicht zugestimmt zu haben und sieht ebenfalls Probleme auf das neue Nahverkehrsgebilde zukommen.

Derweilen bringen die Mülheimer Grünen das Thema „Chefgehälter EVAG/MVG“ in den Hauptausschuss. Unter anderem fordern sie, das 2015 bei der EVAG gestrichene Familienticket für Betriebsangehörige wiedereinzuführen.

„Die Gehaltserhöhung für die Herren Bonan und Feller per Beschluss zurückzunehmen“, stellt die Stadtverordnete Eva Weber fest, „dürfte – da liegt die MBI wohl nicht ganz falsch –  nur schwerlich möglich sein. Dennoch sollte die soziale Gerechtigkeit im Betrieb wenigstens ansatzweise wiederhergestellt werden. Dies jetzt und im weiteren Fusionsprozess.“ Das könne aber nicht, stellt Fraktionsvize Franziska Krumwiede-Steiner klar, „den Fehlstart des Fusionsprozesses“ wettmachen. Statt der gewünschten Einsparungen insbesondere im oberen Verwaltungsbereich gehe es nun erst einmal in die andere Richtung. Das sei den Menschen nicht zu vermitteln. Neben der Forderung nach einem Sachstandsbericht legen die Grünen dem Hauptausschuss einen Fragenkatalog vor. Der umfasst die Frage, wer in der Mülheimer Verwaltung über die Gehaltserhöhungen informiert war. Laute die Antwort „niemand“, stelle sich die Frage, warum Mülheim als Fusionspartnerin ohne Kenntnisnahme blieb. Ebenso geht es um die Bewertung des Vorgangs durch die Verwaltung. Wer Bonan das Gehalt nun zahle, interessiert die Fraktion ebenso. Letztlich fragt sie, wer nach welchen Kriterien über die Auszahlung und die Höhe von Boni an die Geschäftsführer entscheiden wird.

hier die Vorlage für den angeforderten Geschäftsordnungspunkt mit den öffentlich gestellen Fragen:

Vorschlag
gemäß der Geschäftsordnung
Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Fraktion
Nr.: A 17/0052-01
Status: öffentlich
Datum: 18.01.2017
Geschäftsführergehälter EVAG/MVG/VIA
Vorschlag Bündnis 90/DIE GRÜNEN vom 18.01.2017 für den
Hauptausschuss am 09.02.2017
Beratungsfolge
Status
Öffentlich
Gremium
Hauptausschuss
Beschlussvorschlag:
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen schlägt die Erweiterung der Tagesordnung um den
Punkt „Geschäftsführergehälter EVAG/MVG/VIA“ vor und bittet um einen diesbezüglichen Sachstandsbericht“
Dessen Bestandteil soll die Beantwortung folgender Fragen sein:
1. Hatte die Mülheimer Verwaltung vorab oder später Kenntnis von der (geplanten)
Gehaltserhöhung der Geschäftsführer Feller und Bonan?
2. Wenn nein, warum funktionierten die Informationskanäle – Mülheim ist Fusionspartnerin – nicht?
3. Wenn ja, gab es diesbezügliche Meinungsäußerungen der Stadt?
4. Wenn ja, in welcher Richtung gingen sie?
5. Wie bewertet die Verwaltung die Gehaltsvereinbarungen?
6. Wer bezahlt das Gehalt des EVAG-Geschäftsführers Bonan
7. Welches Gremium hat die Kriterien für die Zahlung von Boni festgelegt?
8. Welche Kriterien waren das in der Vergangenheit und sind das aktuell?
9. Welches Gremium entscheidet darüber, ob die Kriterien erfüllt sind und die Bonige zahlt werden?
Weiterhin bittet die Fraktion im Rahmen des Tagesordnungspunktes um Abstimmung folgenden Antrags:
Antrag Nr. A 17/0052-01/ Seite: 1 von 2Der Hauptausschuss bittet den Oberbürgermeister, auf die Geschäftsführung der EVAG/MVG dahingehend einzuwirken, die 2015 bei der EVAG erfolgte Abschaffung des Familientickets für Familienangehörige und der Jubiläumsgelder zurückzunehmen. Im Zuge der Fusion sollen keine weiteren Kürzungen vorgenommen werden, die über die MVG-Betriebsvereinbarung 2033 hinausgehen.
Begründung:
Angesichts der satten und nicht mehr revidierbaren Gehaltserhöhung der Herren EVAG-Geschäftsführer ist ein soziales Ungleichgewicht entstanden. Während den EVAG-
Beschäftigten im Herbst 2015 kleine Vorteile gestrichen wurden, langten die Chefs ihr eigenes Gehalt betreffend Ende 2016 deutlich zu. Um diese Ungerechtigkeit auszugleichen, ist die Rücknahme der 2015 verordneten Streichungen erforderlich.
So notwendig diese Maßnahme auch ist, kann sie doch nicht den Fehlstart des Fusionsversuches von EVAG und MVG wettmachen. Dessen Hauptantrieb waren die horrenden Defizite beider Nahverkehrsunternehmen. Durch die Fusion sollten Einsparungen erzielt werden. Insbesondere versprach man sich davon auch eine Reduzierung der Kosten des personellen Overheads. Dass es vorerst eine doppelte Geschäftsführung gibt, ist angesichts der  Fusionssituation nachvollziehbar, nicht jedoch die damit verbundenen deutlichen Gehaltserhöhungen.
Tim Giesbert
Fraktionssprecher
Anlagen:
Antrag Nr. A 17/0052-01/ Seite: 2 von 2

(ü. Pm.)

Bebauungsplan „Bottroper Straße/ Grillostraße (Thurmfeld)“

Die Verwaltung beabsichtigt, für den Bereich des Thurmfeldareals einen Bebauungsplan aufzustellen. Die Fläche umfasst das Areal zwischen der Bottroper Straße/ Segerothstraße, Grillostraße, Hilgerstraße und dem Ökopark Segeroth. Für die städtebauliche Planung stehen drei Entwurfsvarianten zur Diskussion. Je nach Variante sind im Plangebiet neue Mehrfamilienhäuser mit insgesamt etwa 165 bis 185 Wohnungen vorgesehen, die zum Teil auch öffentlich geförderte Wohnungen darstellen. Aufgrund der unmittelbaren Nähe des Plangebietes zur Universität Duisburg-Essen berücksichtigt die Planung zudem die Erweiterung des Angebotes an Wohnungen für Studierende. In den Randzonen des Plangebietes entlang der Bottroper Straße/ Segerothstraße und Grillostraße sind ergänzend tertiäre (Dienstleistungen, Büronutzungen) beziehungsweise bildungsbezogene Nutzungen vorgesehen. Darüber hinaus werden konkret geplante oder vorhandene Nutzungen (beispielsweise das Sportbad Thurmfeld) in die Planung konzeptionell eingebunden, um eine verträgliche, abgestimmte und ganzheitliche städtebauliche Entwicklung im Plangebiet zu erzielen.

Für diese Planung beabsichtigt die Verwaltung einen Bebauungsplan zu erarbeiten und führt eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung in der Zeit vom 23. Januar bis zum 3. Februar durch. In diesem Zeitraum können die Pläne im Amt für Stadtplanung und Bauordnung, Lindenallee 10, Deutschlandhaus, 5. Etage, Raum 501, montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 16 Uhr, mittwochs von 8 bis 15:30 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr eingesehen werden. Mitarbeiter des Amtes für Stadtplanung und Bauordnung erläutern die Pläne dort am Donnerstag, 26. Januar, von 15 bis 18 Uhr und am Dienstag, 31. Januar, von 9 bis 12 Uhr. Am Donnerstag, 2. Februar, findet um 19 Uhr im Amt für Stadtplanung und Bauordnung, Lindenallee 10, 5. Etage, Raum 509, eine öffentliche Diskussion statt.

Wer sich im Internet über die Planung informieren möchte, findet umfassende Informationen ab Beginn der Ausstellung unter der Adresse www.essen.de/stadtplanung. Hier können ebenfalls Stellungnahmen abgegeben werden. Alle interessierten Bürger sind eingeladen, sich am Planungsprozess zu beteiligen.

(ü. Pm.)

Integrationspauschale: Matthias Hauer MdB (CDU) zur Forderung der Essener Stadtspitze an die Landesregierung

In der aktuellen Diskussion über die Weiterleitung der Integrationspauschale vom Bund an die Kommunen widerspricht Matthias Hauer MdB Äußerungen des Vorsitzenden der Essener SPD, Thomas Kutschaty MdL, die dieser heute in WAZ und NRZ zitieren ließ. Hauer hierzu:

„Es ist gut, dass die Essener Stadtspitze klipp und klar benennt, wenn die Landesregierung ihren Verpflichtungen gegenüber Kommunen nicht nachkommt. Die Integrationspauschale des Bundes muss in Essen ankommen und darf nicht im Landeshaushalt versickern. Dass die rot-grüne Landesregierung die Gelder nicht weiterleitet, sondern einsteckt, dürfen wir nicht hinnehmen.

Den Standpunkt von Oberbürgermeister Thomas Kufen und Sozialdezernent Peter Renzel unterstütze ich ausdrücklich. Ich fordere den Essener SPD-Vorsitzenden auf, sich ebenfalls für Essen einzusetzen, anstatt mit den dringend benötigten Integrationsmitteln Löcher im Landeshaushalt zu stopfen. Kommunen wie Essen tragen die Hauptlast bei der Integration von Flüchtlingen: Hier leben die Menschen, hier lernen sie Deutsch, ihre Kinder gehen hier zur Schule und hier müssen sie auch in den Arbeitsmarkt integriert werden.“

Mit ihrer Forderung nach Weiterleitung der Integrationspauschale an die Kommunen stehen die Essener Stadtspitze und Matthias Hauer MdB nicht allein. Unabhängig von Parteizugehörigkeit teilen auch andere Stadtoberhäupter, der Städtetag NRW sowie Politiker aus Land und Bund diese Meinung: „Die Ratsmitglieder aus den Städten erwarten vom Land, dass es sich stärker als bislang an den Ausgaben der Integration beteiligt. Dazu gehört, dass das Land einen angemessenen, großen Teil der auf Nordrhein-Westfalen entfallenden Bundesmittel der Integrationspauschale an die Kommunen weitergibt“ – so Pit Clausen, Bielefelder SPD-OB und Vorsitzender des Städtetages NRW.

Der Bund hat ausdrücklich entschieden, die Länder und Kommunen bei den Aufgaben der Integration zu unterstützen. Schon mit dem Titel des entsprechenden Gesetzes – „Gesetz zur Beteiligung des Bundes an den Kosten der Integration und zur weiteren Entlastung von Ländern und Kommunen“ – stellt der Bund klar, dass das Geld auch bei den Kommunen landen soll.

„Herr Kutschaty vernebelt dies mit dem Verweis auf andere Haushaltspositionen, indem er zum Beispiel Schulbausanierung gegen Integration von Flüchtlingen aufrechnet. Die Bundesländer sind dafür zuständig, ihre Kommunen finanziell auskömmlich auszustatten. Fakt bleibt, dass die Kommunen in NRW die mit Abstand finanzschwächsten in ganz Deutschland sind – das liegt gerade daran, dass die rot-grüne Landesregierung durch solche Tricksereien ihre Kommunen im Stich lässt“, so Matthias Hauer.

Hintergrund:

In den Jahren 2016, 2017 und 2018 zahlt der Bund den Ländern eine Integrationspauschale von zwei Milliarden Euro pro Jahr. Auf NRW entfallen davon 434 Millionen Euro. Die Bundesunterstützung wird NRW über eine Erhöhung des Länderanteils an der Umsatzsteuer zu Lasten des Bundes zur Verfügung gestellt.

Grundlage ist die Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zur Beteiligung des Bundes an den Kosten der Integration vom 07. Juli 2016. Selbst Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) betonte dazu u.a. in einem Interview mit der Funke Mediengruppe am 13. August 2016 ebenfalls, dass der Bund mit den Finanzmitteln den Kommunen helfen will. Gerade diese Unterstützung für die Städte und Gemeinden ist auch Anliegen der CDU.“
(ü. Pm.)

Henning Wagenbreth gewinnt Plakatwettbewerb der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017

Das Projektbüro „Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017“ hat in Kooperation mit dem Museum Folkwang einen Plakatwettbewerb ins Leben gerufen. Für den Wettbewerb wurden zehn namhafte Designerinnen und Designer aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz eingeladen. Gewinner des ist der Berliner Gestalter Hennig Wagenbreth. Vom 20. Januar bis zum 5. März 2017 sind die Ergebnisse des Wettbewerbs „Wir sind Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017“ im Museum Folkwang zu sehen. Gezeigt werden die zehn Serien mit je drei Plakaten der geladenen Gestalter und drei ausgewählte Serien von Studenten der Folkwang Universität der Künste.

Gewinner des auf Initiative des Projektbüros Grüne Hauptstadt und des Museum Folkwang veranstalteten Plakatwettbewerbs ist der Berliner Gestalter Hennig Wagenbreth. Vom 20. Januar bis zum 5. März 2017 sind die Ergebnisse des Wettbewerbs „Wir sind Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017“ im Museum Folkwang zu sehen. Gezeigt werden die zehn Serien mit je drei Plakaten der geladenen Gestalter und drei ausgewählte Serien von Studenten der Folkwang Universität der Künste. Die 39 Plakate im DIN A0-Format werden ohne Rahmen direkt auf der Wand installiert. Für den Wettbewerb wurden zehn namhafte Designerinnen und Designer aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz eingeladen. Die Auswahl der Designerinnen und Designer folgte der Idee, möglichst starke und unterschiedliche „Handschriften“ für die Visualisierung des Themas zu gewinnen. Außerdem beteiligte sich eine Gruppe von Studierenden der Folkwang Universität der Künste unter der Leitung von Prof. Heribert Birnbach an dem Wettbewerb. Die Designerinnen und Designer haben die drei Themenfelder „Umdenken“, „Wandel“ und „Bewegung“ auf ganz unterschiedliche Art und Weise interpretiert und umgesetzt.

Die Jury entschied sich einstimmig für die originelle Plakatserie von Henning Wagenbreth aus Berlin. „Er hat das Lebensgefühl der Grünen Hauptstadt plakativ, außergewöhnlich lebendig und aufmerksamkeitsstark umgesetzt. Wir gratulieren dem Gewinner und danken allen Teilnehmern für ihr Engagement“, so die Jury unter dem Vorsitz von Uwe Lösch.

Die Siegerserie von Henning Wagenbreth wird durch ihren illustrativ-erzählerischen Charakter die Werbemaßnahmen der Grünen Hauptstadt flankieren. Es geht um eine Kampagne, die Emotionen wecken und „die Botschaft des Projektes in die Herzen der Menschen bringen wird“, sagt Simone Raskob, Projektleiterin Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017 und Umwelt- und Baudezernentin der Stadt Essen.

Eine Gruppe von vierzehn Studierenden der Folkwang Universität der Künste, Essen hat sich mit eigenen Entwürfen an einem Nachwuchswettbewerb beteiligt. Das Deutsche Plakat Forum e.V. hat als Förderverein des Deutschen Plakat Museums einen Preis für eine der studentischen Arbeiten ausgelobt.

Der Preis des Deutschen Plakat Forums geht an Jennifer Jäger und Linda Knott, die mit ihrer Serie C Zustimmung fanden. „Auch wenn die Aufgabe eher darin bestand, eine Imagekampagne zu entwickeln, die das Positive einer naturnahen und nachhaltigen Stadtlandschaft in den Vordergrund stellt, schien uns diese Serie sehr gelungen. Inhaltlich entsteht sofort ein Gegensatz zwischen Text und Bild, was auf den ersten Blick wie eine Persiflage wirkt. Auf den zweiten Blick finden sich Fragstellungen, die kritisch, aber konstruktiv Antworten einfordern. Wir sind sicher, die Plakate werden polarisieren, Meinungen herausfordern und Aufmerksamkeit finden. Auch formal sind die Kompositionen im besten Sinne plakativ.“ (Statement der Jury)

Die Bandbreite der eingereichten Arbeiten reichte von formal reduzierten Entwürfen bis hin zum illustrativ- erzählerischen Plakat, von schwarz/weiß bis grell farbig, von Typografie bis Fotografie.

Es erscheint ein Katalog im Steidl Verlag (€ 20, ISBN 978-3-95829-301-4).
(ü. Pm.)

Bürgerinitiative „Fließend Werden“: „…bleibende Überschreitung des gesetzlichen Grenzwertes für das gesundheitsschädliche Gas NO2!“

Die Bürgerinitiative „Fließend Werden“ geht mit einer Stellungnahme gegen Verkehrspläne in Essen-Werden vor, die wir hier veröffentlichen:

„Zur Bewertung des geplantenVerkehrsverlagerungskonzeptes hat das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz NRW im Auftrag der Bezirksregierung Düsseldorf das Gutachten zur Schadstoffbelastung aus dem Jahr 2012 für Essen-Werden neu berechnet. Notwendig wurde die neue Berechnung von gesundheitsschädlichen NO2-Werten im Zuge des Abgasskandals, weil in dem bisherigen Gutachten mit inzwischen veralteten Daten der Zusammensetzung von Autoabgasen ausgegangen wurde.

Was ist das Ergebnis der Neuberechnung der Landesbehörden?

In der Brückstraße – wie aufgrund der dortigen Verkehrsreduzierung zu erwarten – ändert sich durch die Neuberechnung bei Umsetzung des Konzeptes an der Einhaltung der Grenzwerte nichts. Es ist simpel und logisch: Weniger Autos, weniger Schadstoffe!

Zu einer erschreckenden Feststellung kommt die behördliche Untersuchung dagegen für die Abteistraße:

Die jetzt schon bestehende und im Gutachten aus dem Jahr 2012 bei Umsetzung des Konzeptes bleibende Überschreitung des gesetzlichen Grenzwertes für das gesundheitsschädliche Gas NO2 wird nicht nur bestätigt, sondern es werden jetzt sogar um mehr als 10% höhere Schadstoffbelastungen prognostiziert! Auch das ist simpel: Bei 61% Verkehrszuwachs auf der Abteistraße: Mehr Autos, mehr Schadstoffe!

Die Bezirksregierung zieht hieraus den Schluss, dass bei Umsetzung des Verkehrskonzeptes Essen-Werden weitere Maßnahmen zur Schadstoffreduzierung notwendig werden. Diese sind nicht geplant!

Was bedeutet dies im Klartext?

Die Antwort ist einfach:

Das Verkehrskonzept Essen-Werden ist faktisch gescheitert.

Weder ist eine Verminderung des Verkehrsaufkommens zu erreichen, noch kann ein ausreichender Schutz vor gesundheitsgefährdenden Schadstoffen erreicht werden. Die These der Befürworter der Verkehrsverlagerung, eine bessere Durchlüftung der Abteistraße führe zu einer Einhaltung der Grenzwerte für gesundheitsschädigendes NO2, ist widerlegt.

Autos und gesundheitsschädliche Schadstoffe werden lediglich von einer Straße auf eine andere verlagert. Auch zahlreiche, in Essen-Werden typischerweise schmale und enge Umgehungsstraßen werden davon nicht verschont bleiben.

Neben dem Flüsterasphalt zum Lärmreduzierung wird jetzt überlegt, auch NO2-reduzierende Baustoffe zu verbauen. Da aber nur eine minimale Fläche (nämlich die Bürgersteige) als nutzbare Fläche in Betracht kommen, werden wohl Geschwindigkeitsreduzierung und Fahrverbote in der Abteistraße notwendig!

Wie reagieren die Befürworter auf die Feststellung der Landesbehörden?

Ganz einfach: Sie ignorieren die Feststellungen der Landesbehörden.

Anstatt das jetzige Konzept als nicht wirksam anzuerkennen entziehen sie sich ihrer Verantwortung. Sie behaupten in ihren Pressemitteilungen schlichtweg falsch, dass das Umweltministerium grünes Licht gebe für das Verkehrskonzept, weil es angeblich auf der Abteistraße nicht mehr zu NO2-Grenzwertüberschreitungen kommen werde. Für wie dumm werden Bürger gehalten?

Gleichzeitig leugnen die Befürworter des Verkehrskonzeptes die neuen Verkehrsstaus. Die Realität des Konzepts zeigt aber jetzt schon eindrücklich die Edeka-Baustelle. Ahnend, dass auch bei Umsetzung des Verkehrskonzeptes sich genauso dieses Verkehrschaos einstellt, fordern sie daher weitere Maßnahmen wie eine geänderte Ampelschaltung.

Ja, es ist richtig: Hier wird eine Forderung aufgegriffen, die schon seit Jahren durch die Bürgerinitiative erhoben wird. Nur haben wir gefordert, den Verkehrsfluss in der Brückstraße u. a. durch optimierte Ampelschaltungen und LKW-Verbote zu verbessern, da eine wesentliche Ursache für die Rückstaus in der Brückstraße und die Schadstoffemissionen gerade die veralteten Ampelschaltungen sind.

Während die Befürworter den Vorschlag für die Brückstraße als laienhaft abtun, wird die gleiche Maßnahme durch die Befürworter als Lösung eines gescheiterten Verkehrskonzeptes präsentiert!

Und nun? Was ist die Bewertung der Bürgerinitiative „Fließend Werden“?

Ein Verkehrskonzept für Essen-Werden soll:

Nicht nur in der Brückstraße, sondern auf allen Straßen einen ausreichenden Schutz vor gesundheitsschädlichen Schadstoffbelastungen gewährleisten.

Einen flüssigen Verkehr ermöglichen.

Wir fordern die politischen Vertreter auf, Mut zu zeigen und das Verkehrskonzept Essen-Werden in der geplanten Form nicht umzusetzen, sondern neu zu überarbeiten.“

Essen, 18. Januar 2017

Bürgerinitiative „Fließend Werden“

PLUMMET – a sharp dive down in 3 acts

Soziale Ausgrenzung und die Unfähigkeit, sich bestimmten Situationen anzupassen – mit der Produktion von „PLUMMET – a sharp dive down in 3 acts“ behandelt das Folkwang Tanzstudio (FTS) ernste Themen.

Premiere des Stückes ist am Donnerstag, 19. Januar 2017 um 19.30 Uhr in der Neuen Aula am Folkwang Campus Essen-Werden. Weitere Aufführungen finden am Freitag, 20. Januar und Samstag, 21. Januar statt.

Premiere des Stückes ist am Donnerstag, 19. Januar 2017 um 19.30 Uhr in der Neuen Aula am Folkwang Campus Essen-Werden. Choreograf der Produktion ist Iker Arrue, der sich für „PLUMMET – a sharp dive down in 3 acts“ von einer Erzählung aus der Bibel inspirieren ließ: Thematisch bildet die Handlung eine Metapher zur Geschichte von Lots Frau, die auf das zerstörte Sodom zurückblickte und zur Salzsäule erstarrte. Zentrales Motiv des Stückes ist die Unfähigkeit, loszulassen und sich von der Vergangenheit freizumachen. Arrues Choreografien sind stark von der japanischen Kampfkunst Aikido beeinflusst. Präzision, Gesten, die Liebe zum Detail und kreisförmig verlaufende Bewegungen markieren seinen Tanzstil. Bereits 2015 unterrichtete der spanische Choreograf die FTS-Kompanie während eines zweiwöchigen Workshops. Eine glückliche Zusammenkunft, denn es entstand der beidseitige Wunsch, die Zusammenarbeit zu intensivieren. Die Zusammenarbeit mündete nun in der ersten gemeinsamen Tanzproduktion, zu der die Proben bereits im Oktober 2016 begannen. Neben der Premiere von „PLUMMET – a sharp dive down in 3 acts“ am 19. Januar ist das Stück auch am Freitag, 20. Januar und Samstag, 21. Januar jeweils um 19.30 Uhr in der Neuen Aula zu sehen. Karten gibt es zum Preis von 10 Euro (ermäßigt 5 Euro) an der Abendkasse, telefonisch unter 0201_4903-231 oder per E-Mail an karten@folkwang-uni.de.

Über Iker Arrue: Zum professionellen Tanz kam der in San Sebastian im Baskenland geborene Iker Arrue über Umwege: Er entschied sich zunächst für ein Architekturstudium, bevor er seine Leidenschaft zum Beruf machte und Choreograf wurde. Als Tänzer und Choreograf hat er bereits international in Spanien, den Niederlanden, Deutschland und Dänemark gearbeitet. Arrue wirkte außerdem bei „Dance und Performativity“ mit, einer Vortragsreihe zum zeitgenössischen Tanz, die sich mit Fragen der Philosophie und Ästhetik beschäftigte. 2009 gründete Arrue das AI DO PROJECT. Das Ensemble verbindet zeitgenössischen Tanz mit der japanischen Kampfkunst Aikido.

Titelfoto: Ursula Kaufmann

„Kopfüber Weltunter“: Ruhrfestspiele richten Fokus auf politische und gesellschaftliche Umbrüche

Die Ruhrfestspiele Recklinghausen setzen sich in diesem Jahr mit dem Gefühl der Unsicherheit in Zeiten des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels auseinander. Unter dem Motto „Kopfüber Weltunter“ stehen vom 1. Mai bis 18. Juni Stücke auf dem Spielzeitprogramm, die sich mit den Ängsten, aber auch mit den Hoffnungen auf Fortschritt und Neubeginn auseinandersetzen. Der Fokus der Ruhrfestspiele ist auf die großen revolutionären Momente und ihre gesellschaftlichen wie literarischen Konsequenzen gerichtet – von der Reformation bis hin zur Protestbewegung auf dem Maidan. Als Eröffnungsproduktion präsentieren die Ruhrfestspiele in Koproduktion mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus und Unlimited Performing Arts E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“ in einer musik- und bildgewaltigen Inszenierung. Regie führt Robert Wilson. Es folgen Aufführungen mit Werken u.a. von Goethe, Strindberg, Kafka, Brecht, Canetti, Grass und Jelinek in den Inszenierungen von internationalen Theatern und Gruppen. Auch das diesjährige Fringe Festival stellt vom 23. Mai bis 17. Juni die Welt auf den Kopf. 25 Ensembles jenseits des konventionellen Theaters aus elf Ländern sind mit dabei.

PRESSEMAPPE_2017 170117_Pressemitteilung Ruhrfestspiele 2017

170117_Pressemitteilung Ruhrfestspiele 2017

Infos: www.ruhrfestspiele.de

Essen: CDU-Fraktion wählt Peter Tuppeck zum dritten stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden

In ihrer gestrigen Sitzung wählte die CDU-Fraktion den Ratsherrn Peter Tuppeck zu ihrem dritten stellvertretenden Vorsitzenden. Die Wahl des dritten stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden geht auf das Gesetz zur Stärkung zur kommunalen Selbstverwaltung zurück, welches am 9. November 2016 vom Landtag Nordrhein-Westfalen beschlossen wurde. Demnach haben in Nordrhein-Westfalen alle Ratsfraktionen mit mindestens 24 Mitgliedern einen Anspruch auf insgesamt drei stellvertretende Vorsitzende.

Peter Tuppeck ist seit 1994 ehrenamtlich für die CDU kommunalpolitisch aktiv. Zunächst war er als sachkundiger Bürger im Ausschuss für öffentliche Ordnung, Organisation und Personal im Rat der Stadt Essen, bevor er dann 2014 in den Stadtrat gewählt wurde. Der Ratsherr aus Bergerhausen ist Mitglied und erster stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für öffentliche Ordnung, Personal und Organisation, Mitglied im Hauptausschuss, stellv. Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung sowie Vorsitzender des Kreispolizeibeirates. Peter Tuppeck ist beruflich als selbständiger Unternehmensberater tätig. Seit 1991 ist er ehrenamtlicher Vorstand des Johanniter Regionalverbandes Essen und seit 1997 Mitglied des Präsidiums der Johanniter auf Bundesebene, dort auch Mitglied im Personalausschuss. Er ist Ehrenritter des Johanniterordens und ehrenamtliches Mitglied im Vorstand des Diakoniewerkes Essen.

(ü. Pm.)