Paris verliert eines seiner Wahrzeichen

Notre Dame de Paris, Bild: wikipedia

Zufall oder Symbolik, Frankreichs Präsident wollte gerade in dem Moment eine Rede an die Nation richten, in der er den sozialen Brand, der sich im Begriff der Gelbwesten über die Grenzen Gehör verschaffte, zu dämmen ansann, als das Feuer die Kathedrale Notre Dame zu zerstören begann. „Live“ verfolgt die Welt die zerstörende Gewalt des Großbrandes und ein Weltkulturerbe mit Elementen aus dem 13. Jahrhundert ist vernichtet. Stunden nach dem Ausbruch des Brandes ist noch nicht klar, ob die beiden Haupttürme überhaupt erhalten werden können, nachdem feststeht, dass das Kirchenschiff verloren ist. Tausende Zuschauer vor Ort und evakuierte Einwohner des Umfeldes werden zu Zeitzeugen. Immerhin, soweit bisher bekannt, wurde kein Mensch verletzt. Ursachenforschung dürfte folgen, bisher spricht alles dafür, dass Renovierungsarbeiten als Auslöser in Betracht kommen. Ein historischer Moment, der in die Geschichtsbücher eingehen wird, denn viele Unikate der Kulturgeschichte sind vernichtet. Paris mit einer Ruine einer der ältesten gotischen Kathedralen Europas. Der Kontinent, der in dieser Zeit seine Identität auf den Prüfstein stellt und nicht nur architektonische Sinnbilder benötigt ist um ein Wahrzeichen ärmer.

Während der Französischen Revolution stürzte bereits einmal ein Turm der Kathedrale ein, der in der Folgezeit wiederaufgebaut wurde.

HOCHANSTECKENDE LUNGENPEST IN MADAGASKAR: RUND 70 TOTE UND MEHR ALS 800 VERDACHTSFÄLLE

Auf der ostafrikanischen Insel Madagaskar ist die hochansteckende Lungenpest ausgebrochen. Innerhalb weniger Wochen stieg die Zahl der Verdachtsfälle auf über 800 – doppelt so viele Fälle wie sonst im gesamten Jahr. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass die Infektion diesmal in den dicht besiedelten Städten grassiert. Aktion gegen den Hunger ist in den betroffenen Regionen aktiv und hilft den Menschen in ihrer Notsituation.

Die Lungenpest in Madagaskar breitet sich weiter aus. Seit Anfang August haben sich rund 850 Menschen angesteckt, fast 70 starben. Und ein Ende der Epidemie ist noch nicht abzusehen: „Wir haben den Scheitelpunkt noch nicht erreicht“, sagte Olivier Le Guillou, Landesdirektor von Aktion gegen den Hunger in Madagaskar. Zwar gibt es immer wieder Pestausbrüche auf der Insel, allerdings handelt es sich normalerweise um die Beulenpest. „Diese ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar und kommt eher in den ländlichen Gebieten vor.“

Aktuell ist unter anderem die Hauptstadt Antananarivo betroffen – dort leben viele Menschen auf engstem Raum zusammen. Insbesondere in den Armenvierteln sind die hygienischen Bedingungen schlecht. Deswegen kann die Pest schnell um sich greifen.

Übertragen wird die Krankheit durch die Atemluft Infizierter. „Die Symptome der Lungenpest sind mit denen der Grippe zu vergleichen. Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Tage. Die Betroffenen haben hohes Fieber, Kopfschmerzen, fühlen sich schlapp und klagen über Schmerzen in der Brust, bis sich die Krankheit zu einer schweren Lungenentzündung entwickelt. Wenn die Kranken nicht rechtzeitig behandelt werden, führt die Lungenpest innerhalb von 48 Stunden zum Tod“, sagte Caroline Antoine, Expertin für Gesundheit bei Aktion gegen den Hunger.

Aktion gegen den Hunger ist seit 2011 in den Slums der Hauptstadt Antananarivo und im Süden des Landes aktiv. Helferinnen und Helfer konnten deshalb schnell mobilisiert werden. Zwei Teams unterstützen das Personal in zwei Krankenhäusern Antananarivos. Die humanitäre Organisation gibt Hygieneschulungen, richtet Händewaschstationen ein, desinfiziert Räume und entsorgt Abfälle und Abwasser.

„Mit unserer Erfahrung durch den Ebola-Ausbruch in Westafrika sowie die Behandlung von Cholera-Ausbrüchen in vielen unserer Einsatzländer haben wir ein großes Know-how. In den kommenden Wochen werden wir die Familien in Madagaskar so gut es geht unterstützen“, so Olivier Le Guillou.

Um die weitere Ausbreitung der Lungenpest einzudämmen, hat die Regierung Madagaskars bis auf Weiteres öffentliche Versammlungen verboten.

Über Aktion gegen den Hunger:

Aktion gegen den Hunger ist die deutsche Sektion von Action contre la Faim. Die internationale entwicklungspolitische und humanitäre Organisation unterstützt 14,7 Millionen Menschen in 49 Ländern. Seit 38 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. Mehr als 7.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.

Info: www.aktiongegendenhunger.de

 

 

Schwedischer Nationalfeiertag – Das Königspaar feierte in Kosta

Am Nationalfeiertag feierte Kosta Boda in Gegenwart des Königs und der Königin von Schweden sein 275-jähriges Bestehen. Zu den Höhepunkten der Festlichkeiten zählten die neue Jubiläumsausstellung Hommage, eine Huldigung der Geschichte von Kosta Boda mit Werken von fünf der interessantesten Gegenwartskünstlern Schwedens sowie ein Glasgießen mit Kosta Bodas weltbekanntem Glasdesigner Bertil Vallien, der den schwedischen König einlud, den Abguss einer Kosta-Boda-Krone in das „Königsboot“ zu legen. 

In der Glashütte Kosta Boda wird seit ihrer Gründung im Jahre 1742 durch die beiden Generäle aus der Armee Karls XII., Anders Koskull und George Bogislaus Stael von Holstein, Glas in all seinen Erscheinungsformen geschätzt und geliebt. Dank des hier herrschenden großen handwerklichen Könnens und des Mutes neuschaffender Künstler konnten die traditionellen Techniken stets weiterentwickelt werden. So ist eine Glaskunst entstanden, die ihresgleichen sucht, internationale Erfolge feiert und ein hohes Ansehen genießt: Nicht zuletzt dank der Fähigkeit, immer wieder Neues hervorzubringen, wird Kosta Boda heute als beste Glashütte der Welt angesehen – was auch der Besuch des schwedischen Königspaares bestätigt, das Kosta auswählte, um den Nationalfeiertag am 6. Juni zu feiern.

„Es ist ein wunderbares Gefühl, mit Glas zu arbeiten, und ich finde es toll, dass dieses Handwerk hier eine Zukunft hat“, sagte der König, der mit seiner Teilnahme „dem Werk die Krone“ aufsetzte, indem er Bertil Vallien beim Gießen des sogenannten „Königsboots“ zur Seite stand, einem Kunstwerk, dessen Erlös wohltätigen Zwecken zufallen soll. „Der Name Kosta Boda steht für Ideenreichtum, Qualität und Moderne – die Arbeiten werden überall hochgeschätzt und ich freue mich, heute hier zu sein“, sagte Königin Silvia.

Das 275-jährige Jubiläum wird auch mit der Ausstellung Hommage gefeiert, die sowohl auf die lange Geschichte Kosta Bodas und ihrer kühnen Formsprache zurückblickt als auch zugleich zukunftsweisende Blicke in die Glaskunst vermittelt. Mit Werken von Frida Fjellman, Åsa Jungnelius, Mattias Stenberg, Hanna Hansdotter und Lena Bergström wird ein neues Kapitel in der Geschichte Kosta Bodas und der schwedischen Glaskunst geschrieben.

Wir sind sehr stolz darauf, am heutigen Tag das schwedische Königspaar in Kosta, wo die Öfen noch immer brennen, um das 275-jährige Jubiläum in Gedenken an General Koskull und General Staël von Holstein zu feiern, willkommen heißen zu dürfen. Trotz aller Krisen und großen Herausforderungen hier in den Wäldern Smålands lebt unser Handwerk seit 275 Jahren fort, weil wir einzigartiges Können konsequent gefördert und stetige Weiterentwicklung groß geschrieben haben. Heute wenden wir erneut ein Blatt und blicken in eine Zukunft, in der Kosta Boda auch weiterhin mit wunderschöner und immer interessanter Glaskunst assoziiert werden wird”, sagt Magnus Andersson, Geschäftsführer von Orrefors Kosta Boda AB.

Fotos: Theodor Kamitz