Die Stadt Essen legt den Bebauungsplan „Flachdachbegrünung Essener Innenstadt“ ab dem 27. Juni öffentlich aus

Es ist wissenschaftlicher Konsens, dass der globale Klimawandel zu einer merklichen Erwärmung gerade der dicht bebauten Innenstädte führt. Der Klimawandel und dessen Auswirkungen macht auch vor der Stadt Essen nicht Halt. Auch in Essen ist eine Erwärmung der Innenstadt zu verzeichnen – in den letzten 100 Jahren um 1,7 Grad Celsius (Quelle: Strategie- und Maßnahmenkonzept Klimaanpassung der Stadt Essen).

Sowohl Flachdächer als auch die Oberflächen nicht überbauter Tiefgaragen weisen vor dem Hintergrund des Klimawandels ein großes ökologisches Potenzial auf. Nach einer aktuellen Erhebung sind etwa 28 Hektar der Dachflächen in der Essener Innenstadt Flachdächer, wobei diese aber nur zu einem Bruchteil begrünt sind.

Der Geltungsbereich des zusätzlich aufzustellenden Bebauungsplanes betrifft hauptsächlich den Stadtteil Stadtkern sowie Teile des Ostviertels. Der vorliegende Bebauungsplan zielt darauf ab, die Anwendung der Dachbegrünung als Baustein einer nachhaltigen Entwicklung in der Essener Stadtplanung zu stärken und gleichzeitig eine höhere Qualität in der Umsetzung zu ermöglichen. Ziel des Bebauungsplanes soll es sein, für einen größeren, räumlich zusammenhängenden Innenstadtbereich bei der Errichtung von Gebäuden mit Flachdächern und leicht geneigten Dächern sowie bei Oberflächen von nicht überbauten, neuen Tiefgaragen eine Pflicht zur Dachbegrünung festzusetzen. Die Begrünungspflicht entsteht, wenn durch baugenehmigungspflichtige Maßnahmen Dachflächen geändert oder neu geschaffen werden.

Der Bebauungsplan wird von Dienstag, 27. Juni, bis Montag, 11. September, öffentlich ausgelegt. In diesem Zeitraum werden die Planunterlagen im Amt für Stadtplanung und Bauordnung, Lindenallee 10, Deutschlandhaus, 5. Etage, Raum 501, montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 16 Uhr, mittwochs von 8 bis 15:30 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr ausgestellt.

Wer sich im Internet über die Planung informieren möchte, findet umfassende Informationen ab dem Beginn der öffentlichen Auslegung unter der Adresse www.essen.de/stadtplanung. Hier können ebenfalls Stellungnahmen abgegeben werden. Alle interessierten Bürger sind eingeladen, sich am Planungsprozess zu beteiligen.

(ü. Pm.)

Klimaforscher stellen Fakten zum Klimawandel klar

Statement des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK) anlässlich der Diskussionen nach dem Austritt der USA aus dem Pariser Klima-Abkommen

12. Juni 2017 – Die aktuelle Diskussion um den Austritt der USA aus dem Pariser Klima-Abkommen scheint einige Personen aus Politik und Medien zu motivieren, altbekannte und längst wiederlegte Zweifel an der Existenz des vom Menschen verursachten (anthropogenen) Klimawandels sowie an der Wissenschaftlichkeit des Weltklimarates öffentlich zu äußern.

Dazu erklärt der Verband der Klimawissenschaften, das Deutsche Klima-Konsortium (DKK) e. V.:


Wir widersprechen vehement öffentlichen Beiträgen, die in der Bevölkerung zur Verunsicherung über die Faktenlage hinsichtlich des Klimawandels führen können. Angesichts der Dringlichkeit eines weltweiten Klimaschutzes möchten wir folgende Punkte herausstellen.


 Zur Einordnung der Fakten

  1. „Der Einfluss des Menschen auf das Klimasystem ist klar und die jüngsten anthropogenen Emissionen von Treibhausgasen sind die höchsten in der Geschichte. Die jüngsten Klimaänderungen hatten weitverbreitete Folgen für natürliche Systeme und solche des Menschen.“ So lautet eine der Kernbotschaften des 5. Sachstandsberichts des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change, kurz IPCC) {1}. Die Klimawissenschaft, deren Erkenntnisstand der IPCC etwa alle sieben Jahre in einem Sachstandsbericht zusammenfasst, erforscht seit Jahrzehnten Klimaschwankungen, durch den Einfluss von Sonnenaktivität, Erdumlaufbahn, Vulkanausbrüchen, El-Niño-Ereignissen etc. Das Ergebnis: Ohne die menschliche Aktivität, insbesondere die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, lassen sich die beobachteten Veränderungen im Klimasystem nicht erklären.   
  2. Der natürliche Wechsel von Kalt- und Warmzeiten erfolgt über Jahrzehntausende. Diese enorm langen Zeiträume der Erdgeschichte sind auf den Planungs- und Erfahrungshorizont des Menschen übersetzt Ewigkeiten. Die derzeit beobachtete, im Vergleich dazu schnelle Erwärmung in nur 150 Jahren mit ihren vielfältigen Folgen ist eine völlig neue Entwicklung. Der Vergleich mit früheren Warmzeiten ist unzulässig. Die Menschheit und unsere Kultur und Technologien haben keinen dieser Wechsel erlebt, sondern haben sich in einer ungewöhnlich langen Warmzeit ohne große klimatische Schwankungen entwickelt.
  3. „Fortgesetzte Emissionen von Treibhausgasen werden eine weitere Erwärmung und langanhaltende Änderungen aller Komponenten des Klimasystems verursachen und damit die Wahrscheinlichkeit von schwerwiegenden weitverbreiteten und irreversiblen Folgen für Menschen und Ökosystem erhöhen. Eine Begrenzung des Klimawandels würde erhebliche und anhaltende Minderungen der Treibhausgasemissionen erfordern, wodurch – verbunden mit Anpassung – die Risiken des Klimawandels begrenzt werden können {2}.“ Dieses Statement aus dem Bericht des Weltklimarats verdeutlicht die Rolle der Treibhausgas-Emissionen für die zukünftige Entwicklung des Klimas.

Zur Arbeit der Klimaforschung und des Weltklimarats IPCC

  1. Die Klimaforschung muss, wie jede andere Wissenschaft, den Anforderungen an gute Wissenschaft genügen: Transparenz der Methode, Evidenzbasiertheit, Wiederholbarkeit, unabhängige Überprüfung, um nur einige zu nennen. Damit ist die Wissenschaft zwar nicht gegen Irrtümer gefeit, das System ist aber langfristig auf Selbstkorrektur angelegt {3}. Insbesondere, wenn – wie in der Klimawissenschaft –  sehr viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in demselben Bereich arbeiten und die Konkurrenz um die sichersten Ergebnisse hoch ist.
  2. Gerade weil der Klimawandel mit den menschlichen Sinnen schlecht wahrnehmbar ist, spielten die Beobachtungen und Messungen aus der Wissenschaft von Beginn an eine wichtige Rolle. Als sich die Hinweise auf einen menschlichen Einfluss auf das Klimasystem verdichteten, riefen 1988 zwei UN-Organisationen {4} das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ins Leben, mit dem Ziel, wissenschaftliche Politikberatung von einem internationalen Forschungsgremium zu erhalten. 195 Regierungen erkennen die wissenschaftlichen Aussagen des IPCC an. Dieser Erfolg spiegelt sich unter anderem in der Gründung des IPBES (Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) wieder, einem Gremium, das nach ähnlichem Muster die Politik zu dem globalen Problem der abnehmenden Biodiversität berät.
  3. Das Beratungsmandat des IPCC besteht darin, verlässliche und umfassende Informationen für politische Entscheidungsträger zu erstellen. Die aufwendigen internationalen Abstimmungsprozesse unter rund 1000 renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt sollen ausdrücklich „politik-relevante aber nicht politik-bestimmende“ Ergebnisse liefern. Die Rollenverteilung zwischen der Wissenschaft (Auswertung der vorhandenen Fachliteratur) und der Politik (Entscheidungsfindung auf Grundlage der Sachstandsberichte) ist klar geregelt. Kleine Fehler, medial nicht selten zu Grundsatzfragen aufgebauscht, sind wie überall schwer zu vermeiden. Das Entscheidende aber ist, dass sie in der Praxis rasch korrigiert wurden, und nicht die grundsätzlichen Erkenntnisse in Frage stellen.
  4. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IPCC arbeiten rein ehrenamtlich, um Interessenkonflikte zu vermeiden {5}. In Deutschland unterstützen das Bundesforschungsministerium und das Bundesumweltministerium diese Arbeit durch die Finanzierung von wissenschaftlichen Personal und einer Geschätfsstelle des Weltklimarates.

{1} IPCC, 2014: Klimaänderung 2014: Synthesebericht. Beitrag der Arbeitsgruppen I, II, und III zum Fünften Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) (Hauptautoren, R.K. Pachauri und L.A. Meyer (Hrgs)). IPCC, Genf, Schweiz. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC Koordinierungsstelle, Bonn, 2016; http://www.de-ipcc.de/_media/IPCC-AR5_SYR_barrierefrei.pdf siehe auch Hauptaussagen in dt. Sprache unter: http://www.de-ipcc.de/_media/IPCC_WG1_AR5_Headlines_deutsch.pdf
{2} IPCC, 2014: Klimaänderung 2014: Synthesebericht. Beitrag der Arbeitsgruppen I, II, und III zum Fünften Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) (Hauptautoren, R.K. Pachauri und L.A. Meyer (Hrgs)). IPCC, Genf, Schweiz. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC Koordinierungsstelle, Bonn, 2016;
http://www.de-ipcc.de/_media/IPCC-AR5_SYR_barrierefrei.pdf
{3} Siehe Memorandum der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis unter http://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/reden_stellungnahmen/download/empfehlung_wiss_praxis_1310.pdf
{4} Die Organisationen UNEP und WMO (UNEP: United Nations Environmental Programme – Umweltprogramm der Vereinten Nationen; WMO: World Meteorological Organisation – Weltorganisation für Meteorologie)
{5} IPCC – Kompaktinformation: Der Weltklimarat IPCC, Deutsche IPCC Koordinierungsstelle, Bonn,2014:
http://www.de-ipcc.de/_media/de-ipcc-kompaktinfo_IPCC_web.pdf

 

> Den gesamten Text des Statements finden Sie auch auf unserer Website.

Das Deutsche Klima-Konsortium e. V. (DKK) ist ein Wissenschaftsverband und vertritt führende Akteure der deutschen Klimaforschung und Klimafolgenforschung. Dazu gehören Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Bundesbehörden. Das DKK steht für wissenschaftsbasierte Politikberatung, greift aktuelle Klimathemen auf und liefert Hintergründe aus Expertensicht.

Vorstand

  • Prof. Dr. Mojib Latif, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Vorstandsvorsitzender
  • Dr. Paul Becker, Deutscher Wetterdienst
  • Prof. Dr. Gernot Klepper, Institut für Weltwirtschaft
  • Prof. Dr. Jochem Marotzke, Max-Planck-Institut für Meteorologie
  • Prof. Dr. Monika Rhein, Institut für Umweltphysik – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften IUP-MARUM, Universität Bremen

 

Klimawandel hautnah

Katastrophenschutz statt Familienfest: Am vergangenen Pfingstwochenende hatten Menschen in zahlreichen Regionen des Landes mit hochdramatischen und außergewöhnlichen Wetterlagen und Starkregen zu tun. Über die Jahre zeichnet sich dabei ein Trend ab: Gerade in Städten werden die Folgen des Klimawandels immer stärker spürbar. Städtische Grünanlagen können nicht nur einen wirksamen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten sondern gleichzeitig zum Klimaschutz beitragen und somit die Wahrscheinlichkeit extremer Wetterereignisse reduzieren.

Starkregen als Folge des Klimawandels
Regionale Extremwetterereignisse wie Hitze, Sturm und Starkregen sind nicht nur für Menschen belastend. Starkregen kann schnell zu ansteigenden Wasserständen und zu Überschwemmung führen, häufig auch geht er mit Bodenerosion einher.

Genau das ist vielerorts geschehen. Ein Beispiel: Schwere Unwetter überzogen den Landkreis Hildesheim in Niedersachsen am Sonntagabend. Innerhalb kürzester Zeit fielen 40 Liter Wasser pro Quadratmeter. In Nordhessen wurden laut Polizei Straßen überschwemmt und Keller geflutet. Der Frankfurter Flughafen meldete zahlreiche Flugausfälle und Verspätungen.

Klimaforscher sagen voraus, dass derartiger regionaler Starkregen auch zukünftig verstärkt auftreten wird. Laut einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimaforschung (PIK) und des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) könnte sich die durch Extremwetter verursachte Schadenssumme von derzeit 500 Millionen Euro jährlich ohne entsprechende Gegenmaßnahmen deutlich vervielfachen.

„Hochwasser ist auch die Folge ökologischer Sünden, deshalb sind wachsende Städte und Kommunen und die damit einhergehende Versiegelung von Flächen für diese Ereignisse mitverantwortlich“, so  Eiko Leitsch, Vizepräsident des Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL).

Hochwasserschutz durch Entsiegelung
Insbesondere bei Starkregenereignissen mit über 100 Litern pro Quadratmeter wird die städtische Kanalisation überbelastet: Die Kanalnetze können derartige Niederschlagsmengen nicht aufnehmen, überflutete Keller und Straßen sowie schwimmende Autos sind im Extremfall die Folge.

Abhilfe schafft da natürlicher, vorbeugender Hochwasserschutz:  Grünflächen, auch Gründächer, sind wichtige Wasserspeicher, die Überschwemmungen verhindern helfen. Vegetationsräume und Versickerungsflächen mit Pflanzen wie Parks oder Stadtwälder können hier einen wichtigen Beitrag leisten.

„Besonders die Entsiegelung asphaltierter und betonierter Flächen ist eine wichtige Maßnahme, um die natürliche Versickerung und Verdunstung von Regenwasser zu reaktivieren, die Kanalisation zu entlasten und den Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schützen“ so der Vizepräsident.
Derzeit wird allerdings täglich eine Fläche von rund 88 Fußballfeldern, umgerechnet etwa 63 Hektar Land, in Deutschland versiegelt. Gemäß der Empfehlung des Rates für Nachhaltige Entwicklung sollte die Flächeninanspruchnahme bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar pro Tag begrenzt werden. „Langfristig streben wir ein Netto-Null-Ziel an“, so Leitsch.

Wetterrisiken entgegensteuern
Gleichzeitig bietet städtisches Grün eine vergleichsweise kostengünstige Alternative, um den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzusteuern. Die Fähigkeit von Pflanzen und Grünflächen, Niederschläge zurückzuhalten und somit die Kanalisation in den Städten zu entlasten, können bei der Reduzierung von Extremwetteraufkommen helfen. Hinzu kommt, dass Pflanzen Kohlenstoff binden und diesen der Atmosphäre entziehen. Zudem reduzieren sie die Belastungen durch Feinstaubemissionen.

Weitere Informationen zu städtischem Grün unter
www.gruen-in-die-stadt.de

(ü. Pm.)
„Grün in die Stadt“ ist eine Initiative des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. Die Initiative bündelt Informationen zu vielen positiven Aspekten städtischen Grüns und dient zugleich als Plattform für Dialog und Austausch mit allen Interessierten.

Ruhr-Einzugsgebiet verzeichnete 2016 das trockenste zweite Halbjahr seit 1927

Im Einzugsgebiet der Ruhr fiel in den letzten Monaten so wenig Niederschlag wie noch nie. Insgesamt gingen im zweiten Halbjahr 2016 nach Auswertungen des Ruhrverbandes 304 Liter Regen nieder – damit war es das trockenste zweite Halbjahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1927.

Im Dezember verzeichnete der Ruhrverband z.B. mit 31 Litern pro Quadratmeter nur knapp 30 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge für diesen Monat. Das macht sich bei den Füllständen der Talsperren bemerkbar. Am heutigen 6. Januar 2017 waren die Ruhrverbandstalsperren noch zu gut 62 Prozent gefüllt. Ähnlich niedrig lag der Füllstand zuletzt zu Jahresbeginn 1996. Der Wasserverband erwartet zunächst auch keine Verbesserung der Situation.

Titelfoto: Möhnetalsperre, Foto: Ruhrverband

(ü. Pm., idr)

Globaler Temperaturrekord 2016

Nach dem bisher wärmsten Jahr 2015 erreichte die globale Mitteltemperatur im Jahr 2016 erneut Rekordwerte. Laut der amerikanischen Wetterbehörde NOAA zeigen die aktuell vorliegenden globalen Messwerte für 2016 im Zeitraum Januar bis November eine Temperaturabweichung um 0,94 °C über dem entsprechenden Mittelwert der ersten elf Kalendermonate für das 20. Jahrhundert.

Nach dem Rekordjahr 2014 war bereits mit dem im Frühjahr 2015 im Pazifik einsetzenden natürlichen El-Niño-Ereignis schon sehr früh absehbar, dass sowohl 2015 als auch 2016 global außergewöhnlich warme Jahre werden. Die jüngsten Beobachtungen haben diese Einschätzung inzwischen mehr als bestätigt: Das Jahr 2015 schloss mit einem neuen Temperaturrekord ab. Im Zeitraum von Mai 2015 bis August 2016 war jeder einzelne Monat der jeweils wärmste Kalendermonat seit Beginn der systematischen, flächendeckenden Messungen 1880.

Obwohl das Jahr noch rund zehn Tage andauert, kann bereits heute mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass 2016 das weltweit wärmste Jahr seit 1880 werden wird. Mit den Rekordjahren 2014 und 2015 wäre damit zum dritten Mal hintereinander ein Jahresrekord zu verzeichnen. Sicher ist heute aber schon, dass diese drei Jahre die global wärmsten bisher gemessenen Jahre sein werden.

Auch die Verhältnisse in der Arktis waren in 2016 außergewöhnlich. Der langfristige Rückzug des Meereises hält an. Seit Oktober liegt die Meereisausdehnung weit unterhalb des langjährigen Mittelwertes. Im November erreichte die mittlere Meereisausdehnung mit 8,8 Mio. km² den niedrigsten Novemberwert seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen 1979. Der Wert in 2016 liegt circa 757.000 km² unter dem bisherigen Minimum aus dem November 2012.

Dies weist auf die Dringlichkeit eines sofort beginnenden ernsthaften weltweiten Klimaschutzes hin. Nur Maßnahmen, die zu einer deutlichen und anhaltenden Reduzierung des Anstiegs der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre führen, können diesen Trend stoppen oder zumindest mindern.

Klimagipfel in Marrakesch

Die Weltklimakonferenz im November 2016 in Marrakesch (COP 22) war zunächst als erster Schritt zur Umsetzung des Übereinkommens von Paris geplant. Dass der Pariser Vertrag schon wenige Tage vor Beginn der COP 22 in Kraft treten würde, damit hatte vor einem Jahr niemand gerechnet. So wurde Marrakesch unerwartet zur ersten Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens von Paris. In diesem Punkt hat Marrakesch die Erwartungen ohne Frage übererfüllt. Insgesamt haben sich auf der COP 22 eine große Bereitschaft zur Zusammenarbeit im Klimaschutz und eine Dynamik in der Umsetzung von Maßnahmen gezeigt. Wichtig ist aber, dass diese Maßnahmen auf den nächsten Konferenzen weiter konkretisiert werden und zu noch ambitionierteren nationalen Zielen führen – denn das bisher versprochene Maßnahmenbündel wird die Ziele des Pariser Übereinkommens nicht erreichen. So stieg der CO2-Gehalt der Atmosphäre auch 2016 auf einen neuen Rekordwert.

Klimaentwicklung in Deutschland

Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes: „Die mittlere Temperaturabweichung war 2016 für Deutschland im Gegensatz zur globalen Entwicklung nicht besonders auffällig. Es muss aber an die Flutereignisse im Frühsommer erinnert werden, die aus meiner Sicht einen Vorgeschmack auf die befürchtete Zunahme von Extremereignissen in einer zukünftigen wärmeren Welt bieten.“

Die mittleren Temperaturen lagen in den einzelnen Monate jeweils nur leicht über bzw. unter den vieljährigen Mittelwerten. Lediglich der September 2016 erreichte mit einer spätsommerlichen Hitzewelle den bisherigen Rekordwert aus dem September 2006. Dementsprechend reiht sich der Zeitraum Januar bis November im Vergleich mit den entsprechenden Mittelwerten seit 1881 auf dem 9. Platz ein. Für das gesamte Jahr 2016 ist für Deutschland eine ähnliche Platzierung zu erwarten, sehr unwahrscheinlich ist jedenfalls ein Platz unter den wärmsten drei Jahren.



Das Deutsche Klima-Konsortium e. V. (DKK) vertritt führende Akteure der deutschen Klimaforschung und Klimafolgenforschung. Dazu gehören Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Bundesbehörden. Das DKK steht für wissenschaftsbasierte Politikberatung, greift aktuelle Klimathemen auf und liefert Hintergründe aus Expertensicht.

Vorstand

Prof. Dr. Mojib Latif, GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Vorstandsvorsitzender
Dr. Paul Becker, Deutscher Wetterdienst
Prof. Dr. Gernot Klepper, Institut für Weltwirtschaft
Prof. Dr. Jochem Marotzke, Max-Planck-Institut für Meteorologie
Prof. Dr. Monika Rhein, Institut für Umweltphysik – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften IUP-MARUM, Universität Bremen

(ü. Pm.)

Bilanzbericht 2016 zum „Integrierten Energie- u. Klimakonzept“ der Stadt Essen

Die Stadt Essen veröffentlicht bereits zum fünften Mal ihren Bilanzbericht zum „Integrierten Energie- und Klimakonzept (IEKK)“ und informiert damit die Politik und die interessierte Öffentlichkeit über Aktivitäten im Bereich Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel. Der Bilanzbericht 2016 zum IEKK bezieht sich grundsätzlich auf Maßnahmen und Projekte des Jahres 2015. Teilweise wurden bei wesentlichen Änderungen die aktuellen Entwicklungen im Jahre 2016 bereits mit berücksichtigt.
Um den Klimaschutz konsequent zu stärken, hat die Stadt Essen alle Aktivitäten unter der Dachmarke „klima|werk|stadt|essen“ konzernweit gebündelt. Wie vielfältig die unterschiedlichen Ansätze im Klimaschutz sein können, ist Gegenstand der nun veröffentlichten Bilanz.

Der Bericht soll vorbildliche Maßnahmen bekannt machen und auch zum Mitmachen auf allen gesellschaftlichen Ebenen anregen.

Inhalte des Bilanzberichtes
Der Bericht gewährt auf rund 80 Seiten in kurzen Beiträgen aufschlussreiche Einblicke in ausgewählte Einzelprojekte der Handlungsbereiche „kommunale Immobilien“, „erneuerbare Energien“, „Stadtplanung und Stadtentwicklung“, „Verkehr und Mobilität“, „Wirtschaft und Bevölkerung“ sowie „umweltfreundliche Beschaffung“, die erfolgreich umgesetzt wurden.
Zentraler Baustein des Bilanzberichtes ist die Kurzbewertung der im Klimakonzept benannten circa 130 Maßnahmen und Projekte nach ihrem jeweiligen Status.
Erneut ist auch eine Zusammenfassung der wichtigsten Maßnahmen mit besonderer Bedeutung für den Klimaschutz (European Energy Award®, gesamtstädtische Treibhausgas-Bilanz, Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017, Klimaagentur, EU- Förderprojekte) enthalten.

Darüber hinaus ist auch ein Auszug der aktuellen gesamtstädtischen CO2-Bilanz mit den Daten bis einschließlich 2013 enthalten. Diese zeigt eine Minderung um 21 Prozent bis 2013 gegenüber dem Basisjahr 1990. Diese Bilanz nach acht Jahren Laufzeit des „Integrierten Energie- und Klimakonzeptes“ zeigt, dass die Stadt Essen durch ihre zahlreichen Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel auf einem guten Weg ist, um die nachhaltige und klimagerechte Stadtentwicklung voranzubringen.

2015 und 2016 konnte eine Vielzahl von Projekten umgesetzt, erfolgreich weitergeführt oder begonnen werden, die im Klimaschutzkonzept der Stadt Essen definiert sind. Diese reichen von Neubaumaßnahmen im Rahmen der Umsetzung des Bäderkonzeptes der Sport- und Bäderbetriebe Essen und energetischen Sanierungsmaßnahmen im Stadtgebiet bis zu vorbildlichen Energieeffizienzmaßnahmen unterschiedlicher Trägergesellschaften.

Fazit
Durch die gemeinsame Bearbeitung des „Integrierten Energie- und Klimakonzeptes“ in unterschiedlichen Fachbereichen der Verwaltung, eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen und Beteiligungsunternehmen im Konzern Stadt konnte erneut eine große Anzahl an Maßnahmen und Projekten erfolgreich weitergeführt, umgesetzt oder begonnen werden. Die zahlreichen Beispielprojekte belegen: Klimaschutz kann auch in Zeiten knapper Kassen mit guten Ideen, motivierten Akteuren und durch Nutzen von Synergieeffekten umfassend betrieben werden.

Ausblick
Dass Essen auf dem richtigen Weg ist, zeigt die Auszeichnung mit dem international viel Beachtung erfahrenen Titel „Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017“ sowie die mehrmalige Auszeichnung für vorbildliche Energie- und Klimaschutzpolitik durch die EnergieAgentur NRW.

Die soeben durchgeführte externe, neutrale Überprüfung der Klimaschutzaktivitäten im Rahmen des „European Energy Award“, einem europäischen Zertifizierungs- und Managementverfahren, ergab ein Ergebnis von knapp 70 Prozent und damit eine erneute Auszeichnung als „Europäische Energie- und Klimaschutzkommune“. Dadurch hat die Stadt Essen erneut eine sehr deutliche Steigerung ihres Ergebnisses erzielen können. Die Auszeichnung wird Anfang Dezember 2016 im feierlichen Rahmen den Vertretern der Stadt übergeben. Aufgrund der Aktualität nimmt dieser Themenbereich daher einen größeren Umfang als gewohnt in diesem Bericht ein.

Auch in Zukunft müssen weitere Klimaschutzpakete in gleichem Umfang geschnürt werden, um das ambitionierte Ziel der Decarbonisierung bis 2050 erreichen zu können.

Der Bilanzbericht ist ab sofort im Internet unter: www.essen.de/umwelt oder direkt unter www.klimawerkstadtessen.de/berichte abrufbar oder kann auf Wunsch auch kostenlos zugeschickt werden.

(ü. Pm.)

RVR-Wälder sind vom Eschensterben betroffen / Bei den meisten anderen Baumarten bleibt der Gesundheitszustand stabil

Mit Sorge beobachtet der Regionalverband Ruhr (RVR) das zunehmende Eschensterben. Die Wälder des Verbandes wie auch die anderen Forstgebiete in NRW leiden unter der europaweit grassierenden Pilzerkrankung. Das teilt RVR Ruhr Grün anlässlich des heute vom Land NRW vorgestellten Waldzustandsberichts mit.

In den Wäldern Nordrhein-Westfalens sind 90 Prozent der Eschen krank, es droht ein Aussterben. Die Landesregierung plant daher ein Anzuchtprogramm. Es werden gesunde Eschen gesucht, um resistentes Saatgut zu sichern und dieses dann in Samenplantagen zu züchten. Bei den meisten anderen Hauptbaumarten in den RVR-eigenen Wäldern gibt es keine Änderungen des Gesundheitszustandes im Vergleich zum Vorjahr. Marginal verschlechtert hat sich nach Angaben von RVR Ruhr Grün der Zustand der Buche. NRW-weit hingegen haben sich – laut Waldzustandsbericht – die deutlichen Schäden bei den untersuchten Buchen auf 48 Prozent verdoppelt. Ohne Schädigungen waren lediglich 17 Prozent der Buchen. Der RVR ist der größte kommunale Waldbesitzer in NRW. Vor allem im Norden des Ruhrgebiets gehören ihm weite Gebiete, etwa in der Haard und in der Hohen Mark.

Infos: www.wald-und-holz.nrw.de/wze

Peruanischen Landwirt klagt in Essen gegen RWE

Eine Klage gegen das in Essen ansässige RWE dürfte weltweit Beachtung finden. Das Klagevolumen dürfte sicherlich das wirtschaftlich unter Druck stehende RWE nicht aus der Spur bringen, die vom Prozeß ausgehende Signalwirkung aber grundlegende Bedeutung haben. RWE wird wegen seiner Beteiligung am CO2-Ausstoß und den daraus folgenden Klimaschäden beklagt.
Landgericht Essen (Az. 2 O 285/15):
Lliuya ./. RWE AG: Klage wegen behaupteter Eigentumsbeeinträchtigung durch CO 2 -Ausstoß
Mündliche Verhandlung am 24.11.2016, 12:00 Uhr, Saal N001
In dem Zivilverfahren des peruanischen Landwirts Saúl Lliyua gegen die RWE AG findet vor dem Landgericht Essen am 24. November 2016 ein Termin zur mündlichen Verhandlung statt. Zuständig ist die 2. Zivilkammer. Sie ist mit drei Berufsrichtern besetzt. Den Vorsitz hat Vorsitzender Richter am Landgericht Klaus Werner Krüger.
Der Kläger wird vertreten durch Rechtsanwälte Günther (Hamburg), die Beklagte durch Rechtsanwälte Freshfields Bruckhaus Deringer LLP (Düsseldorf).
Prozessvorbringen des Klägers (auszugsweise):
Dem Kläger gehört ein Haus in der peruanischen Stadt Huarez in den Anden. Er trägt vor, ein See oberhalb der Stadt drohe durch das Schmelzen eines Gletschers überzulaufen und sein Haus zu beschädigen. Ursache des Schmelzens sei der Klimawandel, der durch den CO 2 – Ausstoß der Kraftwerke der Beklagten mitverursacht sei. Mit seiner Klage verlangt der Kläger festzustellen, dass die Beklagte die Kosten für künftige Schutzmaßnahmen tragen muss, und zwar entsprechend ihrem Anteil am weltweiten CO 2 -Ausstoß insgesamt (so genannte
Feststellungsklage).
Hilfsweise soll die Beklagte sicherstellen, dass die Wassermenge in dem See gesenkt wird. Weiter hilfsweise verlangt der Kläger Zahlung von 17.000 Euro an den Gemeindezusammenschluss Waraq, um Schutzmaßnahmen zu finanzieren. Ebenfalls hilfsweise verlangt der Kläger Zahlung von rund 6.300 Euro für Selbsthilfemaßnahmen, die er bereits getroffen habe.
Rechtlich stützt sich der Kläger vorrangig auf den Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch gemäß § 1004 des Bürgerlichen Gesetzbuches.
Prozessvorbringen der Beklagten (auszugsweise):
Die Beklagte sieht die Klage bereits aus prozessrechtlichen Gründen als unzulässig an. Die Klage sei aber auch unbegründet: Für das Begehren des Klägers gebe es keine Rechtsgrundlage. Die angebliche Flutgefahr habe der Kläger nicht ausreichend dargelegt. Außerdem existiere keine lineare Ursachenkette vom CO 2 -Ausstoß bis zur behaupteten Flutgefahr. Der Ausstoß von CO 2 sei auch nicht pflichtwidrig, da die Beklagte über eine Genehmigung nach dem Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz verfüge.
Termin am 24.11.2016:
Die Verhandlung am 24.11.2016 dient der Erörterung von Sach- und Rechtsfragen. Zeugen oder Sachverständige sind nicht geladen.

(stk. u. ü. Pm.)

250 „Events“ – Mit RVR-Marketing starten im Ruhrgebiet Aktivitäten zum Klimaschutz

Anfang April starten die KLIMAWOCHEN RUHR 2016 des Regionalverbandes Ruhr (RVR) erstmals mit einer Tour durch das Ruhrgebiet. Mehr als 150 Unternehmen, Forschungseinrichtungen, öffentliche Institutionen, Initiativen und Vereine im Ruhrgebiet präsentieren ihre Aktivitäten und ihr Engagement rund um den Klimaschutz. Jede Woche wird der Staffelstab an eine andere Teilregion weitergereicht. Das Programm umfasst mehr als 250 Veranstaltungen in zehn Wochen.

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Mit großem Einsatz für das gemeinsame Klimaschutz-Aktivieren des Ruhrgebiets, Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des RVR, rechts im Bild Jens Hapke, Pressesprecher des RVR.

Den Beginn macht vom 2. April die rechtsrheinische Seite des Kreises Wesel mit den Städten Dinslaken, Hamminkeln, Hünxe, Voerde, Wesel. In der darauf folgenden Woche geht es dann in Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten weiter. Bis zum Abschluss der Klimawochen im Kreis Recklinghausen (13. bis 19. Juni 2016) stehen eine Vielzahl von Exkursionen, Mitmach-Aktionen und Vorträgen auf dem Programm.

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Das Unverständliche verständlich machen, der RVR liefert die Erklärung zum Symbol: „Key-Visual….“ soll das Wassermolekül prädikadieren, sozusagen der „Schlüssel“ zur Gummiplastik. 

Zum Beispiel in Dinslaken: Dort können Interessierte Energie per Pedalkraft erzeugen. In Rheinberg öffnen Besitzer von energetisch sanierten Häusern ihre Türen für Besucher, während in Gevelsberg Neugierige die Möglichkeit haben, E-Mobile zu testen. Dazu gibt es jede Menge Führungen: In Gelsenkirchen etwa wird eine Bustour zu Betrieben angeboten, die in Sachen Klimaschutz und Energieeffizienz aktiv sind. Auch die Biogasanlage auf einem Bottroper Bauernhof, der Windpark Bönen, das Internationale Geothermiezentrum in Bochum und viele andere Ziele können besichtigt werden. Und damit dem Klimaschutz der Nachwuchs nicht ausgeht, stehen auch Angebote für Kinder auf dem Programm, z.B. Wissensspiele rund um Wärme für Oberhausener Schüler und Unterrichtseinheiten zum Thema „Klimaschutz zu Hause und in der Schule“ in Herten.

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Mit viel Luft weite Sprünge wagen, ein wohl willkommenes „tool“ für jeden bürogeplagten Rücken, lässt sich auch herrlich in frischer Luft und grünen Parkanlagen des Ruhrgebietes einsetzen. 

Die KLIMAWOCHEN RUHR 2016 sollen die Vielfalt und Breite des Engagements im Ruhrgebiet demonstrieren. Sie lenken den Blick auf lokale und regionale Strategien, Projekte und Lösungsvorschläge. Es geht um neue Technologien, ressourcenschonende Produktionsweisen, aber auch um Lebensstile, gesellschaftliche Werte und kulturelle Impulse. Es handelt sich um ein Leitprojekt des Regionalverbandes Ruhr (RVR). Es befasst sich als regionaler Kooperationspartner der Landesinitiative KlimaExpo.NRW mit Klimaschutz und Klimaanpassung. Die Initiative soll die Mitmachkultur fördern, neue Impulse für Projekte setzen, besonders herausragende Vorhaben auszeichnen und als „regionales Schaufenster“ fungieren.

Das Programmheft zu den Veranstaltungen kann hier eingesehen werden…(anklicken!)

(stk. u. ü. Pm.)

Zeder mit einem Gewicht von 9,6 Tonnen für den Grugapark

Eine große Lücke im Baumbestand, die Orkan Ela im vergangenen Jahr gerissen hatte, konnte im Grugapark aktuell durch die Pflanzung einer zehn Meter hohen Zeder mit einem Gewicht von 9,6 Tonnen geschlossen werden.

Mit Hilfe der zuvor eingegangenen Spenden der Bürger sowie der Spende über 490.000 Euro der Sparkassen-Stiftung sind nun die Reparaturen aller Schäden an Zäunen und Gebäuden sowie der Neukauf seltener Bäume inklusive Transport und Pflanzung gedeckt. Oberbürgermeister Kufen dankte der Sparkassen-Stiftung für die großzügige Unterstützung und lobte die Hilfe, die Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen dem einzigartigen Park im Herzen der Stadt zukommen ließen: „Um die Herausforderungen durch den Sturm Ela finanziell zu bewältigen, war der Grugapark auf Unterstützung angewiesen. Nach dem Sturm hat es eine beispiellose Welle der Anteilnahme und Unterstützung vieler Privatpersonen und Unternehmen gegeben. Spenden sind direkt beim Grugapark, bei der Grugapark-Stiftung und beim Freundeskreis eingegangen.“ Trotzdem bleibt noch viel zu tun und der Park wird unverändert auf die Unterstützung vieler Helfer und Spender angewiesen sein. Die Wiederbepflanzung des Parks hat im Frühjahr 2015 begonnen und wird frühestens 2016 abgeschlossen sein.

Zum Hintergrund: Pfingsten 2014 wird nicht nur den Besucherinnen und Besuchern, Freundinnen und Freunden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Grugaparks lange in Erinnerung bleiben. Der Orkan Ela richtete in Essen und in der Region kaum zu beziffernde Schäden an und hinterließ in weiten Teilen der Stadt ein Bild der Verwüstung. 350 Bäume verlor allein der Grugapark, was die Verantwortlichen vor besondere Herausforderungen stellte. Der Park ist ein Botanischer Garten, der seinen Besucherinnen und Besuchern eine große Vielfalt seltener und besonderer Pflanzenarten aus aller Welt präsentiert. Er ist ein Ausbildungsstandort, der von Kindergartenkindern, Schülern, Lehrlingen und Studierenden bis hin zu Meisterschülern und Erwachsenen für Bildung genutzt wird. Auch hieraus ergibt sich die Verpflichtung, eine besondere Pflanzenauswahl zu präsentieren.

Titelfoto: v.l.n.r.: Oberbürgermeister Thomas Kufen, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung, Hans-Peter Huch, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt- und Verbraucherschutz, Grün und Gruga, Simone Raskob, Geschäftsbereichsvorstand Umwelt und Bauen und Hans Martz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Essen. Foto: Peter Prengel

(ü. Pm. Stadt E.)

 

Rekord-Niederschläge bescheren Emscher und Lippe hohe Pegelstände

Der regenreiche November hat an Emscher und Lippe – wie auch schon an der Ruhr – zu Rekordwerten geführt.

Die Emschergenossenschaft meldet fast doppelt so viel Niederschlag wie üblich zwischen Holzwickede und Dinslaken. Hier hat es so viel geregnet wie seit 1945 nicht mehr. Auch im Lippegebiet zwischen Hamm und Wesel fiel der November in diesem Jahr reichlich nass aus: Mit 113 Litern pro Quadratmeter wurde hier insgesamt 77 Prozent mehr Regen als im November üblich registriert. Dennoch ist die Hochwasserlage an der Emscher nach einem Zwischenhoch zu Beginn der Woche entspannt. Im Bereich der Emscher waren die Pegel am Montag kurzzeitig stark angestiegen, sind aber auch genauso schnell wieder gesunken. Im Bereich der Lippe steigen die Pegel aktuell noch. Derzeit sind die Mitarbeiter des Verbandes in Bereitschaft für den Hochwasserfall. Infos und Pegelstände unter www.eglv.de

(ü. Pm. idr)

Interfraktioneller Dringlichkeitsantrag im Rat: Absage an der Übernahme des Braunkohle-Geschäftes durch die Steag

Auf Initiative der Ratsfraktion der Grünen befasst sich der morgige Rat der Stadt Essen mit einem interfraktionellen Dringlichkeitsantrag, in dem eine finanzielle Beteiligung der STEAG an den ostdeutschen Braunkohle-Aktivitäten des Energieversorgers Vattenfall abgelehnt wird.

Dazu erklärt Hiltrud Schmutzler-Jäger, Fraktionsvorsitzende der grünen Ratsfraktion: „Wir sind froh über die einmütige Ablehnung aller Ratsfraktionen bezüglich einer möglichen Beteiligung der Steag am ostdeutschen Braunkohle-Geschäft. Ein solches Geschäft wäre ökologisch widersinnig und ökonomisch riskant. Es kann nicht sein, dass den kommunalen Eigentümern der Steag das Risiko des Braunkohle-Geschäfts in der Lausitz aufgebürdet werden soll. Außerdem war der ökologische Umbau des Konzerns immer das erklärte Ziel beim Erwerb der Steag durch verschiedene Stadtwerke.“

hier der Antrag der Grünen: 151125 interfr Dringlichkeitsantrag Rat kein Braunkohlegeschaeft STEAG

(ü. Pm. Grüne)