Theater und Philharmonie Essen mit mehr Zuschauern

(idr). Eine positive Bilanz zieht die Theater und Philharmonie Essen GmbH für die abgelaufene Spielzeit. Im Aalto-Theater, in der Philharmonie Essen und im Grillo-Theater wurden rund 328.000 Zuschauer gezählt, knapp 6.000 mehr als in der Saison 2015/16. Die Platzauslastung lag bei 75,1 Prozent.

Die höchste Auslastung konnte mit fast unveränderten 79,6 Prozent das Schauspiel Essen mit Intendant Christian Tombeil vorweisen. Knapp 59.000 Zuschauern besuchten die Theatervorstellungen. Das Ballett unter Leitung von Ben Van Cauwenbergh lockte im Vergleich zur Vor-Saison rund 2.000 Besucher mehr ins Aalto-Theater und erzielte so eine Auslastung von knapp 79 Prozent. Eine deutliche Steigerung zeigen die Zahlen für die Philharmonie Essen: Es kamen knapp 10.000 Besucher mehr ins Konzerthaus, was einer Steigerung der Auslastung um zwei Punkte auf 75,7 Prozent beschert hat. Infos: www.theater-essen.de

Zombies kehren für fünf Vorstellungen zurück in die Casa

Christian Lollikes „Die lebenden Toten oder: Monsters of Reality“ ab dem 20. Oktober wieder am Schauspiel Essen

Horror-Geschichten, in denen Zombies ihr Unwesen treiben, sind nicht jedermanns Sache. Doch spätestens seit die amerikanische Fernsehserie „The Walking Dead“ höchst erfolgreich ein Millionenpublikum begeistert, ist klar, dass das Spiel mit Untoten eher symbolisch zu verstehen ist. Einen solchen Zugang hat auch Christian Lollike in seinem Theaterstück „Die lebenden Toten oder: Monsters of Reality“ gewählt: Sein Thema ist die Flüchtlingskrise, und bei ihm stehen die Zombies für abertausende Geflüchtete, die der Hunger nach Wohlstand, Demokratie, Freiheit und Sicherheit an die Küsten Europas treibt.

Silvia Weiskopf, Axel Holst, Alexey Ekimov in der Inszenierung „Die lebenden Toten oder: Monsters of Reality“ von Christian Lollike; Regie: Jörg Buttgereit

Regisseur Jörg Buttgereit, der Anfang der 80er Jahre Low-Budget-Filme wie „Nekromantik“ (1987) und „Der Todesking“ (1989) produziert hat, inszenierte „Die lebenden Toten oder: Monsters of Reality“ in der vergangenen Spielzeit in der Casa des Schauspiel Essen. Mit der Wiederaufnahme am Freitag, dem 20. Oktober, 19 Uhr, ist dann dort wieder dieser ungewöhnliche Theaterabend zu erleben, über den der WDR-Kritiker Stefan Keim sagt: „Bei aller Freude am Genre ist Jörg Buttgereit eine politisch genau durchdachte, hellsichtige Aufführung gelungen. Den drei Schauspielern Alexey Ekimov, Axel Holst und Silvia Weiskopf gelingen grandiose Gratwanderungen zwischen Leben und Tod. Diese lebenden Toten haben den lebenden Lebenden viel zu erzählen.“

Silvia Weiskopf, Axel Holst, Alexey Ekimov in der Inszenierung „Die lebenden Toten oder: Monsters of Reality“ von Christian Lollike; Regie: Jörg Buttgereit

Eintritt: € 17,00.

Weitere Vorstellungen: 26. Oktober („Volle Hütte“, Einheitspreis € 11,00), 3. November („Volle Hütte“, Einheitspreis € 11,00), 17. November, 27. Dezember (zum letzten Mal, „Volle Hütte“, Einheitspreis € 11,00); jeweils 19:00 Uhr, Casa.

Kartenvorverkauf: Tel.: 0201/81 22-200, oder online unter www.schauspiel-essen.de

 

Dies und das aus dem Ruhrgebiet

(idr). In Zeiten von Smartphones und Spielekonsolen sind sie fast ausgestorben: die Flipperautomaten. Bei der Ausstellung „Ausgeflippt“ im Museum Strom und Leben in Recklinghausen erleben sie nun ein kleines Comeback. Hier erwarten die Besucher mehr als 30 klassische und moderne Flipper. Anfassen und bespielen ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht! Die Ausstellung beginnt am Freitag, den 20. Oktober um 17 Uhr. Sie läuft bis zum 22. Oktober. Infos: www.umspannwerk-recklinghausen.de

Der Schweizer Künstler Balthasar Burkhard erhält seine erste große museale Würdigung in Deutschland. Das Museum Folkwang in Essen stellt über 150 Werke und Werkgruppen des Fotografen aus, die seinen Werdegang vom Reportagefotograf bis hin zum Künstler dokumentieren. Die Ausstellung eröffnet am 20. Oktober und dauert bis zum 14. Januar 2018. Infos: www.museum-folkwang.de

Gut zuhören heißt es beim Concert in the Dark im Unnaer Säulenkeller im Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna. Denn bei diesem Konzert stehen die akustischen Reize im Vordergrund. Der Posaunist Shawn Grocott und sein Ensemble haben für diesen Abend in Zusammenarbeit mit dem Lichtkunst-Zentrum ein stilistisch vielseitiges Programm entwickelt. Die Besucher betrachten zuerst ausgewählte Lichtkunstwerke. Anschließend erhalten sie Verdunkelungsbrillen und werden zu ihren Plätzen gebracht, wo sie sich ganz auf die Klänge konzentrieren. Die Veranstaltung findet am 20. Oktober ab 19 Uhr statt. Infos: www.lichtkunst-unna.de

Seit über 40 Jahren zählt Konstantin Wecker zu den bedeutendsten deutschen Liedermachern. Anlässlich seines 70. Geburtstages ist er nun auf „Poesie und Widerstand“-Tour in ganz Deutschland unterwegs. Im Vordergrund dieser Jubiläumstour mit Kabarett und Chansons soll sein gesellschaftliches Engagement stehen, aber natürlich kommen auch seine Liebeslieder nicht zu kurz. Am 18. Oktober, 20 Uhr, macht er Halt in Dortmund. Restkarten sind noch erhältlich. Infos: www.konzerthaus-dortmund.de

Im Schlosstheater Moers feiert das Projekt „Sand und Asphalt. Geschichten auf der Flucht“ am 20. Oktober um 19.30 Uhr Premiere. Für dieses Stück hat sich Regisseurin Barbara Wachendorff auf die Reise an den Niederrhein begeben und die Geschichten und Erlebnisse von Frauen unterschiedlichster Herkunft aufgearbeitet. Einige dieser Frauen – unter anderem aus Syrien, Ghana, aber auch aus Deutschland – werden an diesem Abend auf der Bühne stehen. Infos: www.schlosstheater-moers.de

Das WDR Funkhausorchester und die Grammynominierte Sängerin Kate McGarry laden am 21. Oktober zu einer Zeitreise auf Zeche Zollverein in Essen. Beim Programm „Woodstock Symphony“, arrangiert von dem Essener Folkwang-Professor Peter Herborn, interpretiert das Ensemble die Songs der 1970er auf eine moderne Art und Weise, von John Denver bis hin zu Bob Dylan. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Infos: www.zollverein-konzerte.de

Nach einem Film von Aki Kaurismäki feiert „Der Mann ohne Vergangenheit“ am 21. Oktober Premiere im Schauspielhaus Bochum. Unter der Leitung von Christian Brey erzählt das Stück die Geschichte eines Mannes, der in seiner ersten Nacht im finnischen Helsinki von Hooligans angegriffen und dabei fast umgebracht wird. Da er sich danach nicht einmal mehr an seinen Namen erinnert, verläuft sein weiterer Weg beschwerlich. Erst ein Banküberfall scheint sein Leben zu verändern. Das Stück beginnt um 19.30 Uhr. Infos: www.schauspielhausbochum.de

Im Dortmunder Opernhaus geht es ab dem 21. Oktober, 19.30 Uhr, zurück in das Amerika der 60er Jahre: bei der Premiere des Welterfolges „Hairspray“. In dem farbenfrohen Musical geht es um das korpulente Teenagermädchen Tracy, das von einer großen Tänzerkarriere träumt. Mit viel Witz, Charme, aber auch Tragik und natürlich Musik zeigt das Stück dabei auch ein Amerika, in dem Rassendiskriminierung und Ausgrenzung zum Alltag gehörten. Tracys Mutter Edna wird dabei traditionell von einem Mann gespielt. In der Verfilmung übernahm John Travolta diese Rolle, hier ist es Ensemblemitglied Ks. Hannes Brock, der als „Edna“ auch seine Abschiedsspielzeit feiert.
Infos: www.theaterdo.de


	

Kindertheater im Grugapark am letzten Ferienwochenende

Am letzten Wochenende der Sommerferien lockt das Kindertheater im Grugapark noch einmal kleine und große Theaterfans mit zwei Geschichten rund ums Reisen in den Theater- und Spielpavillon:

Das „Trotz-Alledem-Theater“ spielt am Samstag, 26. August, um 15 Uhr die Geschichte der beiden Freunde Tiger und Bär in „Oh wie schön ist Panama“. Beide leben glücklich und zufrieden in einem gemütlichen Haus am Fluss, bis der kleine Bär beim Angeln eine Kiste mit der Aufschrift „Pa-na-ma“ findet. Vom Fernweh gepackt machen sich die Freunde gemeinsam mit der Tiger-Ente auf eine abenteuerliche Reise nach Panama.

Am Sonntag, 27. August, um 15 Uhr gastiert das „Seifenblasentheater“ mit „Olifant fährt Eisenbahn“ im Grugapark: Olifant möchte gerne seine Oma besuchen, doch leider ist der Zug bereits abgefahren. Mit Hilfe des freundlichen Stationsvorstehers Christian wird eine Kiste zur Lokomotive, und eine Reise mit vielen Überraschungen startet.

Kindertheater im Grugapark am Wochenende mit Dornröschen und dem Froschkönig

Das wunderbare Märchen der Brüder Grimm steht am Samstag, 5. August, auf dem Programm im Theater- und Spielpavillon. In den Mittelpunkt des Stückes stellt das „Mimikry Figurentheater“ allerdings nicht Dornröschen, sondern ein traumhaftes Hochzeitskleid, an das die Schneiderin Frau Zwirn letzte Hand anlegt. Während sie näht und bügelt spielt sie die wundersame Geschichte vom jungen Dornröschen und das Kleid wird zum Schloss.

Ein weiteres witziges Märchen frei nach den Brüdern Grimm spielt das Mimikry Figurentheater am Sonntag, 6. August. Es ist die Geschichte vom Froschkönig, bei der sich alles in einem und um einen geheimnisvollen Brunnen abspielt.

Am Samstag, 5., und Sonntag, 6. August, jeweils um 15 Uhr im Theater- und Spielpavillon an der Ballspielwiese. Der Eintritt ist – bis auf den Parkeintritt – frei.

Studio-Bühne Essen: Drama, Wahnsinn, Kinderlachen – Theater Hautnah Spielzeit 2016/2017


Newsletter vom 07.03.2017

Liebes Publikum,

unser ‚Polterkrays Improtheater‘ kann es kaum noch erwarten: Am Samstag um 20 Uhr hebt die fröhliche Crew samt Publikum unter dem Motto „Up, Up and Away“ spontan und auf Zuruf der Gäste in die frische Frühlingsluft des Stegreiftheaters ab. Einige wenige „Bordkarten“ für dieses Vergnügen sind derzeit noch erhältlich. Und wer noch nicht „Die Kartoffelsuppe“, das überaus nahrhafte und unterhaltsame Theatererlebnis für Alle ab 6 von Marcel Cremer und Helga Schaus gesehen hat, der sollte sich sputen: Am Sonntag um 15 Uhr rührt Kerstin Plewa-Brodam als Köchin ‚Charlotte‘ zum letzten Mal die schmackhafte Suppe live auf der Bühne an. Und ganz nebenbei erzählt sie etwas über gute Ernährung und eine spannende Geschichte über Hunger und auch den Krieg. Karten für große und kleine Leckermäuler gibt es noch im Vorverkauf.

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch bei uns!
Und hier unsere Vorstellungen für Sie im Überblick:

Die Polterkrays: Up, Up and Away

Die Polterkrays heben ab in den Frühling – spontan, improvisiert und ohne Grenzen!
Samstag, 11.03.2017, 20 Uhr – Nur noch wenige Restkarten!

Fünf Sekunden bleiben den Polterkrays, um Geschichten aus dem Nichts zu erfinden! Das Publikum liefert auf Zuruf die Ideen und die Polterkrays lassen damit augenblicklich die irrwitzigsten Szenen entstehen. In jeder Show ist alles möglich, denn das Publikum hält als Ideengeber die Polterkrays immer wieder neu auf Trab! Weiter zur Webseite »

Die Kartoffelsuppe

Ein nahrhaftes Theatererlebnis für Alle ab 6
von Marcel Cremer und Helga Schaus
Sonntag, 12.03.2017, 15 Uhr – Zum letzten Mal!

Man nehme: Eine dicke Zwiebel, eine Stange Lauch, einige Möhren, Sellerie und natürlich Kartoffeln, eine Schauspielerin und einen großen Topf, rühre kräftig um, lasse alles gut aufkochen und schmecke fein mit einer spannenden Geschichte ab! Weiter zur Webseite »

KartenAnfragen

Kartenanfragen sind jederzeit möglich auf www.studio-buehne-essen.de/karten sowie telefonisch unter 0201 / 55 46 01 (Mo – Fr von 14 – 17 Uhr) oder 0201 / 55 15 05 (Anrufbeantworter) und per E-Mail an info@studio-buehne-essen.de.



(ü. Pm.)

CDU-Fraktion: Land muss Kultur- und Theaterförderung deutlich anheben

Die CDU-Fraktion unterstützt die Forderungen des Städtetages Nordrhein-Westfalens als auch der Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die finanzielle Förderung des Landes NRW für die Kultur- und Theaterförderung anzuheben.

 Hierzu erklärt Barbara Rörig, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion: „Das Land Nordrhein-Westfalen fördert Stadttheater wie in Essen in einem finanziell zu geringen Umfange. Während andere Bundesländer für die Stadttheater 25 bis 58 Prozent an Förderung übernehmen, beträgt der Betriebskostenzuschuss des Landes Nordrhein-Westfalens gerade einmal fünf Prozent. Die kulturelle Bedeutung von Stadttheatern, wie zum Beispiel des Essener Aalto-Theaters oder des Grillo-Theaters, reicht weit über unsere Stadtgrenzen hinaus. Dies sollte zukünftig stärker berücksichtigt werden. Denkbar sind hier Finanzierungsmodelle, die bereits in anderen Aufgabenfeldern von Land und Kommunen gemeinsam vereinbart und praktiziert werden. Beispielsweise wäre wie bei der Finanzierung von Offenen Ganztagsschulen oder beim Kinderbildungsgesetz eine jährliche Dynamisierung in Höhe eines festzulegenden Prozentsatzes denkbar. Eine ähnliche Unterfinanzierung haben wir bei der Kulturförderung zu verzeichnen. Der Bund fördert in Nordrhein-Westfalen Institutionen und Projekte von nationaler Bedeutung. Zuständig für Kultur ist aber in erster Linie das Land, welches in der Verantwortung steht, die Kommunen in einem auskömmlichen Maße zu unterstützen.“

(ü. Pm.)

Erfolgreiche Premiere des TaB-Theaters: „Zwei wie Bonny & Clyde“ brilliert auf der Billebrinkhöhe

Circa 100 Zuschauer waren am Freitag, den 18. November bei der Theaterpremiere im evangelischen Gemeindezentrum Forum Billebrinkhöhe.  Das TaB-Theater präsentierte „Zwei wie Bonny & Clyde … denn sie wissen nicht, wo sie sind!“

Die rasante Komödie um ein Ganoven-Pärchen, das mit einem Banküberfall das ganz große Geld machen will, nahm schnell Fahrt auf. Andrea Berndsen gab als Bonny die junge Naive und gab der Figur  Authentizität und Lebendigkeit. An ihrer Seite präsentierte Volker Brenne den machohaften Macher Manni alias Clyde, der sich für einen gewieften Kriminellen hält und scheinbar nur von seiner Partnerin Bonny ausgebremst wird. Bis zum überraschen­den Ende steuerten die beiden Titelfiguren von einer Katastrophe in die nächste. Beide Schauspieler beherrschten das schnelle Spiel und die aberwitzigen Wortgefechte und konnten so das Publikum mitreißen.

Weitere Aufführungs­termine sind für den 25. und 26. November, jeweils um 20.00 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum Forum Billebrinkhöhe, Billebrinkhöhe 72 in Essen geplant. Am 11. Februar 2017, 20.00 Uhr gastiert das TaB-Theater mit „Zwei wie Bonny & Clyde“ im Katakomben-Theater im Girardet Haus, Girardet Straße 2-38 in Essen. Die Eintrittskarten kosten 10 Euro (15 Euro im Katakomben Theater) pro Person und sind entweder an der Abendkasse, über www.tab-theater.net oder unter 02 01/45 31 44 30 zu erhalten.

(ü. Pm.)

Oberhausen: Neue Aufführung von „Der nackte Wahnsinn“ von Michael Frayn

Am Freitag, den 22. April 2016, zeigt das Theater Oberhausen um 19.30 Uhr wieder eine Aufführung von Der nackte Wahnsinn von Michael Frayn in der Regie von Sarantos Zervoulakos:

„Von hinten war es komischer als von vorne“, stellt Michael Frayn eines Tages fest, als er von der Seitenbühne aus die Aufführung eines seiner Stücke sieht. Inspiriert von diesem Erlebnis kommt ihm eine geniale Idee. Wie wäre es, ein Theaterstück über die faszinierende Welt der Hinterbühne zu schreiben? Warum dem Zuschauer nicht einmal zeigen, was er sonst nie zu sehen bekommt? Das Resultat ist Der nackte Wahnsinn, eine schrille, turbulente Farce über die Welt des Theaters und den verzweifelt komischen Versuch des Menschen, den schönen Schein um jeden Preis aufrecht zu erhalten.

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Frayns Konstruktionsprinzip ist einfach und genial: Im ersten Akt von Der nackte Wahnsinn wird die Generalprobe des Stückes Nackte Tatsachen gezeigt, einer dubiosen Komödie, in der ein Teller Sardinen, ein Scheich, eine hocherotische Steuerfahnderin und ein Badezimmerläufer von zentraler aber nicht wirklich logisch entschlüsselbarer Bedeutung sind. Die Generalprobe muss immer wieder unterbrochen werden, denn nichts klappt: Auftritts-Türen klemmen, Requisiten liegen am falschen Platz, Schauspieler haben Textaussetzer oder stellen die Sinnfrage, was den Regisseur an den Rand des Wahnsinns treibt. Verständlich, denn er hat nicht nur die Regieassistentin, sondern auch eine der Schauspielerinnen geschwängert. Obwohl sich alle ständig mit Schätzchen anreden, ist das Probenklima unter den Schauspielern äußerst angespannt. Jeder hat sein Psychowehwehchen und alle wollen nur eins: groß rauskommen.

 

Im zweiten Akt, der einige Wochen später spielt, wechselt Frayn die Zuschauerperspektive. Jetzt sehen wir eine Vorstellung von Nackte Tatsachen von der Hinterbühne aus. Der Psychokrieg im Ensemble ist inzwischen eskaliert: Handgreiflichkeiten und gezielte Sabotageaktionen unter den Schauspielern verstärken die Text-Hänger und technischen Pannen. Doch alle machen verzweifelt weiter, schließlich gilt: „The show must go on!“ Und so wird improvisiert, was das Zeug hält, um die Pannen irgendwie zu vertuschen.

 

Im dritten Akt schließlich zeigt Frayn die Vorstellung wieder von vorne. Es ist die Derniére von Nackte Tatsachen in irgendeinem Provinzkaff Wochen später. Zwar geht immer noch alles schief, aber von den stark lädierten Schauspielern hat keiner mehr die Kraft zum entscheidenden Rettungsschlag. Jeder sehnt sich nur noch danach, dass endlich, endlich das Ende dieses Debakels kommt, doch selbst der Schlussapplaus geht schief: Der Vorhang klemmt.

 

Michael Frayns Der nackte Wahnsinn wurde 1983 uraufgeführt und anschließend zum viel gespielten Welterfolg. In Oberhausen wurde Der nackte Wahnsinn von Regisseur Sarantos Zervoulakos inszeniert, der sich mit Bezahlt wird nicht! bereits als Komödienspezialist etabliert hat.

Aufführung von „Der nackte Wahnsinn“ von Michael Frayn am Freitag, den 22. April 2016, um 19.30 Uhr im Großen Haus

Fotos der Aufführung: Birgit Hupfeld

 

„Grimmige“ Lust auf Märchen oder Können Prinzen küssen???

Wie spannend die Märchen der Brüder Grimm für Erwachsene und Jugendliche sind, zeigt die Theater-Company München am Freitag, 22. April, um 20 Uhr, in der Zentralbibliothek. Der Eintritt beträgt 5 Euro.

Der Schauspieler Hubert Reichmann von der Theater-Company München erzählt, spielt und entdeckt gemeinsam mit seinem Publikum die Märchen der Brüder Grimm.

Der Abend wird zu einer turbulenten Entdeckungstour durch die Märchen – ohne mystische Verzauberung, Psychologisierung oder Parodie. Dabei werden immer die Geschichten und ihre Erzähler beim Wort genommen, mit der Lust am Hinterfragen und Entdecken, dem eigenen Erleben und den Erfahrungen der Anderen. Und dies immer im Zusammenspiel-Dialog mit dem Publikum.

Das Ziel der Brüder Grimm, mit ihren Märchenerzählungen Erwachsene zu unterhalten, zu amüsieren und zu gruseln erreicht Hubert Reichmann mit seinem neuen Abend-Programm – auf dass alles zu einem „guten Ende“ führe …

(ü. Pm.)

Partnerschulen aus Australien, Südafrika und Polen zu Gast – Folkwang Shakespeare-Festival 2016 vom 6. bis 16. April

Im 400. Todesjahr von William Shakespeare veranstaltet die Folkwang Universität der Künste das internationale Shakespeare-Festival erstmals mit Gästen aus drei Kontinenten. 49 Schauspielstudierende aus Australien, Südafrika, Polen und Deutschland setzen sich vom 6. bis 16. April mit Shakespeare auseinander.

Gezeigt werden dabei vier jeweils national erarbeitete Produktionen von „Viel Lärm um nichts“ sowie eine gemeinsame und vor Ort entwickelte internationale Version dieses Stückes. „Shakespeare spielt auf der ganzen Welt eine zentrale Rolle, seine Stücke sind Pflichtliteratur für alle Schauspielstudierenden. Nicht zuletzt, weil es darin immer um das Theater als solches geht und junge DarstellerInnen die Chance bekommen, im Spielen viel über den eigenen Beruf zu erfahren. Egal ob sie aus Melbourne kommen oder aus Essen.“ So Hanns-Dietrich Schmidt, Leiter des Festivals und Folkwang Prorektor für Internationales und Veranstaltungen. Aktuell bereiten die beteiligten Partnerschulen der University of Melbourne, Australien, der Durban University of Technology, Südafrika, der Staatlichen Theaterakademie PWST Kraków und Studierende der Folkwang Universität der Künste ihre nationalen Produktionen von „Viel Lärm um nichts“ in der eigenen Heimat vor. Dabei sind sie frei in der Herangehensweise und Umsetzung. Dies führt zu einem spannenden Austausch im Rahmen des Festivals an Folkwang, wenn alle Beteiligten zum ersten Mal die Inszenierungen der PartnerInnen sehen. Das internationale Folkwang Shakespeare-Festival steht in dieser Tradition des interkulturellen Austauschs über Landesgrenzen hinweg. Diversität und Reflexion der unterschiedlichen künstlerischen und kulturellen Positionen führen zu einem spannenden Diskurs, der in der gemeinsamen internationalen Produktion aller Schulen mündet. 49 DarstellerInnen zeigen zum Abschluss des Festivals 2016 am 15. und 16. April: Shakespeare lebt auf der ganzen Welt, vielleicht aktueller denn je. Prof. Hanns-Dietrich Schmidt: „Das Wichtigste bei diesem Festival – für die TeilnehmerInnen wie auch das Publikum – ist die Begegnung mit dem Anderen und der Vielfalt. Die künstlerische Auseinandersetzung mit Theater in verschiedenen Regionen dieser Welt. Wir sind alle sehr gespannt, wie die jungen DarstellerInnen der verschiedenen Kulturen sich diesem abgründig verwirrenden Spiel um Sprache und Kommunikation, Rollenverhalten und Voyeurismus nähern.“ Alle Vorstellungen finden statt in der Neuen Aula am Campus Essen-Werden. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Bereits um 18.45 Uhr wird zu allen Terminen eine Einführung in deutscher Sprache im Kammermusiksaal angeboten. Karten zum Preis von 5 Euro (ermäßigt 3 Euro) gibt es über die Folkwang Kartenhotline 0201_4903-231 sowie per Mail unter karten@folkwang-uni.de und an der Abendkasse. Nähere Infos zum Internationalen Shakespeare Festival 2016, z. B. Interviews mit Mitwirkenden der verschiedenen Schulen, unter www.folkwang-uni.de/shakespeare-festival. Alle Vorstellungen: MI_06.04., DO_07.04 und FR_08.04, jeweils 19.30 Uhr _Folkwang Universität der Künste, Deutschland _Regie: Simina German _in deutscher Sprache SA_09.04., 19.30 Uhr _Staatliche Theaterakademie PWST Kraków/Krakau, Polen _Regie: Brian Michaels _in polnischer Sprache SO_10.04., 19.30 Uhr _Durban University of Technology, Südafrika _Regie: Deborah Arlene Lütge _in englischer Sprache MO_11.04., 19.30 Uhr _University of Melbourne, Australien _Regie: Tony Smith _in englischer Sprache FR_15.04. und SA 16.04., 19.30 Uhr _Internationale Produktion _Regie: Simina German, Deborah Arlene Lütge, Brian Michaels & Tony Smith _mehrsprachige Aufführung Einführungen jeweils um 18.45 Uhr im Kammermusiksaal.

(ü. Pm.)

Familienmusical: „Die Märchenwelt zur Kur bestellt“

Zum letzten Mal in dieser Spielzeit verwandelt sich die Bühne des Aalto-Theaters in eine völlig verrückte Märchenwelt: Am Freitag, 8. Januar 2016, um 18 Uhr steht das temporeiche Familienmusical „Die Märchenwelt zur Kur bestellt“ auf dem Programm. Kinder ab 6 Jahren, Jugendliche und Erwachsene dürfen sich noch einmal auf ein großes Bühnenspektakel freuen, in dem nicht nur das an einer Apfelallergie leidende Schneewittchen reif für die Kur ist. Die Froschprinzessin will ihren Frosch nicht mehr an die Wand klatschen, Aschenputtel läuft am liebsten barfuß. Und auch die „Märchenmänner“ sind nicht mehr das, was sie mal waren: Rumpelstilzchen verzichtet freiwillig auf das Kind der Königin, das tapfere Schneiderlein ist überhaupt nicht furchteinflößend und der Kaiser ohne Kleider prägt den neusten Modetrend. Doch dafür gibt es ja das „Kurhotel Grimm“ – hier werden alle Märchenversager wieder einsatzfähig gemacht. Das spielfreudige Gesangsensemble mit Henrik Wager, Tim Hüning, Frank Winkels, Jana Stelley, Christina Clark und Marie-Helen Joël lassen die verdrehte Märchenwelt lebendig werden. Unter der Leitung von Heribert Feckler sorgt das United Rock Orchestra für die stimmungsvolle musikalische Begleitung.

Karten und Infos unter T 02 01 81 22-200 und www.theater-essen.de.

Preise: €10,00 bis 14,30 (ermäßigt € 5,00 bis 7,50)

Szenenfoto: Saad Hamza.

(ü. Pm.)