„Recylefähiger Beton“ im Essener Wald soll Blicke schärfen

350.000 Euro, die zu 80 Prozent vom Land finanziert werden, sollen im Rahmen des Grüne Hauptstadtprojektes den Essenern und ihren Gästen helfen, den Blick auf ihre Stadt zu „verschönern“.  Die Korte Klippe ist die erste von insgesamt 31 Essener Aussichten, die heute vorgestellt wurde. Wir sprachen mit Simone Raskob, der Essener Umweltdezernentin über das Projekt und die weniger schöne Aussicht auf das Dieselproblem auf dem Baldeneysee.

Unsere heutige Presseanfrage zu dem Dieselproblem an den Ruhrverband beantwortete dessen Pressesprecherin Britta Balt wie folgt:
„Die zwischen der Stadt Essen, der IG Baldeney und dem Ruhrverband abgestimmte Mähsaison zur Bekämpfung der Wasserpflanzen auf dem Baldeneysee hat in diesem Jahr am 26. Juni begonnen.

Die für den 30. Juni zugesagte Anlieferung eines zweiten Mähboots hat aus Gründen, auf die der Ruhrverband keinen Einfluss hatte, leider nicht stattgefunden.

Am 17. Juli hat für das Mähboot auf dem Baldeneysee der Doppelschichtbetrieb begonnen. Dazu war ein Austausch zwischen dem bis dahin auf dem Baldeneysee eingesetzten Mähboot „Manati“ des Ruhrverbands und dem bis dahin auf dem Kemnader See eingesetzten Mähboot des  niederländischen Verleihers van der Flier notwendig.

In der diesjährigen Mähsaison zur Bekämpfung der Wasserpflanzen auf dem Baldeneysee, in der wie beschrieben zunächst das ruhrverbandseigene Mähboot und anschließend ein angemietetes Boot zum Einsatz gekommen ist, wurden bisher rund 2.400 Liter Dieseltreibstoff verbraucht. Wie lange die Mähsaison andauern wird, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht absehbar.

Auf Ihre Frage, ob die Mähboote Dieselpartikelfilter haben, konnte ich heute leider keine Antwort erhalten. Es handelt sich sowohl bei dem ruhrverbandseigenen als auch bei dem angemieteten Boot um Produkte des niederländischen Herstellers Conver, deren Schadstoffklasse laut Produktspezifikation den nationalen Anforderungen entspricht. “

Eine auf Voranfrage beruhende Berechnung könnte für die diesjährige Saison eine Gesamtdieselmenge von fast 50000 Litern ergeben (wir berichteten). Nach unseren Informationen sollen die Motoren der Mähschiffe nicht mit besonderen Filtern ausgerüstet sein. Sogenannte „nationale Anforderungen“ sind eine weiche Umschreibung für nicht existente Mindeststandards. Ältere LKWs entsprechen derzeitig auch noch dieser Umschreibung und rollen durch Innenstädte. Gegen die Stadt Essen wird derzeitig noch geklagt, um Einschränkungen rechtlich umzusetzen. Das Umfeld des Baldeneysees wird von Erholungssuchenden z. T. sportlich genutzt und ist von Hügeln umschlossen.

 

„Landmarkenhinweise“ auf die Aussicht  bieten diese Betonstifte nicht, neben dem hoch angebrachten Markenzeichen sind aber eine Karte und ein elektronisch zu erfassender Netzhinweis vorhanden, der aber eine entsprechende App im Mobiltelefon voraussetzt.

Der bereits jahrzehntelang benutzte natürliche Waldweg wurde mit einer Steinschrotung verbreitert. Das Betonfundament soll ausreichende Kippsicherheit gewährleisten. 

Der bereits sich dort befindende Gedenkstein an den Namensgeber dieser Örtlichkeit, Rudolf Korte, wurde ohne Pflegemaßnahme in die neue Schüttung übernommen. Die Schriftzeichen sind nur mit Mühe lesbar. Dieses Schicksal teilt er mit vielen anderen Essener Denkmälern…, Schillerbrunnen etc.

Eine Panoramakarte, wie sie bei ähnlichen Aussichtspunkten gern verwendet wird, hatte wohl bei den Gestaltern keinen Gefallen gefunden.

Die bezeichnete Aussichtsstelle liegt inmitten einer Waldschneise die durch die Sturmkatastrophe „Ela“ starke Schäden erlitt und nun durch Anpflanzungen aufgeforstet wird.

Der Zugang von der Straße bildet nun eine freigeschnittene parkgemäße Schneise mit Steinschrot.

Noch fehlen die bereits geplanten Bänke. Ob diese Örtlichkeit von den Essenern, die die alte Waldsituation kannten, allerdings so angenommen wird, bleibt abzuwarten. „…zu künstlich, zu kalt und steinerner Kahlschlag…“ waren die ersten von uns gehörten Kommentare von Spaziergängern. Auf die Frage an die Ideengeber und Gestalter dieser Anlage, warum keine natürlichen Werkstoffe zur Anwendung kamen, klang deren Antwort geschichtsbeflissen, „… bereits die alten Römer und Griechen bevorzugten den Stein…“. In der Tat hatten die aber nur ein pragmatisches Verhältnis zum Wald, das große Lücken hinterließ. 

 

Das sind die weiteren Essener Aussichten:

1.    Krupp-Park Nord (Westviertel)
2.    Fünfkirchenblick (Bergerhausen)
3.    Niederfeldsee / Alter Brückenkopf Grieperstraße (Altendorf)
4.    Beekmannstraße / Scheidtstraße (Fulerum)
5.    Niederfeldsee / Alter Brückenkopf Niederfeldstraße (Altendorf)
6.    Volkspark Phoenixhalde (Bochold)
7.    Heißener Straße / Brausewindhang (Schönebeck)
8.    Grünanlage Münstermannstraße (Gerschede)
9.    Schurenabachhalde (Altenessen-Nord)
10.    Gewerbepark M1 (Altenessen-Süd)
11.    Halde Matthias Stinnes (Karnap)
12.    Friedhof am Hallo (Schonnebeck)
13.    Hangetal (Stoppenberg)
14.    Aussichtspunkt am Hallo (Stoppenberg)
15.    Mechtenberg Bismarckturm West (Kray)
16.    Mechtenberg Bismarckturm Ost (Kray)
17.    Steeler Stadtgarten (Steele)
18.    Charlottenstraße (Burgaltendorf)
19.    Byfanger Wasserturm (Byfang)
20.    Korte Klippe (Heisingen)
21.    Ruhrblick (Überruhr-Hinsel)
22.    Rehmanns Hof (Kupferdreh)
23.    Kirchstraße (Burgaltendorf)
24.    Heissiwald (Bredeney)
25.    Friedhof Werden II (Werden)
26.    Am Bilstein (Kettwig)
27.    Kettwiger Stadtwald (Kettwig)
28.    Bucholz-Hof (Schuir)
29.    Am Schmalscheid (Fischlaken)
30.    Baldeneysee oberhalb Schloss (Bredeney)
31.    Aussichtspunkt auf dem Pasberg (Kettwig)

Titelfoto: Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter nutzt das Objekt, um sich mit der Beigeordneten Simone Raskob fotografieren zu lassen. (Foto: erle)

Ruhr-Einzugsgebiet verzeichnete 2016 das trockenste zweite Halbjahr seit 1927

Im Einzugsgebiet der Ruhr fiel in den letzten Monaten so wenig Niederschlag wie noch nie. Insgesamt gingen im zweiten Halbjahr 2016 nach Auswertungen des Ruhrverbandes 304 Liter Regen nieder – damit war es das trockenste zweite Halbjahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1927.

Im Dezember verzeichnete der Ruhrverband z.B. mit 31 Litern pro Quadratmeter nur knapp 30 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge für diesen Monat. Das macht sich bei den Füllständen der Talsperren bemerkbar. Am heutigen 6. Januar 2017 waren die Ruhrverbandstalsperren noch zu gut 62 Prozent gefüllt. Ähnlich niedrig lag der Füllstand zuletzt zu Jahresbeginn 1996. Der Wasserverband erwartet zunächst auch keine Verbesserung der Situation.

Titelfoto: Möhnetalsperre, Foto: Ruhrverband

(ü. Pm., idr)