DIE LINKE im RVR hält die geplante Absenkung der Landesmittel für falsch

Die Fraktion DIE LINKE im Regionalverband Ruhr (RVR) hält es für falsch, dass das Land NRW die Landesmittel für das Sozialticket im nächsten Jahr um 5 Mio. Euro und 2019 um weitere 15 Mio. Euro kürzen will. Mit den Mitteln soll das geplante Azubi-Ticket mitfinanziert werden. Die Aussage aus dem Landesverkehrsministerium, dass die Verkehrsverbünde in NRW trotz der geplanten Kürzungen weiterhin in der Lage wären, das Sozialticket anzubieten, kann sie nicht nachvollziehen.

Wolfgang Freye, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im RVR dazu: „Wir befürchten, dass die geplanten Kürzungen den Fortbestand des Sozialtickets ernsthaft gefährden. Das wäre katastrophal, denn allein im VRR-Gebiet nutzen 170.000 Hartz-IV-Bezieher/innen, „Aufstocker“ und Niedriglöhner das Ticket. Zumindest ist absehbar, dass die Verkehrsverbünde bei einer Kürzung versuchen werden, weitere Preiserhöhungen des Tickets durchzusetzen und das Angebot in der Breite einzuschränken. Das Sozialticket ist mit einem Preis von über 37 Euro aber schon lange zu teuer. Der Anteil für Verkehr liegt beim Budget der Hartz-IV-Berechtigten gerade einmal bei 29 Euro.“

Die Verbandsversammlung des RVR hat sich erst Anfang Oktober auf Initiative der Fraktion DIE LINKE mit großer Mehrheit für den Erhalt des Sozialtickets und der Landeszuschüsse ausgesprochen. Darüber will sich die Landesregierung anscheinend hinwegsetzen.

„Die Absicht der Landesregierung macht deutlich, dass die im Koalitionsvertrag verankerte Chancengleichheit für Schwarz-Gelb nur eine Worthülse ist,“ so Wolfgang Freye weiter. „Sie spielt die Menschen mit geringem Einkommen gegen die Auszubildenden aus und statt Mobilität für alle sicherzustellen, versucht sie über Kürzungen des Etats so wenig wie möglich Geld in die Förderung des ÖPNV fließen zu lassen. Das geht voll an den Bedürfnissen gerade des Ruhrgebietes vorbei. Wir erwarten vom Landtag, dass er die Forderungen aus dem Ruhrgebiet und anderen Kommunen in NRW zur Förderung des Sozialtickets ernst nimmt und die Zusschüsse weiterhin zur Verfügung stellt, ohne das Azubiticket auszubremsen.“

(ü. Pm.)

RVR stellt ersten einheitlichen Regionalplan für das Ruhrgebiet vor

(idr). Erstmals seit 1966 wird es wieder einen einheitlich aufgestellten Regionalplan für das Ruhrgebiet geben. Mit dem Regionalplan Ruhr geht die planerische Dreiteilung des Ruhrgebiets durch die Bezirksregierungen in Arnsberg, Düsseldorf und Münster zu Ende. Heute stellte der Regionalverband Ruhr (RVR) als zuständige Planungsbehörde den derzeitigen Bearbeitungsstand der Fachöffentlichkeit vor.

Er ist Grundlage für die anstehenden politischen Beratungen in der RVR-Verbandsversammlung ab Frühjahr 2018. Der Regionalplan sichert ein Flächenpotenzial für rund 115.000 neue Wohnungen. Darüber hinaus stehen rund 5.400 Hektar für neue gewerbliche und industrielle Ansiedlungen zur Verfügung. Der Plan ist in einem intensiven Dialog mit den 53 Kommunen und vier Kreisen des Ruhrgebiets, den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern, der Landwirtschaftskammer sowie den regionalen und kommunalen Wirtschaftsförderungen entstanden. Mit dem auf Transparenz und Kommunikation angelegten Prozess, den regionalen Gesprächen, hat der RVR einen für ganz NRW beispielhaften Weg eingeschlagen. „Mit dem Regionalplan Ruhr gestaltet das Ruhrgebiet seine Zukunft wieder selbst. Aus derzeit fünf Plänen wird nun ein gemeinsames Werk für das gesamte Ruhrgebiet“, so RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel. Der Regionalplan Ruhr ist u.a. die planerische Grundlage für die kommunalen Flächennutzungspläne. Er gibt die Entwicklungslinien für die kommenden 20 Jahre in den Themenfeldern Siedlungsentwicklung, Freiraumentwicklung, Kulturlandschaftsentwicklung, Klimaschutz- und Klimaanpassung, Verkehrs- sowie Ver- und Entsorgungsinfrastruktur für die gesamte Region vor. Erstmals in NRW werden regional bedeutsame Gewerbe- und Industrieflächen für neue Unternehmen und neue Arbeitsplätze ausgewiesen. Diese Standorte sollen in interkommunaler Zusammenarbeit entwickelt werden und dabei optimale Standortbedingungen für große Betriebsansiedlungen bieten. Neu bei der Aufstellung des Regionalplans ist auch die enge Verzahnung von formaler und informeller Planung. Mit dem „Handlungsprogramm“ liegt ein zusätzliches Instrument für die Entwicklung des Ruhrgebietes vor.

Infos: www.regionalplanung.rvr.ruhr

Dies und das aus dem Ruhrgebiet

Ruhrlagebericht: Wirtschaft in der Metropole Ruhr ist zufrieden (idr).

Die Geschäfts- und Stimmungslage der Wirtschaft im Ruhrgebiet hat ein neues Hoch erreicht. Das zeigt der aktuelle Ruhrlagebericht, den die Industrie- und Handelskammern der Region heute in Bochum vorgestellt haben. An der Herbstbefragung beteiligten sich mehr als 900 Unternehmen. 93 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage mit gut oder befriedigend. Das sind nochmals drei Prozent mehr als im Frühjahr. Dafür ist auch der wieder anziehende Export verantwortlich. Neun von zehn Betrieben erwarten eine gleichbleibend gute, tendenziell sogar noch bessere Geschäftsentwicklung. Das sorgt dafür, dass der Konjunkturklima-Index auf 124 Punkte geklettert ist, zwei mehr als zum Anfang des Jahres. Die Industrie hat in den letzten Monaten die Stimmungswende geschafft: Mittlerweile melden 52 Prozent der Unternehmen eine gute Lage, nur acht Prozent sprechen von einer schlechten Situation. Damit gibt die Industrie aktuell die beste Lagebeurteilung aller Wirtschaftsbereiche ab. Die ungebrochene Konsumbereitschaft der Verbraucher sorgte in den vergangenen Monaten für eine Steigerung der Umsätze im Handel. 23 Prozent der Unternehmen gehen sogar von einer noch günstigeren Geschäftsentwicklung in nächster Zeit aus. Das Dienstleistungsgewerbe gehört weiter zu den Gewinnern der Konjunktur: Nur sechs Prozent der befragten Unternehmen nennen ihre aktuelle wirtschaftliche Lage schlecht. 43 Prozent erzielten höhere Erlöse, 22 Prozent der Dienstleister glauben, dass es für sie aufwärts geht. Das freundliche Konjunkturklima dürfte sich nach Einschätzung der Kammern auch auf den Arbeitsmarkt auswirken. Der Anteil der Unternehmen, die zusätzliche Arbeitskräfte einstellen wollen, ist gegenüber dem Jahresbeginn leicht gestiegen. Überdurchschnittlich gut sind die Beschäftigungsaussichten im Handel. Gleichzeitig äußert fast jeder Zweite die Sorge, dass sich der Fachkräftemangel zum Engpassfaktor entwickelt. Infos: www.ihks-im-ruhrgebiet.de und www.bochum.ihk.de

Jeder achte Retter Opfer körperlicher Gewalt Bochum (idr).

Körperliche und verbale Gewalt sind für Mitarbeiter im Rettungsdienst an der Tagesordnung: 13 Prozent sind in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Opfer von körperlicher Gewalt im Einsatz geworden. 60 Prozent berichten von verbalen Attacken. Das ist das Ergebnis der Studie „Gewalt gegen Einsatzkräfte“, für die Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum mehr als 800 Mitarbeiter von Feuerwehren und Rettungsdiensten in Nordrhein-Westfalen befragten. Am stärksten von Gewalt betroffen sind mit rund 85 Prozent die Mitarbeiter im Rettungseinsatz. 39 Prozent derjenigen, die körperliche Gewalt erlebt hatten, gaben an, dass sie körperliche Schäden davongetragen haben. Bei 21 Prozent waren es psychische Beeinträchtigungen. Mehr als die Hälfte der Vorfälle ereigneten sich in den Abend- und Nachtstunden, wenn Alkohol und Drogen eine Rolle spielen. Gewaltsame Übergriffe finden der Studie zufolge besonders häufig in Großstädten mit über 500.000 Einwohnern statt. Die Täter sind in rund 90 Prozent der Fälle männlich und zwischen 20 und 39 Jahre alt.

NRW Wissenschaft & Forschung Forschungseinrichtungen gründen „Akademie im Exil“ für emigrierte türkische Wissenschaftler Essen/Berlin (idr).

Das Institut für Turkistik der Universität Duisburg-Essen, das Kulturwissenschaftliche Institut in Essen (KWI) und das Forum Transregionale Studien in Berlin gründen gemeinsam die „Akademie im Exil“ mit Standorten in Essen und Berlin. Die Einrichtung soll eine Plattform für türkische Wissenschaftler schaffen, die in der Türkei als Regimegegner gelten und Repressionen ausgesetzt sind. Bis zu zehn Fellowships pro Jahr vergibt die Akademie an gefährdete und im Exil lebende Wissenschaftler. Sie will zugleich ein Forum zur Reflexion über Wissenschaftsfreiheit und Exilwissenschaft bieten und die Türkeiforschung in Deutschland beleben. Die Initiative wird von der Volkswagenstiftung gefördert. Infos: www.uni-due.de/turkistik/aktuelles.php

„Woanders is auch scheiße!“: Neuer Bildband erinnert an das Ruhrgebiet in den 80ern Köln/Metropole Ruhr (idr).

„Woanders is auch scheiße!“ Das Zitat von Schriftsteller Frank Goosen ist Titel eines Bildbandes über „Das Ruhrgebiet in den 1980er Jahren“, der im Kölner Emons Verlag erschienen ist. Goosen schrieb auch das Vorwort zu dem Buch mit rund 200 Bildern von Reinhard Krause, der u.a. als Fotograf für die Nachrichtenagentur Reuters arbeitete. Das Buch lädt die Leser zu einer Zeitreise zwischen Rhein und Lippe ein. Krause fing Strukturwandel und Laubenleben, Herrenkarneval und Freizeitkultur, Demos und Strukturwandel ein. Entstanden sind mal witzige, mal melancholische und mal abgründige Aufnahmen, die ein Panorama des Ruhrgebiets und seiner Menschen ergeben. Infos: www.emons-verlag.de

Ganztagsbetreuung im Ruhrgebiet steigt (idr).

Rund 218.900 Schüler in der Metropole Ruhr nahmen im Schuljahr 2016/17 ein Ganztagsangebot wahr. Das entspricht einer Betreuungsquote von 47,5 Prozent (NRW: 48,2 Prozent). Damit hat sich der Anteil in den vergangenen fünf Jahren um rund acht Prozentpunkte erhöht. Das haben Statistiker des Regionalverbandes Ruhr (RVR) auf der Grundlage von Daten des Landesamtes IT.NRW errechnet. Rund 44 Prozent der Schüler in der Primarstufe und rund 50 Prozent in der Sekundarstufe I nahmen an einem Ganztagsbetreuungsmodell teil. Am niedrigsten war die Betreuungsquote im Kreis Unna mit 40,7 Prozent, am höchsten in Oberhausen mit 59,8 Prozent. Infos: www.it.nrw.de

Bildungsgrad der Eltern entscheidet über soziokulturelle Teilhabe der Kinder Essen (idr).

Eltern sehen kulturelle Bildung als wichtige Grundlage für den Lebenserfolg ihrer Kinder an. Doch wie stark sie ihren Nachwuchs in diesem Bereich fördern, hängt wesentlich vom Bildungshintergrund und von den finanziellen Verhältnissen ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die der Rat für Kulturelle Bildung mit Sitz in Essen in Auftrag gegeben hat. Mehr als 90 Prozent der Befragten sagen, dass kulturelle Bildung die Entwicklung ihrer Kinder fördere. Gleichzeitig werden Kinder aus bildungsferneren Familien zu Hause weniger unterstützt und nehmen seltener außerschulische Kulturangebote wahr. Nur ein Viertel der Eltern mit mittlerem oder einfachem Bildungsabschluss ist davon überzeugt, seine Kinder musikalisch oder künstlerisch unterstützen zu können. Trotzdem haben diese Eltern kein großes Interesse daran, dass ihre Kinder außerhalb von Kita und Schule an angeleiteten Kulturangeboten teilnehmen. In Familien mit niedrigerem Bildungsabschluss der Eltern haben nur 37 Prozent der Kinder in den vergangenen zwölf Monate an solchen Angeboten teilgenommen. Bei Akademikerfamilien waren es 59 Prozent. Infos: www.rat-kulturelle-bildung.de/publikationen/studien

Vonovia und französiches Wohnungsunternehmen unterzeichnen Partnerschaftsvereinbarung (idr).

Die Bochumer Vonovia SE und die französische Groupe SNI haben heute in Paris eine Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet. Die beiden Wohnungsunternehmen wollen ihr jeweiliges Know-how und Marktwissen zusammenzuführen und gemeinsame Wachstums- und Investitionsmöglichkeiten identifizieren. Die Unternehmen sehen in der Vereinbarung zudem ein Signal dafür, dass Wohnraum nicht länger aus einem rein nationalen Ansatz heraus betrachtet werden kann. Gemeinsam sollen Möglichkeiten der effizientesten Ressourcenverwendung, Energiesparlösungen und Dienstleistungen gefunden werden. Zudem geht es um grenzüberschreitende Investitionen auf dem Wohnimmobilienmarkt und das Ausloten von potenziellen Investitionspartnerschaften. Die Vonovia ist Deutschlands größtes Wohnungsunternehmen mit rund 355.000 Wohnungen und einem Portfoliowert von rund 30,8 Milliarden Euro. Die Groupe SNI ist die Immobilientochtergesellschaft des staatlichen Finanzinstituts Caisse des Dépôts und der größte Sozialwohnungsbauträger in Frankreich. Das Portfolio umfasst 348.000 Wohnungen. Infos: www.vonovia.de

Dies und das im Ruhrgebiet

Bürgerentscheid: Mehrheit gegen neues Outlet Center in Duisburg Duisburg (idr).

Bei einem Bürgerentscheid in Duisburg sprach sich eine knappe Mehrheit gegen die Realisierung eines Designer Outlet Center auf dem alten Güterbahnhofsgelände aus. Fast 51,1 Prozent stimmten gegen den Bau auf dem ehemaligen Loveparade-Gelände. Die Befürworter des Einkaufszentrums wollten mit dem Projekt zusätzliche Kaufkraft in Duisburg binden. Die Gegner befürchten negative Auswirkungen auf die Duisburger Innenstadt und Umsatzeinbußen für den Einzelhandel. Der Duisburger Rat hatte das Outlet-Vorhaben mehrheitlich befürwortet.

Wirtschaft:  Bilstein-Ansiedlung in Gelsenkirchen soll bis zu 400 neue Arbeitsplätze schaffen Gelsenkirchen (idr).

Die Bilstein Group, einer der führenden Hersteller und Lieferanten von Pkw- und Lkw-Ersatzteilen, baut ihr neues Logistikzentrum auf dem Areal Schalker Verein Ost in Gelsenkirchen. 250 bis 400 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze sollen dort entstehen. Seinen Stammsitz hat das Unternehmen in Ennepetal. Im ersten Bauabschnitt ist der Neubau eines rund 45.000 Quadratmeter großen Logistikzentrums mit integriertem Verwaltungsgebäude geplant. Das Investitionsvolumen beträgt rund 30 Millionen Euro. Auf der vorhandenen Erweiterungsfläche kann das Gebäude um weitere rund 47.000 Quadratmeter vergrößert werden, was mit weiteren Arbeitsplatzeffekten verbunden wäre.

Kulturelles Filmdoku „Der lange Abschied von der Kohle“ feiert morgen in Essen Premiere (idr).

Für seinen Dokumentarfilm „Der Lange Abschied von der Kohle“ hat Werner Kubny ab Herbst 2015 eine Reihe von Bergleuten der Zeche Auguste Viktoria in Marl auf dem Weg zur Schließung ihres Standorts begleitet. Die morgige Premiere in der Lichtburg Essen ist ausverkauft. Es folgen weitere Aufführungen in Kinos im gesamten Ruhrgebiet, u.a. am 27. September im Eulenspiegel Essen sowie am 1. Oktober im Essener Astra-Kino. Parallel zur Schließungsgeschichte schlägt die Doku mit Archivmaterial und Erzählungen von Akteuren den Bogen von den 1950er Jahren bis heute. Ehemalige Bergleute erinnern sich an die Arbeitsbedingungen unter Tage, vom Schock der Kohlekrise Ende der 50er Jahre, von Streiks und Demonstrationen. Der Film ist eine Produktion mit dem WDR mit Unterstützung der RAG Aktiengesellschaft.

Fußball-Bildungspreis für Schülerprojekt des Vereins Essener Chancen Essen (idr).

Der mit 5.000 Euro dotierte Fußball-Bildungspreis „Lernanstoß“ der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur geht in diesem Jahr an das Projekt „Schule ist auf’m Platz“ des Vereins Essener Chancen. Die Sozialinitiative des Regionalligisten Rot-Weiss Essen bereitet Grundschüler aus sozial benachteiligten Familien auf das entscheidende vierte Schuljahr vor. Jeweils 25 Kinder erhalten ein Jahr lang in den Ferien ein kostenloses Betreuungsangebot und werden zum Lernen motiviert. Beworben hatten sich 32 Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Preisverleihung findet am 20. Oktober in Nürnberg statt.

Bochum fordert drei andere Städte in einer Quiz-Show heraus Bochum (idr).

Mit einer Quiz-Kampagne will Bochum Marketing für die Stadt werben. Unter dem Motto „Bochum – Die Talentschmiede im Ruhrgebiet“ sind Bürger in Bielefeld (7. Oktober), Paderborn (14.10.) und Münster (21.10.) aufgefordert, ihr Wissen unter Beweis zu stellen. Zwölf Experten aus Bochum stellen in den drei Quiz-Städten Fragen aus Wissenschaft, Sport, Kunst und Kultur. Die Rateteams in den jeweiligen Kommunen werden von Bürgern aus ihrer Heimatstadt unterstützt. Die Stadt, die die meisten Fragen richtig beantwortet, gewinnt einen Ausflug nach Bochum. Auf 50 Gewinner, die aus allen Besuchern der Quiz-Show ausgelost werden, können am 25. November die Ruhrgebietsstadt erkunden.

Online-Umfrage zum Thema Glück gestartet Witten (idr).

Was macht Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen glücklich? Aufschluss soll eine deutschlandweite Online-Befragung geben, die Wissenschaftler der Universität Witten/Herdecke jetzt gestartet haben. Die Forscher wollen herausfinden, welche ganz persönlichen Motive und allgemeine Muster zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Leben Glück zugrunde liegen. Außerdem geht es darum, welche Auswirkungen Schicksalsschläge im Lebensverlauf auf das empfundene Glück haben können. Teilnehmen kann jeder ab 18 Jahren.

10 Millionen Euro für Marketingkampagne des Ruhrgebiets? – RVR-Piraten protestieren

Für dicke Luft sollte das Ruhrgebiet heute sicherlich nicht mehr stehen, aber manchmal scheint die Luft doch recht dünn zu werden, wenn mit einem vergleichsweise hohen Finanzeinsatz eine fiktive Marke beworben werden soll. So haben die RVR-Piraten in einer Pressemeldung den Beschluss des Wirtschaftsausschusses vom 27. 6. 2017 heftig kritisiert:

„Sorry, Ruhrgebiet! – Für echten Wandel hat’s nicht gereicht. Für die RVR-Piraten sind 10 Millionen Euro in einer Standortmarketingkampagne falsch platziert. Die Pläne über das weitere Vorgehen der Kampagne, was insbesondere Slogan, Logo und Kommunikation beinhaltet, sind im Wirtschaftsausschuss (27. Juni) mit einer einzigen Gegenstimme von Melanie Kern aus der Fraktion der Piratenpartei durchgewunken worden. Die Standortmarketingkampagne versteht sich als internationale Wirtschaftskampagne, die Investoren aus In- und Ausland in das Ruhrgebiet ziehen soll. Sie kostet in den kommenden drei Jahren 10 Millionen Euro.

Die RVR-Piraten halten es für falsch, dass 10 Millionen Euro für eine Imagekampagne in die Hand genommen werden, um Werbung für ein Ruhrgebiet zu machen, dem es in den Bereichen wie Bildung, Soziales, Infrastruktur an vielem mangelt. Warum übernehmen nicht die Wirtschaftsförderungen in den Kommunen sowie die Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr in optimierter Kooperation die Aufgabe, Investoren ins Ruhrgebiet zu ziehen? Warum, fragen sich die RVR-Piraten weiter, bedarf es unbedingt eines (wenig innovativen) neuen Logos, eines alten Slogans und Werbetexte, die z.B. in dem Vergleich Ruhrgebiet – New York eine unfreiwillige Komik transportieren?“

Dirk Pullem, Fraktionsvorsitzender der RVR-Piraten: „Natürlich brauchen wir Investoren im Ruhrgebiet für mehr Innovationen. Dafür wäre es jedoch besser, die noch immer schlechten Strukturen des Ruhrgebiets zu verbessern als Geld in eine Imagekampagne zu stecken, die dem maroden Haus Ruhrgebiet nur einen neuen Anstrich verpasst. Dies käme sowohl dem Industriestandort Ruhrgebiet als auch dem Lebensort Ruhrgebiet zu Gute.“

(ü. Pm.)

Immer aktuelle Luftbilder vom Ruhrgebiet: Mit gemeinsamer Befliegung schaffen RVR, Städte und Kreise einheitliche Datenbasis

Die Luftbildgrundlage für alle Städte und Kreise im Ruhrgebiet soll künftig flächendeckend, einheitlich und aktuell sein. Eine regelmäßige Befliegung, zentral beauftragt und betreut durch den Regionalverband Ruhr (RVR), macht das möglich. Der RVR sowie die Städte und Kreise im Geonetzwerk.metropoleRuhr werden das gemeinsame Vorgehen demnächst mit einem Vertrag besiegeln. Der RVR-Planungsausschuss hat in seiner heutigen Sitzung den Abschluss einer solchen Vereinbarung befürwortet.
Bernd Tischler, Ausschussvorsitzender und Bottrops Oberbürgermeister: „Durch die städteübergreifende Kooperation unter dem Dach des Regionalverbandes Ruhr erhalten wir ganz aktuelle, qualitativ hochwertige regionale Daten. Diese sind maßgebliche Grundlage für kommunale und regionale Entscheidungsprozesse. Gleichzeitig sparen wir mit der Gesamtbeauftragung deutlich Kosten ein.“
Zurzeit sind die Luftbilder von der Metropole Ruhr nicht flächendeckend aktuell. Es existieren Daten aus einer Zeitspanne von 2011 bis 2016. Die unregelmäßige Datenaktualisierung erschwert städteübergreifende Planungen beispielsweise im Siedlungsflächenmonitoring und im Radwegebau.
Die gemeinsame Befliegung macht es möglich, dass in 2018/19 erstmals aktuelle Luftbilder und sogar Schrägluftbilder vollständig für das gesamte Ruhrgebiet vorliegen. Die einheitliche Datenbasis eröffnet weitere Anwendungsfelder, um beispielsweise in Zeitreihen die Auswirkungen von Naturereignissen in der Region zu dokumentieren. Ebenso lassen sich versiegelte Flächen ermitteln oder die Entwicklung von Waldschäden darstellen.
Im Kooperationsvertrag verständigen sich die Kommunen und der RVR auf inhaltliche und technische Standards der Bildflüge. Die Ergebnisse der Befliegung werden zentral beim Verband aufgearbeitet und unter luftbilder.geoportal.ruhr zur Verfügung gestellt. Eine Gesamtbeauftragung der Befliegung wird voraussichtlich Kosten von bis zu 20 Prozent einsparen. Zudem muss nicht jede Kommune das Know-How für die komplexe Datenauswertung bereithalten.

(ü. Pm., idr)

Eklat bei Vorstellung des Regionalplans

Erstaunt ist die Fraktion DIE LINKE im Regionalverband Ruhr (RVR) über den Eklat, den die CDU-Fraktion heute bei einer lange geplanten gemeinsamen Sitzung von Planungs-, Wirtschafts- und Umweltausschuss des RVR „geliefert“ hat. Gemeinsam mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Roland Mitschke verließ sie geschlossen die Sitzung, in der es inhaltlich um die Vorstellung des Arbeitsstandes der Verwaltung zum Regionalplan Ruhr ging. Ihre Begründung: Die Verwaltung habe vor der Sitzung keine Unterlagen zur Verfügung gestellt.

Wolfgang Freye, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im RVR dazu: „Wir sehen im Vorgehen der CDU-Fraktion eine Machtdemonstration angesichts der erfolgreichen Landtagswahl. Denn die Begründung für den Eklat war mehr als fadenscheinig. Die für sechs Stunden angesetzte gemeinsame Sitzung der drei Ausschüsse war stets als Workshop geplant worden und Roland Mitschke war in seiner Funktion als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses direkt in die Vorbereitung der Sitzung mit einbezogen. Offensichtlich legt die CDU keinen Wert mehr auf eine rasche Verabschiedung des Regionalplans sondern will abwarten, Erstaunt ist die Fraktion DIE LINKE im Regionalverband Ruhr (RVR) über den Eklat, den die CDU-Fraktion heute bei einer lange geplanten gemeinsamen Sitzung von Planungs-, Wirtschafts- und Umweltausschuss des RVR „geliefert“ hat. Gemeinsam mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Roland Mitschke verließ sie geschlossen die Sitzung, in der es inhaltlich um die Vorstellung des Arbeitsstandes der Verwaltung zum Regionalplan Ruhr ging. Ihre Begründung: Die Verwaltung habe vor der Sitzung keine Unterlagen zur Verfügung gestellt.ob die neue schwarz-gelbe Landesregierung Änderungen am Landesentwicklungsplan vornehmen will, die auch Auswirkungen auf die Ausgestaltung des Regionalplans haben.“

Eine solche „Blockade“ oder zeitliche Verschiebung des Regionalplans wäre aus Sicht der Fraktion DIE LINKE im RVR fatal, denn die Kommunen im Ruhrgebiet brauchen den neuen Regionalplan. Er soll Ende des Jahres als Entwurf vorliegen.

Wolfgang Freye weiter: „Für den ersten einheitlichen Regionalplan für das Ruhrgebiet bedarf es einer konstruktiven Zusammenarbeit von Verwaltung und Politik und von RVR und den Kommunen im Verbandsgebiet. Eine solche Zusammenarbeit ist im Rahmen des Prozesses bisher vorbildlich entwickelt worden, die heutige Veranstaltung war ein Teil dieses Prozesses. Dieses bisherige Vorgehen hat die CDU heute faktisch aufgekündigt. Das ist aus unserer Sicht untragbar und schadet letztlich den Kommunen. Deshalb sollte die CDU-Fraktion im RVR ihr Verhalten revidieren.“

(ü. Pm.)

Brandgefährlich: RVR bittet Ausflügler in den Wäldern um umsichtiges Verhalten – auch am Vatertag

Der strahlende Sonnenschein und die trockene Witterung haben auch ihre Schattenseiten: Die Förster des Regionalverbandes Ruhr (RVR) warnen derzeit vor erhöhter Waldbrandgefahr. Die Feuerwachttürme im nördlichen Ruhrgebiet sind bereits besetzt.
Spaziergänger werden gebeten, die grundsätzlichen Verhaltensregeln im Wald einzuhalten: Generell ist das Rauchen vom 1. März  bis zum 31. Oktober verboten. Dasselbe gilt für offenes Feuer sowie Grillen im Wald außerhalb ausgewiesener Feuerstellen. Die Regeln gelten natürlich auch für feierlustige Ausflügler amVatertag.

Besonders Waldbrand gefährdet sind die Haard und die Hohe Mark im Kreis Recklinghausen sowie die Üfter Mark im Kreis Wesel mit ihren großen Kiefernbeständen und den oft sandigen Böden. In der grundwassernahen Kirchheller Heide in Bottrop hingegen ist der Boden feuchter.
Infos: www.forst.rvr.ruhr

(ü. Pm., idr)

Auf den Spuren der Eiszeit am Mechtenberg

Unter dem Motto „Auf den Spuren der Eiszeit am Mechtenberg“ können sich Naturliebhaber auf der Route der Industrienatur auf die verschiedensten Tier- und Pflanzenwelten sowie geologischen und kulturhistorischen Besonderheiten freuen. Die zweistündige Wanderung mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) im Landschaftspark Mechtenberg an der Stadtgrenze Gelsenkirchen/Essen startet am Sonntag, 7. Mai, um 11 Uhr.

Die Teilnehmer treffen sich am Eingang Krayer Straße/Ecke Nattmannsweg in Gelsenkirchen. Erwachsene zahlen fünf, Kinder drei Euro. Alle Veranstaltungen und Infos rund um das Besucherzentrum Hoheward sind unter www.landschaftspark-hoheward.de zu finden. Noch mehr Termine zum Thema Umwelt im gesamten Ruhrgebiet stehen unter www.umweltportal.metropoleruhr.de. Das Besucherzentrum ist eine Einrichtung des Regionalverbandes Ruhr in Kooperation mit den Städten Herten und Recklinghausen.

(ü. Pm.)

Radeln nach Zahlen: RVR-Knotenpunktsystem soll Radfahrern im Ruhrgebiet die Orientierung erleichtern

Mit dem Rad quer durchs Ruhrgebiet – dank eines gut ausgebauten Radwegenetzes wird diese umweltfreundliche Art der Fortbewegung immer komfortabel. Der Regionalverband Ruhr (RVR) will jetzt die Orientierung und Routenplanung nicht nur für auswärtige Radfahrer weiter verbessern – mit einem Knotenpunktsystem nach niederländischem Vorbild. Heute (11. April) wurde der erste Wegweiser am Dortmunder U aufgestellt. Das neue System ist eine Erweiterung der bestehenden rot-weißen Radwegeweisung. Mehr als 250 Knotenpunkte sollen künftig an Kreuzungen des Radwegenetzes in der gesamten Metropole stehen und zeigen, wo’s lang geht. Das Besondere: Die Wegweiser sind durchnummeriert. Dadurch müssen sich Radler künftig nicht mehr nur mit Kartenmaterial und an Ortsbezeichnungen orientieren. Es reicht, sich die Nummerierungen der Knotenpunkte zu merken. Die Knotenpunkte werden darüber hinaus mit einem Notrufsystem und mit touristischen Informationen ausgestattet. Im Regelfall steht an jedem Wegweiser eine Orientierungstafel mit Karte des Netzsystems und den Nummerierungen. Realisiert wird das Knotenpunktsystem im Rahmen des Regionalen Wirtschaftsförderungsprogrammes des Landes NRW (RWP) zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur. Der RVR beginnt mit der Ausschilderung im östlichen Ruhrgebiet. Die Mittel kommen von Bund, Land und RVR. Insgesamt werden in die erste Ausbaustufe 180.000 Euro investiert.

(ü. Pm., idr)

Wo sich der Frühling von seiner buntesten Seite zeigt

Jetzt wird’s bunt: Der Frühling zeigt sich derzeit von seiner besten Seite. Wen’s jetzt nicht mehr Zuhause hält, der findet auf dem Internetportal metropoleruhr.de zahlreiche Freizeittipps.

Die Nutzer erhalten einen Überblick über Frühlingsfeste, Märkte, Festivals und Fahrradtouren im ganzen Ruhrgebiet sehenswerte Parks. Top-Tipps für den kommenden Monat sind die Schiffsparade zur Eröffnung der Saison auf dem Rhein-Herne-Kanal und der Ruhrgebietswandertag am 30. April, die beide im Oberhausener Kaisergarten enden.

Infos: www.fruehling.metropoleruhr.de

Zehn Jahre nach Kyrill ist drei Jahre nach ELA

Verjährt, aber nicht vergessen: Am 18. Januar 2007 tobte der Orkan Kyrill über die Wälder des Ruhrgebiets und verursachte große Schäden am nördlichen und südlichen Ballungsrand. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Windstärke war der Orkan ein bis dahin unbekanntes Ereignis im Ruhrgebiet. Kyrill hat in den Wäldern des Regionalverbandes Ruhr (RVR) 150.000 Festmeter Holz in den Flächen umgeworfen und insgesamt 290 Hektar Freiflächen hinterlassen. Besonders betroffen waren die Üfter Mark in Schermbeck / Dorsten, die Hohe Mark und die Haard im Kreis Recklinghausen sowie Waldgebiete in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis. Zu rund 90 Prozent fielen Nadelbäume wie Fichte und Kiefer, während das Laubholz weitgehend verschont blieb.

Zehn Jahre später sind die Wunden geschlossen. Schwerpunktmäßig wurden etwa 430.000 Laubbäume, insbesondere Buchen und Eichen gepflanzt. Langsam entwickelt sich ein Mischwald, der flexibler auf Klimaveränderungen reagieren kann. Für Aufarbeitung und Wiederbewaldung der Kyrill-Sturmflächen wurden etwa 1,4 Millionen Euro aufgewendet. Die Kosten für die Sanierung der Wege, die durch die Holzabfuhr stark beschädigt wurden, beliefen sich auf etwa 800.000 Euro. Ein Großteil der Mehraufwendungen konnte durch die zusätzlichen Erträge aus dem Sturmholz getragen werden.

Dachte man damals, Kyrill wäre nur ein singuläres Ereignis, wurde man sieben Jahre später eines Besseren belehrt. Am 9. Juni 2014 wütete der Pfingststurm ELA über dem Ballungszentrum des Ruhrgebiets. ELA knickte vor allem Einzelbäume oder Baumgruppen an Straßen, Fuß- und Radwegen oder am Schienennetz der Bahn um und machte die Verkehrswege unpassierbar.

Zentrale Radwege wie die Erzbahntrasse von der Jahrhunderthalle Bochum zum Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen sowie der Zollvereinweg, der Nordsternweg und die Kray-Wanner Bahn zwischen Essen und Gelsenkirchen musste der RVR sofort sperren, um Gefahren für die Nutzer abzuwehren. Nicht befahrbar waren auch Teile des RuhrtalRadwegs im mittleren Ruhrgebiet. Neben den Radwegen waren besonders RVR-Erholungsgebiete wie der Emscherbruch (Gelsenkirchen), die Schurenbachhalde (Essen), die Tetraederhalde (Bottrop) oder die Halde Hoheward (Herten, Recklinghausen) betroffen.

Die Aufwendungen für die Sofortmaßnahmen zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit beliefen sich auf rund 1,4 Millionen Euro. Die Wiederbewaldung (rund 100.000 Neupflanzen) und Baumaßnahmen an den Wegen verursachten Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro. Die Schadensbeseitigung nach ELA konnte nur zu einem geringen Teil aus Mehrerträgen beim Sturmholz finanziert werden.

 Thomas Kämmerling, Betriebsleiter des Eigenbetriebs RVR Ruhr Grün, zieht ein Fazit: „Sturmereignisse von solchen Ausmaßen zeigen immer wieder deutlich, wie wichtig der Umbau unserer Grünen Lunge zu klimaplastischen Mischwäldern ist. Die Universität Göttingen unterstützt uns mit Forschungen derzeit bei der Wahl stabiler, standortgerechter und strukturreicher Baumarten für das Ruhrgebiet.“

Fotos: LVR

(ü. Pm.)