Der Verblödung preisgegeben

Eine einfache Botschaft, IQB-Studie und nun die Iglu-Studie, bestätigen Deutschlands Viertklässlern eine schlechte Leseleistung. So kann fast jeder fünfte Vierklässler kaum lesen. 

Schon die Pisa-Studie wies auf den eklatanten Mangel im Bildungsbereich hin. Leider zog man derzeitig nicht den richtigen Schluß, das die Bildungsbemühungen sehr früh ansetzen müssen. Gymnasien sind eben lautstärker in Geltungsansprüchen als Grund- und Gemeinschaftsschulen. Aber zwischen Kita und Gymnasium liegen die Grundschulen, und diese wurde sträflich vernachlässigt.

Neben der heterogenen Struktur der Grundschulen mit ihren verschiedenen Sprachgruppen kam auch das unsinnige Experiment eines bloßen Gehörschreibens hinzu, dass jeden Maßstab und jede Schreibsicherheit nahm.

Da die Lesefähigkeit der Schlüssel zur weiteren Bildung ist, sollte es Schulen strikt untersagt werden, methodische Experimente an Schülern zu unternehmen.

(stk.)

 

 

 

 

Familienunternehmer in Nordrhein-Westfalen zur Grundschulstudie: „Wir stehen vor dem Scherbenhaufen jahrelanger rot-grüner Bildungspolitik“

Nordrhein-Westfalen hat bei der IQB-Grundschulstudie im Ländervergleich sehr schlecht abgeschnitten. Mit 19,2 Prozent hat fast jeder fünfte Viertklässler in Nordrhein-Westfalen die Mindeststandards im Fach Mathematik nicht erreicht. Das Land liegt damit unter dem Bundeswert abgeschlagen auf Platz 13 von 16. Im Fach Deutsch zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. In der vierten Klasse unterschreiten 15,7 Prozent die Mindeststandards beim Lesen. Nordrhein-Westfalen reiht sich hier noch weiter hinten auf Platz 14 ein.

Der Landesvorsitzende des Wirtschaftsverbands DIE FAMILIENUNTERNEHMER, Thomas Rick, kritisiert: „Die Ergebnisse sind ein Armutszeugnis für die rot-grüne Landespolitik der vergangenen Legislaturperiode, die dem Bildungssystem empfindliche Schläge versetzt hat. Es bleibt zu hoffen, dass die Politik die Signale erkennt und endlich handelt.“

Weiterhin unterstreicht Rick die Bedeutung von Bildung: „Wenn die Bildungspolitik unseres Landes schon in der Grundschule versagt, verringert das die Chancen der Schüler auf eine erfolgreiche Ausbildung massiv. Gerade in Zeiten, in denen viele Unternehmen über einen Mangel an Fachkräften klagen und Schwierigkeiten haben, ihre Lehrstellen zu besetzen, kann Nordrhein-Westfalen es sich nicht leisten, seine Schüler schlecht auszubilden. Für einen zukunftsfesten Wirtschaftsstandort brauchen wir dringend hochqualifizierte Arbeitskräfte. Das fängt mit soliden Deutsch- und Mathematikkenntnissen an.“

Aufgrund einer Überschreitung der zulässigen Legionellen-Grenzwerte ist derzeit das Schulschwimmbad der Traugott-Weise-Schule bis auf weiteres geschlossen.

Bei routinemäßigen Untersuchungen der Schulschwimmbäder in der Traugott-Weise-Schule sowie der Gesamtschule Holsterhausen wurde bereits Mitte September eine Überschreitung der Legionellen-Grenzwerte festgestellt. Aufgrund der Überschreitung ist das Schulschwimmbad der Traugott-Weise-Schule derzeit bis auf weiteres geschlossen. In der Gesamtschule Holsterhausen ist der Wert zwar erhöht, jedoch nicht gesundheitsgefährdend. Das Schwimmbad kann deshalb weiter genutzt werden.

Gemäß den Vorschriften des Infektionsschutzgesetzes sowie der Trinkwasserverordnung des Bundes wird das Trinkwasser in allen städtischen Badeanlagen regelmäßig überprüft. Das Badewasser wird gemäß der technischen Regel DIN19643 im monatlichen Abstand überprüft. Im Rahmen der Trinkwasserprüfung sind Auffälligkeiten im Duschbereich der Sportstätten festgestellt worden.

Ein Erkrankungsfall in Essen ist dem Gesundheitsamt der Stadt Essen derzeit nicht bekannt. Der Verdachtsfall in Mülheim hat sich nicht bestätigt. Sollten sich bei Badegästen bis jetzt keine Krankheitssymptome gezeigt haben, ist eine Erkrankung nicht wahrscheinlich.

Die Untersuchungsergebnisse in den anderen städtischen Schwimmeinrichtungen sind unauffällig und enthalten damit derzeit keine Beanstandungen. Für die Nutzung anderer Schulschwimmeinrichtungen sowie für die Nutzung der vierzehn Badeanlagen der Sport- und Bäderbetriebe bestehen daher derzeit keine Bedenken.

Die Stadtverwaltung hat bereits die Vergabe entsprechender Sanierungsmaßnahmen in der Traugott-Weise-Schule eingeleitet. Die Inbetriebnahme wird voraussichtlich ab Dezember möglich sein, vorausgesetzt die Nachbeprobung fällt negativ aus.

Weitergehende Untersuchungen in der Gesamtschule Holsterhausen sind in Auftrag gegeben. Eine Nachbeprobung nach Fertigstellung wird Ende Oktober stattfinden.

Das Gesundheitsamt der Stadt Essen steht für Rückfragen rund um Erkrankungen durch Legionellen in den allgemeinen Sprechzeiten montags bis donnerstags, 8:30 Uhr bis 12:30 Uhr und 14 Uhr bis 15 Uhr sowie freitags von 8:30 Uhr bis 12:30 Uhr zur Verfügung.

37 Prozent der Schüler im Ruhrgebiet haben eine Zuwanderungsgeschichte

(idr). Gut 37 Prozent der 685.701 Schüler im Ruhrgebiet, die 2016/17 eine allgemeinbildende oder berufliche Schule besuchten, haben eine Migrationsgeschichte. Damit ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der Metropole Ruhr etwas höher als in Gesamt-NRW (33,6 Prozent).

Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Statistischen Landesamtes IT.NRW hervor. Bei den gängigen allgemeinbildenden Schulen war der Anteil von Schülern mit Zuwanderungsgeschichte in Hauptschulen am größten; er betrug dort 52,2 Prozent. Am niedrigsten war er mit 30,2 Prozent an den Gymnasien. An beruflichen Schulen im Ruhrgebiet lag der Anteil bei 27,8 Prozent. Den höchsten Anteil von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund verzeichnen Gelsenkirchen (53 Prozent) und Duisburg (47 Prozent). Am anderen Ende der Skala finden sich der Kreis Wesel (24 Prozent) und der Ennepe-Ruhr-Kreis (27,2 Prozent). In der Schulstatistik haben Schüler eine Zuwanderungsgeschichte, wenn sie oder mindestens ein Elternteil im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert ist und/oder innerhalb der Familie nicht deutsch gesprochen wird.

Gesamtkostenrahmen für Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule wird erhöht – u. a. Einrichtung einer „Kiss & Ride-Zone“

Der Bau- und Verkehrsausschuss und der Schulausschuss beraten am Donnerstag, 8. Juni, über die Erhöhung der Gesamtkosten für den Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule um 6,57 Millionen Euro auf dann 48,75 Millionen Euro.

Der größte Teil der den Gremien zur Beratung vorgelegten Mehrkosten wird mit 3,4 Millionen Euro für die Gesamtkosten zur Realisierung des Ideenteils veranschlagt. Mit der Umsetzung der Ideenteils, der bereits im der Entscheidung für den Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule vorangegangenen Architekturwettbewerb erstellt wurde, soll die Attraktivität des Stadtteils gesteigert und der Schulstandort mit der angrenzenden Fläche des Stadtbads Nord-Ost verbunden werden: Durch eine Ausweitung der Schulparkplätze südwestlich des Bades, der Einrichtung einer „Kiss & Ride-Zone“ zum sicheren Bringen und Abholen der Schulkinder sowie der Neugestaltung von Grünflächen, Fahrradstellplätzen und einer Radweg-Anbindung an dem Emscher Park Radweg erfährt der Schul- und Bade-Standort eine attraktive, offene Atmosphäre. Um die Finanzierung des Ideenteils und entsprechende Fördermittel beim Land beantragen zu können, wurde der ursprüngliche Entwurf nun konkretisiert und die Kosten zur Realisierung der landschaftsplanerischen Idee des Generalplaners auf 3 Millionen Euro – zusätzlich zu den Planungskosten in Höhe von etwa 400.000 Euro – veranschlagt.

Als maßgeblich für die zu veranschlagenden weiteren Kosten des Neubaus hat sich der Mehraufwand bei der Baufeldherrichtung und für die Erstellung des Bodengutachtens erwiesen. Diese entfallen zu 1.795.430 Euro auf die Herrichtung und Erschließung des Neubaus, sowie zu knapp 1 Million Euro auf die Baukosten für die Erstellung des Neubaus und zusätzliche Baunebenkosten mit weiteren rund 392.000 Euro. Dadurch hat sich ein Terminverzug von etwa zwei Monaten ergeben. Die geplante Fertigstellung des Neubaus zum Schuljahr 2020/2021 ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch möglich, witterungsbedingte Verzögerungen von mehr als acht Wochen würden den fristgemäßen Umzug der Schule erschweren.

Die insgesamt zu veranschlagende Erhöhung der Gesamtkosten für den Neubau und die Umfeldgestaltung der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Höhe von 6.571.000 Euro sollen in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro aus der Haushaltsplanung 2019/ 2020 finanziert werden.

Für den Ideenteil wird eine Förderung im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt – Investitionen im Quartier“ von voraussichtlich 80 Prozent der Kosten von 3,4 Millionen Euro, das heißt rund 2,7 Millionen Euro, angestrebt. Zusammen mit den 9,2 Millionen Euro, welche für den Hochbau und die Außenanlagen in Aussicht stehen, können somit voraussichtlich Fördermittel des Landes in Höhe von 11,9 Millionen Euro generiert werden.

Der Rat der Stadt Essen wird voraussichtlich in seiner Sitzung am 12. Juli über die Bewilligung der Gesamtkostenrahmens für den Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule – vorbehaltlich der Zustimmung der Kommunalaufsicht – entscheiden.

Zum Hintergrund:

Der Rat der Stadt Essen hat am 23.11.2016 den Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule beschlossen. Das massive drei- bis viergeschossige, nach aktuellen pädagogischen und architektonischen Ansprüchen errichtete Gebäude soll Platz für etwa 1.300 Schülerinnen und Schüler sowie 110 Beschäftigte bieten.

(ü. Pm.)

Im erweiterten Bereich des Offenen Ganztags-Gebäudes (OGS) auf dem Gelände der Schule an der Ruhr zwei unterschiedliche Herde mit erhöhten Werten sowohl im Oberflächenbereich als auch in bis zu drei Metern Tiefe

Die Ergebnisse der Messungen auf dem Gelände der Schule an der Ruhr liegen jetzt vor.
In den letzten Wochen sind an 14 Beprobungsstellen auf dem Gelände Boden- sowie Bodenluftproben genommen und untersucht worden.
Darüber hinaus sind Grundwasserproben entnommen worden.
Die Ergebnisse zeigen jetzt, dass es im erweiterten Bereich des Offenen Ganztags-Gebäudes (OGS) zwei unterschiedliche Herde mit erhöhten Werten sowohl im Oberflächenbereich als auch in bis zu drei Metern Tiefe gibt. Bereits vorläufige Messergebnisse hatten gezeigt, dass erhöhte Werte des Stoffs Tetrachlorethen in diesem Bereich zu erwarten sind. Insgesamt neun der Untersuchungsstellen im Bereich der Schule sind ohne jeden Befund.

Mit den jetzt vorliegenden Ergebnissen werden voraussichtlich in den kommenden Osterferien Präzisionsmessungen um die beiden Herdpunkte durchgeführt. Dabei werden erneut Boden- und Bodenluftproben entnommen.

Darüber hinaus führt die Stadt Kontrollmessungen in zehn Räumen des Kita-Gebäudes durch, es werden vier Passivsammler im Außenbereich der KiTa eingesetzt, eine Beprobung der Kinderspielflächen im Kita-Bereich sowie des OGS-Gebäudes durchgeführt sowie erneute Kontrollmessungen der Turnhalle. Die Gesamtkosten der durch die Stadt durchgeführten Maßnahmen liegen derzeit bei rund 100.000 Euro.

(ü. Pm.)

Wandtke (Grüne): Statistik verfälscht größeren Wunsch nach Gesamtschulplätzen

Auch für das Schuljahr 2017/18 mussten die Essener Gesamtschulen mehr als 130 Kinder abweisen, die eigentlich dort in die 5. Klasse der Sekundarstufe I aufgenommen werden wollten. Die aktuelle Schulstatistik der Stadt Essen verdeckt dieses Problem leider erneut. Angesichts dieser unzureichenden Darstellung der Anmeldesituation für weiterführende Schulen erklärt Walter Wandtke, schulpolitischer Sprecher der Ratsfraktion der Grünen:

„Wie seit Jahren schon decken die in Essen vorhandenen rund 1050 Gesamtschulplätze den Bedarf nicht ab. Wir brauchen deshalb dringend eine weitere 4- bis 5-zügige Gesamtschule. Kinder, die nach der Grundschule ihre Schullaufbahn in einer Realschule oder dem Gymnasium weiterführen wollen, haben es einfacher. Auch wenn sie an der eigentlich gewünschten Schule nicht angenommen werden können, bleibt zumindest nach Umverteilungen auf einen anderen Schulstandort allen die Chance, in der Schulform ihrer Wahl anzukommen.

Die Anmeldestatistik der Schulverwaltung erweckt den Eindruck, dass der Bedarf an Gesamtschulplätzen in den vergangenen 4 Jahren von 24% auf 21,4% gesunken sei, während der Bedarf nach Realschulplätzen in dieser Zeit von 23,6% auf 26,1% gestiegen sei. Tatsächlich aber mussten die Gesamtschulen in den letzten Jahren regelmäßig viele Schülerinnen und Schüler abweisen. Eine näher an dieser Schulrealität orientierte Statistik würde hingegen verdeutlichen, dass wir mit der Neugründung nur einer Gesamtschule eigentlich nicht auskommen. Deshalb müsste ernsthaft in Betracht gezogen werden, auch einmal ein nicht ausreichend nachgefragtes Gymnasium zur Umwandlung in eine Gesamtschule vorzuschlagen.“

Die Anfrage der grünen Ratsfraktion für den Schulausschuss am 8. März fordert deshalb einen Sachstandsbericht mit entsprechend differenzierteren Informationen über die aktuellen Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen.

Die Anfrage der Ratsfraktion der Grünen für den Schulausschuss am 8. März hat folgenden Wortlaut:

  1. Wie viele Schülerinnen und Schüler mit Erstwunsch Gesamtschule mussten bei den Anmeldungen zu den Eingangsklassen der Sekundarstufe 1 für das Schuljahr 2017/2018 in Folge einer Übernachfrage abgelehnt werden?
  2. Warum hält die Stadtverwaltung an der Praxis fest, in der Anmeldestatistik lediglich Angaben über die tatsächlich angenommenen und nicht auch die abgelehnten Schülerinnen und Schüler zu machen?

Begründung

Laut Presseinformation der Stadt Essen vom 19.2.2017 haben sich für das Schuljahr 2017/18 insgesamt 1.010 Schülerinnen und Schüler an den sieben Essener Gesamtschulen angemeldet. Die Anmeldungen an den Gesamtschulen machen laut dieser Information 21,4 % aller Anmeldungen zu den Eingangsklassen der Sekundarstufe 1 (Klasse 5) aus (Vorjahr: 22,4 %).

Bei dieser Betrachtungsweise wird jedoch nicht berücksichtigt, dass es eine starke Übernachfrage bei den Essener Gesamtschulen gibt. Die Statistik weist lediglich die Anzahl der Schülerinnen und Schüler aus, die tatsächlich an den Gesamtschulen aufgenommen wurden. Dagegen erfasst diese Statistik nicht die Anzahl von Kindern, die ihren Erstwunsch Gesamtschule nicht verwirklichen konnten.

(ü. Pm.)

„One Tree Per Child“ startet in der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017

Die Heisinger Ruhraue ist ein Schutzraum von europaweiter Bedeutung. Mitten im Ballungsraum bietet das Natura 2000-Gebiet einen idealen Lebensraum für zahlreiche heimische und im Ruhrgebiet seltene Tier- und Pflanzenarten. Und dieses Areal muss gesichert werden: Essener Grundschulkinder pflanzten am Freitag gemeinsam mit der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet 75 Bäume als Ergänzung für den Auenwald an den Ruhrufern – die Aktion ist zugleich der Auftakt einer Kooperation der Grünen Hauptstadt Europas mit der internationalen Initiative „One Tree Per Child“.

„Naturschutzgebiete spielen in einem Ballungsraum wie der Metropole Ruhr eine große Rolle. Die Heisinger Ruhraue befindet sich nicht mal zehn Kilometer von der Innenstadt entfernt – das macht sie besonders wertvoll für unser Stadtklima“, betonte Oberbürgermeister Thomas Kufen. Eichen, Linden, Ulmen, Wildäpfel und weitere typische Auenbäume wurden am Freitag eingesetzt. Weitere 675 werden in den kommenden Wochen folgen. Angestoßen wurde die Aktion von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Essen – gefördert wird sie vom Land NRW.

Aus Großbritannien angereist war auch Julian Dee von „One Tree Per Child“. Ins Leben gerufen wurde die Initiative von der Schauspielerin Olivia Newton-John gemeinsam mit dem australischen Moderator und Journalisten John Dee. Das Ziel: Jedes Kind soll im Laufe seiner Grundschulzeit einen Baum pflanzen. „Essen ist die erste Stadt Deutschlands, die mit ‚One Tree Per Child‘ zusammen arbeitet. Ich freue mich sehr auf weitere gemeinsame Aktionen in unserem Grüne Hauptstadt-Jahr“, sagte Simone Raskob, Umwelt- und Baudezernentin und Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017. Weltweit kooperieren Julian Dee und sein Team mit Kommunen und Schulen. Projekte gab es beispielsweise bereits in Australien, in den Niederlanden oder in Ruanda. Auch in Bristol, der Grünen Hauptstadt Europas im Jahr 2015, pflanzten zahlreiche Kinder Bäume. Und nun auch in Essen: Schülerinnen und Schüler der Carl-Funke-Schule, der Georgschule und der Schule am Wasserturm unterstützten die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet dabei, die ersten Bäume einzusetzen.

Foto I: Jochen Tack – Baumpflanzaktion Heisinger Ruhraue: Oberbürgermeister Thomas Kufen, Dr. Peter Keil, Geschäftsführer der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet, Julian Dee von „One Tree Per Child“ und Umwelt- und Baudezernentin Simone Raskob (v.l. n. r.)  mit Kindern der Carl-Funke-Schule.

(ü. Pm.)

 

Anmeldungen für die Sekundarstufe I abgeschlossen – Essener Schullandschaft bleibt stabil

Die Anmeldezahlen an den weiterführenden Schulen für das Schuljahr 2017/2018 liegen nun vor.

Insgesamt wurden 4.729 Schülerinnen und Schüler angemeldet. Die meisten Anmeldungen erfolgten wie im Vorjahr an den Gymnasien: 47,3 Prozent aller Schülerinnen und Schüler, die nach den Sommerferien eine weiterführende Schule besuchen werden, entschieden sich für diese Schulform. An den 16 städtischen Gymnasien sind 1.730 Anmeldungen zu verzeichnen, hinzukommen 506 Anmeldungen an privaten Gymnasien.

Am Viktoria-Gymnasium wurden lediglich 42 Kinder angemeldet. Hier werden zum kommenden Schuljahr nur Eingangsklassen gebildet, wenn zusätzliche Seiteneinsteiger von Grundschulen an diesen Standort übergeleitet werden. Das kommende Schuljahr wird nun das letzte Schuljahr sein, in dem das Viktoria-Gymnasium in jetziger und eigenständiger Form fortbestehen wird.; Schulträger und Bezirksregierung sind derzeit in enger Zusammenarbeit, um praktikable und zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln.

Auch am Mädchengymnasium Borbeck, dem einzigen Mädchengymnasium in öffentlicher Trägerschaft in NRW, wurden nur 43 Anmeldungen verzeichnet. Durch Beratungen an und mit anderen Gymnasien, werden jedoch voraussichtlich weitere Anmeldungen hinzukommen, so dass die notwendigen zwei Eingangsklassen gebildet werden können. Gleichwohl wird mit den Verantwortlichen der Schule und der Bezirksregierung in den nächsten Monaten und im nächsten Jahr gemeinsam beraten, wie das Mädchengymnasium weiterentwickelt werden kann. Dabei muss auch erörtert und untersucht werden, ob eher eine koedukative Zukunft angestrebt werden soll. Die privaten Gymnasien BMV in Holsterhausen und das Mariengymnasium in Essen-Werden sind diesen Weg bereits erfolgreich gegangen. Gemeinsam mit allen Beteiligten werden alle Möglichkeiten eingehend geprüft.

Die zwölf Realschulen der Stadt nehmen im kommenden Schuljahr 1.232 neue Schülerinnen und Schüler auf; also haben die Essener Eltern 100 Kinder mehr in dieser Schulform angemeldet als im letzten Jahr, was ein Beleg für die wachsende Beliebtheit der Realschule gewertet werden kann. Besonders erfreulich ist die Entwicklung in Stoppenberg und in Kettwig. In Stoppenberg, an der Dependance der Franz-Dinnendahl-Realschule (ehemals Richard-Schirrmann-Realschule) sind 54 Schülerinnen und Schüler angemeldet. Vorbehaltlich der Zustimmung der Bezirksregierung wird die Verwaltung aufgrund dieser Entwicklung dem Schulausschuss vorschlagen, an diesem Standort wieder eine eigenständige Realschule zu errichten. In Kettwig, an der Dependance der Albert-Einstein-Realschule im Stadtwald, sind 62 Kinder angemeldet. Das sind 23 Kinder mehr als zuletzt im Schuljahr 2015/2016 an der Realschule Essen-Kettwig am selben Standort angemeldet wurden.

Einziges Sorgenkind ist aktuell die Bertha-von Suttner-Realschule. Hier wurden nur 33 Anmeldungen verzeichnet. Allerdings rechnet die Verwaltung noch mit weiteren Anmeldungen, insbesondere weil nicht an allen Realschulen alle Kinder angenommen werden können. Das Schulamt geht davon aus, dass noch genügend Eltern mit ihren Kindern für eine Anmeldung an der Bertha-von-Suttner Realschule beraten werden können. Als Schulträger wird die Stadt im kommenden Schuljahr gemeinsam mit der Bezirksregierung und dem Schulkollegium daran arbeiten, wie die Situation zum nächsten Schuljahr verbessert werden kann. Auf diese Realschule möchte die Stadt in Zukunft nicht verzichten.

Die sieben Essener Gesamtschulen kommen insgesamt auf 1.010 Anmeldungen.

Nur 2,7 Prozent aller Anmeldungen fielen auf die drei Hauptschulen, in Zahlen gingen hier 127 Anmeldungen ein.

Die Sekundarschule am Stoppenberg verzeichnet 150 Anmeldungen.

Die Anmeldezahlen bestätigen den Trend der vergangenen Jahre: Die Essener Schullandschaft bleibt stabil. Auch zeigen sie auf, dass das vielfältige und stabile Bildungsangebot Essens seine Berechtigung hat.

(ü. Pm.)

„Rechtskunde für jugendliche Flüchtlinge“- Justizminister besucht Essener Schule

Seit Anfang April vergangenen Jahres unterrichtet Dr. Peter Wilfinger, Vorsitzender Richter am Landgericht Essen, im Rahmen des Deutschunterrichts den Basiskurs „Recht für junge Flüchtlinge“ in der Willkommensklasse an der Realschule „Am Schloss Borbeck“. Insgesamt 17 jugendliche Flüchtlinge im Alter von 11 bis 16 Jahren, die überwiegend aus muslimisch geprägten Länder stammen, werden von ihm in mehrstündigen Basiskursen mit unserer demokratischen Rechtsordnung und den Grundwerten der Verfassung vertraut gemacht. Thomas Kutschaty, Borbecker Landtagsabgeordneter und im Hauptberuf Justizminister des Landes NRW hat es sich nicht nehmen lassen, am Freitag (3.2.) persönlich eine Doppelstunde zu besuchen.

Justizminister Thomas Kutschaty (Mitte) mit dem Basiskursleiter Dr. Peter Wilfinger, Vorsitzender Richter am Landgericht Essen (links) und Schulleiter Avedis Pektopalyan (rechts) bei der Übergabe der Teilnehmerurkunden an die Schülerinnen und Schüler der Willkommensklasse an der Realsschule „Am Schloss Borbeck“.

Darüber hinaus nutzte er die Gelegenheit, mit den jungen Flüchtlingen zu diskutiert, ob ein Einreiseverbot – wie es nun in den USA erlassen wurde – mit den Werten unseres Grundgesetzes in Einklang steht. „Diese Kurse sind ein wichtiger Baustein für die erfolgreiche Integration der jungen Menschen“, so der Minister. Darüber hinaus machte er den Jugendlichen die überwiegend aus Syrien, Rumänien, Albanien, Bulgarien und aus kurdischen Gebieten stammen deutlich, dass eine unabhängige Justiz wie sie es in Deutschland gibt, gut und wichtig für unser Land und die Menschen ist. Auf Initiative des Landesjustizministeriums NRW engagieren sich Richterinnen und Richter in Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Basiskurse „Rechtskunde für jugendliche Flüchtlinge“ mit dem Ziel, ihnen das deutsche Rechtssystem und den Aufbau des Rechtsstaates näher zu bringen sowie ihnen das Gewaltmonopol des Staates und insbesondere das Verbot der Selbstjustiz und die Grenzen der Notwehr deutlich zu machen. Zeitlich wird der Rechtskundeunterricht so auf die Unterrichtsplanung abgestimmt, dass weiterhin alle Schülerinnen und Schüler mit Flüchtlingshintergrund am Unterricht teilnehmen können. Die Deutschkenntnisse der Schülerinnen und Schüler sind ausreichend, um dem Unterricht zu folgen und Wortbeiträge zu leisten. Neben der Realschule „Am Schloss Borbeck“ finden diese Basiskurse für junge Flüchtlinge auch am Gymnasium „Am Stoppenberg“ und an der „Helene-Lange“ Realschule statt.

Das Titelfoto zeigt die interessierten Schülerinnen und Schüler beim Vortrag von Basiskursleiter Dr. Peter Wilfinger, Vorsitzender Richter am Landgericht Essen (Mitte) gemeinsam mit Justizminister Thomas Kutschaty (links) und Klassenlehrerin Susan Ousseili

(Fotos: D.F., JMNRW)

Krebsgefährdende Stoffe: Stadt nimmt weitere Prüfungen an der Schule an der Ruhr vor

Die Stadt Essen hat weitere Prüfungen des Geländes an der Schule an der Ruhr in Auftrag gegeben.

Im ersten Schritt hat die Feuerwehr Essen bereits gestern (1.2.) die Kriechgänge unterhalb des Schulgebäudes untersucht. Dabei sind keine auffälligen Ablagerungen festgestellt worden. Aufgrund der niedrigen Gänge konnte allerdings auch nur ein Teilbereich begangen werden. Im Laufe des heutigen nachmittags finden die Vorbereitungen für die Entnahme der Bodenluftproben statt. Hierfür sollen ringförmig um das Schulgebäude drei Meter tiefe Bohrungen (14) durchgeführt werden. Die Stadt wird außerdem – ebenfalls um das Gebäude herum – Grundwasserproben entnehmen.
Das Umweltamt der Stadt Essen hat darüber hinaus das Landesamt für Natur und Verbraucherschutz (LANUV) beauftragt, eine entsprechende Kontrollmessung durchzuführen.
Die Ergebnisse aus der Beprobung der Kindertagesstätte auf dem Gelände werden voraussichtlich Mitte nächster Woche erwartet.

Die Turnhalle an der Schule an der Ruhr ist für den Schulsport bereits gesperrt. Im Laufe des morgigen Freitags (3.2.) werden gemeinsam mit den Sport- und Bäderbetrieben der Stadt Essen (SBE) auch die Sportvereine über die vorläufigen Ergebnisse informiert. Die Vereine können dann entscheiden, ob sie den Vereinssport in der Turnhalle ruhen lassen. Das gilt auch für anstehende Veranstaltungen. Die Stadt bittet in jedem Fall auch die Gäste über den aktuellen Stand zu informieren.
(ü. Pm.)

Jugendfarm: Winterschule für Seiteneinsteiger

Die gesamten Weihnachtsferien über organisierte das „Zukunft Bildungswerk“ auf der Jugendfarm Altenessen für knapp 50 Seiteneinsteiger eine Kombination aus sprachlicher Förderung und kulturellem Programm. Die Aktion fand erstmalig auf dem Areal an der Kuhlhoffstraße statt, viele der Kinder und Jugendlichen tauchten in eine völlig Welt ein.

Das „Zukunft Bildungswerk“ wurde im Juni 2015 gegründet und engagierte sich gemeinsam mit dem Runden Tisch Karnap für Seiteneinsteiger aus dem Zeltdorf Mathias-Stinnes-Stadion. Zu Beginn konnte es noch mehrere Monate bis zur Einschulung der Kinder und Jugendlichen dauern, ein Angebot für vorbereitende Sprachförderung sollte diese Zeit überbrücken. Inzwischen ist das Zeltdorf zwar aufgelöst und die Familien sind in Wohnungen oder anderen Unterkünften, aber das Bildungswerk begleitet die Minderjährigen weiterhin.

Gerade in den Ferien besteht die Gefahr, dass der Lernprozess unterbrochen wird: „Wir wollen diese Lücke schließen“, erklärt Turgay Tahtabas, Geschäftsführer des „Zukunft Bildungswerks“. Fand die Ferienbetreuung bisher in den Räumlichkeiten der Evangelischen Kirchengemeinde Karnap statt, musste diesmal eine Alternative gefunden werden: „Unsere Idee war schon immer, auch etwas für die Flüchtlinge zu machen“, lud Frank Felden, Teamleiter der Jugendhilfe Essen, die knapp 50 Seiteneinsteiger deshalb über die Weihnachtsferien auf die Jugendfarm ein.

Anknüpfung an weitere Angebote

An allererster Stelle steht für die Kinder und Jugendlichen der breiten Alterspanne von sechs bis 16 Jahren die Lernförderung. Das Zukunft Bildungswerk kombiniert den Sprachunterricht aber stets mit kulturellem Programm — und jeder Menge Spaß! Im Rahmen eines Body-Percussion-Workshops beispielsweise lernen die Kinder und Jugendlichen Begriffe für Stimmen, Geräusche oder Klänge. Ein mehrsprachiger Chor vermittelt Monatsnamen über ein Lied. Zusätzlich ging es in der vergangenen Woche für einen Tag nach Köln, wo das Gelernte in einem Musikatelier präsentiert wurde.

Noch spannender wurde das etablierte Angebot durch den zweiwöchigen Aufenthalt auf der Jugendfarm. Schon das Kennenlernen der Farm selbst war dabei ein aufregendes Erlebnis: „Für die meisten ist das schließlich eine völlig neue Welt“, weiß JHE-Teamleiter Felden. Sind den Kindern und Jugendlichen manche der Tiere anfangs gar nicht geheuer, verlieren sie im Kontakt nach und nach die Scheu. Gleichzeitig lernen sie angemessenen Respekt vor den Farmbewohnern: „Es geht auch darum, sie an die Verantwortung heranzuführen, die im Umgang mit den Tieren notwendig ist.“ Die Pflege der Vierbeiner wird dann schnell zum kleinen Höhepunkt für die Kids: „Die sind unheimlich wissbegierig, die haben unheimlich viel Spaß“, freut sich der Jugendhilfe-Teamleiter. Abgerundet wird die abwechslungsreiche Erfahrung mit Stockbrot und Lagerfeuer.

Gleichzeitig können die zwei Wochen Farm-Urlaub n vielerlei Hinsicht ein Wegbereiter sein. Unter normalen Umständen hätten die Kinder den Weg aufs Altenesser Hofidyll vielleicht nicht gefunden, jetzt besteht die Chance, einige bald wieder an der Kuhlhoffstraße begrüßen zu dürfen: „Das ist eine gute Anknüpfung an die anderen Angebote der Kinder- und Jugendarbeit der Jugendhilfe Essen“, erklärt Felden.