Schmutzler-Jäger (Grüne): Essen braucht Green-City-Masterplan zur nachhaltigen Mobilität

Anlässlich des von der Bezirksregierung organisierten gestrigen Spitzengesprächs im Essener Rathaus zur Überarbeitung des Luftreinhalteplans erklärt Hiltrud Schmutzler-Jäger, Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion der Grünen:

„Die bislang bekannt gewordenen Maßnahmen des Spitzengesprächs reichen nicht aus, um ein Diesel-Fahrverbot in Essen wirksam zu verhindern. Notwendig ist dagegen ein Bündel an Maßnahmen zum Ausbau des Nahverkehrs und Radverkehrs, zur Förderung der Elektromobilität und zur intelligenten Verkehrssteuerung.

Dies ist umso dringlicher, da seit dem bundesweiten Dieselgipfel feststeht, dass die Bundesregierung den Kommunen 500 Millionen Euro Fördermittel zur Verbesserung der Luftqualität in den Städten bereitstellt. Die grüne Ratsfraktion wird in der kommenden Ratssitzung beantragen, dass sich die Stadt Essen möglichst viele dieser Mittel sichert. Dazu muss der Rat allerdings einen Green-City-Masterplan verabschieden. Diese Mittel sollten nach unserer Auffassung insbesondere in die Anschaffung von Elektrobussen, den Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Radverkehrsinfrastruktur gesteckt werden.

Dazu sind zwar auch eigene finanzielle Anstrengungen der Stadt Essen erforderlich. Doch wenn wir jetzt nicht in umweltfreundliche Mobilität investieren, dann werden Gerichte die Stadt zu dem von keinem gewollten Diesel-Fahrverbot zwingen.“

Umweltbildung mit Ameise Anni

Umweltbildung fängt bei den Kleinsten an. In diesem Zusammenhang entwickelte die Essener Aktionskünstlerin Veronika Maruhn im Jahr der Grünen Hauptstadt ein Mitmach- Kindertheaterstück mit der Hauptfigur Ameise Anni. Nach dem großen Erfolg des Stückes in 49 städtischen Kitas brachte „Anni“ heute Vormittag bei einer Schnuppervorstellung in der Kindertagesstätte Ohmstraße das Thema Umweltschutz mehr als 100 begeisterten Essener Kindern näher. Das Besondere: Ab sofort besucht die Ameise auch die Kitas und Grundschulen, die nicht von der Stadt Essen betrieben werden.

Umweltschutz kann ganz spielerisch sein: Das zeigte Veronika Maruhn als Ameise Anni. Mit der interaktiven Theatervorstellung – einem Projekt der Grünen Hauptstadt Europas – erklärte die Ameise den aufmerksamen Kindern, weshalb der Umweltschutz für eine gesunde und grüne Zukunft wichtig ist. Über Zerstörung und Wiederaufbau eines Ameisenhaufens bildete sie beispielhaft das Leben in einer Stadt nach. Gemeinsam mit den Essener Kindern entwickelte Ameise Anni Ideen und Lösungen, wie der Neuaufbau der Ameisenstadt lebenswert und umweltfreundlich gestaltet werden kann.

Anni ist im letzten halben Jahr bereits in allen 49 städtischen Kitas gewesen. Nach diesem großen Erfolg ist die Ameise jetzt bereit, weitere Kitas und Grundschulen zu besuchen, damit möglichst viele Essener Kinder die Ameisenstadt in der Grünen Hauptstadt erleben können.

Informationen zu Terminen und Kosten für interessierte Kitas und Grundschulen unter theaterzebula@gmx.de.

Foto: Ameise Anni mit Kindern der Kita Ohmstraße.
Fotograf: Rupert Oberhäuser

Die ehemaligen Zeltdorf-Standorte Levinstraße und Vaestestraße sollen renaturiert werden

Die ehemals für die Unterbringung von Flüchtlingen als Zeltdorfstandorte genutzten Flächen an der Levinstraße in Dellwig und der Vaestestraße in Burgaltendorf sollen renaturiert werden. Das fordern SPD und CDU in einem gemeinsamen Antrag, der am kommenden Donnerstag im Bau- und Verkehrsausschuss beschlossen werden soll.

„Damit kommen wir einem Versprechen nach, dass den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort gegeben wurde, als die Standorte im letzten Jahr dringend für die Unterbringung von Flüchtlingen gebraucht wurden. Jetzt, wo die Zeltdörfer wieder abgebaut wurden, ist es an der Zeit, die Flächen in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen“, meint der SPD-Fraktionsvorsitzende Rainer Marschan.

Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Jörg Uhlenbruch wünscht sich die Grünflächen an den Standorten Levinstraße und Vaestestraße zurück: „ Im kommenden Bauausschuss werden die Fraktionen von SPD und CDU per Dringlichkeitsantrag die Renaturierung der ehemaligen Zeltdorf-Standorte Levinstraße und Vaestestraße beantragen. In Dellwig hatte auch die örtliche Bezirksvertretung auf eine zügige Renaturierung gedrängt und dies sogar zu einem Projekt im Rahmen der Grünen Hauptstadt gemacht. Auch die Bezirksvertretung für den Stadtbezirk VIII erkundigte sich regelmäßig nach dem Stand der versprochenen Renaturierung am Standort Vaestestraße.“

(ü. Pm.)

 

Stadt bittet um weitere Anmeldungen zum Rekord-STADTRADELN

Am Freitag, 9. Juni, lädt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Essen auch in diesem Jahr zu einer Fahrradtour der besonderen Art ein: Um 21 Uhr startet auf dem Willy-Brandt-Platz das sechste Essener „NachtRADELN“. Nach dem großen Erfolg der vergangenen Jahre rechnen die Veranstalter mit mehreren hundert radbegeisterten Teilnehmerinnen und -teilnehmern.

Zum offiziellen Abschluss des Essener STADTRADELNs erwartet alle Fahrradbegeisterten auch in diesem Jahr wieder ein besonderes Ereignis: Die etwa zweistündige Tour durch das nächtliche Essen führt auf rund 25 Kilometern vom Essener Willy-Brandt-Platz über Bottrop und Gladbeck nach Gelsenkirchen in den „Revierpark Nienhausen“.

Absoluter Rekord
Ute Zeise, Mobilitätsmanagerin der Essener Klimaagentur und Organisatorin des Essener STADTRADELNS, rechnet auch in diesem Jahr mit einem eindrucksvollen Zug von beleuchteten Radlern. „Bisher haben die über 1.300 Teilnehmenden bereits über 320.000 km zurückgelegt. Das ist neuer Rekord! Zum Abschluss am Freitag wollen alle Fahrrad-Aktiven ein deutliches Zeichen für die Radverkehrsförderung in der Metropole Ruhr setzen und nochmal ordentlich Kilometer für das Essener STADTRADELN sammeln. Es ist toll, dass der ADFC Essen auch in diesem Jahr eine solche Veranstaltung möglich macht!“
Die Veranstalter hoffen, dass – wie in den Jahren zuvor – die Begleitung durch die Polizei ein relativ ungestörtes und zügiges Radeln über Hauptverkehrsstraßen ermöglicht. Am Zielort „Revierpark Nienhausen“ erwartet alle NachtRADLERINNEN und – RADLER warme und kalte Getränke sowie ein spätabendlicher Imbiss, die Rückfahrt kann entweder individuell oder als geführte Tour angetreten werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme am NachtRADELN ist selbstverständlich kostenlos. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine funktionierende Lichtanlage.

NachtRADELN & CRITICAL MASS
Das Besondere ist auch in diesem Jahr die Möglichkeit der Kombination des Essener NachtRATDELNs mit der Aktion „CRITICAL MASS“: Dabei treffen sich am 2. Freitag im Monat Radlerinnen und Radler für eine Fahrt kreuz und quer durch Essen – ohne Veranstalter und ohne vorgegebene Route
Am Freitag, 9. Juni, finden beide Veranstaltungen am selben Tag statt: Die „CRITICAL MASS“ startet um 19 Uhr, also zwei Stunden vor dem „NACHTRADELN“, ebenfalls am Willy-Brandt-Platz. Beide Radfahrten ergänzen sich trotz ihrer unterschiedlichen Charakteristik hervorragend, was den Reiz für eine Teilnahme an beiden Veranstaltungen zusätzlich erhöht.

Zum Hintergrund:
Kurz vor dem Abschluss der Aktion fällt die Zwischenbilanz des Essener STADTRADELNs 2017 erfreulich gut aus: Über 1.300 Essenerinnen und Essener nehmen in 116 Teams wieder an der bundesweiten Aktion teil, davon sind neun Mitglieder des Essener Stadtrates. Insgesamt legten die engagierten Radlerinnen und Radler bis jetzt (Stand: 7. Juni, 10 Uhr) 323.398 Kilometer mit dem Fahrrad zurück und vermieden dabei etwa 46 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid (Berechnung basiert auf 142 g CO2 pro Kilometer). Diese Ergebnisse werden sich erfahrungsgemäß bis zum Abschluss der Aktion am 9. Juni noch verbessern.
Die Anmeldung zum Stadtradeln ist auch jetzt noch möglich und sinnvoll: Zum einen können die in der Zeit vom 20. Mai bis 9. Juni gefahrenen Kilometer bis zum 16. Juni nachgetragen werden, zum anderen setzt jede Anmeldung und jeder gefahrene Kilometer ein Zeichen für das Fahrrad als flexibles Verkehrsmittel.
Von den insgesamt 17 teilnehmenden Revierstädten belegt Essen auch bei dieser Zwischenbilanz den Spitzenplatz innerhalb der „Metropole Ruhr“.

Alle Informationen zum Wettbewerb, den Preisen und zur Anmeldung unter www.klimawerkstadtessen.de/stadtradeln oder www.stadtradeln.de/essen.

Titelfoto: Peter Prengel

Klimawandel hautnah

Katastrophenschutz statt Familienfest: Am vergangenen Pfingstwochenende hatten Menschen in zahlreichen Regionen des Landes mit hochdramatischen und außergewöhnlichen Wetterlagen und Starkregen zu tun. Über die Jahre zeichnet sich dabei ein Trend ab: Gerade in Städten werden die Folgen des Klimawandels immer stärker spürbar. Städtische Grünanlagen können nicht nur einen wirksamen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten sondern gleichzeitig zum Klimaschutz beitragen und somit die Wahrscheinlichkeit extremer Wetterereignisse reduzieren.

Starkregen als Folge des Klimawandels
Regionale Extremwetterereignisse wie Hitze, Sturm und Starkregen sind nicht nur für Menschen belastend. Starkregen kann schnell zu ansteigenden Wasserständen und zu Überschwemmung führen, häufig auch geht er mit Bodenerosion einher.

Genau das ist vielerorts geschehen. Ein Beispiel: Schwere Unwetter überzogen den Landkreis Hildesheim in Niedersachsen am Sonntagabend. Innerhalb kürzester Zeit fielen 40 Liter Wasser pro Quadratmeter. In Nordhessen wurden laut Polizei Straßen überschwemmt und Keller geflutet. Der Frankfurter Flughafen meldete zahlreiche Flugausfälle und Verspätungen.

Klimaforscher sagen voraus, dass derartiger regionaler Starkregen auch zukünftig verstärkt auftreten wird. Laut einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimaforschung (PIK) und des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) könnte sich die durch Extremwetter verursachte Schadenssumme von derzeit 500 Millionen Euro jährlich ohne entsprechende Gegenmaßnahmen deutlich vervielfachen.

„Hochwasser ist auch die Folge ökologischer Sünden, deshalb sind wachsende Städte und Kommunen und die damit einhergehende Versiegelung von Flächen für diese Ereignisse mitverantwortlich“, so  Eiko Leitsch, Vizepräsident des Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL).

Hochwasserschutz durch Entsiegelung
Insbesondere bei Starkregenereignissen mit über 100 Litern pro Quadratmeter wird die städtische Kanalisation überbelastet: Die Kanalnetze können derartige Niederschlagsmengen nicht aufnehmen, überflutete Keller und Straßen sowie schwimmende Autos sind im Extremfall die Folge.

Abhilfe schafft da natürlicher, vorbeugender Hochwasserschutz:  Grünflächen, auch Gründächer, sind wichtige Wasserspeicher, die Überschwemmungen verhindern helfen. Vegetationsräume und Versickerungsflächen mit Pflanzen wie Parks oder Stadtwälder können hier einen wichtigen Beitrag leisten.

„Besonders die Entsiegelung asphaltierter und betonierter Flächen ist eine wichtige Maßnahme, um die natürliche Versickerung und Verdunstung von Regenwasser zu reaktivieren, die Kanalisation zu entlasten und den Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schützen“ so der Vizepräsident.
Derzeit wird allerdings täglich eine Fläche von rund 88 Fußballfeldern, umgerechnet etwa 63 Hektar Land, in Deutschland versiegelt. Gemäß der Empfehlung des Rates für Nachhaltige Entwicklung sollte die Flächeninanspruchnahme bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar pro Tag begrenzt werden. „Langfristig streben wir ein Netto-Null-Ziel an“, so Leitsch.

Wetterrisiken entgegensteuern
Gleichzeitig bietet städtisches Grün eine vergleichsweise kostengünstige Alternative, um den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzusteuern. Die Fähigkeit von Pflanzen und Grünflächen, Niederschläge zurückzuhalten und somit die Kanalisation in den Städten zu entlasten, können bei der Reduzierung von Extremwetteraufkommen helfen. Hinzu kommt, dass Pflanzen Kohlenstoff binden und diesen der Atmosphäre entziehen. Zudem reduzieren sie die Belastungen durch Feinstaubemissionen.

Weitere Informationen zu städtischem Grün unter
www.gruen-in-die-stadt.de

(ü. Pm.)
„Grün in die Stadt“ ist eine Initiative des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. Die Initiative bündelt Informationen zu vielen positiven Aspekten städtischen Grüns und dient zugleich als Plattform für Dialog und Austausch mit allen Interessierten.

Mit Geschenken für die Umwelt

Eine Überraschung erlebten am Dienstagmorgen Bürgerinnen und Bürger, die mit dem Rad auf dem Weg zur Arbeit waren. Die Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017 sagte „Danke“ und verteilte kleine Präsente an drei stark frequentierten Stellen im Stadtgebiet – am Zugang auf die Trasse an der Zornigen Ameise, an der Kreuzung Kahrstraße/ Rüttenscheider Straße und am Radschnellweg Ruhr (RS1) an der Universität Duisburg-Essen.

„Plastikbuttons“ und Verpackung… aber wie heißt es so schön… einem geschenkten Gaul… schaut man nicht ins Maul..“

„Wir möchten uns bei all denen bedanken, die einen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität in unserer Stadt leisten, indem sie im Alltag mit dem Fahrrad unterwegs sind“, sagt Simone Raskob, Umwelt- und Baudezernentin der Stadt und Projektleiterin der Grünen Hauptstadt. Unter anderem wurden Fahrradklingeln, Reparatursets, Speichenreflektoren, Rucksackbeutel und Flaschen verschenkt. Die Aktion wird in diesem Jahr noch mehrmals wiederholt – wann und wo wird noch nicht verraten. Aber auch beim nächsten Mal werden Fahrrad-Pendler wieder mit einem kleinen Dankeschön überrascht.

Fotos: Jochen Tack

(ü. Pm.)

Aufruf zur Straßenbaumbewässerung

Auch wenn die Wässerung der gepflanzten Jungbäume im Stadtgebiet durch die von Grün und Gruga beauftragten Firmen gut funktioniert, freut sich der städtische Eigenbetrieb, wenn die Bürgerinnen und Bürger ihren grünen Daumen unter Beweis stellen und ergänzend den einen oder anderen Eimer Wasser für die Jungbäume an den Straßen (und anderswo) erübrigen könnten. Im Idealfall könnten die hilfsbereiten Bürgerinnen und Bürger mindestens fünf mal zehn Liter je Baum hintereinander in den Gießring – der kleine Erdwall am Stammfuß – schütten.

Zum Hintergrund: Nach dem Orkan „Ela“ wurden bereits zahlreiche Bäume nachgepflanzt, viel mehr als in „normalen“ Jahren. Bei so einer Trockenheitswelle sind den „Grünfirmen“ und Grün und Gruga logistisch (trotz aller Bemühungen) leider Grenzen gesetzt.

(ü. Pm.)

B 224 Werden Interessengemeinschaft sendet offenen Brief an OB Kufen

In einem offenen Brief an den Oberbürgermeister von Essen artikuliert sich die Interessengemeinschaft B 224 Werden:

Herrn                                                                                                                                                       Oberbürgermeister                                                                                                                               Thomas Kufen
Oberbuergermeister@essen.de

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
am 25.4.2017 haben wir nachgewiesen, dass die gleich hohe grenzwertüberschreitende Stickstoffdioxidkonzentration (NO 2) in Abtei- und Brückstraße die geplante Verkehrsverlagerung unmöglich macht.
Doch sowohl die bereits im Rahmen der Verkehrsuntersuchung Ortskern Essen-Werden Juni 2012 von den Gutachtern ermittelten Lärmwerte, als auch im aktuellen Lärmaktionsplan ermittelten Lärmpegel für die Abteistraße, lassen dies ebenfalls nicht zu.
Auf der Seite 14 oben stellen die Gutachter fest, dass:  “ Tagsüber liegt die Lärmbelastung direkt an der B224 bei >75 dB (A) und auch in den Seitenbereichen ist die Belastung vergleichsweise hoch“.
Im aktuellen Lärmaktionsplan liegt der Lärmpegel in der Brückstraße bei 74,6 – 81,75 dB(A) und in der Abteistraße bei 72,4 – 79,0 dB(A).
Das nts-Gutachten hat die Immissionsgrenzwerte entsprechend den Ausweisungen der Durchführungspläne von Anfang 1960 für die Brückstraße mit 64 dB(A) am Tag und mit 54 dB(A) in der Nacht und die für die Abteistraße mit 59 dB(A) am Tag und mit 49 dB(A) in der Nacht ermittelt. Laut nts-Gutachten (Seite 5) entsprechen mindestens 3 dB(A) einer Verdopplung/ Halbierung des Verkehrsaufkommens.                                                                                                                       Um das ehrgeizige Ziel des Lärmaktionsplanes zu erreichen, müssten die derzeitigen Verkehrsbelastungen mehrfach halbiert werden.
Ziel des aktuellen Lärmaktionsplans aber ist: “Beim Neubau von Straßen sollen bei städtischen Bauleitverfahren mindestens bei Krankenhäusern, Schulen, Kurgebieten, reinen und allgemeinen Wohngebieten die freiwilligen Lärmziele der Bewerbung der „Grünen Hauptstadt Europas“ von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht angestrebt werden“.
Um die Grenzwerte zu erreichen, müssten die ermittelten Lärmpegel von im Mittel 75 dB(A) für beide Straßen um 11 bzw. – 16 dB(A) laut Lärmaktionsplan sogar um 20 dB (A) gesenkt werden.
Mit dem Einbau von LOA (Lärm optimierter Asphalt) kann eine Minderung von 3 dB(A) erreicht werden, verbleiben 8 – bzw. 13 dB(A), bzw. 17 dB(A) laut Lärmaktionsplan in Brück- und Abteistraße.
Die Immissionsgrenzwerte werden dann immer noch mit 8 bzw. – 13 dB(A), bzw. 17 dB(A) laut Lärmaktionsplan, deutlich überschritten.
Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Folgt man den Zahlen des Lärmaktionsplans, dann hat der Verkehr nicht ab, wie von den Gutachtern angenommen, sondern erheblich zugenommen.
Die Verkehrsuntersuchung/Verkehrszählung, zurzeit umfänglicher Kanalbaumaßnahmen, hat für die Brückstraße ein Verkehrsaufkommen in Höhe von 16.116 DTVw (durchschnittlicher Verkehr an Werktagen) ermittelt. Der Lärmaktionsplan geht von 27.200 DTVw  (24.930 DTV = durchschnittliches Verkehrsaufkommen übers Jahr gerechnet) in der Brückstraße aus.
Für die Abteistraße hat die Verkehrsuntersuchung/Verkehrszählung zurzeit umfänglicher Kanalbaumaßnahmen ein Verkehrsaufkommen in Höhe von 15.809 DTVw (durchschnittlicher Verkehr an Werktagen) ermittelt. Der Lärmaktionsplan geht von 20.600 DTVw (durchschnittlicher Verkehr an Werktagen) (bzw. 18.900 DTV= durchschnittliches Verkehrsaufkommen übers Jahr gerechnet) in der Abteistraße aus.                                                                                                                               Laut dem Gutachter Helmert liegen die DTV – Werte um 9 – 10% unter den DTVw-Werten.
Der DTVw – Wert laut Lärmaktionsplan 2017 für die Brückstraße liegt bei 27.200 DTVw Verkehrsbewegungen pro Werktag. Diese Werte, laut Lärmaktionsplan, treffen jedoch nur auf die Verkehrsbewegungen auf dem Abschnitt der Brückstraße zwischen Propsteistraße und Heckstraße, nicht aber für die Brückstraße zwischen Heck- und Grafenstraße, zu.
Im unmittelbaren Vergleich der betroffenen Einwohnerzahl in Brück- und der Abteistraße zwischen Markt und Gustav – Heinemann-Brücke gibt es keine gravierenden Unterschiede.
Der Verkehr hat offensichtlich zu – und nicht, wie von den Gutachtern in der Verkehrsuntersuchung angenommen, abgenommen. Auch die aktuelle Bevölkerungsentwicklung widerspricht der Annahme der Gutachter, dass die Bevölkerungszahlen zurückgehen.
Die Gutachten sind veraltet.
Ob die weitere Annahme der Gutachter, dass die A 44 Spange zwischen Velbert Nord und Ratingen Ost zwar Mehrverkehr auf der Heidhauser Str. und eine geringe Entlastung für den Ortskern von Werden bringt, wird sich, wenn überhaupt, voraussichtlich erst 2020 zeigen.
Sie, Herr Kufen, unterstützen eine weitere Zunahme der Verkehrsbelastung und nehmen gesundheitliche Schäden für die Betroffenen billigend in Kauf.  Die Lärmpegel werden in einer Höhe von 4 m über Gelände gemessen.   Der gesundheitsgefährdende Lärm trifft den Bürger direkt und stärker im Bürgersteigbereich. Sie wägen die Interessen der betroffenen Bürger nicht gerecht ab und missachten rechtsgültige Verordnungen.
Herr Kufen setzen Sie sich für sinnvolle Alternativen (Umfahrung) ein.                 Stoppen Sie diesen Unsinn, bevor es Gerichte tun.
Mit freundlichem Gruß
Rita Boegershausen                                                                                                                                www.b224werden.de

Waldbrandgefahr erhöht sich jeden Tag

 Bei der bestehenden Hitze vergrößert sich trotz gelegentlicher Schauer die Waldbrandgefahr.

Donnerstag, 1., und Freitag, 2. Juni, wird es sehr sonnig und es bleibt niederschlagsfrei, wodurch die Waldbrandgefahr zunimmt und Freitag voraussichtlich bei der mittleren Stufe (3) liegt. Der Grasland-Feuerindex (GLFI), welcher anzeigt, wie hoch die Gefahr auf offenem, nicht abgeschattetem Gelände mit abgestorbenem Wildgras ist, liegt sogar bei hoher Gefahr (4).

Für Waldbesucherinnen und Waldbesucher ist es sehr wichtig, bestimme Verhaltensregeln zu beachten:

  • Auf das Rauchen im Wald verzichten und auch keine Zigaretten aus dem Fahrzeug werfen,
  • kein Feuer/Grillen im Wald (100 Meter Mindestabstand),
  • Freihalten der Waldzufahrten für die Feuerwehr,
  • Fahrzeuge nicht im hohen Gras abstellen, da die Abwärme des Fahrzeugs ausreicht um dieses in Brand zu setzten,
  • erhöhte Aufmerksamkeit beim Waldbesuch,
  • kleine Entstehungsbrände direkt löschen (wenn das gefahrlos möglich ist),
  • Brandherde der Feuerwehr melden und den Wald auf kürzestem Weg verlassen,
  • andere Waldbesucherinnen und Waldbesucher auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen.

Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld rechnen. Im Extremfall ist sogar eine Bußgeldandrohung bis zu 25.000 Euro möglich oder eine Anzeige wegen Herbeiführen einer Brandgefahr.

Grundsätzlich ist bei einem Brand immer die Feuerwehr unter 112 zu kontaktieren. Mit der GPS-Position des Mobiltelefons können die Koordinaten weitergeleitet werden.

(ü. Pm.)

Brandgefährlich: RVR bittet Ausflügler in den Wäldern um umsichtiges Verhalten – auch am Vatertag

Der strahlende Sonnenschein und die trockene Witterung haben auch ihre Schattenseiten: Die Förster des Regionalverbandes Ruhr (RVR) warnen derzeit vor erhöhter Waldbrandgefahr. Die Feuerwachttürme im nördlichen Ruhrgebiet sind bereits besetzt.
Spaziergänger werden gebeten, die grundsätzlichen Verhaltensregeln im Wald einzuhalten: Generell ist das Rauchen vom 1. März  bis zum 31. Oktober verboten. Dasselbe gilt für offenes Feuer sowie Grillen im Wald außerhalb ausgewiesener Feuerstellen. Die Regeln gelten natürlich auch für feierlustige Ausflügler amVatertag.

Besonders Waldbrand gefährdet sind die Haard und die Hohe Mark im Kreis Recklinghausen sowie die Üfter Mark im Kreis Wesel mit ihren großen Kiefernbeständen und den oft sandigen Böden. In der grundwassernahen Kirchheller Heide in Bottrop hingegen ist der Boden feuchter.
Infos: www.forst.rvr.ruhr

(ü. Pm., idr)

Essen gehört mit Heisinger Ruhraue zum europaweiten Netz von „Natura 2000“

Der 21. Mai ist ab sofort der offizielle „Europäische Tag für Natura 2000“. EU-Umweltkommissar Karmenu Vella hat dazu am 15. Mai gemeinsam mit Vertretern des Europäischen Parlaments, des Ausschusses der Regionen und der maltesischen EU-Ratspräsidentschaft eine Erklärung unterzeichnet.

Ab diesem Sonntag wird der Tag alljährlich überall in Europa begangen. Bereits in diesem Jahr finden Hunderte von lokalen Veranstaltungen und Netzwerkaktivitäten statt.

Was ist „Natura 2000“?
Natura 2000 ist ein umfassendes Netz aus Gebieten in der EU, mit dem alle wichtigen Lebensräume und gefährdete Arten geschützt werden sollen. Den Rahmen dafür bilden die beiden Naturschutzrichtlinien der EU: die Vogelschutzrichtlinie und Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie. Das Netz umfasst derzeit europaweit 27.000 Schutzgebiete mit einer Fläche von mehr als 1 Million Quadratkilometern zu Land und See. Es zählt als eine der herausragenden Errungenschaften der EU.

Natura 2000 in Essen
Mit der Heisinger Ruhraue liegt im Süden Essens ein als „Natura 2000“ ausgezeichnetes Schutzgebiet, welches 150,26 Hektar umfasst. Dieses Natura 2000-Gebiet ist die Heimat von Libellen, Fröschen, Kormoranen und Graureihern. Seit 2004 steht die Auenlandschaft mit ihren Feucht- und Nasswiesen unter Naturschutz.
Wenn die Ruhr im Frühjahr und Herbst über die Ufer tritt und Teile der Aue überschwemmt, ist das Gebiet Rastplatz und Nahrungsstätte für zahlreiche Zugvögel. Im Sommer erleuchtet ein Meer von bunten Blüten die Grünlandflächen. Zahlreiche Insekten und Amphibien finden in der Ruhraue einen idealen Lebensraum.
Im Vogelschutzgebiet Heisinger Bogen sind eine Graureiher- und eine Haubentaucherkolonie zuhause. Durch das gesamte Gebiet und zu verschiedenen Beobachtungspunkten führen mehrere Wanderrouten.

Wieso Natura 2000?
Neben dem Schutz von Flora und Fauna, der Zusammenarbeit mit einzelnen Staaten der EU in Form von Kooperationsprojekten und Beratungsprogrammen profitieren die Gebiete von nationaler und europäischer Förderung für durchgeführte Naturschutzmaßnahmen.

ThyssenKrupp investiert 46 Millionen Euro in weltweit größte Tuchfilteranlage

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp hat in Duisburg die weltweit größte Tuchfilteranlage für die Sintererzeugung in Betrieb genommen.

Sie entstaubt stündlich bis zu 1,3 Millionen Kubikmeter Abluft, die beim Sintern – also beim Vermengen und Zusammenbacken von feinkörnigen Eisenerzen mit Koks und anderen Stoffen wie Kalk – entsteht. Mehr als 44.000 extrem feine Filterschläuche und ein 45.000 Quadratmeter großer Tuchfilter sorgen dafür, dass kaum Staub in die Außenluft gerät. ThyssenKrupp hat rund 46 Millionen Euro in die neue Filteranlage investiert. Weitere 19 Millionen Euro flossen in die Modernisierung des Sinterprozesses. Dies ist bereits der zweite Gewebefilter innerhalb der Anlage, bis 2020 soll ein dritter gebaut werden.

(ü. Pm., idr)