Mit neuen „Lichtsteueranlagen“, läßt sich schlechte Luft besser verteilen! – Essens neuer „Masterplan Verkehr“

Essen ist eine der deutschen Städte, die durch EU-Normen und Gerichtsurteile zur Verbesserung der Lebensumstände seiner Bürger gezwungen wird. Die Bundesregierung hat nun den Städten Gelder in Aussicht gestellt, die zur Verbesserung der Infrastruktur bezüglich der gesundheitsgefährdenden Emmissionen eingesetzt werden können. Zu kurzfristig und nicht nach unserem Geschmack urteilen die Vertreter der Essener Stadtverwaltung, und zudem nur für die Bereiche der Hochbesiedelung und allein auf den Stickstoffwert bezogen. Trotzdem liegt seit dem 31. 7. dieses Jahres ein seit dem 13. 2. 2018 gefertigtes Gutachten auf dem Tisch, das heute am 27. 8. der Presse und damit der Öffentlichkeit und den politischen Parteien vorgelegt wird. Ging nicht anders, betont Essens OB Thomas Kufen, wir hatten Ferienzeit und da erreich ich die Politik nicht. Im übrigen handeln wir aus dem Zeitdruck, da wir die zur Verfügung stehenden Mittel bis kommenden Freitag beantragen müssen und hierzu das Gutachten notwendig ist. Essens Kommunalpolitiker Kai Hemsteeg vom Essener Bürgerbündnis sieht das anders. „So vermeidet man politische Beteiligung und verhindert durch kurze Fristsetzung die politische Beteiligung.“ Für OB Kufen nicht problematisch, denn nun beginne ja erst die öffentliche Behandlung der Planung und man könne natürlich auch beantragte Mittel wieder ablehnen.

Wir sprachen mit OB Kufen und Kai Hemsteeg. Ebenso veröffentlichen wir den gesamten Gutachtentext, sowie die Presseverlautbarung der Stadt, s. u.

Eine erste Sichtung der bereitgestellten Unterlagen weist wenig effiziente Vorschläge zur Schadstoffvermeidung auf, denn Umleitemaßnahmen und der günstige Austausch ohnehin überalterter Ampelanlagen führen bekanntlich nur zur Verteilung der Emmissionen in andere Bereiche, womit man zwar aus den horrenden Spitzenwerten kommen könnte, aber keine allgemein gesundheitliche Besserung für Essens Bevölkerung bewirken würde. Es dürfte noch reichlich Diskussionbedarf bestehen.

Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen

Kai Hemsteeg, Ratsmitglied des Essener Bürgerbündnisses

Pressemitteilungen der Stadt Essen vom 27. 8. 2018:

Nachhaltige Mobilität nach Plan
Essen stellt Masterplan Verkehr auf
27.08.2018

Heute (27.8.) hat die Stadt Essen ihren neuen Masterplan Verkehr vorgestellt. Hintergrund ist die Umsetzung der Ergebnisse des Nationalen Forums Diesel der Bundesregierung aus dem Jahr 2017. Die Kommunen sollen mit sogenannten Masterplänen passgenau ihre Planungen für eine bessere Luftqualität ausarbeiten.

„Die Stadt Essen investiert bereits seit Jahren in Maßnahmen zur Luftverbesserung und Verringerung der Schadstoffbelastung“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Die Belastung durch Feinstaub und Stickoxide in Essen sinkt zwar seit Jahren kontinuierlich. Allerdings gibt es noch genug ‚Luft nach oben‘. Ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge ist jedoch nicht der richtige Weg. Stattdessen muss beim Thema Mobilität insgesamt umgedacht und auf mehr Nachhaltigkeit gesetzt werden.“

Als weiteren Schritt in Richtung „Nachhaltige Mobilität“ hat die Verwaltung nun zusammen mit dem BÜRO STADTVERKEHR Planungsgesellschaft mbH & Co. KG einen Masterplan Verkehr erstellt. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat die Kosten in Höhe von ca. 135.000 Euro vollständig übernommen.

Mit dem Masterplan wurde die planerische Grundlage für die Gestaltung einer nachhaltigen, emissionsärmeren Mobilität in Essen geschaffen. Insgesamt 36 Maßnahmen wurden auf ihre Wirksamkeit, Finanzierung und zeitliche Umsetzung bewertet.

Für Planungsdezernent Hans-Jürgen Best wird der neue Masterplan Verkehr ein wichtiges Instrument in der zukünftigen Verkehrsplanung sein: „Durch den Masterplan wurde festgestellt, dass Diesel-Fahrverbote auf Teilstrecken zu deutlichen Mehrbelastungen im umliegenden Straßennetz führen würden und daher nicht sinnvoll sind. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit dem Masterplan nun Bewertungen zu alternativen Maßnahmen vorliegen haben. Wir können nun sehen, wie groß die Wirkungen im Einzelnen und gebündelt als Maßnahmenpakete sind.“

Als Leitprojekt, das im Ranking die beste Bewertung erhalten hat, wurde im Masterplan Verkehr die Einführung einer umweltsensitiven Verkehrssteuerung herausgearbeitet. Die umweltsensitive Verkehrssteuerung versteht sich nicht nur als Maßnahme zur Verbesserung des Verkehrsflusses („Grüne Welle“), sondern soll auch durch entsprechende Lenkung eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens bewirken, ohne dass dabei grundsätzlich die Erreichbarkeit der Innenstadt beeinträchtigt wird.

Auf Grundlage des Masterplans Verkehr können nun Fördergelder aus dem Bundesprogramm „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“, einem Baustein des Sofortprogramms Saubere Luft, beantragt werden. Das Amt für Straßen und Verkehr erarbeitet derzeit Förderanträge zur Umsetzung der umweltsensitiven Verkehrsteuerung an der Alfredstraße (B 224).

Den zuständigen politischen Gremien wird der Masterplan im Laufe des Septembers vorgestellt.

Masterplan Verkehr Essen 2018 – nachhaltige und emissionsarme Mobilität

Der Masterplan Verkehr Essen 2018 wurde Ende Juli fertiggestellt. Anlass für seine Erarbeitung sind die Stickoxid Grenzwertüberschreitungen an fünf Messstellen im Stadtgebiet. Die Stickoxid Immissionen werden vor allem durch den Autoverkehr und hier insbesondere durch Dieselfahrzeuge verursacht.

Im „Sofortprogramm Saubere Luft“ hat die Bundesregierung seit 2017 zahlreiche bestehende Förderprogramme zusammengefasst und teilweise wesentlich aufgestockt. Insbesondere das Programm „Digitalisierung des Verkehrs“ wurde für Kommunen geöffnet. Hier können Fördermittel zur Verflüssigung des Verkehrs und den besseren Umstieg zwischen den Verkehrsmitteln abgerufen werden. Um diesen Fördertopf in Anspruch zu nehmen, ist eine Prüfung der Maßnahme im Masterplan Verkehr erforderlich. Gefördert wurde die Erarbeitung des Masterplan Verkehr durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur des Bundes (BMVI). Der Fördermittelgeber gab sowohl den engen Zeitplan als auch den Themenschwerpunkt vor.

Die Erarbeitung des Masterplans erfolgte in vier Monaten von April bis Ende Juli 2018 durch das Büro für Stadtverkehr in Hilden (BSV).

Der Masterplan für Essen legt folgende Schwerpunkte:

Erstellung eines Leitbildes zur Mobilität aus bisherigen Planwerken der Stadt Essen.
Beschreibung der Folgen streckenbezogener Sperrungen für Dieselfahrzeuge an den besonders belasteten Straßenabschnitten.
Bewertung von 36 Einzelmaßnahmen zur Reduzierung des Stickoxidausstoßes des Verkehrssystems.
Vertiefte Ausarbeitung eines Maßnahmenbündels als Leitprojekt.

In Steckbriefen wurden 36 Projekte erarbeitet und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft. Maßnahmen aus den Bereichen Nahverkehr, Radverkehr, Verkehrslenkung und Datendienste, Förderung der Elektromobilität, Vernetzung der Verkehrsträger und Verflüssigung des Verkehrs durch Straßenbaumaßnahmen des Bundes standen dabei im Fokus.

Im Leitprojekt wurde ein Maßnahmenbündel aus umweltsensitiver Verkehrssteuerung mit einer dynamischen Fahrstreckenempfehlung für den Autoverkehr beschrieben und ein Ausbau des P+R Angebots in Essen untersucht.

Der jetzt durchgeführte Masterplan Verkehr ist nicht zu verwechseln mit den komplexen Betrachtungsweisen in Verkehrsentwicklungsplänen (VEP) oder den in der Vergangenheit unter den Begriff Masterplan verstandenen Gesamtschauen des Verkehrsgeschehens. Letztere setzen neben der ausführlichen fachlichen Erarbeitung auf einen breiten Diskurs mit politischen Gremien und der Öffentlichkeit. Der vorgelegte Masterplan prüft sehr fokussiert Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zur Reduzierung der Stickstoff Immissionen des Verkehrs.

hier geht es zum vollständigen „Masterplan“:

Masterplan_Verkehr_Essen_2018

Beitragsfotos: Redaktion Die Erle

Linke unterstützt kostenlosen Nahverkehr, „Essen kann als „Modellstadt“ Vorreiter für andere Städte sein“

Die Ratsfraktion DIE LINKE hat kein Verständnis dafür, dass die mögliche Einführung eines kostenlosen ÖPNV in Essen teilweise zerredet wird, bevor überhaupt über Umsetzungsmöglichkeiten diskutiert werden kann.

„Da lobe ich mir den Duisburger Oberbürgermeister Sören Link, der einen kostenlosen Nahverkehr als ,Riesending‘ für das Ruhrgebiet begrüßt hat, obwohl Duisburg keine der fünf von der Bundesregierung angedachten ,Modellstädte‘ ist“, so Ratsmitglied Wolfgang Freye, für DIE LINKE im Planungsausschuss. „Wir begrüßen die Ankündigung der Bundesregierung jedenfalls und sehen sie als große Chance für Essen. Essen könnte Rückstände im Nahverkehr aufholen und zumindest im Ruhrgebiet Vorreiter für eine Verkehrswende werden. Natürlich geht das nur, wenn die Kapazitäten des Nahverkehrs ausgeweitet werden durch Verbesserungen im Liniennetz wie der Bahnhofstangente und dichtere Taktzeiten. Hier sehen wir Bundes- und  Landesregierung in der Pflicht, wieder deutlich mehr Landesfördermittel zur Verfügung zu stellen.“

Nach Ansicht der Ratsfraktion DIE LINKE kann die Verkehrswende nur gelingen, wenn Alternativen zum Auto gestärkt und gefördert werden. Der kostenlose Nahverkehr könnte ein zentraler Baustein sein. DIE LINKE hat sich schon im Kommunalwahlprogramm 2014 für einen über ein Umlageverfahren finanzierten ticketlosen Nahverkehr eingesetzt.

„Aus unserer Sicht kann ein kostenloser Nahverkehr auch in einer Stadt in unserem Ballungsgebiet Sinn machen,“ so Wolfgang Freye weiter. „Deshalb sollten wir nicht über das ,Ob‘ diskutieren, sondern über das ,Wie‘ und Anforderungen auch an Bund und Land formulieren. Sonst wird Essen bei weiterer Überschreitung der Stickoxidwerte vielleicht nur ,Modellstadt für Fahrverbote‘. Dass dabei natürlich das Umland gerade im Ruhrgebiet mitgedacht werden muss, ist klar.“

DIE LINKE hält ein langfristiges Konzept für die Zukunft des ÖPNV für nötig

Die Ratsfraktion DIE LINKE teilt die Meinung des Fahrgastverbandes Pro Bahn, dass der Kauf von 51 U-Bahnen und 26 Niederflur-Straßenbahnen nicht auf die lange Bank geschoben werden soll. Denn die Ruhrbahn braucht neue Fahrzeuge, um die Attraktivität des ÖPNV zu steigern. Allerdings sollte vor der Bestellung der 51 Stadtbahnwagen noch einmal geprüft und transparent dargestellt werden, ob ein Umbau auf eine Spurbreite nicht längerfristig oder zumindest auf der Südstrecke Sinn macht und wie man dahin komme.

„Es mag ja richtig sein, dass die politische Debatte über eine mögliche Vereinheitlichung der beiden Spurbreiten zehn Jahre zu spät kommt,“ so Ratsmitglied Wolfgang Freye, für DIE LINKE im Planungsausschuss. „Die Ruhrbahn sollte die Ergebnisse ihrer internen Prüfung und ihre Argumente dann aber auch in den politischen Gremien darstellen. Vor der Bestellung der Stadtbahnwagen sollte jedenfalls bewusst entschieden werden, dass man das Ziel einer Vereinheitlichung der beiden Spuren für die nächsten 30 Jahre nicht weiterverfolgt, denn darauf läuft eine so große Investitionsentscheidung hinaus. Für uns stellt sich nach wie vor die Frage, ob nicht zumindest eine Planung Sinn macht, die die Umstellung der Südstrecke auf Straßenbahn-Meterspur ins Auge fasst.“

Einen entsprechenden Prüfantrag stellt die Ratsfraktion DIE LINKE für die nächste Ratssitzung. Eine Umstellung der Messestrecke U 11 auf Ein-Meter-Spur würde einen durchgängigen Straßenbahnverkehr vom Essener Norden in den Süden gewährleisten. Das wäre auch nach Auskunft von Pro Bahn noch möglich, ohne die aktuelle Modernisierung der Flotte zu gefährden.

„Essen braucht generell ein langfristiges Konzept, wie die Unzulänglichkeiten des ÖPNV behoben werden können“, so Wolfgang Freye abschließend. „Zu den Problemen zählen neben den unterschiedlichen Spurbreiten die fehlende Möglichkeit zur Doppeltraktion und die fehlenden gesonderten Fahrspuren für Straßenbahnen.“

 

DIE LINKE im RVR hält die geplante Absenkung der Landesmittel für falsch

Die Fraktion DIE LINKE im Regionalverband Ruhr (RVR) hält es für falsch, dass das Land NRW die Landesmittel für das Sozialticket im nächsten Jahr um 5 Mio. Euro und 2019 um weitere 15 Mio. Euro kürzen will. Mit den Mitteln soll das geplante Azubi-Ticket mitfinanziert werden. Die Aussage aus dem Landesverkehrsministerium, dass die Verkehrsverbünde in NRW trotz der geplanten Kürzungen weiterhin in der Lage wären, das Sozialticket anzubieten, kann sie nicht nachvollziehen.

Wolfgang Freye, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im RVR dazu: „Wir befürchten, dass die geplanten Kürzungen den Fortbestand des Sozialtickets ernsthaft gefährden. Das wäre katastrophal, denn allein im VRR-Gebiet nutzen 170.000 Hartz-IV-Bezieher/innen, „Aufstocker“ und Niedriglöhner das Ticket. Zumindest ist absehbar, dass die Verkehrsverbünde bei einer Kürzung versuchen werden, weitere Preiserhöhungen des Tickets durchzusetzen und das Angebot in der Breite einzuschränken. Das Sozialticket ist mit einem Preis von über 37 Euro aber schon lange zu teuer. Der Anteil für Verkehr liegt beim Budget der Hartz-IV-Berechtigten gerade einmal bei 29 Euro.“

Die Verbandsversammlung des RVR hat sich erst Anfang Oktober auf Initiative der Fraktion DIE LINKE mit großer Mehrheit für den Erhalt des Sozialtickets und der Landeszuschüsse ausgesprochen. Darüber will sich die Landesregierung anscheinend hinwegsetzen.

„Die Absicht der Landesregierung macht deutlich, dass die im Koalitionsvertrag verankerte Chancengleichheit für Schwarz-Gelb nur eine Worthülse ist,“ so Wolfgang Freye weiter. „Sie spielt die Menschen mit geringem Einkommen gegen die Auszubildenden aus und statt Mobilität für alle sicherzustellen, versucht sie über Kürzungen des Etats so wenig wie möglich Geld in die Förderung des ÖPNV fließen zu lassen. Das geht voll an den Bedürfnissen gerade des Ruhrgebietes vorbei. Wir erwarten vom Landtag, dass er die Forderungen aus dem Ruhrgebiet und anderen Kommunen in NRW zur Förderung des Sozialtickets ernst nimmt und die Zusschüsse weiterhin zur Verfügung stellt, ohne das Azubiticket auszubremsen.“

(ü. Pm.)

Linke: Begleitservice der EVAG nicht weiter einschränken

Die Ratsfraktion DIE LINKE lehnt die Kürzungen beim Begleitservice für mobilitätseingeschränkte Menschen bei der EVAG ab, da diese ältere und in ihrer Bewegung eingeschränkte Bürger von der gesellschaftlichen Teilhabe ausschließt. Statt der bisher 120 Fahrten im Monat sollen nur noch 20 pro Woche zur Verfügung gestellt werden, was einer Reduzierung von über 30% entspricht.

„Als Kommunales Nahverkehrsunternehmen muss die EVAG für alle Bürgerinnen und Bürger da sein und insbesondere für die, denen keine anderen Fortbewegungsmittel zur Verfügung stehen“, so Udo Seibert, für DIE LINKE im Seniorenbeirat. „Mobilität ist für uns ein Grundrecht und in einer immer älter werdenden Gesellschaft ist ein solcher Service ein Muss, um allen Menschen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Auch die neue Anmeldefrist von mindestens einer Woche kommt einer Einschränkung der Bewegungsfreiheit gleich, da dadurch Fahrten weit im Voraus geplant werden müssen.“

Die Ratsfraktion DIE LINKE sieht es auch als ein falsches Signal an, dass keiner der 20 im Rahmen des Förderprojektes für den Begleitservice geschulten Arbeitssuchenden von der EVAG übernommen wurde, obwohl hier klarer Bedarf besteht.

„Arbeitsmarktförderprojekte sind kein Selbstzweck. Sie sollen dabei helfen, Arbeitssuchende wieder langfristig in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das dies hier nicht funktioniert hat ist für uns angesichts der Größe des Unternehmens sowie der Wichtigkeit und guten Annahme des Angebotes unverständlich. Wir werden im Rahmen der Diskussion um den neuen Nahverkehrsplan fordern, dass das Angebot mindestens wie bisher bestehen bleibt und dafür auch die nötigen Gelder bereitgestellt werden “, so die Fraktionsvorsitzende Gabriele Giesecke abschließend.

(ü. Pm.)

 

EVAG und Theater und Philharmonie Essen ermöglichen Fortsetzung des ÖPNV-Services für TUP-Besucher

Gute Neuigkeiten für alle Theater- und Konzertgänger, die die Veranstaltungen der Theater und Philharmonie Essen (TUP) mit Bussen und Bahnen besuchen: Auch in der kommenden Spielzeit können sie ihre Abo-Ausweise oder die im Vorverkauf erworbenen Eintrittskarten am jeweiligen Vorstellungstag für die freie Hin- und Rückfahrt mit den VRR-Verkehrsmitteln (2. Klasse) im VRR-Raum nutzen.

Eigentlich sollte dieser Service aufgrund der angespannten Finanzlage der TUP zur nächsten Saison eingestellt werden, dank intensiver Verhandlungen zwischen TUP-Geschäftsführung und der Essener Verkehrs-AG (EVAG) konnte nun jedoch eine Vereinbarung geschlossen werden, die die Fortführung dieses Angebotes bis 2020 gewährleistet.

„Auch wenn die von uns zu erbringenden Mittel nicht unerheblich sind, ist dies ein gutes Signal, speziell im Grüne Hauptstadt-Jahr“, betont TUP-Geschäftsführer Berger Bergmann. Und EVAG-Vorstand Michael Feller ergänzt: „Ich freue mich aufrichtig – auch im Namen aller Kulturfreunde –, dass wir die TUP weiterhin in der Kombiticketfamilie haben.“

Theater- und Konzertbegeisterte, die sich bereits Eintrittskarten ohne Aufdruck „Freie Hin- und Rückfahrt mit den VRR-Verkehrsmitteln (2. Klasse) im VRR-Raum.“ für TUP-Veranstaltungen in der nächsten Spielzeit gekauft haben, können diese dennoch am jeweiligen Vorstellungstag als Fahrscheine nutzen. Es besteht zusätzlich die Möglichkeit, diese Karten kostenfrei an den TUP-Vorverkaufsstellen gegen Tickets mit ÖPNV-Aufdruck umzutauschen.

Ruhrbahn-Verträge unterzeichnet

Der seit 2004 eingeschlagene Weg der interkommunalen Zusammenarbeit in Essen und Mülheim an der Ruhr wird auf eine neue Ebene gebracht und weiter intensiviert: aus EVAG, MVG und Via wird ein gemeinsames Verkehrsunternehmen – die Ruhrbahn GmbH (Ruhrbahn). Dies haben die Oberbürgermeister heute gemeinsam mit den Vorständen/ Geschäftsführern von EVAG, MVG und Via sowie den Gesellschaftern beider Städte mit ihrer Unterschrift unter den Verträgen der Ruhrbahn besiegelt.

Damit entsteht das größte, städteübergreifende Nahverkehrsunternehmen im Ruhrgebiet und die zweitgrößte Verkehrsgesellschaft im Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR). „Mit rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Versorgungsgebiet von 760.000 Menschen kommt die Ruhrbahn unserem Ziel eines einheitlichen ÖPNV im Ruhrgebiet endlich ein entscheidendes Stück näher“, erklärt Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, die Bedeutung der Fusion: „Die neue Gesellschaft muss jetzt zeigen, dass sie nicht nur zukunftsfähig ist, sondern für die Bürgerinnen und Bürger auch eine serviceorientierte Mobilität sicherstellt.“ „Mit 237 Bussen, 184 Bahnen, drei U-Bahnlinien, elf Tramlinien und 84 Buslinien wird die Ruhrbahn auch über die Stadtgrenzen hinaus ein wichtiger Partner im Verbund der großen Verkehrsunternehmen sein. Mir ist wichtig, dass es gelingen wird, damit die Arbeitsplätze aller Beschäftigten langfristig zu sichern. Von der Geschäftsführung erwarte ich, dass sie einen leistungs- und nachfrageorientierten Betrieb auf die Beine stellen wird und dabei gleichzeitig die Kosten im Blick behält“, so Ulrich Scholten, Oberbürgermeister der Stadt Mülheim an der Ruhr.

Mit 2.500 Mitarbeitern ist die Ruhrbahn ein wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsmotor für die Region. „„Auch das neue Unternehmen wird – wie die EVAG und die MVG – dafür stehen, sozialversicherungspflichtige Arbeits- und Ausbildungsplätze langfristig zu sichern. Die neue Betriebsgröße bietet zusätzlich die Chance im Bereich der Personalentwicklung dem Fachkräftemangel wirkungsvoll zu begegnen, einerseits um für künftige Aufgaben gut gerüstet zu sein, anderseits um auch künftigen Generationen Berufsperspektiven zu bieten“, so Michael Feller, Vorstand und Arbeitsdirektor EVAG.

Mobilitätsdienstleister für die Region

Die Ruhrbahn ist dabei nicht einfach das Ergebnis der Zusammenführung zweier kommunaler Verkehrsgesellschaften. „Unser Anspruch ist es, die Ruhrbahn zum Mobilitätsanbieter für die Region weiter zu entwickeln. Wir möchten unseren Fahrgästen zukünftig stärker individualisierte Mobilitätsangebote bieten, die sie über möglichst nur eine Plattform buchen können. Gleichzeitig sind wir für die Kommunen Partner bei der Entwicklung, Planung und Umsetzung neuer Mobilitätsangebote““, erklären Uwe Bonan und Michael Feller, beide Vorstand EVAG und Geschäftsführer MVG, die Ziele der Ruhrbahn. „Darüber hinaus übernimmt die Ruhrbahn Verantwortung beim Thema Emissionsschutz indem wir uns bereits heute intensiv mit einem möglichen Umstieg vom Dieselbussystem zu zukunftsorientierten, umwelt- und klimafreundlichen, innovativen Bus-Antriebstechnologien beschäftigen. Damit zahlt die neue Gesellschaft unmittelbar auf die Klimaschutzziele der Kommunen ein“, so Bonan und Feller weiter.

Ruhrbahn wird Endverbrauchermarke

Die Ruhrbahn ist ein vollintegriertes und zukunftsfähiges Unternehmen mit einer Geschäftsführung, einem Aufsichtsrat und einem Betriebsrat. Sitz der Gesellschaft wird Essen sein. Koordiniert wird die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger weiter wie bisher von den fünf Betriebsstandorten in Essen und Mülheim. Mit dem operativen Start der Gesellschaft am 1. September 2017 wird die neue Marke „Ruhrbahn“ im gesamten Stadtgebiet von Essen und Mülheim Schritt für Schritt sichtbar und die altbekannten Marken „EVAG“ und „MVG“ werden abgelöst.

(ü. Pm.)

Verlängerung der Bauarbeiten zwischen Duisburg und Gelsenkirchen – Zugverkehr bleibt voraussichtlich bis spätestens Samstagmittag beeinträchtigt

Bei externen Bauarbeiten in Gleisnähe kam es zu einem Absenken der Gleise. Dies wird zurzeit von der DB Netz AG behoben. Da die Schienentemperatur derzeit über einem Maße liegt, das Arbeiten an den aufgeheizten Gleisen nicht gestattet, müssen die Bauarbeiten verlängert werden. Zurzeit geht die DB davon aus, dass die Strecke voraussichtlich spätestens am Samstagmittag (12 Uhr) wieder freigegeben werden kann.

Bis zum Ende der Bauarbeiten werden die Züge der RE 2 und RE 42 über Oberhausen Hbf und Essen-Altenessen umgeleitet. Die Halte Mülheim (Ruhr) Hbf und Essen Hbf entfallen. Reisende nach Mülheim (Ruhr) Hbf fahren bitte ab Duisburg Hbf mit der Straßenbahn 901 (Fahrzeit: 22 Minuten) oder mit der S-Bahn S 1 in Richtung Mülheim (Ruhr) Hbf. Reisende nach Essen Hbf fahren bitte bis Essen-Altenessen und weiter mit der U-Bahn U 11, U 17 oder Straßenbahn 108. Die Fahrzeit beträgt 8 bis 11 Minuten.

Die Züge der S 2 aus Richtung Gelsenkirchen Hbf enden vorzeitig in Essen-Kray Nord. Wir haben einen Ersatzverkehr mit zwei Bussen der Fa. Reimann zwischen Essen-Kray Nord und Essen Hbf für Sie eingerichtet. Reisealternative zwischen Essen-Kray Nord und Essen Hbf besteht auch mit den Bus-Linien 146 und 147. Den Fahrplan können Sie hier abrufen: Fahrplan (PDF)

Weitere Informationen zu Verzögerungen und Zugausfällen finden Sie zudem in der Fahrplanauskunft auf www.bahn.de sowie unter www.bahn.de/ris. Der Streckenagent NRW informiert kostenlos per WhatsApp oder per DB Streckenagent App.

(ü. Pm.)

Grüne: „Im Stadtplanungsdezernat findet keine strategische Verkehrsplanung statt!“

In der kommenden Sitzung des Umweltausschusses sowie des Stadtplanungsausschusses beantragt die Ratsfraktion der Grünen die Erstellung eines Gutachtens, in dem dargestellt wird, welche Maßnahmen wenigstens notwendig wären, um die von der Essener Stadtverwaltung mit der Bewerbung zur Grünen Hauptstadt Europas gesteckten Ziele zu erreichen, den Fahrradanteil am Modal Split bis 2020 auf 11 % zu erhöhen und für den Modal Split bis 2035 jeweils einen Anteil von 25 % (Motorisierter Individualverkehr, Fahrrad, ÖPNV, Fußwege) zu erreichen.

Dazu erklärt Hiltrud Schmutzler-Jäger, Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion der Grünen:

„Die derzeitigen Maßnahmen der Stadt Essen reichen nicht aus, um die ehrgeizigen Ziele der Grünen-Hauptstadt-Bewerbung zur Erhöhung des Anteils an Rad-, Fuß- und Nahverkehr zu erreichen. Dem Entwurf des neuen Nahverkehrsplans fehlt die finanzielle Basis, um die notwendigen Angebotssteigerungen zu realisieren. Im Stadtplanungsdezernat findet keine strategische Verkehrsplanung statt, obwohl der Rat die Stadtverwaltung bereits im Jahr 2011 mit der Erstellung einer integrierten Verkehrsplanung (Mobilitätsplan) beauftragt hat. Zudem krankt der Verkehrsbereich daran, dass die Kompetenzen auf drei Dezernate (Kromberg: ruhender Verkehr, Raskob: ÖPNV-Steuerung, Best: Verkehrsplanung) verteilt sind.

Mit einem Gutachten versprechen wir uns, dass die für eine Verkehrswende notwendigen Maßnahmen identifiziert werden. Außerdem haben wir die Hoffnung, dass die sektorale Betrachtung der einzelnen Verkehrsträger künftig zugunsten eines integrierten Ansatzes aufgegeben wird. “

Der Wortlaut des Antrages der Grünen für den Ausschuss für Umwelt, Verbraucherschutz, Grün und Gruga am 4.7.2017 und den Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung am 6.7.2017 lautet:

„Die Verwaltung lässt ein Gutachten erstellen, in dem dargestellt wird, welche Maßnahmen wenigstens notwendig wären, um die von der Essener Stadtverwaltung mit der Bewerbung zur Grünen Hauptstadt Europas gesteckte Ziele zu erreichen, den Fahrradanteil am Modal Split bis 2020 auf 11 % zu erhöhen und für den Modal Split bis 2035 jeweils einen Anteil von 25 % (Motorisierter Individualverkehr, Fahrrad, ÖPNV, Fußwege) zu erreichen.

Im Hinblick auf die Erstellung eines solchen Gutachtens sollten das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI), die Universität Duisburg-Essen bzw. das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie als Kooperationspartner der Grünen Hauptstadt Essen 2017 angefragt werden.“

(ü. Pm.)

EVAG und Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017 veröffentlichen Faltplan für die Hosentasche

Der neue Pocketplan der Essener Verkehrs-AG (EVAG) ist ab sofort kostenlos erhältlich. Herausgegeben wird der faltbare Liniennetzplan in diesem Jahr in Kooperation mit der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017.

„Eine Grüne Hauptstadt ohne den öffentlichen Personennahverkehr ist nicht vorstellbar“, erklärt Simone Raskob, Umwelt- und Baudezernentin sowie Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017. „Aus diesem Grund werden wir in diesem Jahr gemeinsam mit der EVAG zahlreiche Veranstaltungen und Projekte durchführen. Der neue Pocketplan ist eines davon.“

Der Faltplan für die Hosentasche bietet ÖPNV-Nutzern die Möglichkeit sich schnell und sicher im Tag- und Nachtnetz der EVAG zu orientieren und enthält darüber hinaus auch nützliche Informationen nicht nur über Preisstufen und Ticketpreise, sondern u.a. auch über die Naturlinie 105, die geplanten EVAG Mobilstationen die Mobilitäts-App „Essen Mobil“  und über die Grüne Hauptstadt.

GreenTicket und Essen.WelcomeCard.
Neu in diesem Jahr ist das GreenTicket, das von April bis Dezember 2017 erhältlich ist und Vergünstigungen beim CarSharing und BikeSharing beinhaltet. Die ersten 1.500 GreenTicket-Käufer erhalten übrigens einen Grüne Hauptstadt-Rabatt von 5,00 Euro, der durch die Unterstützung des Projektbüros Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017 ermöglicht wird. Wer die kulturelle Seite Essens entdecken möchte, für den gibt es auch in diesem Jahr wieder die ESSEN.WelcomeCard. Sie bietet eine Fülle von Vergünstigungen und freie Fahrt mit der EVAG während der gesamten Gültigkeitsdauer.

Der Pocketplan hat eine Auflage von 50.000 Exemplaren und ist an folgenden Stellen kostenlos erhältlich:

  • EMG-Touristikzentrale, Am Hauptbahnhof 2, 45127 Essen
  • EVAG-KundenCenter Essen Hauptbahnhof, Südeingang
  • EVAG-KundenCenter Berliner Platz, Verteilerebene U-Bahn
  • Ruhrmuseum, Gelsenkirchener Str. 181, 45309 Essen

Größte VRR-Unternehmen errichten gemeinsames Vertriebssystem

Die größten kommunalen Verkehrsunternehmen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) wollen ein gemeinsames Vertriebssystem aufbauen. Dafür haben die Partner – Bogestra, DSW21, DVG, EVAG, MVG, Rheinbahn, SWK Mobil und WSW mobil – jetzt einen Auftrag vergeben. Das neue System soll für die Fahrgäste komfortabler sein, etwa durch eine Flexibilisierung der Zahlungsmöglichkeiten. Außerdem ergeben sich technische, personelle und finanzielle Synergien. Weitere Verkehrsunternehmen können sich dem Vertriebssystem anschließen.

(ü. Pm., idr)

Nach verheerendem Abschneiden Essens in der Greenpeace-Studie zur umweltgerechten Mobilität

Das Problem ist nicht neu. Nur das temporäre Zusammenfallen eines alten Problems mit dem selbst geforderten Anspruch führen zur Attribuierung von Grüner Hauptstadt mit stinkendem Himmel. Und es muss von außen kommen, die kommunale Kritikfähigkeit ist nach jahrzehntelang gewachsenen Kommunal- und Parteistrukturen nicht sehr hoch anzusetzen. Mit einer primitiven Verdrängungstaktik reagieren selbst Hinterbänkler der Parteien, wenn es um ein „Brainstorming“ vor dem Hintergrund unhaltbarer Zustände faktisch auf das selbstgesetzte Image regnet. Von „Insellösungen“, die ja nicht zur Besserung beitragen könnten wird dort schwadroniert, wo kreatives und sehr wohl auf ortsteilgenaues Handeln ankommt. Nun hat Greenpeace Essen zur Entwicklungskommune degradiert. Dabei ist ein struktureller Gestaltungswille bereits lange angemahnt, so erklärt Hiltrud Schmutzler-Jäger, Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion der Grünen:

„Das schlechte Abschneiden Essens beim Städtevergleich von Greenpeace zur umweltgerechten Mobilität sollte Mahnung und Ansporn zugleich sein. Deutlich ist geworden, dass wir in Essen deutlich mehr in den Rad- und Nahverkehr investieren müssen.

Eine deutliche Ausweitung des Nahverkehrsangebotes wird jedoch von SPD und CDU im Essener Rat blockiert. Mit den von der großen Koalition für die Fortschreibung des Nahverkehrsplans beschlossenen zusätzlichen 1,3 Mio. Euro pro Jahr lassen sich keine großen Sprünge machen. Der Grünen Antrag für jährlich 6 Mio. Euro mehr städtische Mittel für den ÖPNV wurde leider abgelehnt.

Beim Radverkehr benötigen wir vor allem mehr Mittel zum Ausbau des Hauptroutennetzes und des Ergänzungsnetzes, um das Radeln im Alltag zu erleichtern und attraktiver zu machen.

Den Machern der Grünen Hauptstadt-Bewerbung kann man keinen Vorwurf im Hinblick auf das schlechte Abschneiden machen. Der große Nachholbedarf beim umweltfreundlichen Verkehr wurde in der Bewerbung zur Grünen Hauptstadt transparent dargestellt. Nun geht es darum, politisch dafür Sorge zu tragen, den angestrebten Zielen zur Erhöhung des Radverkehr und der Verbesserung des ÖPNV auch Taten folgen zu lassen.“

Die Diskussion in Essen dürfte zu weiteren öffentlichen Erklärungen führen, denn es steht nicht weniger als das angekratzte Image der Stadt auf dem Spiel.

(stk. u. ü. Pm.)