Hangabrutsch in Essen-Heidhausen zieht keinen Sachschaden nach sich

Vermutlich in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember ist es an der Laupendahler Landstraße in Essen-Heidhausen zum Teilabrutsch eines Hanges in der Breite von etwa 15 Metern gekommen. Ein Sachschaden ist nicht entstanden.

Insgesamt sind etwa 20 bis 30 Quadratmeter Fels abgegangen. Auslöser waren womöglich die starken Regenfälle der letzten Tage. Dank der 20 Meter hohen, der Felswand vorgelagerten Pufferfläche fiel kein Stein- oder Erdmaterial auf die Straße. Die Stadtwerke Essen wurden entsprechend informiert.

Nach einer gemeinsamen Ortsbegehung durch die Stadt Essen und das Büro Dr. Spang, Ingenieurgesellschaft für Bauwesen, Geologie und Umwelttechnik mbH, wurden umgehend Sicherungsmaßnahmen anberaumt. Die überhängenden Bäume in Richtung Straße wurden durch Grün und Gruga mit Einsatz eines Hubsteigers sofort eingekürzt. Auf Empfehlung des geologischen Gutachtens sind außerdem in Kürze Fällungen von etwa 30 mittelgroßen Bäumen sowie von weiteren zwölf bis 15 auf der Felskante stehenden Bäumen notwendig.

Die Gefahr eines weiteren Erdrutsches an gleicher Stelle wurde als unwahrscheinlich eingestuft. Die zum Teil bereits durchgeführten Maßnahmen dienen auch der Stabilisierung weiterer Abhangflächen.

Waldbrandgefahr erhöht sich jeden Tag

 Bei der bestehenden Hitze vergrößert sich trotz gelegentlicher Schauer die Waldbrandgefahr.

Donnerstag, 1., und Freitag, 2. Juni, wird es sehr sonnig und es bleibt niederschlagsfrei, wodurch die Waldbrandgefahr zunimmt und Freitag voraussichtlich bei der mittleren Stufe (3) liegt. Der Grasland-Feuerindex (GLFI), welcher anzeigt, wie hoch die Gefahr auf offenem, nicht abgeschattetem Gelände mit abgestorbenem Wildgras ist, liegt sogar bei hoher Gefahr (4).

Für Waldbesucherinnen und Waldbesucher ist es sehr wichtig, bestimme Verhaltensregeln zu beachten:

  • Auf das Rauchen im Wald verzichten und auch keine Zigaretten aus dem Fahrzeug werfen,
  • kein Feuer/Grillen im Wald (100 Meter Mindestabstand),
  • Freihalten der Waldzufahrten für die Feuerwehr,
  • Fahrzeuge nicht im hohen Gras abstellen, da die Abwärme des Fahrzeugs ausreicht um dieses in Brand zu setzten,
  • erhöhte Aufmerksamkeit beim Waldbesuch,
  • kleine Entstehungsbrände direkt löschen (wenn das gefahrlos möglich ist),
  • Brandherde der Feuerwehr melden und den Wald auf kürzestem Weg verlassen,
  • andere Waldbesucherinnen und Waldbesucher auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen.

Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld rechnen. Im Extremfall ist sogar eine Bußgeldandrohung bis zu 25.000 Euro möglich oder eine Anzeige wegen Herbeiführen einer Brandgefahr.

Grundsätzlich ist bei einem Brand immer die Feuerwehr unter 112 zu kontaktieren. Mit der GPS-Position des Mobiltelefons können die Koordinaten weitergeleitet werden.

(ü. Pm.)

Brandgefährlich: RVR bittet Ausflügler in den Wäldern um umsichtiges Verhalten – auch am Vatertag

Der strahlende Sonnenschein und die trockene Witterung haben auch ihre Schattenseiten: Die Förster des Regionalverbandes Ruhr (RVR) warnen derzeit vor erhöhter Waldbrandgefahr. Die Feuerwachttürme im nördlichen Ruhrgebiet sind bereits besetzt.
Spaziergänger werden gebeten, die grundsätzlichen Verhaltensregeln im Wald einzuhalten: Generell ist das Rauchen vom 1. März  bis zum 31. Oktober verboten. Dasselbe gilt für offenes Feuer sowie Grillen im Wald außerhalb ausgewiesener Feuerstellen. Die Regeln gelten natürlich auch für feierlustige Ausflügler amVatertag.

Besonders Waldbrand gefährdet sind die Haard und die Hohe Mark im Kreis Recklinghausen sowie die Üfter Mark im Kreis Wesel mit ihren großen Kiefernbeständen und den oft sandigen Böden. In der grundwassernahen Kirchheller Heide in Bottrop hingegen ist der Boden feuchter.
Infos: www.forst.rvr.ruhr

(ü. Pm., idr)

Rehbock von Hund gerissen – Verdacht der Jagdwilderei nahe des Emil-Frick-Hauses

Am Gelände des Emil-Frick-Hauses wurde am Donnerstag, 2. März, ein Rehbock tot aufgefunden, der nachweislich durch Bisse getötet wurde. Die Bissverletzungen lassen auf einen Hund als Verursacher schließen. Offensichtlich wurde der Rehbock in den Maschendrahtzaun einer Grundstückseinfriedung getrieben und konnte dem verfolgenden Tier nicht mehr entkommen. Da es sich hierbei im einen Straftatbestand nach § 292 StGB (Jagdwilderei) handelt, wurde die Polizei informiert. Aussagen der Besucherinnen und Besucher des Emil-Frick-Hauses legen die Vermutung nahe, dass der mehrjährige Rehbock am Donnerstagvormittag (9.3.) angegriffen wurde.

Personen, die den nord-westlich des Geländes gelegenen gut frequentierten Wanderweg nahe des Fundortes am Donnerstagvormittag genutzt haben und eventuell Beobachtungen gemacht haben, die zur Aufklärung des Falles führen könnten, werden gebeten, sich als Zeugen bei der Polizei zu melden.

Das Führen von Hunden ohne Leine im Wald außerhalb von Wegen stellt nach dem Landesforstgesetz NRW eine Ordnungswidrigkeit dar. Ab heute (10.3.) gilt die Leinenpflicht für Hunde ebenfalls auf allen öffentlichen Flächen im Stadtgebiet Essen durch die Neufassung der Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.

Wer unter Verletzung fremden Jagdrechts oder Jagdausübungsrechts Wild nachstellt, es fängt, erlegt oder sich oder einem Dritten zueignet oder eine Sache,

Gelsenkirchen legt nach
Rechnungen für Kosten der Unterkunft gehen auch an Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen
GE. Mit der Bitte, aus ersparten Hilfsmitteln des Bundes für die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt in Gelsenkirchen entstandene Kosten von rund 575.000 Euro auszugleichen, hatte sich Oberbürgermeister Frank Baranowski in den vergangenen Tagen an die Ministerpräsidenten der beiden Länder gewandt. Jetzt gehen weitere Rechnungen an die Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Auch aus diesen Bundesländern sind zahlreiche anerkannte Asylbewerber und Schutzberechtigte nach Gelsenkirchen gekommen und haben hier ihren Wohnsitz genommen.

Damit erübrigt sich auch die Reaktion des Bundestagsabgeordneten Oliver Wittke, der sich in einer Pressemitteilung verwundert zeigte, dass bis heute kein Schreiben des Oberbürgermeisters mit einer Rechnung für die Unterbringung von Flüchtlingen, die ursprünglich Mecklenburg-Vorpommern zugewiesen wurden, dann aber nach Gelsenkirchen gekommen sind, an dieses Bundesland geschickt wurde.

Frank Baranowski: „Ich kann Herrn Wittke beruhigen. Die Kostenermittlung in diesen drei  Fällen war etwas schwieriger als im Falle Sachsen und Sachsen-Anhalt, sie ist aber auf den Weg gebracht und inzwischen abgeschlossen.“

Die Stadt Gelsenkirchen hat die Zahlen für diese Länder ermittelt und stellt dem Land Brandenburg für 166 Personen 276.530 Euro, dem Land Mecklenburg-Vorpommern für 477 Personen 768.745 Euro und dem Land Thüringen für 169 Personen 272.364 Euro in Rechnung. Diese Beträge hat die Stadt Gelsenkirchen 2016 allein an Kosten der Unterkunft für zusammen 812 Personen ausgegeben, die eigentlich den genannten Ländern zugeteilt worden waren.

Mit den Schreiben an weitere Bundesländer stellt die Stadt nun ihre Kosten für die Menschen in Rechnung, bei denen nachvollziehbar war, dass sie anderen Ländern zugewiesen waren. Diese Bundesländer haben für die Unterbringung von Flüchtlingen Geld vom Bund erhalten. Die Menschen haben aber gar nicht dort gelebt und somit auch nicht den Haushalt belastet haben. Die Stadt Gelsenkirchen zählt hier auf die Solidarität der Landesregierungen. Es kann und darf nicht sein, dass zweckgebundene Kostenerstattungen vereinnahmt werden, für die es keine Basis gibt!

Und auch bei der Frage der Weiterleitung der Integrationspauschale vom Bund über das Land an die Kommunen muss sich Oliver Wittke nicht um die Positionierung des Oberbürgermeisters sorgen. In Pressemitteilungen der Stadt im Juli und im September 2016 hat der Oberbürgermeister seine Haltung klar und deutlich öffentlich gemacht und seitdem mehrfach gegenüber den Vertretern der Landesregierung unmissverständlich vertreten. Zuletzt erst am vergangenen Freitag in einem Gespräch in Düsseldorf.

Hier ist die Haltung von Oberbürgermeister Frank Baranowski eindeutig: „Integration findet im Wesentlichen in den Kommunen statt. Ich erwarte nach wie vor eine gerechte Beteiligung an den Bundesmitteln, wie es etwa Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vormachen, wo die Bundesmittel zwischen Land und Kommunen aufgeteilt werden.“

Frank Baranowski unterstützt daher auch in vollem Umfang die Forderung des NRW-Städtetages, einen angemessenen Anteil der sogenannten Integrationspauschale des Bundes an die Kommunen weiterzugeben und zusätzlich eigene Mittel für die Integration beizusteuern.

Viele wichtige Integrationsmaßnahmen, wie der Ausbau der Kinderbetreuung und der Schulen, lassen sich in Gelsenkirchen nur verwirklichen, wenn ihre Finanzierung auskömmlich geregelt wird.

die dem Jagdrecht unterliegt, sich oder einem Dritten zueignet, beschädigt oder zerstört, begeht Jagdwilderei. Diese wird nach § 292 des StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

„One Tree Per Child“ startet in der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017

Die Heisinger Ruhraue ist ein Schutzraum von europaweiter Bedeutung. Mitten im Ballungsraum bietet das Natura 2000-Gebiet einen idealen Lebensraum für zahlreiche heimische und im Ruhrgebiet seltene Tier- und Pflanzenarten. Und dieses Areal muss gesichert werden: Essener Grundschulkinder pflanzten am Freitag gemeinsam mit der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet 75 Bäume als Ergänzung für den Auenwald an den Ruhrufern – die Aktion ist zugleich der Auftakt einer Kooperation der Grünen Hauptstadt Europas mit der internationalen Initiative „One Tree Per Child“.

„Naturschutzgebiete spielen in einem Ballungsraum wie der Metropole Ruhr eine große Rolle. Die Heisinger Ruhraue befindet sich nicht mal zehn Kilometer von der Innenstadt entfernt – das macht sie besonders wertvoll für unser Stadtklima“, betonte Oberbürgermeister Thomas Kufen. Eichen, Linden, Ulmen, Wildäpfel und weitere typische Auenbäume wurden am Freitag eingesetzt. Weitere 675 werden in den kommenden Wochen folgen. Angestoßen wurde die Aktion von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Essen – gefördert wird sie vom Land NRW.

Aus Großbritannien angereist war auch Julian Dee von „One Tree Per Child“. Ins Leben gerufen wurde die Initiative von der Schauspielerin Olivia Newton-John gemeinsam mit dem australischen Moderator und Journalisten John Dee. Das Ziel: Jedes Kind soll im Laufe seiner Grundschulzeit einen Baum pflanzen. „Essen ist die erste Stadt Deutschlands, die mit ‚One Tree Per Child‘ zusammen arbeitet. Ich freue mich sehr auf weitere gemeinsame Aktionen in unserem Grüne Hauptstadt-Jahr“, sagte Simone Raskob, Umwelt- und Baudezernentin und Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017. Weltweit kooperieren Julian Dee und sein Team mit Kommunen und Schulen. Projekte gab es beispielsweise bereits in Australien, in den Niederlanden oder in Ruanda. Auch in Bristol, der Grünen Hauptstadt Europas im Jahr 2015, pflanzten zahlreiche Kinder Bäume. Und nun auch in Essen: Schülerinnen und Schüler der Carl-Funke-Schule, der Georgschule und der Schule am Wasserturm unterstützten die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet dabei, die ersten Bäume einzusetzen.

Foto I: Jochen Tack – Baumpflanzaktion Heisinger Ruhraue: Oberbürgermeister Thomas Kufen, Dr. Peter Keil, Geschäftsführer der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet, Julian Dee von „One Tree Per Child“ und Umwelt- und Baudezernentin Simone Raskob (v.l. n. r.)  mit Kindern der Carl-Funke-Schule.

(ü. Pm.)

 

Sturmwarnung für Essen – Grugapark schließt um 12 Uhr – Parkleuchten fällt aus – Wälder meiden, Lebensgefahr

Der Deutsche Wetterdienst warnt heute (23.2.) vor schweren Sturmböen bis 100 Stundenkilometer (Bft 10), in Schauern und bei Gewittern auch vor orkanartigen Böen bis 110 Stundenkilometer (Bft 11) im Ruhrgebiet. Diese Warnung gilt auch für Essen. Aus diesem Grund wird der Grugapark um 12 Uhr geschlossen. Das Parkleuchten entfällt am heutigen Donnerstag. Der Grugapark ist voraussichtlich am morgigen Freitag, 24. Februar, wieder geöffnet, das Parkleuchten wird dann abends wieder fortgesetzt.

Die Essener Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, die Essener Wälder ab mittags nicht zu betreten. Es kann dort Lebensgefahr herrschen. Die Warnung gilt bis in die frühen Morgenstunden am Freitag.

Rat beschließt Anpassung der Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung

Der Rat der Stadt Essen hat heute (15.2.) die Anpassung der Ordnungsrechtlichen Verordnung beschlossen, die der Abwehr von Gefahren für die Öffentliche Sicherheit und Ordnung gilt. Damit reagiert die Stadtverwaltung auf die veränderten Situationen zur Wahrung der öffentlichen Ordnung im Stadtgebiet. Die letzte Fassung der Ordnungsrechtlichen Verordnung ist bereits 15 Jahre alt. Darüber hinaus dienen die Anpassungen der leichteren Verständlichkeit oder Präzisierung bestehender Angaben; teilweise konnten Regelungen zusammengefasst werden und weitere dadurch entfallen.

Neu aufgenommen wurde die mögliche Verhängung eines Ordnungsgeldes im Rahmen der Gefahrenabwehr bei Bombenentschärfungen. Ein Ordnungsgeld soll zukünftig dann fällig werden, wenn den Anordnungen der Ordnungskräfte und der Feuerwehr nicht Folge geleistet wird. Damit sollen Verzögerungen bei Entschärfungen oder kontrollierten Sprengungen von Blindgängern durch Bürgerinnen und Bürgern zukünftig verhindert und mögliche Gefahren abgewendet werden.

Mit der Neufassung der Allgemeinen Verhaltenspflichten im öffentlichen Raum reagiert die Verwaltung unter anderem auf die in den letzten Jahren deutlich vermehrten Beschwerden über Ruhestörungen und Belästigungen durch Personenansammlungen auf städtischen Anlagen. Durch diese wird in den meisten Fällen auch die Nutzung der Flächen durch die Allgemeinheit erschwert. Die Verordnung verbietet zudem Betteln in jeglicher nötigender Form.

Ergänzt wurde die Verordnung außerdem um eine Regelung für Großveranstaltungen in der Innenstadt. Diese soll die Besucherinnen und Besucher von Festen und Märkten vor der Belästigung durch aggressives Betteln durch Anfassen, Festhalten, Versperren des Weges und Bedrängen, aufdringliche Marketing-Aktionen, wozu auch die Verteilung von Druckerzeugnissen aller Art zählt, sowie alkoholisierte Personen außerhalb der Ausschankflächen des Veranstaltungsbereichs schützen.

Die Fütterung von Wildtauben, Wild- und Wassergeflügel ist künftig im gesamten Stadtgebiet verboten – bisher war es auf öffentliche Flächen begrenzt. Futter für andere Tiere ist so auszulegen, dass es von den benannten Tieren nicht gefressen werden kann. Für Hunde besteht eine Leinenpflicht auf allen öffentlichen Flächen, ausgenommen sind die gesondert ausgewiesenen Hundewiesen.

Die Neufassung der Ordnungsbehördlichen Verordnung tritt eine Woche nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft und ersetzt die Version aus dem Jahr 2002, deren Gültigkeit in diesem Jahr endet und eine Überarbeitung erforderlich macht. Die Neufassung gilt voraussichtlich bis zum 31.12.2032.

Zum Hintergrund:

Die Ordnungsbehörden können zur Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung Verordnungen erlassen. Durch die darin beschriebenen klaren Verhaltensregeln im öffentlichen Raum soll nicht gemeinverträgliches Verhalten unterbunden werden. Zuwiderhandlungen können als Ordnungswidrigkeiten mit Geldbußen geahndet werden.
(ü. Pm.)

Schmutzler-Jäger (Grüne): Bebauung ist wegen des erheblichen Eingriffes in den Natur- und Landschaftsschutz abzulehnen

Angesichts der Planungen der Stadtverwaltung zur Aufnahme der Grünfläche „Mecklenbeckswiese“ in Essen-Horst in das Arbeitsprogramm Bauleitplanung 2016/17 erklärt Hiltrud Schmutzler-Jäger, Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion der Grünen:

„Wir Grüne lehnen eine Bebauung der Mecklenbeckswiese wegen des erheblichen Eingriffes in den Natur- und Landschaftsschutz und wegen der Zerstörung wertvoller landwirtschaftlicher Flächen entschieden ab. Die Fläche ist Bestandteil eines nord-südlich verlaufenden innerstädtischen Grünzuges bis zum Bergmannsbusch. Außerdem ist sie wichtig für die Kaltluftproduktion in dem dicht besiedelten Gebiet.

Die große Koalition aus SPD und CDU im Rat und die zuständige Planungsverwaltung haben offensichtlich nichts aus der Vergangenheit gelernt. Denn nun wird zum wiederholten Male ein Wohnbauflächenvorschlag aus der Schublade gezogen, der bereits zwei Mal am politischen Widerstand gescheitert ist.

Die 7,5 Hektar große Fläche wurde erst 2008 bei der Aufstellung des regionalen Flächennutzungsplans und dann 2015 bei der städtebaulichen Strategie zur Schaffung von Asylstandorten parteiübergreifend wegen der erheblichen Eingriffe in den Naturhaushalt abgelehnt. Wir appellieren an die große Koalition diese Linie nicht zu verlassen und zusammen mit uns eine Bebauung abzulehnen.“

(ü. Pm.)

Zehn Jahre nach Kyrill ist drei Jahre nach ELA

Verjährt, aber nicht vergessen: Am 18. Januar 2007 tobte der Orkan Kyrill über die Wälder des Ruhrgebiets und verursachte große Schäden am nördlichen und südlichen Ballungsrand. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Windstärke war der Orkan ein bis dahin unbekanntes Ereignis im Ruhrgebiet. Kyrill hat in den Wäldern des Regionalverbandes Ruhr (RVR) 150.000 Festmeter Holz in den Flächen umgeworfen und insgesamt 290 Hektar Freiflächen hinterlassen. Besonders betroffen waren die Üfter Mark in Schermbeck / Dorsten, die Hohe Mark und die Haard im Kreis Recklinghausen sowie Waldgebiete in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis. Zu rund 90 Prozent fielen Nadelbäume wie Fichte und Kiefer, während das Laubholz weitgehend verschont blieb.

Zehn Jahre später sind die Wunden geschlossen. Schwerpunktmäßig wurden etwa 430.000 Laubbäume, insbesondere Buchen und Eichen gepflanzt. Langsam entwickelt sich ein Mischwald, der flexibler auf Klimaveränderungen reagieren kann. Für Aufarbeitung und Wiederbewaldung der Kyrill-Sturmflächen wurden etwa 1,4 Millionen Euro aufgewendet. Die Kosten für die Sanierung der Wege, die durch die Holzabfuhr stark beschädigt wurden, beliefen sich auf etwa 800.000 Euro. Ein Großteil der Mehraufwendungen konnte durch die zusätzlichen Erträge aus dem Sturmholz getragen werden.

Dachte man damals, Kyrill wäre nur ein singuläres Ereignis, wurde man sieben Jahre später eines Besseren belehrt. Am 9. Juni 2014 wütete der Pfingststurm ELA über dem Ballungszentrum des Ruhrgebiets. ELA knickte vor allem Einzelbäume oder Baumgruppen an Straßen, Fuß- und Radwegen oder am Schienennetz der Bahn um und machte die Verkehrswege unpassierbar.

Zentrale Radwege wie die Erzbahntrasse von der Jahrhunderthalle Bochum zum Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen sowie der Zollvereinweg, der Nordsternweg und die Kray-Wanner Bahn zwischen Essen und Gelsenkirchen musste der RVR sofort sperren, um Gefahren für die Nutzer abzuwehren. Nicht befahrbar waren auch Teile des RuhrtalRadwegs im mittleren Ruhrgebiet. Neben den Radwegen waren besonders RVR-Erholungsgebiete wie der Emscherbruch (Gelsenkirchen), die Schurenbachhalde (Essen), die Tetraederhalde (Bottrop) oder die Halde Hoheward (Herten, Recklinghausen) betroffen.

Die Aufwendungen für die Sofortmaßnahmen zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit beliefen sich auf rund 1,4 Millionen Euro. Die Wiederbewaldung (rund 100.000 Neupflanzen) und Baumaßnahmen an den Wegen verursachten Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro. Die Schadensbeseitigung nach ELA konnte nur zu einem geringen Teil aus Mehrerträgen beim Sturmholz finanziert werden.

 Thomas Kämmerling, Betriebsleiter des Eigenbetriebs RVR Ruhr Grün, zieht ein Fazit: „Sturmereignisse von solchen Ausmaßen zeigen immer wieder deutlich, wie wichtig der Umbau unserer Grünen Lunge zu klimaplastischen Mischwäldern ist. Die Universität Göttingen unterstützt uns mit Forschungen derzeit bei der Wahl stabiler, standortgerechter und strukturreicher Baumarten für das Ruhrgebiet.“

Fotos: LVR

(ü. Pm.)

Leserbrief zu: Stadt hält an Ela-Plattform fest

Trotz zahlreicher Kritiken von Leserinnen und Leser, hält die Verwaltung unbeirrt am Projekt der Ela-Plattform fest. Bei den Problemen von Vermüllung und Vandalismus setzt die Stadt nun auf die soziale Kontrolle der Besucher. Es steht zu befürchten, dass illegale Müllbeseitiger sich ihres Mülls, im Schutze der Dunkelheit entledigen werden. Sie werden geradezu dazu eingeladen, ihren Müll über die Plattform hinabstürzen zu lassen, da der Weg vom Auto zum Abhang sehr bequem ist. Es wird ein sehr großer Aufwand sein, den Müll aus 6 Metern Tiefe zu bergen. Die Kosten dafür trägt natürlich der Bürger über seine Müllgebühren.
Die Ela-Plattform ist ein teures, kurzlebiges, unnötiges Projekt. In 5 Jahren wird einen auswärtigen Besucher nicht mehr viel an Ela erinnern, da vieles überwachsen sein wird. Lediglich der darunter liegende Müll wird gut sichtbar sein. Unnötig deshalb, weil es in der näheren Umgebung schon zwei Aussichtspunkte gibt. Einer davon, an der Korte-Klippe.
Das Foto in einer Tageszeitung dazu scheint aus dem Archiv zu sein, denn die dort abgebildeten Bänke, stehen schon lange nicht mehr dort. Dieser Punkt lädt gerade dazu ein, unsere Stadt aus einer der schönsten Perspektiven kennen zu lernen. Es wäre wünschenswert, dass die Stadt die Korte Klippe wieder in diesen romantischen Ort verwandeln würde. Mit 50.000  sollte das möglich sein. Der zweite Aussichtspunkt befindet sich am Jagdhaus Schellenberg. Er präsentiert sich in gepflegtem Zustand, vermutlich weil er in Privatbesitz ist und bewirtschaftet wird. An einigen anderen Aussichtspunkten, wie z.B. Am Hangetal ist die Info-Tafel schon seit Monaten bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet. Bänke sind unbenutzbar. Es steht zu befürchten, dass spätestens wenn die große Schau der „Grünen Hauptstadt Europas vorbei ist, das Geld wieder fehlen wird, um die schönen, schon vorhandenen Aussichtspunkte in Essen zu pflegen. Schon 2010 hatte Grün und Gruga bekannt gegeben, dass sie die Erholungsinfrastruktur, aufgrund fehlender finanzieller Mittel, nicht mehr weiter erhalten könne.

Peter Kayser
An der Hütung 8
45327 Essen

Essener Aussichten – Projekt im Rahmen von Grüne Hauptstadt Europas, Essen 2017

Die durch den Strukturwandel ausgelöste Grünentwicklung der letzten 30 Jahre hat die Stadt nachhaltig positiv verändert. Nicht zuletzt haben zahlreiche geförderte städtebauliche Maßnahmen und die Begrünung des Essener Norden dazu beigetragen. Essen bietet als drittgrünste Stadt Deutschlands nicht nur wohnungsnahes Erholungsgrün, sondern auch ausgedehnte stadtnahe Erholungsgebiete für seine Bevölkerung. Das sind über 700 Grünanlagen sowie über 400 Spielplätze und große repräsentative Parks in den Stadtteilen. Der Grugapark bietet als „grünes Flaggschiff“ Angebote auf Gartenschau-Niveau. 1.750 Hektar Wald, der als naturnaher Erholungswald bewirtschaftet wird, ist eine weitere Grundlage für natürliche Erholungsräume in unmittelbarer Umgebung. Mit der Heisinger Ruhraue verfügt Essen zudem über ein ausgedehntes Naturschutzgebiet von europäischem Rang.

Für die Verbesserung der Erreichbarkeit dieser Erholungsräume entwickelt die Stadt Essen seit fast zehn Jahren im Rahmen des Programms ESSEN.Neue Wege zum Wasser mit Partnern, wie der Essener Arbeit und Bildung, dem Regionalverband Ruhr und der Emschergenossenschaft, ein grünes Wegenetz, das sich durch die gesamte Stadt zieht.

Nicht alle Bürgerinnen und Bürger oder Besucherinnen und Besucher der Stadt Essen wissen jedoch um das Potential und die Lebensqualität. Essener Aussichten soll ein Beitrag sein, Essen besser kennenzulernen und zu helfen, das alte Image zu korrigieren. Bisher wurden etwa 35 bis 40 Standorte für das Projekt ausgewählt,  von denen einzelne Punkte noch einer Überprüfung bedürfen. Diese Aussichtspunkte sind ideale Orte für einen visuellen Eindruck über unsere grüne Stadt.
Bei der Suche und Auswahl von Aussichtspunkten stehen folgende Kategorien und Schwerpunkte im Vordergrund:

Siedlungsstrukturen,
Naturräumliche Besonderheiten,
Industriekultur,
Still- und Fließgewässer,
Sehenswürdigkeiten.
Zur Visualisierung und Wiedererkennung der Essener Aussichten sollen die frei zugänglichen Orte gekennzeichnet werden. Hierzu eignen sich beispielsweise Info-Stelen, Bodenplatten mit Hinweisen, eine Sitzgelegenheit oder eine besondere Baumpflanzung im Freiraum. Wo erforderlich werden wichtige Sichtbeziehungen wieder freigestellt und bestehende Aussichtspunkte instandgesetzt.
Neben der Sichtbarmachung vor Ort sind auch Karten vorgesehen, die die Standorte mit kurzen Beschreibungen enthalten und Wege für Wanderer und Radfahrer aufzeigen. Die schon bestehende Mobilapplikation
ESSEN.Erfahren kann ebenfalls problemlos alle Standorte aufzeigen, ebenso die gleichnamige Internetpräsentation.

Das Projekt Essener Aussichten wird im Rahmen der Grünen Hauptstadt Europas  Essen 2017 einen wichtigen Programmpunkt bilden sowie als nachhaltige Investition auch in Zukunft zur Verfügung stehen. Im Rahmen der Unterstützung der Stadt Essen durch das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen für die Gestaltung des Jahres 2017 sollen die Essener Aussichten beispielhaft das Engagement des Ministeriums repräsentieren.

Kosten und Finanzierung Essener Aussichten
Die Fertigstellung erfolgt bis Ende 2017. Die Finanzierung der Gesamtkosten besteht aus einer zweckgebundenen Zuwendung des Landes in Höhe von 280.000  Euro und Eigenmitteln in Höhe von 70.000  Euro aus den Haushaltsmitteln des Projektes Grüne Hauptstadt.

Die Ela-Aussichtsplattform
Die Aussichtsplattform ist eine etwa 20 Meter lange Stahlkonstruktion, die aus einem brückenartigen, konisch verlaufenden Steg besteht. Der Steg mit einer Breite von maximal drei Metern verjüngt sich an seinem Ende bis auf eine Breite von 1,5 Metern. Der Standort der Aussichtsplattform wurde so gewählt, dass weder Bäume des aufstockenden Altbestandes noch Gehölze der Strauchschicht entfernt werden müssen. Der vorgesehene Standort nutzt die günstige Topographie der Waldböschung so aus, dass an der Aussichtskante eine Höhe von circa sechs Metern erreicht wird und damit eine gute Sicht auf das durch das Sturmereignis Ela stark geschädigte Waldstück und teilweise auf den Baldeneysee gegeben ist.

Die barrierefrei zugängliche Aussichtsplattform soll für alle Bürgerinnen und Bürger einen Anlaufpunkt darstellen, von dem aus die Waldentwicklung in einem großen Waldareal nach dem Sturm „Ela“ beobachtet werden kann, ohne die Waldflächen betreten zu müssen. Sie ermöglicht einen Blick auf alle Ebenen der Waldstruktur von der Kraut- bis in die Baumschicht.

Interessierte Besucherinnen und Besucher können auf seitlich angebrachten Informationstafeln anhand von Fotos einen Vergleich zwischen dem damaligen und heutigen Zustand herstellen und erhalten Hinweise auf das Ausmaß der Schäden im gesamten Stadtgebiet.

Der gegenüberliegende vorhandene Waldweg soll ebenfalls als Ela-Pfad zur Erinnerung an den verheerenden Pfingstorkan im Jahr 2014 dienen. Der Lehrpfad soll, ausgehend von der Plattform, über den Rundweg der Korte Klippe führen. Dort, zwischen Jagdhaus Schellenberg und Korte Klippe, hat der Sturm „Ela“ besonders starke Schäden hinterlassen. An dieser Stelle können die Folgen von Klimaveränderungen, die sich insbesondere im Auftreten extremer Witterungsverhältnisse, wie etwa Trockenheit, starker Niederschläge und Sturm zeigen, besonders deutlich wahrgenommen werden. Die Folgen für den Essener Wald werden an dieser Stelle noch für Jahrzehnte sichtbar bleiben.

Sowohl die Ela-Plattform als auch der Ela-Pfad sollen an den Orkan erinnern und zeitgleich die natürlichen und initiierten Entwicklungen in den Waldflächen veranschaulichen.

Kosten und Finanzierung Ela-Aussichtsplattform
Die Baukosten der Ela-Aussichtsplattform betragen etwa 50.000 Euro. 80 Prozent der Kosten werden durch zweckgebundene Mittel des Landes gedeckt, 20 Prozent werden durch Mittel des Projektbüros Grüne Hauptstadt gezahlt.

Genauer Standort der Ela-Plattform: Der Aussichts-Balkon ist so konzipiert, dass er vom Parkplatz am Jagdhaus Schellenberg aus komplett barrierefrei erreichbar sein wird.

Zeitplan des Projekts Essener Aussichten gesamt:
Erste Aussichtspunkte sollen Anfang 2017 stehen. Spätestens im Sommer 2017 sollen alle Aussichtspunkte hergerichtet sein.

Wer entscheidet schlussendlich, ob die Plattform kommt oder nicht?
Der AUVG soll Anfang nächsten Jahres entscheiden. Spricht er sich für die Plattform aus, kommt es noch nur noch auf das Votum der Bezirksregierung an.
Bedenken zu möglicher Vermüllung im Umfeld der Plattform:
Die Aussichtsplattform wird im besten Fall sehr gut besucht und soll neben einem touristischen Ziel auch ein außerschulischer Lernort der Schule Natur werden. Die Stadtverwaltung setzt zum einen auf soziale Kontrolle und geht davon aus, dass eine Vermüllung des Umfeldes bei höherem Besucheraufkommen geringer ausfallen wird. Der Rat hat außerdem einen höheren Pflegeetat für GGE insgesamt beschlossen (2 Mio. Euro). Davon würde dann natürlich auch dieser Standort profitieren.

Ela-Lernpfad und der Ela-Balkon sind für das Projekt Essener Aussichten im Rahmen der Grünen Hauptstadt ein Gewinn, wichtig zu wissen ist, dass die Europäische Union ausdrücklich den Umgang der Stadt Essen mit den Ela-Schäden gelobt und darum gebeten hat, Ela und seine/ ihre Folgen unbedingt im GHE-Jahr zu thematisieren. Das Projekt selbst und auch die Idee dazu ist ein Herzensprojekt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von GGE.

Weitere Informationen und Hinweise: praesentation_ela-balkon_pk_final

(ǘ. Pm.)

RVR-Wälder sind vom Eschensterben betroffen / Bei den meisten anderen Baumarten bleibt der Gesundheitszustand stabil

Mit Sorge beobachtet der Regionalverband Ruhr (RVR) das zunehmende Eschensterben. Die Wälder des Verbandes wie auch die anderen Forstgebiete in NRW leiden unter der europaweit grassierenden Pilzerkrankung. Das teilt RVR Ruhr Grün anlässlich des heute vom Land NRW vorgestellten Waldzustandsberichts mit.

In den Wäldern Nordrhein-Westfalens sind 90 Prozent der Eschen krank, es droht ein Aussterben. Die Landesregierung plant daher ein Anzuchtprogramm. Es werden gesunde Eschen gesucht, um resistentes Saatgut zu sichern und dieses dann in Samenplantagen zu züchten. Bei den meisten anderen Hauptbaumarten in den RVR-eigenen Wäldern gibt es keine Änderungen des Gesundheitszustandes im Vergleich zum Vorjahr. Marginal verschlechtert hat sich nach Angaben von RVR Ruhr Grün der Zustand der Buche. NRW-weit hingegen haben sich – laut Waldzustandsbericht – die deutlichen Schäden bei den untersuchten Buchen auf 48 Prozent verdoppelt. Ohne Schädigungen waren lediglich 17 Prozent der Buchen. Der RVR ist der größte kommunale Waldbesitzer in NRW. Vor allem im Norden des Ruhrgebiets gehören ihm weite Gebiete, etwa in der Haard und in der Hohen Mark.

Infos: www.wald-und-holz.nrw.de/wze