Teilzeitverhältnisse nehmen zu

Die Arbeitswelt verändert sich und die beruflichen Herausforderungen werden mit fortschreitender Digitalisierung komplexer. Sogenannte atypische Beschäftigungen sind immer wieder Gegenstand des öffentlichen Interesses. Eine Datenquelle zur umfassenden Themendarstellung existiert nicht. Das Amt für Statistik, Stadtforschung und Wahlen der Stadt Essen hat daher im Beitrag zur Stadtforschung 71 „Teilzeitbeschäftigung, Minijobs, Befristung & Co: Atypisch Beschäftigte in Essen“ unterschiedliche Daten der amtlichen Statistik zum Thema zusammengestellt und untersucht.

Eine atypische Beschäftigung weist unter anderem die Merkmale Teilzeitbeschäftigung mit 20 oder weniger Wochenstunden, Zeitarbeitsverhältnis oder geringfügige Beschäftigung auf.

Um eine eindeutige Positionierung der Situation in Essen zu ermöglichen, wurde die Stadt – wenn möglich – im Vergleich zu Dortmund, Düsseldorf und Duisburg sowie zum Land Nordrhein-Westfalen dargestellt.

Folgende Punkte sind dabei unter anderem festzuhalten:

  • Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort Essen ist im Zeitraum vom 31.12.2008 bis 31.12.2017 gewachsen. Der größte Anteil dieser positiven Beschäftigungsentwicklung ist auf den starken Anstieg der Teilzeitbeschäftigung zurückzuführen. Demnach waren zum Stichtag 31.12.2008 noch 41.516 Personen in Teilzeit beschäftigt, Ende 2017 bereits 67.774 Personen, was einem Plus von 63,2 Prozent entspricht. Der Essener Teilzeitbeschäftigtenanteil (knapp 28 Prozent) bewegte sich Ende 2017 auf dem Niveau des Landes Nordrhein-Westfalen (27,1 Prozent) und entsprach etwa dem der Stadt Dortmund (28,2 Prozent), dem höchsten Wert in diesem Städtevergleich.
  • Nur etwa drei bis vier Prozent der Beschäftigten am Arbeitsort waren am 31.12.2017 in Essen, Dortmund und Düsseldorf im Bereich Zeitarbeit tätig. Für Essen bedeutete dies eine Zahl von 9.223 von insgesamt 287.409 sozialversicherungspflichtig und ausschließlich geringfügig Beschäftigten.
  • Die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten war zum Stichtag 31.12.2017 am Arbeitsort Essen mit 40.897 Personen die zweithöchste nach Düsseldorf (46.892). Frauen stellen mit Anteilswerten von mindestens 60 Prozent die größte Gruppe der ausschließlich geringfügig Beschäftigten dar.

(ü. Pm. Stadt Essen)