Schmutzler-Jäger (Grüne): Essen braucht Green-City-Masterplan zur nachhaltigen Mobilität

Anlässlich des von der Bezirksregierung organisierten gestrigen Spitzengesprächs im Essener Rathaus zur Überarbeitung des Luftreinhalteplans erklärt Hiltrud Schmutzler-Jäger, Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion der Grünen:

„Die bislang bekannt gewordenen Maßnahmen des Spitzengesprächs reichen nicht aus, um ein Diesel-Fahrverbot in Essen wirksam zu verhindern. Notwendig ist dagegen ein Bündel an Maßnahmen zum Ausbau des Nahverkehrs und Radverkehrs, zur Förderung der Elektromobilität und zur intelligenten Verkehrssteuerung.

Dies ist umso dringlicher, da seit dem bundesweiten Dieselgipfel feststeht, dass die Bundesregierung den Kommunen 500 Millionen Euro Fördermittel zur Verbesserung der Luftqualität in den Städten bereitstellt. Die grüne Ratsfraktion wird in der kommenden Ratssitzung beantragen, dass sich die Stadt Essen möglichst viele dieser Mittel sichert. Dazu muss der Rat allerdings einen Green-City-Masterplan verabschieden. Diese Mittel sollten nach unserer Auffassung insbesondere in die Anschaffung von Elektrobussen, den Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Radverkehrsinfrastruktur gesteckt werden.

Dazu sind zwar auch eigene finanzielle Anstrengungen der Stadt Essen erforderlich. Doch wenn wir jetzt nicht in umweltfreundliche Mobilität investieren, dann werden Gerichte die Stadt zu dem von keinem gewollten Diesel-Fahrverbot zwingen.“

Neuer Facebook-Standort in Essen

Die Stadt Essen bekommt einen neuen großen Arbeitgeber – das amerikanische Internet-Unternehmen Facebook hat heute angekündigt, gemeinsam mit seinem Partner, der Competence Callcenter Holding GmbH (CCC) aus Österreich, ab Herbst 2017 rund 500 neue Arbeitsplätze am Standort in Essen schaffen zu wollen. Die Aufgabe des neu geschaffenen Teams besteht darin, illegale Inhalte auf den Seiten des Netzwerks zu entfernen und die Standards der Community-Plattform konsequenter umzusetzen.

Sowohl die Essener Wirtschaftsförderung (EWG) als auch der JobService des JobCenter Essen unterstützen Facebook und CCC bereits seit mehreren Wochen tatkräftig beim Aufbau der neuen Zentrale in der Essener Innenstadt.

„Dass die Wahl des neuen Facebook-Standorts auf Essen gefallen ist, zeigt die Leistungsfähigkeit unserer Stadt“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Die städtischen Institutionen haben CCC von Anfang an unterstützt und so maßgeblich zu der Expansion des 2013 durch die EWG angesiedelten Unternehmens beigetragen. Deshalb gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mein besonderer Dank. 500 neu geschaffene Arbeitsplätze bieten darüber hinaus die Möglichkeit, die ausgeprägten mehrsprachigen und interkulturellen Kompetenzen in unserer Stadt Essen einzubringen. Das ist ein großer Wettbewerbsvorteil unserer Stadt.“

In den kommenden Wochen wird der JobService Essen Auswahlgespräche mit zukünftigen Kommunikationsmanagerinnen und –managern führen. Dabei legen alle Partner besonderen Wert darauf, dass die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch regelmäßige Schulungen, intensive Kurse und eine psychologische Betreuung gut auf ihre bevorstehende Aufgabe vorbereitet werden.

(ü. Pm.)

Ruhrbahn-Verträge unterzeichnet

Der seit 2004 eingeschlagene Weg der interkommunalen Zusammenarbeit in Essen und Mülheim an der Ruhr wird auf eine neue Ebene gebracht und weiter intensiviert: aus EVAG, MVG und Via wird ein gemeinsames Verkehrsunternehmen – die Ruhrbahn GmbH (Ruhrbahn). Dies haben die Oberbürgermeister heute gemeinsam mit den Vorständen/ Geschäftsführern von EVAG, MVG und Via sowie den Gesellschaftern beider Städte mit ihrer Unterschrift unter den Verträgen der Ruhrbahn besiegelt.

Damit entsteht das größte, städteübergreifende Nahverkehrsunternehmen im Ruhrgebiet und die zweitgrößte Verkehrsgesellschaft im Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR). „Mit rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Versorgungsgebiet von 760.000 Menschen kommt die Ruhrbahn unserem Ziel eines einheitlichen ÖPNV im Ruhrgebiet endlich ein entscheidendes Stück näher“, erklärt Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, die Bedeutung der Fusion: „Die neue Gesellschaft muss jetzt zeigen, dass sie nicht nur zukunftsfähig ist, sondern für die Bürgerinnen und Bürger auch eine serviceorientierte Mobilität sicherstellt.“ „Mit 237 Bussen, 184 Bahnen, drei U-Bahnlinien, elf Tramlinien und 84 Buslinien wird die Ruhrbahn auch über die Stadtgrenzen hinaus ein wichtiger Partner im Verbund der großen Verkehrsunternehmen sein. Mir ist wichtig, dass es gelingen wird, damit die Arbeitsplätze aller Beschäftigten langfristig zu sichern. Von der Geschäftsführung erwarte ich, dass sie einen leistungs- und nachfrageorientierten Betrieb auf die Beine stellen wird und dabei gleichzeitig die Kosten im Blick behält“, so Ulrich Scholten, Oberbürgermeister der Stadt Mülheim an der Ruhr.

Mit 2.500 Mitarbeitern ist die Ruhrbahn ein wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsmotor für die Region. „„Auch das neue Unternehmen wird – wie die EVAG und die MVG – dafür stehen, sozialversicherungspflichtige Arbeits- und Ausbildungsplätze langfristig zu sichern. Die neue Betriebsgröße bietet zusätzlich die Chance im Bereich der Personalentwicklung dem Fachkräftemangel wirkungsvoll zu begegnen, einerseits um für künftige Aufgaben gut gerüstet zu sein, anderseits um auch künftigen Generationen Berufsperspektiven zu bieten“, so Michael Feller, Vorstand und Arbeitsdirektor EVAG.

Mobilitätsdienstleister für die Region

Die Ruhrbahn ist dabei nicht einfach das Ergebnis der Zusammenführung zweier kommunaler Verkehrsgesellschaften. „Unser Anspruch ist es, die Ruhrbahn zum Mobilitätsanbieter für die Region weiter zu entwickeln. Wir möchten unseren Fahrgästen zukünftig stärker individualisierte Mobilitätsangebote bieten, die sie über möglichst nur eine Plattform buchen können. Gleichzeitig sind wir für die Kommunen Partner bei der Entwicklung, Planung und Umsetzung neuer Mobilitätsangebote““, erklären Uwe Bonan und Michael Feller, beide Vorstand EVAG und Geschäftsführer MVG, die Ziele der Ruhrbahn. „Darüber hinaus übernimmt die Ruhrbahn Verantwortung beim Thema Emissionsschutz indem wir uns bereits heute intensiv mit einem möglichen Umstieg vom Dieselbussystem zu zukunftsorientierten, umwelt- und klimafreundlichen, innovativen Bus-Antriebstechnologien beschäftigen. Damit zahlt die neue Gesellschaft unmittelbar auf die Klimaschutzziele der Kommunen ein“, so Bonan und Feller weiter.

Ruhrbahn wird Endverbrauchermarke

Die Ruhrbahn ist ein vollintegriertes und zukunftsfähiges Unternehmen mit einer Geschäftsführung, einem Aufsichtsrat und einem Betriebsrat. Sitz der Gesellschaft wird Essen sein. Koordiniert wird die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger weiter wie bisher von den fünf Betriebsstandorten in Essen und Mülheim. Mit dem operativen Start der Gesellschaft am 1. September 2017 wird die neue Marke „Ruhrbahn“ im gesamten Stadtgebiet von Essen und Mülheim Schritt für Schritt sichtbar und die altbekannten Marken „EVAG“ und „MVG“ werden abgelöst.

(ü. Pm.)

Auftakt zur Masterplanentwicklung für den Flughafen Essen/Mülheim

Die Räte der Städte Essen und Mülheim an der Ruhr haben die Fachverwaltungen beauftragt, einen Masterplan für die Entwicklung des Flughafenareals ab dem Jahr 2024 beziehungsweise 2034 zu erarbeiten. Im Rahmen des Stadtgrenzen-überschreitenden Masterplans soll ein Nutzungs-, Freiflächen- und Erschließungskonzept für die künftige Entwicklung des Flughafengeländes erstellt werden.

In diesen Tagen fand im Hangar an der Brunshofstraße der erste Workshop zur Entwicklung des Flughafens Essen/Mülheim statt. Bei der Auftaktveranstaltung unter der Schirmherrschaft der beiden Oberbürgermeister standen zunächst die Grundlagenermittlung sowie die Abstimmung des weiteren Vorgehens im Vordergrund. Gemeinsam mit Vertretern der politischen Fraktionen, aus Wirtschaft und Verwaltung wurden die zentralen Rahmenbedingungen unter externer Moderation erarbeitet und mögliche Entwicklungsrichtungen diskutiert.

Oberbürgermeister Thomas Kufen legte Wert auf eine einvernehmliche Entwicklung und betonte: „Beide Städte arbeiten hier auf Augenhöhe. Der gemeinsame Masterplan gibt uns die Möglichkeit, die städtebauliche Entwicklung des Areals voranzutreiben genauso wie die jeweiligen Bedarfe der Städte zu berücksichtigen.“ Oberbürgermeister Ulrich Scholten hofft auf eine Lösung der komplexen Fragestellungen zum Wohle beider Städte. Dabei ist ihm wichtig, dass keine Planung im „stillen Kämmerlein“ passiert. „Wenn vorzeigbare Ergebnisse vorliegen, sollen diese breit vermittelt werden. Der ewige Streit um den Flughafen muss endlich versachlicht werden.“

Mehrstufiges Verfahren vorgesehen

Die Ergebnisse der Veranstaltung werden in den kommenden Wochen ausgewertet, um anschließend im Laufe dieses und nächsten Jahres in zwei weiteren Workshops Konzepte und Perspektiven für die Entwicklung des Geländes zu erarbeiten. Hierzu sollen im weiteren Planungsprozess auch die Naturschutz- und Unternehmerverbände miteinbezogen werden. Auch interessierte und betroffene Bürgerinnen und Bürger werden beteiligt werden.

Im kommenden Jahr soll auf Basis der Workshop- und Beteiligungsergebnisse ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt werden, um mit einem effizienten Mitteleinsatz qualitätsvolle Alternativen und Lösungen für die nachhaltige Gestaltung des Flughafenareals zu ermitteln. Die Fertigstellung und Veröffentlichung des Masterplans ist für Ende 2018 geplant.

(ü. Pm.)

Landschaftsversammlung des LVR beschließt Sonderausschüttung

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) zahlt seinen Mitgliedern außerplanmäßig Geld aus seinen Rückstellungen aus. Insgesamt 275 Millionen Euro schwer ist die sogenannte „Sonderauskehrung“ des Verbandes. An die Mitgliedskommunen im westlichen Ruhrgebiet gehen insgesamt fast 60 Millionen Euro.

Nach den geltenden Umlagegrundlagen erhält die Stadt Essen mehr als 19,6 Millionen Euro, Duisburg 15,8 Millionen, der Kreis Wesel 11,5 Millionen, Oberhausen 6,2 Millionen und Mülheim 4,6 Millionen Euro.
Die finanziellen Mittel stammen aus Rückstellungen in Höhe von 220 Millionen Euro und nicht in Anspruch genommenen Aufwendungen für Integrationshilfen in Höhe von 55 Millionen Euro.

(ü. Pm., idr)

Bundestagsfraktionen versprechen die Wiederherstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen Kommunen

Das Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“ hat am Freitag (30.6.) im Rahmen ihrer Berliner Kommunalkonferenz einstimmig eine Resolution beschlossen, die den Appell trägt „Die Gleichwertigkeit muss auch in meiner Stadt die Chance zur Zukunft sichern“. Stellvertretend für die Stadt Essen war Geschäftsbereichsvorstand Christian Kromberg in seiner Funktion als Stadtkämmerer in Berlin.

Die Resolution fordert die nachhaltige Lösung der Gemeindefinanzprobleme und die Wiederherstellung der im Grundgesetz festgeschriebenen Gleichwertigkeit der Lebens-verhältnisse in allen deutschen Kommunen.

Die zur Berliner Kommunalkonferenz geladenen Kommunalpolitischen Sprecher und Bundestagsabgeordneten Christian Haase (CDU/CSU), Bernhard Daldrup (SPD), Kerstin Kassner (Die Linke) und Britta Haßelmann (Bündnis 90/Die Grünen) versprachen, dass sich die Fraktionen des neuen Deutschen Bundestages in der nächsten Legislaturperiode dieses Thema zum Schwerpunkt ihrer Politik machen werden.

Ganz konkret wollen die bereits im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien die Forderung des Bündnisses nach Bildung einer Kommission umsetzen. In diesem Gremium sollen bereits im Dezember oder Januar – so das Bündnis – ergebnisoffene Gespräche zwischen Bund, Ländern, Bündnis-Kommunen und Kommunalen Spitzenverbänden über die dringend notwendige Neuordnung des Kommunalen Finanzsystems beginnen.

Die Sprecher des Aktionsbündnisses, das aus 69 finanzschwachen Kommunen aus acht Bundesländern mit mehr als neun Millionen Einwohnern besteht, werteten die Kommunalkonferenz in den Räumen des Deutschen Städtetages in Berlin als „Sternstunde für die Kommunale Familie“.

Im Rahmen der Berliner Kommunalkonferenz hatten vorher die Professoren Martin Junkernheinrich (Kaiserslautern), Uwe Wagschal (Freiburg) und Joachim Wieland (Speyer/Bonn) eindeutig belegt, dass der größte Teil der Schuldenberge in den finanzschwachen Kommunen nicht selbst verursacht, sondern eine Folge Jahrzehnte langer bundespolitischer Gesetze zu Lasten der Städte und Gemeinden seien. So sagte beispielsweise der Verfassungsrechtler Prof. Wieland: „Der Bund hat unseren Sozialstaat zu Lasten der Kommunen errichtet. Zu dieser Verantwortung muss jetzt die Bundespolitik stehen und die Städte und Gemeinden finanziell auf neue Beine stellen.“

(ü. Pm.)

Die Stadt Essen legt den Bebauungsplan „Flachdachbegrünung Essener Innenstadt“ ab dem 27. Juni öffentlich aus

Es ist wissenschaftlicher Konsens, dass der globale Klimawandel zu einer merklichen Erwärmung gerade der dicht bebauten Innenstädte führt. Der Klimawandel und dessen Auswirkungen macht auch vor der Stadt Essen nicht Halt. Auch in Essen ist eine Erwärmung der Innenstadt zu verzeichnen – in den letzten 100 Jahren um 1,7 Grad Celsius (Quelle: Strategie- und Maßnahmenkonzept Klimaanpassung der Stadt Essen).

Sowohl Flachdächer als auch die Oberflächen nicht überbauter Tiefgaragen weisen vor dem Hintergrund des Klimawandels ein großes ökologisches Potenzial auf. Nach einer aktuellen Erhebung sind etwa 28 Hektar der Dachflächen in der Essener Innenstadt Flachdächer, wobei diese aber nur zu einem Bruchteil begrünt sind.

Der Geltungsbereich des zusätzlich aufzustellenden Bebauungsplanes betrifft hauptsächlich den Stadtteil Stadtkern sowie Teile des Ostviertels. Der vorliegende Bebauungsplan zielt darauf ab, die Anwendung der Dachbegrünung als Baustein einer nachhaltigen Entwicklung in der Essener Stadtplanung zu stärken und gleichzeitig eine höhere Qualität in der Umsetzung zu ermöglichen. Ziel des Bebauungsplanes soll es sein, für einen größeren, räumlich zusammenhängenden Innenstadtbereich bei der Errichtung von Gebäuden mit Flachdächern und leicht geneigten Dächern sowie bei Oberflächen von nicht überbauten, neuen Tiefgaragen eine Pflicht zur Dachbegrünung festzusetzen. Die Begrünungspflicht entsteht, wenn durch baugenehmigungspflichtige Maßnahmen Dachflächen geändert oder neu geschaffen werden.

Der Bebauungsplan wird von Dienstag, 27. Juni, bis Montag, 11. September, öffentlich ausgelegt. In diesem Zeitraum werden die Planunterlagen im Amt für Stadtplanung und Bauordnung, Lindenallee 10, Deutschlandhaus, 5. Etage, Raum 501, montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 16 Uhr, mittwochs von 8 bis 15:30 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr ausgestellt.

Wer sich im Internet über die Planung informieren möchte, findet umfassende Informationen ab dem Beginn der öffentlichen Auslegung unter der Adresse www.essen.de/stadtplanung. Hier können ebenfalls Stellungnahmen abgegeben werden. Alle interessierten Bürger sind eingeladen, sich am Planungsprozess zu beteiligen.

(ü. Pm.)

Zuerst virtuell bauen, dann real – Bahnhöfe in NRW werden jetzt in fünf Dimensionen geplant

Die Zeiten, in denen Ingenieure und Projektplaner stundenlang über Papier-Bauplänen grübelten, sind vorbei. Die Deutsche Bahn (DB) plant ihre Bahnhofsprojekte jetzt digital. Alle kleinen und mittleren Verkehrsstationen werden nun mit der Methode „Building Information Modeling“ (BIM) geplant und gebaut – und das mit 360-Grad-Ansicht.

• BIM-Pilotprojekt startet in Hösel (anklicken!)

Klassische Baupläne, die an die Wand geheftet werden, gehören somit der Vergangenheit an. Dank BIM erhalten alle Projektbeteiligten eine interaktive Visualisierung des geplanten Bauwerks in 3D. Der Vorteil: Alle Beteiligten, egal ob Bauherr, Projektleiter oder die verschiedenen Fachplaner, arbeiten am gleichen Modell. So werden Bauabläufe gemeinsam verlässlicher geplant, komplexe Vorhaben anschaulich visualisiert und Risiken frühzeitig erkannt. Durch die Optimierung der Planung können Kosten und Termine besser beherrscht werden. Die DB ist das erste Infrastrukturunternehmen in Nordrhein-Westfalen, das BIM einsetzt.

Seit Januar 2017 werden grundsätzlich alle neuen Bahnhofsprojekte nach der BIM-Methodik geplant und gebaut. Der Bahnhof Hösel in Ratingen ist der erste Bahnhof in NRW, der mithilfe von BIM realisiert wird, bis Ende 2017 wird die Planung mit BIM bei 53 Bahnhöfen in NRW begonnen haben: Erst virtuell gebaut – dann real! Für Stephan Boleslawsky, Bahnhofschef in NRW, hat dieses neue Vorgehen nur Vorteile: „Mit BIM haben wir eine deutlich höhere Planungsqualität für Hösel“, so Boleslawsky. „Das Projekt steht im Mittelpunkt und wir können Planungsänderungen oder Planungskonflikte noch viel früher erkennen und lösen.“

Bundesweit werden rund 80 Projekte nach dieser neuen Methodik bearbeitet, bis Ende des Jahres 2017 sollen es bereits rund 160 Projekte sein. Die Erfahrungen aus anderen Pilotprojekten zeigt, dass das digitale Tool zu einem flüssigeren Projektablauf führt und damit zu Vorteilen bei allen Projektbeteiligten.

Der Bund unterstützt die Einführung von BIM bei der Deutschen Bahn. Im Dezember 2015 hatte der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur einen Stufenplan Digitales Planen und Bauen veröffentlicht, mit dem BIM im Verkehrsinfrastrukturbereich bis 2020 zum Standard werden wird. Im Oktober 2016 stellte der Bund der Deutschen Bahn 20 Millionen Euro für die Einführung der BIM-Methode in komplexen Großprojekten zur Verfügung. Weitere rund neun Millionen Euro bringt die DB auf.

Doch Planen und Bauen sind nicht die einzigen Aspekte der Einführung moderner Technologien und Prozesse. Die Deutsche Bahn investiert bis 2018 rund eine Milliarde Euro allein in Digitalisierungsprojekte. Im Rahmen des Qualitätsprogramms „Zukunft Bahn“ spielen digitale Technologien auch bei der Modernisierung der Infrastruktur eine Schlüsselrolle, um das Verkehrsmittel Bahn noch attraktiver zu machen.

(ü.Pm.)

 

Baubeginn für Studentenwohnheim mit 135 Appartements in Essen Essen

Mit dem ersten Spatenstich starteten heute in Essen die Bauarbeiten für ein neues Studentenwohnheim. In direkter Nähe zum Campus entsteht ein fünfgeschossiger Bau mit Appartements für 135 Studierende. Bereits zum Wintersemester 2018/2019 sollen die neuen Mieter einziehen.

Das Land NRW unterstützt das Projekt durch günstige Darlehen und ermöglicht so günstige Monatsmieten von weniger als 300 Euro warm. Die Gesamtinvestition beträgt mehr als zehn Millionen Euro. Angeboten werden ausschließlich Einzelapartments, mindestens 20 Quadratmeter groß, voll möbliert und mit Internetanschluss. Für die gemeinsame Nutzung gibt es einen Aufenthalts- sowie einen Waschmaschinen- und Trockenraum, Terrassen und Freiflächen. Betreiber der Apartments ist die FDS gemeinnützige Stiftung, 1971 als „Fördererkreis deutscher Studenten“ gegründet. Die FDS betreibt bundesweit insgesamt 13 Objekte mit rund 2.000 Wohnplätzen für Studierende. Auch in anderen Städten wird das Angebot für studentischen Wohnraum derzeit erhöht. In der Dortmunder Innenstadt sind derzeit 400 Wohnungen für Studenten im Bau, in Bochum entsteht ein Wohncampus für 260 studentische Mieter.

 

(ü. Pm.)

Aus für das geplante Gewerbegebiet „Heißener Straße“

Die Pläne der Stadt Essen, an der Heißener Straße ein Gewerbegebiet einzurichten, wurden abgelehnt Das hat die Verwaltung im Rahmen der heutigen Ratssitzung (24.5.) bekannt gegeben.

Das entsprechende Änderungsverfahren des Regionalen Flächennutzungsplans der Planungsgemeinschaft Städteregion Ruhr der Städte Bochum, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen (RFNP) darf nicht weiter verfolgt werden. Das ergeben die Stellungnahmen der Regionalplanungsbehörde, der Bezirksregierung Düsseldorf und der Landesplanungsbehörde.

Auch das parallel dazu eingeleitete Bebauungsplanverfahren ist damit hinfällig. Die betroffene Fläche bleibt somit als Grünfläche erhalten.

Die Stadt wollte mit dem Änderungsverfahren dem Mangel an Gewerbeflächen auf Essener Stadtgebiet entgegenwirken.

Die Stadt wird in Zusammenarbeit mit dem Eigentümer das Grundstück weiter in einen geordneten Zustand führen.

(ü. Pm.)

Essen gehört mit Heisinger Ruhraue zum europaweiten Netz von „Natura 2000“

Der 21. Mai ist ab sofort der offizielle „Europäische Tag für Natura 2000“. EU-Umweltkommissar Karmenu Vella hat dazu am 15. Mai gemeinsam mit Vertretern des Europäischen Parlaments, des Ausschusses der Regionen und der maltesischen EU-Ratspräsidentschaft eine Erklärung unterzeichnet.

Ab diesem Sonntag wird der Tag alljährlich überall in Europa begangen. Bereits in diesem Jahr finden Hunderte von lokalen Veranstaltungen und Netzwerkaktivitäten statt.

Was ist „Natura 2000“?
Natura 2000 ist ein umfassendes Netz aus Gebieten in der EU, mit dem alle wichtigen Lebensräume und gefährdete Arten geschützt werden sollen. Den Rahmen dafür bilden die beiden Naturschutzrichtlinien der EU: die Vogelschutzrichtlinie und Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie. Das Netz umfasst derzeit europaweit 27.000 Schutzgebiete mit einer Fläche von mehr als 1 Million Quadratkilometern zu Land und See. Es zählt als eine der herausragenden Errungenschaften der EU.

Natura 2000 in Essen
Mit der Heisinger Ruhraue liegt im Süden Essens ein als „Natura 2000“ ausgezeichnetes Schutzgebiet, welches 150,26 Hektar umfasst. Dieses Natura 2000-Gebiet ist die Heimat von Libellen, Fröschen, Kormoranen und Graureihern. Seit 2004 steht die Auenlandschaft mit ihren Feucht- und Nasswiesen unter Naturschutz.
Wenn die Ruhr im Frühjahr und Herbst über die Ufer tritt und Teile der Aue überschwemmt, ist das Gebiet Rastplatz und Nahrungsstätte für zahlreiche Zugvögel. Im Sommer erleuchtet ein Meer von bunten Blüten die Grünlandflächen. Zahlreiche Insekten und Amphibien finden in der Ruhraue einen idealen Lebensraum.
Im Vogelschutzgebiet Heisinger Bogen sind eine Graureiher- und eine Haubentaucherkolonie zuhause. Durch das gesamte Gebiet und zu verschiedenen Beobachtungspunkten führen mehrere Wanderrouten.

Wieso Natura 2000?
Neben dem Schutz von Flora und Fauna, der Zusammenarbeit mit einzelnen Staaten der EU in Form von Kooperationsprojekten und Beratungsprogrammen profitieren die Gebiete von nationaler und europäischer Förderung für durchgeführte Naturschutzmaßnahmen.

Städtebauförderungsprogramm vom Land NRW veröffentlicht

Nach der Veröffentlichung des Städtebauförderprogramms 2017 durch das Land NRW, sind für die Stadt Essen Zuwendungen in Höhe von insgesamt rund 14,6 Millionen Euro in diesem Jahr vorgesehen. Diese Summe entspricht in vollem Umfang der von der Stadt Essen beantragten Fördermittel.

Damit können in den nächsten Jahren Projekte vor allem in den Fördergebieten „Soziale Stadt“ mit einem Gesamtvolumen von 47,3 Millionen Euro (inklusive der 14,6 Millionen Euro Fördersumme) umgesetzt werden.

Ein Großteil der diesjährigen Zuwendung wird für eine Teilfinanzierung des Neubaus der Gustav-Heinemann-Gesamtschule im Stadtteil Schonnebeck (5,8 Millionen Euro) sowie auf das Modellvorhaben Problemimmobilien (5,7 Millionen Euro für Altenesssen-Süd/ Nordviertel) verwendet werden. Weitere 2,9 Millionen Euro werden in Bauprojekte der Zeche Zollverein investiert.

(ü. Pm.)