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Corona Kommentar

Was gilt es zu schützen?

„Weitere Einschränkungen können zu einer ablehnenden Haltung in der Bevölkerung führen…“ diesen Satz konnte man bei der Verkündung neuer Einschränkungsempfehlungen vernehmen. Welcher interessegeleitete Entschluß wird mit dieser Aussage demonstriert? Sind notwendige und auf wissenschaftlicher Basis sinnvolle Entscheidungen jetzt nur noch auf dem Hintergrund von Akzeptanz der Massen zu fällen? Derzeit überbieten sich Lokalkommentatoren in der Bewertung der Sinnhaftigkeit von Sanktionen, die auf das Anschnellen der Coronaraten getroffen werden. Ökonomische und soziale Faktoren bekommen nach den Erfahrungen der ersten Coronawelle mehr Aufmerksamkeit und gewinnen an Bedeutung in allen Entscheidungen. Gleichzeitig geraten in dieser Konstellation Politiker in die Rolle von ethischen Entscheidungsträgern. Wieviel Risiko kann und darf ich politisch rechtfertigen ohne die Grundrechte des einzelnen Bürgers auf Schutz und gesundheitliche Unversehrtheit zu verletzen? Können letztere überhaupt nach dem Prinzip der Massenabstimmung mit beliebigem Ausgang herbeigeführt werden, oder ist die „Unantastbarkeit des Einzelnen“ eine unhintergehbare Schranke, für die der gewählte Politiker ohne Interessenabwägung sonstiger Neigungen einzustehen hat? Ein Blick nach Asien sollte nachdenklich machen und sich nicht auf Länder ohne demokratischer Grundordnung beschränken. Südkorea hat in beispielhafter Weise schnell und äußerst konsequent auf die aufkommende Pandemie reagiert. Ergebnis ist eine vergleichsweise geringe Todesrate und eine landesweite Akzeptanz der von der Regierung zentral vorgegebenen Verhaltensanforderungen. Disziplin ist ein Wesensmerkmal in der demokratischen Gesellschaft, um die in Korea die Regierung nicht buhlen muß. Man empfindet keine Verletzung des Datenschutzes, wenn das leibliche Wohl und Überleben von Menschen Transparenz erfordert. Letztlich muß jeder Verantwortliche als Bürger oder Politiker sich der ethischen Bedingungen vergewissern um nicht in die Diktatur von ökonomischen und sozialen Wunsch- und Gewinnerwartungen zu steuern. Längst geht es nicht mehr ausschließlich um den Verlust von Existenzen, die Fiktion eines Grundanspruchs auf das hemmungslose Ausleben von „sozialen Happenings“ wird medial unkritisch als hinzunehmende Gegebenheit transportiert. Das sich nicht Allein-Ertragen können, das Fliehen aus der häuslichen Umgebung über alle Maßen sind beobachtbare persönliche Defizite, die zu einer Anspruchserwartung verleiten und jeden Politier in der Freiheit seiner Entscheidung hemmen, wenn sie doch der Erwartungshaltung seines Wahlklientels widerspricht. Ergebnis sind zögerliches Urteil und zaghafte Handlung, Erklärungsbedarf und Rechtfertigungszwang, die der Bedrohung durch das Virus und dem Schutz aller Menschen nicht gerecht werden.

Hier soll nicht der obrigkeitsstaatlichen Machtausübung das Wort geredet werden, Politik muß kontrolliert und auch kritisiert werden, sie muß transparent sein und sich verantworten, aber sie muß auch systemadäquat handlungsfähig bleiben. Derzeitig kann ich mich allerdings nicht des Eindrucks erwehren, dass das politische Geschehen mehr Kraft auf die Erlangung der Wählergunst, als auf die notwendige Durchsetzung von Schutzmaßnahmen im Interesse aller Bürger fordert. Wenn inzwischen die Großstädte in Deutschland zu Risikozonen werden und eine Flächenausbreitung erfolgt, wird der gesamtwirtschaftliche Schaden sich nicht mehr am Scheitern des nächstgelegenen Kneipenwirts messen lassen. In vielen Staaten der Welt geht es schon lange nicht mehr um den Lustfaktor Freizeit und soziale Animation, der Hunger und infolge das Aufkommen hierdurch bedingter Krankheiten führen in den stillen Tod der Schwächsten jener Gesellschaften. Corona ist eine Wendezeit, in der unsere Wertvorstellungen auf dem Prüfstein stehen.

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Energieversorgung

Schwierige Suche nach Endlagern für die Last der Atomenergie

Neuer Podcast „Auf Endlagersuche“

Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb hat heute den neuen Podcast „Auf Endlagersuche. Der deutsche Weg zu einem sicheren Atommülllager“ gestartet. Der Podcast ist sowohl auf www.bpb.de/endlagersuche als auch bei Spotify und iTunes kostenlos verfügbar.

Seit Jahrzehnten beschäftigt das Thema Atomenergie die Menschen in Deutschland. Es spaltet und polarisiert. Im Herbst 2020 beginnt nun die „heiße“ Phase der Endlagersuche in Deutschland. Heute veröffentlicht die Bundesgesellschaft für Endlagerung den „Zwischenbericht Teilgebiete“ und damit Orte, die aus geologischer Sicht als Endlagerstandort für hochradioaktive Abfälle in Frage kommen können. Was das genau heißt, wie und von wem diese Gebiete ausgewählt wurden und wie es nach der Entscheidung weitergeht, darüber sprechen wir in dem neuen Podcast der bpb „Auf Endlagersuche. Der deutsche Weg zu einem sicheren Atommülllager“.



In insgesamt sechs Folgen erklären Experten wofür genau ein Endlager gesucht wird. Sie zeigen auf, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und erklären, wie der Findungsprozess verläuft. Deutlich wird auch, wie jede Generation ihren eigenen Umgang mit dem Thema finden muss. Die jüngste Suche ist schließlich nicht der erste Versuch, ein solches Endlager zu finden.

Der Trailer zum Podcast und die ersten fünf Folgen sind abrufbar unter: www.bpb.de/endlagersuche/ sowie https://open.spotify.com/show/1hYqtTBZCJis6oYivWl2np.

Podcast der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Atomenergie / Ab sofort auf bpb.de, Spotify und iTunes

(ü. Pm.: Bundeszentrale für politische Bildung)

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Bäder Denkmalschutz Gruga Soziales Sport

Grugabad in der Denkmalliste

Grugabad-Freunde begrüßen Eintragung in die Denkmalliste

„Wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Instandsetzung“


Am letzten Donnerstag, 3. September 2020, hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung beschlossen, das Grugabad in die Denkmalliste der Stadt Essen einzutragen. Den entsprechenden Antrag hatte das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland im September 2014 gestellt.

Der Vorstand des Vereins der Grugabad-Freunde freut sich sehr, dass das Grugabad jetzt offiziell in die Denkmalliste eingetragen wird: „Wir glauben, dass dies ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Instandsetzung ist. Die Entscheidung, das Grugabad unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes zu sanieren, darf auch bedeuten, es in seinem bereits für damalige Zeiten zukunftsweisenden Geist als Erholungs- und Begegnungsort sowie als Ort für den Breitensport für alle Bürger*innen der Stadt Essen und der Region zu erhalten. Die in Stein gehauene Vision des Architekten Gerd Lichtenhahn, eine großzügige, bis ins Detail durchgestaltete Schwimmlandschaft für Menschen aus allen Alters- und Gesellschaftsbereichen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen zu schaffen, ist auch heute hochaktuell. Das einzigartige schwebende Gesamtensemble mit den großzügigen Wasserflächen, den Highlights Tribüne, Wellenbecken, Sprungturm, Elefantenrutsche sowie den rahmenden Grünflächen hat das Potential, als sportlicher und kultureller Leuchtturm über Essen hinaus zu strahlen. Als lebendiges Denkmal und eindrucksvolles Zeugnis für die Wohlfahrtpolitik unserer Stadt ist das Grugabad zudem ein wichtiger zentraler Ort, an dem die Stadt zusammenwachsen kann. Essen braucht solche Orte.“

Seit seiner Gründung im Dezember 2017 setzt sich der gemeinnützige Verein Grugabad-Freunde aktiv für den Erhalt und den lebendigen Betrieb des Grugabades ein. Mit Aktionen wie der Beteiligung am bundesweiten Tag des offenen Denkmals 2018 und 2019 und regelmäßigen öffentlichen Führungen während der Schwimmsaison machen sie gemeinsam mit dem Grugabad-Team die besonderen kulturellen, baulichen, sozialen und gesundheitlichen Aspekte erfahrbar. Auf der Internetseite www.grugabad-freunde.de stellt der Verein Fotos, Texte und Informationen zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft des einzigartigen Bades zusammen. Grugabad-Freunde e.V. versteht sich als Sprecher aller Freundinnen und Freunde des Grugabads und als Ansprechpartner für Verwaltung und Politik.

(ü. Pm, Freundinnen und Freunde des Grugabads)

Foto: Freundinnen und Freunde des Grugabads

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Corona Gesundheit Holsterhausen Medizin Stadtteile

Positiver Corona-Fall in Senioreneinrichtung

In einer Seniorenresidenz in Essen-Holthausen gibt es (heute Stand 16. 7.) einen positiven Corona-Fall. Eine Pflegekraft wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Die Einrichtung hat umgehend Maßnahmen getroffen, um die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor einer Verbreitung des Virus zu schützen.

Unter anderem wurde in Absprache mit dem Lagezentrum Untere Gesundheitsbehörde (LZUGB) eine Schleuse zwischen den Etagen eingerichtet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden mit entsprechender Schutzausrüstung ausgestattet, der Gesundheitszustand der Bewohnerinnen und Bewohner wird engmaschig kontrolliert.

Insgesamt wurden durch das LZUGB heute bei 25 Bewohnerinnen und Bewohnern eines Wohnbereiches, die in Kontakt mit der Pflegekraft standen, Beprobungen durchgeführt. Darüber hinaus wurde bei ihnen eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Eine weitere Pflegekraft wurde ebenfalls beprobt. Ein weiterer Bewohner aus der Einrichtung aus einem anderen Wohnbereich wurde ebenfalls beprobt.

Allen betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern geht es gut. Die Angehörigen der Betroffenen wurden informiert, Besuche für den betroffenen Wohnbereich müssen bis auf weiteres untersagt werden. Das Besucherzimmer in der Einrichtung bleibt weiterhin geöffnet.

(ü. Pm. Stadt Essen)

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Arbeitswelt Gewerbe Industrie Wirtschaft

Kolektor Magnet Technology will Essener Produktionsstätte schließen

Kolektor Magnet Technology produziert am Standort Essen unter anderem Sensoren und elektromagnetische Komponenten für Kleinmotoren. Hauptabsatzmarkt ist die Automobilzuliefererindustrie, die von der Corona-Krise besonders betroffen ist. Das Unternehmen befindet sich zu rund 75 Prozent in slowenischem Besitz, rund 25 Prozent des Stammkapitals hält ein chinesischer Eigner. Kolektor Magnet Technology hat bereits seit 2013 seinen Betriebsstandort auf dem Gewerbegebiet Econova.

Am Dienstag (7.7.) hat die Kolektor Magnet Technology GmbH angekündigt, ihre Produktionsstätte in Essen schließen zu wollen. Die Stadt Essen und die EWG – Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH wollen um den Erhalt von Arbeitsplätzen aktiv werden.

(ü. Pm. Stadtpressamt Essen)

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Kultur Philharmonie Essen

Dorothee Oberlinger und Peter Kofler in der Philharmonie Essen

Unter dem Titel „Blockflöte trifft Orgel“ sind Dorothee Oberlinger und Peter Kofler am Mittwoch, 17. Juni 2020, um 20 Uhr in der Philharmonie Essen zu hören.

Sie gelten als Spitzenbesetzung, die Blockflötistin Dorothee Oberlinger und der Organist und Cembalist Peter Kofler. Am Mittwoch, 17. Juni 2020, um 20 Uhr geben sie jetzt ein gemeinsames Konzert in der Philharmonie Essen. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Werke von Johann Sebastian Bach mit dessen Flötensonate e-Moll, BWV 1034, dem „Solo pour la flûte traversiére“, BWV 1013, der Sinfonia aus der Kantate „Wir danken dir, Gott, wir danken dir“, BWV 29, in einer Bearbeitung für Orgel sowie Auszüge aus der Triosonate Nr. 5 C-Dur, BWV 529. Neben weiteren Barockkompositionen von Arcangelo Corelli führt die musikalische Reise darüber hinaus ins 20. und 21. Jahrhundert, wenn Auszüge aus Olivier Messiaens „Himmelfahrt“, Luciano Berios „Gesti“ für Blockflöte sowie die für Dorothee Oberlinger komponierten „Commentari“ III von Dorothée Hahne erklingen.

Karten (€ 21,00) unter Tel. 0201 / 81 22-200, tickets@theater-essen.de sowie an der Kasse des Aalto-Theaters (Di-Sa 13:00-18:00 Uhr). Die Veranstaltungskasse in der Philharmonie öffnet 90 Minuten vor Konzertbeginn. Ein Online-Kauf ist derzeit nicht möglich.

(ü. Pm. Philharmonie Essen, Bild: Henning Ross)