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Corona

Kann man die nun als sinnvoll erachteten FFP2 Masken mehrmals verwenden?

Nach den uns vorliegenden Informationen können FFP2 Masken begrenzt wiederverwertet werden, wenn man sie wie folgt behandelt:

  1. einen Tag in Raumluft trocknen lassen.
  2. bei 80 Grad im Backofen mit Ober-, bzw. Unterhitze (keine Umluft!) für eine Stunde belassen.
  3. maximal 3-5 mal in dieser Verfahrensweise, dann sollten die Masken allerdings endgültig entsorgt werden.
    wichtig ist natürlich eine entsprechende Handhabung bei diesem Verfahren, dass nicht durch Berührung der Masken eine Berührungskontamination erfolgt.

Sofern noch im Privatbereich mit Stoffmasken gearbeitet wird: mindestens dreilagig zusammennähen. Viele der im Netz kursierenden Anleitungen bauen zu dünne Masken auf, die als weniger wirksam betrachtet werden müssen.


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Corona Gesellschaft Kommentar

Jammerweihnacht 2020

Nun kommt wohl, was nach Ansicht ernstzunehmender Wissenschaftler schon lange hätte kommen sollen. Die strengere Gangart im öffentlichen Raum ist unabdingbar, denn in Anbetracht einer tödlichen Bedrohung ist das Setzen auf Freiwilligkeit und Einsicht eher eine waghalsige Hoffnung gewesen. Wenn Weihnacht als Zeit der Hoffnung von Gläubigen gesehen wird, bietet das Bild der Realität nicht nur in den Intensivstationen Ohnmacht und Elend. Dabei war die Entwicklung des Pandemiegeschehens vorhersehbar und auch durch den Vergleich mit Staaten, die eine frühere Entwicklung hatten, im Verlauf beschrieben. Der Föderalismus hat in der Bewältigung des Panademiegeschehens kein positives Bild gezeichnet. Dabei hätte man sich an anderen Staaten orientieren können, Südkorea hatte eine viel konsequentere Haltung eingenommen. Zwar hatte es auch dort Ausrutscher gegeben, wenn in Kirchen oder Nachtclubs unter dem Trieb der Vergesellschaftung wider alle Vernunft die Regeln nicht anerkannt wurden. Während wir uns nun eine Schockstarre über Weihnachten und Jahreswechsel verordnen, ist das öffentliche Leben in Südkorea kaum beeinträchtigt. Fragt man nach der Ursache für die Differenz, kommt man um eine Erkenntnis nicht herum, die Disziplin der Asiaten und die Einsicht in Notwendigkeiten sind ausgeprägter als in unserer Spaßkultur. Ein Phänomen ließ sich aber bei uns mit Beginn der Seuche beobachten. Vermeintliche Experten, als Politiker oder Verwaltungsfunktionsträger, traten wo immer möglich ins Rampenlicht oder setzten sich selbst über die sozialen Medien in Szene. Da konkurrierten dann Verwaltungsbeamte, Bürgermeister und Politiker mit Ratschlägen, „Erfolgsberichten“, gespickt mit den jeweils neuesten Zahlen „Wiedergenesener“ und Toten via Facebook, Twitter etc., um ja auf ihren Einsatz zu verweisen. Corona sprengte die Nachrichtenfesseln und führte zur persönlichen Kriegsberichtserstattung von der Pandemiefront. Müßig auf die Nachrichten der Tageszeitungen zu warten, wenn doch die neuesten Zahlen via Facebook von den Verwaltungsakteuren direkt abgeklickt werden können. Distanzen wurden in den Sozialen Medien, in denen das System die „Du-Befreundung“ schon vorgaukelt, vollständig aufgegeben. Das Buhlen um Gunst und Ansehen jenseits von Wahlkämpfen aus der „Macher“ Perspektive. Das die Freiheit des Politikers aber Distanz zu allzu wirtschafltich gedachten Bedenken benötigt, um auch unpopuläre Maßnahmen einfordern zu können, schien vergessen. Erst jetzt bringt das Leid der großen Zahl die Panik und entschuldigende Geste über das zurückliegende Zaudern und Taktieren. Nein, analysierend Zurückschauen möchte man nicht, die Gegenwart ist grausig genug, der Rückblick käme an der Frage des anfänglichen Versagens nicht vorbei.

Ich erinnere mich an den Beginn der Entwicklung. Ich kam gerade von Südkorea zurück, wo wir durch überall sichtbare Veränderungen und pausenlose Beiträge in Funk und Fernsehen auf die neuen Verhaltensnotwendigkeiten vorbereitet waren. Überall Desinfektionsmittel, selbst in Toiletten, die öffentlichen dort allgemein sauberer und kostenlos in größerer Zahl bereitstehend, als wir dies aus unserer heimischen Großstadt kennen. In Kaufhäusern, Hochhausfluren und Aufzügen, überall Menschen mit Masken. Weitgehend selbstgenähte, häufig modische Modelle, immerhin gehört es ich in Korea, daß man auf der Straße wohlgekleidet ist. Mir selbst fällt auf, daß mich Unbekannte auf einmal direkt in Koreanisch ansprechen, wo ansonsten das wohl mit englischen Vokabeln erfolgt wäre. Schnell erschließt sich mir mein Ansichtswechsel… Koreaner tragen auch im Alter Grau und nun fehlte die ansonsten dominante Nase des Europäers, elegant durch die Maske verdeckt. Der Wechsel nach Deutschland führt zu entsetztem Erstaunen. Bereits am Flughafen Menschengruppen in enger Zuwendung. Nein, Corona ist doch weit weg. Es folgen die Monate im Kompetenzgerangel und Freiheitsdiskussionen, die an philosophische Erstseminare erinnerten. Wenn der Eimer der Vernunft aber nun ein Loch hat, predigt selbst der/die Weise in die Wüste. Jochen Steffens Wort, „Junge, du wirst noch mal eine Zeit erleben, da wird nicht mehr regiert, da werden Mängel verwaltet.“ kommt mir in den Sinn. Als Schüler noch, traf ich auf ihn im Rahmen einer gesellschaftspolitischen Veranstaltung in der Essener Volkshochschule. Das von ihm beschriebene Szenario offenbart sich nun in der Krise. Die Politik wird in wichtigen Fragen handlungsunfähig, selbst da, wo in der Bevölkerung bei konkreter Umsetzung Verständnis zu erwarten wäre. Stattdessen dominieren Unvernünftige und agitierende Minderheiten die Leere.

In meiner Herkunftsfamilie hörte ich oft die Floskel, „ihr könnt da ohnehin nicht mitreden, ihr habt ja noch nichts mitgemacht.“ Die Alarmbereitschaft in den Bombennächten, das Bergen von Leichen aus zerbombten Kellern, nein, das entzieht sich unserer Vorstellungskraft. Ob sie, längst verstorben, heute die Belastung ausbleibenden Besuchs, oder das Maskentragen wohl beklagen würden? Klagen war ihnen ja bereits als Kinder aberzogen worden, aber ich bin sicher, sie wären furchtloser als viele Zeitgenossen, denn der Feind ist bekannt und man kann handeln. Die Freiheit zur Handlung statt diffuser Ängste. Die Einsicht in das Notwendige der Handlung, das kein Zaudern duldet. Es ist die Kraft, die ich nicht im Verhalten vieler Politiker wiederfinde. Das Jammern der Einzelnen temporär nicht allein sein zu können, die Abhängigkeit vonfortwährender Vergesellschaftung, es ist symptomatisch für die Leere in einer Überflußgesellschaft, die dem Einzelnen den Anreiz zur Entwicklung einer selbständigen Persönlichkeit nimmt.

Ende Januar werden wir den interkulturellen Vergleich mit Korea fortsetzen können. Das notwendige C1 Visum zur Einreise ist durch das koreanische Justizministerium erteilt und gleich der Verhaltenskatalog unterschrieben, der uns eine 14-tägige häusliche Meditation vorschreibt. Bekannte, die in normalen Zeiten gerne mal zwei Wochen eine Auszeit in einem Kloster in der koreanischen Bergwelt nahmen, hätten derzeit keine Möglichkeit, Korea verweigert konsequent Besuchsreisen. Den Weisungen folgend werden wir also vom Flughafen aus auf dem Hintersitz eines Fahrzeugs, nicht sprechend und mit Maske unseren Zielord ansteuern und dort unsere Wohnung nicht verlassen. Die Literatur ist bereits ausgewählt und es wird sicherlich eine entspannte Zeit, bevor wir Ihnen dann weitere drei Wochen einen Einblick in den koreanischen Alltag unter Pandemiebedingungen übermitteln werden.

Bleiben Sie gesund, oder wie wir es in Ostfriesland zu sagen pflegen: Hol di munter. Zuversicht ist auch in der Krise die stärkste Kraft.

(stk)

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Corona Covid-19 Gesundheit Soziales

123 Tote in Essen in Verbindung mit einer Covid-19-Infektion

Stand heute, am 30. 11. 2020, beklagt Essen bereits 123 Todesfälle. Am vergangenen Samstag, 28. November, ist ein 67-jähriger Essener in der Universitätsmedizin Essen verstorben. Am gestrigen Sonntag (29.11.) ist ein 88-jähriger Essener im Universitätsklinikum Essen verstorben. Ebenfalls im Universitätsklinikum ist gestern eine 80-jährige Essenerin verstorben. Ein 92-jähriger Essener ist ebenfalls gestern verstorben. Am heutigen Montag (30.11.) ist ein 72-jähriger Essener in der Universitätsmedizin Essen verstorben. Ebenfalls heute ist ein 89-jähriger Essener im Universitätsklinikum Essen verstorben. Die Zahl der an oder in Verbindung mit einer Coronavirus-Infektion Verstorbenen liegt derzeit bei 123.

(ü. Pm. Stadt Essen)

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Corona Gesundheit Holsterhausen Medizin Stadtteile

Positiver Corona-Fall in Senioreneinrichtung

In einer Seniorenresidenz in Essen-Holthausen gibt es (heute Stand 16. 7.) einen positiven Corona-Fall. Eine Pflegekraft wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Die Einrichtung hat umgehend Maßnahmen getroffen, um die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor einer Verbreitung des Virus zu schützen.

Unter anderem wurde in Absprache mit dem Lagezentrum Untere Gesundheitsbehörde (LZUGB) eine Schleuse zwischen den Etagen eingerichtet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden mit entsprechender Schutzausrüstung ausgestattet, der Gesundheitszustand der Bewohnerinnen und Bewohner wird engmaschig kontrolliert.

Insgesamt wurden durch das LZUGB heute bei 25 Bewohnerinnen und Bewohnern eines Wohnbereiches, die in Kontakt mit der Pflegekraft standen, Beprobungen durchgeführt. Darüber hinaus wurde bei ihnen eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Eine weitere Pflegekraft wurde ebenfalls beprobt. Ein weiterer Bewohner aus der Einrichtung aus einem anderen Wohnbereich wurde ebenfalls beprobt.

Allen betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern geht es gut. Die Angehörigen der Betroffenen wurden informiert, Besuche für den betroffenen Wohnbereich müssen bis auf weiteres untersagt werden. Das Besucherzimmer in der Einrichtung bleibt weiterhin geöffnet.

(ü. Pm. Stadt Essen)

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Verkündet der Gesundheitsminister eine Falschdiagnose?

„Das Gesundheitssystem ist auf die Coronakrise gut vorbereitet…“ dies kann man den Aussagen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn entnehmen. Ist dies tatsächlich gegeben? Das Bündnis Attac stellt sich gegen diese These und beurteilt Spahns Analyse als krasse Fehldiagnose.

Wir sprachen mit Frau Dagmar Paternoga, von der der Attac-AG Soziale Sicherungssysteme über sich ergebende Notstände in den Kliniken.

Dagmar Paternoga
Interview Dagmar Paternoga / Hajo Steinsiek am 16. 3. 2020

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Krankenhaus statt Fabrik http://krankenhaus-statt-fabrik.de