Von einer „Lachgasparty“ profitieren wir heute noch…

Wanderheiler wie „Zahnbrecher“ oder „Zahnreißer“ zogen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit Zähne. Erst einige Jahrhunderte später im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden Zahnärzte und Zahntechniker als eigenständige Berufsgruppen anerkannt.

Wanderheiler wie Zahnbrecher oder Zahnreißer zogen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit Zähne. Erst einige Jahrhunderte später im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden Zahnärzte als eigenständige Berufsgruppe anerkannt.

Beim Zahnarzt muss heutzutage kein Patient mehr heftige Schmerzen aushalten. Moderne Betäubungsmittel machen es möglich. Das war nicht immer so. Über Jahrhunderte versuchte man, den Schmerz mit Alkohol oder narkotisierenden Pflanzenextrakten auszuschalten. Dies gelang jedoch nicht vollständig. Nicht selten musste der vom Zahnschmerz Gepeinigte sogar gefesselt oder festgehalten werden, um die Behandlung zu überstehen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließen fahrende Schausteller Zuschauer Lachgas einatmen. Diese zeigten daraufhin eine euphorische Stimmung und torkelten zur Belustigung der übrigen Zuschauer herum. „Der amerikanische Zahnheilkundler Horace Wells kam bei einer solchen Lachgasparty 1844 auf den Gedanken, Lachgas zu Narkosezwecken einzusetzen“, erläutert Prof. Dr. med. habil. Dr. phil. Werner E. Gerabek vom Institut für Geschichte der Medizin, Universität Würzburg, und vom Bereich Geschichte und Ethik der Medizin, Universitätsklinikum Regensburg. „Wells ließ sich nach Einatmen von Lachgas schmerzfrei einen Zahn ziehen“, so Gerabek.

(ü. Pm. prodente.de/, Bild: prodente.de/)

Videowettbewerb: „Eure Botschaft für Europa“ 2017

Was wünschen wir, die Bürger in Deutschland uns für die kommende Amtszeit der Bundesregierung in Berlin für die weitere Entwicklung der Europäischen Union und Europas? Diese Frage steht im Zentrum eines europäischen Bürger-Preiswettbewerbs:

Jede und jeder kann ein kurzes Video bis maximal 1 Minute Dauer mit seiner Botschaft aufnehmen und einsenden, einzeln oder in Gruppen. Zu gewinnen sind drei europäische Hauptpreise im Wert von bis zu 250 Euro (1. Preis).

Also, kreativ  sprechen, singen, malen, musizieren oder tanzen zur Frage was  in Europa wichtig ist, was die Politik in der Koalition auf Bundesebene in Brüssel voranbringen soll und womit Bürgern geholfen werden kann.

Eine persönliche Anwesenheit der Einsender zur Preisverleihung bei der Pulse of Europe-Veranstaltung am Sonntag 05.11.2017 ab 14 Uhr in Essen ist Voraussetzung für eine Preisvergabe im Wettbewerb (Juryentscheid).

Einsendungen zur Teilnahme am Preiswettbewerb vor dem 03.11.2017 als abspielbare Videodatei mit der Angabe von Namen, Alter und Postadresse an die Mailadresse schicken:

essen@pulseofeurope.eu

So gehts: 

Kurze Videobotschaft bis 1 Minute Dauer aufnehmen

  • Thema: Was soll Deutschland für und in Europa in den nächsten 4 Jahren erreichen?
  • Bis 03.11.2017 (24 Uhr) per Mail unter Angabe von Name, Alter und Anschrift einsenden an:

essen@pulseofeurope.eu

  • Preise: 1.) 250 € Preisgeld, 2.) Thalys-Zugticket 150 €, 3.) Europäischer Geschenkkorb 100 €
  • Bei der Preisverleihung am Sonntag 05.11.2017 ab 14 Uhr in Essen dabei sein

 

 

Dies und das aus dem Ruhrgebiet

(idr). In Zeiten von Smartphones und Spielekonsolen sind sie fast ausgestorben: die Flipperautomaten. Bei der Ausstellung „Ausgeflippt“ im Museum Strom und Leben in Recklinghausen erleben sie nun ein kleines Comeback. Hier erwarten die Besucher mehr als 30 klassische und moderne Flipper. Anfassen und bespielen ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht! Die Ausstellung beginnt am Freitag, den 20. Oktober um 17 Uhr. Sie läuft bis zum 22. Oktober. Infos: www.umspannwerk-recklinghausen.de

Der Schweizer Künstler Balthasar Burkhard erhält seine erste große museale Würdigung in Deutschland. Das Museum Folkwang in Essen stellt über 150 Werke und Werkgruppen des Fotografen aus, die seinen Werdegang vom Reportagefotograf bis hin zum Künstler dokumentieren. Die Ausstellung eröffnet am 20. Oktober und dauert bis zum 14. Januar 2018. Infos: www.museum-folkwang.de

Gut zuhören heißt es beim Concert in the Dark im Unnaer Säulenkeller im Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna. Denn bei diesem Konzert stehen die akustischen Reize im Vordergrund. Der Posaunist Shawn Grocott und sein Ensemble haben für diesen Abend in Zusammenarbeit mit dem Lichtkunst-Zentrum ein stilistisch vielseitiges Programm entwickelt. Die Besucher betrachten zuerst ausgewählte Lichtkunstwerke. Anschließend erhalten sie Verdunkelungsbrillen und werden zu ihren Plätzen gebracht, wo sie sich ganz auf die Klänge konzentrieren. Die Veranstaltung findet am 20. Oktober ab 19 Uhr statt. Infos: www.lichtkunst-unna.de

Seit über 40 Jahren zählt Konstantin Wecker zu den bedeutendsten deutschen Liedermachern. Anlässlich seines 70. Geburtstages ist er nun auf „Poesie und Widerstand“-Tour in ganz Deutschland unterwegs. Im Vordergrund dieser Jubiläumstour mit Kabarett und Chansons soll sein gesellschaftliches Engagement stehen, aber natürlich kommen auch seine Liebeslieder nicht zu kurz. Am 18. Oktober, 20 Uhr, macht er Halt in Dortmund. Restkarten sind noch erhältlich. Infos: www.konzerthaus-dortmund.de

Im Schlosstheater Moers feiert das Projekt „Sand und Asphalt. Geschichten auf der Flucht“ am 20. Oktober um 19.30 Uhr Premiere. Für dieses Stück hat sich Regisseurin Barbara Wachendorff auf die Reise an den Niederrhein begeben und die Geschichten und Erlebnisse von Frauen unterschiedlichster Herkunft aufgearbeitet. Einige dieser Frauen – unter anderem aus Syrien, Ghana, aber auch aus Deutschland – werden an diesem Abend auf der Bühne stehen. Infos: www.schlosstheater-moers.de

Das WDR Funkhausorchester und die Grammynominierte Sängerin Kate McGarry laden am 21. Oktober zu einer Zeitreise auf Zeche Zollverein in Essen. Beim Programm „Woodstock Symphony“, arrangiert von dem Essener Folkwang-Professor Peter Herborn, interpretiert das Ensemble die Songs der 1970er auf eine moderne Art und Weise, von John Denver bis hin zu Bob Dylan. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Infos: www.zollverein-konzerte.de

Nach einem Film von Aki Kaurismäki feiert „Der Mann ohne Vergangenheit“ am 21. Oktober Premiere im Schauspielhaus Bochum. Unter der Leitung von Christian Brey erzählt das Stück die Geschichte eines Mannes, der in seiner ersten Nacht im finnischen Helsinki von Hooligans angegriffen und dabei fast umgebracht wird. Da er sich danach nicht einmal mehr an seinen Namen erinnert, verläuft sein weiterer Weg beschwerlich. Erst ein Banküberfall scheint sein Leben zu verändern. Das Stück beginnt um 19.30 Uhr. Infos: www.schauspielhausbochum.de

Im Dortmunder Opernhaus geht es ab dem 21. Oktober, 19.30 Uhr, zurück in das Amerika der 60er Jahre: bei der Premiere des Welterfolges „Hairspray“. In dem farbenfrohen Musical geht es um das korpulente Teenagermädchen Tracy, das von einer großen Tänzerkarriere träumt. Mit viel Witz, Charme, aber auch Tragik und natürlich Musik zeigt das Stück dabei auch ein Amerika, in dem Rassendiskriminierung und Ausgrenzung zum Alltag gehörten. Tracys Mutter Edna wird dabei traditionell von einem Mann gespielt. In der Verfilmung übernahm John Travolta diese Rolle, hier ist es Ensemblemitglied Ks. Hannes Brock, der als „Edna“ auch seine Abschiedsspielzeit feiert.
Infos: www.theaterdo.de


	

Betriebsschließung und Festnahmen: Stadt, Polizei und Zoll kontrollieren mehrere Gewerbebetriebe an der Ripshorster Straße in Essen-Dellwig

Unterschiedliche Behörden der Stadt, Zoll, Finanzbehörden und Polizei haben heute (17.10.) zwischen der Kreuzung Dellwiger Straße/ Ripshorster Straße und der Ripshorster Straße 383 insgesamt sieben ausgewählte Betriebe kontrolliert.

Dabei unterstützten Beamte der Einsatzhundertschaft die Durchsuchung des zirka 60.000 Quadratmeter umfassenden Gebiets, das zwischen zwei Bahntrassen liegt.

Bei der Überprüfung der Betriebe legten die eingesetzten Behörden ihr Hauptaugenmerk auf die Schrottplätze und Im- und Exportgewerbe. Bürgerbeschwerden legten nahe, dass dort unsachgemäß und in großem Umfang insbesondere mit der Verarbeitung von KFZ -Teilen und Elektrogroßgeräten umgegangen wird.

Dabei sollten wohl insbesondere chemische, die Umwelt gefährdende Emissionen in das Erdreich gesickert sein.

Bei der Anfahrt der Polizeibeamten flüchteten zwei Personen, um sich der Kontrolle zu entziehen. Dabei verletzten sich beide so schwer, dass sie zur Behandlung in nahegelegene Krankenhäuser gebracht werden mussten.

Insgesamt überprüften die Beamten zirka 130 Personen, davon wurden 26 vorläufig festgenommen, bei denen der Verdacht des illegalen Aufenthalts besteht.

Ein Betrieb musste aufgrund fehlender Gewerbeerlaubnis und einer Vielzahl von Umweltstraftaten geschlossen werden. Die weiteren Erkenntnisse des Einsatzes werden nun verwaltungsseitig aufgearbeitet.

Neubau des Stadtbades Essen-Borbeck?

Der Ausschuss für die Sport- und Bäderbetriebe hat in seiner heutigen Sitzung (17.10.) den Neubau des Stadtbad Borbeck an der Germaniastraße im Stadtteil Borbeck empfohlen und folgt damit dem Vorschlag der Verwaltung. Der Rat der Stadt Essen wird in seiner Sitzung am 22. November über das geplante Vorhaben entscheiden.

Die Empfehlung der Verwaltung gründet sich auf den Ergebnissen einer Machbarkeitsstudie, die am 20.09.2016 im Sport- und Bäderausschuss vorgestellt wurde. Danach wäre die Sanierung im Bestand die teuerste der drei möglichen Varianten für das Stadtbad Borbeck. Ein Neubau am jetzigen Standort Vinckestraße wäre zwar die günstigste Variante, würde aber auch gleichzeitig bedeuten, dass für eine Zeit von 1,5 Jahren kein Schwimm- und Sportbetrieb für Schulen, Vereine und Öffentlichkeit im Bad stattfinden könnte.

Die Neubauvariante am neuen Standort Germaniastraße liegt wirtschaftlich im Mittelfeld der beiden anderen Varianten. Sie hat im Vergleich aber den Vorteil, dass während der Zeit des Neubaus der Schwimm- und Sportbetrieb wie bisher möglich ist. Weiterhin wurde nach Rücksprache mit der Planungsverwaltung der Stadt Essen festgestellt, dass der Neubau eines Schwimmbades an der Germaniastraße mit einem integrierten Sport- und Gesundheitszentrum gut in die konzeptionellen Überlegungen zur Entwicklung eines Mehrgenerationenquartiers an diesem Standort passen und einen erheblichen Mehrwert mit sich bringen würde.

Ein Konzept zur Finanzierung des neuen Bades muss noch erarbeitet werden, sobald der Rat der Stadt seine Entscheidung getroffen hat und damit die Sport- und Bäderbetriebe beauftragt, die Leistungen für die Projektvorbereitung und -planung zu vergeben.

Späti – Die neue Late-Night-Show am Theater Oberhausen

„Späti“ kommt von spät, und spät kommt von spontan. „Späti“ ist die neue Late-Night-Reihe, die ab dem 19. Oktober donnerstags im Pool des Theater Oberhausen stattfindet.

Ein ungestümes Format von wechselnden Akteur*innen, das jeweils genau 60 Minuten dauert. Ansonsten ist die Reihe an wenig Regeln gebunden. Impulse aus dem Ensemble und dem Team werden aufgenommen, kurzfristig umgesetzt und mutig im Pool erprobt. Neue Formen, wütende Fragen und auch Scheitern sind erlaubt – aber bitte mit Grandezza. So kurzlebig wie ein Snap, so langlebig wie eine unbequeme Frage. Performance, Talk oder Tanz – Sie wissen vorher nicht, was Sie erwartet. Aber „Späti“ macht den Donnerstag zum Lieblingstag der Woche.

Termine im Oktober/November – immer donnerstags um 21 h im Pool des Theater Oberhausen

Tickets: 5 €
19.10.               Die Geburt des Späti aus dem Schaum

26.10.               Die Goldsteins mit Ayana Goldstein

2.11.                 Americanrealismfirst mit Banafshe Hourmazdi, Mervan Ürkmez, Demian Wohler, Elena von Liebenstein und Babett Grube

9.11.                 Schlaraffenschland 4.0 – Deutschland in Plusquamperfekt mit Debo+Gästen

16.11.               Netflix and Chill? Ein gemütlicher Abend zu zweit

23.11.               Die Lange Nacht der Allergien mit Elena von Liebenstein und weiteren Expert*innen

30.11.               Eine Stunde Hardcore Disko 3000 mit DJ Sleazy und evtl. Paul Kalkbrenner

Weitere Infos unter: http://www.theater-oberhausen.de/programm/stuecke.php?SID=611

IndustrieFilm Ruhr feiert 20-jähriges Jubiläum

(idr). 20 Jahre IndustrieFilm Ruhr: Die Jubiläumsausgabe der Film-Retrospektive am 19. November steht unter dem Motto „Vom Stahl zur industriellen Vielfalt an Rhein und Ruhr“. Zwölf Wirtschaftsarchive in der Metropole Ruhr haben dafür Filmschätze aus ihren Beständen herausgesucht und zeigen diese im Filmstudio Glückauf in Essen.

Ein thematischer Schwerpunkt liegt auf den „klassischen“ Ruhrgebietsbranchen Bergbau, Eisen und Stahl. Das Historische Archiv Krupp etwa zeigt „Feurige Hochzeit. Eine Sinfonie in Stahl und Eisen“ von 1951. „Bergarbeiter in Dortmund“ (1964) stehen im Mittelpunkt eines Streifen, den das Archiv für soziale Bewegungen ausgewählt hat. Der Streifen „Die Fuente“ (1956) aus dem Montanhistorischen Dokumentationszentrum/Bergbau-Archiv Bochum sollte die Anwerbung von Arbeitskräften für den Bergbau unterstützen. 1997 fand die erste Ausgabe von IndustrieFilm Ruhr statt. Damals waren die Archive von Thyssen, Krupp/Hoesch und Mannesmann mit dabei. Seitdem ist die Zahl der teilnehmenden Archive stetig gewachsen. Auch in diesem Jahr stellen Experten aus den beteiligten Archiven die von ihnen ausgewählten Filme vor und diskutieren mit dem Publikum. Die Reihe IndustrieFilm Ruhr ist bundesweit einmalig. Veranstalter sind der Regionalverband Ruhr (RVR), die Kinemathek im Ruhrgebiet und zahlreiche Wirtschaftsarchive der Region. Eine telefonische Kartenreservierung wird empfohlen unter 0201/43936633. Infos: www.industriefilm.metropoleruhr.de

Stefan Herheim inszeniert „Wozzeck“

In der Neuinszenierung von Stefan Herheim feiert Alban Bergs Oper „Wozzeck“ am Freitag, 20. Oktober, um 19.30 Uhr im Opernhaus Düsseldorf Premiere.

Der international anerkannte Regisseur, der an den größten europäischen Opernhäusern inszeniert und inzwischen drei Mal zum „Opernregisseur des Jahres“ gekürt wurde, hat in Düsseldorf bereits mit seiner Inszenierung von Händels „Xerxes“ begeistert. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober, mit renommierten Gastsolisten und Ensemblemitgliedern setzt er in Düsseldorf jetzt ein Meisterwerk der musikalischen Moderne in Szene: Bo Skovhus singt die Titelpartie, Camilla Nylund gibt ihr Debüt als Marie, der „Sänger des Jahres“ Matthias Klink ist zum ersten Mal als Hauptmann zu hören. Corby Welch spielt den Tambour­major, Sami Luttinen den Doktor.  Besucher der Opernwerkstatt bekommen am Montag, 16. Oktober, um 17.00 Uhr einen unmittelbaren Einblick in die Produktion: Im Anschluss an ein Gespräch mit dem Regieteam können sie im Opernhaus bei freiem Eintritt einen Teil der Bühnen­orchesterprobe miterleben.

„Ich liebe Musik, die es wagt, menschliche Gefühle auszustellen, und Alban Bergs ‚Wozzeck‘ tut dies auf erschütternde Art und Weise“, sagt Stefan Herheim. Für ihn gilt es, Musiktheater im Hier und Jetzt zu begreifen und aus der unmittelbaren Wirkung der Musik etwas Eigenes zu schaffen. Seine „Wozzeck“-Inszenierung entsteht im Team mit Bühnen- und Kostümbildner Christof Hetzer und Dramaturg Alexander Meier-Dörzenbach.

Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“, das Alban Berg als Opernvorlage diente, basiert auf einem authentischen Fall: Am 3. Juni 1821 ersticht der arbeitslose Perückenmacher Johann Christian Woyzeck seine  Geliebte. Nach einem dreijährigen Prozess um seine Zurechnungsfähigkeit wird er trotz Zweifel für schuldig erklärt und öffentlich hingerichtet. Das Stück einer Hinrichtung sieht Stefan Herheim auch in der Oper: „In 15 musikali­schen Szenen erlebt Wozzeck seine Existenz als Höllenritt in einer Gesellschaft, die ihn zum Mörder macht.“ Ausgangspunkt seiner Inszenierung ist die u. a. in den USA heute noch legitimierte Praxis, Menschen im Namen der Gerechtigkeit zu töten: In einer Todeskammer wird Wozzeck durch die Gift­spritze hingerichtet. Doch sobald das Gift seinen Blutkreislauf erreicht und die Musik beginnt, vermischen sich seine Erinnerung, Angst, Wahn, Hoffnung und Verzweiflung zu surrealen Bildern, einer grotesken Todesrevue im Sterbemoment.

„Wozzeck“ von Alban Berg
Premiere am Freitag, 20. Oktober 2017, 19.30 Uhr, im Opernhaus Düsseldorf

Oper in drei Akten (15 Szenen)

Text von Alban Berg nach dem Drama „Woyzeck“ von Georg Büchner, Ausgabe von Karl Emil Franzos

In deutscher Sprache mit Übertiteln / Dauer: ca. 1¾ Stunden, keine Pause – empfohlen ab 16 Jahren

Musikalische Leitung: Axel Kober
Inszenierung: Stefan Herheim
Bühne und Kostüme: Christof Hetzer
Licht: Phoenix (Andreas Hofer)

Video: fettFilm (Momme Hinrichs und Torge Møller)

Chorleitung: Gerhard Michalski

Kinderchorleitung: Justine Wanat

Dramaturgie: Alexander Meier-Dörzenbach

Wozzeck: Bo Skovhus
Tambourmajor: Corby Welch
Andres: Cornel Frey
Hauptmann: Matthias Klink
Doktor: Sami Luttinen
Marie: Camilla Nylund

Margret: Katarzyna Kuncio

  1. Handwerksbursch: Thorsten Grümbel
  2. Handwerksbursch: Dmitri Vargin

Der Narr: Florian Simson

Soldat: Luis Fernando Piedra

Chor: Chor der Deutschen Oper am Rhein

Kinderchor: Akademie für Chor und Musiktheater
Orchester: Düsseldorfer Symphoniker

„Wozzeck“ im Opernhaus Düsseldorf:

Fr 20. Oktober – 19.30 Uhr (Premiere) / So 22. Oktober – 18.30 Uhr / Mi 25. Oktober – 19.30 Uhr /
Fr 27. Oktober – 19.30 Uhr / Do 2. November – 19.30 Uhr / So 5. November – 15.00 Uhr /
So 19. November – 18.30 Uhr / Do 23. November – 19.30 Uhr / So 26. November – 15.00 Uhr

Am Montag, 16. Oktober, um 17.00 Uhr gibt das Produktionsteam in der Opernwerkstatt im Opernhaus Düsseldorf einen Einblick in die Produktion: Im Anschluss an ein Gespräch mit dem Regieteam können sie im Opernhaus einen Teil der Bühnen­orchesterprobe miterleben. Der Eintritt ist frei.

Direkten Bezug auf die Neuproduktion nehmen auch die „Symphoniker im Foyer“: Die Sopranistin Heidi Elisabeth Meyer und Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker widmen sich in der Matinee am Sonntag, 22. Oktober, um 11.00 Uhr im Opernhaus dem Kammermusik- und Liedschaffen Alban Bergs.

Karten und weitere Informationen sind im Opernshop Düsseldorf (Tel. 0211.89 25 211), an der Theaterkasse Duisburg (Tel. 0203.283 62 100) sowie online über www.operamrhein.de erhältlich.

 

Fotos: Wozzeck_HPK_346_FOTO_Karl_Forster: Bo Skovhus (Wozzeck), Chor der Deutschen Oper am Rhein

Wozzeck_HPK_517_FOTO_Karl_Forster: Camilla Nylund (Marie), Bo Skovhus (Wozzeck), Bühnenmusiker, Statisterie

 

Kraniche auf dem Speisezettel?

Ein tierischer Fund der Essener Stadtarchäologie hat jüngst Einblick in den mittelalterlichen Speiseplan der Essenerinnen und Essener gegeben. In den Jahren 2002 und 2003 wurden in der Baugrube der Volkshochschule von Archäologinnen und Archäologen über 2.000 Tierknochenreste gefunden.

„Überraschend war, dass sich unter den Tierknochen auch Überreste von Rothirsch, Wildschwein, Ur und Wisent, sowie von Auerhuhn und Kranich nachweisen ließen“, erklärt Stadtarchäologe Dr. Detlef Hopp. Diese Wild- und Vogelarten gehörten im Mittelalter der „Hohen Jagd“ der Feudalherren an: das gemeine Volk durfte diese Tiere nicht jagen.

„Es handelte sich also um eine wohlhabende Gesellschaft mit Jagd auf allerhöchstem Niveau“, so Dr. Hopp. „Heute kann man sich aber einen servierten Kranich nicht so recht vorstellen.“

Die meisten der Knochen können in die Zeit zwischen dem neunten und zwölften Jahrhundert datiert werden und gehören damit in die Frühzeit des Essener Damenstifts, das bekanntlich Mitte des neunten Jahrhunderts entstand.

Zurzeit werden die Funde durch Studierende der Ruhr-Universität Bochum genauer unter die Lupe genommen. Weitere Ergebnisse sollen im Januar 2018 in der Ausstellung „Stadtarchäologie“ vorgestellt werden.

BUND: Proteste gegen Massentierhaltung

Zahlreiche BUND-Aktive zogen am Freitag vor Parteizentralen, Hühnerfabriken und in die Stadtzentren, sprachen mit Politikern und gaben Interviews.

In ganz Deutschland waren Aktive mit Bannern, Schildern, Kükenmützen und Hühnerkostümen unterwegs, um „Raus aus der Massentierhaltung“ zu fordern.

Denn es müsse endlich Schluss sein mit zu engen Ställen und dem übertriebenen Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung. Auch, dass jedes Jahr rund 50 Millionen Eintagsküken getötet werden, sei nicht hinnehmbar. Ein genauer Zeitplan, eine gesicherte Finanzierung und konkrete Vorgaben für einen Umbau der Tierhaltung gehöre jetzt in den Koalitionsvertrag der neuen Regierung.

Bei der diesjährigen Vollversammlung beschließt der Landesjugendrings NRW seine jugendpolitischen Leitlinien für die laufende Legislaturperiode

Düsseldorf, 16.10.2017 – Jugendminister Joachim Stamp (FDP) sprach sich als Teil der neuen NRW-Landesregierung für eine nachhaltige Förderung der Kinder- und Jugendarbeit in NRW aus. Er sagte eine Erhöhung des Jugendförderplans zu und bedankte sich in seiner Doppelfunktion als Minister für Flüchtlinge und Jugend für das Engagement der Jugendverbände.

In seiner Vollversammlung am 14. Oktober 2017 in Duisburg hat der Landesjugendring NRW seine jugendpolitischen Leitlinien  2017 – 2022 für die aktuelle Legislaturperiode beschlossen. Hier wurden langjährige Forderungen wie die Umsetzung einer eigenständigen, einmischenden Jugendpolitik verankert, aber auch neue Forderungen aufgenommen – etwa zum Thema Digitalisierung. Der Landesjugendring NRW kritisierte auf der Vollversammlung auch die finanziellen Belastungen junger Menschen. Er fordert ein umfassendes kostenloses Nahverkehrsticket für Kinder und Jugendliche in NRW und spricht sich gegen die Erhebung jeglicher Studiengebühren aus, auch für junge Menschen aus Nicht- EU Ländern und junge Geflüchtete. Joachim Stamp, NRW-Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, ging in seinem Grußwort anerkennend auf die beschlossenen Leitlinien ein und betonte die Wichtigkeit der Arbeit von Jugendverbänden. Er sagte eine Erhöhung des Jugendförderplans zu und bedankte sich in seiner Rolle als Minister für Flüchtlinge und Jugend besonders für das Engagement im Rahmen der Jugendverbandsarbeit für junge Geflüchtete. Sarah Primus, Vorsitzende des Landesjugendrings NRW, begrüßt den Zuspruch aus dem Jugendministerium: „Es ist schön zu sehen, dass wir im Jugendministerium Rückendeckung erfahren. Wir werden uns nun gemeinsam dafür einsetzen, die Position junger Menschen in NRW zu stärken – besonders angesichts des demografischen Wandels.“ Mit der Vollversammlung nimmt auch ein neu gewählter Vorstand seine Arbeit auf: Nach dem Ausscheiden von Roland Mecklenburg nach 18 Jahren Vorstandstätigkeit wurde Peter Bednarz als neuer stellvertretender Vorsitzender ins Amt gewählt. Im Amt bestätigt wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder mit Sarah Primus als Vorsitzender sowie Maja Tölke, Juliane Schulz und Jens Lübbe.