Mit neuen „Lichtsteueranlagen“, läßt sich schlechte Luft besser verteilen! – Essens neuer „Masterplan Verkehr“

Essen ist eine der deutschen Städte, die durch EU-Normen und Gerichtsurteile zur Verbesserung der Lebensumstände seiner Bürger gezwungen wird. Die Bundesregierung hat nun den Städten Gelder in Aussicht gestellt, die zur Verbesserung der Infrastruktur bezüglich der gesundheitsgefährdenden Emmissionen eingesetzt werden können. Zu kurzfristig und nicht nach unserem Geschmack urteilen die Vertreter der Essener Stadtverwaltung, und zudem nur für die Bereiche der Hochbesiedelung und allein auf den Stickstoffwert bezogen. Trotzdem liegt seit dem 31. 7. dieses Jahres ein seit dem 13. 2. 2018 gefertigtes Gutachten auf dem Tisch, das heute am 27. 8. der Presse und damit der Öffentlichkeit und den politischen Parteien vorgelegt wird. Ging nicht anders, betont Essens OB Thomas Kufen, wir hatten Ferienzeit und da erreich ich die Politik nicht. Im übrigen handeln wir aus dem Zeitdruck, da wir die zur Verfügung stehenden Mittel bis kommenden Freitag beantragen müssen und hierzu das Gutachten notwendig ist. Essens Kommunalpolitiker Kai Hemsteeg vom Essener Bürgerbündnis sieht das anders. „So vermeidet man politische Beteiligung und verhindert durch kurze Fristsetzung die politische Beteiligung.“ Für OB Kufen nicht problematisch, denn nun beginne ja erst die öffentliche Behandlung der Planung und man könne natürlich auch beantragte Mittel wieder ablehnen.

Wir sprachen mit OB Kufen und Kai Hemsteeg. Ebenso veröffentlichen wir den gesamten Gutachtentext, sowie die Presseverlautbarung der Stadt, s. u.

Eine erste Sichtung der bereitgestellten Unterlagen weist wenig effiziente Vorschläge zur Schadstoffvermeidung auf, denn Umleitemaßnahmen und der günstige Austausch ohnehin überalterter Ampelanlagen führen bekanntlich nur zur Verteilung der Emmissionen in andere Bereiche, womit man zwar aus den horrenden Spitzenwerten kommen könnte, aber keine allgemein gesundheitliche Besserung für Essens Bevölkerung bewirken würde. Es dürfte noch reichlich Diskussionbedarf bestehen.

Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen

Kai Hemsteeg, Ratsmitglied des Essener Bürgerbündnisses

Pressemitteilungen der Stadt Essen vom 27. 8. 2018:

Nachhaltige Mobilität nach Plan
Essen stellt Masterplan Verkehr auf
27.08.2018

Heute (27.8.) hat die Stadt Essen ihren neuen Masterplan Verkehr vorgestellt. Hintergrund ist die Umsetzung der Ergebnisse des Nationalen Forums Diesel der Bundesregierung aus dem Jahr 2017. Die Kommunen sollen mit sogenannten Masterplänen passgenau ihre Planungen für eine bessere Luftqualität ausarbeiten.

„Die Stadt Essen investiert bereits seit Jahren in Maßnahmen zur Luftverbesserung und Verringerung der Schadstoffbelastung“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Die Belastung durch Feinstaub und Stickoxide in Essen sinkt zwar seit Jahren kontinuierlich. Allerdings gibt es noch genug ‚Luft nach oben‘. Ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge ist jedoch nicht der richtige Weg. Stattdessen muss beim Thema Mobilität insgesamt umgedacht und auf mehr Nachhaltigkeit gesetzt werden.“

Als weiteren Schritt in Richtung „Nachhaltige Mobilität“ hat die Verwaltung nun zusammen mit dem BÜRO STADTVERKEHR Planungsgesellschaft mbH & Co. KG einen Masterplan Verkehr erstellt. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat die Kosten in Höhe von ca. 135.000 Euro vollständig übernommen.

Mit dem Masterplan wurde die planerische Grundlage für die Gestaltung einer nachhaltigen, emissionsärmeren Mobilität in Essen geschaffen. Insgesamt 36 Maßnahmen wurden auf ihre Wirksamkeit, Finanzierung und zeitliche Umsetzung bewertet.

Für Planungsdezernent Hans-Jürgen Best wird der neue Masterplan Verkehr ein wichtiges Instrument in der zukünftigen Verkehrsplanung sein: „Durch den Masterplan wurde festgestellt, dass Diesel-Fahrverbote auf Teilstrecken zu deutlichen Mehrbelastungen im umliegenden Straßennetz führen würden und daher nicht sinnvoll sind. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit dem Masterplan nun Bewertungen zu alternativen Maßnahmen vorliegen haben. Wir können nun sehen, wie groß die Wirkungen im Einzelnen und gebündelt als Maßnahmenpakete sind.“

Als Leitprojekt, das im Ranking die beste Bewertung erhalten hat, wurde im Masterplan Verkehr die Einführung einer umweltsensitiven Verkehrssteuerung herausgearbeitet. Die umweltsensitive Verkehrssteuerung versteht sich nicht nur als Maßnahme zur Verbesserung des Verkehrsflusses („Grüne Welle“), sondern soll auch durch entsprechende Lenkung eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens bewirken, ohne dass dabei grundsätzlich die Erreichbarkeit der Innenstadt beeinträchtigt wird.

Auf Grundlage des Masterplans Verkehr können nun Fördergelder aus dem Bundesprogramm „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“, einem Baustein des Sofortprogramms Saubere Luft, beantragt werden. Das Amt für Straßen und Verkehr erarbeitet derzeit Förderanträge zur Umsetzung der umweltsensitiven Verkehrsteuerung an der Alfredstraße (B 224).

Den zuständigen politischen Gremien wird der Masterplan im Laufe des Septembers vorgestellt.

Masterplan Verkehr Essen 2018 – nachhaltige und emissionsarme Mobilität

Der Masterplan Verkehr Essen 2018 wurde Ende Juli fertiggestellt. Anlass für seine Erarbeitung sind die Stickoxid Grenzwertüberschreitungen an fünf Messstellen im Stadtgebiet. Die Stickoxid Immissionen werden vor allem durch den Autoverkehr und hier insbesondere durch Dieselfahrzeuge verursacht.

Im „Sofortprogramm Saubere Luft“ hat die Bundesregierung seit 2017 zahlreiche bestehende Förderprogramme zusammengefasst und teilweise wesentlich aufgestockt. Insbesondere das Programm „Digitalisierung des Verkehrs“ wurde für Kommunen geöffnet. Hier können Fördermittel zur Verflüssigung des Verkehrs und den besseren Umstieg zwischen den Verkehrsmitteln abgerufen werden. Um diesen Fördertopf in Anspruch zu nehmen, ist eine Prüfung der Maßnahme im Masterplan Verkehr erforderlich. Gefördert wurde die Erarbeitung des Masterplan Verkehr durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur des Bundes (BMVI). Der Fördermittelgeber gab sowohl den engen Zeitplan als auch den Themenschwerpunkt vor.

Die Erarbeitung des Masterplans erfolgte in vier Monaten von April bis Ende Juli 2018 durch das Büro für Stadtverkehr in Hilden (BSV).

Der Masterplan für Essen legt folgende Schwerpunkte:

Erstellung eines Leitbildes zur Mobilität aus bisherigen Planwerken der Stadt Essen.
Beschreibung der Folgen streckenbezogener Sperrungen für Dieselfahrzeuge an den besonders belasteten Straßenabschnitten.
Bewertung von 36 Einzelmaßnahmen zur Reduzierung des Stickoxidausstoßes des Verkehrssystems.
Vertiefte Ausarbeitung eines Maßnahmenbündels als Leitprojekt.

In Steckbriefen wurden 36 Projekte erarbeitet und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft. Maßnahmen aus den Bereichen Nahverkehr, Radverkehr, Verkehrslenkung und Datendienste, Förderung der Elektromobilität, Vernetzung der Verkehrsträger und Verflüssigung des Verkehrs durch Straßenbaumaßnahmen des Bundes standen dabei im Fokus.

Im Leitprojekt wurde ein Maßnahmenbündel aus umweltsensitiver Verkehrssteuerung mit einer dynamischen Fahrstreckenempfehlung für den Autoverkehr beschrieben und ein Ausbau des P+R Angebots in Essen untersucht.

Der jetzt durchgeführte Masterplan Verkehr ist nicht zu verwechseln mit den komplexen Betrachtungsweisen in Verkehrsentwicklungsplänen (VEP) oder den in der Vergangenheit unter den Begriff Masterplan verstandenen Gesamtschauen des Verkehrsgeschehens. Letztere setzen neben der ausführlichen fachlichen Erarbeitung auf einen breiten Diskurs mit politischen Gremien und der Öffentlichkeit. Der vorgelegte Masterplan prüft sehr fokussiert Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zur Reduzierung der Stickstoff Immissionen des Verkehrs.

hier geht es zum vollständigen „Masterplan“:

Masterplan_Verkehr_Essen_2018

Beitragsfotos: Redaktion Die Erle

Säuglingssterblichkeit ist in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen

(idr). Die Säuglingssterblichkeit im Ruhrgebiet ist in den vergangenen 40 Jahren stark gesunken: Im Jahr 2016 starben in der Region 201 Kinder vor Vollendung des ersten Lebensjahres, 1996 waren es 267, im Jahr 1976 noch 1.106. Das geht aus Daten des Landesamtes IT.NRW hervor. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der Geburten in den Städten und Kreisen des Ruhrgebiets von 26.125 (1976) über 27.268 (1996) auf 24.712 (2016). Im Vergleich zum Vorjahr stieg sowohl die Zahl der Geburten als auch die der Sterbefälle leicht an: 2015 wurden 22.682 Kinder geboren, 186 starben im Säuglingsalter. Infos unter www.it.nrw.de

Stadt und Polizei kontrollieren Problemhäuser in Essen-Bochold

Gemeinsam mit der Polizei hat die Stadt Essen heute (22.11.) Problemhäuser in Essen-Bochold kontrolliert. Die Immobilien sind in der Vergangenheit immer wieder durch Lärmbelästigung und Beschwerden über Vermüllung aufgefallen.

Ab 6 Uhr am Morgen waren rund 100 Kräfte im Einsatz. Insgesamt wurden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Meldebehörden, des JobCenter Essen, des Ordnungsamtes, des Jugendamtes, des Sozialamtes und der Wohnungsaufsicht sowie der Finanzbehörde und unterschiedlichen Abteilungen der Polizei sieben Adressen kontrolliert.

Es wurden mehr als 203 gemeldete Personen überprüft. An den kontrollierten Häusern an der Zinkstraße und der Germaniastraße wurden 68 der gemeldeten Personen nicht angetroffen. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass auch nicht angemeldete Personen scheinbar dort wohnhaft sind.

Einige der Wohnungen sind vor allem aufgrund von fehlendem Strom und Gas sowie schlechter hygienischer Bedingungen kaum mehr bewohnbar. Das Jugendamt wird umgehend die Familien gemeinsam mit Sozialarbeitern aus dem Projekt Migrantinnen und Migranten in Orientierung (MiO) begleiten um Gefährdungen des Kindeswohls auszuschließen.

Die heutige Kontrolle hat auch Auswirkungen auf den Bezug von Leistungen der Stadt Essen. Alle gemeldeten Personen, die nicht angetroffen wurden, werden aus den jeweiligen Systemen der Stadt abgemeldet und Leistungen ab sofort nicht mehr zugestellt. Außerdem erhält die Familienkasse Kenntnis über die nicht angetroffenen Familien, die Kindergeld beziehen.

Die Ergebnisse der Kontrolle werden nun behördlicherseits aufgearbeitet.

Ergebnisse der Grundwassermessungen am Mintarder Weg in Kettwig liegen vor

Ende Oktober/ Anfang November wurden angrenzend auf dem Gelände der Schule an der Ruhr am Mintarder Weg in Kettwig drei Grundwassermessstellen errichtet. Die Beprobung dieser Messstellen sowie die des dortigen ehemaligen Notbrunnens fanden Mitte November statt. Die Ergebnisse der Untersuchungen für den Prüfparameter Tetrachlorethen liegen jetzt vor. Die höchste Konzentration an Tetrachlorethen liegt bei 100 µg/L (Mikrogramm/ Liter), die niedrigste bei 21 µg/L.

Aufgrund der niedrigen Befunde ist eine Grundwassersanierung nicht erforderlich. Der Verursacher ist jetzt gefordert, ein Konzept zur Sanierung des Bodens zu erstellen, mit den entsprechenden Fachämtern der Stadt abzustimmen und durchzuführen.

Spiel- und Bolzplatz können wieder geöffnet werden

Der Spielplatz auf dem Schulhof der Schule an der Ruhr am Standort Mintarder Weg kann wieder geöffnet werden. Ab der kommenden Woche (28.11.) können Kinder- und Jugendliche den Platz sowie den Bolzplatz wieder nuten. Die Verkehrssicherheit wird durch den städtischen Fachbereich Grün und Gruga sichergestellt. Spielgeräte wurde in der Zwischenzeit repariert oder ersetzt.

„Totalherbizide wie Glyphosat sind maßgebliche Ursache für den Rückgang der Artenvielfalt, da sie alle Pflanzen auf dem Acker töten und damit Insekten, Vögeln und Nagern den Lebensraum nehmen“

 

 Anlässlich der Entscheidungsuche zur weiteren Zulassung von Glyphosat fordert Bioland keine Wiederzulassung des Herbizidwirkstoffs. „Totalherbizide wie Glyphosat sind maßgebliche Ursache für den Rückgang der Artenvielfalt, da sie alle Pflanzen auf dem Acker töten und damit Insekten, Vögeln und Nagern den Lebensraum nehmen“, sagt Jan Plagge, Präsident von Bioland. „Es geht auch ohne Glyphosat. Das beweisen die 350.000 Bio-Bauern in Europa und zahlreiche konventionelle Betriebe, die auf das Herbizid verzichten.“

Schlüssel zum Erfolg auf dem Acker sind eine vielfältige Fruchtfolge sowie innovative mechanische Verfahren zur Unkrautbekämpfung. „Die Technik ist vorhanden. Sie steht auch der konventionellen Landwirtschaft breit zur Verfügung. Der Verzicht auf Glyphosat wird einen Innovationsschub im Ackerbau auslösen, von dem auch die deutsche Landtechnikindustrie profitieren kann, wenn sie rechtzeitig die Weichen richtig stellt“, so Plagge. Gewinner wäre vor allem die Artenvielfalt in unseren Kulturlandschaften. Totalherbizide wie Glyphosat vernichten alle Wildpflanzen auf dem Acker und dezimieren damit die Nahrungsgrundlage für Insekten. Und weniger Insekten bedeuten weniger Vögel, da ihnen die Nahrungsgrundlage entzogen wird.

Weitere Informationen und Hintergründe zu Pestiziden:

Hintergrundpapier_BDV_Resolution_Pestizide_11-2014 

HOCHANSTECKENDE LUNGENPEST IN MADAGASKAR: RUND 70 TOTE UND MEHR ALS 800 VERDACHTSFÄLLE

Auf der ostafrikanischen Insel Madagaskar ist die hochansteckende Lungenpest ausgebrochen. Innerhalb weniger Wochen stieg die Zahl der Verdachtsfälle auf über 800 – doppelt so viele Fälle wie sonst im gesamten Jahr. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass die Infektion diesmal in den dicht besiedelten Städten grassiert. Aktion gegen den Hunger ist in den betroffenen Regionen aktiv und hilft den Menschen in ihrer Notsituation.

Die Lungenpest in Madagaskar breitet sich weiter aus. Seit Anfang August haben sich rund 850 Menschen angesteckt, fast 70 starben. Und ein Ende der Epidemie ist noch nicht abzusehen: „Wir haben den Scheitelpunkt noch nicht erreicht“, sagte Olivier Le Guillou, Landesdirektor von Aktion gegen den Hunger in Madagaskar. Zwar gibt es immer wieder Pestausbrüche auf der Insel, allerdings handelt es sich normalerweise um die Beulenpest. „Diese ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar und kommt eher in den ländlichen Gebieten vor.“

Aktuell ist unter anderem die Hauptstadt Antananarivo betroffen – dort leben viele Menschen auf engstem Raum zusammen. Insbesondere in den Armenvierteln sind die hygienischen Bedingungen schlecht. Deswegen kann die Pest schnell um sich greifen.

Übertragen wird die Krankheit durch die Atemluft Infizierter. „Die Symptome der Lungenpest sind mit denen der Grippe zu vergleichen. Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Tage. Die Betroffenen haben hohes Fieber, Kopfschmerzen, fühlen sich schlapp und klagen über Schmerzen in der Brust, bis sich die Krankheit zu einer schweren Lungenentzündung entwickelt. Wenn die Kranken nicht rechtzeitig behandelt werden, führt die Lungenpest innerhalb von 48 Stunden zum Tod“, sagte Caroline Antoine, Expertin für Gesundheit bei Aktion gegen den Hunger.

Aktion gegen den Hunger ist seit 2011 in den Slums der Hauptstadt Antananarivo und im Süden des Landes aktiv. Helferinnen und Helfer konnten deshalb schnell mobilisiert werden. Zwei Teams unterstützen das Personal in zwei Krankenhäusern Antananarivos. Die humanitäre Organisation gibt Hygieneschulungen, richtet Händewaschstationen ein, desinfiziert Räume und entsorgt Abfälle und Abwasser.

„Mit unserer Erfahrung durch den Ebola-Ausbruch in Westafrika sowie die Behandlung von Cholera-Ausbrüchen in vielen unserer Einsatzländer haben wir ein großes Know-how. In den kommenden Wochen werden wir die Familien in Madagaskar so gut es geht unterstützen“, so Olivier Le Guillou.

Um die weitere Ausbreitung der Lungenpest einzudämmen, hat die Regierung Madagaskars bis auf Weiteres öffentliche Versammlungen verboten.

Über Aktion gegen den Hunger:

Aktion gegen den Hunger ist die deutsche Sektion von Action contre la Faim. Die internationale entwicklungspolitische und humanitäre Organisation unterstützt 14,7 Millionen Menschen in 49 Ländern. Seit 38 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. Mehr als 7.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.

Info: www.aktiongegendenhunger.de

 

 

Von einer „Lachgasparty“ profitieren wir heute noch…

Wanderheiler wie „Zahnbrecher“ oder „Zahnreißer“ zogen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit Zähne. Erst einige Jahrhunderte später im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden Zahnärzte und Zahntechniker als eigenständige Berufsgruppen anerkannt.

Wanderheiler wie Zahnbrecher oder Zahnreißer zogen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit Zähne. Erst einige Jahrhunderte später im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden Zahnärzte als eigenständige Berufsgruppe anerkannt.

Beim Zahnarzt muss heutzutage kein Patient mehr heftige Schmerzen aushalten. Moderne Betäubungsmittel machen es möglich. Das war nicht immer so. Über Jahrhunderte versuchte man, den Schmerz mit Alkohol oder narkotisierenden Pflanzenextrakten auszuschalten. Dies gelang jedoch nicht vollständig. Nicht selten musste der vom Zahnschmerz Gepeinigte sogar gefesselt oder festgehalten werden, um die Behandlung zu überstehen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließen fahrende Schausteller Zuschauer Lachgas einatmen. Diese zeigten daraufhin eine euphorische Stimmung und torkelten zur Belustigung der übrigen Zuschauer herum. „Der amerikanische Zahnheilkundler Horace Wells kam bei einer solchen Lachgasparty 1844 auf den Gedanken, Lachgas zu Narkosezwecken einzusetzen“, erläutert Prof. Dr. med. habil. Dr. phil. Werner E. Gerabek vom Institut für Geschichte der Medizin, Universität Würzburg, und vom Bereich Geschichte und Ethik der Medizin, Universitätsklinikum Regensburg. „Wells ließ sich nach Einatmen von Lachgas schmerzfrei einen Zahn ziehen“, so Gerabek.

(ü. Pm. prodente.de/, Bild: prodente.de/)

Aufgrund einer Überschreitung der zulässigen Legionellen-Grenzwerte ist derzeit das Schulschwimmbad der Traugott-Weise-Schule bis auf weiteres geschlossen.

Bei routinemäßigen Untersuchungen der Schulschwimmbäder in der Traugott-Weise-Schule sowie der Gesamtschule Holsterhausen wurde bereits Mitte September eine Überschreitung der Legionellen-Grenzwerte festgestellt. Aufgrund der Überschreitung ist das Schulschwimmbad der Traugott-Weise-Schule derzeit bis auf weiteres geschlossen. In der Gesamtschule Holsterhausen ist der Wert zwar erhöht, jedoch nicht gesundheitsgefährdend. Das Schwimmbad kann deshalb weiter genutzt werden.

Gemäß den Vorschriften des Infektionsschutzgesetzes sowie der Trinkwasserverordnung des Bundes wird das Trinkwasser in allen städtischen Badeanlagen regelmäßig überprüft. Das Badewasser wird gemäß der technischen Regel DIN19643 im monatlichen Abstand überprüft. Im Rahmen der Trinkwasserprüfung sind Auffälligkeiten im Duschbereich der Sportstätten festgestellt worden.

Ein Erkrankungsfall in Essen ist dem Gesundheitsamt der Stadt Essen derzeit nicht bekannt. Der Verdachtsfall in Mülheim hat sich nicht bestätigt. Sollten sich bei Badegästen bis jetzt keine Krankheitssymptome gezeigt haben, ist eine Erkrankung nicht wahrscheinlich.

Die Untersuchungsergebnisse in den anderen städtischen Schwimmeinrichtungen sind unauffällig und enthalten damit derzeit keine Beanstandungen. Für die Nutzung anderer Schulschwimmeinrichtungen sowie für die Nutzung der vierzehn Badeanlagen der Sport- und Bäderbetriebe bestehen daher derzeit keine Bedenken.

Die Stadtverwaltung hat bereits die Vergabe entsprechender Sanierungsmaßnahmen in der Traugott-Weise-Schule eingeleitet. Die Inbetriebnahme wird voraussichtlich ab Dezember möglich sein, vorausgesetzt die Nachbeprobung fällt negativ aus.

Weitergehende Untersuchungen in der Gesamtschule Holsterhausen sind in Auftrag gegeben. Eine Nachbeprobung nach Fertigstellung wird Ende Oktober stattfinden.

Das Gesundheitsamt der Stadt Essen steht für Rückfragen rund um Erkrankungen durch Legionellen in den allgemeinen Sprechzeiten montags bis donnerstags, 8:30 Uhr bis 12:30 Uhr und 14 Uhr bis 15 Uhr sowie freitags von 8:30 Uhr bis 12:30 Uhr zur Verfügung.

Tuberkulose, Masern, Krätze und Impfungen – das Gesundheitsamt rät zur Achtsamkeit

Unser letzter Artikel zum Anstieg der Tuberkulosezahlen führte zu vielen Nachfragen, denn die Angst vor Infektionen besteht. Wir sprachen deshalb mit Dr. med. Reiner Kundt, Leitender Amtsarzt des Gesundheitsamtes Essen, über die von den Krankheiten ausgehende Bedrohung.

Dr. med. Rainer Kundt, Leitender Amtsarzt, Gesundheitsamt Essen

 

Bundesweiter Anstieg von Tuberkulosefällen (TBC)

Seit zwei Jahren wird bundesweit ein Anstieg bei Tuberkulosefällen festgestellt. Die schwere Erkrankung ist im öffentlichen Bewusstsein schon fast in Vergessenheit geraten. Der jetzige Anstieg der meldepflichtigen Erkrankung wird auf die Migrationsbewegungen zurückgeführt. Bundesweit erkranken statistisch 7,3 Personen pro 100000 Einwohner. Vor 2014 nahm die Erkrankungsrate stetig ab. Problematisch war die TBC in der Nachkriegszeit, als die durch Entbehrung gezeichneten Menschen besonders anfällig waren. Ähnliches kann von der heutigen Krankheitsgruppe ausgesagt werden, denn oft sind Menschen durch ihr Fluchterleben geschwächt.

Der ärztliche Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Essen, Dr. Rainer Kundt:

„Es wurden folgende Fälle von Tuberkulose gemeldet:

2013/2014 jeweils 44 Fälle
2015 – 56 Fälle
2016 – 52 Fälle
2017 bisher 37 Fälle
Es wurde hier ein Anstieg der Krankheitsfälle seit dem Jahr 2015 registriert, zurückzuführen ist dies auf die Flüchtlinge, die in der Stadt leben. Auch die Flüchtlinge in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes / der Bezirksregierung untergebracht sind, werden beim Gesundheitsamt der jeweiligen Stadt gezählt. In Deutschland gab es jahrelang eine durchschnittliche Anzahl von Neuerkrankungen von etwa 4300 Fällen pro Jahr, in 2017 wird mit einer Fallzahl von über 6000 gerechnet.“

Die Tuberkulose, früher auch Schwindsucht genannt, wurde von Prof. Robert Koch entdeckt. In Berlin findet sich noch ein Hinweisschild auf die erste Veröffentlichung.

 

Auch in Gegenden mit geringerer Besiedelung ist dieses Phänomen zu beobachten. So bereitet sich beispielsweise der Landkreis Aurich in Norddeutschland intensiv auf eine Information der Öffentlichkeit vor und versucht mit einem Informationsblatt die Bevölkerung zu senisbilisieren. Dort hatte man 2014 fünf Fälle, 2015 bereits 10 und 2016 neun Fälle. In diesem Jahr sind es schon fünf Akuterkrankte und vier Verdachtsfälle.

Ältere Essener erinnern sich noch an den Begriff „Licht- und Luftbad“, Koch hielt nämlich die Bewegung in Luft und Sonne für eine Behandlungsbasis, worauf diese alte Briefmarke der Freien Stadt Danzig hinwies.

Weitere Informationen zur Tuberkulose: 

Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose

DAHW

alles zur Tuberkulose

zur Geschichte der Krankheit

(stk.)

 

Forschungsprojekt soll Widerstandkraft des Ruhrgebiet gegen Folgen des Klimawandels stärken

(idr). Auch im Ruhrgebiet sind die Auswirkungen des Klimawandels immer wieder spürbar – in Form von Hochwasser, Stürmen und Hitzewellen. In dem Projekt „Zukunft-Stadt-Region-Ruhr“ (ZUKUR) erarbeiten Wissenschaftler der Technischen Universität Dortmund gemeinsam mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) und den Städten Bottrop und Dortmund ein Konzept für mehr Resilienz des Ruhrgebiets

Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit der Region gegen Störungen und Klimaveränderungen zu stärken. Das Bundesforschungsministerium fördert das Vorhaben in den kommenden drei Jahren mit 1,88 Millionen Euro.
Auf den drei Ebenen Region, Stadt und Quartier entstehen „Reallabore“, in denen gemeinsam mit Bürgern innovative Lösungen zum Umgang mit dem Klimawandel und sozial-ökologischer Ungleichheit entwickelt werden. So gibt es Stadtteile, die besonders stark von Lärm und Luftverschmutzung betroffen sind und in denen vor allem sozial schwache Menschen leben. Wie dieser kombinierten Ungleichheit entgegengewirkt werden kann, z.B. durch Schaffung einer attraktiveren Naherholung, ist eine Fragestellung im Projekt.
Zudem soll die Zusammenarbeit der drei Ebenen gestärkt werden. Denn eine klimagerechte Entwicklung kann nur erfolgreich sein, wenn das angrenzende Quartier, die Nachbarstadt und die Gesamtregion eine gemeinsame Strategie verfolgen.
Der RVR hat mit fachlicher Grundlagenarbeit bereits eine gute Ausgangslage geschaffen, auf der ZUKUR aufbaut. Der Verband ist u.a. dafür zuständig, die gesamtregionale Perspektive in das Forschungsprojekt einzubringen.

Masernausbruch in Essen beendet – Eine Patientin ist an der Erkrankung gestorben

Der diesjährige Masernausbruch gilt aus Sicht des Gesundheitsamtes der Stadt Essen als beendet.

In den letzten Wochen wurden dem Gesundheitsamt keine neuen, nachgewiesenen Masernfälle bekannt. Da Masern eine Inkubationsphase von zwei Wochen haben, ist aktuell nicht mehr von einem weiteren Fall auszugehen.

Im Zeitraum vom 31. März bis 15. Juni wurden in Essen 61 bestätigte Fälle von Masern gemeldet. Eine Patientin ist an der Erkrankung gestorben.

Da es sich bei den Masern um eine hochansteckende Infektionskrankheit handelt, empfiehlt das Gesundheitsamt weiterhin – falls noch nicht geschehen – eine Überprüfung und gegebenenfalls Erneuerung des Impfschutzes.

(ü. Pm.)