ThyssenKrupp investiert 46 Millionen Euro in weltweit größte Tuchfilteranlage

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp hat in Duisburg die weltweit größte Tuchfilteranlage für die Sintererzeugung in Betrieb genommen.

Sie entstaubt stündlich bis zu 1,3 Millionen Kubikmeter Abluft, die beim Sintern – also beim Vermengen und Zusammenbacken von feinkörnigen Eisenerzen mit Koks und anderen Stoffen wie Kalk – entsteht. Mehr als 44.000 extrem feine Filterschläuche und ein 45.000 Quadratmeter großer Tuchfilter sorgen dafür, dass kaum Staub in die Außenluft gerät. ThyssenKrupp hat rund 46 Millionen Euro in die neue Filteranlage investiert. Weitere 19 Millionen Euro flossen in die Modernisierung des Sinterprozesses. Dies ist bereits der zweite Gewebefilter innerhalb der Anlage, bis 2020 soll ein dritter gebaut werden.

(ü. Pm., idr)

Essener GRÜNE fordern vor RWE-Hauptversammlung zügigen Kohleausstieg

Vor der am Donnerstag in der Grugahalle stattfinden RWE-Hauptversammlung fordern die Essener GRÜNEN einen zügigen Ausstieg aus der Kohleverstromung. Vorstandssprecher Kai Gehring erklärt: „RWE ist einer der größten CO2-Emitenten in Europa. Besonders die Verstromung von Braunkohle schädigt das Klima massiv und zeigt sich zudem als zunehmend unrentabel. Selbst die vermeintliche Ökostromtochter ‚Innogy‘ vertreibt zur Hälfte Kohle- und Atomstrom.
Wenn die Klimakrise abgewendet werden soll, dann muss das fossile Zeitalter enden. Daran sollten auch Banken, Fonds, Versicherungen und Privatanleger*innen mitwirken und statt in die Vergangenheit, in die Zukunft investieren. Gerade in Essen als Energiemetropole muss das Thema Divestment in den Mittelpunkt gerückt werden, auch vor dem Hintergrund von 19 Millionen RWE-Aktien in Stadtbesitz.“
Aus diesem Grund unterstützen die Essener GRÜNEN die Aktion „Zeig RWE die Rote Karte“, bei der kritische Aktionäre, Fossil Free Essen und andere Umweltverbände am Donnerstag ab 8.00 Uhr ein rotes Band an der Grugahalle bilden wollen.

(ü. Pm.)

Emissionsarme Stahlwerke?

Am Mittwoch den 22. März besuchte Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt,Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, gemeinsam mit Dr. Birgit Beisheim, MdL den Weltkonzern thyssenkrupp in Essen.

Gemeinsam mit Dr.Achatz, Vertretern des Betriebsrats und weiteren Mitarbeitern des Konzerns, haben sich alle Beteiligten über das Forschungsprojekt „Carbon2Chem“ sowie über eine nachhaltige
Ausrichtung des Weltkonzerns insgesamt ausgetauscht. Dazu erklärt NRW-Umweltminister Johannes Remmel: „Der Klimaschutz und die Energiewende sind treibende Kräfte für die Unternehmen, die eigene Produktion nachhaltig aufzustellen. Viele von ihnen wissen, dass sie nur ökonomisch erfolgreich bleiben, wenn sie Klimaschutz als Treiber ihrer Innovationen und damit als Wettbewerbsvorteil begreifen und nachhaltige und innovative Produktionsmechanismen etablieren. Die industrielle Produktion selbst möglichst CO2-frei zu gestalten, ist die ‚Königsdisziplin‘ der Energiewende. Das geht nur mit innovativen, aber sehr kapitalintensiven Technologien. Deshalb müssen wir hier jede mögliche Unterstützung dazu geben. Der Standort Nordrhein-Westfalen ist in dieser Hinsicht Spitzenreiter in Deutschland“, sagt Johannes Remmel.
Dr. Birgit Beisheim, MdL und Sprecherin für Industriepolitik der Grünen-Landtagsfraktion: „Die energieintensiven Industrien, wie wir sie hier im Ruhrgebiet vorfinden, stehen vor einem gravierenden Umbruch auf dem Weg hin zu klimafreundlichen Produktionsverfahren. Das Forschungsprojekt Charbon2Chem des Weltkonzerns Thyssenkrupp, entwickelt die Möglichkeit Hüttengas-Emissionen aufzubereiten und zu nutzen. Kern der Forschungen ist es, die Emissionen, die bei der bisherigen Stahlproduktion als Abfallprodukt in die Umwelt
emittieren, als chemische Rohstoffe industriell weiter zu verwerten. Dabei werden die Gase mit ihren Bestandteilen wie Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff für die chemische Industrie aufbereitet und so dem industriellen Kreislauf wieder zugeführt“, so die Chemikerin.
Nach einer Vorstellung des Projekts durch Dr. Achatz, traten der Umweltminister und die Abgeordnete in einen Austausch mit den anwesenden Mitarbeiter*innen und dem Vorsitzenden der IG-Metall Herr Segerath. Dabei gib es insbesondere um die Zukunft der Schwerindustrie, durch die Etablierung nachhaltiger Produktionsmechanismen. „Wir GRÜNE begrüßen es außerordentlich, dass Industrieverbünde geschaffen werden, um gemeinsam aktiven Klimaschutz auch in der Schwerindustrie zu betreiben. Die Entwicklung neuer Technologien zur besseren Verknüpfung industrieller Prozesse, ist ein essentieller Baustein auf dem Weg in das Zeitalter nachhaltiger Produktion und somit zur Sicherung von Arbeitsplätzen am Standort NRW“, so Beisheim.
Titelbild: Thyssenkrupp, Dr. Reinhold Achatz (Thyssenkrupp) und Umweltminister Johannes Remmel

(ü. Pm.)