RWI: Pflegende Angehörige haben es auf dem Arbeitsmarkt schwerer

Pflegen über 50-Jährige ihre Eltern, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie gleichzeitig berufstätig sind – bei Frauen um durchschnittlich bis zu 7,2 Prozentpunkte, bei Männern sogar um bis zu 11,8 Prozentpunkte. Frauen reduzieren zudem ihre Arbeitszeit um durchschnittlich 12,4 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle RWI-Studie zu den längerfristigen Folgen für die Arbeitsmarktsituation von Pflegenden. Sie basiert auf dem SHARE-Datensatz, der die Lebensverhältnisse von über 50-Jährigen in Europa und Israel erfasst.

Kümmern sich ältere Erwerbstätige um ihre pflegebedürftigen Eltern, geht das häufig zu Lasten ihrer Berufstätigkeit. So sinkt für Frauen, die ihre Eltern im vergangenen Jahr erstmals pflegten, die Beschäftigungswahrscheinlichkeit um 7,2 Prozentpunkte. Pflegen Frauen über einen längeren Zeitraum ihre Eltern, reduziert sich ihre Beschäftigungswahrscheinlichkeit nur noch um 4,5 Prozent. Bleiben diese Frauen in der Zeit jedoch weiterhin berufstätig, reduzieren sie ihre Arbeitszeit um durchschnittlich 12,4 Prozent. Für Männer sind die Auswirkungen auf die Beschäftigungswahrscheinlichkeit sogar noch größer. Wenn sie über einen längeren Zeitraum pflegen, dann sinkt ihre Beschäftigungswahrscheinlichkeit um 11,8 Prozentpunkte. Diejenigen, die weiterhin berufstätig sind, reduzieren allerdings ihre Arbeitszeit in der Regel nicht. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung auf europäischer Ebene. Bisher haben sich nur wenige Untersuchungen mit den längerfristigen Folgen für die Arbeitsmarktsituation der Pflegenden befasst.

Für die stärkeren längerfristigen Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation pflegender Männer gibt es aus wissenschaftlicher Sicht zwei mögliche Erklärungen. „Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit und schaffen nach einer Pflegephase dort leichter wieder den Einstieg“ erläutert Dr. Dörte Heger, Wissenschaftlerin im RWI-Kompetenzbereich „Gesundheit“ und Mitautorin der Studie. Eine zweite mögliche Erklärung ist, dass das pflegerische Engagement von Frauen von Arbeitgebern als „normal“ wahrgenommen wird. Bei Männern gilt es hingegen unter Umständen als Beweis für schwächer ausgeprägtes berufliches Engagement.

Pflege wird mit demographischem Wandel an Bedeutung gewinnen

Grundlage der Studie sind Daten aus dem „Survey for Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE)“ aus dem Zeitraum der Jahre 2004 bis 2015. Der Datensatz umfasst die Bevölkerung ab einem Lebensalter von 50 Jahren in Europa und Israel. Er ist der erste mit umfassenden gesundheitlichen und sozio-demografischen Informationen von über 50-Jährigen auf europäischer Ebene. Für die Studie umfasste die Stichprobe knapp 8.000 Frauen und gut 6.500 Männer im Alter zwischen 50 und 70 Jahren.

Durch die häufig als „demographischer Wandel“ umschriebene Alterung der Gesellschaft wird das Thema Pflege in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Um die bessere Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Pflege zu ermöglichen und die negativen Folgen für Pflegende abzumildern, sind in zahlreichen Ländern bereits Möglichkeiten für „Pflege-Auszeiten“ geschaffen worden. So können in Deutschland seit dem Jahr 2008 Pflegende eine zehntägige bezahlte Auszeit nehmen. Für die längerfristige Pflege ist eine Freistellung für bis zu sechs Monaten möglich, während der ein Arbeitnehmer ganz oder teilweise aus dem Beruf aussteigen kann. Seit 2015 besteht während der kurzzeitigen Auszeit sogar ein Anrecht auf Pflegeunterstützungsgeld. Welche Folgen diese Maßnahmen auf die Beschäftigungssituation von Pflegenden haben, wurde bisher mangels verfügbarer Daten noch nicht eingehend wissenschaftlich untersucht.

(RWI)

Neuer Facebook-Standort in Essen

Die Stadt Essen bekommt einen neuen großen Arbeitgeber – das amerikanische Internet-Unternehmen Facebook hat heute angekündigt, gemeinsam mit seinem Partner, der Competence Callcenter Holding GmbH (CCC) aus Österreich, ab Herbst 2017 rund 500 neue Arbeitsplätze am Standort in Essen schaffen zu wollen. Die Aufgabe des neu geschaffenen Teams besteht darin, illegale Inhalte auf den Seiten des Netzwerks zu entfernen und die Standards der Community-Plattform konsequenter umzusetzen.

Sowohl die Essener Wirtschaftsförderung (EWG) als auch der JobService des JobCenter Essen unterstützen Facebook und CCC bereits seit mehreren Wochen tatkräftig beim Aufbau der neuen Zentrale in der Essener Innenstadt.

„Dass die Wahl des neuen Facebook-Standorts auf Essen gefallen ist, zeigt die Leistungsfähigkeit unserer Stadt“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Die städtischen Institutionen haben CCC von Anfang an unterstützt und so maßgeblich zu der Expansion des 2013 durch die EWG angesiedelten Unternehmens beigetragen. Deshalb gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mein besonderer Dank. 500 neu geschaffene Arbeitsplätze bieten darüber hinaus die Möglichkeit, die ausgeprägten mehrsprachigen und interkulturellen Kompetenzen in unserer Stadt Essen einzubringen. Das ist ein großer Wettbewerbsvorteil unserer Stadt.“

In den kommenden Wochen wird der JobService Essen Auswahlgespräche mit zukünftigen Kommunikationsmanagerinnen und –managern führen. Dabei legen alle Partner besonderen Wert darauf, dass die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch regelmäßige Schulungen, intensive Kurse und eine psychologische Betreuung gut auf ihre bevorstehende Aufgabe vorbereitet werden.

(ü. Pm.)

Durchschnittliches Jahreseinkommen im Ruhrgebiet liegt bei 33.045 Euro

(idr). 2.338.968 Steuerpflichtige lebten 2013 in der Metropole Ruhr. Der Gesamtbetrag ihres Einkommens betrug rund 77,3 Milliarden Euro. Damit wurde rund ein Viertel aller steuerpflichtigen Einkünfte in Nordrhein-Westfalen im Ruhrgebiet erzielt.

Mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 33.045 Euro vor Steuern – 8,7 Prozent mehr als 2010 – lag die Region leicht unter dem Landesdurchschnitt von 36.244 Euro. Das geht aus der aktuellen Auswertung des Statistischen Landesamtes IT.NRW hervor. Der größte Anteil am Gesamtbetrag der Einkünfte im Ruhrgebiet wurde mit rund 9,4 Milliarden Euro in Essen erwirtschaftet. Die Ruhrgebietskommune mit dem höchsten Durchschnittseinkommen vor Steuern war 2013 Sprockhövel im Ennepe-Ruhr-Kreis mit 46.048 Euro. Die Stadt nimmt damit Rang 13 unter allen 396 Kommunen in NRW ein. Auf den weiteren Plätzen folgen Herdecke (45.438 Euro, NRW-weit Platz 15) und Hünxe (41.356, Platz 42). Die kreisfreie Stadt mit dem höchsten Durchschnittseinkommen war Mülheim an der Ruhr mit 38.821 Euro (Platz 93). Auf den hinteren Rängen lagen Duisburg (28.147 Euro, Platz 396), Gelsenkirchen (28.671 Euro, Platz 394) und Herne (29.019 Euro, Platz 393). In Duisburg stieg das Durchschnittseinkommen seit 2010 allerdings um rund zehn Prozent und damit überdurchschnittlich stark. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass zusammen veranlagte Ehegatten als ein Steuerpflichtiger gezählt werden. Infos: www.it.nrw.de

Arbeitslosigkeit im Ruhrgebiet ist im Juli gestiegen

(idr). Einen leichten Anstieg der regionalen Arbeitslosenzahl verzeichnet das Ruhrgebiet (ohne Arbeitsamtsbezirk Wesel) im Juli. Im Vergleich zum Vormonat stieg sie um ein Prozent auf aktuell 249.117 arbeitslos gemeldete Menschen. Die Arbeitslosenquote stieg im Juli um 0,1 Prozentpunkte auf 10,4 Prozent (Vorjahr: 10,9 Prozent).
Im Juli 2016 waren noch deutlich mehr Arbeitslose in der Region gemeldet: Ihre Zahl ist im Jahresvergleich um 9.921 Personen oder 3,8 Prozent gefallen.
Die Region folgt damit dem Landestrend: In NRW sind im Juli 709.323 Arbeitslose gemeldet, 11.693 mehr als einen Monat zuvor. Grund für den leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit, der in diesem Jahr geringer ausfiel als in den vergangenen fünf Jahren, ist vor allem die sogenannte Such- oder Übergangsarbeitslosigkeit.
Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent und lag damit um 0,3 Punkte niedriger als vor einem Jahr.

Jutta Eckenbach lädt bei Evonik zur „Mittagsschicht“

Interessierte erhalten gemeinsam mit der CDU-Bundestagsabgeordneten spannende Einblicke am Standort Goldschmidtstraße.

„Ich freue mich, dass ich mit interessierten Besuchern diesen modernen Chemiestandort an drei verschiedenen Terminen vorgestellt bekomme“, so Jutta Eckenbach, Bundestagsabgeordnete für den Essener Norden und Osten. „Evonik bietet den Gästen ein Programm mit viel Information über Produkte, Ausbildungsmöglichkeiten und Arbeitsplätze“ so Jutta Eckenbach weiter.

Die Touren finden am Freitag, 07. Juli, Dienstag, 18. Juli und Freitag, 28. Juli jeweils in der Zeit von 10.00 bis 13.00 Uhr statt. Zur Sicherheit benötigen die Besucher körperbedeckende Kleidung, d. h. Arme und Beine müssen bedeckt sein sowie geschlossenes, festes Schuhwerk. Zu Beginn der Besichtigung werden die Besucher mit Helmen und Sicherheitsschuhen versehen.

Die Teilnehmerzahl für die Führungen ist begrenzt. Treffpunkt ist das Tor 3, Haupteingang, Gerlingstraße 65. Bei Interesse melden Sie sich bitte unter Angabe des Namens und einer Rückruf-Telefonnummer bzw. Email unter Tel:

(0201) 806 73 868; Fax: (0201) 806 73 870 oder per Email: jutta.eckenbach@bundestag.de

„Messe der Behörden“ im 2. Jahr zu Gast im Essener Rathaus

Wenn von Arbeitsplätzen bei Behörden die Rede ist, weckt dies bei vielen noch immer die Assoziation der „verstaubten Amtsstuben“. Bei der 2. Messe der Behörden am Dienstag (27.6.) im Foyer des Essener Rathauses konnten Interessierte feststellen, wie attraktiv und modern Ausbildung, Studium und Beruf im öffentlichen Dienst tatsächlich sind. Insgesamt stellten 18 Behörden ihre Angebote vor.

Die Messe war mit über 600 Besucherinnen und Besuchern sogar noch erfolgreicher als im letzten Jahr, als knapp 550 Interessierte kamen.

Oberbürgermeister Thomas Kufen eröffnete die Messe, auf der sich auch die Stadt Essen als zukünftiger Arbeitgeber präsentierte: „Was Ausbildung und Beruf angeht, sind wir bei der Stadt auf dem neuesten Stand“. Die Stadtverwaltung Essen biete ihren Beschäftigten vielseitige, interessante und anspruchsvolle Aufgaben. „Bei allen unseren Ausbildungs- und Studienplätzen legen wir viel Wert auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung“, so das Stadtoberhaupt.

Die Stadt Essen stellte ihre zahlreichen Angebote für Ausbildung und Studium an mehreren Ständen vor. Insgesamt bildet die Stadt Essen in 20 Berufen aus und bietet zehn verschiedene Bachelor-Studiengänge an. Seit 2015 haben zusätzlich auch Quereinsteigern mit Berufserfahrung und/oder Studienerfahrung die Möglichkeit, auf drei Wegen mit einem verkürzten Einstieg in den Verwaltungsdienst zu kommen.

Auch das JobCenter Essen war mit einem Stand vertreten und lud 160 Kunden ein, sich über die verschiedenen Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Um die Jugendlichen auf der Messe zu beraten und zu betreuen waren zwei Arbeitsvermittler und eine Teamleiterin des JobCenters auf der Messe vor Ort.

Folgende Behörden haben ihre Angebote vorgestellt:

  • Bezirksregierung Düsseldorf,
  • Bundesagentur für Arbeit,
  • Bundeswehr,
  • Finanzamt NRW,
  • Information und Technik NRW,
  • Justizbehörden Essen,
  • Justizvollzugsanstalt Essen,
  • Knappschaft Bahn See,
  • Landesamt für Besoldung und Versorgung NRW,
  • Landessozialgericht NRW,
  • Polizei NRW,
  • Regionalverband Ruhr,
  • Stadt Essen,
  • Zoll.

Foto: Oberbürgermeister Thomas Kufen eröffnet die 2. Messe der Behörden für Ausbildung, Studium und Beruf im Rathausfoyer. Foto: Peter Prengel

Stadt will sechs verkaufsoffene Sonntage neu beschließen

Nachdem das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen in einem Beschluss vom 13.03.2017 die für das Jahr 2017 geplanten verkaufsoffenen Sonntage in Essen zunächst untersagt hatte, hatte die Stadt Essen angekündigt, Veranstaltungen für das zweite Halbjahr neu zu prüfen.

Nach Gesprächen mit den Werbegemeinschaften, der Anhörung von Kirchenvertretern, der Kammern und der Gewerkschaften sowie der Auswertung der derzeit vorliegenden Ergebnisse eines beauftragten Marktforschungsinstitutes sollen jetzt insgesamt sechs verkaufsoffene Sonntage in unterschiedlichen Stadtteilen frei gegeben werden. Dazu wurden die Veranstaltungen zum Teil leicht überarbeitet.

Die folgenden Veranstaltungen sollen in der Juli-Sitzung des Rates der Stadt Essen beschlossen werden:

  • 27.08.2017 – Heisingen (Wottelfest)
  • 10.09.2017 – Kupferdreh (Sonnenblumenfest)
  • 10.09.2017 – Kettwig (Brunnenfest)
  • 17.09.2017 – Werden (Stoff-und Tuchmarkt)
  • 17.09.2017 – Altenessen (Stadtteilfest)
  • 01.10.2017 – Steele (Historischer Handwerkermarkt)

Die im Anhörungsverfahren befragten Kammern, wie die Handwerkskammer Düsseldorf, die Industrie- und Handelskammer zu Essen sowie der Handelsverband Nordrhein-Westfalen Ruhr e.V. sehen keine Bedenken einer Freigabe der verkaufsoffenen Sonntage.

Die Gewerkschaft ver.di dagegen erhebt gegen alle vorgenannten sechs Freigaben Bedenken und behält sich eine weitere gerichtliche Klärung vor, ebenso sind die „Essener Allianz für den freien Sonntag“ bzw. der KAB Stadtverband Essen gegen die Freigabe der genannten verkaufsoffenen Sonntage.

Aus Sicht der Verwaltung bestätigen die vorliegenden Erkenntnisse die Ansicht der Verwaltung, dass die von den Werbegemeinschaften vorgeschlagenen Anlässe jeweils für die Freigabe eines verkaufsoffenen Sonntages ausreichen.

Zum Hintergrund

Der Rat der Stadt Essen hatte in seiner letzten Sitzung des vergangenen Jahres 2016 über die Anzahl der verkaufsoffenen Sonntage im Stadtgebiet entschieden. Von insgesamt 33 eingereichten Terminvorschlägen der EMG und dem Einzelhandelsverband hat die Verwaltung insgesamt 28 Veranstaltungen zugestimmt. Die verkaufsoffenen Sonntage sollten damit an maximal elf erlaubten Kalendersonntagen in insgesamt zwölf Stadtteilen stattfinden. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte in einem Beschluss vom 13.03.2017 die geplanten verkaufsoffenen Sonntage 2017 in Essen zunächst untersagt. Die entsprechende Ordnungsbehördliche Verordnung über die Freigabe verkaufsoffener Sonntage im Essener Stadtgebiet im Jahr 2017 ist außer Vollzug gesetzt.

(ü. Pm.)

18.659 geflüchtete Menschen waren im Mai im Ruhrgebiet arbeitslos

42.880 Flüchtlinge waren im Mai im Ruhrgebiet (ohne Kreis Wesel) als arbeitssuchend registriert, davon 18.659 als arbeitslos. Damit hat das Ruhrgebiet von allen sechs Arbeitsmarktregionen in NRW die meisten Arbeitslosen mit Fluchthintergrund.

Als arbeitssuchend gelten alle Menschen, die eine Beschäftigung suchen, als arbeitslos solche, die darüber hinaus auch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und nicht an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie z.B. Sprach- und Berufsbildungskursen teilnehmen. In Gesamt-NRW waren im Mai 54.511 Menschen mit einem Fluchthintergrund arbeitslos gemeldet. Das waren 7,8 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen.

(ü. Pm., idr)

Arbeitslosenquote im Ruhrgebiet liegt bei 10,3 Prozent

Für den auslaufenden Monat meldet die Agentur für Arbeit 247.632 Arbeitslose in der Region (ohne Bezirk Wesel). Das entspricht einem Minus von einem Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr fiel die Zahl der Arbeitslosen um 7.312 Personen oder 2,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote sank im Mai um 0,2 Prozentpunkte auf 10,3 Prozent. Im Jahr zuvor lag sie bei 10,7 Prozent. Die Arbeitslosigkeit ist in allen Regionen NRWs gesunken. Die niedrigste Arbeitslosenzahl weist das Münsterland mit 39.557 auf. NRW-weit liegt sie bei 702.375 Menschen (-9.500 im Vergleich zum Vormonat). Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent und lag damit im Mai um 0,3 Punkte unter der des Vorjahres. Auf dem Ausbildungsmarkt hat sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage weiter geöffnet: Im Mai kamen im Ruhrgebiet auf 100 Bewerber 67 Angebote. Landesweit gab es 81 Ausbildungsangebote je 100 Bewerber.

(ü. Pm., idr)

Rat beschließt Arbeitsmarktstrategie 2020

Der Rat der Stadt Essen hat heute (24.5.) die „Arbeitsmarktstrategie 2020“ beschlossen. Das neue Konzept soll mehr Ausbildungs- und Beschäftigungsperspektiven für Essenerinnen und Essener, insbesondere für junge Menschen und Langzeitarbeitslose schaffen.

Die Vorschläge der Verwaltung für ein Maßnahmenpaket umfassen unterschiedliche Handlungsfelder, in denen ein sogenannter sozialer Arbeitsmarkt etabliert werden soll:

  1. „Übergang Schule – Beruf“,
  2. „Arbeit und Beschäftigung in Essen“,
  3. „Qualifizierung, Fort- und Weiterbildung“,
  4. „öffentlich geförderte Beschäftigung“,
  5. „Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften der Stadt Essen“ und
  6. „Gremien und Organisation“.

In diesen Handlungsfeldern sollen im ersten Schritt insgesamt 215 langzeitarbeitslose Essenerinnen und Essener eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung finden. Gefördert wird die Maßnahme durch ein Programm des Landes NRW. Die so geschaffenen öffentlich geförderten Arbeitsplätze richten sich an Menschen, die aufgrund ihrer Qualifikation oder Sprachfähigkeiten keine realistische Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt haben.

In den Handlungsfeldern 5 und 6 soll auch die Vernetzung der relevanten Arbeitsmarktakteure verbessert und gestärkt werden. Dazu hat der Rat der Stadt die Verwaltung beauftragt zu überprüfen, ob und wie die Essener Arbeit und Beschäftigungsgesellschaft (EABG), die Jugendberufshilfe (JBH) und das JobCenter Essen in einer gemeinsamen Organisationsform untergebracht werden können.

Oberbürgermeister Thomas Kufen: „Wir blicken in Essen auf eine bereits bekannte Situation: Seit Abbau der Schwerindustrie ist der Arbeitsmarkt in Essen geprägt von hochwertigen – auch wissenschaftlichen – Dienstleistungen, Handel und Verwaltung. Hierfür fehlen vielen Menschen einfach die entsprechenden Qualifikationen. Die Quote an Langzeitarbeitslosigkeit ist deshalb immer noch zu hoch. Die Aufnahme einer dauerhaften Beschäftigung wird Betroffenen nur dann gelingen, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden, den ersten Schritt hierfür bietet die Arbeitsmarktstrategie 2020.“

Auch für die anderen Handlungsfelder soll die Stadtverwaltung operative Umsetzungen entwickeln. Peter Renzel, Geschäftsbereichsvorstand für Jugend, Bildung und Soziales, steht bereits in den Startlöchern: „Langzeitarbeitslosigkeit dürfen wir nicht einfach hinnehmen. Wir haben in Essen schon viel geschafft, aber wir müssen noch besser werden. Auf Grund der aktuellen Lage muss die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit eines unserer strategischen Hauptthemen sein. Alle Akteure in der Essener Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik müssen an einem Strang ziehen.“

Zum Hintergrund:

Trotz einer günstigen konjunkturellen Entwicklung ist es in der Stadt Essen in den zurückliegenden Jahren nicht ausreichend gelungen, alle Leistungsberechtigten in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

Anhand von Daten zur Bevölkerungsentwicklung und den vorliegenden Wirtschaftsdaten wurde eine Analyse der Arbeits- und Beschäftigungssituation in Essen erstellt. Um auf die aktuellen Entwicklungen der letzten fünf Jahre zu reagieren, wurde jetzt die Essener Arbeitsmarktstrategie 2020 entwickelt.

In der gemeinsamen Sitzung des Essener Konsens und des Verwaltungsvorstandes der Stadt Essen am 20. Januar fand die Vorlage die Zustimmung der Teilnehmer. Die Partner des Essener Konsens unterstützen die skizzierten Handlungsfelder als gute Grundlage zur Ausrichtung der Essener Arbeitsmarktstrategie 2020.

(ü. Pm.)

Starkes Essener Bündnis für Familie bekräftigt am bundesweiten Aktionstag die nachhaltige Zusammenarbeit

„Mehr Familie – In die Zukunft, fertig, los“: Das diesjährige Motto des Aktionstags der Bundesinitiative „Lokale Bündnisse für Familie“ fällt beim Essener Bündnis bereits seit 2009 auf sehr fruchtbaren Boden – und machte es bundesweit bekannt.

Denn das Bündnis hat seinen Anspruch, Familie und Beruf in der Stadt Essen besser miteinander zu verbinden, erfolgreich auf starke Säulen gestellt: Essener Unternehmensverband e. V., IHK, Kreishandwerkerschaft, Stadt Essen, über 130 Unternehmen, Institutionen und eine Vielzahl engagierter Menschen haben das Vorhaben längst zu einem bestens funktionierenden Netzwerk ausgestaltet, das eine Vielzahl ganz praktischer Erfolge nachweisen kann.

Familienfreundliche Unternehmen auf der Überholspur
Gerade erst wieder konnte Oberbürgermeister Kufen, Vorsitzender des Kuratoriums des Essener Bündnis für Familie, mehrere Unternehmen für ihre familienfreundliche Personalpolitik auszeichnen. Dies geschieht im Rahmen des „Essener Audit – Familienfreundliches Unternehmen“, einem Zertifizierungsprozess, der gezielt auch kleine und mittlere Unternehmen anspricht und die Firmen mit der Hilfe des Netzwerks sowie einer erfahrenen Auditorin an ihrer Seite auf dem Weg in eine familienfreundliche Personalpolitik begleitet. Das Bündnis lädt interessierte und familienfreundliche Unternehmen ein, sich über den recht unkomplizierten Prozess zu informieren und eine Zertifizierung anzustreben. Bereits jetzt profitieren in Essen rund 14.000 Beschäftigte in zertifizierten Firmen.

Berufstätige Väter werden unterstützt
Zwei der vielen positiven und sich auch betriebswirtschaftlich rechnenden Effekte für die Unternehmen sind beispielsweise geringere Krankenstände und Vorteile bei der Bindung von und der Suche nach neuen Fach- und Führungskräften – denn Untersuchungen zeigen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie vielen Arbeitnehmern immer wichtiger wird. Das gilt auch für die Väter, die längst weniger arbeiten und mehr für die Familie da sein wollen. Deshalb hat sich das Essener Bündnis für Familie zusätzlich der „Väterkampagne“ des Landes NRW angeschlossen und das Thema „Berufstätige Väter in den Unternehmen stärken – partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern“ verstärkt mit in den Fokus der Bündnisarbeit aufgenommen.

Informations- und Dialogveranstaltungen bieten Hilfestellung und gute Kontakte
Regelmäßige Treffen sind ein Kern der Bündnisarbeit. So ist das beliebte „Unternehmensfrühstück“ schon zu einem Klassiker geworden, bei dem sich die Vorstände, Geschäftsführungen und Personalverantwortlichen der familienfreundlichen Unternehmen zu interessanten Vorträgen und einem stets vertrauensvollen Austausch zusammenfinden. Das nun bereits 5. Unternehmensfrühstück findet am 13.10.2017 in Kooperation mit der FOM Hochschule in Essen statt.
Neben der Auszeichnung familienfreundlicher Firmen mit dem Essener Qualitätsaudit wird auch der digitale Fortschritt in der Arbeitswelt und in den Familien ein Schwerpunktthema sein.

Essener Bündnis für Familie gilt bundesweit als gutes Beispiel
Die wertvollen Erfahrungen der abgestimmten Essener Bündnisarbeit geben die städtische Geschäftsführung und die Akteure im Kuratorium als Mentoren an andere interessierte „Lokale Bündnisse für Familie“ weiter. „Der städteübergreifende, landes- und sogar bundesweite Erfahrungsaustausch bestärkt das Essener Bündnis, für das ich gerne den Vorsitz des Kuratoriums übernommen habe, ebenso wie die Stadt Essen in der Strategie und Fortführung der nachhaltig wirksamen Projekte und Maßnahmen“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Dazu gehört auch das ‚Essener Audit – Familienfreundliches Unternehmen‘ als qualitativ hochwertiges Zertifizierungsverfahren des Essener Bündnisses.“

Titelfoto: Oberbürgermeister Thomas Kufen

(ü. Pm.)

Oberbürgermeister Thomas Kufen (Essen) gegen Dieselfahrverbote

Der Deutsche Städtetag berät am Dienstag, 25. April 2017, in seiner Präsidiumssitzung in Leipzig auch über Möglichkeiten zur Verbesserung der Luftqualität in den großen Städten. Dazu fordert der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen:

„Wir müssen die Luftqualität in den Städten verbessern. Ich halte aber nichts von pauschalen Diesel-Verbotsforderungen. Einfahrverbote von Dieselfahrzeugen in bestimmte Städte oder Stadtteile führt nur zu einer Umverteilung der belasteten Zonen. Ein solches Verbot geht auch an der Realität im Ruhrgebiet vorbei. Berufspendler werden sich andere Wege suchen. Auf der anderen Seite wird zu Recht von der EU die Belastung der Bürgerinnen und Bürger durch Feinstäube angemahnt. Hierzu bedarf es vor allem von Seiten der Industrie bessere Filtertechniken und Umrüstmöglichkeiten.“

In dicht besiedelten Regionen, wie beispielsweise dem Ruhrgebiet, ist ein abgestimmtes Vorgehen mit den umliegenden Kommunen wichtig. Hier sind Bund und Land am Zug, die Städte und Gemeinden zu unterstützen.

Bis vor kurzem galt der Diesel als sinnvolle Alternative zum Benzinmotor, weil ein Benzinmotor deutlich mehr CO2 ausstößt und mehr Sprit verbraucht. Auch deshalb hat die Bundesregierung in der Vergangenheit die Kfz-Steuer auf den CO2-Ausstoß umgestellt, um CO2-ärmere Antriebsformen zu begünstigen.

(ü. Pm.)