Kommentar: Kein Bedingungsloses Grundeinkommen für Gewerkschaftsfunktionäre

Nein, ein Bedingungsloses Grundeinkommen passe nicht, verkündet ein Spitzenfunktionär des Deutschen Gewerkschaftsbundes in einer Botschaft zum 1. Mai. Anständige Löhne sollen stattdessen, denen, die arbeiten wollen, ein gutes Auskommen sichern. Ein von der Anhängerschaft kritiklos hingenommenes Argument vor dem Hintergrund sinkender Mitgliederzahlen und relativen Desinteresses am Verbandsgeschehen. Doch woraus erklärt sich die Nervosität der beunruhigten Führungselite des Gewerkschaftsbundes vor dem theoretischen Konstrukt eines Grundeinkommens ohne Bedingungen? Zum 200-Jahr Jubiläum von Karl Marx eigentlich absurd, denn mit einer bedingungslosen Finanzaustattung käme doch jeder Bürger seiner persönlichen Freiheit, oder besser Handlungsfreiheit ein Stückchen näher. Die Ketten der Zwangsnotwendigkeit, eine unterbezahlte Arbeit allein wegen der Grundsicherung anzunehmen, wären gesprengt. Der Einzelne könnte sich der Fortbildung und Qualifizierung, oder auch dem Müßiggang hingeben, ohne existenzbedrohende Not fürchten zu müssen. Soweit die Erwartung an eine, zugegeben noch ungeprüfte Theorie und Fiktion, die eine gewerkschaftliche Klassenherrschaft über die „Arbeitsplatzbesitzer“ möglicherweise aufheben würde. Eine Gewerkschaftszugehörigkeit fiele als Bedingung natürlich auch weg und damit für nicht wenig an Aufstiegs- und Klassenerhaltserwartung eher übertariflich entlohnter Berufsfunktionäre. Allein die im Raume stehende Fiktion schafft offenbar Ängste. Doch die Argumente gegen ein Bedingungsloses Grundeinkommen sind nicht einmal sauber durchdacht. Das immer wieder vorgebrachte „Faulenzerargument“ klingt fade auf dem Hintergrund faktisch nicht zu ermöglichender Vollbeschäftigung. Diese ist auch nicht mehr nur ausbildungs- und qualifizierungsabhängig, denn hochqualifizierte und „überqualifizierte“ Bewerber sind mittlerweilen ebenso von Nichtbeschäftigung bedroht, wie der bereits immer vorhandende Anteil sogenannter „Nichtqualifizierter“. Eine billige Reservearmee steht dem Arbeitgeberangebot eigentlich immer gegenüber. Ein weiteres Argument lautet: Bedingungsloses Grundeinkommen sei ungerecht gegenüber denen, die tagtäglich „Schaffen“ gehen. Dieses Vorbringen zeigt aber Unkenntnis des Entwurfs. Wenn jeder den gleichen Sockel bekommt, erhalten diesen ja auch die „Arbeitenden“, wie die, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht im Erwerbsleben stehen. Die viel haben, würden dies sicherlich ihrer Steuerlast zufügen müssen, sodass ein gewisser Teil wieder in den öffentlichen Haushalt zurück fließen könnte. Die Steuergesetzgebung ist ja kaum wegen der Einführung eines Sockelbetrages aufgehoben. Und natürlich das immer wiedergekaute Argument, ein Grundfutter mache satt und verhindere das eigene Bemühen, mit an der Konjunktur zu drehen. Mit Verlaub, dies ist kein Argument, sondern eine Meinung, denn wer kann mit Sicherheit behaupten, dass Menschen nicht nach dem „Mehr“ streben, das über eine Grundversorgung hinausreicht. Aber vielleicht wäre die Suche nach einer sinnvollen und angemessenen Arbeit damit leichter und damit die Freiheit des Einzelnen gestärkt zu einem selbstbestimmten Lebensentwurf zu gelangen. Und die Finanzierbarkeit? Sie wurde noch nie ernsthaft geprüft oder in Erwägung gezogen, die hierzu notwendige geistige Freiheit liegt noch in den Fesseln der selbstverschuldeten Abhängigkeit aller Wähler, die mit diesen Gedanken wohl nicht nur Gewerkschaftsbosse um den Schlaf bringen könnten. Dies scheinen nun offenbar schon deren Spitzenfunktionäre zu ahnen. Eine neue Zeit, die nicht mehr mit ihnen zu gehen bereit wäre weil sich der Bürger als Einheit verstehen lernt. Menschen, die sich nicht mehr in Klassen der Arbeitsplatzbesitzer und Habenichtse spalten lassen. Sie hätten nur den Verlust einer Wohlfahrtsindustrie und überkommener Institutionen zu fürchten, nichts zu verlieren und alles zu gewinnen. Marx verkäme zur Annekdote der Weltgeschichte, zumindest in seinem Heimatland, wenn der letzte Rest Bismarckschen Ständeansinnens getilgt wäre. Der 1. Mai als Vorläufer eines möglichen Tages „der Menschenwürde“. Aber noch ist der Mai nicht gekommen, noch sprießen reaktionäre Blüten einer Fleiß- und Wachstumsgesellschaft, die halt einen Rand „mitschleppt“. Doch es ist kein Naturgesetz, dass dieser wachsende Rand zu diesem Los verdammt ist und untätig in seinem Schicksal verharrt. Wacht auf, der Lockruf ertönt längst nicht nur von Marx Zöglingen. Es wäre an der Zeit, eine Reform des überkommenen Gesellschaftsvertrages einzufordern, bevor sich der Bürger von Altparteien und Gewerkschaften verabschiedet. (stk)

Rheinisch-Westfälisches Berufskolleg Essen führt Berufliches Gymnasium Gesundheit ein

Das Rheinisch-Westfälische Berufskolleg Essen (RWB Essen) mit dem Förderschwerpunkt „Hören und Kommunikation“ plant zum 1. August 2018 neue Bildungsgänge einzuführen, darunter das Berufliche Gymnasium Gesundheit. Der Schulausschuss des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), der Träger des Berufskollegs ist, hat heute einen Antrag dazu einstimmig befürwortet. Der finale Beschluss erfolgt im März 2018 durch den Landschaftsausschuss der Landschaftsversammlung Rheinland. Danach muss noch die Genehmigung durch die Obere Schulaufsicht erfolgen.

Anna Peters, Vorsitzende des Schulausschusses, begrüßt den Antrag und das Engagement des Berufskollegs: „Die neuen Bildungsgänge gewährleisten eine vollständige Durchlässigkeit und ein umfassendes Bildungsangebot im Gesundheitswesen für hörbehinderte Jugendliche.“ Auch Prof. Dr. Angela Faber, LVR-Dezernentin Schulen und Integration, begrüßt diese Entwicklung: „Die neuen Bildungsgänge tragen den aktuellen Anforderungen des Gesundheitswesens Rechnung. Der medizinische Fortschritt sowie der demografische Wandel eröffnen für Jugendliche seit einigen Jahren neue berufliche Chancen im Gesundheitsbereich.“

Mit Einführung des Beruflichen Gymnasiums Gesundheit soll den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben werden, sich frühzeitig im Berufsfeld Gesundheit zu orientieren und zu qualifizieren. Die Nachfrage, die Allgemeine Hochschulreife im fachlichen Schwerpunkt Gesundheit zu erwerben, ist am RWB Essen in den letzten Jahren stetig gestiegen. Gleichzeitig ermöglicht die Einführung von Bildungsgängen der Berufsfachschule im Fachbereich Gesundheit auch Schülerinnen und Schülern mit der Qualifizierung zum Hauptschulabschluss bzw. zur Fachoberschulreife den Zugang zu entsprechenden Ausbildungsberufen im Gesundheitswesen.

Das RWB Essen ist eine berufsbildende Schule für hörgeschädigte Jugendliche im Bereich der weiterführenden und beruflichen Qualifikation. Das gesamte Bundesgebiet sowie das angrenzende deutschsprachige Ausland gehören zum Einzugsgebiet. Zurzeit wird der berufsschulische Unterricht für über 100 Ausbildungsberufe angeboten. Zudem besteht die Möglichkeit, alle Schulabschlüsse – vom Hauptschulabschluss bis hin zur Fachhochschulreife und Allgemeiner Hochschulreife – zu erwerben. Im Schuljahr 2016/17 wurden rund 750 Schülerinnen und Schüler beschult*.

* Quelle: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (Stand: 15.10.2016)

Einblicke in die Arbeit der Bühnen- und Kostümabteilung – Praktikum im Grillo-Theater

Essen. Im Bereich Bühnen- und Kostümbild am Schauspiel Essen bietet Ausstattungsleiterin Anne Koltermann wieder Praktikumsplätze an. Junge Leute, die wissen möchten, wie ein Theater-Bühnenbild entsteht oder wie die Schauspieler zu ihren Kostümen kommen, können zur Orientierung für eine Berufsausbildung im Bereich Bühnen- und Kostümbild oder für die Aufnahme eines entsprechenden Studiums ab Februar all das hautnah miterleben.
Für das Stück „Der Fall der Götter“ (Premiere am 21. April im Grillo-Theater) beginnt das Praktikum am 26. Februar. Wer lieber bei der „Proletenpassion“ (Premiere am 10. Mai im Grillo-Theater) dabei sein möchte, sollte sich für ein Praktikum ab dem 5. März bewerben. Und auch für das mixed reality game „Der Spalt“ (Spielphase vom 9. – 30. Juni im Stadtraum Essen) sucht Anne Koltermann noch Unterstützung; hier beginnt das Praktikum am 23. April.
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung sind Volljährigkeit, zeitliche Flexibilität (Vormittags- und Abendproben, auch samstags) sowie ein generelles Interesse an Theater. Eine Vergütung kann leider nicht gezahlt werden.

Schriftliche Bewerbungen per E-Mail erbeten an: anne.koltermann@schauspiel-essen.de

Kontakt:
Anne Koltermann
Ausstattungsleiterin
T 02 01 81 22-337

Titelfoto: Ausstattungsleiterin Anne Koltermann

Versicherungen: Das ändert sich in 2018

2018 wird mit einigen Veränderungen für Versicherungskunden beginnen. Zunächst die gute Nachricht für alle Riester-Sparer: Erstmals seit zehn Jahren erhöht sich die staatliche Förderzulage von jährlich 154 auf 175 Euro. Diese erhalten alle Altersvorsorgesparer, wenn sie vier Prozent ihres Vorjahresbruttoeinkommens – abzüglich des staatlichen Förderbeitrags – in den Riester-Vertrag einzahlen.

„Mit Kinder-Zulagen kann sich für eine vierköpfige Familie ein richtiges staatliches Förderfeuerwerk ergeben“, informiert Ingo Aulbach, Sprecher des Bezirks Oberhausen im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK): „Denn mit zwei Zulagen á 300 Euro für ab 2008 geborene Kinder und je zwei Erwachsenen-Zulagen á 175 Euro können bis zu 950 Euro im Jahr vom Fiskus zur Altersvorsorge mitgenommen werden.“

Auch für Geringverdiener lohnt sich ab dem nächsten Jahr das Riester-Sparen. Denn das Sozialamt verzichtet auf die volle Anrechnung der privat besparten Riester-Renten, wenn man Bezieher der Grundsicherung ist. Bis zu 202 Euro bleiben dann als Schonvermögen anrechnungsfrei.

Neue betriebliche Altersvorsorge mit Opting-out

Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) soll zusätzlich ab 2018 die betriebliche Altersvorsorge (bAV) gefördert werden. So werden Arbeitgeber von Garantiezusagen für die spätere Betriebsrente entbunden und können nur noch reine Beitragszusagen für betriebliche Altersvorsorgesparer geben. Andererseits können Unternehmen Geringverdienern, die nur 2.200 Euro brutto monatlich erhalten, Förderbeiträge zwischen 240 – 480 Euro dazu zahlen und diese dann im Nachhinein steuerlich geltend machen.

„Bietet ein Betrieb eine bAV an, sorgt nach dem neuen Gesetz auch eine sogenannte Opting-out-Klausel dafür, dass sich Betriebsangehörige bewusst gegen eine Betriebsrente entscheiden müssen, wenn sie nicht mitmachen wollen“, betont Aulbach. „Verpassen sie das Abwählen innerhalb einer gesetzten Frist, machen Betriebsangehörige bei der bAV automatisch mit.“ Mit der Regelung will der Gesetzgeber der betrieblichen Altersvorsorge einen größeren Schub verleihen.

Im Januar treten zudem die neue Finanzmarktrichtlinie „MiFID II“ sowie Ende Februar 2018 die EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie in Kraft. Dann entstehen für Versicherungsvermittler neue Beratungspflichten. Vermittler müssen demnach u. a. ihre Kunden im bestmöglichen Kundeninteresse beraten und bei Versicherungen mit Anlagebezug eine sogenannte „Geeignetheitsprüfung“ durchführen, in der sie die Anlageerfahrung der Kunden checken. Mit den neuen Regelungen sind auch umfassendere Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflichten von Vermittlern gegenüber ihren Kunden verbunden. In die gleiche Richtung geht auch die neue „Datenschutzgrundverordnung“, die dann ab Ende Mai gelten wird.

 

Anpassung der Regelsätze bei Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe

Die Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld und Sozialhilfe erhalten ab 1. Januar 2018 (etwas) mehr Geld.

Der monatliche Regelsatz für Alleinstehende und Alleinerziehende steigt um 7 Euro auf 416 Euro. Leben Erwachsene als Partner in einer Bedarfsgemeinschaft bekommen sie ab Januar mit jeweils 374 Euro 6 Euro mehr als zuvor. Junge Erwachsene unter 25 Jahren, die bei den Eltern leben, erhalten ein Plus von 5 Euro und damit zukünftig 332 Euro. Für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren steigt der Regelsatz ebenfalls um 5 Euro auf dann 316 Euro. Für Kinder zwischen 7 und 14 Jahren werden zukünftig 296 Euro, für Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres 240 Euro monatlich ausgezahlt.

Die neuen Beträge werden erstmalig Ende Dezember mit der Leistung für Januar 2018 vom JobCenter beziehungsweise dem Amt für Soziales und Wohnen überwiesen. Automatisch angepasst werden auch die vom Regelbedarf abhängigen „Mehrbedarfe“, wie sie zum Beispiel Alleinerziehende erhalten.
Die dazugehörigen Änderungsbescheide werden schrittweise bis zur zweiten Januarwoche versandt. Den Leistungsempfängerinnen und -empfängern entstehen dadurch keine Nachteile. Aktuelle Informationen über die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes erhalten Interessierte jederzeit unter www.essen.de/jobcenter.

2016 wurden im Ruhrgebiet über zehn Prozent weniger Landesbeamte und Richter als 2015 in den Ruhestand versetzt

(idr). Der NRW-Trend lässt sich auch für das Ruhrgebiet bestätigen: Weniger Landesbeamte wurden pensioniert. Im Ruhrgebiet wechselten im Jahr 2016 rund 2.600 Beamte in den Ruhestand. Dies waren etwa 12,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Das haben Statistiker des Regionalverbandes Ruhr (RVR) auf der Grundlage von Daten des Statistischen Landesamtes IT.NRW errechnet.

Etwas genauer betrachtet ergibt sich folgendes Bild: Unter den in den Ruhestand gewechselten Beamten waren 1.795 Lehrerinnen und Lehrer (69 Prozent). Nur etwa jeder fünfte Beamte (21,2 Prozent) wurde mit Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand versetzt. 41 Prozent schieden mit Erreichen des 63. Lebensjahres aus, weitere 16,7 Prozent mit Erreichen des 60. Lebensjahres. Mit Erreichen der besonderen Altersgrenze, die z.B. für Polizeibeamte gilt, schieden 10,4 Prozent der Beamten aus. Wegen Dienstunfähigkeit wurden rund elf Prozent in den Ruhestand versetzt. Bei den Lehrerinnen und Lehrern schieden rund 22 Prozent mit Erreichen der Regelaltersgrenze aus und insgesamt rund 68,5 Prozent vor Erreichen dieser Grenze. Zehn Prozent der Lehrerinnen und Lehrer schieden aufgrund von Dienstunfähigkeit aus. NRW-weit wechselten im letzten Jahr 9.900 Beamte in den Ruhestand. Laut IT.NRW waren das 9,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Nahezu ein Viertel (23 Prozent) der 2016 in den Ruhestand gewechselten Beamten und Richter schied mit Erreichen der Regelaltersgrenze aus dem aktiven Erwerbsleben aus. Mit 68,3 Prozent bildeten die 6.800 Lehrkräfte in NRW die größte Gruppe der 2016 neu hinzugekommenen Ruhegehaltsempfänger. Weitere Infos unter www.it.nrw.de

Zahl der Handwerksbetriebe im Ruhrgebiet ging 2015 zurück

(idr). 266.774 Beschäftigte arbeiteten 2015 in den 25.112 Handwerksunternehmen des Ruhrgebietes. Im Vergleich zu Vorjahr waren das 3,5 Prozent weniger Betriebe und ein Prozent weniger Mitarbeiter.

Das errechneten die Statistiker des Regionalverbandes Ruhr (RVR) auf Basis der Handwerkszählung des Statistischen Landesamtes IT.NRW. Während die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Handwerker im Ruhrgebiet nahezu gleich blieb, ging die der geringfügig Beschäftigten um 3,5 Prozent zurück. Etwas weniger als jeder fünfte Beschäftigte in einem Handwerksbetrieb war 2015 geringfügig entlohnt beschäftigt. Der Jahresumsatz der Handwerksunternehmen in der Region lag bei fast 26 Milliarden Euro, das waren rund 0,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Infos: www.it.nrw.de

Betriebsschließung und Festnahmen: Stadt, Polizei und Zoll kontrollieren mehrere Gewerbebetriebe an der Ripshorster Straße in Essen-Dellwig

Unterschiedliche Behörden der Stadt, Zoll, Finanzbehörden und Polizei haben heute (17.10.) zwischen der Kreuzung Dellwiger Straße/ Ripshorster Straße und der Ripshorster Straße 383 insgesamt sieben ausgewählte Betriebe kontrolliert.

Dabei unterstützten Beamte der Einsatzhundertschaft die Durchsuchung des zirka 60.000 Quadratmeter umfassenden Gebiets, das zwischen zwei Bahntrassen liegt.

Bei der Überprüfung der Betriebe legten die eingesetzten Behörden ihr Hauptaugenmerk auf die Schrottplätze und Im- und Exportgewerbe. Bürgerbeschwerden legten nahe, dass dort unsachgemäß und in großem Umfang insbesondere mit der Verarbeitung von KFZ -Teilen und Elektrogroßgeräten umgegangen wird.

Dabei sollten wohl insbesondere chemische, die Umwelt gefährdende Emissionen in das Erdreich gesickert sein.

Bei der Anfahrt der Polizeibeamten flüchteten zwei Personen, um sich der Kontrolle zu entziehen. Dabei verletzten sich beide so schwer, dass sie zur Behandlung in nahegelegene Krankenhäuser gebracht werden mussten.

Insgesamt überprüften die Beamten zirka 130 Personen, davon wurden 26 vorläufig festgenommen, bei denen der Verdacht des illegalen Aufenthalts besteht.

Ein Betrieb musste aufgrund fehlender Gewerbeerlaubnis und einer Vielzahl von Umweltstraftaten geschlossen werden. Die weiteren Erkenntnisse des Einsatzes werden nun verwaltungsseitig aufgearbeitet.

Arbeitslosenquote im Ruhrgebiet liegt im August unverändert bei 10,4 Prozent

(idr) 249.184 Menschen waren im August im Ruhrgebiet (ohne Kreis Wesel) arbeitslos gemeldet.

Das entspricht einem geringfügigen Anstieg um 67 Personen zum Vormonat. Damit liegt die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 10,4 Prozent, während in allen anderen Regionen in Nordrhein-Westfalen die Quote stieg. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Arbeitslosen in der Metropole Ruhr um 3,6 Prozent gesunken.
Die NRW-weit höchste Arbeitslosenquote verzeichnet Duisburg mit 12,4 Prozent, gefolgt von Gelsenkirchen (12,1 Prozent) und Essen (11,3 Prozent).

Auszeichnung des Projekts „Historische Fähre Isenberg“ mit der Plakette des Essener Konsens

Wer früher vom Haus Scheppen am Baldeneysee auf die gegenüberliegende Seite nach Heisingen gelangen wollte, konnte beispielsweise das Fährschiff „Isenberg“ der Weißen Flotte Baldeney nutzen. Das 1956 gebaute Schiff ist der letzte Zeitzeuge des Fährbetriebs auf dem Baldeneysee. Mit Hilfe eines Projekts des Essener Konsens, einem Zusammenschluss der Stadt Essen mit der Agentur für Arbeit, der Essener Arbeit-Beschäftigungsgesellschaft (EABG), der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Kreishandwerkerschaft, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft, konnte die Isenberg nun aufwändig restauriert werden. Heute (31.8.) wurde das Projekt mit der Plakette des Essener Konsens ausgezeichnet.

„Die Projekte des Essener Konsens zeichnen sich durch ihren hohen Nutzen für die gesamte Stadtgesellschaft aus: Von Menschen für Menschen – so nun auch das alte und neue Fährschiff Isenberg“, lobte Oberbürgermeister Thomas Kufen die gelungene Verwandlung der Fähre. „Dank der Tatkraft des Essener Konsens, vor allem aber der Leistung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedener Arbeitsmarktmaßnahmen, ist aus der Isenberg ein fahrtüchtiges Schmuckstück mit Geschichte geworden“.

Bereits seit über 20 Jahren werden durch den Essener Konsens unterschiedliche Projekte angestoßen und realisiert, die Werte schaffen und der Allgemeinheit nutzen. Dies geschieht immer in Verbindung mit Qualifizierungsmaßnahmen für arbeitslose Menschen, denen damit eine berufliche Perspektive eröffnet werden kann. „Dabei versteht sich der Essener Konsens nicht als formelle Institution, sondern als Netzwerk, das aus Überzeugung handelt. Projektideen werden gemeinsam entwickelt und Lösungsmöglichkeiten für die Umsetzung partnerschaftlich erarbeitet“, zeigte sich das Satdtoberhaupt von der Konzeption des Zusammenschlusses überzeugt. Der Umbau des Alten Bahnhof Kettwig, „Essen.Neue Wege zum Wasser“, die Innenrenovierung der Kreuzeskirche, der Ausbau des Rad- und Wanderwegenetzes oder die ökologische Umgestaltung von Spielplätzen und Spielwiesen sind Beispiele für die gelungene Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure, die zugleich aus dem Essener Stadtbild nicht mehr wegzudenken sind.

Die Isenberg soll Essens Bürgerinnen und Bürgern als sichtbares und erlebbares Stück Kulturgut am Baldeneysee dienen – ob zur Erkundung historischer Orte am See und der Natur des Baldeneysees durch Schulklassen oder zur Anmietung für private Zwecke.

RWI: Pflegende Angehörige haben es auf dem Arbeitsmarkt schwerer

Pflegen über 50-Jährige ihre Eltern, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie gleichzeitig berufstätig sind – bei Frauen um durchschnittlich bis zu 7,2 Prozentpunkte, bei Männern sogar um bis zu 11,8 Prozentpunkte. Frauen reduzieren zudem ihre Arbeitszeit um durchschnittlich 12,4 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle RWI-Studie zu den längerfristigen Folgen für die Arbeitsmarktsituation von Pflegenden. Sie basiert auf dem SHARE-Datensatz, der die Lebensverhältnisse von über 50-Jährigen in Europa und Israel erfasst.

Kümmern sich ältere Erwerbstätige um ihre pflegebedürftigen Eltern, geht das häufig zu Lasten ihrer Berufstätigkeit. So sinkt für Frauen, die ihre Eltern im vergangenen Jahr erstmals pflegten, die Beschäftigungswahrscheinlichkeit um 7,2 Prozentpunkte. Pflegen Frauen über einen längeren Zeitraum ihre Eltern, reduziert sich ihre Beschäftigungswahrscheinlichkeit nur noch um 4,5 Prozent. Bleiben diese Frauen in der Zeit jedoch weiterhin berufstätig, reduzieren sie ihre Arbeitszeit um durchschnittlich 12,4 Prozent. Für Männer sind die Auswirkungen auf die Beschäftigungswahrscheinlichkeit sogar noch größer. Wenn sie über einen längeren Zeitraum pflegen, dann sinkt ihre Beschäftigungswahrscheinlichkeit um 11,8 Prozentpunkte. Diejenigen, die weiterhin berufstätig sind, reduzieren allerdings ihre Arbeitszeit in der Regel nicht. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung auf europäischer Ebene. Bisher haben sich nur wenige Untersuchungen mit den längerfristigen Folgen für die Arbeitsmarktsituation der Pflegenden befasst.

Für die stärkeren längerfristigen Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation pflegender Männer gibt es aus wissenschaftlicher Sicht zwei mögliche Erklärungen. „Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit und schaffen nach einer Pflegephase dort leichter wieder den Einstieg“ erläutert Dr. Dörte Heger, Wissenschaftlerin im RWI-Kompetenzbereich „Gesundheit“ und Mitautorin der Studie. Eine zweite mögliche Erklärung ist, dass das pflegerische Engagement von Frauen von Arbeitgebern als „normal“ wahrgenommen wird. Bei Männern gilt es hingegen unter Umständen als Beweis für schwächer ausgeprägtes berufliches Engagement.

Pflege wird mit demographischem Wandel an Bedeutung gewinnen

Grundlage der Studie sind Daten aus dem „Survey for Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE)“ aus dem Zeitraum der Jahre 2004 bis 2015. Der Datensatz umfasst die Bevölkerung ab einem Lebensalter von 50 Jahren in Europa und Israel. Er ist der erste mit umfassenden gesundheitlichen und sozio-demografischen Informationen von über 50-Jährigen auf europäischer Ebene. Für die Studie umfasste die Stichprobe knapp 8.000 Frauen und gut 6.500 Männer im Alter zwischen 50 und 70 Jahren.

Durch die häufig als „demographischer Wandel“ umschriebene Alterung der Gesellschaft wird das Thema Pflege in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Um die bessere Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Pflege zu ermöglichen und die negativen Folgen für Pflegende abzumildern, sind in zahlreichen Ländern bereits Möglichkeiten für „Pflege-Auszeiten“ geschaffen worden. So können in Deutschland seit dem Jahr 2008 Pflegende eine zehntägige bezahlte Auszeit nehmen. Für die längerfristige Pflege ist eine Freistellung für bis zu sechs Monaten möglich, während der ein Arbeitnehmer ganz oder teilweise aus dem Beruf aussteigen kann. Seit 2015 besteht während der kurzzeitigen Auszeit sogar ein Anrecht auf Pflegeunterstützungsgeld. Welche Folgen diese Maßnahmen auf die Beschäftigungssituation von Pflegenden haben, wurde bisher mangels verfügbarer Daten noch nicht eingehend wissenschaftlich untersucht.

(RWI)

Neuer Facebook-Standort in Essen

Die Stadt Essen bekommt einen neuen großen Arbeitgeber – das amerikanische Internet-Unternehmen Facebook hat heute angekündigt, gemeinsam mit seinem Partner, der Competence Callcenter Holding GmbH (CCC) aus Österreich, ab Herbst 2017 rund 500 neue Arbeitsplätze am Standort in Essen schaffen zu wollen. Die Aufgabe des neu geschaffenen Teams besteht darin, illegale Inhalte auf den Seiten des Netzwerks zu entfernen und die Standards der Community-Plattform konsequenter umzusetzen.

Sowohl die Essener Wirtschaftsförderung (EWG) als auch der JobService des JobCenter Essen unterstützen Facebook und CCC bereits seit mehreren Wochen tatkräftig beim Aufbau der neuen Zentrale in der Essener Innenstadt.

„Dass die Wahl des neuen Facebook-Standorts auf Essen gefallen ist, zeigt die Leistungsfähigkeit unserer Stadt“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Die städtischen Institutionen haben CCC von Anfang an unterstützt und so maßgeblich zu der Expansion des 2013 durch die EWG angesiedelten Unternehmens beigetragen. Deshalb gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mein besonderer Dank. 500 neu geschaffene Arbeitsplätze bieten darüber hinaus die Möglichkeit, die ausgeprägten mehrsprachigen und interkulturellen Kompetenzen in unserer Stadt Essen einzubringen. Das ist ein großer Wettbewerbsvorteil unserer Stadt.“

In den kommenden Wochen wird der JobService Essen Auswahlgespräche mit zukünftigen Kommunikationsmanagerinnen und –managern führen. Dabei legen alle Partner besonderen Wert darauf, dass die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch regelmäßige Schulungen, intensive Kurse und eine psychologische Betreuung gut auf ihre bevorstehende Aufgabe vorbereitet werden.

(ü. Pm.)