ThyssenKrupp investiert 46 Millionen Euro in weltweit größte Tuchfilteranlage

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp hat in Duisburg die weltweit größte Tuchfilteranlage für die Sintererzeugung in Betrieb genommen.

Sie entstaubt stündlich bis zu 1,3 Millionen Kubikmeter Abluft, die beim Sintern – also beim Vermengen und Zusammenbacken von feinkörnigen Eisenerzen mit Koks und anderen Stoffen wie Kalk – entsteht. Mehr als 44.000 extrem feine Filterschläuche und ein 45.000 Quadratmeter großer Tuchfilter sorgen dafür, dass kaum Staub in die Außenluft gerät. ThyssenKrupp hat rund 46 Millionen Euro in die neue Filteranlage investiert. Weitere 19 Millionen Euro flossen in die Modernisierung des Sinterprozesses. Dies ist bereits der zweite Gewebefilter innerhalb der Anlage, bis 2020 soll ein dritter gebaut werden.

(ü. Pm., idr)

EuG-Urteil: Ablehnung der Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA war rechtswidrig

Das Gericht der Europäischen Union (EuG) hat heute der Klage hunderter
europäischer Organisationen gegen die Nicht-Zulassung der Europäischen
Bürgerinitiative (EBI) gegen die Handelsabkommen TTIP und CETA
stattgegeben (Pressemitteilung des EuG:
https://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2017-05/cp170049de.pdf).

„Wir begrüßen das Urteil. Damit wird deutlich, dass die Ablehnung der
EBI willkürlich und politisch motiviert war. Die EU-Kommission hat im
Bereich der Handelspolitik kein Interesse, einen demokratischen Prozess
zu organisieren. Sie hört lieber ausschließlich auf die Interessen von
Konzernen“, sagt Attac-Handelsexperte Roland Süß. „Mit dem Urteil wird
die Kommission zumindest gezwungen, ihre Politik im Hinblick auf
künftige Europäische Bürgerinitiativen zu überdenken.“

Für Attac ist jedoch eine viel weiter gehende Demokratisierung der
EU-Handelspolitik dringend nötig. Attac fordert, dass künftig alle
Parlamente – jene der Mitgliedsländer und das EU-Parlament – bereits bei
der Ausarbeitung von Verhandlungsmandaten involviert werden. Alle
Dokumente sind zu veröffentlichen, Verhandlungen müssen von Anfang an
transparent sein, und unter parlamentarischer und
zivilgesellschaftlicher Beteiligung geführt werden. Fehlentwicklungen
müssen bereits während des Verhandlungsprozesses korrigiert werden
können. Roland Süß: „Dies würde auch dem immer größer werdenden Einfluss
von Konzernen auf die Politik entgegenwirken.“

Viele der Mandate der derzeit in Verhandlung befindlichen EU-Abkommen
sind geheim, die Verhandlungen finden unter Ausschluss der
Öffentlichkeit statt. Die Abkommen enthalten oftmals Sonderklagerechte
für Konzerne.

Hintergrund:

Am 15. Juli 2014 hatte das europäische Bündnis „Stop TTIP“ bei der
EU-Kommission einen Antrag auf Registrierung einer Europäischen
Bürgerinitiative gestellt. Die Initiative forderte das
Verhandlungsmandat für TTIP aufzuheben und CETA nicht abzuschließen.

Die Europäische Kommission verweigerte im September 2014 die Zulassung
der EBI. Sie berief sich auf zwei Hauptargumente: Erstens, das
Verhandlungsmandat zu TTIP sei ein interner Vorbereitungsakt und kein
Rechtsakt mit Wirkung auf die Bürgerinnen und Bürger. Zweitens könne
eine EBI nur positiv formuliert werden, also darauf hinwirken, einen
Rechtsakt zu erlassen, nicht aber einen solchen zu unterlassen.

Wenige Tage später entschied das Bündnis, die Unterschriftensammlung
trotzdem zu starten als selbstorganisierte EBI. Dabei wurden vom 7.
Oktober 2014 bis zum 6. Oktober 2015 3.284.289 Unterschriften gegen TTIP
und CETA gesammelt. Das Länder-Quorum, also eine Mindestanzahl von
benötigten Stimmen laut EU-Verordnung, wurde in 23 Staaten überschritten.

Am 10. November 2014 reichte das Stop TTIP-Bündnis beim Europäischen
Gerichtshof in Luxemburg eine Klage gegen die Nicht-Zulassung der
Europäischen Bürgerinitiative durch die Europäische Kommission ein. Stop
TTIP ist ein Bündnis von über 500 europäischen Organisationen.
https://stop-ttip.org/de

(ü. Pm.)

Forschung will Rückenschmerzen mit „Einbildung“ heilen

Ob Placebos gegen chronische Rückenschmerzen helfen, wollen Wissenschaftler am Universitätsklinikum Essen erforschen. Sie suchen Probanden für eine Studie am Rückenschmerz-Zentrum, um zu testen, wie sich die Behandlung mit wirkstofflosen Arzneien auf die Beweglichkeit von Wirbelsäule und Muskulatur auswirkt.

Die Forscher gehen von der These aus, dass Placebos den Körper dazu animieren, eigene schmerzlindernde Opioide auszuschütten und dadurch eine Selbstheilung in Gang zu setzen. Die Untersuchung umfasst eine dreiwöchige Placebo-Therapie oder Beobachtungsphase.

Weitere Infos gibt es unter 0201/723-2439.

(ǘ. Pm., idr)

Oberbürgermeister Thomas Kufen (Essen) gegen Dieselfahrverbote

Der Deutsche Städtetag berät am Dienstag, 25. April 2017, in seiner Präsidiumssitzung in Leipzig auch über Möglichkeiten zur Verbesserung der Luftqualität in den großen Städten. Dazu fordert der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen:

„Wir müssen die Luftqualität in den Städten verbessern. Ich halte aber nichts von pauschalen Diesel-Verbotsforderungen. Einfahrverbote von Dieselfahrzeugen in bestimmte Städte oder Stadtteile führt nur zu einer Umverteilung der belasteten Zonen. Ein solches Verbot geht auch an der Realität im Ruhrgebiet vorbei. Berufspendler werden sich andere Wege suchen. Auf der anderen Seite wird zu Recht von der EU die Belastung der Bürgerinnen und Bürger durch Feinstäube angemahnt. Hierzu bedarf es vor allem von Seiten der Industrie bessere Filtertechniken und Umrüstmöglichkeiten.“

In dicht besiedelten Regionen, wie beispielsweise dem Ruhrgebiet, ist ein abgestimmtes Vorgehen mit den umliegenden Kommunen wichtig. Hier sind Bund und Land am Zug, die Städte und Gemeinden zu unterstützen.

Bis vor kurzem galt der Diesel als sinnvolle Alternative zum Benzinmotor, weil ein Benzinmotor deutlich mehr CO2 ausstößt und mehr Sprit verbraucht. Auch deshalb hat die Bundesregierung in der Vergangenheit die Kfz-Steuer auf den CO2-Ausstoß umgestellt, um CO2-ärmere Antriebsformen zu begünstigen.

(ü. Pm.)

DAK-Gesundheit kritisiert Mondpreise bei Arzneimitteln

Die DAK-Gesundheit kritisiert die Preisgestaltung bei der Einführung neuer Medikamente. Nach Einschätzung der Krankenkasse bietet das aktuelle Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz (AM-VSG) kaum Möglichkeiten, die steigenden Ausgaben für Arzneimittel einzudämmen. Das AM-VSG greift sechs Jahre nach dem Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts (AMNOG) erneut regulierend in den Markt ein. Der AMNOG-Report 2017 der DAK-Gesundheit zeigt, dass dringende Versorgungsfragen auch nach Abschluss des parlamentarischen Verfahrens unbeantwortet bleiben. Dazu gehört die konkrete Umsetzung eines Arztinformationssystems, das die Ergebnisse der Nutzenbewertung neuer Arzneimittel in die Praxis transferiert.

Die Arzneimittelausgaben im Gesundheitssystem steigen trotz  gesetzlicher Regularien seit Jahren. 2016 stiegen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 36 Milliarden Euro an. Das liegt vor allem an neuen Medikamenten, deren Preisgestaltung im ersten Jahr nach der Zulassung nach wie vor ganz in den Händen der Hersteller liegt. Die im AM-VSG ursprünglich vorgesehene Umsatzschwelle wurde ersatzlos gestrichen. Auch eine rückwirkende Rabattierung, etwa auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Nutzenbewertungsergebnisses, ist nicht vorgesehen. „Unsere Forderung, Mondpreise bei neuen Arzneimitteln zu verhindern, erfüllt das neue Gesetz nicht“, erklärt Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. Die Umsatzschwelle hätte in der Vergangenheit zwar nur drei Wirkstoffe erfasst. Diese machen bei der DAK-Gesundheit aber immerhin 40 Prozent des Umsatzes der seit 2011 neu zugelassenen Arzneimittel im ersten Jahr nach Markteintritt aus (rund 160 Millionen Euro). Storm: „Die Krankenkassen brauchen dringend wirksame Steuerungsmöglichkeiten, um die Arzneimittelpreise zu senken. Innovationen müssen auch in Zukunft bezahlbar bleiben.“

Neben der offenen Preisgestaltung in den ersten zwölf Monaten nach der Zulassung benennt die DAK-Gesundheit in ihrem AMNOG-Report zwei weitere wirtschaftliche Herausforderungen: Zum einen gibt es zum Beispiel bei der Behandlung krebskranker Patienten neue Kombinations-Therapien, die die Kosten weiter steigen lassen. „Immer mehr Patienten werden zusätzlich zu ihrem Medikament ein neues Arzneimittel verordnet bekommen. Daher wird es immer wichtiger, den Blick darauf zu richten, ob die damit verbundenen zusätzlichen Kosten durch einen höheren Patientennutzen wirklich abgedeckt sind“, erklärt Professor Wolfgang Greiner, Gesundheitsökonom an der Universität Bielefeld und Autor des AMNOG-Reports 2017. Neue Onkologika verzeichnen laut der Analyse die höchsten Preisaufschläge: Sie sind durchschnittlich 300 Prozent teurer als bereits bestehende sogenannte zweckmäßige Vergleichstherapien.

Dazu komme, dass in bestimmten Konstellationen ein Großteil der Patienten schon im Jahr nach der Zulassung mit einem neuen Medikament behandelt werde. Bei schnellen Innovationszyklen trage der anschließend vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und den gesetzlichen Krankenkassen ausgehandelte reduzierte Erstattungsbetrag entsprechend wenig zu einer Kostensenkung bei. Das bekannteste Beispiel der vergangenen Jahre ist der Wirkstoff Sofosbuvir zur Behandlung von Hepatitis C.

Eine zentrale Neuregelung der jüngsten Gesetzesreform ist die Einführung eines Arztinformationssystems. „Wir begrüßen diesen Beschluss der Bundesregierung“, sagt DAK-Chef Andreas Storm. „Aber nur wenn die Ergebnisse der Nutzenbewertung bei den Ärztinnen und Ärzten ankommen, können sie die Versorgung im Sinne der Patienten verbessern.“ Der mangelnde Transfer der Nutzenbewertungsergebnisse ist ein zentraler Kritikpunkt im AMNOG-Report der DAK-Gesundheit: Sowohl Arzneimittel mit als auch ohne Zusatznutzen zeigen zunächst vergleichbare Verordnungsentwicklungen. So erreichen einige Wirkstoffe ohne Zusatznutzen innerhalb des ersten Jahres nach Veröffentlichung des Prüfergebnisses beachtliche Verordnungszahlen und -zuwächse. Andere Wirkstoffe mit zum Teil deutlichem Vorteil für die Patienten kommen hingegen vergleichsweise langsam in der Praxis an. Storm: „Schnelle, transparente und praxisorientierte Informationen können die Versorgungsqualität erhöhen und gleichzeitig die Kosten senken.“

Damit das neue Arztinformationssystem funktioniert, ist aus Sicht von Professor Wolfgang Greiner eine wissenschaftliche Begleitung unerlässlich: „Damit die Ergebnisse der Nutzenbewertung den Arzt bei der Therapieentscheidung unterstützen, sollte das neue Arztinformationssystem wissenschaftlich erprobt und kontinuierlich evaluiert werden. Anderenfalls werden die wichtigen Hinweise auch künftig kaum Eingang in die Versorgungspraxis finden.“

Im AMNOG-Report der DAK-Gesundheit werden 191 Nutzenbewertungsverfahren analysiert. Das Ergebnis: In 43 Prozent der Verfahren bescheinigt der G-BA keinen Zusatznutzen. In 34 Prozent aller Fälle konnte ein Zusatznutzen bescheinigt werden, in 23 Prozent lediglich für einen Teil der Patienten. Letzteres ist aufgrund eines zu vereinbarenden Mischpreises derzeit politisch besonders umstritten. Der DAK-AMNOG-Report widmet sich den damit verbundenen Versorgungsfragen in einem Schwerpunktthema.

Besonders erfolgreich schneiden neue Krebsmedikamente und Präparate zur Behandlung von Herz-Kreislauf- oder Infektionskrankheiten ab. Bis Ende 2015 haben G-BA und GKV-Spitzenverband für 70 Prozent aller neuen Wirkstoffe einen Erstattungsbetrag vereinbart. Im Schnitt betrug der verhandelte Rabatt auf den vom Hersteller festgelegten Listenpreis 20 Prozent. Das entspricht der Richtgröße, die der Gesetzgeber mit Einführung des AMNOG im Jahr 2011 avisiert hatte. Problematisch bleibt aus Sicht der DAK-Gesundheit die freie Preisgestaltung im Jahr nach der Zulassung, von der der anschließend verhandelte Rabattpreis abhängt.

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten gesetzlichen Kassen in Deutschland und versichert mehr als 5,8 Millionen Menschen. 2015 gab sie 3,6 Milliarden Euro für Arzneimittel aus – das entspricht 590 Euro pro Versichertem. Nach den Ausgaben für Krankenhausbehandlungen waren Arzneimittel damit der zweitgrößte Ausgabenblock.

(ü. Pm.)
DAK-Gesundheit kritisiert Mondpreise bei Arzneimitteln

Konzentration in der NRW-Landwirtschaft schreitet fort

Im Jahr 2016 bewirtschafteten in Nordrhein-Westfalen 33 688 landwirtschaftliche Betriebe eine Fläche von 1,44 Millionen Hektar. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes anhand jetzt vorliegender Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung 2016 mitteilt, errechnet sich daraus eine Fläche von 42,8 Hektar je Betrieb. Bei der Landwirtschaftszählung im Jahr 2010 hatte die durchschnittliche Nutzfläche je Betrieb noch bei 40,9 Hektar gelegen.

Landwirtschaftliche Betriebe und landwirtschaftliche genutzte Fläche in NRW
Jahr Betriebe Landwirtschaftlich genutzte Fläche
insgesamt darunter
mit Vieh
in Hektar (ha) in ha je Betrieb
1) Unter Berücksichtigung der unteren Erfassungsgrenzen von 2010 neu berechnete Ergebnisse
19911) 60 912 51 500 1 532 213 25,2
19991) 47 304 38 879 1 474 430 31,2
20031) 44 633 35 318 1 496 453 33,5
20071) 39 276 30 809 1 478 143 37,6
2010 35 750 27 721 1 463 087 40,9
2013 34 303 25 938 1 463 031 42,7
2016 33 688 24 638 1 440 539 42,8

Während sich die Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe (mit fünf und mehr Hektar) gegenüber der Landwirtschaftszählung 2010 um 5,8 Prozent verringerte, stieg die Zahl der Betriebe mit 100 oder mehr Hektar im selben Zeitraum um 15,9 Prozent auf nunmehr 3 217 Einheiten. Damit zählte 2016 bereits jeder zehnte Betrieb zu dieser Größenklasse (2010: 7,8 Prozent). Die von diesen Betrieben genutzte Fläche hatte mit 496 649 Hektar einen Anteil von 34,5 Prozent (2010: 28,8 Prozent) an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche.

In 24 638 landwirtschaftlichen Betrieben wurden im März 2016 unter anderem 1,41 Millionen Rinder, 7,26 Millionen Schweine und 11,78 Millionen Hühner gehalten. Im Vergleich zur letzten Landwirtschaftszählung im Jahr 2010 ist die Zahl der viehhaltenden Betriebe in Nordrhein-Westfalen um 11,1 Prozent zurückgegangen.

Detaillierte Ergebnisse zu Betriebsgrößen und -formen, zur Bodennutzung, zum ökologischen Landbau und zu weiteren Strukturmerkmalen werden – sobald sie vorliegen – von den Statistikern in den kommenden Monaten veröffentlicht. (IT.NRW)

IHK informiert über Regelungen an Stillen Feiertagen

Die Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) weist daraufhin, dass aufgrund des Sonn-und Feiertagsgesetzes NRW am Gründonnerstag (13. April) und am Karfreitag (14. April) zusätzlich zum allgemeinen Sonn- und Feiertagsschutz weitere Einschränkungen gelten.

„An diesen sogenannten ‚Stillen Feiertagen‘ sind gesonderte Regelungen von den Unternehmen zu beachten, bei Verstößen können die Ordnungsämter Bußgelder verhängen“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Gerald Püchel.

Am Gründonnerstag ist ab 18 Uhr jegliche öffentliche Tanzveranstaltung verboten. Am Karfreitag und noch bis Karsamstag, 6 Uhr, sind keine öffentlichen Veranstaltungen erlaubt. Hierzu zählen insbesondere Märkte (Großmärkte: bis 3 Uhr verboten), gewerbliche Ausstellungen, sportliche Veranstaltungen einschließlich Pferderennen, Leistungsschaus, Zirkusaufführungen, Volksfeste, tänzerische und artistische Darbietungen, alle Unterhaltungsdarbietungen in Gaststätten und Diskotheken sowie der Betrieb von Spielhallen und Wettannahmestellen. Darüber hinaus müssen am Karfreitag – wie an allen Sonn- und Feiertagen – auch Videotheken und Autowaschanlagen geschlossen bleiben. Ebenso verbietet das Feiertagsgesetz NRW am Karfreitag Wohnungsumzüge.

Zusätzlich sind am Karfreitag alle nicht öffentlichen Veranstaltungen außerhalb von Wohnungen, die Vorführung von Filmen, die nicht vom Kultusminister oder der von ihm bestimmten Stelle als zur Aufführung am Karfreitag geeignet und anerkannt sind, untersagt. Dies gilt auch für Veranstaltungen, Theater- und musikalische Aufführungen, Filmvorführungen und Vorträge jeglicher Art, auch ernsten Charakters, während der Zeit des Hauptgottesdienstes. Im Anschluss daran sind einige wenige Veranstaltungen zulässig: Sie müssen religiöser oder weihevoller Art oder sonst ernsten Charakters sein, die dem besonderen Wesen dieses Feiertags entsprechen. So sind auch klassische Musikkonzerte oder ernste Theateraufführungen nur dann erlaubt, wenn sie diese Voraussetzungen erfüllen und gerade an diesem Tag aufgeführt werden sollen.

Gesetzlich nicht verboten sind Kunstausstellungen, Kunstführungen und ähnliche Veranstaltungen, öffnen dürfen auch die Museen und der Zoo.
Für die Überwachung, ob die Bestimmungen des Sonn-und Feiertagsgesetzes eingehalten werden, die Verhängung der Bußgelder sowie für Ausnahmeerlaubnisse sind die städtischen Ordnungsämter zuständig.

(ü. Pm.)

Verbraucherinsolvenzen auf neuem Höchststand

2.351 Haushalte hat die Schuldnerhilfe 2016 beraten, davon waren 1.328 Neuzugänge (+ 2 Prozent). Dabei stieg die Zahl der Insolvenzfälle auf den neuen Höchststand von 375 (+ 25 Prozent). Bei der Übergabe des aktuellen Berichts an Oberbürgermeister Thomas Kufen am Mittwoch, 5. April, erläuterten Vertreter der Schuldnerhilfe die Situation überschuldeter Menschen und die Fallzahlen 2016.

Vor einem Jahr hatte die Schuldnerhilfe Essen gGmbH die Schuldnerberatung mit ihrem Team erfahrener Fachkräfte vom Verein Schuldnerhilfe übernommen. Schuldnerberatung wird heute gebraucht wie nie zuvor: Fast 66.000 Essenerinnen und Essener sind laut Creditreform überschuldet und dauerhaft zahlungsunfähig. Ihr Anteil stieg um 0,6 Punkte auf den neuen Höchstwert von 13,6 Prozent. Und entgegen dem rückläufigen Landestrend sind die Verbraucherinsolvenzen in Essen 2016 um 14,6 Prozent gestiegen.

Die Zahl der vom JobCenter Essen vermittelten Langzeitarbeitslosen stieg 2016 auf das Allzeithoch von 775 Fällen. „Die hohen Fallzahlen sind nicht nur Ausdruck des großen Bedarfs“, erläutert Geschäftsführer Wolfgang Huber, „sondern auch das Ergebnis der guten Kooperation zwischen den Fachkräften des JobCenters und der Schuldnerhilfe“. 202 Betroffene konnten erfolgreich in das gerichtliche Verbraucherinsolvenzverfahren überführt werden und erhielten die Chance, beruflich und wirtschaftlich wieder Fuß zu fassen. Der Umfang der regulierten Schulden stieg auf knapp 4 Millionen Euro.

47 Unterrichtsveranstaltungen haben die Fachkräfte der Schuldnerhilfe im vergangenen Jahr an Essener Schulen durchgeführt. Insgesamt wurden 1.900 Jugendliche mit den Angeboten zur finanziellen Bildung erreicht. Die Präventionsarbeit wird aus Mitteln der Stadt Essen, des Landes NRW und der Stiftung Deutschland-im-Plus gefördert. Die Angebote des „FinanzFührerscheins“ wurden seit Beginn des Projekts vor zwölf Jahren bundesweit von über 300.000 jungen Menschen genutzt.

Mit dem Projekt „fair/play vernetzt“ hat die Schuldnerhilfe gemeinsam mit der Suchthilfe einen neuen Schwerpunkt in der Arbeit mit Glücksspielabhängigen gesetzt. Junge, glücksspielabhängige Menschen verlieren in Onlinespielen durch kostenpflichtige Zusatzinhalte häufig viel Geld. 360 Personen haben sich seit 2014 mit ihren Problemen an die Projektfachkräfte gewandt. Die Verschuldung liegt bei durchschnittlich 20.000 Euro. Die Verluste der Essener Spielerinnen und Spieler an den Spielgeräten in der Essener Gastronomie stiegen in den vergangenen zehn Jahren um 245 Prozent auf 51 Millionen Euro.

Nach über 27 Jahre bei der Schuldnerhilfe übergibt Geschäftsführer Wolfgang Huber zum 1. Mai 2017 die Verantwortung an den derzeitigen Geschäftsführer des AKJ Essen, Philipp Hennen. Dieser sieht die Herausforderung der Zukunft darin, Betroffene noch frühzeitiger mit den Angeboten der Schuldnerhilfe zu erreichen. „Finanzielle Bildung“, so Hennen, „soll langfristig dazu beitragen, junge Menschen vor der Schuldenfalle zu bewahren.“

Oberbürgermeister Thomas Kufen dankte Wolfgang Huber für seine langjährige erfolgreiche Arbeit und wünschte seinem Nachfolger Philipp Hennen alles Gute für seine neue Aufgabe.

Titelfoto: Vorstellung des Jahresberichts der Schuldnerhilfe und der neuen Geschäftsführung der Schuldnerhilfe v.l.n.r : Wolfgang Huber, Geschäftsführer der Schuldnerhilfe Essen gGmbH (bis 30. April),r, Oberbürgermeister Thomas Kufen und Philipp Hennen, neuer Geschäftsführer der Schuldnerhilfe Essen gGmbH (ab 1. Mai). Foto: Elke Brochhagen

(ü. Pm.)

 

Kostenfreier Beratungstag für Gründer und Start-ups

In Kooperation mit dem Camp.Essen führt das STARTERCENTER NRW der Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) ab Mittwoch, 5. April 2017, einmal in der Woche einen Beratungstag speziell für Gründer und Start-ups durch.

Experten des STARTERCENTER NRW der IHK beraten in Einzelgesprächen zu den Themen Gründung, Aufbau und Entwicklung des Unternehmens. Von den ersten Überlegungen bis hin zur Businessplanerstellung, Marketingkonzeption sowie Beantragung von Fördermitteln erhalten Interessierte nützliche Informationen sowie ein START-Paket für ihre weitere Unternehmensentwicklung.

Der kostenfreie Beratungstag findet ab April 2017 jeden Mittwoch von 9:00 bis 17:00 Uhr statt

im Camp.Essen, ComIn Start, 2. Etage,
Karolingerstr. 96, 45141 Essen.

Das Camp.Essen ist die neue, zentrale Anlaufstelle für innovative und digitale Gründungen und Geschäftsideen in Essen.

Anmeldung unter Angabe der Themenwünsche:
IHK zu Essen, Eugenia Dottai, eugenia.dottai@essen.ihk.de, Tel. 0201 1892-238

(ü. Pm.)

Ergebnisse zur Befragung „Zukunft von Frintrop und Bedingrade“ – IHK und Akteure laden Bürger zum Dialog ein

Im Spätsommer des vergangenen Jahres führte die Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) in Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Zusammenschlusses Bedingrader und Frintroper Unternehmer „Wir für Frintrop“ und des Bürger- und Verkehrsvereins Essen-Frintrop e. V. eine Bürger- und Geschäftsbefragung zu den Ortsteilen Frintrop und Bedingrade durch, deren Ergebnisse nun der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Bürgervorschläge aus der Befragung – wie z. B. der Wochenmarkt rund um die Pfarrkirche – konnten bereits realisiert werden. Zu einem gemeinsamen Dialogabend und um weitere geplante (städtebauliche) Projekte zu erörtern, laden die drei Akteure alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein am

Dienstag, 4. April 2017, um 18.30 Uhr,
im Pfarrsaal der St. Josef-Gemeinde,
Schlenterstraße 18, 45359 Essen.

Zu Gast sind auch Vertreter der StadtAgentur der Stadt Essen und der Ehrenamt Agentur Essen, die in die Projektplanung ebenfalls eng eingebunden sind. Moderiert wird der Abend von Prof. Klaus Wermker, ausgewiesener Experte für Stadtentwicklung und Stadtteilprojekte. Bis zu seiner Pensionierung vor acht Jahren war er bei der Stadt Essen Leiter des Büros Stadtentwicklung und moderierte weichenstellend die Stadtteilprojekte in Altendorf und Katenberg.

(ü. Pm.)