DAK-Gesundheit kritisiert Mondpreise bei Arzneimitteln

Die DAK-Gesundheit kritisiert die Preisgestaltung bei der Einführung neuer Medikamente. Nach Einschätzung der Krankenkasse bietet das aktuelle Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz (AM-VSG) kaum Möglichkeiten, die steigenden Ausgaben für Arzneimittel einzudämmen. Das AM-VSG greift sechs Jahre nach dem Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts (AMNOG) erneut regulierend in den Markt ein. Der AMNOG-Report 2017 der DAK-Gesundheit zeigt, dass dringende Versorgungsfragen auch nach Abschluss des parlamentarischen Verfahrens unbeantwortet bleiben. Dazu gehört die konkrete Umsetzung eines Arztinformationssystems, das die Ergebnisse der Nutzenbewertung neuer Arzneimittel in die Praxis transferiert.

Die Arzneimittelausgaben im Gesundheitssystem steigen trotz  gesetzlicher Regularien seit Jahren. 2016 stiegen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 36 Milliarden Euro an. Das liegt vor allem an neuen Medikamenten, deren Preisgestaltung im ersten Jahr nach der Zulassung nach wie vor ganz in den Händen der Hersteller liegt. Die im AM-VSG ursprünglich vorgesehene Umsatzschwelle wurde ersatzlos gestrichen. Auch eine rückwirkende Rabattierung, etwa auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Nutzenbewertungsergebnisses, ist nicht vorgesehen. „Unsere Forderung, Mondpreise bei neuen Arzneimitteln zu verhindern, erfüllt das neue Gesetz nicht“, erklärt Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. Die Umsatzschwelle hätte in der Vergangenheit zwar nur drei Wirkstoffe erfasst. Diese machen bei der DAK-Gesundheit aber immerhin 40 Prozent des Umsatzes der seit 2011 neu zugelassenen Arzneimittel im ersten Jahr nach Markteintritt aus (rund 160 Millionen Euro). Storm: „Die Krankenkassen brauchen dringend wirksame Steuerungsmöglichkeiten, um die Arzneimittelpreise zu senken. Innovationen müssen auch in Zukunft bezahlbar bleiben.“

Neben der offenen Preisgestaltung in den ersten zwölf Monaten nach der Zulassung benennt die DAK-Gesundheit in ihrem AMNOG-Report zwei weitere wirtschaftliche Herausforderungen: Zum einen gibt es zum Beispiel bei der Behandlung krebskranker Patienten neue Kombinations-Therapien, die die Kosten weiter steigen lassen. „Immer mehr Patienten werden zusätzlich zu ihrem Medikament ein neues Arzneimittel verordnet bekommen. Daher wird es immer wichtiger, den Blick darauf zu richten, ob die damit verbundenen zusätzlichen Kosten durch einen höheren Patientennutzen wirklich abgedeckt sind“, erklärt Professor Wolfgang Greiner, Gesundheitsökonom an der Universität Bielefeld und Autor des AMNOG-Reports 2017. Neue Onkologika verzeichnen laut der Analyse die höchsten Preisaufschläge: Sie sind durchschnittlich 300 Prozent teurer als bereits bestehende sogenannte zweckmäßige Vergleichstherapien.

Dazu komme, dass in bestimmten Konstellationen ein Großteil der Patienten schon im Jahr nach der Zulassung mit einem neuen Medikament behandelt werde. Bei schnellen Innovationszyklen trage der anschließend vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und den gesetzlichen Krankenkassen ausgehandelte reduzierte Erstattungsbetrag entsprechend wenig zu einer Kostensenkung bei. Das bekannteste Beispiel der vergangenen Jahre ist der Wirkstoff Sofosbuvir zur Behandlung von Hepatitis C.

Eine zentrale Neuregelung der jüngsten Gesetzesreform ist die Einführung eines Arztinformationssystems. „Wir begrüßen diesen Beschluss der Bundesregierung“, sagt DAK-Chef Andreas Storm. „Aber nur wenn die Ergebnisse der Nutzenbewertung bei den Ärztinnen und Ärzten ankommen, können sie die Versorgung im Sinne der Patienten verbessern.“ Der mangelnde Transfer der Nutzenbewertungsergebnisse ist ein zentraler Kritikpunkt im AMNOG-Report der DAK-Gesundheit: Sowohl Arzneimittel mit als auch ohne Zusatznutzen zeigen zunächst vergleichbare Verordnungsentwicklungen. So erreichen einige Wirkstoffe ohne Zusatznutzen innerhalb des ersten Jahres nach Veröffentlichung des Prüfergebnisses beachtliche Verordnungszahlen und -zuwächse. Andere Wirkstoffe mit zum Teil deutlichem Vorteil für die Patienten kommen hingegen vergleichsweise langsam in der Praxis an. Storm: „Schnelle, transparente und praxisorientierte Informationen können die Versorgungsqualität erhöhen und gleichzeitig die Kosten senken.“

Damit das neue Arztinformationssystem funktioniert, ist aus Sicht von Professor Wolfgang Greiner eine wissenschaftliche Begleitung unerlässlich: „Damit die Ergebnisse der Nutzenbewertung den Arzt bei der Therapieentscheidung unterstützen, sollte das neue Arztinformationssystem wissenschaftlich erprobt und kontinuierlich evaluiert werden. Anderenfalls werden die wichtigen Hinweise auch künftig kaum Eingang in die Versorgungspraxis finden.“

Im AMNOG-Report der DAK-Gesundheit werden 191 Nutzenbewertungsverfahren analysiert. Das Ergebnis: In 43 Prozent der Verfahren bescheinigt der G-BA keinen Zusatznutzen. In 34 Prozent aller Fälle konnte ein Zusatznutzen bescheinigt werden, in 23 Prozent lediglich für einen Teil der Patienten. Letzteres ist aufgrund eines zu vereinbarenden Mischpreises derzeit politisch besonders umstritten. Der DAK-AMNOG-Report widmet sich den damit verbundenen Versorgungsfragen in einem Schwerpunktthema.

Besonders erfolgreich schneiden neue Krebsmedikamente und Präparate zur Behandlung von Herz-Kreislauf- oder Infektionskrankheiten ab. Bis Ende 2015 haben G-BA und GKV-Spitzenverband für 70 Prozent aller neuen Wirkstoffe einen Erstattungsbetrag vereinbart. Im Schnitt betrug der verhandelte Rabatt auf den vom Hersteller festgelegten Listenpreis 20 Prozent. Das entspricht der Richtgröße, die der Gesetzgeber mit Einführung des AMNOG im Jahr 2011 avisiert hatte. Problematisch bleibt aus Sicht der DAK-Gesundheit die freie Preisgestaltung im Jahr nach der Zulassung, von der der anschließend verhandelte Rabattpreis abhängt.

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten gesetzlichen Kassen in Deutschland und versichert mehr als 5,8 Millionen Menschen. 2015 gab sie 3,6 Milliarden Euro für Arzneimittel aus – das entspricht 590 Euro pro Versichertem. Nach den Ausgaben für Krankenhausbehandlungen waren Arzneimittel damit der zweitgrößte Ausgabenblock.

(ü. Pm.)
DAK-Gesundheit kritisiert Mondpreise bei Arzneimitteln

Konzentration in der NRW-Landwirtschaft schreitet fort

Im Jahr 2016 bewirtschafteten in Nordrhein-Westfalen 33 688 landwirtschaftliche Betriebe eine Fläche von 1,44 Millionen Hektar. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes anhand jetzt vorliegender Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung 2016 mitteilt, errechnet sich daraus eine Fläche von 42,8 Hektar je Betrieb. Bei der Landwirtschaftszählung im Jahr 2010 hatte die durchschnittliche Nutzfläche je Betrieb noch bei 40,9 Hektar gelegen.

Landwirtschaftliche Betriebe und landwirtschaftliche genutzte Fläche in NRW
Jahr Betriebe Landwirtschaftlich genutzte Fläche
insgesamt darunter
mit Vieh
in Hektar (ha) in ha je Betrieb
1) Unter Berücksichtigung der unteren Erfassungsgrenzen von 2010 neu berechnete Ergebnisse
19911) 60 912 51 500 1 532 213 25,2
19991) 47 304 38 879 1 474 430 31,2
20031) 44 633 35 318 1 496 453 33,5
20071) 39 276 30 809 1 478 143 37,6
2010 35 750 27 721 1 463 087 40,9
2013 34 303 25 938 1 463 031 42,7
2016 33 688 24 638 1 440 539 42,8

Während sich die Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe (mit fünf und mehr Hektar) gegenüber der Landwirtschaftszählung 2010 um 5,8 Prozent verringerte, stieg die Zahl der Betriebe mit 100 oder mehr Hektar im selben Zeitraum um 15,9 Prozent auf nunmehr 3 217 Einheiten. Damit zählte 2016 bereits jeder zehnte Betrieb zu dieser Größenklasse (2010: 7,8 Prozent). Die von diesen Betrieben genutzte Fläche hatte mit 496 649 Hektar einen Anteil von 34,5 Prozent (2010: 28,8 Prozent) an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche.

In 24 638 landwirtschaftlichen Betrieben wurden im März 2016 unter anderem 1,41 Millionen Rinder, 7,26 Millionen Schweine und 11,78 Millionen Hühner gehalten. Im Vergleich zur letzten Landwirtschaftszählung im Jahr 2010 ist die Zahl der viehhaltenden Betriebe in Nordrhein-Westfalen um 11,1 Prozent zurückgegangen.

Detaillierte Ergebnisse zu Betriebsgrößen und -formen, zur Bodennutzung, zum ökologischen Landbau und zu weiteren Strukturmerkmalen werden – sobald sie vorliegen – von den Statistikern in den kommenden Monaten veröffentlicht. (IT.NRW)

IHK informiert über Regelungen an Stillen Feiertagen

Die Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) weist daraufhin, dass aufgrund des Sonn-und Feiertagsgesetzes NRW am Gründonnerstag (13. April) und am Karfreitag (14. April) zusätzlich zum allgemeinen Sonn- und Feiertagsschutz weitere Einschränkungen gelten.

„An diesen sogenannten ‚Stillen Feiertagen‘ sind gesonderte Regelungen von den Unternehmen zu beachten, bei Verstößen können die Ordnungsämter Bußgelder verhängen“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Gerald Püchel.

Am Gründonnerstag ist ab 18 Uhr jegliche öffentliche Tanzveranstaltung verboten. Am Karfreitag und noch bis Karsamstag, 6 Uhr, sind keine öffentlichen Veranstaltungen erlaubt. Hierzu zählen insbesondere Märkte (Großmärkte: bis 3 Uhr verboten), gewerbliche Ausstellungen, sportliche Veranstaltungen einschließlich Pferderennen, Leistungsschaus, Zirkusaufführungen, Volksfeste, tänzerische und artistische Darbietungen, alle Unterhaltungsdarbietungen in Gaststätten und Diskotheken sowie der Betrieb von Spielhallen und Wettannahmestellen. Darüber hinaus müssen am Karfreitag – wie an allen Sonn- und Feiertagen – auch Videotheken und Autowaschanlagen geschlossen bleiben. Ebenso verbietet das Feiertagsgesetz NRW am Karfreitag Wohnungsumzüge.

Zusätzlich sind am Karfreitag alle nicht öffentlichen Veranstaltungen außerhalb von Wohnungen, die Vorführung von Filmen, die nicht vom Kultusminister oder der von ihm bestimmten Stelle als zur Aufführung am Karfreitag geeignet und anerkannt sind, untersagt. Dies gilt auch für Veranstaltungen, Theater- und musikalische Aufführungen, Filmvorführungen und Vorträge jeglicher Art, auch ernsten Charakters, während der Zeit des Hauptgottesdienstes. Im Anschluss daran sind einige wenige Veranstaltungen zulässig: Sie müssen religiöser oder weihevoller Art oder sonst ernsten Charakters sein, die dem besonderen Wesen dieses Feiertags entsprechen. So sind auch klassische Musikkonzerte oder ernste Theateraufführungen nur dann erlaubt, wenn sie diese Voraussetzungen erfüllen und gerade an diesem Tag aufgeführt werden sollen.

Gesetzlich nicht verboten sind Kunstausstellungen, Kunstführungen und ähnliche Veranstaltungen, öffnen dürfen auch die Museen und der Zoo.
Für die Überwachung, ob die Bestimmungen des Sonn-und Feiertagsgesetzes eingehalten werden, die Verhängung der Bußgelder sowie für Ausnahmeerlaubnisse sind die städtischen Ordnungsämter zuständig.

(ü. Pm.)

Verbraucherinsolvenzen auf neuem Höchststand

2.351 Haushalte hat die Schuldnerhilfe 2016 beraten, davon waren 1.328 Neuzugänge (+ 2 Prozent). Dabei stieg die Zahl der Insolvenzfälle auf den neuen Höchststand von 375 (+ 25 Prozent). Bei der Übergabe des aktuellen Berichts an Oberbürgermeister Thomas Kufen am Mittwoch, 5. April, erläuterten Vertreter der Schuldnerhilfe die Situation überschuldeter Menschen und die Fallzahlen 2016.

Vor einem Jahr hatte die Schuldnerhilfe Essen gGmbH die Schuldnerberatung mit ihrem Team erfahrener Fachkräfte vom Verein Schuldnerhilfe übernommen. Schuldnerberatung wird heute gebraucht wie nie zuvor: Fast 66.000 Essenerinnen und Essener sind laut Creditreform überschuldet und dauerhaft zahlungsunfähig. Ihr Anteil stieg um 0,6 Punkte auf den neuen Höchstwert von 13,6 Prozent. Und entgegen dem rückläufigen Landestrend sind die Verbraucherinsolvenzen in Essen 2016 um 14,6 Prozent gestiegen.

Die Zahl der vom JobCenter Essen vermittelten Langzeitarbeitslosen stieg 2016 auf das Allzeithoch von 775 Fällen. „Die hohen Fallzahlen sind nicht nur Ausdruck des großen Bedarfs“, erläutert Geschäftsführer Wolfgang Huber, „sondern auch das Ergebnis der guten Kooperation zwischen den Fachkräften des JobCenters und der Schuldnerhilfe“. 202 Betroffene konnten erfolgreich in das gerichtliche Verbraucherinsolvenzverfahren überführt werden und erhielten die Chance, beruflich und wirtschaftlich wieder Fuß zu fassen. Der Umfang der regulierten Schulden stieg auf knapp 4 Millionen Euro.

47 Unterrichtsveranstaltungen haben die Fachkräfte der Schuldnerhilfe im vergangenen Jahr an Essener Schulen durchgeführt. Insgesamt wurden 1.900 Jugendliche mit den Angeboten zur finanziellen Bildung erreicht. Die Präventionsarbeit wird aus Mitteln der Stadt Essen, des Landes NRW und der Stiftung Deutschland-im-Plus gefördert. Die Angebote des „FinanzFührerscheins“ wurden seit Beginn des Projekts vor zwölf Jahren bundesweit von über 300.000 jungen Menschen genutzt.

Mit dem Projekt „fair/play vernetzt“ hat die Schuldnerhilfe gemeinsam mit der Suchthilfe einen neuen Schwerpunkt in der Arbeit mit Glücksspielabhängigen gesetzt. Junge, glücksspielabhängige Menschen verlieren in Onlinespielen durch kostenpflichtige Zusatzinhalte häufig viel Geld. 360 Personen haben sich seit 2014 mit ihren Problemen an die Projektfachkräfte gewandt. Die Verschuldung liegt bei durchschnittlich 20.000 Euro. Die Verluste der Essener Spielerinnen und Spieler an den Spielgeräten in der Essener Gastronomie stiegen in den vergangenen zehn Jahren um 245 Prozent auf 51 Millionen Euro.

Nach über 27 Jahre bei der Schuldnerhilfe übergibt Geschäftsführer Wolfgang Huber zum 1. Mai 2017 die Verantwortung an den derzeitigen Geschäftsführer des AKJ Essen, Philipp Hennen. Dieser sieht die Herausforderung der Zukunft darin, Betroffene noch frühzeitiger mit den Angeboten der Schuldnerhilfe zu erreichen. „Finanzielle Bildung“, so Hennen, „soll langfristig dazu beitragen, junge Menschen vor der Schuldenfalle zu bewahren.“

Oberbürgermeister Thomas Kufen dankte Wolfgang Huber für seine langjährige erfolgreiche Arbeit und wünschte seinem Nachfolger Philipp Hennen alles Gute für seine neue Aufgabe.

Titelfoto: Vorstellung des Jahresberichts der Schuldnerhilfe und der neuen Geschäftsführung der Schuldnerhilfe v.l.n.r : Wolfgang Huber, Geschäftsführer der Schuldnerhilfe Essen gGmbH (bis 30. April),r, Oberbürgermeister Thomas Kufen und Philipp Hennen, neuer Geschäftsführer der Schuldnerhilfe Essen gGmbH (ab 1. Mai). Foto: Elke Brochhagen

(ü. Pm.)

 

Kostenfreier Beratungstag für Gründer und Start-ups

In Kooperation mit dem Camp.Essen führt das STARTERCENTER NRW der Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) ab Mittwoch, 5. April 2017, einmal in der Woche einen Beratungstag speziell für Gründer und Start-ups durch.

Experten des STARTERCENTER NRW der IHK beraten in Einzelgesprächen zu den Themen Gründung, Aufbau und Entwicklung des Unternehmens. Von den ersten Überlegungen bis hin zur Businessplanerstellung, Marketingkonzeption sowie Beantragung von Fördermitteln erhalten Interessierte nützliche Informationen sowie ein START-Paket für ihre weitere Unternehmensentwicklung.

Der kostenfreie Beratungstag findet ab April 2017 jeden Mittwoch von 9:00 bis 17:00 Uhr statt

im Camp.Essen, ComIn Start, 2. Etage,
Karolingerstr. 96, 45141 Essen.

Das Camp.Essen ist die neue, zentrale Anlaufstelle für innovative und digitale Gründungen und Geschäftsideen in Essen.

Anmeldung unter Angabe der Themenwünsche:
IHK zu Essen, Eugenia Dottai, eugenia.dottai@essen.ihk.de, Tel. 0201 1892-238

(ü. Pm.)

Ergebnisse zur Befragung „Zukunft von Frintrop und Bedingrade“ – IHK und Akteure laden Bürger zum Dialog ein

Im Spätsommer des vergangenen Jahres führte die Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) in Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Zusammenschlusses Bedingrader und Frintroper Unternehmer „Wir für Frintrop“ und des Bürger- und Verkehrsvereins Essen-Frintrop e. V. eine Bürger- und Geschäftsbefragung zu den Ortsteilen Frintrop und Bedingrade durch, deren Ergebnisse nun der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Bürgervorschläge aus der Befragung – wie z. B. der Wochenmarkt rund um die Pfarrkirche – konnten bereits realisiert werden. Zu einem gemeinsamen Dialogabend und um weitere geplante (städtebauliche) Projekte zu erörtern, laden die drei Akteure alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein am

Dienstag, 4. April 2017, um 18.30 Uhr,
im Pfarrsaal der St. Josef-Gemeinde,
Schlenterstraße 18, 45359 Essen.

Zu Gast sind auch Vertreter der StadtAgentur der Stadt Essen und der Ehrenamt Agentur Essen, die in die Projektplanung ebenfalls eng eingebunden sind. Moderiert wird der Abend von Prof. Klaus Wermker, ausgewiesener Experte für Stadtentwicklung und Stadtteilprojekte. Bis zu seiner Pensionierung vor acht Jahren war er bei der Stadt Essen Leiter des Büros Stadtentwicklung und moderierte weichenstellend die Stadtteilprojekte in Altendorf und Katenberg.

(ü. Pm.)

Emissionsarme Stahlwerke?

Am Mittwoch den 22. März besuchte Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt,Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, gemeinsam mit Dr. Birgit Beisheim, MdL den Weltkonzern thyssenkrupp in Essen.

Gemeinsam mit Dr.Achatz, Vertretern des Betriebsrats und weiteren Mitarbeitern des Konzerns, haben sich alle Beteiligten über das Forschungsprojekt „Carbon2Chem“ sowie über eine nachhaltige
Ausrichtung des Weltkonzerns insgesamt ausgetauscht. Dazu erklärt NRW-Umweltminister Johannes Remmel: „Der Klimaschutz und die Energiewende sind treibende Kräfte für die Unternehmen, die eigene Produktion nachhaltig aufzustellen. Viele von ihnen wissen, dass sie nur ökonomisch erfolgreich bleiben, wenn sie Klimaschutz als Treiber ihrer Innovationen und damit als Wettbewerbsvorteil begreifen und nachhaltige und innovative Produktionsmechanismen etablieren. Die industrielle Produktion selbst möglichst CO2-frei zu gestalten, ist die ‚Königsdisziplin‘ der Energiewende. Das geht nur mit innovativen, aber sehr kapitalintensiven Technologien. Deshalb müssen wir hier jede mögliche Unterstützung dazu geben. Der Standort Nordrhein-Westfalen ist in dieser Hinsicht Spitzenreiter in Deutschland“, sagt Johannes Remmel.
Dr. Birgit Beisheim, MdL und Sprecherin für Industriepolitik der Grünen-Landtagsfraktion: „Die energieintensiven Industrien, wie wir sie hier im Ruhrgebiet vorfinden, stehen vor einem gravierenden Umbruch auf dem Weg hin zu klimafreundlichen Produktionsverfahren. Das Forschungsprojekt Charbon2Chem des Weltkonzerns Thyssenkrupp, entwickelt die Möglichkeit Hüttengas-Emissionen aufzubereiten und zu nutzen. Kern der Forschungen ist es, die Emissionen, die bei der bisherigen Stahlproduktion als Abfallprodukt in die Umwelt
emittieren, als chemische Rohstoffe industriell weiter zu verwerten. Dabei werden die Gase mit ihren Bestandteilen wie Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff für die chemische Industrie aufbereitet und so dem industriellen Kreislauf wieder zugeführt“, so die Chemikerin.
Nach einer Vorstellung des Projekts durch Dr. Achatz, traten der Umweltminister und die Abgeordnete in einen Austausch mit den anwesenden Mitarbeiter*innen und dem Vorsitzenden der IG-Metall Herr Segerath. Dabei gib es insbesondere um die Zukunft der Schwerindustrie, durch die Etablierung nachhaltiger Produktionsmechanismen. „Wir GRÜNE begrüßen es außerordentlich, dass Industrieverbünde geschaffen werden, um gemeinsam aktiven Klimaschutz auch in der Schwerindustrie zu betreiben. Die Entwicklung neuer Technologien zur besseren Verknüpfung industrieller Prozesse, ist ein essentieller Baustein auf dem Weg in das Zeitalter nachhaltiger Produktion und somit zur Sicherung von Arbeitsplätzen am Standort NRW“, so Beisheim.
Titelbild: Thyssenkrupp, Dr. Reinhold Achatz (Thyssenkrupp) und Umweltminister Johannes Remmel

(ü. Pm.)

wmr kürt innovative Ideen für die Medizinwirtschaft beim Innovationstag auf Zollverein

Der „Innovation Call 2017“ geht ins Finale. Am 3. April präsentieren die zehn nominierten Start-ups beim Innovation Day im Sanaa-Gebäude auf dem Weltkulturerbe Zollverein in Essen ihre Produktentwicklungen. Die jungen Unternehmen der Medizinwirtschaft waren zuvor von einer Jury ausgewählt worden, um ihre eingereichten Ideen umzusetzen. Unterstützt wurden sie dabei von erfahrenen Unternehmern aus der Gesundheitswirtschaft, die sie als Mentoren begleiten. Durchgeführt wird der Wettbewerb von der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr) im Rahmen ihres Projekts Innovationsraum.Ruhr. 41 Bewerbungen waren für den mit 10.000 Euro dotierten Wettbewerb eingangen. Studierende/Absolventen, Start-ups und Unternehmen aus den Kreativbranchen Architektur, Design und Software/Games in ganz Deutschland waren eingeladen, ihre Ideen für die Medizinwirtschaft einzureichen. Unter den zehn ausgewählten Ideen sind innovative Vorschläge wie eine sprechende Unterschenkelprothese, ein elektrischer Rollator und ein mobiler Regenschutz für Rollstuhlfahrer. Informationen unter www.innovationsraum.ruhr

(ü. Pm., idr)

Gutachterausschuss: Bodenrichtwerte 2017 beschlossen

Die Preise für Baugrundstücke im Essener Stadtgebiet sind im vergangenen Jahr im Durchschnitt auf dem erhöhten Niveau des Vorjahres geblieben. Dies zeigt die Indexreihe für Wohnbauland, die der Gutachterausschuss neu erarbeitet hat.

Von 2014 auf 2015 weist die Indexreihe noch eine Preissteigerung von fast 7 Prozent aus. Die vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte zum 01.01.2017 beschlossenen Bodenrichtwerte zeigen in Einzelfällen hiervon abweichende Tendenzen auf, da in diesen auch Entwicklungen in Mikrolagen berücksichtigt werden können. Die Bodenrichtwerte werden im Informationssystem „BORISplus.NRW“ bereitgestellt. Die Nutzung sämtlicher dort bereitgestellter Informationen über den Essener Immobilienmarkt ist kostenfrei.

Was sind Bodenrichtwerte?
Bodenrichtwerte sind Durchschnittswerte für den Wert des Bodens von unbebauten und bebauten Grundstücken. Die Bodenrichtwerte werden in Richtwertzonen abgebildet. Fast 5.800 zonale Bodenrichtwerte spiegeln das Preisniveau von Grundstücken in Essen wider. Der unabhängige Gutachterausschuss ermittelt sie durch Auswertung seiner Kaufpreissammlung. Hierin werden Preisdaten aus allen Kaufverträgen über in Essen verkaufte Immobilien gesammelt. Das Baugesetzbuch verpflichtet alle Notare, dem Gutachterausschuss diese Urkunden zu übersenden. Aktuell sind etwa 5.400 Bodenrichtwerte für Wohnbaugrundstücke und rund 280 Bodenrichtwerte für Gewerbe- und gemischt genutzte Grundstücke definiert. Hinzu kommen etwa 110 Bodenrichtwerte für land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke. Diese Werte geben einen raschen Überblick über das Preisniveau. Das aktuelle Preisgefüge für Wohnbauland im Essener Stadtgebiet ist in Anlage 1 veranschaulicht. Sachverständige, Unternehmen und Banken benötigen sie auch, um den Wert von Immobilien zu ermitteln.

Was hat sich geändert?
Von den 5.376 Bodenrichtwerten für Wohnbauland wurden im Vergleich zum Vorjahr lediglich 21 gesenkt und 300 angehoben. Die Mehrzahl der Steigerungen lag zwischen 10 und 20 Euro je Quadratmeter. Für gewerblich genutzte Grundstücke wurden nahezu alle Bodenrichtwerte in ihrer Höhe beibehalten. Die Bodenrichtwerte für land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke blieben insgesamt unverändert. Der Gutachterausschuss hat in Ergänzung zu den Bodenrichtwerten eine Indexreihe für Wohnbauland erarbeitet (Anlage 3). Hieraus kann die durchschnittliche Preisentwicklung für das Essener Stadtgebiet seit 2005 entnommen werden. Diese Indexreihe soll jährlich fortgeführt werden.

Wo gab es Steigerungen?
Schwerpunkte finden sich in den Stadtteilen Bredeney, Heisingen, Heidhausen und Kettwig. Der höchste Bodenrichtwert für Wohnbauland von 590 Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche liegt im Stadtteil Bredeney.

Wo wurden Bodenrichtwerte gesenkt?
Lediglich 21 Bodenrichtwerte wurden um 5 Euro gesenkt. Betroffen hiervon waren Bodenrichtwertzonen in Dellwig, Karnap und Kray.

Wie ist das allgemeine Preisniveau?
In guten Wohnlagen liegen die Bodenrichtwerte für 1- oder 2-geschossige Bauweise (z.B. Baugrundstücke für Doppelhaushälften oder Reihenendhäuser) im Durchschnitt bei 360 Euro je Quadratmeter, in mittlerer Wohnlage bei 260 Euro und in mäßiger Wohnlage bei 185 Euro jeweils je Quadratmeter Grundstücksfläche. Für Grundstücke des Geschosswohnungsbaus (Mietwohnhäuser und Eigentumswohnungen) lauten die entsprechenden Werte 390, 310 und 205 Euro je Quadratmeter. Die gebietstypischen Werte als Übersicht über die Bodenrichtwerte können der Tabelle in Anlage 2 entnommen werden.

Für klassische Gewerbegrundstücke beträgt der Bodenrichtwert in mittlerer Lage 85 Euro je Quadratmeter. Bodenrichtwerte für Büro- oder Handelsnutzung liegen zum Teil deutlich höher und erreichen in der Innenstadt 6000 Euro je Quadratmeter. Das Bodenrichtwertniveau für Ackerflächen liegt zwischen 3,4 und 4,7 Euro je Quadratmeter, für Wald bei etwa 2 Euro je Quadratmeter.

Wo kann ich Bodenrichtwerte einsehen und was kostet die Nutzung?
Die beschlossenen Bodenrichtwerte sind in BORISplus.NRW (www.boris.nrw.de) verfügbar. BORISplus.NRW ist das zentrale Informationssystem der Gutachterausschüsse und des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte über den Immobilienmarkt in Nordrhein-Westfalen. In dieses Informationssystem überträgt auch der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Essen die von ihm abgeleiteten Daten. Sämtliche Informationen in BORISplus.NRW stehen komplett kostenfrei zur Verfügung. So können beispielsweise für einzelne Bodenrichtwerte amtliche Auszüge in Form einer PDF-Datei erzeugt und anschließend ausgedruckt werden. In diesen Auszügen sind neben dem ausgewählten Bodenrichtwert auch Erläuterungen zum Bodenrichtwert, Kartendarstellungen der Bodenrichtwertzonen und die für die Essener Bodenrichtwertzonen geltenden Fachinformationen zur Ableitung und Verwendung der Bodenrichtwerte enthalten.

Auch die jährlich erscheinenden Grundstücksmarktberichte können kostenfrei heruntergeladen werden. Dies gilt für den Jahrgang ab 2012. Der Grundstücksmarktbericht 2017 wird voraussichtlich im April dieses Jahres vom Gutachterausschuss veröffentlicht und dann ebenfalls in BORISplus.NRW eingestellt.

weitere Informationen:

2017_03_16_Bodenrichtwerte_Anlage_2017
(ü. Pm.)

MIPIM 2017 – Oberbürgermeister stellt wichtige Städtebauprojekte auf der internationalen Immobilienmesse in Cannes vor

Oberbürgermeister Thomas Kufen hat gestern (15.3.) am NRW-Empfang der Wirtschaftsförderung der Metropole Ruhr (wmr) auf der Immobilienmesse MIPIM in Cannes, Frankreich, teilgenommen.

Während eines Round-Table-Gespräches präsentierte Kufen den anwesenden Investoren große Essener Immobilienprojekte, wie das Universitätsviertel und die Quartiersentwicklung im Norden des Krupp-Gürtels „Essen 51.“, und warb für den Immobilienstandort Essen: „Essen liegt im Herzen des Ruhrgebiets und hat viel zu bieten: im Umkreis von 50 Kilometern wohnen rund 8,6 Millionen Menschen – das ist nahezu die Hälfte der Bevölkerung NRWs, Global Player wie RWE, thyssenkrupp, HOCHTIEF oder Aldi Nord haben hier ihren Hauptsitz, rund 12.600 kleine und mittlere Unternehmen prägen unsere Wirtschaft. Mit unserem Titel ‚Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017‘ können wir mit unserer Wandlungsfähigkeit und hohen Lebensqualität punkten.“

Neben Essen warben auf der diesjährigen MIPIM auch die Städte Dortmund, Bochum, Köln und Düsseldorf, vertreten durch ihre Stadtspitzen, auf internationalem Parket für den Immobilienstandort Nordrhein-Westfalen. Das neue Format der wmr ermöglichte erstmals den direkten Austausch der Stadtspitzen mit führenden Vertretern der Branche.

Die MIPIM findet jährlich an insgesamt vier Tagen statt. Sie gilt als wichtigstes Branchenevent mit internationalem Besucherpublikum. Laut Veranstalter nahmen in diesem Jahr rund 23.000 Besucher aus 90 Ländern teil.

Titelfoto: die Oberbürgermeister der Revierstädte (v.l.n.r.) Thomas Kufen (Essen), Thomas Eiskirch (Bochum) und Ulrich Sierau (Dortmund). Foto: Michael Gstettenbauer, NRW.INVEST
(ü. Pm.)