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Ride of Silence am 19. Mai 2021

Ride of silence gedenkt der Fahrradopfer


Am Mittwoch, den 19. Mai, findet in Essen der „Ride of Silence“ zum 4. Mal statt. Es handelt sich um eine Radfahrveranstaltung, die seit 2003 weltweit in immer mehr Städten durchgeführt wird. Ziel ist der im Straßenverkehr getöteten Radfahrer zu gedenken und gleichzeitig auf die vielerorts nach wie vor gefährlichen Bedingungen für Radfahrer speziell im innerstädtischen Verkehr aufmerksam zu machen. Anders als bei den monatlich durchgeführten „Critical Mass“-Radfahrten soll beim „Ride of Silence“ schweigend geradelt werden. Zudem ist es üblich, nach Möglichkeit in
weißer oder zumindest heller Kleidung teilzunehmen. Ausgerichtet wird die Veranstaltung vom ADFC Essen in Zusammenarbeit mit Velo-City-Ruhr und Aktivisten der „Critical Mass“-Bewegung.
Der Start erfolgt um 19:00 Uhr auf dem Weberplatz. Entlang der geplanten Route werden fünf Unfallstellen angefahren, an denen in den letzten Jahren Radler ums
Leben gekommen sind. Bei drei dieser Unfälle waren abbiegende Lkw ursächlich beteiligt, in zwei Fällen war es ein Pkw. An zwei der Unfallorte sind in der
Vergangenheit sogenannte „Ghost-Bikes“ aufgestellt worden. An allen Stellen soll schließlich jeweils eine Gedenkminute für die dort verunglückten Radfahrer eingelegt werden. Die etwa 17 Kilometer lange Strecke ist relativ steigungsarm. Die Tour wird von der Polizei begleitet, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die fünf Unfallorte in zeitlicher Abfolge:

  1. 2002 wurde im Essener Westviertel auf der (damals noch nicht umgestalteten)
    Altendorfer Straße ein völlig korrekt auf dem Gehweg in Richtung Innenstadt fahrendes achtjähriges Mädchen von einem Lkw überrollt, als dieser nach rechts in die Westendstraße abbog. Das Kind hatte keinerlei Chance. Besonders tragisch
    war der Umstand, dass ein dahinter fahrendes zweites Mädchen den sich direkt vor ihm abspielenden Unfall unmittelbar mit ansehen musste. Inzwischen hat die Altendorfer Straße bei der Umgestaltung Radfahrstreifen erhalten.
  2. 2003 wurde im Essener Nordviertel eine Radfahrerin auf dem für Radler freigegebenen Gehweg der Gladbecker Straße von einem in eine Tankstelle einbiegenden Lkw erfasst und so schwer verletzt, dass sie eine Woche später verstarb.
    Bezeichnenderweise hatte der Lkw-Fahrer den unmittelbar davor fahrenden Ehemann noch passieren lassen, die nachfolgende Radlerin dann aber offensichtlich „vergessen“.
  3. 2010 wollte ein im Essener Westviertel auf der Frohnhauser Straße in Richtung Frohnhausen fahrender Lkw-Fahrer nach rechts in den Berthold-Beitz-Boulevard abbiegen. Dabei übersah er ganz offensichtlich einen rechts neben ihm auf dem
    dort befindlichen Radfahrstreifen fahrenden Radfahrer und erfasste diesen in Höhe der Einmündung Berthold-Beitz-Boulevard. Der Radfahrer verstarb noch an der Unfallstelle.
  4. Im Spätsommer 2016 wurde eine 53-jährige Radfahrerin in der Essener Innenstadt am Bismarckplatz beim Überqueren der seinerzeit noch frei geführten Rechtsabbiegespur von der Hindenburgstraße in die Kruppstraße von einem
    Pkw erfasst und so schwer verletzt, dass sie wenige Tage darauf im Krankenhaus verstarb. Die Wucht des Aufpralls lässt vermuten, dass der Pkw-Fahrer
    besagte Rechtsabbiegespur mit scheinbar unverminderter Geschwindigkeit befahren hat. Dabei wird er sich offenbar – so wie dies an solchen Stellen gang und gäbe ist – ausschließlich nach links in Richtung des von dort kommenden Querverkehr orientiert und dadurch die von rechts querende Radlerin übersehen haben. Immerhin hat die Stadt Essen danach reagiert und an besagter Querungsstelle eine Ampel installiert.
  5. Im Mai 2019 wurde im Essener Stadtteil Bochold im Einmündungsbereich Bocholder Straße / Altendorfer Straße eine Radfahrerin bei einem Zusammenprall
    mit einem Auto tödlich verletzt. Das dort aufgestellte GhostBike soll an die bei dem Zusammenprall mit dem Auto tödlich verletzte 62-jährige Radlerin, die als Lehrerin am Gymnasium Borbeck tätig gewesen war, erinnern.

(ü. Pm. ADFC Essen e. V. Foto: Jörg Brinkmann, ADFC)