„Kluges Prinzip der Zusammenarbeit“ im Folkwangmuseum

Am Donnerstag, 7. Dezember 2017, 10 bis 17 Uhr, diskutieren Alexander Kluge und namhafte internationale Gäste über Kluges Prinzip der Zusammenarbeit in einer Reihe von Vorträgen, Lesungen und abschließendem Podium. Der ganztägige Workshop-Marathon „Ginge da ein Wind…“ widmet sich dem Wirken, Denken, Arbeitsweisen und künstlerischen Prozessen des Filmemachers und bildet das Finale der erfolgreichen Veranstaltungsreihe „Im Rausch der Arbeit.“

Zum Abschluss des hochkarätigen Begleitprogramms der aktuellen Kluge-Ausstellung sprechen Richard Langston, University of North Carolina und Leslie Adelson, Cornell University, Christian Schulte, Universität Wien, Rainer Stollmann, Universität Bremen, Bert-Christoph Streckhardt, Stiftung Schloss Friedenstein Gotha sowie die New Yorker Künstlerin Sarah Morris gemeinsam mit Alexander Kluge über das dynamische Werk des Filmemachers und erarbeiten neue Denkansätze.

„Dem All“, sagt Ferdinand von Schirach in seiner Publikation „Die Herzlichkeit der Vernunft. Gespräche mit Alexander Kluge“ (2017), „bedeuten die Begriffe nichts“. Kluges Pluriversum hingegen ist voll von wiederkehrenden und rätselhaften Begriffen, Ideen und Bildern. Die Ausstellung „Alexander Kluge. Pluriversum“ (bis 7.1.2018) und die Veranstaltungsreihe „Im Rausch der Arbeit“ bieten nicht nur einen Einblick in seinen Kosmos, sie sind zugleich seine Gedankenwerkstatt. Alexander Kluge kollaboriert mit Gleichgesinnten, kombiniert Filme, Texte und Objekte zu neuen Konstellationen und verleiht ihnen aus dem daraus resultierenden Dialog einen neuen Sinn. Dieses Prinzip der Kooperation steht im Vorder-grund des Workshop-Marathons: Frei nach dem Motto „Keiner ist alleine schlau genug“ dienen Vorträge, Lesungen und Podium dazu neue Projekte zu entwickeln, bei deren Entstehung das Publikum eingeladen ist, sich jederzeit einzubringen.

Information

Do, 7.12., 10-17 Uhr und 19-20:30 Uhr

„Ginge da ein Wind…“

Ganztägiger Workshop-Marathon

Karl Ernst Osthaus-Saal und Gartensaal, Teilnahmebeitrag: 10 Euro, ermäßigt: 5 Euro

Tickets online unter www.museum-folkwang.de sowie an der Museumskasse erhältlich.

Die Veranstaltungsreihe „Im Rausch der Arbeit“ wird gefördert durch die Stiftung Mercator und die Innogy-Stiftung.

Programm:

10 Uhr              Begrüßung
Vortrag von Leslie Adelson

Cosmic Miniatures and the Future Sense: On ‘Saturday in Utopia’ with Alexander Kluge (Vortrag auf Englisch, Diskussion auf Deutsch)

11 Uhr              Kaffeepause

11:15 Uhr          Veranstaltungen laufen parallel

Vortrag: Richard Langston

Kluges gravitatives Denken, das Schicksal der Arbeit und die Technik des Glück bringenden Lichts

Impulsreferat in der Ausstellung: Bert-Christoph Streckhardt

Der gestirnte Begriffshimmel über mir und das moralische Gesetz in mir. – Vom Wort zur Werkstatt.

Dreharbeiten: Alexander Kluge und Sarah Morris
Die erste Unterwasseroper der Welt

12:30 Uhr          Mittagspause

14 Uhr              Rainer Stollmann: Über Kooperation. Keiner ist alleine schlau genug

14:30 Uhr          Lesung und Kommentar: Alexander Kluge und Leslie Adelson

Mit Alexander Kluge zu den Sternen

Impulsreferate und Diskussionen:

15 Uhr              Christian Schulte

15:30 Uhr          Richard Langston und Bert-Christoph Streckhardt

16 Uhr              Richard Langston und Alexander Kluge

16:30 Uhr          Sarah Morris und Alexander Kluge

19 Uhr              Abschlusspodium mit Alexander Kluge und Gästen

FREIER EINTRITT | ADMISSION FREE

Der Eintritt in die ständige Sammlung ist frei. ……………………………………………………………………………

AKTUELL | WHAT’S ON

Balthasar Burkhard | bis 14. Januar 2018

Unterstützt durch | Supported by E.ON SE
Gefördert von | Funded by Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia

 Alexander Kluge. Pluriversum | bis 7. Januar 2018

Gefördert von | Funded by Kulturstiftung des Bundes und Kunststiftung NRW

 

Niklaus Troxler. Jazz’n’more – Plakate | bis 14. Januar 2018

Gefördert von | Funded by Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia

 

Catharina van Eetvelde. Ilk  | bis 14. Januar 2018

Gefördert von | Funded by Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Titelfoto: Fotonachweis: © Kairosfilm

 

Nofretete, Ramses und Osiris

Vom 30. September 2017 bis 2. April 2018 zeigt das Museum Folkwang erstmalig seine ägyptische Sammlung. Mit 150 Objekten bietet die Präsentation  „Nofretete, Ramses und Osiris“ einen großen Überblick über die künstlerische und kunsthandwerkliche Produktion des Alten Ägypten.  

Am Sonntag, 26. November 2017, 13 Uhr, findet die erste von drei öffentlichen Themenführungen in der Präsentation „Nofretete, Ramses und Osiris. Die Ägyptische Sammlung“ im Museum Folkwang statt. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten – wie „Die ägyptische Götterwelt“ (26.11.2017), „Gefäße aus Stein, Ton und Alabaster“ (7.1.2018) oder „Wider den bösen Blick: Das Udjat-Auge und andere magische Amulette“ (25.2.2018) – führt die Ägyptologin Dr. Carola Nafroth aus Münster durch die ägyptische Sammlung. Die Führungen beginnen jeweils mit einem Überblick zu den ausgestellten Exponaten und vertiefen die Betrachtung anhand eines speziellen Themas aus Kunst und Alltag im Alten Ägypten.

Das Museum Folkwang zeigt erstmalig mit „Nofretete, Ramses und Osiris“ vom 30. September 2017 bis 2. April 2018 seine ägyptische Sammlung vollständig. Die Sammlung umfasst 150 Objekte von den Anfängen der ägyptischen Zeit (3100 – 3000 v. Chr.) bis in die römische Zeit (300 v. Chr. bis 300 n. Chr.) und bietet einen großen Überblick über die künstlerische und kunsthandwerkliche Produktion des Alten Ägypten – darunter Spitzenwerke wie der Kopf der ägyptischen Königin Nofretete aus dem 13. Jh. v. Chr. Präsentiert wird die Sammlung aktuell im „Helm/Helmet/Yelmo“ des kubanischen Künstlerduos Los Carpinteros.

Information:
Öffentliche Themenführungen Im Land der Pharaonen
Mit Dr. Carola Nafroth, Ägyptologin und Koptologin (Münster)

So, 26.11.2017, 13 Uhr
„O Isis und Osiris!“: Die ägyptische Götterwelt

So, 7.1.2018, 13 Uhr
Leben und Tod am Nil: Gefäße aus Stein, Ton und Alabaster

So, 25.2.2018, 13 Uhr
Wider den bösen Blick: Das Udjat-Auge und andere magische Amulette

Teilnahmebeitrag: 3 € / 1,50 € / Mitglieder des Kunstring Folkwang frei. Teilnahmesticker ab einer Stunde vor Führungsbeginn an der Kasse erhältlich. Begrenzte Teilnehmerzahl.
FREIER EINTRITT

AKTUELL

Balthasar Burkhard | bis 14. Januar 2018

 Alexander Kluge. Pluriversum | bis 7. Januar 2018

Niklaus Troxler. Jazz’n’more – Plakate | bis 14. Januar 2018

 Catharina van Eetvelde. Ilk  | bis 14. Januar 2018

6 1/2 Wochen. Jianping He  – Raster | bis 10. Dezember 2017

 

 

Jianping He mit „Raster“ im Museum Folkwang

Vom 26. Oktober – 10. Dezember 2017 zeigt das Museum Folkwang Plakatarbeiten des chinesisch-deutschen Designers Jianping He im Rahmen des Ausstellungsprojekts „6 ½ Wochen“. In der Präsentation „Raster“ bedient sich der Designer des künstlerischen Gestaltungsmittels der Raster und hinterfragt so das Verhältnis von angewandter und bildender Kunst. Für die fünfte Präsentation des Ausstellungsformats „6 ½ Wochen“ entwickelt Jianping He Plakate, die sich darüber hinaus im Spannungsfeld zwischen asiatischer und europäischer Plakattradition bewegen.

Titelfoto: Jianping He, Blatt 2/5 aus der Serie Fusion, 2017, © Jianping He 2017

„Belastendes Erbe“ – Luthers Judenfeindschaft und die evangelische Kirche

Vortrag von Professor Marcel Nieden am Donnerstag, 26. Oktober, um 19 Uhr im Seminarraum der Alten Synagoge. Der Eintritt ist frei.

Dass sich die Nationalsozialisten im Dritten Reich zur Legitimierung ihrer antisemitischen Gewaltexzesse auf die späten judenpolitischen Ratschläge Luthers beriefen, stellt für Christinnen und Christen, deren religiöses Selbstverständnis dem Wittenberger Reformator wesentliche Einsichten verdankt, eine schwere Hypothek dar. Der Vortrag „Belastendes Erbe“ von Professor Marcel Nieden, Universität Duisburg-Essen, erkundet, wie die evangelische Kirche und Theologie in Deutschland nach 1945 mit dem Vermächtnis der judenfeindlichen Äußerungen Luthers umgegangen sind und das spannungsreiche Judenkonzept des Reformators gegenwärtig diskutieren.

Über den Referenten:

Marcel Nieden wuchs in Darmstadt auf und studierte evangelische Theologie in Neuendettelsau, Erlangen und Heidelberg. Er habilitierte sich in Kirchengeschichte und lehrt seit 2011 Evangelische Theologie mit dem Schwerpunkt Historische Theologie an der Universität Duisburg-Essen.

Sefardische Lieder mit dem „Duo CoraSon“ in der Alten Syangoge

Das „Duo CoraSon“ aus Berlin gastiert am Sonntag, 22. Oktober in Essen: Gitta Hübner und Martin Lenz spielen sefardische Lieder: „Die Lieder, zu denen es uns besonders hinzieht, und die gewissermaßen das Herzstück unseres Repertoires bilden. Sefarad ist der hebräische Ausdruck für Andalusien oder Spanien.

Das sind Lieder aus der jahrhundertealten spanisch-jüdischen Tradition. In ihnen treffen sich auf wunderbar verdichtete Weise die Erfahrungen eines Daseins unter besonderen Bedingungen: das Leben auf fremder Erde, die dennoch Heimat wird; das Zusammenfließen mit anderen Völkern, Sprachen, Klängen…; das latente oder akute Bedrohtsein, welches immer wieder Loslassen fordert von Hab und Gut und geliebten Menschen; das starke Gewahrsein, sein eigentliches Zuhause im Geistigen zu haben, in der Sprache, in den Liedern… Diese Lieder sind wie ein edler alter Wein: gereift über viele Jahrhunderte und gewonnen aus kostbaren Zutaten. In ihnen verbinden sich arabische Rhythmen und Skalen mit spanischen Harmonien und Liedformen, und die kraftvollpoetischen Worte der spanischen Sprache mit dem jüdischen Blick auf das Leben.“

1492 stellten die kastilische Königin Isabelle und König Alfons die Juden vor die Wahl: Taufe oder Flucht. Die nach Portugal Geflüchteten wurden 1496 zwangsgetauft. Die Vertriebenen wandten sich nach Nordafrika, Italien und ins Osmanische Reich. Das Schicksal derer, die Sefarad verlassen, und das derer Nachfahren, ist unendlich vielfältig. Und zugleich hat es eine erstaunliche Gemeinsamkeit: das persönliche Gefühl, s e f a r d i s c h e r Jude zu sein, die Sehnsucht nach der schönen alten Heimat wird über unzählige Generationen bis ins 20. Jahrhundert mitgenommen, zusammen mit den alten Bräuchen und Liedern und dem mittelalterlichen Spanisch, Ladino genannt.

Über das „Duo CoraSon“:

Gitta Hübner und Martin Lenz studierten an der Humboldt-Universität zu Berlin (Musikerziehung/ Kultur-und Musikwissenschaft). Sie leben heute als freiberufliche Künstler in Berlin und arbeiten auf verschiedenen Gebieten und in unterschiedlichen Projekten. Ihr Duo hat sich seit 2010 zu ihrem künstlerischen Herzensprojekt entwickelt, das sie in Konzertsäle, Kirchen, Synagogen und bis nach Granada/ Andalusien ins Centro Memoria Sefardí geführt hat.

Sonntag, 22. Oktober, um 17 Uhr im Hauptraum der Alten Synagoge. Der Eintritt ist frei.

Corazon (span. Herz) und Sonido (span. Klang) ergibt CoraSon. Mehr unter www.corason.de.

CD: Duo CoraSon, Liebeslieder, Berlin 2015.

Öffentliche Führung im Haus der Essener Geschichte

Das Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv am Ernst-Schmidt-Platz 1 (ehemalige Luisenschule am Bismarckplatz) bietet am Mittwoch, 18. Oktober, um 16 Uhr die nächste kostenlose öffentliche Führung durch die Dauerausstellung „Essen.Geschichte einer Großstadt im 20. Jahrhundert“ an.

Die Ausstellung informiert spannend und informativ über die letzten 100 Jahre Stadtgeschichte von der Kaiserzeit bis zum Kulturhauptstadtjahr 2010.

Öffentliche Führungen finden jeden Mittwoch um 16 Uhr und an jedem ersten Sonntag im Monat um 15 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Öffentliche Führung im Haus der Essener Geschichte

Das Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv am Ernst-Schmidt-Platz 1 (ehemalige Luisenschule am Bismarckplatz) bietet am Mittwoch, 4. Oktober, um 16 Uhr, die nächste kostenlose öffentliche Führung durch die Dauerausstellung „Essen.Geschichte einer Großstadt im 20. Jahrhundert“ an.

Die Ausstellung informiert spannend und informativ über die letzten 100 Jahre Stadtgeschichte von der Kaiserzeit bis zum Kulturhauptstadtjahr 2010.

Öffentliche Führungen finden jeden Mittwoch um 16 Uhr und an jedem ersten Sonntag im Monat um 15 Uhr statt.

Folkwang Kustos Mario-Andreas von Lüttichau geht in den Ruhestand

Nach 26 Jahren als Kustos für die Sammlung 18. bis 21. JahrTitelfoto: hundert am Museum Folkwang geht Mario-Andreas von Lüttichau in den Ruhestand.

Oberbürgermeister Thomas Kufen verabschiedete den langjährigen Mitarbeiter des Museum Folkwang am Freitag (29.9.) im Rathaus und dankte ihm für sein langjähriges Engagement: „Sie haben sich hervorragend um all die Meisterwerke, für die der Name Folkwang in aller Welt berühmt ist, gekümmert. Ihre Ausstellungen zogen die Kunstliebhaber von nah und fern in Scharen an und werden nachhaltig in Erinnerung bleiben.“

Mario-Andreas von Lüttichau, Jahrgang 1952, studierte Kunstgeschichte an der Universität München, wo er 1983 promovierte. Es folgten Stationen als wissenschaftlicher Assistent und Fellow in München, Berlin, Santa Monica, Kalifornien und Bonn. 1987 rekonstruierte Mario von Lüttichau die Münchner Ausstellung Entartete Kunst von 1937. Seitdem publizierte er unter anderem zu den Themen Entartete Kunst, Provenienzforschung und Sammlungsgeschichte im In- und Ausland. 1998 wurde er Berater für die Kunst- Sammlung der Sparkasse Essen und hat seit 2007 einen Lehrauftrag am kunsthistorischen Institut der Universität Bonn für Museologische FührungskonTitelfoto: zepte und Nach 26 Jahren als Kustos für die Sammlung 18. bis 21. Jahrhundert am Museum Folkwang geht Mario-Andreas von Lüttichau in den Ruhestand.kuratorische Modelle. Seit 2010 ist er Mitglied, seit 2014 Vorsitzender des Kuratoriums für die Kunstsammlung der Franz Haniel & Cie., Duisburg.

Nach 26 Jahren als Kustos für die Sammlung 18. bis 21. Jahrhundert am Museum Folkwang geht Mario-Andreas von Lüttichau in den Ruhestand.Seit 1991 war Herr von Lüttichau am Museum Folkwang als Kustos für die Sammlung 18. bis 21. Jahrhundert zuständig. Er initiierte, entwickelte und organisierte Ausstellungen und Publikationen zur Kunst des 19. Jahrhunderts, zur klassischen Moderne, insbesondere zu den Künstlern der Künstlergemeinschaft Die Brücke, dem Blauen Reiter, zur Gruppe ZERO und Künstlern des Informel sowie zu Ferdinand Hodler, Max Pfeiffer Watenphul, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer und Max Beckmann.

Titelfoto: Oberbürgermeister Thomas Kufen und Kustos Dr. Mario-Andreas von Lüttichau. Foto: Peter Prengel

„Ein deutscher Blick auf Polen heute“ im „Donnerstagsgespräch“ der Alten Synagoge mit Professor Werner Benecke

In der Reihe „Donnerstagsgespräch“ der Alten Synagoge Essen wirft Professor Werner Benecke, Europa Universität Viadrina, Frankfurt an der Oder, am Donnerstag, 7. September, einen „deutsche[n] Blick auf Polen heute“:

In Folge der politischen Wende nach 1989 hat sich Polen stark verändert. Der Beitritt zur Europäischen Union (2004) und zur Nato (1999) verändern Wirtschaft und Gesellschaft. Die Beziehung des demokratischen Polen zur Vergangenheit muss neu erarbeitet werden. Vor 1939 waren zehn Prozent der Gesamtbevölkerung und ein Drittel der Warschauer jüdisch. Wie stellt man sich in Polen heute zu diesem Teil der polnischen Geschichte?

Politische Lager bildeten sich nach 1990 aus. Heute ist eine konservative und national gesinnte Regierung an der Macht. Ihr Vorgehen im letzten Jahr bezüglich der Justiz und der Presse hat vielerorts Aufsehen erregt. Eine konservativ inspirierte Veränderung des Abtreibungsgesetzes wurde durch massive Proteste von Frauen jüngst gestoppt: Wie sind diese Veränderungen der politischen Landschaft Polens zu beurteilen? Wie steht die neue Regierung zu Deutschland? Wie will sie Einfluss auf die Darstellung der Geschichte nehmen: Wie sind die Vorfälle um das neue Museum in Danzig zu bewerten? Wir hat sich das Bild der Polen von den Deutschen seit 1990 entwickelt?

Professor Werner Benecke wurde in Braunschweig geboren und studierte in Göttingen, wo er auch habilitierte. Er lehrt seit 2006 an der Europa Universität Viadrina-Frankfurt an der Oder zu Gegenständen der mittel- und osteuropäischen Geschichte im polnisch-russisch-deutschen Kontext. Seine Universität kooperiert eng mit polnischen Akademien und hat viele Studierende aus Polen.

Am Donnerstag, 7. September, um 19 Uhr im Seminarraum der Alten Synagoge. Der Eintritt ist frei.

Sommer Spezial schließt mit „Flower Power“

Am 25. August, 18 Uhr findet die letzte Kuratorenführung der Reihe Sommer Spezial im Museum Folkwang statt. René Grohnert, Leiter des Deutschen Plakat Museums, besucht mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern die aktuelle  Sonderausstellung „San Francisco 1967. Plakate im Summer of Love“.

Zum 50. Jubiläum des Summer of Love widmet das Deutsche Plakat Museum der Hippie-Kultur in diesem Sommer eine umfangreiche Ausstellung. René Grohnert weist in seiner Führung „Flower Power“ anhand der floralen Ornamente auf die Parallelen zwischen Jugendstil und Hippie-Kultur hin. Zum Ausklang der Führung wird im Museumsgarten zum persönlichen Gespräch mit dem Kurator geladen und ein kostenloses Getränk gereicht.

Bild:
Alton Kelley & Standley Mouse Jim Kweskin and his Jug Band, Big Brother and the Holding Company, San Francisco (Avalon Ballroom), 1966 © 2017 Rhino Entertainment

Termin
Freitag, 25. August, 18 Uhr
Flower Power – Florale Ornamente in Jugendstil und Hippie-Kultur
Mit René Grohnert, Leiter Deutsches Plakat Museum

Essen, – 22. August 2017. Information

Kuratoren führen – Sommer Spezial
Teilnahmebeitrag: 3 € / 1,50 € / Kunstring Folkwang frei. Begrenzte Teilnehmerzahl.

FREIER EINTRITT

AKTUELL | WHAT’S ON

San Francisco 1967. Plakate im Summer of Love | bis 3. September 2017

Arwed Messmer. RAF – No Evidence / Kein Beweis | bis 3. September 2017

Gefördert von | Funded by Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

 Peggy Buth. Vom Nutzen der Angst | bis 3. September 2017

Gefördert von | Funded by Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

 

Öffentliche Führung im Haus der Essener Geschichte – kostenlos am 2. Juli

Das Haus der Essener Geschichte/ Stadtarchiv am Ernst-Schmidt-Platz 1 (ehemalige Luisenschule am Bismarckplatz) bietet am Sonntag, 2. Juli, um 15 Uhr eine kostenlose öffentliche Führung durch die Dauerausstellung „Essen.Geschichte einer Großstadt im 20. Jahrhundert“ an.

Die Ausstellung informiert spannend und informativ über die letzten 100 Jahre Stadtgeschichte von der Kaiserzeit bis zum Kulturhauptstadtjahr 2010.

Öffentliche Führungen finden jeden Mittwoch um 16 Uhr und an jedem ersten Sonntag im Monat um 15 Uhr statt.

(ü. Pm.)

„50 Jahre nach dem Sechs-Tage-Krieg“ – Donnerstagsgespräch in der Alten Synagoge

In der Reihe „Donnerstagsgespräch“ in der Alten Synagoge referiert Karl H. Klein-Rusteberg über „50 Jahre nach dem Sechs-Tage-Krieg – Deutsche Wahrnehmungen Israels im Lichte der historischen Zäsur 1967“.

Nicht allein für die Nahost-Region gilt der Sechs-Tage-Krieg im Juni 1967 als tiefer geschichtlicher Einschnitt. Mit den Ergebnissen des Krieges verändert sich die Wahrnehmung der Nahost-Region, der arabischen Staaten und Israels weltweit.

Mit dem Blick auf Israel sind die Gesellschaften und politischen Gemeinwesen des Westens auch auf ihre Selbstwahrnehmung zurückgeworfen. Im Verhältnis zu Israel als jüdischem Staat spiegelt sich immer auch das Verhältnis des modernen, Nach-Holocaust-Deutschland zu sich selbst. Mit den Umbrüchen der Nahost-Region durch den Sechs-Tage-Krieg verändert sich das Verhältnis Deutschlands zu Israel.

Mit dem Krieg und seinen Folgen gerät das geschichtliche Muster der Interpretation der Konflikte in Nahost mehr und mehr zu einer Deutung eines Konfliktes zwischen „Erster“ und „Dritter“ Welt. In der (weltweiten) öffentlichen Wahrnehmung wird Israel mehr und mehr vom „David“ zum „Goliath“ (des Westens).

Diesem Wandel in der Wahrnehmung geht der Referent in seinem Vortrag nach und fragt, inwiefern die Zeit nach dem historischen Kalten Krieg – also nach 1989/91 – abermals das Bild Israels und die Politik gegenüber Israel beeinflusst oder gar weitreichend verändert hat. Der Sechs-Tage-Krieg als Zäsur der Nachkriegsgeschichte ist auch hierfür ein Ausgangspunkt.

Am Donnerstag, 29. Juni, um 19 Uhr im Seminarraum der Alten Synagoge. Der Eintritt ist frei.