CDU-Fraktion fordert Sicherheitskonzept für den Stadtgarten

Mit einem Sicherheitskonzept für den Essener Stadtgarten wollen die Christdemokraten die Dealer-Kriminalität bekämpfen und fordern das Ordnungsamt und die Polizei mit einer konsequenten Null-Toleranz-Strategie tätig zu werden.

Dazu die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Barbara Rörig: „Wenn unweit einer Schule, eines Spielplatzes, mitten im Stadtgarten die Spaziergänger benutzte Nadeln und andere Hinterlassenschaften der Süchtigen finden, gar vor deren Augen gedealt wird, muss sofort gehandelt werden. Dieser Zustand ist nicht länger hinnehmbar. Wir werden den Stadtgarten nicht den Kriminellen überlassen. Die CDU-Fraktion Essen fordert deshalb die Ordnungsbehörde und auch die Polizei alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen und konsequent durchzugreifen. Wenn wir weiterhin das grüne Herz unserer Innenstadt als beliebten Erholungspark beibehalten wollen, müssen wir dort für Sicherheit und Ordnung sorgen. Zugegeben, der Park ist viel zu groß um jede Ecke mit Kameras beobachten zu können. Dennoch sollte im Rahmen eines Sicherheitskonzepts u.a. geprüft werden, wo strategisch wichtige Punkte sind, die für eine Videoüberwachung Sinn machen könnten. Denn am Rheinischen Platz haben wir gesehen, welch abschreckende Wirkung die Videoüberwachung auf Drogendealer hat und das sollten wir nutzen.“

(ü. Pm.)

Zukunft Grugabad: Ideensammlung startet gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern

Das im Sommer 1964 eröffnete Grugabad gehört mit zu den besonderen Sportstätten in Essen und der gesamten Metropolregion. In den Anfängen konnten rund 350.000 Besucher pro Jahr gezählt werden, über die Jahre hat sich das Bad zu einer nicht mehr wegzudenkenden Einrichtung rund um die Schwimmkultur im „Revier“ entwickelt. Heute hat sich das Sport- und Freizeitverhalten geändert. Das Grugabad erreicht längst nicht mehr die Besucherzahlen aus den Hochzeiten des Schwimmbetriebes. „Mit einem festgestellten Sanierungsbedarf von rund 15 Millionen Euro und rückläufigen Besucherzahlen bleibt deshalb die Frage, wie wir uns die Zukunft des Grugabades vorstellen können“, so Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Ganz bewusst wollen wir deshalb jetzt ein breites Beteiligungsverfahren initiiert, welches bis zum Herbst 2017 durchgeführt und eine Ideensammlung von Experten und der Bürgerschaft hervorbringen wird.“

Los geht es nun mit ergebnisorientierten Workshops und öffentlichen Foren, bei denen gemeinsam mit Experten die Chancen, Perspektiven und Leitideen für die größte, zusammenhängende Freibadfläche in Essen herausgearbeitet werden. Außerdem können Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen und Anregungen per E-Mail einreichen. Die Beteiligung beginnt mit dem ersten Workshop und dem Forum „Impulse“ am 29. Juni 2017.

Ziel ist es, eine ergebnisoffene und breite Diskussion auf Augenhöhe zu schaffen, wichtige Anregungen und Ideen aufzunehmen und mit den erarbeiteten und diskutierten Erkenntnissen die weiteren Schritte zu planen.

Zu den drei Workshops ist eine Anmeldung erforderlich. Hier wird jeweils in drei moderierten Teams konkret an den Ideen zum Grugabad gearbeitet. Anmeldungen zu der gesamten Workshopkette am 29. Juni 2017 und am 14. und 15. September 2017 (Anmeldeschluss 22.06.2017) können ab sofort unter der angegebenen Internetadresse www.essen.de/stadtplanung erfolgen. Die Kapazitäten sind begrenzt. Unter der Internetadresse sind auch alle Termine und Informationen zum Beteiligungsprozess abrufbar.

Die Teilnahme an den Foren 1 bis 3 ist öffentlich und ohne Anmeldung möglich. Diese dienen zur Vorstellung von Vorbildprojekten und Diskussion der konkreten Ideen für das Essener Grugabad mit einem ständigen Informationsaustausch zwischen den Experten und Moderatoren und der Öffentlichkeit.

Ideen können auch per E-Mail eingereicht werden: grugabad_essen@fsw-info.de

Termine im Überblick:

  • FORUM 1 – IMPULSE
    (ÖFFENTLICH)
    29.06.2017 | 18 Uhr
    Saal Rheinland, Congress Center Süd;
  • WORKSHOP 1 (nur mit Anmeldung)
    29.06.2017 | 14 bis 18 Uhr
  • FORUM 2 – IDEEN
    (ÖFFENTLICH)
    14.09.2017 | 18 Uhr
    Saal Rheinland, Congress Center Süd;
  • WORKSHOP 2 (nur mit Anmeldung)
    14.09.2017 | 10 bis 18 Uhr
  • FORUM 3 – PERSPEKTIVE
    (ÖFFENTLICH)
    19.10.2017 | 18 Uhr
    Forum 3: Foyer Erdgeschoss Congress Center West;
  • WORKSHOP 3 (nur mit Anmeldung)
    15.09.2017 | 10 bis 15 Uhr

Eröffnungsfest zum umgestalteten Nordpark

Dass einer der ältesten Parks der Stadt alles andere als alt aussehen muss, dafür ist in den vergangenen Monaten einiges getan worden. Der Nordpark im Stadtteil Altenessen-Süd erstrahlt nach der großen, mehrmonatigen Umgestaltung in neuem Glanz und präsentiert sich nun als Treffpunkt für alle Generationen: Neu angelegte Wege, integrierte, zeitgemäße Spiel- und Sportflächen, ein modernes Bepflanzungskonzept und neu gestaltete Beete und Flächen laden zum Spielen, Entspannen und Verweilen ein.

Die ganze Vielfalt des umgestalteten Nordparks lässt sich beim großen Eröffnungsfest erleben: Mit einem bunten Angebot für alle Altersgruppen – von der Spielplatzrallye bis zum Kletterkurs oder einer Galerie zur Stadtteilgeschichte – wird der Nordpark den Essenerinnen und Essenern übergeben.

Am Freitag, 9. Juni, von 14 bis 18 Uhr, im Nordpark, Gneisenaustraße

(ü. Pm.)

Aufruf zur Straßenbaumbewässerung

Auch wenn die Wässerung der gepflanzten Jungbäume im Stadtgebiet durch die von Grün und Gruga beauftragten Firmen gut funktioniert, freut sich der städtische Eigenbetrieb, wenn die Bürgerinnen und Bürger ihren grünen Daumen unter Beweis stellen und ergänzend den einen oder anderen Eimer Wasser für die Jungbäume an den Straßen (und anderswo) erübrigen könnten. Im Idealfall könnten die hilfsbereiten Bürgerinnen und Bürger mindestens fünf mal zehn Liter je Baum hintereinander in den Gießring – der kleine Erdwall am Stammfuß – schütten.

Zum Hintergrund: Nach dem Orkan „Ela“ wurden bereits zahlreiche Bäume nachgepflanzt, viel mehr als in „normalen“ Jahren. Bei so einer Trockenheitswelle sind den „Grünfirmen“ und Grün und Gruga logistisch (trotz aller Bemühungen) leider Grenzen gesetzt.

(ü. Pm.)

Redewendungen ins Bild gesetzt – Ausstellung von Erika Jagau in der Orangerie des Grugaparks

Die Essener Fotografin Erika Jagau hat ein außergewöhnliches Thema für ihre Fotoausstellung im Grugapark gewählt: Redewendungen. Genauso wie Sprichwörter sind sie ein wichtiger Teil und Ausdruck unseres kulturellen Erbes.

In passenden Situationen bringen die gelernten Sätze eine Sache genau auf den Punkt, wo sonst eine umständliche und wortreiche Umschreibung nötig gewesen wäre. Sie lassen sich bis in die Antike zurückverfolgen, werden in der Alltagssprache verwendet, tauchen in den Medien, selbst in der Literatur auf. Beispiele für ihre in Fotos umgesetzte Sprichwörter sind: „Morgenstund hat Gold im Mund“, „In die Röhre gucken“, „Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn“ oder „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“.

Die Ausstellung ist noch bis Samstag, 12. März, in der Orangerie des Grugaparks zu sehen.
(ü. Pm.)

Eschentriebsterben – massive Baumfällungen auch in Essen unumgänglich (Audio)

Das Phänomen „Eschentriebsterben“ hat sich europaweit zu einem massiven Problem entwickelt. In Deutschland ist es seit etwa 2002 nachgewiesen, nachdem viele unserer Nachbarländer bereits seit Mitte der 1990er Jahre davon betroffen sind. Auch in Essen gibt es massive Schäden zu beklagen.
Das Eschentriebsterben ist erkennbar an auffälligen Triebschäden in vorerst jüngeren Kronenteilen. Kommt es zum wiederholten Befall, ist auch ein Ausfall ganzer Kronenteile bis zum Totalausfall des Baumes zu beobachten. Dann besteht dringender Handlungsbedarf, weil herabfallende Ast- und Kronenteile eine Gefährdung darstellen.

In einem Ortstermin von Grün und Gruga Essen und der Bezirksregierung Düsseldorf erklärten die Experten den Hintergrund dieser Erkrankung und den notwendig gewordenen Sanierungsschritten.

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Die Tage dieser Eschen sind gezählt…

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Nicht alle Eschenarten sind gefährdet. Diese Exemplare sind vor dem Fällkommando geschützt.

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Den eigentlichen Pilz kann von von außen nicht erkannt werden.

In der Aufnahme kamen zu Wort:
EschensterbP3Jörg Matthes, Bezirksregierung Düsseldorf, Dezernat 54 (Wasserwirtschaft, einschließlich anlagenbezogener Umweltschutz),

EschensterbP1Arne Thun, Baumsachverständiger Grün und Gruga Essen,

EschensterbP2Martin Langkamp, Forstbetriebsbezirk Ruhrtal

zur Vertiefung:

  1.  EschentriebsterbenGALK
  2. EschentriebsterbenHandlungsempfehlungen

(stk., u. ü. Pm.)

 

Seatown Seven – Jazz, Swing & Dixie

Die Seatown Seven Hot Jazz aus Wuppertal ist eine der ältesten Jazzkapellen in Deutschland und hat in den letzten Jahrzehnten an vielen Festivals im In- und Ausland teilgenommen. Die inzwischen generationsübergreifende Besetzung bietet eine weitreichende musikalische Palette, die vom klassischen New-Orleanstil, über Hot Jazz bis zum frühen Swing reicht. Die ausgeprägte Professionalität in Klang und Improvisation machen den unverkennbaren Seatown-Seven-Sound aus. Gespielt werden beliebte Titel wie Sweet Georgia Brown, Honeysuckle Rose, Tell Me Your Dreams und viele mehr.

Konzert am Sonntag, 17. Juli, um 15 Uhr im Musikpavillon des Grugaparks. Der Eintritt ist – bis auf den Parkeintritt – frei.

(ü. Pm.)

Trolle und neugierige kleine Hexen – Kindertheaterprogramm im Grugapark am Wochenende

Am Samstag, 16. Juli, und Sonntag, 17. Juli, jeweils um 15 Uhr im großen Theater- und Spielpavillon an der Ballspielwiese im Grugapark. Der Eintritt ist – bis auf den Parkeintritt – frei.

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Auch am 2. Ferienwochenende lädt der Grugapark kleine und große Theaterliebhaber in den Theater- und Spielpavillon zum Kindertheater ein.

Am Samstag, 16. Juli, ist ein kleiner Troll die Hauptfigur in der Inszenierung des Theaters Petersilie. Alles beginnt mit einem alten Paket, das Aki von seinem Urgroßvater, der mit Socken aus aller Welt handelte, geerbt hat. In dem Paket kuschelt sich zwischen all den Socken ein kleines Zauberwesen, ein kleiner, süßer Troll.

Eine neugierige, kleine Hexe namens Lisbeth fliegt am Sonntag, 17. Juli, um 15 Uhr durch den Theater- und Spielpavillon. Als bei ihrer stürmischen Landung der Hexenbesen zerbricht, macht sie eine tolle Erfahrung.

Blick hinter die Kulissen des Botanischen Gartens

Einen erlebnisreichen Blick hinter die Kulissen bietet der Botanische Garten des Grugaparks allen Besucherinnen und Besuchern am Sonntag, 26. Juni, von 11 bis 18 Uhr: Probieren, testen und Fragen stellen ist ausdrücklich gewünscht.

Die Besucherinnen und Besucher erleben die ganze Vielzahl der im Park lebenden Pflanzen, sehen, was sich alles daraus herstellen lässt und erfahren, welche Maschinen bei der täglichen Arbeit im Park eingesetzt werden.
Es gibt mehrere Stationen auf einem Rundgang: die drei Pflanzenschauhäuser mit dem Tropischen Regenwald, dem Bergnebelwald und den Sukkulenten, den Staudengarten, den Bauern- und Kräutergarten, den Rosengarten sowie eine Station mit Maschinen und Fahrzeugen.

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Im Staudengarten wachsen viele tausend Pflanzenarten aus Asien, Amerika und Europa. Lupinen, Rittersporn, Fackel-Lilie, Gauklerblume, Götterblume, Mammutblatt… um nur einige Beispiele zu nennen. Im Lindenrund binden die Grugapark-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter wunderschöne Sträuße aus Blüten und anderen Pflanzenteilen und geben den Besucherinnen und Besuchern auch Planungs- und Pflegetipps für ihre häuslichen Gärten.

(ü. Pm.)

Grün und Gruga kehrt zurück unter das Dach der Stadtverwaltung

Grün und Gruga Essen wird rückwirkend zum 1. Januar 2016 wieder zu einem Fachbereich der Stadt Essen und ist damit nach 14 Jahren wieder Teil der Kernverwaltung.

Das Grünflächenamt und der Grugapark sind seit dem 1.1.2002 zu einer eigenbetriebsähnlichen Einrichtung der Stadt Essen mit der Bezeichnung „Grün und Gruga Essen“ (GGE) zusammengefasst worden. Hauptaufgabe von GGE ist die Pflege und Entwicklung der kommunalen Grünflächen, der Wälder sowie der Betrieb der städtischen Friedhöfe und des Grugaparkes. Vor dem Hintergrund des damaligen kameralen Haushalts der Stadt war dies ein sinnvoller Schritt, um kaufmännische Instrumente zur Steuerung des Betriebes einzusetzen. Die jetzige Rückführung ist notwendig, um das Defizit der GGE im Haushalt der Stadt Essen auffangen zu können.

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Durch die Auflösung des Eigenbetriebs und des Sondervermögens können beispielsweise Vermögen und Schulden des Betriebs verrechnet werden. Darüber hinaus können unter dem Dach der Stadt Essen Einsparpotenziale von rund 100.000 Euro ab dem Jahr 2017 genutzt werden.

Die Reintegration des Eigenbetriebes hat keine Auswirkungen auf die Dienstleistungen und Aufgaben von Grün und Gruga Essen. Auch bestehende Verträge haben weiterhin Gültigkeit.

(ü. Pm.)

PARTEI-Piraten bemängeln den Beschnitt der demokratischen Strukturen im Umweltausschuss

Die PARTEI-Piraten kritisieren, dass die Verwaltung die demokratischen Prozesse bei der Entscheidungsfindung, ob und wie die eigenbetriebsähnliche Einrichtung Grün und Gruga Essen (GGE) in die Stadtverwaltung zurückgeführt wird, behindert habe.

Seit Herbst 2015 wartet der Ausschuss für Umwelt, Verbraucherschutz, Grün und Gruga darauf, dass die Verwaltung einen Wirtschaftsplan für 2016 zur Abstimmung bereitstellt. Wiederholt hatte die Verwaltung die Fertigstellung angekündigt und Sondersitzungen zur Verabschiedung anberaumt, einen Wirtschaftsplan hatte sie jedoch nicht vorgelegen können. Somit mangelt es den Ausschussmitgliedern an der elementaren Grundlage, über die Zukunft von Grün und Gruga zu beraten. Über die Auflösung und Rückübertragung der Aufgaben von Grün und Gruga in einen neuen Fachbereich der Stadtverwaltung hätte der Ausschuss in der Sitzung am 20. Juni beraten sollen. Die Vorlage, in der die angeblich zwingenden Gründe hierfür das erste Mal von GGE schriftlich formuliert wurden, hat die Verwaltung jedoch erst nach Ende der Sitzung verteilt. Die Aussage der Vorlage lautet: Grün und Gruga Essen kann die aufgelaufenen Verluste der letzten Jahr nicht mehr ausgleichen. Die Verwaltung ist nicht in der Lage, einen rechtlich einwandfreien Wirtschaftsplan aufzustellen. Für die PARTEI-Piraten ist es ein Unding, dass der Ausschuss und damit auch die Öffentlichkeit über ein halbes Jahr über die tatsächliche Lage von GGE im Unklaren gehalten worden sind. Die Verwaltung hat damit die Steuerungsmöglichkeiten des Ausschusses behindert. Alle Vorlagen zu wesentlichen Entscheidungen hat sie erst kurz vor oder in der jeweiligen Sitzung zur Verfügung gestellt, die Vorlage zur Auflösung von GGE nun sogar erst anschließend. Konstruktive Lösungen innerhalb der demokratischen Strukturen werden so effektiv verhindert. Verwundert und auch verärgert haben die PARTEI-Piraten die Passivität der GroKo angesichts der Respektlosigkeit der Verwaltung vernommen. Die Mandatsträger von CDU und SPD hätten mehr Druck auf die Verwaltung ausüben und ihre Gestaltungsmöglichkeit durch ihre Mehrheit nutzen müssen, statt sich ohne Konsequenzen von der Verwaltung vorführen zu lassen. Tobias Schröder, Sachkundiger Bürger der PARTEI-Piraten im Ausschuss für Umwelt, Verbraucherschutz, Grün und Gruga bemerkt dazu ironisch: „Mit den Gestaltungsmöglichkeiten der GroKo hätten auch wir von den PARTEI-Piraten das Aus für Grün und Gruga womöglich nicht verhindern können. Allerdings hätten wir den Weg zum Aus nicht so sang- und klanglos gestaltet.“ Mit der nun als alternativlos vorgestellten Lösung, Grün und Gruga als eigenen Fachbereich in die Stadtverwaltung zu integrieren, werden die Transparenz und die – bislang leider überwiegend ungenutzten – Kontrollmöglichkeiten des Ausschusses eingeschränkt.

Tierschützer werfen Grün und Gruga Ignoranz vor – Praktische Lösungen zur Vermeidung der Jagd auf Kanadagänse würden abgelehnt

Sie sind sichtlich überzeugt von der Machbarkeit ihrer Vorschläge, Tierschützer aus Essen und anderen Orten, die am Sonntag vor der Gruga mit Plakaten und Ansprachen gegen die geplante Bejagung der Kanadagänse protestierten. Dabei wurden auch formale Vorwürfe gegen Grün und Gruga laut, denn selbst mit anwaltlicher Hilfe sei es nicht gelungen zur Verwaltung einen Kontakt herzustellen. Der Vertreter der Jagdbehörde habe sogar ein Telefonat mit der Anwältin durch Auflegen beendet.

Klare Ansage der Demonstranten und ein konstruktiver Vorschlag an Grün und Gruga bei der Demo am Sonntag:

Die Vorwürfe der Tierschützer sind nicht neu. Wir berichteten bereits zur Situation der Gruga. Neu ist lediglich die Behauptung der Parkleitung, eine Absaugung wäre technisch nicht machbar. Auch fühle man sich falsch verstanden, denn es sei nur eine sogenannte „Vergrämung“ durch den Abschuß einzelner Tiere geplant.

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Derartige Vergrämungsaktionen haben aber anderenorts nicht den gewünschten Erfolg gezeigt, wissenschaftlich ist eine Gegenbewegung nachgewiesen, demnach ein Bejagen lediglich die Fortpflanzungsrate steigere und es daher nicht zur Regulierung komme. Hiervon will man in Essen nichts wissen, eine Freigabe zur Jagd bestehe schon seit dem Vorjahr.

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Problematisch erscheint den Tierschützern auch der geplante Vollzug der Bejagung durch Freizeitjäger. Freizeitjäger pflegen sich ansonsten in Reviere einzukaufen, um ihrem Treiben frönen zu können.

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In bevölkerungsreichen Gegenden mit einer hohen Zahl von Jagdinteressenten, man spricht von Jagdsport, ist naturgemäß nur eine begrenzt „Strecke“ abschiessbaren Wildes gegeben und so wundert es nicht, dass die Wahrnehmung im Kreise der „Hubertusjünger“ eine andere ist, als bei den Tierschützern. Hier wird die Jagd auf Großvögel, die nicht mit Schrot, sondern „richtiger“ Munition durchgeführt wird, als willkommene Bereicherung des „Waidbrets“ angesehen.

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Tierschützer werfen der Verwaltung nun vor, mit der alternativlosen Situationsbeschreibung lediglich dieser Gruppe die Vögel in die Kugeln zu treiben. Theoretisch könnten auch angestellte Förster ohne den Sportakzent eingesetzt werden, aber dort ist wohl keine Neigung zur Jagd zu erkennen.

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Wir konnten leider bisher noch nicht in Erfahrung bringen, ob die Parkverwaltung, die seitens der Stadt nicht gering subventioniert und unterhalten wird (bisher scheint für 2016 noch kein Haushaltsplan vorzuliegen), im Falle einer Bejagung von den Sportschützen Gebühren erheben wird.

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Lediglich an eine Verwertung der Schußbeute für mögliche soziale Zwecke sei gedacht. Also Wildbret nicht fürs Rathaus, sondern die soziale „Tafel“? Tierschützer wird dies nicht befriedigen, sie, wie auch zustimmende Passanten, lehnen die Bejagung ab und versprechen Grün und Gruga weitere Besuche.

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Ein „grünes Jagdparadies“ vor dem Hintergrund des Grüne Hauptstadt Jahres dürfte viel mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ein professionell erstellte Aufklärungs- und Protestfilm ist jedenfalls bereits in Arbeit und soll bundesweit Verbreitung finden.

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Zu den angeblichen Morddrohungen gegen Verwaltungsangehörige räumte der Pressesprecher von Grün und Gruga am Sonntag ein, dass bisher keinerlei Anzeigen erstattet wurden. In sozialen Netzwerken soll es Äußerungen gegeben haben, die sich entsprechend auslegen ließen. Bei einem so hochemotionalen Thema dürfte da manch überzogener Spruch in Fußballmanier über die Tasten gegangen sein. Die Teilnehmer an der Demonstration betonen aber, für solche Ausweitungen kein Verständnis zu haben und distanzieren sich von jeder Form der Gewalt.

bisherige Berichte in der Erle zu Grün und Gruga:

Zwischen „Vergrämung“ und Lust am schmackhaften Wildbret – Essen will den Kanadagänsen keine Bleibe bieten

Kommentar: Schießt „Grün und Gruga“ ins Kraut? – Ist die Rückführung in die Kernverwaltung geplant?

Wie stehts mit Essens Grün?

 

(stk., Fotos und Ton: erle)