37 Prozent der Schüler im Ruhrgebiet haben eine Zuwanderungsgeschichte

(idr). Gut 37 Prozent der 685.701 Schüler im Ruhrgebiet, die 2016/17 eine allgemeinbildende oder berufliche Schule besuchten, haben eine Migrationsgeschichte. Damit ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der Metropole Ruhr etwas höher als in Gesamt-NRW (33,6 Prozent).

Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Statistischen Landesamtes IT.NRW hervor. Bei den gängigen allgemeinbildenden Schulen war der Anteil von Schülern mit Zuwanderungsgeschichte in Hauptschulen am größten; er betrug dort 52,2 Prozent. Am niedrigsten war er mit 30,2 Prozent an den Gymnasien. An beruflichen Schulen im Ruhrgebiet lag der Anteil bei 27,8 Prozent. Den höchsten Anteil von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund verzeichnen Gelsenkirchen (53 Prozent) und Duisburg (47 Prozent). Am anderen Ende der Skala finden sich der Kreis Wesel (24 Prozent) und der Ennepe-Ruhr-Kreis (27,2 Prozent). In der Schulstatistik haben Schüler eine Zuwanderungsgeschichte, wenn sie oder mindestens ein Elternteil im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert ist und/oder innerhalb der Familie nicht deutsch gesprochen wird.

RWI: Pflegende Angehörige haben es auf dem Arbeitsmarkt schwerer

Pflegen über 50-Jährige ihre Eltern, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie gleichzeitig berufstätig sind – bei Frauen um durchschnittlich bis zu 7,2 Prozentpunkte, bei Männern sogar um bis zu 11,8 Prozentpunkte. Frauen reduzieren zudem ihre Arbeitszeit um durchschnittlich 12,4 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle RWI-Studie zu den längerfristigen Folgen für die Arbeitsmarktsituation von Pflegenden. Sie basiert auf dem SHARE-Datensatz, der die Lebensverhältnisse von über 50-Jährigen in Europa und Israel erfasst.

Kümmern sich ältere Erwerbstätige um ihre pflegebedürftigen Eltern, geht das häufig zu Lasten ihrer Berufstätigkeit. So sinkt für Frauen, die ihre Eltern im vergangenen Jahr erstmals pflegten, die Beschäftigungswahrscheinlichkeit um 7,2 Prozentpunkte. Pflegen Frauen über einen längeren Zeitraum ihre Eltern, reduziert sich ihre Beschäftigungswahrscheinlichkeit nur noch um 4,5 Prozent. Bleiben diese Frauen in der Zeit jedoch weiterhin berufstätig, reduzieren sie ihre Arbeitszeit um durchschnittlich 12,4 Prozent. Für Männer sind die Auswirkungen auf die Beschäftigungswahrscheinlichkeit sogar noch größer. Wenn sie über einen längeren Zeitraum pflegen, dann sinkt ihre Beschäftigungswahrscheinlichkeit um 11,8 Prozentpunkte. Diejenigen, die weiterhin berufstätig sind, reduzieren allerdings ihre Arbeitszeit in der Regel nicht. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung auf europäischer Ebene. Bisher haben sich nur wenige Untersuchungen mit den längerfristigen Folgen für die Arbeitsmarktsituation der Pflegenden befasst.

Für die stärkeren längerfristigen Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation pflegender Männer gibt es aus wissenschaftlicher Sicht zwei mögliche Erklärungen. „Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit und schaffen nach einer Pflegephase dort leichter wieder den Einstieg“ erläutert Dr. Dörte Heger, Wissenschaftlerin im RWI-Kompetenzbereich „Gesundheit“ und Mitautorin der Studie. Eine zweite mögliche Erklärung ist, dass das pflegerische Engagement von Frauen von Arbeitgebern als „normal“ wahrgenommen wird. Bei Männern gilt es hingegen unter Umständen als Beweis für schwächer ausgeprägtes berufliches Engagement.

Pflege wird mit demographischem Wandel an Bedeutung gewinnen

Grundlage der Studie sind Daten aus dem „Survey for Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE)“ aus dem Zeitraum der Jahre 2004 bis 2015. Der Datensatz umfasst die Bevölkerung ab einem Lebensalter von 50 Jahren in Europa und Israel. Er ist der erste mit umfassenden gesundheitlichen und sozio-demografischen Informationen von über 50-Jährigen auf europäischer Ebene. Für die Studie umfasste die Stichprobe knapp 8.000 Frauen und gut 6.500 Männer im Alter zwischen 50 und 70 Jahren.

Durch die häufig als „demographischer Wandel“ umschriebene Alterung der Gesellschaft wird das Thema Pflege in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Um die bessere Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Pflege zu ermöglichen und die negativen Folgen für Pflegende abzumildern, sind in zahlreichen Ländern bereits Möglichkeiten für „Pflege-Auszeiten“ geschaffen worden. So können in Deutschland seit dem Jahr 2008 Pflegende eine zehntägige bezahlte Auszeit nehmen. Für die längerfristige Pflege ist eine Freistellung für bis zu sechs Monaten möglich, während der ein Arbeitnehmer ganz oder teilweise aus dem Beruf aussteigen kann. Seit 2015 besteht während der kurzzeitigen Auszeit sogar ein Anrecht auf Pflegeunterstützungsgeld. Welche Folgen diese Maßnahmen auf die Beschäftigungssituation von Pflegenden haben, wurde bisher mangels verfügbarer Daten noch nicht eingehend wissenschaftlich untersucht.

(RWI)

Masernausbruch in Essen beendet – Eine Patientin ist an der Erkrankung gestorben

Der diesjährige Masernausbruch gilt aus Sicht des Gesundheitsamtes der Stadt Essen als beendet.

In den letzten Wochen wurden dem Gesundheitsamt keine neuen, nachgewiesenen Masernfälle bekannt. Da Masern eine Inkubationsphase von zwei Wochen haben, ist aktuell nicht mehr von einem weiteren Fall auszugehen.

Im Zeitraum vom 31. März bis 15. Juni wurden in Essen 61 bestätigte Fälle von Masern gemeldet. Eine Patientin ist an der Erkrankung gestorben.

Da es sich bei den Masern um eine hochansteckende Infektionskrankheit handelt, empfiehlt das Gesundheitsamt weiterhin – falls noch nicht geschehen – eine Überprüfung und gegebenenfalls Erneuerung des Impfschutzes.

(ü. Pm.)

Durchschnittliches Jahreseinkommen im Ruhrgebiet liegt bei 33.045 Euro

(idr). 2.338.968 Steuerpflichtige lebten 2013 in der Metropole Ruhr. Der Gesamtbetrag ihres Einkommens betrug rund 77,3 Milliarden Euro. Damit wurde rund ein Viertel aller steuerpflichtigen Einkünfte in Nordrhein-Westfalen im Ruhrgebiet erzielt.

Mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 33.045 Euro vor Steuern – 8,7 Prozent mehr als 2010 – lag die Region leicht unter dem Landesdurchschnitt von 36.244 Euro. Das geht aus der aktuellen Auswertung des Statistischen Landesamtes IT.NRW hervor. Der größte Anteil am Gesamtbetrag der Einkünfte im Ruhrgebiet wurde mit rund 9,4 Milliarden Euro in Essen erwirtschaftet. Die Ruhrgebietskommune mit dem höchsten Durchschnittseinkommen vor Steuern war 2013 Sprockhövel im Ennepe-Ruhr-Kreis mit 46.048 Euro. Die Stadt nimmt damit Rang 13 unter allen 396 Kommunen in NRW ein. Auf den weiteren Plätzen folgen Herdecke (45.438 Euro, NRW-weit Platz 15) und Hünxe (41.356, Platz 42). Die kreisfreie Stadt mit dem höchsten Durchschnittseinkommen war Mülheim an der Ruhr mit 38.821 Euro (Platz 93). Auf den hinteren Rängen lagen Duisburg (28.147 Euro, Platz 396), Gelsenkirchen (28.671 Euro, Platz 394) und Herne (29.019 Euro, Platz 393). In Duisburg stieg das Durchschnittseinkommen seit 2010 allerdings um rund zehn Prozent und damit überdurchschnittlich stark. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass zusammen veranlagte Ehegatten als ein Steuerpflichtiger gezählt werden. Infos: www.it.nrw.de

Arbeitslosigkeit im Ruhrgebiet ist im Juli gestiegen

(idr). Einen leichten Anstieg der regionalen Arbeitslosenzahl verzeichnet das Ruhrgebiet (ohne Arbeitsamtsbezirk Wesel) im Juli. Im Vergleich zum Vormonat stieg sie um ein Prozent auf aktuell 249.117 arbeitslos gemeldete Menschen. Die Arbeitslosenquote stieg im Juli um 0,1 Prozentpunkte auf 10,4 Prozent (Vorjahr: 10,9 Prozent).
Im Juli 2016 waren noch deutlich mehr Arbeitslose in der Region gemeldet: Ihre Zahl ist im Jahresvergleich um 9.921 Personen oder 3,8 Prozent gefallen.
Die Region folgt damit dem Landestrend: In NRW sind im Juli 709.323 Arbeitslose gemeldet, 11.693 mehr als einen Monat zuvor. Grund für den leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit, der in diesem Jahr geringer ausfiel als in den vergangenen fünf Jahren, ist vor allem die sogenannte Such- oder Übergangsarbeitslosigkeit.
Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent und lag damit um 0,3 Punkte niedriger als vor einem Jahr.

Zahl der Studierenden an Hochschulen des Ruhrgebiets ist auf Rekordhoch gestiegen

(idr). Das Ruhrgebiet meldet ein Rekord-Semester an den Hochschulen der Region. Im vergangenen Wintersemester (2016/2017) waren an den Hochschulen mit Sitz und Standort in der Metropole Ruhr 274.714 Studierende eingeschrieben.

Das sind rund 6.600 (oder 2,5 Prozent) mehr als im vorausgegangenen Wintersemester 2015/2016 und fast 124.000 (82 Prozent) mehr als vor zehn Jahren. Das haben Statistiker des Regionalverbandes Ruhr (RVR) auf Basis aktueller Daten des Landesamtes IT.NRW errechnet.
Die Hochschule mit den mit Abstand meisten Studierenden bleibt die Fernuniversität Hagen mit insgesamt 64.819 eingeschriebenen Studenten. Unter den Präsenzunis ist die Universität Duisburg-Essen mit insgesamt 43.059 Studierenden die größte, gefolgt von der Ruhr-Universität Bochum (41.995 Studierende) und der TU Dortmund (33.496 Studierende).
Insgesamt können Studieninteressierte in der Metropole Ruhr unter 22 Hochschulen an mehr als 30 Standorten wählen.
In die Auswertung des RVR flossen ausschließlich Hochschulen mit Sitz und Standort im Verbandsgebiet ein. Hochschulen mit Sitz außerhalb des Ruhrgebiets, aber einem Campus in der Region werden nicht berücksichtigt. Eine Ausnahme bildet die FOM in Essen – hier gibt es keine separate Aufschlüsselung für die Studienorte außerhalb Nordrhein-Westfalens.
Landesweit waren im Wintersemester 2016/17 an den nordrhein-westfälischen Hochschulen 768.353 Studierende eingeschrieben. Nach Angaben von IT.NRW wurde damit das Rekordergebnis aus dem Wintersemester 2015/16 (745.009 Studierende) um 3,1 Prozent bzw. 23.344 Studierende übertroffen.

NRW: Ausländerzahl auf Rekordhöhe gestiegen

Düsseldorf (IT.NRW). Ende 2016 lebten nach Angaben des Ausländerzentralregisters in Nordrhein-Westfalen 2 512 900 Einwohner mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes mitteilt, waren das 10,7 Prozent mehr als Ende 2015. Dies ist die höchste jemals ermittelte Zahl von ausländischen Mitbürgern in NRW.

Die größte ausländische Nationalitätengruppe in Nordrhein-Westfalen stellten Personen mit türkischer Staatsangehörigkeit (501 000), gefolgt von Personen mit polnischer (210 500) und italienischer Staatsangehörigkeit (139 200) dar. Die höchsten Anteile bei den außereuropäischen Staatsangehörigkeiten hatten Ende 2016 Menschen mit syrischem (174 000), irakischem (72 600) und marokkanischem (38 600) Pass. Differenziert nach Kontinenten besaßen 1 790 200 Ausländer eine europäische, 516 100 eine asiatische, 143 900 eine afrikanische und 39 800 eine amerikanische Staatsangehörigkeit; der geringste Teil der ausländischen Einwohner (2 700) kam aus Australien und Ozeanien. Von den fast 1,8 Millionen Ausländern mit europäischer Staatsangehörigkeit besaßen 964 400 einen Pass der EU-Staaten.

Wie die Statistiker weiter mitteilen, lebte 2016 mehr als jeder zweite Ausländer (1,4 Millionen; 56,0 Prozent) bereits seit mindestens acht Jahren in Nordrhein-Westfalen und könnte somit einen Anspruch auf Einbürgerung geltend machen. Darunter befanden sich 934 400 Personen, die seit mindestens 20 Jahren an Rhein und Ruhr ansässig sind.

Bei der regionalen Betrachtung zeigt sich, dass Ende 2016 fast jeder elfte Ausländer (229 700; 9,1 Prozent) in Nordrhein-Westfalen seinen Wohnsitz in Köln hatte. In Düsseldorf wohnten insgesamt 155 700 Menschen mit ausländischem Pass; hier hatten sich mit 6 300 auch mehr als die Hälfte aller in Nordrhein-Westfalen lebenden Personen mit japanischer Staatsbürgerschaft niedergelassen.

Hier zu der Auflistung nach Städten

Die Daten beruhen auf Angaben des Ausländerzentralregisters, das beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geführt wird. (IT.NRW)

 

 

Kettwiger Straße in Essen auf Platz 36 der meistfrequentierten Einkaufsstraßen in Deutschland

Der Dortmunder Westenhellweg zählt zu den Top Ten der meistbesuchten Einkaufsstraßen in Deutschland.

Das geht aus einer Zählung des Immobilienunternehmens Jones Lang LaSalle (JLL) hervor. Am Samstag, 6. Mai, wurden bundesweit und zeitgleich in 170 Einkaufsstraßen die Passantenzahlen erhoben. Mit einem Durchschnittswert von 8.750 Passanten pro Stunde liegt Dortmund bundesweit auf Platz neun und auf Rang drei im NRW-Vergleich.
Die zweithöchste Passantenfrequenz in der Metropole Ruhr wurde auf der Bahnhofstraße in Gelsenkirchen gemessen – mit 6.995 Menschen pro Stunde. Damit liegt die Stadt im NRW-Ranking auf Platz sechs, im Bundesvergleich auf Platz 22. Es folgen im Ruhrgebiet die Kettwiger Straße in Essen mit 5.825 Passanten (NRW: Rang neun, Deutschland: Rang 36) und die Bochumer Kortumstraße mit 3.910 Passanten (Platz 15 bzw. 82).
Auf Platz eins der frequenzstärksten Einkaufsstraßen liegt die Frankfurter Zeil mit 14.875 gezählten Besuchern pro Stunde.

(ü. Pm., idr)

18.659 geflüchtete Menschen waren im Mai im Ruhrgebiet arbeitslos

42.880 Flüchtlinge waren im Mai im Ruhrgebiet (ohne Kreis Wesel) als arbeitssuchend registriert, davon 18.659 als arbeitslos. Damit hat das Ruhrgebiet von allen sechs Arbeitsmarktregionen in NRW die meisten Arbeitslosen mit Fluchthintergrund.

Als arbeitssuchend gelten alle Menschen, die eine Beschäftigung suchen, als arbeitslos solche, die darüber hinaus auch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und nicht an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie z.B. Sprach- und Berufsbildungskursen teilnehmen. In Gesamt-NRW waren im Mai 54.511 Menschen mit einem Fluchthintergrund arbeitslos gemeldet. Das waren 7,8 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen.

(ü. Pm., idr)

RWI-Konjunkturprognose: Aufschwung steht auf breiterer Basis Essen

Das RWI hebt seine Prognose des deutschen Wirtschaftswachstums für das Jahr 2017 gegenüber März dieses Jahres von 1,3 auf 1,6 Prozent an; für 2018 erwartet es unverändert 1,8 Prozent. Die Konjunktur wird neben der Inlandsnachfrage nun auch vom Außenbeitrag getragen. Die Arbeitslosenquote dürfte in diesem Jahr bei 5,7 Prozent, im nächsten Jahr bei 5,5 Prozent liegen. Dabei wird eine Inflationsrate von 1,6 Prozent in diesem und im kommenden Jahr erwartet. Die öffentlichen Haushalte werden 2017 und 2018 voraussichtlich Überschüsse von 22 und 28 Milliarden Euro erzielen.

Das RWI erhöht seine Konjunkturprognose für 2017 auf 1,6 Prozent Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im März waren noch 1,3 Prozent erwartet worden. Für 2018 bleibt die Prognose bei 1,8 Prozent. „Das deutsche Wirtschaftswachstum steht auf einer breiteren Basis und wird nicht mehr nur von der Inlandsnachfrage getragen“, so RWI-Konjunkturchef Roland Döhrn. Ausschlaggebend für das Anheben der Prognose ist, dass sich der außenwirtschaftliche Beitrag aus Exporten und Importen günstiger entwickelt als zunächst erwartet. Einer etwas dynamischeren Exportentwicklung stehen schwächer wachsende Einfuhren gegenüber. In der Binnenwirtschaft dürften die Bauinvestitionen eine Triebkraft der Konjunktur bleiben, sie werden allerdings durch Kapazitätsengpässe gebremst. Die privaten Konsumausgaben dürften unter anderem aufgrund der zunehmenden Beschäftigung und steigender Reallöhne weiterhin spürbar zulegen. Die staatlichen Konsumausgaben werden sich hingegen auch wegen geringerer Ausgaben zur Bewältigung der Flüchtlingsmigration voraussichtlich deutlich weniger stark erhöhen.

Eckwerte der RWI-Konjunkturprognose Juni 2017

Die Beschäftigung dürfte in diesem und im nächsten Jahr weiter steigen. „Die kontinuierliche und spürbare Ausweitung der Produktion sorgt für eine lebhafte Nachfrage nach Arbeitskräften“, so Roland Döhrn. Der hohe Bestand offener Stellen spricht dafür, dass diese teils nur mit Schwierigkeiten besetzt werden können. Die Arbeitslosigkeit dürfte rückläufig bleiben, obwohl die Wirkungen der Flüchtlingsmigration der vergangenen Jahre allmählich am Arbeitsmarkt sichtbar werden. So war zuletzt etwa die Hälfte der Flüchtlinge, die nach Abschluss der Eingliederungsmaßnahmen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, als arbeitslos registriert. Die Arbeitslosenquote insgesamt dürfte dennoch in diesem Jahr auf 5,7 Prozent und im Jahr 2018 auf 5,5 Prozent sinken.

Inflation steigt, Budgetüberschuss des Staates nimmt weiter zu

Die Inflationsrate dürfte in diesem und im nächsten Jahr jeweils 1,6 Prozent betragen. Zwar haben auslaufende Basiseffekte bei den Energiepreisen und preisdämpfende außenwirtschaftliche Impulse die Teuerung seit Jahresbeginn etwas abgeschwächt. Der binnenwirtschaftliche Preisauftrieb dürfte sich jedoch leicht beschleunigen, weil die Auslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten steigt.

Die Finanzlage des Staates bleibt voraussichtlich ausgesprochen günstig. Zwar kommt es in diesem Jahr infolge der expansiv ausgerichteten Finanzpolitik zu erheblichen Haushaltsbelastungen. Zudem muss aufgrund einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts die von 2011 bis 2016 erhobene Kernbrennstoffsteuer rückerstattet werden. Erlöse aus einer Versteigerung von Funklizenzen schlagen jedoch ausgabenmindernd zu Buche. Außerdem ist weiterhin mit konjunkturbedingten Mehreinnahmen und weiter sinkenden Zinsausgaben zu rechnen. Damit dürfte der Budgetüberschuss des Staates in diesem Jahr lediglich von 26 Milliarden Euro auf 22 Milliarden Euro bzw. 0,7 Prozent des BIP sinken und im kommenden Jahr wieder auf 28 Milliarden Euro bzw. 0,8 Prozent des BIP zunehmen.

(veröffentlicht in „RWI Konjunkturberichte“, Heft 2/2017)

Arbeitslosenquote im Ruhrgebiet liegt bei 10,3 Prozent

Für den auslaufenden Monat meldet die Agentur für Arbeit 247.632 Arbeitslose in der Region (ohne Bezirk Wesel). Das entspricht einem Minus von einem Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr fiel die Zahl der Arbeitslosen um 7.312 Personen oder 2,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote sank im Mai um 0,2 Prozentpunkte auf 10,3 Prozent. Im Jahr zuvor lag sie bei 10,7 Prozent. Die Arbeitslosigkeit ist in allen Regionen NRWs gesunken. Die niedrigste Arbeitslosenzahl weist das Münsterland mit 39.557 auf. NRW-weit liegt sie bei 702.375 Menschen (-9.500 im Vergleich zum Vormonat). Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent und lag damit im Mai um 0,3 Punkte unter der des Vorjahres. Auf dem Ausbildungsmarkt hat sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage weiter geöffnet: Im Mai kamen im Ruhrgebiet auf 100 Bewerber 67 Angebote. Landesweit gab es 81 Ausbildungsangebote je 100 Bewerber.

(ü. Pm., idr)

2015 starben 3.906 Menschen im Ruhrgebiet an Lungen- und Bronchialkrebs

Das teilt das Statistische Landesamt IT.NRW anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai mit. Die Erkrankung war die dritthäufigste Todesursache nach Herzinsuffizienz und chronischer ischämischer Herzkrankheit. Nur 106 Tote weniger als im Vorjahr.

Während die Todesfälle infolge von Lungen- und Bronchialkrebs im Jahresvergleich sanken, stieg die Zahl der betroffenen Frauen um 35 auf 1.470.

Infos: www.it.nrw.de