Gesamtkostenrahmen für Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule wird erhöht – u. a. Einrichtung einer „Kiss & Ride-Zone“

Der Bau- und Verkehrsausschuss und der Schulausschuss beraten am Donnerstag, 8. Juni, über die Erhöhung der Gesamtkosten für den Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule um 6,57 Millionen Euro auf dann 48,75 Millionen Euro.

Der größte Teil der den Gremien zur Beratung vorgelegten Mehrkosten wird mit 3,4 Millionen Euro für die Gesamtkosten zur Realisierung des Ideenteils veranschlagt. Mit der Umsetzung der Ideenteils, der bereits im der Entscheidung für den Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule vorangegangenen Architekturwettbewerb erstellt wurde, soll die Attraktivität des Stadtteils gesteigert und der Schulstandort mit der angrenzenden Fläche des Stadtbads Nord-Ost verbunden werden: Durch eine Ausweitung der Schulparkplätze südwestlich des Bades, der Einrichtung einer „Kiss & Ride-Zone“ zum sicheren Bringen und Abholen der Schulkinder sowie der Neugestaltung von Grünflächen, Fahrradstellplätzen und einer Radweg-Anbindung an dem Emscher Park Radweg erfährt der Schul- und Bade-Standort eine attraktive, offene Atmosphäre. Um die Finanzierung des Ideenteils und entsprechende Fördermittel beim Land beantragen zu können, wurde der ursprüngliche Entwurf nun konkretisiert und die Kosten zur Realisierung der landschaftsplanerischen Idee des Generalplaners auf 3 Millionen Euro – zusätzlich zu den Planungskosten in Höhe von etwa 400.000 Euro – veranschlagt.

Als maßgeblich für die zu veranschlagenden weiteren Kosten des Neubaus hat sich der Mehraufwand bei der Baufeldherrichtung und für die Erstellung des Bodengutachtens erwiesen. Diese entfallen zu 1.795.430 Euro auf die Herrichtung und Erschließung des Neubaus, sowie zu knapp 1 Million Euro auf die Baukosten für die Erstellung des Neubaus und zusätzliche Baunebenkosten mit weiteren rund 392.000 Euro. Dadurch hat sich ein Terminverzug von etwa zwei Monaten ergeben. Die geplante Fertigstellung des Neubaus zum Schuljahr 2020/2021 ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch möglich, witterungsbedingte Verzögerungen von mehr als acht Wochen würden den fristgemäßen Umzug der Schule erschweren.

Die insgesamt zu veranschlagende Erhöhung der Gesamtkosten für den Neubau und die Umfeldgestaltung der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Höhe von 6.571.000 Euro sollen in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro aus der Haushaltsplanung 2019/ 2020 finanziert werden.

Für den Ideenteil wird eine Förderung im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt – Investitionen im Quartier“ von voraussichtlich 80 Prozent der Kosten von 3,4 Millionen Euro, das heißt rund 2,7 Millionen Euro, angestrebt. Zusammen mit den 9,2 Millionen Euro, welche für den Hochbau und die Außenanlagen in Aussicht stehen, können somit voraussichtlich Fördermittel des Landes in Höhe von 11,9 Millionen Euro generiert werden.

Der Rat der Stadt Essen wird voraussichtlich in seiner Sitzung am 12. Juli über die Bewilligung der Gesamtkostenrahmens für den Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule – vorbehaltlich der Zustimmung der Kommunalaufsicht – entscheiden.

Zum Hintergrund:

Der Rat der Stadt Essen hat am 23.11.2016 den Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule beschlossen. Das massive drei- bis viergeschossige, nach aktuellen pädagogischen und architektonischen Ansprüchen errichtete Gebäude soll Platz für etwa 1.300 Schülerinnen und Schüler sowie 110 Beschäftigte bieten.

(ü. Pm.)

Jahresbilanz RAG-Stiftung: Stiftungsvermögen auf knapp 17 Milliarden Euro gestiegen

Beim heutigen Bilanz-Gespräch zog sie anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens eine positive Bilanz. Das Stiftungsvermögen ist von sechs Milliarden Euro bei Gründung auf knapp 17 Milliarden Euro gestiegen.

Zum Jahresende 2016 wurden 393 Millionen Euro der Rückstellung für Ewigkeitslasten zugeführt. Damit summiert sich die Rückstellung auf 4,84 Milliarden Euro. Wenn die RAG-Stiftung ab 2019 erstmals für die Ewigkeitsaufgaben aus dem deutschen Steinkohlenbergbau aufkommen wird, rechnet sie hierfür mit jährlichen Ausgaben in Höhe von rund 220 Millionen Euro. Dem stehen perspektivisch doppelt so hohe jährliche Einnahmen gegenüber, so die Stiftung. Seit Aufnahme der Stiftungsarbeit wurde 30 Millionen Euro für Projekte aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur an die Bergbauregionen ausgeschüttet. 2017 liegt das Förderbudget bei 13,5 Millionen Euro. Unter anderem hat die RAG-Stiftung 2016 gemeinsam mit RAG und Evonik sowie in Zusammenarbeit mit der IG BCE die Initiative „Glückauf Zukunft!“ anlässlich des Auslaufens des deutschen Steinkohlenbergbaus ins Leben gerufen. Der Projektkalender wird im Herbst vorgestellt.

(ü. Pm. idr)

Fehlbetrag von rund 482 Millionen Euro – Verwaltung bringt Jahresabschluss der Stadt Essen ein

Der vorläufige Jahresabschluss der Stadt Essen für das Jahr 2016 fällt besser aus als geplant. Nach Abzug aller Aufwendungen ergibt das Jahresergebnis ein Minus von 39,67 Millionen Euro.

Im genehmigten Haushaltsplan der Stadt Essen war ein Defizit von 39,7 Millionen Euro geplant, damit hat sich das Ergebnis um knapp 20.000 Euro verbessert.

Der Jahresabschluss enthält jeweils auch die Ergebnisrechnung, die Finanzrechnung, die Teilrechnungen sowie eine Bilanz.

Das ordentliche Ergebnis schließt mit einem Überschuss in Höhe von 6,2 Millionen Euro ab. Gegenüber dem Plan verschlechtert sich das Ergebnis allerdings um 2,6 Millionen Euro.

Das Finanzergebnis 2016 weist ein negatives Ergebnis in Höhe von 45,9 Millionen Euro aus, was allerdings ein Plus von 2,6 Millionen Euro im Vergleich zum Plan darstellt.

Die Abweichungen im Positiven sind begründet durch beispielsweise ein verbessertes Finanzergebnis oder Mehrerträge bei der Gewerbesteuer. Im Negativen sind sie begründet durch Mehraufwendungen im Personalbereich oder in der Instandhaltung und Unterhaltung von städtischen Grundstücken oder Gebäuden.

Die Bilanz zeigt trotzdem einen Fehlbetrag von rund 482 Millionen Euro auf, der nicht durch Eigenkapital gedeckt werden kann. Damit ist die Stadt Essen nach wie vor überschuldet.

Angesichts des bestehenden negativen Eigenkapitals ist es weiterhin notwendig, den strikten Sparkurs fortzuführen, um einen Wiederaufbau des Eigenkapitals zu erreichen.

Der Jahresabschluss wird im nächsten Schritt durch das Rechnungsprüfungsamt geprüft, der Bericht wird im September vorgelegt. Mit diesem Bericht muss sich dann der Rat beschäftigen.

(ü. Pm.)

Grabenkamp wird neuer Kämmerer der Stadt Essen

Der Rat der Stadt Essen hat sich heute (24.5.) mehrheitlich für Gerhard Grabenkamp als neuen Stadtkämmerer ausgesprochen.Damit hat sich Grabenkamp in einem mehrstufigen Verfahren gegen insgesamt 13 weitere Bewerberinnen und Bewerber durchgesetzt. Drei Kandidaten hatten sich in einer Aussprache den Ratsmitgliedern vorgestellt und Rede und Antwort gestanden.

Grabenkamp wird seinen Dienst ab Oktober 2017 im Essener Rathaus antreten. Zuvor war er Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Essen. In den Jahren 2007 bis 2012 war er Büroleiter des ehemaligen Stadtkämmerers Marius Nieland, davor absolvierte Grabenkamp unterschiedliche Stationen in der Stadt Essen – immer in den Bereichen Finanzen und Controlling. Der Diplom-Verwaltungs- und Betriebswirt Grabenkamp hat seine Kariere 1979 bei der Stadt Essen gestartet.

(ü. Pm.)

Städtebauförderungsprogramm vom Land NRW veröffentlicht

Nach der Veröffentlichung des Städtebauförderprogramms 2017 durch das Land NRW, sind für die Stadt Essen Zuwendungen in Höhe von insgesamt rund 14,6 Millionen Euro in diesem Jahr vorgesehen. Diese Summe entspricht in vollem Umfang der von der Stadt Essen beantragten Fördermittel.

Damit können in den nächsten Jahren Projekte vor allem in den Fördergebieten „Soziale Stadt“ mit einem Gesamtvolumen von 47,3 Millionen Euro (inklusive der 14,6 Millionen Euro Fördersumme) umgesetzt werden.

Ein Großteil der diesjährigen Zuwendung wird für eine Teilfinanzierung des Neubaus der Gustav-Heinemann-Gesamtschule im Stadtteil Schonnebeck (5,8 Millionen Euro) sowie auf das Modellvorhaben Problemimmobilien (5,7 Millionen Euro für Altenesssen-Süd/ Nordviertel) verwendet werden. Weitere 2,9 Millionen Euro werden in Bauprojekte der Zeche Zollverein investiert.

(ü. Pm.)

Kita-Kosten in den Ruhrgebietsstädten sind vergleichsweise moderat

Im Ruhrgebiet müssen Eltern für die Kita-Betreuung nicht so tief in die Tasche greifen wie in vielen anderen Teilen Deutschlands. Eine Analyse des Vergleichsportals Netzsieger.de weist für die vier größten Städte der Region moderate Gebühren aus.

Das Portal hatte die Gebühren für die Betreuung in einer städtischen Kinder-Tageseinrichtung in den 20 größten deutschen Städten untersucht und verglichen. Die Spanne reicht dabei von der kostenlosen Betreuung z.B. in Berlin und Düsseldorf bis zu einer monatlichen Betreuungsgebühr von 115 Euro in Nürnberg. Ein Großteil der Kitaplätze kostet zwischen 20 und 40 Euro pro Monat für ein Kind in einer bis zu siebenstündigen Betreuung pro Tag – vorausgesetzt das Haushaltseinkommen liegt unter 2000 Euro monatlich. In Essen zahlen Eltern laut Analyse 27 Euro, in Dortmund 32,46 Euro, in Duisburg 34 Euro und in Bochum 34,51 Euro. Bei einem höheren Einkommen und einer längeren Betreuungszeit zahlen Eltern in Essen 44 Euro, in Duisburg 45 Euro, in Bochum 45,68 Euro und in Dortmund 51,69 Euro. Die höchsten Gebühren ruft hier Dresden mit 156,43 Euro auf. Infos gibt es unter www.netzsieger.de/ratgeber/der-grosse-kitakosten-index

(ü. Pm., idr)

Kommunen im Ruhrgebiet erhalten 137 Millionen Euro aus der Städtebauförderung

Land, Bund und Europäische Union fördern städtebauliche Projekte in der Metropole Ruhr in diesem Jahr mit rund 137 Millionen Euro. Insgesamt stehen 67 Einzelprojekte in den Städten und Kreisen des Ruhrgebiets auf der Förderliste, die das NRW-Städtebauministerium heute (13. April) veröffentlicht hat.

Die höchste Einzelförderung der Region geht nach Duisburg: Aus dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ fließen fast 11,4 Millionen Euro nach Duisburg-Hochfeld. Insgesamt bewegt sich die Städtebauförderung auf Rekordniveau: 325 Millionen Euro investieren Land, Bund und EU. Fast jede zweite Kommune in NRW erhält in diesem Jahr Mittel für städtebauliche Erneuerung und Entwicklung. 243 Projekte in 185 Städten und Gemeinden werden gefördert. Informationen zur Städtebauförderung unter www.mbwsv.nrw.de

 

Ausbau des Offenen Ganztags in Essen

Der Rat der Stadt Essen hat heute (22.3.) beschlossen, den Offenen Ganztag (OGS) in Essener Schulen weiter auszubauen und um 24,5 Gruppen zu erweitern.

An den 81 Offenen Ganztagsgrundschulen und vier Offenen Ganztagsförderschulen in Essen werden dann insgesamt 368,5 OGS-Gruppen betreut werden.

Beim Anmeldetermin der Grundschulen im November 2016 ist deutlich geworden, dass das vorhandene Angebot den Bedarf nicht deckt. Im Zuge der Anmeldungen an den Grundschulen wurde eine Bedarfsabfrage an allen betroffenen Schulen durchgeführt, die zu dem Ergebnis kam, dass zusätzlich 24,5 neue Gruppen eingerichtet werden sollten.

Die neuen OGS-Gruppen werden den städtischen Eigenanteil um 600.000 Euro, von 4,5 Millionen Euro auf 5,1 Millionen Euro, erhöhen. Weil eine Anhebung der Gruppenzahl –und damit auch der Schülerzahl im OGS – zu einer höheren Landesförderung führt, ebenso wie zu einer höheren Einnahme aus Elternbeiträgen, entsteht keine zusätzliche Belastung des städtischen Haushaltes.

Über den Ausbau zeigt sich Sozialdezernent Peter Renzel zufrieden, sieht aber weiterhin Handlungsbedarf: „In den kommenden Schuljahren muss der Offene Ganztag in Essen auch qualitativ weiterentwickelt werden, um stadtweit einen hohen Standard für ein kindgerechtes, vielfältiges und umfassendes ganztägiges Angebot zu erreichen.“

(ü. Pm.)

Maßnahmen im Rahmen von „Gute Schule 2020“ beschlossen

Der Rat der Stadt Essen hat heute (22.3.) die 23 geplanten Maßnahmen im Rahmen des Fördermittelprogramms „Gute Schule 2020“ beschlossen.Aus den Fördermitteln des Programms „Gute Schule 2020“ des Landes NRW stehen der Stadt Essen in den kommenden vier Jahren insgesamt rund 82 Millionen Euro zur Verfügung.

Die jeweiligen Maßnahmen wurden unter schulfachlichen, bautechnischen, haushalterischen und förderspezifischen Gesichtspunkten und Vorgaben ausgewählt. Darüber hinaus wurden bei jedem geplanten Projekt Planungszeit, Bauphase, Abnahme sowie Personaleinsätze berücksichtigt. Die geplanten Maßnahmen reichen vom Neubau eines Gebäudetraktes über Schulhof- oder Generalsanierungen bis zur Einrichtung einer digitalen Infrastruktur. Unter den Großprojekten finden sich die Generalsanierung der Gesamtschule Bockmühle in Altendorf, die Erweiterung der Gertrud-Bäumer-Realschule in Altenessen-Süd oder die Gesamtschule Borbeck.

Um die Maßnahmen möglichst schnell durchführen zu können, wird die Stadt, auch auf Antrag der Politik, die Grundstücksverwaltung der Stadt Essen GmbH (GVE) als Generalübernehmer für großvolumige Baumaßnahmen beauftragen. Die anfallenden Verwaltungskosten auf Seiten der GVE können durch das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz (KInvFöG) getragen werden. Somit fließen die Fördergelder aus dem Programm „Gute Schule 2020“ vollständig in die geplanten Maßnahmen.

(ü. Pm.)

 

RWE schließt 2016 mit Nettoverlust in Höhe von 5,7 Milliarden Euro ab

Der Essener Energiekonzern RWE hat im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 5,7 Milliarden Euro verzeichnet. Dafür verantwortlich macht das Unternehmen vor allem außerordentliche Abschreibungen auf den Kraftwerkspark in Höhe von 4,3 Milliarden Euro und die Belastung aus der Dotierung des Kernenergiefonds. Das bereinigte EBITDA – operativer Gewinn – betrug 5,4 Milliarden Euro. Angesichts des Ergebnisses will das Unternehmen bei der Hauptversammlung am 27. April erneut eine Aussetzung der Dividende für das Geschäftsjahr 2016 für die Inhaber von Stammaktien vorschlagen. Das laufende Geschäftsjahr sieht der Konzern positiv: Er prognostiziert ein bereinigtes EBITDA von 5,4 bis 5,7 Milliarden Euro.

Die Stadt Essen ist u. a. Halter eines nicht unerheblichen RWE-Aktienanteils.

Infos: www.rwe.com

Gelsenkirchen legt nach – Rechnungen für Kosten der Unterkunft von Flüchtlingen gehen auch an Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen

Mit der Bitte, aus ersparten Hilfsmitteln des Bundes für die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt in Gelsenkirchen entstandene Kosten von rund 575.000 Euro auszugleichen, hatte sich Oberbürgermeister Frank Baranowski in den vergangenen Tagen an die Ministerpräsidenten der beiden Länder gewandt. Jetzt gehen weitere Rechnungen an die Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Auch aus diesen Bundesländern sind zahlreiche anerkannte Asylbewerber und Schutzberechtigte nach Gelsenkirchen gekommen und haben hier ihren Wohnsitz genommen.

Damit erübrigt sich auch die Reaktion des Bundestagsabgeordneten Oliver Wittke, der sich in einer Pressemitteilung verwundert zeigte, dass bis heute kein Schreiben des Oberbürgermeisters mit einer Rechnung für die Unterbringung von Flüchtlingen, die ursprünglich Mecklenburg-Vorpommern zugewiesen wurden, dann aber nach Gelsenkirchen gekommen sind, an dieses Bundesland geschickt wurde.

Frank Baranowski: „Ich kann Herrn Wittke beruhigen. Die Kostenermittlung in diesen drei  Fällen war etwas schwieriger als im Falle Sachsen und Sachsen-Anhalt, sie ist aber auf den Weg gebracht und inzwischen abgeschlossen.“

Die Stadt Gelsenkirchen hat die Zahlen für diese Länder ermittelt und stellt dem Land Brandenburg für 166 Personen 276.530 Euro, dem Land Mecklenburg-Vorpommern für 477 Personen 768.745 Euro und dem Land Thüringen für 169 Personen 272.364 Euro in Rechnung. Diese Beträge hat die Stadt Gelsenkirchen 2016 allein an Kosten der Unterkunft für zusammen 812 Personen ausgegeben, die eigentlich den genannten Ländern zugeteilt worden waren.

Mit den Schreiben an weitere Bundesländer stellt die Stadt nun ihre Kosten für die Menschen in Rechnung, bei denen nachvollziehbar war, dass sie anderen Ländern zugewiesen waren. Diese Bundesländer haben für die Unterbringung von Flüchtlingen Geld vom Bund erhalten. Die Menschen haben aber gar nicht dort gelebt und somit auch nicht den Haushalt belastet haben. Die Stadt Gelsenkirchen zählt hier auf die Solidarität der Landesregierungen. Es kann und darf nicht sein, dass zweckgebundene Kostenerstattungen vereinnahmt werden, für die es keine Basis gibt!

Und auch bei der Frage der Weiterleitung der Integrationspauschale vom Bund über das Land an die Kommunen muss sich Oliver Wittke nicht um die Positionierung des Oberbürgermeisters sorgen. In Pressemitteilungen der Stadt im Juli und im September 2016 hat der Oberbürgermeister seine Haltung klar und deutlich öffentlich gemacht und seitdem mehrfach gegenüber den Vertretern der Landesregierung unmissverständlich vertreten. Zuletzt erst am vergangenen Freitag in einem Gespräch in Düsseldorf.

Hier ist die Haltung von Oberbürgermeister Frank Baranowski eindeutig: „Integration findet im Wesentlichen in den Kommunen statt. Ich erwarte nach wie vor eine gerechte Beteiligung an den Bundesmitteln, wie es etwa Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vormachen, wo die Bundesmittel zwischen Land und Kommunen aufgeteilt werden.“

Frank Baranowski unterstützt daher auch in vollem Umfang die Forderung des NRW-Städtetages, einen angemessenen Anteil der sogenannten Integrationspauschale des Bundes an die Kommunen weiterzugeben und zusätzlich eigene Mittel für die Integration beizusteuern.

Viele wichtige Integrationsmaßnahmen, wie der Ausbau der Kinderbetreuung und der Schulen, lassen sich in Gelsenkirchen nur verwirklichen, wenn ihre Finanzierung auskömmlich geregelt wird.
(ü. Pm.)

Geplante Maßnahmen im Rahmen von „Gute Schule 2020“

Das Gesetz zur Stärkung der Schulinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen („Gute Schule 2020“) ermöglicht Kommunen Investitionen in Schulen mit einem Gesamtvolumen von 2 Milliarden Euro bis 2020. Die Stadt Essen plant insgesamt 23 Maßnahmen im Stadtgebiet. Der Rat entscheidet in seiner Sitzung im März.

Mitschnitt der heutigen Pressekonferenz im Essener Rathaus

Aus den Fördermitteln des Programms „Gute Schule 2020“ des Landes NRW stehen der Stadt Essen in den kommenden vier Jahren insgesamt rund 82 Millionen Euro zur Verfügung. Die Gelder können zur Investition in und zur Sanierung oder Modernisierung von Schulgebäuden verwendet werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die digitale Infrastruktur und die Ausstattung von Schulen zu erweitern oder zu verbessern. Die Fördermittel sind in vier gleichen Jahresraten von 2017 bis 2020 im Haushalt berücksichtigt.

Im Rahmen eines Abstimmungsprozesses unterschiedlicher Fachbereiche der Stadtverwaltung wurde eine Maßnahmenliste erstellt, die insgesamt 23 Bauprojekte an Schulen im gesamten Stadtgebiet vorsieht. Die jeweiligen Maßnahmen wurden unter schulfachlichen, bautechnischen, haushalterischen und förderspezifischen Gesichtspunkten und Vorgaben ausgewählt. Darüber hinaus wurden bei jedem geplanten Projekt Planungszeit, Bauphase, Abnahme sowie Personaleinsätze berücksichtigt. Beispielsweise erfolgt die Planung von komplexen und zeitintensiven Baumaßnahmen in mehreren in sich geschlossenen Bauabschnitten, so dass die Förderfähigkeit bei jedem abgeschlossenen Bauabschnitt für sich gegeben ist.

Ebenfalls berücksichtigt wurde der Schulentwicklungsplan der Stadt Essen (Ratsbeschluss vom 25.11.2015) mit dem entsprechenden zusätzlich erforderlichen Raumbedarf besonders bei den Schuleingangsklassen an Grundschulen. Demnach fallen insgesamt 14 Maßnahmen auf Grundschulen, eine auf Gymnasium und Berufskolleg, drei auf Realschulen sowie Gesamtschulen (siehe Anlage). Die geplanten Maßnahmen reichen vom Neubau eines Gebäudetraktes über Schulhof- oder Generalsanierungen bis zur Einrichtung einer digitalen Infrastruktur.

Die Planungen sind mit rund 42 Millionen Euro um knapp 52 Prozent überzeichnet. Zusätzlich benötigte Mittel werden aus dem Kommunalinvestitionsfördergesetz zur Verfügung gestellt. Damit ist die Finanzierung der priorisierten Maßnahmen grundsätzlich gegeben.

Zum Hintergrund:

Mit dem Sonderinvestitionsprogramm plant die Stadt für die Jahre 2017 bis 2020 Investitionen von insgesamt 561 Millionen Euro in Schulen, Straßen, Brücken oder Plätze. Hier fließen Fördermittel von Bund und Land im Rahmen des Programms „Gute Schule 2020“ sowie des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes (KInvFöG) mit ein. Mit KInvFöG-Mitteln in Höhe von derzeit 64 Millionen Euro sollen insgesamt 33 vom Rat beschlossene Maßnahmen umgesetzt werden. 26 dieser geplanten Projekte sind Sanierungen von Turnhallen. Ein weiterer Baustein des Sonderinvestitionsprogramms ist das Neubauprogramm von Schultoilettenanlagen. Bis zum Jahr 2021 werden insgesamt 6,5 Millionen Euro investiert. Die ersten elf Maßnahmen werden in 2017 umgesetzt.

Titelfoto: Armin Thiemer