Durchschnittliches Jahreseinkommen im Ruhrgebiet liegt bei 33.045 Euro

(idr). 2.338.968 Steuerpflichtige lebten 2013 in der Metropole Ruhr. Der Gesamtbetrag ihres Einkommens betrug rund 77,3 Milliarden Euro. Damit wurde rund ein Viertel aller steuerpflichtigen Einkünfte in Nordrhein-Westfalen im Ruhrgebiet erzielt.

Mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 33.045 Euro vor Steuern – 8,7 Prozent mehr als 2010 – lag die Region leicht unter dem Landesdurchschnitt von 36.244 Euro. Das geht aus der aktuellen Auswertung des Statistischen Landesamtes IT.NRW hervor. Der größte Anteil am Gesamtbetrag der Einkünfte im Ruhrgebiet wurde mit rund 9,4 Milliarden Euro in Essen erwirtschaftet. Die Ruhrgebietskommune mit dem höchsten Durchschnittseinkommen vor Steuern war 2013 Sprockhövel im Ennepe-Ruhr-Kreis mit 46.048 Euro. Die Stadt nimmt damit Rang 13 unter allen 396 Kommunen in NRW ein. Auf den weiteren Plätzen folgen Herdecke (45.438 Euro, NRW-weit Platz 15) und Hünxe (41.356, Platz 42). Die kreisfreie Stadt mit dem höchsten Durchschnittseinkommen war Mülheim an der Ruhr mit 38.821 Euro (Platz 93). Auf den hinteren Rängen lagen Duisburg (28.147 Euro, Platz 396), Gelsenkirchen (28.671 Euro, Platz 394) und Herne (29.019 Euro, Platz 393). In Duisburg stieg das Durchschnittseinkommen seit 2010 allerdings um rund zehn Prozent und damit überdurchschnittlich stark. Bei den Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass zusammen veranlagte Ehegatten als ein Steuerpflichtiger gezählt werden. Infos: www.it.nrw.de

„Förderfonds Bürgerschaftliches Engagement“ unterstützt Ehrenamtliche 2017 mit 50.000 Euro: Antragstellung noch bis 1. August möglich

Ehrenamtliches Engagement lohnt sich – aus diesem ideellen Grund entscheiden sich die zahlreichen ehrenamtlich aktiven Essenerinnen und Essener für ihren Dienst an der Gesellschaft. Die Stadt Essen unterstützt den Einsatz der Essener Bürgerinnen und Bürger, die sich in ihrer Freizeit für andere stark machen, anleiten, helfen oder mitanpacken, mit dem „Förderfonds bürgerschaftliches Engagement“, und zeigt damit, dass sich Ehrenamt in Essen in mehrfacher Hinsicht lohnt: Mit 50.000 Euro prämiert die Stadt Essen in diesem Jahr ehrenamtliches Engagement.

Noch bis zum 1. August können Initiativen, gemeinnützige Organisationen, Vereine und Projekte eine finanzielle Förderung zur Anerkennung ihrer Ehrenamtlichen bei der Stadt Essen, Servicestelle Essen.engagiert, StadtAgentur, beantragen, um damit als kleines Dankeschön für die Aktiven beispielsweise Ausflüge oder Feiern zu finanzieren. Aber auch Fortbildungen und Qualifizierungen oder Aufwandsentschädigungen sind durch den Fonds förderfähig, sofern sie den ehrenamtlich tätigen Menschen in Essen direkt zu Gute kommen.

Die Antragsunterlagen sowie weitere Informationen sind auf den Internetseiten der Stadt Essen unter: www.essen.de/buergerengagement hinterlegt.

Zum Hintergrund:

Der Förderfonds ist Bestandteil des vom Rat beschlossenen Handlungskonzeptes „Anerkennungskultur“ und soll das ehrenamtliche Engagement in Essen anerkennen und wertschätzen.

Für 2017 stehen 50.000 Euro zur Verfügung. Die Antragstellung erfolgt zu vier Stichtagen (1. Februar, 1. Mai, 1. August und 1. November).

Ruhrbahn-Verträge unterzeichnet

Der seit 2004 eingeschlagene Weg der interkommunalen Zusammenarbeit in Essen und Mülheim an der Ruhr wird auf eine neue Ebene gebracht und weiter intensiviert: aus EVAG, MVG und Via wird ein gemeinsames Verkehrsunternehmen – die Ruhrbahn GmbH (Ruhrbahn). Dies haben die Oberbürgermeister heute gemeinsam mit den Vorständen/ Geschäftsführern von EVAG, MVG und Via sowie den Gesellschaftern beider Städte mit ihrer Unterschrift unter den Verträgen der Ruhrbahn besiegelt.

Damit entsteht das größte, städteübergreifende Nahverkehrsunternehmen im Ruhrgebiet und die zweitgrößte Verkehrsgesellschaft im Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR). „Mit rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Versorgungsgebiet von 760.000 Menschen kommt die Ruhrbahn unserem Ziel eines einheitlichen ÖPNV im Ruhrgebiet endlich ein entscheidendes Stück näher“, erklärt Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, die Bedeutung der Fusion: „Die neue Gesellschaft muss jetzt zeigen, dass sie nicht nur zukunftsfähig ist, sondern für die Bürgerinnen und Bürger auch eine serviceorientierte Mobilität sicherstellt.“ „Mit 237 Bussen, 184 Bahnen, drei U-Bahnlinien, elf Tramlinien und 84 Buslinien wird die Ruhrbahn auch über die Stadtgrenzen hinaus ein wichtiger Partner im Verbund der großen Verkehrsunternehmen sein. Mir ist wichtig, dass es gelingen wird, damit die Arbeitsplätze aller Beschäftigten langfristig zu sichern. Von der Geschäftsführung erwarte ich, dass sie einen leistungs- und nachfrageorientierten Betrieb auf die Beine stellen wird und dabei gleichzeitig die Kosten im Blick behält“, so Ulrich Scholten, Oberbürgermeister der Stadt Mülheim an der Ruhr.

Mit 2.500 Mitarbeitern ist die Ruhrbahn ein wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsmotor für die Region. „„Auch das neue Unternehmen wird – wie die EVAG und die MVG – dafür stehen, sozialversicherungspflichtige Arbeits- und Ausbildungsplätze langfristig zu sichern. Die neue Betriebsgröße bietet zusätzlich die Chance im Bereich der Personalentwicklung dem Fachkräftemangel wirkungsvoll zu begegnen, einerseits um für künftige Aufgaben gut gerüstet zu sein, anderseits um auch künftigen Generationen Berufsperspektiven zu bieten“, so Michael Feller, Vorstand und Arbeitsdirektor EVAG.

Mobilitätsdienstleister für die Region

Die Ruhrbahn ist dabei nicht einfach das Ergebnis der Zusammenführung zweier kommunaler Verkehrsgesellschaften. „Unser Anspruch ist es, die Ruhrbahn zum Mobilitätsanbieter für die Region weiter zu entwickeln. Wir möchten unseren Fahrgästen zukünftig stärker individualisierte Mobilitätsangebote bieten, die sie über möglichst nur eine Plattform buchen können. Gleichzeitig sind wir für die Kommunen Partner bei der Entwicklung, Planung und Umsetzung neuer Mobilitätsangebote““, erklären Uwe Bonan und Michael Feller, beide Vorstand EVAG und Geschäftsführer MVG, die Ziele der Ruhrbahn. „Darüber hinaus übernimmt die Ruhrbahn Verantwortung beim Thema Emissionsschutz indem wir uns bereits heute intensiv mit einem möglichen Umstieg vom Dieselbussystem zu zukunftsorientierten, umwelt- und klimafreundlichen, innovativen Bus-Antriebstechnologien beschäftigen. Damit zahlt die neue Gesellschaft unmittelbar auf die Klimaschutzziele der Kommunen ein“, so Bonan und Feller weiter.

Ruhrbahn wird Endverbrauchermarke

Die Ruhrbahn ist ein vollintegriertes und zukunftsfähiges Unternehmen mit einer Geschäftsführung, einem Aufsichtsrat und einem Betriebsrat. Sitz der Gesellschaft wird Essen sein. Koordiniert wird die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger weiter wie bisher von den fünf Betriebsstandorten in Essen und Mülheim. Mit dem operativen Start der Gesellschaft am 1. September 2017 wird die neue Marke „Ruhrbahn“ im gesamten Stadtgebiet von Essen und Mülheim Schritt für Schritt sichtbar und die altbekannten Marken „EVAG“ und „MVG“ werden abgelöst.

(ü. Pm.)

Linke: Für die Einsparung einer Geschäftsführung durch Fusion von EMG und EWG

Für die Ratsfraktion DIE LINKE ist die morgen im Rat geplante Bildung eines Koordinierungskreises Stadtmarketing Essen (KSE) zu kurz gesprungen. Sie fordert stattdessen, eine Fusion der beiden Töchter Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (EWG) und der Essener Marketing GmbH (EMG) zu verfolgen.

„Das vorgeschlagene Konzept ist nichts Halbes und nichts Ganzes“, so Yilmaz Gültekin, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Aufsichtsratsmitglied bei der EWG. „Vor allem die CDU und Oberbürgermeister Thomas Kufen trommeln sonst immer wieder für die Reduzierung der städtischen Beteiligungen. Hier schrecken sie davor zurück, vor allem offensichtlich deswegen, weil an den beiden Gesellschaften jeweils unterschiedliche Teile der Essener Wirtschaft beteiligt sind. Dabei halten wir die thematischen Überschneidungen der EMG und EWG für ausreichend groß. Auch in anderen Städten liegen Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing in einer Hand. Stattdessen gibt es weiterhin zwei Gesellschaften und zwei teure Geschäftsführungen.“

Für DIE LINKE sind Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing zwei Seiten einer Medaille, weswegen sich aus ihrer Sicht eine Fusion geradezu anbietet. Gutes Marketing lockt Investitionen und Unternehmen an und stärkt durch Tourismus und Events die lokale Wirtschaft. Nicht umsonst beschäftigt sich die EWG eben auch mit Standortmarketing.

„Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung aus einer Hand kann aus unserer Sicht hier neue Potentiale wecken und positive Impulse setzen. Dementsprechend können wir uns auch eine weitere Option vorstellen, nämlich dass diese Aufgaben näher an die Stadt zurückgeholt werden. In Dortmund wird Beispielsweise die Wirtschaftsförderung durch einen städtischen Eigenbetrieb geführt, mit guten Erfahrungen“, so Yilmaz Gültekin abschließend.

(ü. Pm.)

 

Weniger Empfänger von Asylbewerberleistungen

In der Stadt Herne wurde der stärkste Rückgang von Leistingsempfängern für die Städte und Kreise des Ruhrgebiets verzeichnet: Es wurden 627 Personen weniger (-54,6%) registriert. Mit 5,9 Prozent (317 Personen) war der Rückgang in Dortmund am geringsten. Mit einem leichten Plus scheren Oberhausen (+0,7) und Hamm (+8,3) aus dem landesweiten Bild aus, die anderen Städte und Kreise in der Metropole Ruhr liegen mit einem Minus zwischen 5,9 und 54,6 Prozent im Trend. Insgesamt gab es im Ruhrgebiet zum Stichtag 31.12.2016 mit 45.428 Personen 13.153 weniger Empfänger von Leistungen als ein Jahr zuvor.
Ende 2016 erhielten in Nordrhein-Westfalen 171.773 Personen Leistungen zur Deckung des täglichen Bedarfs (sog. Regelleistungen) nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Das waren laut einer Zusammenstellung des Landesamtes IT.NRW 52.335 Personen oder 23,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Ergebnisse für Kreise, kreisfreie Städte und Gemeinden in folgender Zusammenstellung:

asylbewerbernrw

(ü. Pm., idr)

10 Millionen Euro für Marketingkampagne des Ruhrgebiets? – RVR-Piraten protestieren

Für dicke Luft sollte das Ruhrgebiet heute sicherlich nicht mehr stehen, aber manchmal scheint die Luft doch recht dünn zu werden, wenn mit einem vergleichsweise hohen Finanzeinsatz eine fiktive Marke beworben werden soll. So haben die RVR-Piraten in einer Pressemeldung den Beschluss des Wirtschaftsausschusses vom 27. 6. 2017 heftig kritisiert:

„Sorry, Ruhrgebiet! – Für echten Wandel hat’s nicht gereicht. Für die RVR-Piraten sind 10 Millionen Euro in einer Standortmarketingkampagne falsch platziert. Die Pläne über das weitere Vorgehen der Kampagne, was insbesondere Slogan, Logo und Kommunikation beinhaltet, sind im Wirtschaftsausschuss (27. Juni) mit einer einzigen Gegenstimme von Melanie Kern aus der Fraktion der Piratenpartei durchgewunken worden. Die Standortmarketingkampagne versteht sich als internationale Wirtschaftskampagne, die Investoren aus In- und Ausland in das Ruhrgebiet ziehen soll. Sie kostet in den kommenden drei Jahren 10 Millionen Euro.

Die RVR-Piraten halten es für falsch, dass 10 Millionen Euro für eine Imagekampagne in die Hand genommen werden, um Werbung für ein Ruhrgebiet zu machen, dem es in den Bereichen wie Bildung, Soziales, Infrastruktur an vielem mangelt. Warum übernehmen nicht die Wirtschaftsförderungen in den Kommunen sowie die Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr in optimierter Kooperation die Aufgabe, Investoren ins Ruhrgebiet zu ziehen? Warum, fragen sich die RVR-Piraten weiter, bedarf es unbedingt eines (wenig innovativen) neuen Logos, eines alten Slogans und Werbetexte, die z.B. in dem Vergleich Ruhrgebiet – New York eine unfreiwillige Komik transportieren?“

Dirk Pullem, Fraktionsvorsitzender der RVR-Piraten: „Natürlich brauchen wir Investoren im Ruhrgebiet für mehr Innovationen. Dafür wäre es jedoch besser, die noch immer schlechten Strukturen des Ruhrgebiets zu verbessern als Geld in eine Imagekampagne zu stecken, die dem maroden Haus Ruhrgebiet nur einen neuen Anstrich verpasst. Dies käme sowohl dem Industriestandort Ruhrgebiet als auch dem Lebensort Ruhrgebiet zu Gute.“

(ü. Pm.)

Landschaftsversammlung des LVR beschließt Sonderausschüttung

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) zahlt seinen Mitgliedern außerplanmäßig Geld aus seinen Rückstellungen aus. Insgesamt 275 Millionen Euro schwer ist die sogenannte „Sonderauskehrung“ des Verbandes. An die Mitgliedskommunen im westlichen Ruhrgebiet gehen insgesamt fast 60 Millionen Euro.

Nach den geltenden Umlagegrundlagen erhält die Stadt Essen mehr als 19,6 Millionen Euro, Duisburg 15,8 Millionen, der Kreis Wesel 11,5 Millionen, Oberhausen 6,2 Millionen und Mülheim 4,6 Millionen Euro.
Die finanziellen Mittel stammen aus Rückstellungen in Höhe von 220 Millionen Euro und nicht in Anspruch genommenen Aufwendungen für Integrationshilfen in Höhe von 55 Millionen Euro.

(ü. Pm., idr)

Bundestagsfraktionen versprechen die Wiederherstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen Kommunen

Das Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“ hat am Freitag (30.6.) im Rahmen ihrer Berliner Kommunalkonferenz einstimmig eine Resolution beschlossen, die den Appell trägt „Die Gleichwertigkeit muss auch in meiner Stadt die Chance zur Zukunft sichern“. Stellvertretend für die Stadt Essen war Geschäftsbereichsvorstand Christian Kromberg in seiner Funktion als Stadtkämmerer in Berlin.

Die Resolution fordert die nachhaltige Lösung der Gemeindefinanzprobleme und die Wiederherstellung der im Grundgesetz festgeschriebenen Gleichwertigkeit der Lebens-verhältnisse in allen deutschen Kommunen.

Die zur Berliner Kommunalkonferenz geladenen Kommunalpolitischen Sprecher und Bundestagsabgeordneten Christian Haase (CDU/CSU), Bernhard Daldrup (SPD), Kerstin Kassner (Die Linke) und Britta Haßelmann (Bündnis 90/Die Grünen) versprachen, dass sich die Fraktionen des neuen Deutschen Bundestages in der nächsten Legislaturperiode dieses Thema zum Schwerpunkt ihrer Politik machen werden.

Ganz konkret wollen die bereits im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien die Forderung des Bündnisses nach Bildung einer Kommission umsetzen. In diesem Gremium sollen bereits im Dezember oder Januar – so das Bündnis – ergebnisoffene Gespräche zwischen Bund, Ländern, Bündnis-Kommunen und Kommunalen Spitzenverbänden über die dringend notwendige Neuordnung des Kommunalen Finanzsystems beginnen.

Die Sprecher des Aktionsbündnisses, das aus 69 finanzschwachen Kommunen aus acht Bundesländern mit mehr als neun Millionen Einwohnern besteht, werteten die Kommunalkonferenz in den Räumen des Deutschen Städtetages in Berlin als „Sternstunde für die Kommunale Familie“.

Im Rahmen der Berliner Kommunalkonferenz hatten vorher die Professoren Martin Junkernheinrich (Kaiserslautern), Uwe Wagschal (Freiburg) und Joachim Wieland (Speyer/Bonn) eindeutig belegt, dass der größte Teil der Schuldenberge in den finanzschwachen Kommunen nicht selbst verursacht, sondern eine Folge Jahrzehnte langer bundespolitischer Gesetze zu Lasten der Städte und Gemeinden seien. So sagte beispielsweise der Verfassungsrechtler Prof. Wieland: „Der Bund hat unseren Sozialstaat zu Lasten der Kommunen errichtet. Zu dieser Verantwortung muss jetzt die Bundespolitik stehen und die Städte und Gemeinden finanziell auf neue Beine stellen.“

(ü. Pm.)

Gesamtkostenrahmen für Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule wird erhöht – u. a. Einrichtung einer „Kiss & Ride-Zone“

Der Bau- und Verkehrsausschuss und der Schulausschuss beraten am Donnerstag, 8. Juni, über die Erhöhung der Gesamtkosten für den Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule um 6,57 Millionen Euro auf dann 48,75 Millionen Euro.

Der größte Teil der den Gremien zur Beratung vorgelegten Mehrkosten wird mit 3,4 Millionen Euro für die Gesamtkosten zur Realisierung des Ideenteils veranschlagt. Mit der Umsetzung der Ideenteils, der bereits im der Entscheidung für den Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule vorangegangenen Architekturwettbewerb erstellt wurde, soll die Attraktivität des Stadtteils gesteigert und der Schulstandort mit der angrenzenden Fläche des Stadtbads Nord-Ost verbunden werden: Durch eine Ausweitung der Schulparkplätze südwestlich des Bades, der Einrichtung einer „Kiss & Ride-Zone“ zum sicheren Bringen und Abholen der Schulkinder sowie der Neugestaltung von Grünflächen, Fahrradstellplätzen und einer Radweg-Anbindung an dem Emscher Park Radweg erfährt der Schul- und Bade-Standort eine attraktive, offene Atmosphäre. Um die Finanzierung des Ideenteils und entsprechende Fördermittel beim Land beantragen zu können, wurde der ursprüngliche Entwurf nun konkretisiert und die Kosten zur Realisierung der landschaftsplanerischen Idee des Generalplaners auf 3 Millionen Euro – zusätzlich zu den Planungskosten in Höhe von etwa 400.000 Euro – veranschlagt.

Als maßgeblich für die zu veranschlagenden weiteren Kosten des Neubaus hat sich der Mehraufwand bei der Baufeldherrichtung und für die Erstellung des Bodengutachtens erwiesen. Diese entfallen zu 1.795.430 Euro auf die Herrichtung und Erschließung des Neubaus, sowie zu knapp 1 Million Euro auf die Baukosten für die Erstellung des Neubaus und zusätzliche Baunebenkosten mit weiteren rund 392.000 Euro. Dadurch hat sich ein Terminverzug von etwa zwei Monaten ergeben. Die geplante Fertigstellung des Neubaus zum Schuljahr 2020/2021 ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch möglich, witterungsbedingte Verzögerungen von mehr als acht Wochen würden den fristgemäßen Umzug der Schule erschweren.

Die insgesamt zu veranschlagende Erhöhung der Gesamtkosten für den Neubau und die Umfeldgestaltung der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Höhe von 6.571.000 Euro sollen in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro aus der Haushaltsplanung 2019/ 2020 finanziert werden.

Für den Ideenteil wird eine Förderung im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt – Investitionen im Quartier“ von voraussichtlich 80 Prozent der Kosten von 3,4 Millionen Euro, das heißt rund 2,7 Millionen Euro, angestrebt. Zusammen mit den 9,2 Millionen Euro, welche für den Hochbau und die Außenanlagen in Aussicht stehen, können somit voraussichtlich Fördermittel des Landes in Höhe von 11,9 Millionen Euro generiert werden.

Der Rat der Stadt Essen wird voraussichtlich in seiner Sitzung am 12. Juli über die Bewilligung der Gesamtkostenrahmens für den Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule – vorbehaltlich der Zustimmung der Kommunalaufsicht – entscheiden.

Zum Hintergrund:

Der Rat der Stadt Essen hat am 23.11.2016 den Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule beschlossen. Das massive drei- bis viergeschossige, nach aktuellen pädagogischen und architektonischen Ansprüchen errichtete Gebäude soll Platz für etwa 1.300 Schülerinnen und Schüler sowie 110 Beschäftigte bieten.

(ü. Pm.)

Jahresbilanz RAG-Stiftung: Stiftungsvermögen auf knapp 17 Milliarden Euro gestiegen

Beim heutigen Bilanz-Gespräch zog sie anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens eine positive Bilanz. Das Stiftungsvermögen ist von sechs Milliarden Euro bei Gründung auf knapp 17 Milliarden Euro gestiegen.

Zum Jahresende 2016 wurden 393 Millionen Euro der Rückstellung für Ewigkeitslasten zugeführt. Damit summiert sich die Rückstellung auf 4,84 Milliarden Euro. Wenn die RAG-Stiftung ab 2019 erstmals für die Ewigkeitsaufgaben aus dem deutschen Steinkohlenbergbau aufkommen wird, rechnet sie hierfür mit jährlichen Ausgaben in Höhe von rund 220 Millionen Euro. Dem stehen perspektivisch doppelt so hohe jährliche Einnahmen gegenüber, so die Stiftung. Seit Aufnahme der Stiftungsarbeit wurde 30 Millionen Euro für Projekte aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur an die Bergbauregionen ausgeschüttet. 2017 liegt das Förderbudget bei 13,5 Millionen Euro. Unter anderem hat die RAG-Stiftung 2016 gemeinsam mit RAG und Evonik sowie in Zusammenarbeit mit der IG BCE die Initiative „Glückauf Zukunft!“ anlässlich des Auslaufens des deutschen Steinkohlenbergbaus ins Leben gerufen. Der Projektkalender wird im Herbst vorgestellt.

(ü. Pm. idr)

Fehlbetrag von rund 482 Millionen Euro – Verwaltung bringt Jahresabschluss der Stadt Essen ein

Der vorläufige Jahresabschluss der Stadt Essen für das Jahr 2016 fällt besser aus als geplant. Nach Abzug aller Aufwendungen ergibt das Jahresergebnis ein Minus von 39,67 Millionen Euro.

Im genehmigten Haushaltsplan der Stadt Essen war ein Defizit von 39,7 Millionen Euro geplant, damit hat sich das Ergebnis um knapp 20.000 Euro verbessert.

Der Jahresabschluss enthält jeweils auch die Ergebnisrechnung, die Finanzrechnung, die Teilrechnungen sowie eine Bilanz.

Das ordentliche Ergebnis schließt mit einem Überschuss in Höhe von 6,2 Millionen Euro ab. Gegenüber dem Plan verschlechtert sich das Ergebnis allerdings um 2,6 Millionen Euro.

Das Finanzergebnis 2016 weist ein negatives Ergebnis in Höhe von 45,9 Millionen Euro aus, was allerdings ein Plus von 2,6 Millionen Euro im Vergleich zum Plan darstellt.

Die Abweichungen im Positiven sind begründet durch beispielsweise ein verbessertes Finanzergebnis oder Mehrerträge bei der Gewerbesteuer. Im Negativen sind sie begründet durch Mehraufwendungen im Personalbereich oder in der Instandhaltung und Unterhaltung von städtischen Grundstücken oder Gebäuden.

Die Bilanz zeigt trotzdem einen Fehlbetrag von rund 482 Millionen Euro auf, der nicht durch Eigenkapital gedeckt werden kann. Damit ist die Stadt Essen nach wie vor überschuldet.

Angesichts des bestehenden negativen Eigenkapitals ist es weiterhin notwendig, den strikten Sparkurs fortzuführen, um einen Wiederaufbau des Eigenkapitals zu erreichen.

Der Jahresabschluss wird im nächsten Schritt durch das Rechnungsprüfungsamt geprüft, der Bericht wird im September vorgelegt. Mit diesem Bericht muss sich dann der Rat beschäftigen.

(ü. Pm.)

Grabenkamp wird neuer Kämmerer der Stadt Essen

Der Rat der Stadt Essen hat sich heute (24.5.) mehrheitlich für Gerhard Grabenkamp als neuen Stadtkämmerer ausgesprochen.Damit hat sich Grabenkamp in einem mehrstufigen Verfahren gegen insgesamt 13 weitere Bewerberinnen und Bewerber durchgesetzt. Drei Kandidaten hatten sich in einer Aussprache den Ratsmitgliedern vorgestellt und Rede und Antwort gestanden.

Grabenkamp wird seinen Dienst ab Oktober 2017 im Essener Rathaus antreten. Zuvor war er Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Essen. In den Jahren 2007 bis 2012 war er Büroleiter des ehemaligen Stadtkämmerers Marius Nieland, davor absolvierte Grabenkamp unterschiedliche Stationen in der Stadt Essen – immer in den Bereichen Finanzen und Controlling. Der Diplom-Verwaltungs- und Betriebswirt Grabenkamp hat seine Kariere 1979 bei der Stadt Essen gestartet.

(ü. Pm.)