Aalto Essen: Kein Lusterleben – Carl Maria von Webers „Freischütz“ als Zerrbild

Maximilian Schmitt (Max), Heike Trinsinger (Kaspar) (v.l.), Statisterie
Foto: Martin Kaufhold

Der „Freischütz“ ist ein Steinbruch. Aus ihm lassen sich bekanntlich beliebige Gebäude errichten. Historisch erwuchs aus ihm manches, auch krude Gedankengebäude und mit der Historie wuchs der beladene Anspruch auch romantischer Fiktion. „Romantische Nationaloper“ dürfte wohl der Gipfel sein, von dem es eigentlich ja nur bergab gehen kann. Begeisterung, Spott und Widerstand, alles affizierte von Webers Werk und überlebte. Damit steht jede Regie vor der Grundfrage, Bedienen der romantischen Emotion oder Dekonstruktion. Von Letzterem ist es nur noch ein Schritt zum Verriss.
Tatjana Gürbaca, die Regisseurin der Essener Aalto Produktion, Titelträgerin als „Regisseurin des Jahres 2013“, dort wurde sie für ihren Antwerpener „Parsifal“ geehrt, steht wohl mit ihrem Essener Freischütz unter Erfolgszwang und wagt sich an die vollkommene Negation eines Freischützes, der so eigentlich keinen Platz mehr in der Gegenwart haben dürfte. Die „Wolfsschlucht“ des zweiten Aktes wird zum Tummelplatz menschlicher Triebabfuhr, als Kompensation der Kriegstraumata des Dreißigjährigen Krieges. Verkrampfte Symbolhandlungen aller denkbarer Dekadenz. Die Darsteller flüchten in abergläubische Refugien. Was so noch als individuelles Reagieren auf die zeitlichen Gegebenheiten gedeutet werden kann, führt Gürbaca in einem kühnen Ablauf auf ein scheinbar zwanghaft vorgegebenes Ende. Hitler und der Holocaust als Schiene in die Vernichtungslager als Endbild für den Besucher. Da ergibt sich, dass das Bühnenbild (Klaus Grünberg) eine graue, farblose Gestaltung benötigt.
Ansonsten sollen Zappelbilder der Wollust und billige Sexdarstellungen jeder mit jedem alles…, Agathe zeigt Entzückung bei der Onanie mit Maxens Gewehrlauf, Zwang statt Lust und so eigentlich entbehrlich, Dekadenz opernhaft dem Besucher ins Bewusstsein bringen.
Solch ein Geschehen kann und soll keinen harmonischen Abschluß finden, der Dritte Akt hinter Gazeschleier der Regenflut, Kugelschuß in Bombennacht und Hauseinsturz dann zum brachialen Schlußbild der Schienen ins Vernichtungslager.
Musikalisch hatte Dirigent Tomás Netopil deutlich Schwierigkeiten den Chor synchron zu halten. Maximilian Schmitts Max hatte ebenfalls keine Sternstunde, Jessica Muirheads Agathe brillerte vorwiegend in der Mittellage. Tamara Banjesevic als Ännchen sang ihre Rolle exzellent, ein vom Publikum gefeiertes Trostpflaster.
Das Publikum ertrugs, artiges Abnicken und vereinzelte Buhrufe bereits in der Premiere.

Webers Freischütz 1821 zwischen Schuberts Erlkönig von 1815 und dessen Winterreise von 1827, Karl Spitzweg, Ph. O. Runge und Caspar David Friederich als Zeitgenossen, der richtige Baukasten für eine Nationalkritik? Eher das Unverständnis zwischen epochaler Zeitgeschichte und die Einbettung von Kunstströmungen in deren Kontext.

„Freischütz“-Termine in Essen: www.theater-essen.de/oper

Land gründet mit vier Opernhäusern im Ruhrgebiet das Opernstudio NRW zur Förderung junger Talente Essen

 (idr). Die Opernhäuser in Dortmund, Essen, Gelsenkirchen und Wuppertal arbeiten im neuen Opernstudio NRW zusammen, um junge Gesangstalente in NRW zu fördern.

Heute (12. November) wurde die Kooperation in Essen vorgestellt. Gegründet und gefördert wird das Opernstudio NRW vom Land Nordrhein-Westfalen. Partner sind die Hochschule für Musik und Tanz Köln und die Folkwang Universität der Künste Essen.  Gemeinsam wollen die Häuser bis zu sieben Sängerinnen und Sänger sowie eine Korrepetitorin oder einein Korrepetitor beim Übergang vom Studium in den Beruf unterstützen. Dafür werden die Bewerber für maximal zwei Jahre engagiert. Sie wirken bei professionellen Produktionen mit und arbeiten mit Regisseuren, Coaches, Dirigenten und Orchestern zusammen. Außerden bietet das Opernstudio NRW ihnen Bewegungstraining, Sprachkurse und Schauspielunterricht sowie eine Reihe von Meisterkursen renommierter Gastdozenten. Darüber hinaus wird es in jeder Spielzeit eine eigene Produktion des Opernstudios geben. Interessenten mit abgeschlossenem Hochschulstudium, die maximal 30 Jahre alt sind, können sich bis zum 30. November bewerben.

Verdis „La Traviata“ ist wieder am Aalto-Theater zu sehen

Mit Giuseppe Verdis „La Traviata“ ist zurzeit wieder eine der beim Publikum besonders gefragten Opern im Aalto-Theater zu erleben. Noch zweimal, am 11. und 26. Mai 2018, besteht die Möglichkeit zum Vorstellungsbesuch.

Gespannt sein darf man auf ein besonderes Rollendebüt: Elbenita Kajtazi, Sopranistin im Aalto-Ensemble und ab der kommenden Spielzeit an der Hamburgischen Staatsoper engagiert, ist als Violetta zu erleben. Die junge Kosovarin glänzte in Essen unter anderem als Adina in „Der Liebestrank“ und Pamina in „Die Zauberflöte“. Diese Partie übernahm sie im vergangenen Jahr auch an der Dresdner Semperoper. In den weiteren Hauptpartien wirken die Aalto-Sänger Carlos Cardoso (Alfredo Germont) und Heiko Trinsinger (Giorgio Germont) mit. Friedrich Haider dirigiert die Essener Philharmoniker.

„La Traviata“ ist „die vom Wege Abgekommene“, „die Verirrte“. Verdis Oper liegt die Handlung des Romans „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas dem Jüngeren über das Leben einer schwindsüchtigen, lebensfrohen Kurtisane in den Pariser Salons und ihren Wunsch nach einer Rückkehr in ein sinnerfüllteres Leben zugrunde. Ein Jahr nach der zunächst wenig gelungenen Uraufführung 1853 in Venedig begann „La Traviata“ ihre beispiellose Erfolgsgeschichte, die sie nach allen Statistiken zur beliebtesten Oper Verdis macht, gar in manchen Ländern zur meist aufgeführten Oper generell. Und auch der Komponist selbst konnte einige Zeit später auf die Frage, welches seiner eigenen Werke er am meisten schätze, antworten: „Als Profi halte ich ‚Rigoletto‘ für meine beste Arbeit, als Liebhaber aber ‚La Traviata‘.“

Karten (€ 16,00 – 55,00) unter T 02 01 81 22-200 oder www.theater-essen.de.

Titelfoto: Szenenfoto mit Elbenita Kajtazi als Violetta und Carlos Cardoso als Alfredo (Foto: Saad Hamza).

Deutscher Tanzpreis mit neuem Konzept

(idr). Am 22. September wird im Essener Aalto Theater der neu aufgelegte Deutsche Tanzpreis verliehen.

Hinter der Auszeichnung steht jetzt der Dachverband Tanz Deutschland, gefördert wird er aus Landes- und Bundesmitteln. Erstmals ist die Auszeichnung mit einem Preisgeld von 20.000 Euro verbunden. Ausgezeichnet werden Künstler sowohl der Ballett- und Tanzensembles an Stadt-, Landes- und Staatstheatern als auch der freien Szene. Erste Preisträgerin nach der Neuausrichtung ist die Dramaturgin und Tanz-Netzwerkerin Nele Hertling. Die Berlinerin war u.a. Intendantin des Berliner Hebbel-Theaters (1988 bis 2003). Seit 2006 ist sie Vizepräsidentin der Akademie der Künste. Für eine herausragende Entwicklung im Tanz wird das Ballett des Staatstheaters Nürnberg geehrt. Als beste Interpretinnen werden die Choreografin Meg Stuart und ihre Company „Damaged Goods“ (Berlin/Brüssel) ausgezeichnet. Die Gala zur Preisverleihung findet am 22. September im Aalto Theater Essen statt. Die Ruhrgebietsstadt wird auch zukünftig die Verleihung ausrichten, immer zu Beginn der Theatersaison. Kooperationspartner des Dachverbandes Tanz Deutschland ist die Theater und Philharmonie Essen GmbH. Weitere Informationen: www.deutschertanzpreis.de

2. Internationales Folkwang Gitarrenfestival

Konzerte und Meisterkurse am Campus Essen-Werden Vom 22. bis zum 24. März findet an der Folkwang Universität der Künste das 2. Internationale Gitarrenfestival statt.

Auf dem Programm stehen Meisterkurse und Konzerte mit renommierten KünstlerInnen aus aller Welt, die Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Initiator und Leiter des Festivals ist der Gitarrist und Folkwang Professor Tomasz Zawierucha. Zu Gast sind Experten aus Belgien, Großbritannien, Polen und Deutschland. Tomasz Zawierucha eröffnet das Festival am 22. März um 19.30 Uhr im Haus Fuhr an der Heckstraße 16. An diesem Abend ist der Folkwang Professor sowohl solistisch an der Barock- und an der klassischen Gitarre sowie als Kammermusiker gemeinsam mit dem Folkwang Gitarrenquartett und dem Ernst Streichquartett zu hören. Das Streichquartett bilden Jacek Klimkiewicz, Folkwang Professor für Violine, die Starbratschistin Hideko Kobayashi (Professorin an der Mannheimer Musikhochschule), der Geiger Teruyoshi Shirata sowie der Cellist und Folkwang Absolvent Yan Vaigot. Gemeinsam werden die MusikerInnen das bekannte „Fandango“-Gitarrenquintett von Luigi Boccherini spielen. Das Folkwang Gitarrenquartett hat Tomasz Zawierucha gemeinsam mit Studierenden und Absolventen gegründet. Dazu gehören neben ihm selbst Dmytro Omelchak, Jean Barcelos und Oleksandr Chubarenko. Das Quartett spielt u.a. die berühmte Carmen Suite von Georges Bizet. Einen Tag später, am 23. März, findet das Konzert des belgischen Gitarristen Jan Depreter statt. Es beginnt um 19.30 Uhr im Kammermusiksaal. Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Lennox Berkeley, Benjamin Britten und William Walton. Zu Beginn des Konzertes treten die beiden Studierenden Gain Lee und Eugen Treichel als Gitarrenduo auf. Zum Abschluss konzertieren am 24. März der britische Gitarrist Graham Anthony Devine sowie Dmytro Omelchak, der im Jahr 2016 den Internationalen Folkwang Gitarrenwettbewerb gewann. An diesem Abend sind unter anderem Stücke von John Dowland, Fernando Sor, Mauro Giuliani und Domenico Scarlatti zu hören. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr im Haus Fuhr, Heckstraße 16. An allen Festivaltagen werden Meisterkurse angeboten. Sie werden von Prof. Hubert Käppel aus Köln, Prof. Piotr Zaleski aus Breslau, Jan Depreter aus Antwerpen und Graham Anthony Devine aus London ausgerichtet. Die Meisterkurse richten sich vor allem an Studierende der Folkwang Universität der Künste. Externe TeilnehmerInnen sowie ZuhörerInnen sind aber willkommen. Sie werden gebeten sich bis 15. März unter folkwang.gitarre@gmail.com anzumelden. Detailliertere Informationen zum Programm finden Sie unter: www.folkwang-gitarre.de. Karten für die Konzerte erhalten Sie über die Folkwang Kartenhotline 0201_4903-231, per Mail karten@folkwang-uni.de oder an der Abendkasse. Die Tickets für die Konzerte kosten jeweils 10 Euro (ermäßigt 5 Euro). Julia Bauer/15.März 2018

CHRIS KRAMER – Der Blues-Entertainer & Geschichtenerzähler beim RECKLINGHÄUSER HURZ

Der Recklinghäuser HURZ geht am kommenden Montag im RuhrfestspielhausRecklinghausen in die zweite Runde. Verliehen wird der schräge Comedypreis u.a. an Helge Schneider, Ingo Appelt und Gaby Köster. Zum Programm gehört mit Chris Kramer auch wieder ein musikalisches Highlight!
Kramer kommt aus dem „Ruhrgebeat“ und wenn Chris Kramer auf die Bühne kommt, macht er sofort klar, dass weder Lachmuskeln noch Tränendrüsen verschont werden. Chuck Leavell (Pianist der Rolling Stones) sagt über Chris: „Oh man, what an amazing harpplayer“. Jürgen von der Lippe lud ihn in seine Samstagabendshow „Geld oder Liebe“ ein. Simple Minds Drummer Mel Gaynorlobt seine Vielseitigkeit und Peter Maffay engagierte den Bluesharp- Virtuosen für die Position des Mundharmonikaspielers in seiner Band.
Aber Chris Kramer kommt nicht nur als guter Musiker mit charismatischer Reibeisenstimme daher. Er hat den Schalk im Nacken und kann sein Publikum perfekt unterhalten – und gleichzeitig zutiefst berühren. Chris Kramer ist ein begnadeter Geschichtenerzähler der es auch über den Blues hinaus versteht sein Publikum mit auf eine Reise zu nehmen. Die musikalischen Geschichten die ganz ohne Worte auskommen stechen im Bühnenprogramm von Chris Kramer dabei ganz besonders hervor.
Es ist egal, ob Kramer seine alte Dobro (sechs- oder zwölfsaitige Akustik-Gitarre) seine eigens angefertigte „Zigarren-Kisten-Ruhrpott-Gitarre“ oder das Banjo spielt – egal ob Blues oder artverwandtes: Wenn Chris Kramer auf die Bühne kommt, kommt es jedes Mal zu einem intensiven persönlichen hochmusikalischen Abend, bei dem jeder Freund von handgemachte Musik auf seine Kosten kommt.
Der Einlass beginnt um 19.00 Uhr. Die Show startet um 20.00 Uhr. Tickets und weitere Infos gibt‘s noch unter www.derhurz.de !

Christian Zacharias spielt Werke von Haydn und Bach

„Haydns Werke sind noch wahrhaftige Musik für die Ohren, mit denen er dauernd spielt“, sagt Christian Zacharias. Mit den Ohren des Publikums wird der Pianist am kommenden Samstag, 10. März 2018, um 20 Uhr in der Philharmonie Essen in der Reihe „Piano Lecture“ spielen: Zacharias interpretiert die beiden Sonaten g-Moll, Hob. XVI:44 und Es-Dur, Hob. XVI:52 von Joseph Haydn sowie die Französische Suite Nr. 5 G-Dur, BWV 816 von Johann Sebastian Bach. Im ersten Konzertteil bringt er den Zuhörern darüber hinaus die Musik Haydns in einem spannenden Vortrag unter dem Titel „Joseph Haydn – Schöpfung aus dem Nichts?“ näher.

Christian Zacharias gehört seit vielen Jahren zu den profiliertesten Pianisten. Seine Karriere ist begleitet von zahlreichen Auszeichnungen wie dem Midem Classical Award „Artist of the Year“, der ihm 2007 in Cannes verliehen wurde. Nach einer Ehrung für seine Verdienste um die Kultur in Rumänien im Jahr 2009 erhielt Christian Zacharias vom französischen Staat die ehrenvolle Auszeichnung eines „Officier dans l’Ordre des Arts et des Lettres“. In seiner Zeit als Chefdirigent des Orchestre de Chambre de Lausanne entstanden zahlreiche Aufnahmen. Besonders hervorzuhebChristian Zachariasen ist die Gesamteinspielung aller Klavierkonzerte Mozarts – ausgezeichnet mit dem Diapason d’Or, dem Choc du Monde de la Musique und dem ECHO-Klassik-Preis – sowie aller Sinfonien Schumanns.

Karten (Einheitspreis: € 28,00) und Infos unter T 02 01 81 22-200 und www.philharmonie-essen.de.

Titelfoto: Christian Zacharias (Foto: OCL und Nicole Chuard).

 

Mozarts „Entführung aus dem Serail“ zurück auf der Aalto-Bühne

Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Die Entführung aus dem Serail“ versammelt ein ernstes und ein heiteres Liebespaar, einen tölpelhaften Tunichtgut, einen humanistischen Edelmann und einen Spielort, der Platz für exotische Klänge bietet. Eine wunderbare Mischung, auf die sich das Publikum im Aalto-Theater nun wieder freuen darf: Am Sonntag, 4. März 2018, um 18 Uhr wird das beliebte Singspiel wiederaufgenommen, weitere Vorstellungen folgen am 17. März und 6. April 2018. Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Tomáš Netopil übernehmen die Gesangspartien Maik Solbach (Bassa Selim), Simona Šaturová und Anna Rajah (Konstanze), Christina Clark (Blonde), Dmitry Ivanchey (Belmonte), Albrecht Kludszuweit (Pedrillo) und Tijl Faveyts (Osmin). Die Inszenierung stammt von Jetske Mijnssen. Mit Instrumenten wie Becken, Trommel oder Triangel bediente Mozart in der „Entführung aus dem Serail“ die damaligen Erwartungen an das orientalische Lokalkolorit. Doch nicht nur wegen dieser Klänge hatte das Werk eine epochemachende Bedeutung für die Entwicklung der deutschen Oper.

Karten (€ 11,00 – 55,00) unter T 02 01 81 22-200 oder www.theater-essen.de.

Titelfoto: Scenenfoto von Ben van Duin).

Bühnenkarten für Konzert mit Daniil Trifonov erhältlich

Für den Klavierabend mit den Pianisten Daniil Trifonov und Sergei Babayan am Mittwoch, 21. Februar 2018, um 18 Uhr in der Philharmonie Essen sind ab sofort Karten für Sitzplätze direkt auf der Bühne erhältlich (Preis: € 50,00). Darüber hinaus gibt es aber auch noch einige Tickets in den übrigen Kategorien (€ 35,00 – 50,00).

Das Duo-Recital, das im Rahmen der Festtage Kunst⁵ der Theater und Philharmonie Essen stattfindet, ist ein außergewöhnliches Zusammentreffen: Babayan war Trifonovs Lehrer am Cleveland Institute of Music. Gemeinsam präsentieren sie ein bemerkenswertes Programm für zwei Klaviere: das „Andante con Variazioni“ B-Dur, op. 46 von Robert Schumann, „Pari intervallo“ von Arvo Pärt, die Sonate D-Dur, KV 448 von Wolfgang Amadeus Mozart sowie die Suiten Nr. 1, op. 5 („Fantasie-Bilder“) und Nr. 2, op. 17 von Sergej Rachmaninow.

Daniil Trifonov gewann erst vor kurzem einen Grammy Award für die beste klassische Solo-Einspielung. Zu den weiteren Auszeichnungen, die er in seiner noch jungen Karriere erhielt, gehört unter anderem der erste Preis beim renommierten Tschaikowski-Wettbewerb 2011 in Moskau. Die legendäre Pianistin Martha Argerich sagte daraufhin über Trifonov: „Was er mit seinen Händen macht, ist technisch unglaublich. Hinzu kommt sein Anschlag – er hat Zartheit und auch das dämonische Element. Ich habe so etwas noch nie gehört.“

Karten (Preise: € 35,00 – 50,00) und Infos unter T 02 01 81 22-200 und www.philharmonie-essen.de.

 Ti telfoto: Daniil Trifonov (Foto: Dario Acosta).

Konzert des Impr%rchester unter dem Motto „Ein Platz in der Welt“

Am Donnerstag, den 08. Februar, findet um 19.30 Uhr im Pina Bausch Theater am Campus Essen-Werden ein Konzert des Impr%rchester unter der Leitung von Prof. Michael Niesemann statt, zu dem das Ensemble herzlich einlädt. 

Das Konzert steht diesmal unter dem Motto „Ein Platz in der Welt“. Das Orchester spielt frei improvisierte Musik und drei TänzerInnen werden auf der Bühne zu sehen sein.

Seit mehreren Jahren widmen sich die mitwirkenden MusikerInnen, zum größten Teil Studierende, aber auch Lehrende der Folkwang Universität der Künste und manchmal auch Gäste, der zumeist komplett frei improvisierten Musik. Auf traditionellen, teilweise aber auch exotischen Instrumenten entsteht ein sehr ausgefallener und eigenwilliger Klang.

Unterstützt vom bühnen- und tontechnischen Team der Hochschule entführen die Mitwirkenden die ZuhörerInnen in außergewöhnliche Atmosphären und Klangwelten, die durch ihre Unvorhersehbarkeit beeindrucken.

Karten gibt es zum Preis von 5 Euro (ermäßigt 3 Euro) telefonisch unter 0201 4903 231, per Mail unter karten@folkwang-uni.de und an der Abendkasse.

Ausstellungen: Josef Albers in Essen – Anni Albers in Düsseldorf

Essen/Bottrop. Wie kaum ein anderer erforschte der einflussreiche Künstler Josef Albers die Farbe. Mit Josef Albers. Interaction, 16.06. bis 7.10.2018, ist sein facettenreiches und prägendes Schaffen erstmals seit 30 Jahren in einer großen Retrospektive zu sehen. Gemeinsam führen die Kulturstiftung Ruhr und das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop 130 Werke – der Hauptteil aus bedeutenden amerikanischen Sammlungen – in der Villa Hügel, Essen, zusammen.

Ab sofort sind alle Informationen, auch zur Buchung von Führungen, unter josefalbers.villahuegel.de online.

Diese außergewöhnliche Ausstellung ermöglicht die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens. Josef Albers. Interaction ist eine Kooperation mit dem Josef Albers Museum Quadrat Bottrop.

Fast zeitgleich zur Essener Ausstellung zeigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf im K20 die Retrospektive Anni Albers, 9.06. bis 9.09.2018. Die Ausstellung – eine Kooperation mit Tate Modern – wird alle Facetten des vielseitigen Werks der wohl bedeutendsten Bauhaus-Künstlerin beleuchten. www.kunstsammlung.de

Der Sommer 2018 bietet damit die einmalige Gelegenheit, konzentriert die Lebenswerke zweier herausragender Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in unmittelbarer Nachbarschaft zu erleben. Informationen zu gemeinsamen und korrespondierenden Veranstaltungen folgen in Kürze.

Anni und Josef Albers

Das Paar lernte sich am Bauhaus in Dessau kennen und heiratete 1925. Mehr als 50 Jahre prägte die Beziehung des Künstlerpaares gegenseitige Bewunderung und das Interesse an der Arbeit des Anderen. Für beide wurde Mexiko nach ihrer Emigration 1933 in die USA zu einer wichtigen Inspirationsquelle. Heute wird der Nachlass von Anni und Josef Albers von der 1971 gegründeten Josef & Anni Albers Foundation bewahrt und gepflegt. Sie unterstützt die Essener und die Düsseldorfer Ausstellung mit großzügigen Leihgaben.

Josef Albers – Sehen lernen

Josef Albers wollte Farbe denken, suchte nach ihrem spezifischen Gewicht, diskutierte mit seinen Student/innen über ihr sich immer wieder veränderndes Gesicht und den Verlust aller Gewissheit: „Nur der Schein trügt nicht“, schrieb er. Die Ausstellung beginnt mit Albers‘ Zeit am Bauhaus in Weimar und Dessau. Sie schlägt einen Bogen zu den Schwerpunkten seiner amerikanischen Jahre – zur Begegnung mit Mexiko und der Serie Homage to the Square. Erstmals werden Malerei, Druckgrafik, Möbel, Gebrauchsgegenstände, Arbeiten in Glas, Fotografie und präkolumbische Skulpturen aus der Sammlung des Ehepaares Albers in ihrer Wechselwirkung gezeigt. Eine Gegenüberstellung religiöser Bildwerke mit Gemälden von Albers verdeutlicht die geistig-spirituelle Dimension seiner Kunst. Beleuchtet wird ebenfalls die Wirkung von Albers auf die amerikanische Kunst der 1960er-Jahre, die sogenannte Minimal Art.

Josef Albers. Interaction | Öffnungszeiten Ausstellung: Di – So 10 – 18 Uhr

Kontakt: +49 (0) 201 – 61 629 17, info@villahuegel.de
Eintritt inkl. Villa Hügel, Park und Historische Ausstellung Krupp: Erwachsene: 5 €, Kinder bis zum 14. Lebensjahr: frei, Schulklassen in Lehrerbegleitung: frei

Titelfoto: Josef Albers, „Kaiserlich“, um 1923, Glassassemblage, Josef Albers Museum Quadrat Bottrop © The Josef and Anni Albers Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn

 

 

Theater Oberhausen: „Die Schneekönigin“

Die Vorstellung von „Die Schneekönigin“ am Sonntag, 18.2.2018 um 15 Uhr wird für Gehörlose übersetzt. Damit knüpfen wir an eine lange Tradition am Theater Oberhausen an. Wie bereits in früheren Jahren werden die Gebärdensprachdolmetscher*innen der Firma transignum das Familienstück „Die Schneekönigin“ simultan übersetzen. Vor der Vorstellung gibt es zusätzlich eine Einführung für Gehörlose.

Ein teuflischer Spiegel, der alles Gute und Schöne verzerrt und ekelhaft aussehen lässt, zerspringt in hundert Millionen und noch mehr Stücke. Überall verteilt, sorgen sie für große Verwirrung und Elend, denn jede kleine Spiegelscheibe  besitzt dieselbe Kraft, die der ganze Spiegel besaß. Gerdas bester Freund Kay wird gleich von zwei Splittern getroffen: Einer bohrt sich in sein Herz, das sich in einen Eisklumpen verwandelt, ein anderer gerät ihm ins Auge und so sieht er alles um sich herum hässlich und böse. Daraufhin entflammt er für die schöne Schneekönigin und lässt sich von ihr in die eisigen Weiten entführen. Gerda begibt sich voller Sorge auf die Suche nach ihm. Nach und nach erfährt sie von dem bösen Zauber, der Kay gefangen hält, und entdeckt die Macht, die in ihrem Herzen sitzt. Die wirkt nämlich stärker gegen die Schneekönigin als die Kraft von zwölf Männern.

Tickets für die Vorstellung gibt es an der Theaterkasse und online: www.theater-oberhausen.de

Theater Oberhausen, Will-Quadflieg-Platz 1, 46045 Oberhausen

Telefon 0208/8578 – 184, E-Mail: besucherbuero@theater-oberhausen.de

 

Fotos: Isabel Machado Rios

Schneekönigin_5696: im Vordergrund Daniel Rothaug (Rentier), Emilia Reichenbach (Gerda) und Banafshe Hourmazdi (Räubermädchen)

Schneekönigin_6632: Mervan Ürkmez (Kay) und Emilia Reichenbach (Gerda)