Zombies kehren für fünf Vorstellungen zurück in die Casa

Christian Lollikes „Die lebenden Toten oder: Monsters of Reality“ ab dem 20. Oktober wieder am Schauspiel Essen

Horror-Geschichten, in denen Zombies ihr Unwesen treiben, sind nicht jedermanns Sache. Doch spätestens seit die amerikanische Fernsehserie „The Walking Dead“ höchst erfolgreich ein Millionenpublikum begeistert, ist klar, dass das Spiel mit Untoten eher symbolisch zu verstehen ist. Einen solchen Zugang hat auch Christian Lollike in seinem Theaterstück „Die lebenden Toten oder: Monsters of Reality“ gewählt: Sein Thema ist die Flüchtlingskrise, und bei ihm stehen die Zombies für abertausende Geflüchtete, die der Hunger nach Wohlstand, Demokratie, Freiheit und Sicherheit an die Küsten Europas treibt.

Silvia Weiskopf, Axel Holst, Alexey Ekimov in der Inszenierung „Die lebenden Toten oder: Monsters of Reality“ von Christian Lollike; Regie: Jörg Buttgereit

Regisseur Jörg Buttgereit, der Anfang der 80er Jahre Low-Budget-Filme wie „Nekromantik“ (1987) und „Der Todesking“ (1989) produziert hat, inszenierte „Die lebenden Toten oder: Monsters of Reality“ in der vergangenen Spielzeit in der Casa des Schauspiel Essen. Mit der Wiederaufnahme am Freitag, dem 20. Oktober, 19 Uhr, ist dann dort wieder dieser ungewöhnliche Theaterabend zu erleben, über den der WDR-Kritiker Stefan Keim sagt: „Bei aller Freude am Genre ist Jörg Buttgereit eine politisch genau durchdachte, hellsichtige Aufführung gelungen. Den drei Schauspielern Alexey Ekimov, Axel Holst und Silvia Weiskopf gelingen grandiose Gratwanderungen zwischen Leben und Tod. Diese lebenden Toten haben den lebenden Lebenden viel zu erzählen.“

Silvia Weiskopf, Axel Holst, Alexey Ekimov in der Inszenierung „Die lebenden Toten oder: Monsters of Reality“ von Christian Lollike; Regie: Jörg Buttgereit

Eintritt: € 17,00.

Weitere Vorstellungen: 26. Oktober („Volle Hütte“, Einheitspreis € 11,00), 3. November („Volle Hütte“, Einheitspreis € 11,00), 17. November, 27. Dezember (zum letzten Mal, „Volle Hütte“, Einheitspreis € 11,00); jeweils 19:00 Uhr, Casa.

Kartenvorverkauf: Tel.: 0201/81 22-200, oder online unter www.schauspiel-essen.de

 

Dies und das aus dem Ruhrgebiet

(idr). In Zeiten von Smartphones und Spielekonsolen sind sie fast ausgestorben: die Flipperautomaten. Bei der Ausstellung „Ausgeflippt“ im Museum Strom und Leben in Recklinghausen erleben sie nun ein kleines Comeback. Hier erwarten die Besucher mehr als 30 klassische und moderne Flipper. Anfassen und bespielen ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht! Die Ausstellung beginnt am Freitag, den 20. Oktober um 17 Uhr. Sie läuft bis zum 22. Oktober. Infos: www.umspannwerk-recklinghausen.de

Der Schweizer Künstler Balthasar Burkhard erhält seine erste große museale Würdigung in Deutschland. Das Museum Folkwang in Essen stellt über 150 Werke und Werkgruppen des Fotografen aus, die seinen Werdegang vom Reportagefotograf bis hin zum Künstler dokumentieren. Die Ausstellung eröffnet am 20. Oktober und dauert bis zum 14. Januar 2018. Infos: www.museum-folkwang.de

Gut zuhören heißt es beim Concert in the Dark im Unnaer Säulenkeller im Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna. Denn bei diesem Konzert stehen die akustischen Reize im Vordergrund. Der Posaunist Shawn Grocott und sein Ensemble haben für diesen Abend in Zusammenarbeit mit dem Lichtkunst-Zentrum ein stilistisch vielseitiges Programm entwickelt. Die Besucher betrachten zuerst ausgewählte Lichtkunstwerke. Anschließend erhalten sie Verdunkelungsbrillen und werden zu ihren Plätzen gebracht, wo sie sich ganz auf die Klänge konzentrieren. Die Veranstaltung findet am 20. Oktober ab 19 Uhr statt. Infos: www.lichtkunst-unna.de

Seit über 40 Jahren zählt Konstantin Wecker zu den bedeutendsten deutschen Liedermachern. Anlässlich seines 70. Geburtstages ist er nun auf „Poesie und Widerstand“-Tour in ganz Deutschland unterwegs. Im Vordergrund dieser Jubiläumstour mit Kabarett und Chansons soll sein gesellschaftliches Engagement stehen, aber natürlich kommen auch seine Liebeslieder nicht zu kurz. Am 18. Oktober, 20 Uhr, macht er Halt in Dortmund. Restkarten sind noch erhältlich. Infos: www.konzerthaus-dortmund.de

Im Schlosstheater Moers feiert das Projekt „Sand und Asphalt. Geschichten auf der Flucht“ am 20. Oktober um 19.30 Uhr Premiere. Für dieses Stück hat sich Regisseurin Barbara Wachendorff auf die Reise an den Niederrhein begeben und die Geschichten und Erlebnisse von Frauen unterschiedlichster Herkunft aufgearbeitet. Einige dieser Frauen – unter anderem aus Syrien, Ghana, aber auch aus Deutschland – werden an diesem Abend auf der Bühne stehen. Infos: www.schlosstheater-moers.de

Das WDR Funkhausorchester und die Grammynominierte Sängerin Kate McGarry laden am 21. Oktober zu einer Zeitreise auf Zeche Zollverein in Essen. Beim Programm „Woodstock Symphony“, arrangiert von dem Essener Folkwang-Professor Peter Herborn, interpretiert das Ensemble die Songs der 1970er auf eine moderne Art und Weise, von John Denver bis hin zu Bob Dylan. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Infos: www.zollverein-konzerte.de

Nach einem Film von Aki Kaurismäki feiert „Der Mann ohne Vergangenheit“ am 21. Oktober Premiere im Schauspielhaus Bochum. Unter der Leitung von Christian Brey erzählt das Stück die Geschichte eines Mannes, der in seiner ersten Nacht im finnischen Helsinki von Hooligans angegriffen und dabei fast umgebracht wird. Da er sich danach nicht einmal mehr an seinen Namen erinnert, verläuft sein weiterer Weg beschwerlich. Erst ein Banküberfall scheint sein Leben zu verändern. Das Stück beginnt um 19.30 Uhr. Infos: www.schauspielhausbochum.de

Im Dortmunder Opernhaus geht es ab dem 21. Oktober, 19.30 Uhr, zurück in das Amerika der 60er Jahre: bei der Premiere des Welterfolges „Hairspray“. In dem farbenfrohen Musical geht es um das korpulente Teenagermädchen Tracy, das von einer großen Tänzerkarriere träumt. Mit viel Witz, Charme, aber auch Tragik und natürlich Musik zeigt das Stück dabei auch ein Amerika, in dem Rassendiskriminierung und Ausgrenzung zum Alltag gehörten. Tracys Mutter Edna wird dabei traditionell von einem Mann gespielt. In der Verfilmung übernahm John Travolta diese Rolle, hier ist es Ensemblemitglied Ks. Hannes Brock, der als „Edna“ auch seine Abschiedsspielzeit feiert.
Infos: www.theaterdo.de


	

Späti – Die neue Late-Night-Show am Theater Oberhausen

„Späti“ kommt von spät, und spät kommt von spontan. „Späti“ ist die neue Late-Night-Reihe, die ab dem 19. Oktober donnerstags im Pool des Theater Oberhausen stattfindet.

Ein ungestümes Format von wechselnden Akteur*innen, das jeweils genau 60 Minuten dauert. Ansonsten ist die Reihe an wenig Regeln gebunden. Impulse aus dem Ensemble und dem Team werden aufgenommen, kurzfristig umgesetzt und mutig im Pool erprobt. Neue Formen, wütende Fragen und auch Scheitern sind erlaubt – aber bitte mit Grandezza. So kurzlebig wie ein Snap, so langlebig wie eine unbequeme Frage. Performance, Talk oder Tanz – Sie wissen vorher nicht, was Sie erwartet. Aber „Späti“ macht den Donnerstag zum Lieblingstag der Woche.

Termine im Oktober/November – immer donnerstags um 21 h im Pool des Theater Oberhausen

Tickets: 5 €
19.10.               Die Geburt des Späti aus dem Schaum

26.10.               Die Goldsteins mit Ayana Goldstein

2.11.                 Americanrealismfirst mit Banafshe Hourmazdi, Mervan Ürkmez, Demian Wohler, Elena von Liebenstein und Babett Grube

9.11.                 Schlaraffenschland 4.0 – Deutschland in Plusquamperfekt mit Debo+Gästen

16.11.               Netflix and Chill? Ein gemütlicher Abend zu zweit

23.11.               Die Lange Nacht der Allergien mit Elena von Liebenstein und weiteren Expert*innen

30.11.               Eine Stunde Hardcore Disko 3000 mit DJ Sleazy und evtl. Paul Kalkbrenner

Weitere Infos unter: http://www.theater-oberhausen.de/programm/stuecke.php?SID=611

Stefan Herheim inszeniert „Wozzeck“

In der Neuinszenierung von Stefan Herheim feiert Alban Bergs Oper „Wozzeck“ am Freitag, 20. Oktober, um 19.30 Uhr im Opernhaus Düsseldorf Premiere.

Der international anerkannte Regisseur, der an den größten europäischen Opernhäusern inszeniert und inzwischen drei Mal zum „Opernregisseur des Jahres“ gekürt wurde, hat in Düsseldorf bereits mit seiner Inszenierung von Händels „Xerxes“ begeistert. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober, mit renommierten Gastsolisten und Ensemblemitgliedern setzt er in Düsseldorf jetzt ein Meisterwerk der musikalischen Moderne in Szene: Bo Skovhus singt die Titelpartie, Camilla Nylund gibt ihr Debüt als Marie, der „Sänger des Jahres“ Matthias Klink ist zum ersten Mal als Hauptmann zu hören. Corby Welch spielt den Tambour­major, Sami Luttinen den Doktor.  Besucher der Opernwerkstatt bekommen am Montag, 16. Oktober, um 17.00 Uhr einen unmittelbaren Einblick in die Produktion: Im Anschluss an ein Gespräch mit dem Regieteam können sie im Opernhaus bei freiem Eintritt einen Teil der Bühnen­orchesterprobe miterleben.

„Ich liebe Musik, die es wagt, menschliche Gefühle auszustellen, und Alban Bergs ‚Wozzeck‘ tut dies auf erschütternde Art und Weise“, sagt Stefan Herheim. Für ihn gilt es, Musiktheater im Hier und Jetzt zu begreifen und aus der unmittelbaren Wirkung der Musik etwas Eigenes zu schaffen. Seine „Wozzeck“-Inszenierung entsteht im Team mit Bühnen- und Kostümbildner Christof Hetzer und Dramaturg Alexander Meier-Dörzenbach.

Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“, das Alban Berg als Opernvorlage diente, basiert auf einem authentischen Fall: Am 3. Juni 1821 ersticht der arbeitslose Perückenmacher Johann Christian Woyzeck seine  Geliebte. Nach einem dreijährigen Prozess um seine Zurechnungsfähigkeit wird er trotz Zweifel für schuldig erklärt und öffentlich hingerichtet. Das Stück einer Hinrichtung sieht Stefan Herheim auch in der Oper: „In 15 musikali­schen Szenen erlebt Wozzeck seine Existenz als Höllenritt in einer Gesellschaft, die ihn zum Mörder macht.“ Ausgangspunkt seiner Inszenierung ist die u. a. in den USA heute noch legitimierte Praxis, Menschen im Namen der Gerechtigkeit zu töten: In einer Todeskammer wird Wozzeck durch die Gift­spritze hingerichtet. Doch sobald das Gift seinen Blutkreislauf erreicht und die Musik beginnt, vermischen sich seine Erinnerung, Angst, Wahn, Hoffnung und Verzweiflung zu surrealen Bildern, einer grotesken Todesrevue im Sterbemoment.

„Wozzeck“ von Alban Berg
Premiere am Freitag, 20. Oktober 2017, 19.30 Uhr, im Opernhaus Düsseldorf

Oper in drei Akten (15 Szenen)

Text von Alban Berg nach dem Drama „Woyzeck“ von Georg Büchner, Ausgabe von Karl Emil Franzos

In deutscher Sprache mit Übertiteln / Dauer: ca. 1¾ Stunden, keine Pause – empfohlen ab 16 Jahren

Musikalische Leitung: Axel Kober
Inszenierung: Stefan Herheim
Bühne und Kostüme: Christof Hetzer
Licht: Phoenix (Andreas Hofer)

Video: fettFilm (Momme Hinrichs und Torge Møller)

Chorleitung: Gerhard Michalski

Kinderchorleitung: Justine Wanat

Dramaturgie: Alexander Meier-Dörzenbach

Wozzeck: Bo Skovhus
Tambourmajor: Corby Welch
Andres: Cornel Frey
Hauptmann: Matthias Klink
Doktor: Sami Luttinen
Marie: Camilla Nylund

Margret: Katarzyna Kuncio

  1. Handwerksbursch: Thorsten Grümbel
  2. Handwerksbursch: Dmitri Vargin

Der Narr: Florian Simson

Soldat: Luis Fernando Piedra

Chor: Chor der Deutschen Oper am Rhein

Kinderchor: Akademie für Chor und Musiktheater
Orchester: Düsseldorfer Symphoniker

„Wozzeck“ im Opernhaus Düsseldorf:

Fr 20. Oktober – 19.30 Uhr (Premiere) / So 22. Oktober – 18.30 Uhr / Mi 25. Oktober – 19.30 Uhr /
Fr 27. Oktober – 19.30 Uhr / Do 2. November – 19.30 Uhr / So 5. November – 15.00 Uhr /
So 19. November – 18.30 Uhr / Do 23. November – 19.30 Uhr / So 26. November – 15.00 Uhr

Am Montag, 16. Oktober, um 17.00 Uhr gibt das Produktionsteam in der Opernwerkstatt im Opernhaus Düsseldorf einen Einblick in die Produktion: Im Anschluss an ein Gespräch mit dem Regieteam können sie im Opernhaus einen Teil der Bühnen­orchesterprobe miterleben. Der Eintritt ist frei.

Direkten Bezug auf die Neuproduktion nehmen auch die „Symphoniker im Foyer“: Die Sopranistin Heidi Elisabeth Meyer und Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker widmen sich in der Matinee am Sonntag, 22. Oktober, um 11.00 Uhr im Opernhaus dem Kammermusik- und Liedschaffen Alban Bergs.

Karten und weitere Informationen sind im Opernshop Düsseldorf (Tel. 0211.89 25 211), an der Theaterkasse Duisburg (Tel. 0203.283 62 100) sowie online über www.operamrhein.de erhältlich.

 

Fotos: Wozzeck_HPK_346_FOTO_Karl_Forster: Bo Skovhus (Wozzeck), Chor der Deutschen Oper am Rhein

Wozzeck_HPK_517_FOTO_Karl_Forster: Camilla Nylund (Marie), Bo Skovhus (Wozzeck), Bühnenmusiker, Statisterie

 

Bedřich Smetanas Oper „Die verkaufte Braut“ als erste Premiere dieser Spielzeit im Aalto-Musiktheaters.

Bedřich Smetanas Oper „Die verkaufte Braut“ steht als erste Premiere dieser Spielzeit auf dem Programm des Aalto-Musiktheaters. Bereits am Sonntag, 8. Oktober 2017, um 11 Uhr lädt die Aalto-Dramaturgin Svenja Gottsmann zur Einführungsmatinee ein. Der informative und unterhaltsame Vormittag gibt wie immer nicht nur Einblicke in die Inszenierung, sondern weckt auch in musikalischer Hinsicht die Vorfreude auf die anstehende Produktion. Gäste auf der Bühne des Aalto-Theaters sind Generalmusikdirektor Tomáš Netopil, die beiden Regisseure Martin Kukučka und Lukáš Trpišovský sowie aus dem Ensemble Jessica Muirhead (Marie) Dmitry Ivanchey (Wenzel).

Bedřich Smetana zeichnet in seiner Oper den von Habgier und Egoismus geprägten Mikrokosmos einer Dorfgemeinschaft und würzt diesen mit pulsierender Lebendigkeit und einer gehörigen Prise Ironie. Worum geht es: Marie ist eine verkaufte Braut – und das gleich im doppelten Sinne. Um seine Schulden zu tilgen, verspricht ihr Vater sie Wenzel, dem Sohn des Gutsbesitzers Tobias Micha, zur Frau. Doch Marie ist bereits unsterblich in den geheimnisvollen Fremden Hans verliebt, von dem sie nur seinen Vornamen kennt. Und der treibt sein eigenes Spiel. Auf Vorschlag des Heiratsvermittlers Kezal verkauft er „seine Braut“ für eine ansehnliche Summe und stellt dabei eine Bedingung: Marie dürfe nur den Sohn des Micha heiraten. Als die Braut selbst von dem Handel erfährt, ist sie fassungslos über einen solchen Vertrauensbruch. Doch schon bald muss sie erfahren, wie eng Hoffnung, Enttäuschung und Glück beieinander liegen … Was auf den ersten Blick wie eine Komödie erscheint, entwickelt sich zum Albtraum Maries, aus deren Sicht die Handlung in der Regie von SKUTR erzählt wird.

 Der Eintritt ist frei.

Die Premiere findet am Samstag, 14. Oktober 2017, um 19:00 Uhr im Aalto-Theater statt.

Titelfoto: Die Sopranistin Jessica Muirhead, die in der Titelpartie der Marie zu erleben sein wird (Foto: Nanc Price).

Symposium „Folkwang Tanz“ setzt sich mit dem Erbe von Kurt Jooss bis Pina Bausch auseinander

Mit dem Symposium „Folkwang Tanz“ vom 13. bis 15. Oktober 2017 am Campus Essen-Werden der Folkwang Universität der Künste wird die Frage nach der Relevanz des Erbes von Kurt Jooss bis Pina Bausch erstmals öffentlich gestellt.

Das Symposium ist Festakt, Werkschau und kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Folkwang Tanz“ zugleich. Die Teilnahme ist nach vorheriger Anmeldung kostenlos. Den Auftakt macht am Freitag, 13. Oktober (18.00 Uhr) eine öffentliche Veranstaltung in der Neuen Aula. Zudem findet am Samstag, 14. Oktober, ein Folkwang Tanzabend statt (Eintritt 10 Euro, 5 Euro ermäßigt). Im Fokus des Symposiums steht die an Folkwang entwickelte Jooss-Leeder-Technik, die – auf den Lehren von Rudolf von Laban basierend – von Kurt Jooss und Sigurd Leeder und in der Nachfolge von Hans Züllig und Jean Cébron entwickelt wurde. Christine Eckerle, langjährige Dozentin für Kinetographie an Folkwang sagt dazu: „Irgendwo hat diese Technik etwas äußerst Natürliches und dabei etwas sehr Kunstvolles. Und es geht einem nicht gegen den Strich.“ In Lectures, Filmvorführungen, Performances und Gesprächen soll deutlich werden, wie die Jooss-Leeder-Technik die Arbeit von TanzkünstlerInnen wie z.B. Susanne Linke, Reinhild Hoffmann oder Gregor Zöllig bis in die Gegenwart hinein prägt. Dabei soll nicht nur Erreichtes der vergangenen 90 Jahre sichtbar werden, sondern auch Möglichkeiten für die Zukunft der Folkwang Tanzausbildung aufgezeigt werden. In Gesprächsrunden mit externen Gästen von pact Zollverein bis tanzhaus nrw geht es um Perspektiven und Potentiale des Instituts für Zeitgenössischen Tanz der Folkwang Universität der Künste. So werden am Sonntag, 15.Oktober, um 12 Uhr im Kammermusiksaal Alumni der Ausbildung über ihre Erfahrungen in der nationalen und internationalen Tanzszene diskutieren. Für den Eröffnungsabend am Freitag, 13. Oktober, ab 18 Uhr in der Neuen Aula sind noch Karten erhältlich. Dort werden Filme gezeigt und Vorträge über Kurt Jooss und Sigurd Leeder stattfinden. Zusätzlich gibt es eine Gesprächsrunde über die Technik und die Haltung der Folkwang Tanzausbildung mit international bekannten Tanzschaffenden. Abschließend wird Urs Dietrich einen Ausschnitt aus seinem Solo „Thalamus“ tanzen. Im Rahmen des Symposiums findet am Samstag, 14. Oktober (19.30 Uhr) ein Folkwang Tanzabend in der Neuen Aula statt. Zu sehen sind Choreographien von Pina Bausch, Jean Cébron, Susanne Linke, Urs Dietrich, Ben J. Riepe, Gregor Zöllig u. a. Ein Höhepunkt des Abends ist die Aufführung von „Philips 836885 D.S.Y.“. Das Solostück von Pina Bausch war in dieser Form seit knapp 40 Jahren nicht mehr live auf einer Bühne zu erleben. Noch wenige Restkarten für den Tanzabend sind an der Abendkasse erhältlich (10 Euro, ermäßigt 5 Euro). Das Symposium wird gefördert durch die Kulturstiftung Essen, das Ministerium für Kultur und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen und Deutsches Tanzarchiv Köln | SK-Stiftung Kultur. Die Teilnahme ist kostenlos; eine vorherige Anmeldung unter symposium.tanz@folkwang-uni.de ist erforderlich.

Über die Kampagne „Folkwang ist“:

Das Symposium „Folkwang Tanz“ ist Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 90. Geburtstag der Folkwang Universität der Künste. Wir nehmen dieses besondere Jahr zum Anlass, uns 2017 mit unserer Identität zu beschäftigen und das gesamte Jahr unter das Motto „Folkwang ist“ zu stellen. Bei der gleichnamigen Kampagne sind alle eingeladen mitzumachen und uns zu sagen, was Folkwang für Sie persönlich bedeutet: bei ausgewählten Veranstaltungen, über Social Media, im öffentlichen Raum, per Postkarte und auf www.folkwangist.de. Alle Beiträge werden veröffentlicht – per Hashtag #folkwangist in den Sozialen Medien und auf www.folkwangist.de.

Dies und das im Ruhrgebiet

(idr). Internationale literarische Größen und deutschsprachige Literaturstars lockt die erste lit.RUHR vom 4. bis 8. Oktober ins Ruhrgebiet.
Mehr als 80 Veranstaltungen stehen bei dem neuen Festival auf dem Programm. Mit dabei sind u.a. die Autoren Nick Hornby, Donna Leon, Cecelia Ahern, Zadie Smith, Irene Dische, Martin Suter, Uwe Timm, Ulla Hahn, Robert Menasse und Sven Regener. Festival-Mittelpunkt ist das Essener Welterbe Zollverein. Daneben gibt es weitere Veranstaltungsorte in Essen, Bochum, Dortmund und Duisburg.

Infos: www.lit.ruhr

Hausregisseurin Babett Grube inszeniert am Theater Oberhausen die Tragödie „Antigone“ nach Sophokles.

Dabei geht sie der Frage nach, ob die Titelheldin, die ihren Bruder Polyneikes gegen die Anweisung des Königs begräbt, eine Tat des zivilen Ungehorsams begeht. Zugleich untersucht sie, welche Konzepte von Verwandtschaft, Gemeinschaft und Herrschaft verhandelt werden. Premiere ist am 6. Oktober, 19.30 Uhr.

Infos: www.theater-oberhausen.de

Der gefeierte Konzertdirigent Daniel Daréus erleidet auf dem Höhepunkt seiner Karriere einen Herzinfarkt.

Er kehrt in sein Heimatdorf zurück und übernimmt dort die Leitung des Kirchenchores – und das mit großem Erfolg. Doch der Pfarrer sieht seinen Einfluss schwinden, und zahlreiche Probleme, die immer unter dem Mantel des Schweigens versteckt waren, treten offen zutage… Am 7. Oktober, 19.30 Uhr, feiert das Schauspiel „Wie im Himmel“ nach dem gleichnamigen Film von Kay Pollak am Theater Hagen Premiere.

Infos: www.theaterhagen.de

22 Gruppen spielen vom 5. bis 8. Oktober um den Fritz-Wortelmann-Preis, den die Stadt Bochum und das Deutsche Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst zum 45. Mal vergeben.

Die Künstler, die in den drei Kategorien „Professioneller Nachwuchs“, „Erwachsene Amateure“ sowie „Jugendclubs und Schultheater“ ausgewählt wurden, präsentieren an vier Spielorten ihre Stücke, bevor die Gewinner bestimmt werden.

Infos: www.fidena.de

„Nofretete, Ramses und Osiris“ – unter diesem Titel zeigt das Museum Folkwang in Essen noch bis zum 2. April seine ägyptische Sammlung.

Zu den Exponaten zählt u.a. der Kopf der ägyptischen Königin Nofretete aus dem 13. Jahrhundert v. Chr. Zu sehen sind außerdem zahlreiche künstlerische und kunsthandwerkliche Objekte, die zum größten Teil aus dem Bereich der Totenverehrung stammen. Präsentiert werden die Sammlungsgegenstände in der Installation „Helm/Helmet/Yelmo“ des Künstlerduos Los Carpinteros. Sie besteht aus fast 300 nebeneinander und übereinander liegenden Waben.

Infos: www.museum-folkwang.de

Am 7. und 8. Oktober feiert Lünen das 28. DracPressekontakt: creaCtive, Vera Firmbach, Telefon: 0221/7327970, E-Mail: verafirmbach@gmx.nethenfest auf dem Segelflugplatz „Lünen-Lippeweiden“.

Zahlreiche Himmelsstürmer setzen bunte Akzente in der Luft. Dazu gibt es ein vielseitiges Familienprogramm, z.B. mit Drachen-Workshops und Animation. Zu den Höhepunkten zählen das illuminierte Nachtdrachenfliegen und das Höhenfeuerwerk am Samstagabend.

Infos: www.sparkassendrachenfest-luenen.de

Kreis Unna erstrahlt bei der 2. Nacht der Lichtkunst Kreis Unna (idr).

Bei der diesjährigen 2. Nacht der Lichtkunst präsentiert das Städte-Netzwerk „Hellweg – ein Lichtweg“ insgesamt 43 Lichtkunstwerke in zehn Städten. In Ahlen, Bergkamen, Bönen, Fröndenberg, Hamm, Lippstadt, Lünen, Schwerte, Soest und Unna wird am 25. November ein umfangreiches Programm rund um die einzelne Lichtkunstwerke geboten. Neben Führungen zu den einzelnen Kunstwerken wird es außerdem unter anderem Bootstouren, Konzerte und Lichtzeichnungen geben. Ein Highlight sind die acht Lichtreisen. Hier können die Besucher die Lichtinstallationen zweier oder mehrere Städte mit dem Bus unter fachkundiger Leitung „abfahren“. Lichtreisen speziell für Familien werden ebenfalls angeboten.

Infos: www.hellweg-ein-lichtweg.de

Am 20. Oktober feiert der Veranstalter WortLautRuhr den Super-Slam-Tag in Bochum, Dortmund und Mülheim.

Beim „Song Slam“ in Bochum tragen die Künstler ihre Texte musikalisch vor. In der „Trompete“ stehen dann sowohl erfahrene Singer-/Songwriter als auch neue Musiker auf der Bühne. In Dortmund tritt die „New Generation“ an. Im Kinder- und Jugendtheater kann man hier den Texten und Geschichten der Poetry Slammern von Morgen lauschen. Sebastian 23, eine der Slam-Größen des Ruhrgebiets, führt in Mülheim durch das „Best of Slam“-Programm. Drei bis vier Poeten präsentieren hier am Abend ihre besten Texte.

Infos: www.wortlautruhr.com

(idr). Die Band The Sephardics aus Ennepetal und das Duo Armaos-Rastani (Köln) haben die mit je 1.500 Euro dotierten Hauptpreise Weltmusik-Wettbewerbs „creole NRW 2017“ gewonnen.

„The Sephardics präsentieren eine Kultur, die immer weniger gelebt wird“, so die Begründung der Jury. Ihre Musik sei „dynamisch, mitreißend, eindringlich“. Die Gewinnerbands werden am Festival des Bundeswettbewerbs creole vom 9. bis 11. November in Hannover teilnehmen. „creole NRW“ hatte bereits zum sechsten Mal den Weltmusik-Wettbewerb ausgetragen. In Dortmund präsentierten sich zum Wettbewerbsfinale die zehn Bands, die von der Jury aus 60 Bewerbern ausgewählt wurden. „creole“ ist eine Veranstaltung des Landesmusikrats NRW in Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt Dortmund, der Redaktion Jazz & World von WDR 3 und dem domicil Dortmund.

Infos: www.creole-globalemusik.de

Schubert, Schumann, Berg und Strauss mit der Sopranistin Anja Harteros

Anja Harteros kehrt in die Philharmonie Essen zurück: Nach ihrer fulminanten Residency in der Spielzeit 2013/2014 ist die Sopranistin nun erstmals wieder im Alfried Krupp Saal zu erleben. Am Sonntag, 24. September 2017, um 19 Uhr gestaltet sie gemeinsam mit dem Pianisten Wolfram Rieger einen Liederabend, der den Bogen von Franz Schubert („Die Forelle“, „Schwanengesang“ u. a.) über Robert Schumann („Stille Tränen“ u. a.) und Richard Strauss („Allerseelen“, „Waldseligkeit“ u. a.) bis zu Alban Berg („Sieben frühe Lieder“) schlägt.

Intensive Bühnenpräsenz, perfekte Stimmführung und musikalische Sensibilität zeichnen Anja Harteros aus. Das vielseitige Repertoire der weltweit geschätzten Sopranistin umfasst unter anderem Rollen von Händel (Alcina), Mozart (Gräfin, Fiordiligi, Donna Anna, Elettra), Weber (Agathe) sowie hauptsächlich von Verdi, Puccini, Wagner und Strauss. Ihre internationale Karriere begann 1999 mit dem Gewinn des „Cardiff Singer of the World“-Wettbewerbs. Binnen kürzester Zeit gastierte die Künstlerin an renommierten Bühnen: an der Metropolitan Opera New York, der Mailänder Scala, dem Royal Opera House Covent Garden in London, der Wiener Staatsoper, bei den Salzburger Festspielen, an der Opera Bastille Paris, dem Opernhaus Zürich, den Königlichen Opernhäusern in Amsterdam und Oslo, der Japanischen Nationaloper Tokio sowie an den Staatsopern in München, Berlin, Hamburg und Dresden. Anja Harteros war 2009 „Sängerin des Jahres“ der Zeitschrift „Opernwelt“, 2015 wurde sie mit dem International Opera Award als „Sängerin des Jahres“ ausgezeichnet.

Am Freitag, 26. Januar 2018, um 20 Uhr ist Anja Harteros erneut in der Philharmonie zu Gast: Gemeinsam mit dem Orchestre Philharmonique de Luxembourg präsentiert sie Richard Wagners „Wesendonck-Lieder“.

 Karten (Einheitspreis: € 28,00) und Infos unter T 02 01 81 22-200 und www.philharmonie-essen.de.

Titelfoto: Anja Harteros (Foto: Marco Borggreve).

¿Donde son estas serranas? – Mysterious Songs of Love and Beauty

Konzert im Schloss Borbeck am Freitag, 15. September, um 19 Uhr im Schloß Borbeck. Der Eintritt kostet 20 Euro, ermäßigt 17 Euro.

Der Weltklasse Lautenist Lee Santana trifft auf den preisgekrönten Jazzgitarristen Andreas Wahl, Alte Musik trifft Jazz, Viola da Gamba trifft E-Gitarre. Die Musik Spaniens im 16. Jahrhundert ist Anknüpfungspunkt für neue Werke der Komponisten Lee Santana und Andreas Wahl. Sie werden dabei kongenial begleitet von Marthe Perl auf der Viola da Gamba, während die Sopranistin Antje Rux mit ihrer virtuosen Stimme noch einen weiteren Klangraum eröffnet. Zwei Meister der Improvisation aus dem 16. Jahrhundert, der Vihuela-Spieler Enriquez de Valderrábano (um 1500 bis 1557) sowie der Gambist Diego Ortiz (um 1510 bis 1570), stehen dabei im Mittelpunkt der musikalischen Grenzüberschreitung.

Das Ensemble

Marthe Perl kommt aus einer Musikerfamilie und ist sozusagen auf Konzertourneen groß geworden. Sie ist Gambistin wie ihre Mutter Hille Perl, ihr Vater ist der Lautenist Lee Santana. Obwohl sie anfänglich nicht Musikerin werden wollte, hat sie das Instrument Viola da Gamba dann doch gefangen genommen. Marthe Perl studierte an der Hochschule für Musik in Bremen und veröffentlichte mehrere Tonträger. Neben den Auftritten mit ihren Eltern spielt sie auch mit dem Ensemble La Ninfea. Sie lebt in Hamburg.

Antje Rux studierte Gesang an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar und war 2013 Stipendiatin der „Alfred-Toepfer Stiftung“. Ihre Karriere startete sie in Opernproduktionen in Paris, Weimar, Taranto, Gotha und Brüssel. Mit Monteverdis Orfeo gastierte sie 2014 bis 2016 mit dem Freiburger Barockconsort, Sasha Waltz & guests und Vocalconsort Berlin in Amsterdam, Luxemburg, Lille und der Staatsoper Berlin. Ihr umfangreiches Konzertrepertoire umfasst Werke vom Frühbarock bis ins 20. Jahrhundert, darunter Händels Messias, die großen Oratorien Bachs, Mozarts Requiem, Mendelssohns Paulus und Saint-Saëns Oratorio de Noël. Antje Rux gastierte bei mehreren Festivals, dabei arbeitete sie unter dem Dirigat von Georg Christoph Biller, Titus Engel, Antonello Manacorda, Achim Zimmermann, Siegfried Pank, Robert Göstl u.a.

Lee Santana lebt seit 1984 in Deutschland. Der amerikanische Musiker studierte am Emerson College in Boston historische Aufführungspraxis und Alte Musik. In Deutschland traf er auf die Gambenistin Hille Perl. Das Ehepaar gründete die Formation Los Otros, welche bald die Bühnen zahlreicher Festivals eroberte. Lee Santana konzertiert mit vielen namhaften Ensembles, unter anderen mit dem Freiburger Barockorchester sowie mit dem Harp Consort – aber auch mit dem Blockflötisten Maurice Steger ist er immer wieder zu hören. Mit seiner Tochter Marthe Perl steht er im Schloss Borbeck das erste Mal auf der Bühne.

Andreas Wahl lebt seit 1989 im Ruhrgebiet. Er erhielt zahlreiche Förderpreise, darunter Westfalenjazz, Jazzwerkruhr, International Songwriting Competition und viele mehr. CD-, Rundfunk- und Fernsehproduktionen sowie Auftritte und Tourneen im In- und Ausland mit Bands und Projekten der improvisierten Musik und des zeitgenössischen Jazz zählen ebenfalls zu Wahls Vita. So war er Teil des Zodiak Trio, der WDR Bigband und vielen mehr.
Andreas Wahl ist Dozent für Jazz-Gitarre an der Hochschule für Künste Bremen und am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück.

Solidaritätsbekundung der Ruhrtriennale und von Intendant Johan Simons

 

Bochum, 24. August 2017 – Mit Betroffenheit reagieren die Ruhrtriennale und Intendant Johan Simons auf die jüngsten Strafverfolgungen der Künstler Kirill Serebrennikow und Doğan Akhanlı durch Russland und die Türkei.

„Wir solidarisieren uns politisch und künstlerisch mit Kirill Serebrennikow und Doğan Akhanlı, die gerade zum unfreiwilligen Symbol werden, künstlerische Freiheit und freie Meinungsäußerung zu verteidigen“, so Johan Simons am Mittwoch in Bochum.

Am Dienstag war der russische Theater- und Opernregisseur Kirill Serebrennikow mit dem Vorwurf der Geldunterschlagung in St. Petersburg verhaftet worden. Am Mittwoch wurde er in Moskau vernommen und wird bis zum 19. Oktober mit einer Fußfessel unter Hausarrest gestellt. Es besteht ein Kontaktverbot. Serebrennikow darf kein Internet nutzen und keine Post über Social Media verschicken, kein Theater betreten und keine Filmaufnahmen machen. Er bestreitet die Vorwürfe. Im Juli hatte das Moskauer Bolschoi-Theater drei Tage vor der Premiere eine Ballett-Inszenierung Serebrennikows über den russischen Tänzer Rudolf Nurejew abgesagt; es dementierte damals, es hätte die Aufführung abgesagt, weil in dem Stück Nurejews Homosexualität offen thematisiert würde. Der türkischstämmige deutsche Autor Doğan Akhanlı war Ende vergangener Woche an seinem Urlaubsort in Spanien festgenommen worden; derzeit ist er unter Auflagen frei; die deutsche Bundesregierung versucht, eine Auslieferung an die Türkei zu verhindern. Akhanlı thematisiert in seinem literarischen Werk den Völkermord an den ArmenierInnen vor 100 Jahren in der heutigen Türkei. Er war bereits in der Türkei wegen des Vorwurfs des Raubes und Totschlags juristisch angeklagt, aber freigesprochen worden; das Urteil war 2013 wieder aufgehoben worden.

Johan Simons: „Natürlich ist es nicht einfach, sich von außen einen umfassenden Einblick in die juristischen Zusammenhänge zu verschaffen. Aber unser Vertrauen in die Unabhängigkeit und Rechtschaffenheit der russischen oder auch der türkischen Justiz ist seit der jüngsten Vergangenheit nicht ohne Grund erschüttert. Es gilt, früh und immer wieder das Wort zu ergreifen und zu warnen, wenn der Eindruck entsteht, die Feinde der Demokratie und der Kunstfreiheit könnten ihre Absichten hinter anderen Manövern verstecken. Europa und die Welt brauchen mutige KünstlerInnen und JournalistInnen, und mutige KünstlerInnen und JournalistInnen brauchen jetzt die Solidarität und Unterstützung Europas. Vor allem dann, wenn es schon ,Mut’ bedarf, eine unbequeme Wahrheit oder eine vermeintlich unschöne Tatsache frei auszusprechen. Gerade haben wir mit einem politischen Europa-Schwerpunkt die Ruhrtriennale 2017 eröffnet und während wir dieses Festival der Künste feiern, bestätigen die jüngsten Ereignisse in Russland und Spanien bzw. der Türkei einmal mehr die Dringlichkeit dieser Themenwahl aufs Traurigste. Sofort muss ich daran denken, was Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller vor wenigen Tagen in ihrer Festspielrede zur Eröffnung der Ruhrtriennale gesagt hat: ,Oft kommt der Anfang des Totalitären harmlos daher, als ginge es nur um den guten Geschmack, um die Verletzung der Gefühle, die Gewöhnung an einige Grenzen, über die man sich im Schreiben oder Malen nicht hinwegsetzen dürfe. Und dann kommt Schritt für Schritt immer noch eine Grenze hinzu. Die Zensur wollte immer schon nicht nur Bücher und Bilder, nicht nur Kunst verbieten, sondern die Wahrnehmung der Welt, aus der heraus die Kunstwerke entstanden sind.’ – Als KünstlerInnen in Freiheit, die wir hier in Deutschland sind, ist es unsere Pflicht, dafür einzutreten, den Wert dieser Grundwerte allen Menschen zu vermitteln und unsere Stimme für ihre Gültigkeit auch andernorts zu erheben. Zu diesen universellen europäischen Werten
gehören eine unabhängige und rechtsstaatliche Aufklärung der fraglichen Vorwürfe und die uneingeschränkte Freiheit der Kunst.“

Daniel Hope übernimmt Residenz an der Philharmonie Essen

(idr). Der südafrikanische Geiger Daniel Hope ist in der kommenden Spielzeit im Rahmen einer umfangreichen Künstlerresidenz an der Philharmonie Essen zu erleben.

Hope stellt in dem kommenden Monaten bei neun Konzerten seine große Vielseitigkeit unter Beweis. Mit einem Recital zum Auftakt am 16. September, seinem Barockprojekt „Air“ sowie als Solist mit den Essener Philharmonikern wird er als Geigenvirtuose zu hören sein. Zudem bringt er ein für ihn geschriebenes Violinkonzert des englischen Komponisten Mark-Anthony Turnage zur deutschen Erstaufführung. Als Music Director tritt Daniel Hope gemeinsam mit dem Zürcher Kammerorchester auf, dem er seit dem Jahr 2016 vorsteht. Beim Familienkonzert „Der Grüffelo“ übernimmt er den Part des Erzählers, und gemeinsam mit 100 Geigenschülern aus Essen und Umgebung gestaltet er einen „Geigengipfel“. Beim Abschlusskonzert „Ein Sommernachtstraum: Heimat“ im Juni 2018 zeigt er sein schauspielerisches Talent.

Foto: Harald Hoffmann und Bailey Davidson).

Kindertheater im Grugapark am letzten Ferienwochenende

Am letzten Wochenende der Sommerferien lockt das Kindertheater im Grugapark noch einmal kleine und große Theaterfans mit zwei Geschichten rund ums Reisen in den Theater- und Spielpavillon:

Das „Trotz-Alledem-Theater“ spielt am Samstag, 26. August, um 15 Uhr die Geschichte der beiden Freunde Tiger und Bär in „Oh wie schön ist Panama“. Beide leben glücklich und zufrieden in einem gemütlichen Haus am Fluss, bis der kleine Bär beim Angeln eine Kiste mit der Aufschrift „Pa-na-ma“ findet. Vom Fernweh gepackt machen sich die Freunde gemeinsam mit der Tiger-Ente auf eine abenteuerliche Reise nach Panama.

Am Sonntag, 27. August, um 15 Uhr gastiert das „Seifenblasentheater“ mit „Olifant fährt Eisenbahn“ im Grugapark: Olifant möchte gerne seine Oma besuchen, doch leider ist der Zug bereits abgefahren. Mit Hilfe des freundlichen Stationsvorstehers Christian wird eine Kiste zur Lokomotive, und eine Reise mit vielen Überraschungen startet.